
Wie kann man mit Tabus umgehen? Man kann versuchen sie zu respektieren, man kann sich anschicken, sie auf die harte Tour kaputt zu konfrontieren. Shinji Imaokas “Liebestoll im Abendrot” geht einen sanfteren Weg: Er macht sich einen Spass daraus – und liefert eine unwahrscheinlich feinfühlige Anarcho-Komödie über Liebe und Sex im Alter.
Von Kevin McLoughlin · April 2009

Bereits drei Jahre vor “Easy Rider” legte ein Film mit Peter Fonda in der Hauptrolle den Grundstein für das Genre des Bikerfilms. In “The Wild Angels” wurden jene Klischees der Biker geschaffen, welche heute in Filmen wie “Wild Hogs” parodiert werden. Ein Stückchen Filmgeschichte.
Von Garabet Guel · April 2009

Isabel Coixet legt mit “Elegy” eine nett anzuschauende Literaturverfilmung vor. Der Romanvorlage von Philip Roth wird sie dabei bei weitem nicht gerecht. Ihr Film romantisiert zusehends mit schönen Bildern, statt zu versuchen, die Verzweiflungen und Verwerfungen der maskulinen Triebwelt zu thematisieren.
Von Annika Janssen · April 2009

Ein alternder Kommissar auf den Spuren eines Serienkillers, dessen Handschrift der von Jack The Ripper verdächtig ähnelt, eine schizophrene Hausfrau und ein geheimnisvoller Untermieter – die vierte Verfilmung des Romans “The Lodger” ist ein ansehnlicher Thriller mit Starbesetzung geworden.
Von Annika Janssen · April 2009

Wohl nicht ganz zufällig und nicht ganz ohne politische Hintergedanken startete der Film “Swing Vote”, in dem ein einziger Wähler über die Zukunft des Landes entscheiden kann, im August 2008 in den Amerikanischen Kinos. Im Kleid einer Komödie wird dafür geworben, vom Wahlrecht bei Präsidentschaftswahlen auch wirklich Gebrauch zu machen. Ein Propagandafilm eigentlich ausschliesslich für Amerikanische Politmuffel. Wären da nicht Kevin Costner und Jungtalent Madeleine Carroll.
Von Alexander Sigrist · April 2009

Man kann sehend durchs Leben gehen, ohne wirklich etwas zu sehen. Es kann auch sein, dass man nicht wirklich etwas sehen will. Man kann aber auch blind sein, und seine eigene Schwäche als Vorwand nehmen, die Augen für immer zu schliessen und sich in der schuldlosen Unwissenheit treiben lassen. Sehen, nicht sehen, ignorieren, die Augen schliessen – mit den Metaphern, die diese Worte auslösen, spielt “Die Stadt der Blinden”. Manchmal nur mittelmässig. Manchmal jedoch meisterhaft.
Von Alexander Sigrist · April 2009

Kampfsport-Dramen kann man wohl an einer Hand abzählen – und die meisten davon sind nicht einmal wirklich gut, sondern loten nur altbekannte Klischees aus: Ein Gutmensch-Kämpfer muss sich widrigen Umständen stellen, wird von allen verraten und missbraucht, kann aber am Schluss die Integrität des Menschen an sich wieder herstellen. Diese Klischees werden zwar auch vom vorliegenden “Redbelt” besucht und geradezu gefeiert – trotzdem platziert sich das kleine, aber feine Drama etwas oberhalb direkter Konkurrenten.
Von Alexander Sigrist · April 2009

Man kann ja verstehen, dass nicht alle Filme ein gleich grosses Budget haben. Man kann auch verstehen, dass manche Filme mit einem kleineren Budget auskommen müssen, als dass sie eigentlich benötigten. Was man aber nicht verstehen kann, ist warum jemand, der augenscheinlich nur die Portokasse zur Finanzierung belangen darf, gerade auf die Idee kommt, einen Special-Effects-intensiven Cyberpunk-Comic zu verfilmen.
Von Kevin McLoughlin · April 2009

Zwei soziale Aussenseiter nähern sich einander an, oder versuchen es zumindest. Was geschieht, wenn die Komische aus dem Burgerladen den Menschenhasser aus dem Videoverleih trifft.