Jan Delay Superstar!

Bild: Luka Beluhan

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Jan Delay, Maag Event Hall, 22.3.2010

Jan Delay bewegt sich unaufhaltsam Richtung Pop-Olymp. Mit seiner Band Disko No. 1 rockt er sich so unwiderstehlich durch seine Show wie Messi durch gegnerische Verteidigerreihen tanzt.

Jan Delays Weg vom näselnden, jugendlichen Rapper zum Popstar von internationalem Format geht unaufhaltsam weiter. An Stelle von Baggypants und Baseballmütze stehen heute (auf der Bühne zumindest) feine Hemden und teure Sonnenbrillen, anstatt autonomer Jugendzentren in der Provinz füllt der Mann heute Arenen mit einer Kapazität von 10 000 und mehr Leuten. Gleich geblieben sind der Anspruch an die Qualität seiner Musik und sein Perfektionismus, mit dem er an Beats und Worten feilt. Auch die beiden Zürcher Konzerte waren restlos ausverkauft und man konnte sich einmal mehr ein Bild von Jans erstaunlichem Wandel machen. Wie er mit seiner Funkband Disko Nb. 1 durch seine gut zweistündige Show rockt, das hat Stil, das hat Klasse, das ist traumwandlerisch sicher.

Bild: Luka Beluhan

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Von Bambule bis zum Bahnhof Soul

Sein alter Rapkumpane Das Bo heizt die Stimmung auf, bevor der Hamburger Delay-Lama zu den Tönen von „Rave against the Machine“ die Bühne betritt. Was folgt, sind zwei schweisstreibende Stunden voller Funk, Reggae, Hiphop und Soul. Aktuelle Hits wie „Showgeschäft“ und „Disko“ werden auch live wahnsinnig präzise gespielt und legen die Latte noch ein wenig höher, als sie mit Mercedes Dance ohnehin schon lag. Ein wunderbares Medley aus alten 90er Jahren Pophits, dient als Grundlage für einen kleinen Ausflug in die Beginnerzeit, da werden ohne mit der Wimper zu zucken von „Backstreet back“ der Backstreet Boys über Montell Jordans „This is how we do it“ und House of Pains „Jump around“ die Beats live nachgespielt und Delay rappt sein „Füchse“ wie in alten Zeiten. Das passt alles reibungslos zusammen, die Dramaturgie stimmt. Die Verschnaufpausen mit den langsameren Schmuse-Soul- und Reggaesongs sind gut gesetzt, so dass sich bei „Feuer“ und „Klar“, den beiden ersten Zugaben, die gesammelte Energie des Publikums wieder explosionsartig entlädt. Zum Schluss darf auch „Irgendwie,irgendwo,irgendwann“ nicht fehlen, auch beim x-ten Mal ein wunderschöner Song und ein wunderschöner Abschluss. Der Chefstyler hat es ganz einfach drauf und eine Frage bleibt: Erobert der Junge aus Hamburg als Nächstes die USA?

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