Zurück mit altem Charme und neuem Stil

Bild: Zürcher Theater Spektakel/Christian Altorfer
Amparo Sánchez, 29.8.2010, Seebühne, Theaterspektakel Zürich
Die Tage der grossen Amparanoia-Feierkonzerte sind vorbei. Amparo Sánchez spielte ein wunderbares Konzert, ruhig und zurückhaltend, stellenweise jedoch ist sie noch da, die unbändige Energie mit der sie früher ihre Konzerte bestritt.
Wie auf Knopfdruck stieg der Mond hinter den Hügeln auf der anderen Seeseite empor und spiegelte sich im Wasser des Zürichsees. „It’s beautiful here, no?“ sagte Amparo Sánchez nach dem sie mit dem Debütsong ihres neuen Albums „Aqui estoy“ den Abend eröffnete. Ja es war schön. Fast schon kitschig die Kulisse mit der Tribüne auf der Saffa-Insel des Zürichsees und der Bühne die über den See gebaut wurde. Dazu kam der letzte wirklich warme Sommerabend und eine Amparo Sánchez mit neuer Band und altem Charme. Der Wechsel von den festiven Amparanoia-Tagen zu einer ruhigeren, persönlicheren Gangart ist ihr hervorragend gelungen. Ihre eindrucksvolle Stimme rückt etwas mehr ins Zentrum, die Instrumentalisierung der Songs ist immer präsent, wirkt jedoch nie überladen. Begleitet von ihrem ehemaligen Amparanoia-Gitarristen, einem Keyboarder, Drummer, Contra-Bassisten, sowie einem Vater-Tochter Gespann an Trompete respektive Cello, packt sie den Zuschauer und nimmt ihn mit. Auf Reise durch die Klangwelten ihres neuen Albums „Tucson-Havana“ geht’s dabei für den Zuhörer durch die Wüste Arizonas genauso wie durch die Strassen Havannas. Traurig-melancholische Liebeslieder wie „mon ami, mon amour“ wechseln dabei mit typisch kubanischem Son auf „Apagon en la Havana“. Letzterer Song baut sich nach anfänglicher Gemütlichkeit zu einem Salsafeuerwerk auf, bei dem plötzlich die alte Amparo und ihre unbändige Energie zum Vorschein kommt. Doch die ruhigen Momente überwiegen an diesem Abend. Amparo Sánchez hat sich zu einem mutigen Schritt entschieden und sich von ihrer Amparanoia-Vergangenheit befreit. Der Cubana-Americana Stil passt wie angegossen und ein bisschen der energiegeladenen Amparo schimmert auch im neuen Gewand noch durch.
Im Netz:
http://www.theaterspektakel.ch/







