Zwischen Konzertsaal und Technoclub

Alle Bilder: Luka Beluhan

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Brandt Brauer Frick Ensemble, 12. 8. 2011, KKL, Luzern

Das Brandt Brauer Frick Ensemble zeigt wie man mit einem klassischen Orchester Techno auf die Bühne zaubert. Ein eindrückliches Experiment, das jedoch ein klein wenig Wucht vermissen lässt.

Zu Beginn des Abends stellten Studenten der Schweizer Hochschulen der Künste (Basel, Zürich, Bern und Luzern) ihre audiovisuellen Beiträge zum Thema „Nacht“ vor, die für ausserhalb der Kunstszene verkehrende Menschen wohl unter dem Wort „abstrakt“ abgekanzelt würden. Der nur spärlich gefüllte Luzernersaal im KKL füllte sich gegen Mitternacht etwas mehr, es gab nun Bewegung auf der Bühne, das BBF Ensemble installierte sich.

Daniel Brandt, Jan Brauer und Paul Frick setzen sich mit ihren sieben Mitmusikern an ihre Instrumente und legen los ohne ein Wort zu verlieren. Ihre Musik spricht für sich selbst. Die kurze, knapp einstündige Live-Show, dient als Plattform zur Präsentation ihrer Debütscheibe „You make me real“. Schnell wird klar, dass sich hier ausgezeichnete Musiker gefunden haben, die sowohl die klassische Musik, als auch die Rhythmen der Clubs dieser Welt bestens kennen. Doch irgendwie vermag der Funke nicht so recht zu springen. Songs wie „Bop“, die sich während neun Minuten detailverliebt und verspielt zu einem clubwürdigen Abschluss aufbauen, werden handwerklich beeindruckend umgesetzt, doch es fehlt die letzte Wucht, vielleicht auch die Lautstärke, damit sich der Luzerner Saal in einen brodelnden Club verwandelt hätte. Was wohl auch gar nicht das Ziel war, denn wer das deutsche Trio tags darauf ohne Ensemble an der Lethargy spielen sah, weiss, dass sie zu dritt die Bässe wummern lassen, als gäbe es kein Morgen.

BBF1

So bleibt der Eindruck von wunderbar begabten Musikern, die ihre Idee von der Heirat klassischer Musik mit Techno, gespielt von echten Instrumenten und ohne elektronische Unterstützung, eindrücklich umsetzen. Das dies mehr zum staunen, denn zum tanzen verleitet, muss im Rahmen des KKL nicht weiter stören.





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