Alice im Soulwunderland

Bild: Luka Beluhan

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Alice Russell, 3.2.2010, Moods

Falls sich Amy Winehouse doch noch in die Rehab zurückzieht, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Die britische Soulmusik hat mit Alice Russell einen Trumpf im Ärmel, der nicht nur die weitaus bessere Stimme, sondern auch noch sehr viel mehr Charme besitzt.

Sogar Moods-Chef Daniel Schneider zeigte sich bei der Anmoderation überrascht, dass Alice Russell nach ihrem letzten Auftritt vor zwei Jahren so schnell wieder im Moods zu sehen war. Der sympathischen jungen Engländerin scheint es in Zürich zu gefallen. Sie war bestens gelaunt, ihre Band war bestens gelaunt, man merkte schnell: Hier ist eine Gruppe am Werk, die sehr viel Spass an ihrer Arbeit hat. Die eingängige Pianomelodie von „Music takes me up“, einer Zusammenarbeit mit Mr. Scruff, sollte den Abend einläuten. Alice Russell braucht keine Anlaufzeit, ihre Stimme, kraftvoll und soulig, als wäre sie direkt aus Detroit und den 60er Jahren eingeflogen, ist der eigentliche Star des Abends. Die „Boys“, wie sie ihre Band zu nennen pflegt, präsentieren sich in bester Spiellaune, die Songs der neuen Platte „Pot of Gold“ grooven in bester Old-School Soultradition.

Bild: Luka Beluhan

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Als sie ihre Version von „Seven Nation Army“, dem Überhit der White Stripes, anstimmt, erreicht die Stimmung ihren ersten Höhepunkt. Die Intensität wird stetig hochgehalten, auch der ganz neue Song „Laser“, mit einer herrlich rhythmischen Bassline, lässt niemanden stillstehen. Mit einer langsamen Version von „Hurry on now“ nimmt Ms. Russell dann etwas Tempo raus und verabschiedet sich ein erstes Mal von der Bühne. Klar, dass sie sich noch zwei Mal vom Publikum auf die Bühne zurückschreien lässt, klar auch, dass sie dies mit Freude tut. So kommt man in den Genuss einer zweiten Coverversion eines Überhits, dieses Mal „Crazy“ von Gnarls Barkley, in einer Art Gospelversion, sehr zurückhaltend instrumentiert, getragen nur von Alices grossartiger Stimme. Danach ist aber endgültig Schluss und das Publikum hofft wohl insgeheim, dass auch weiterhin die Amys, Duffys und Joss Stones` die Schlagzeilen bestimmen werden, denn dann dürfte Alice Russell auch das nächste Mal wieder im Moods zu bestaunen sein.


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