Ein gemütlicher Abend mit Max Herre

Bild: Rahel Hüberli

Bild: Rahel Hüberli

Max Herre, Moods 5.12.2009

Mit seinem neuen Album „Ein geschenkter Tag“ im Gepäck steht Max Herre während zwei aufeinanderfolgenden Abenden im rappelvollen Moods auf der Bühne. Musikalisch ist das einwandfrei, die rohe Energie von früheren Freundeskreis- und auch Soloauftritten ist jedoch ganz der Singer/Songwriter-Gemütlichkeit  gewichen.

Der bewusst ausgewählte, kleinere und somit intimere Rahmen des Jazzclubs passt perfekt zu der ruhigeren Gangart, die der mittlerweile 36-jährige Max Herre musikalisch eingeschlagen hat. Während jedoch früher eine Horde Jungs mit Baggy Pants und Kapuzenpullover in der ersten Reihe darauf wartete, dass Max Herre mit seinem Freundeskreis gehörig die Bude rockt, standen heuer vor allem junge Mädchen im Teeniealter vor der Bühne im Moods. So war er zum Anfassen nahe und das verzückte die Damenwelt schon bei seinem Erscheinen „Wow, er isch soooo herzig“ war mehr als einmal zu hören, als Max mit seiner Band durch den Seiteneingang auf die Bühne trat. Mit Ausnahme des Drummers hat Max die gleichen Musiker um sich, die mit ihm schon sein Album aufgenommen haben und es zeigt sich schnell, dass hier eine eingespielte Truppe am Werk ist. Mit „Alles da“ startet die Band ihr Set, ein souliger, warmer Song, der gleich die Richtung für den ganzen Abend vorgibt. Ganz der Singer/Songwriter-Tradition folgend, dominieren die akustischen Gitarren von Max und dem virtuosen Frank Kuruc.

Bild: Rahel Hüberli

Bild: Rahel Hüberli

Nach einigen Songs der neuen Platte folgt dann der erste Ausflug in die Vergangenheit. „Sind denn noch welche da, die auch die alten Sachen noch kennen?“ fragte Max und erhielt dabei ein frenetisches JAAAA als Antwort. Was folgte war A.N.N.A  und nun wurde es im Moods so richtig laut. Sichtlich erfreut über die Reaktion des Publikums, welches ohne Probleme jeweils an der von ihm geforderten Stelle einsetzte und mitsang, wurde der grosse Hit in einer etwas schnelleren Version vorgetragen. Überhaupt war die Spielfreude der Band gross, man lachte und freute sich daran zusammen auf der Bühne zu stehen. Im Laufe des Abends sollten mit „Leg dein Ohr auf die Geschichte“ und „Halt dich an deiner Liebe fest“ noch zwei weitere Freundeskreis-Klassiker folgen, die jeweils vom Publikum frenetisch gefeiert wurden. Dennoch schien Max weiter denn je von seiner Rapvergangenheit entfernt, das Konzert stand klar im Zeichen seiner Wandlung zum Singer/Songwriter mit einer Prise Soul. Eine Wandlung, die Max Herre gelungen ist, er fühlt sich wohl und der Sound ist einwandfrei. Die Ausgelassenheit und Energie, welche frühere Auftritte auszeichneten, ist dabei jedoch etwas auf der Strecke  geblieben.

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