Alte Hasen in Bestform

Bild: Luka Beluhan

Bild: Luka Beluhan

Stiller Has, 31.1.2010, Moods

Von der Aare zog es Stiller Has wieder mal an die Limmat. Im zweimal hintereinander ausverkauften Moods sorgten Endo Anaconda & Co. wie gewohnt für beste Unterhaltung.

Seit 20 Jahren schon zieht Stiller Has mit sich ändernden Formationen landauf und landab durch die Schweiz. Momentan spielt die Combo mit Gitarrist Schifer Schafer, Salome Buser, die neben Bass auch noch die Orgel bedient, Drummer Markus Fürst und dem unvergleichlichen Endo Anaconda als Frontmann. Eine Formel die bestens funktioniert. Der langjährige Gitarrist Schifer Schafer, von Anaconda auch schon als das „linke Ohr des Hasen“ bezeichnet, versteht es ausgezeichnet mit den beiden anderen Musikern den Klangteppich für den exzentrischen Frontmann Anaconda auszubreiten. Endo Anaconda scheint für die Bühne geboren, er hat das Publikum sogleich im Griff, beginnt mit „Aare“, einem ihrer grossen Hits und sorgt immer wieder für gelungene und heitere Ansagen. Carl Hirschmann, Silvio Berlusconi, die Deutschen und die SVP, keiner ist vor seinen sarkastischen Bemerkungen sicher und er scheint diese kleinen Ansagen genauso zu lieben wie seine Songs.

„so verdorbe“ funktioniert live genauso gut wie auf Platte

Bild:Luka Beluhan

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Trotz allem Witz und Ironie mit der Endo Anaconda sein Publikum erheitert, trotz dem rauen Charme, den er von der Bühne versprüht, bleibt die Musik der Mittelpunkt des Abends. Das Hauptaugenmerk liegt auf der neuen Platte „so verdorbe“ und dieses feine Stück Musik wird live so richtig lebendig. Der wunderbare Mundartbluesrock, getragen vom hervorragenden Spiel Schifer Schafers, bildet das Fundament für Endos Wort- und Stimmspiele. Ob sehnsüchtige Liebeslieder wie „Justine“ oder schmachtende Canzoni wie „guarda che luna“ Endo Anaconda trifft immer den richtigen Ton. Auch für Überraschungen sind Stiller Has gut, denn sie haben den Gastmusiker Kutti MC gleich mitgebracht. Ihr gemeinsamer Song „König“ ist auf der neuen Platte und wird nun zusammen mit Kutti live präsentiert. Mühelos reiht sich der junge Mann zwischen die alten Hasen und sorgt für gelungene (Rap-)Abwechslung. Ein berndeutscher Wortkünstler wie Endo selbst, steht er diesem in nichts nach und bringt seine beiden Gastauftritte im 1. und 2. Set jeweils stilvoll über die Bühne. Stiller Has mag neu besetzt sein, sie überzeugen aber in alter Stärke, das Publikum hat sichtlich Freude am „neuen“ Hasen und nicht wenige Besucher des Sonntagskonzertes, wären wohl am liebsten am Montag noch einmal ins Moods gepilgert.

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