“Slumdog Millionaire” von Danny Boyle

Jamal Malik, ein Chai-Wallah (am besten übersetzt mit “Teejunge”), schafft die Sensation: er beantwortet in der indischen Ausgabe von “Wer wird Millionär” mehr Fragen richtig, als man einem Waisen aus dem Slums von Mumbai je zutrauen würde. “Slumdog Millionaire” zeigt den Aufstieg einer Wirtschaftsmacht am Leben zweier Brüder, von denen sich einer für Geld und Macht, der andere für die Liebe entscheidet.

“Der Knochenmann” von Wolfgang Murnberger

Einmal mehr taumelt Josef Hader als abgehalfterter Ex-Polizist Brenner mitten in einen österreichischen Kriminalfall – und irgendwie auch wieder raus. Nicht ganz heil freilich, denn “Der Knochenmann” richtet mit der groben Kelle an. Passt scho!

“Sunshine Cleaning” von Christine Jeffs

Während Hollywood die Welt Jahr für Jahr von noch cooleren Superhelden retten oder von noch gewaltigeren Katastrophen zerstören lässt, gewährt uns das US-Indiekino immer öfters Einblicke in jenes Amerika, das schon lange nicht mehr auf der Leinwand zu sehen war: das Amerika der Arbeiter, der Putzfrauen, der älteren Leute. “Sunshine Cleaning” ist einer jeder Filme, der dazu noch den Spagat zwischen Tragikömodie und Feelgoodmovie schafft.

“The International” von Tom Tykwer

Wunderpar passend zur gegenwärtigen globalen Rezession erscheint mit “The International” ein Film mit potentieller Ventilwirkung auf DVD: die Banken sind böse und endlich tut einer etwas. Mehr noch, Clive Owen legt sich nicht nur mit einem gigantomanen Finanzunternehmen an, sondern konkurriert sich metanarrativ auch gleich noch mit Jason Bourne und James Bond, wobei er unter der Direktion des “Lola rennt”-Regisseurs erstaunlich und wohltuend wenig rennen muss.

“Hunger” von Steve McQueen

Hungern gegen Unterdrückung “Hunger” von Steve McQueen 1981 traten im nordirischen Hochsicherheitsgefängnis Maze Prison mehrere inhaftierte IRA-Kämpfer in den Hungerstreik. Zehn von ihnen hungerten sich zu Tode. Steve McQueens “Hunger” folgt einem der bekanntesten Häftlingen, Bobby Sands, in diesen grausamen Tod, und zeigt in eindringlichen Bildern, dass Thatchers Grossbritannien sein eigenes Guantanamo hatte. Von Lukas Hunziker. Dem britischem Künstler [...]

“Hinter Kaifeck” von Esther Gronenborn

True-Crime-Stories sind in Amerika ein eigenes literarisches Genre, in dem es um mysteriöse Verbrechen geht, die so absurd scheinen, dass sie nachwirken. Auch in Deutschland gibt es solche Fälle. Etwa jene Morde, die sich vor 80 Jahren in Niederbayern ereignet haben. Eine vierköpfige Familie, die im Dezember 1928 in ihrem eingeschneiten Hof von einem oder mehreren Killer in die Scheune gelockt und regelrecht hingerichtet worden ist. Dieses grausame Verbrechen bildet das Setting für den Mystery-Thriller „Hinter Kaifeck“.