Wenn plötzlich Morcheeba anklopft…

Len Sander mischt im Konzert der Grossen mit. Alle Bilder: Rahel Hüberli

Len Sander mischt im Konzert der Grossen mit. Alle Bilder: Rahel Hüberli

Len Sander, X-tra, Zürich, 31.3. 2011

Turbinentheater, Kaff, Ono und Hive hießen bis am letzten Donnerstag die bisherigen Bühnen der Zürcher Band Len Sander. Nun standen sie plötzlich als Vorgruppe Morcheebas auf der Bühne des X-tras, vor sich 1200 gespannte Zuschauer und den bisher grössten Gig ihres Lebens. Ein Rückblick auf aufregende Tage.

Es war eine Woche vor dem Morcheeba-Konzert, als Markus Brütsch, Drummer von Len Sander, die große Nachricht erhielt. Len Sander waren Gewinner eines restorm.com-Wettbewerbs mit dem Preis am 31.3. im X-tra als Vorband von den Godfrey-Brüdern und Skye aufzutreten. Die Freude war groß, die Überraschung ebenso, denn als Sieger hatte Len Sander die Kleinigkeit von 130 Bands hinter sich gelassen. Nachdem zehn Bands in die engere Auswahl gekommen waren, reduzierte das X-tra die Zahl noch einmal um die Hälfte und schickte dann die Musik der fünf Verbliebenen an Morcheebas Managment. Und eben dieses wählte dann die aufstrebenden Zürcher Talente als Vorband aus.

Vorbereitung und Radio nrj

Die Zeit übers Wochenende musste genutzt werden. 30 Minuten Zeit bekam Len Sander auf der grossen Bühne des X-tra und dazu noch die Herausforderung, der technischen Einfachheit halber, den Gig ohne einen Teil ihres elektronischen Equipements zu bestreiten. Im Proberaum in Leimbach wurde das Set einstudiert und die Setlist angepasst und am Sonntagmorgen standen Sängerin Mirjam Inauen und Drummer Markus Radio nrj Zürich Red und Antwort. Das erste Radiointerview überstanden die beiden mit Bravour, doch fragte man sich schon, wie es Radio nrj fertig bringt, eine junge, aufstrebende Schweizer Band ins Studio einzuladen, um dann keinen einzigen Song von ihnen über den Äther laufen zu lassen.

Wie die Löwen im Käfig

Bis zum Donnerstag wurden noch diverse Grippeviren erfolgreich bekämpft und Len Sander traf schließlich voller Tatendrang im X-tra ein. Soundcheck auf der Bühne und Blick in den Saal, den sie selber schon unzählige Male von der Perspektive des Zuschauers gesehen haben. Die Nervosität steigt. Keyboarder Simon erzählt lachend: „10 Minuten vor dem Gig sind wir wie die Löwen im Käfig in unserem Backstage-Raum hin und her gelaufen.“

Viele gespannte Blicke während des Konzertes

Viele gespannte Blicke während des Konzertes

Um Punkt 20:30 am letzten Donnerstagabend war es dann soweit. Len Sander trat das schwere Los an, welches jede Vorband hat. Ein wartendes, trinkendes und gelangweilt schwatzendes Publikum, das auf die Stars des Abends wartet, in aufmerksame Zuhörer zu verwandeln. „Mi otra mitad“ eröffnet das Set, die anfängliche Nervosität verfliegt schnell, hie und da können sich die Bandmitglieder ein zufriedenes Lächeln nicht verkneifen. Nach und nach füllt sich das X-tra und was für die Band im Nachhinein wohl am schönsten war: Die Zuschauer hören ihnen auch wirklich zu. Die zunehmende Intensität im Verlaufe des Konzerts verfehlt ihre Wirkung nicht. Die Songs, mit relaxten und sphärischen Anfängen, steigern sich jeweils gegen Ende in wild ausufernde Klangwelten, es sind die Momente, in welchen die Band am stärksten ist und das Publikum am aufmerksamsten. Die halbe Stunde geht rasch vorüber und es reicht gerade mal für vier Songs aus dem weitläufigen Len Sander Universum . „Listo“ beendet den ersten Auftritt Len Sanders auf der großen Bühne. Die strahlenden Gesichter der sechs Bandmitglieder bei der abschließenden Verbeugung, sowie der warme Applaus vom Publikum ließen sie im Glauben nach Hause gehen, dass der Auftritt mehr als gelungen war. Im Nachhinein meinte Simon: „Wir sind sehr zufrieden. Klar, es gibt immer Dinge, die man noch verbessern könnte, wie z. B. unsere Bühnenpräsenz. Aber das Konzert hat uns doch auch gezeigt, dass wir auf einer großen Bühne, vor einem großem Publikum bestehen können.“

Eine Verbeugung und verdienter Applaus zum Abschluss

Eine Verbeugung und verdienter Applaus zum Abschluss

Bald schon gibt es die nächste Möglichkeit, Len Sander live zu sehen. Am 30. April spielen sie im Rahmen eines Benefizkonzerts für NABIS im Provitreff. Dieses Mal das volle Programm, ohne Zeitbeschränkung und dafür mit ganzem Equipement, auf dass auch die etwas elektronischeren Songperlen, die im X-tra noch fehlten, voll zur Geltung kommen können. Mit dem Vorstadt-Sounds gibt es auch bereits eine erste Festivalbühne, welche im Sommer in den Genuß von Len Sander kommen wird. nahaufnahmen.ch bleibt dran.

Len Sander Live:

30.4. 2011 Provitreff, Zürich

3.6. 2011 Vorstadtsounds, Zürich


Im Netz:

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