“Rescue Dawn” von Werner Herzog

Herzog wäre nicht Herzog, wenn er mit seinem selbstzerstörerischen Eifer nicht immer schon unwiderstehlich gewesen wäre. Christian Bale konnte also gar nicht anders: Er wollte mitmachen. Er sollte sein Fett abkriegen. Und wir, die Zuschauer, „Rescue Dawn“: Herzogs ersten englischsprachigen und vielleicht auch zugänglichsten Film, umweht von einem Hauch von Hollywood und viel Heldenmut. Das kann man amerikanisch nennen, aber universal verstehen. Trotzdem – viel Aufhebens wurde um den Film nicht gemacht. Wieso eigentlich nicht?

“Happy-Go-Lucky” von Mike Leigh

Mike Leigh, bekannt für sozialkritische, realistische Filme im Milieu der Londoner Arbeiterklasse, gehört nicht zu jenen Regisseuren, von denen man eine leichtfüssige Komödie erwartet. Dennoch wurde “Happy-Go-Lucky” in Besprechungen allgemein bedenkenlos in der Feelgood-Movie-Ecke platziert. Zu unrecht, denn trotz herrlich amüsanten Szenen lässt der Film auch immer wieder tief in die Abgründe der Gesellschaft blicken.

“So Ist Paris” von Cédric Klapisch

Paris, die Stadt der Liebe. Paris, die ewige Stadt. Und mittendrin ein paar ganz normale Menschen, die irgendwie versuchen, das Leben mit all seinen Mitbringseln auf die Reihe zu kriegen: ein weiterer melancholisch schöner Episodenfilm von Cédric Klapisch über die Aussergewöhnlichkeit des Alltäglichen.

“Tropic Thunder” von Ben Stiller

Ben Stiller. Manchen soll dieser Namen einen kalten Schauer über den Rücken jagen. Immerhin scheint der Mann seine Klamaukkunst und übertriebene Mimik vornehmlich in seichten Liebes- und Blödelkomödien unter Beweis zu stellen. Dementsprechend erwartete das Gros der Zuschauer kaum mehr als eine solche Durschnittskomödie, als Stiller seine fünfte Regiearbeit ankündigte, “Tropic Thunder.” Herausgekommen jedoch ist eine handfeste, grandios überzogene Satire, die durchaus zu überraschen weiss.