“2012″ von Roland Emmerich

Die Schlussfolgerung gleich vorneweg: wenn Roland Emmerich ganz viel Endzeitstimmung in zweieinhalb Stunden verewigt, dann entsteht “2012″, quasi eine Rekapitulation aller Blockbuster des Genres. Das Resultat wird die Mehrheit eines verhältnismässig anspruchslosen Publikums begeistern und dürfte der Popcornindustrie selbst in den Heimkinos zu Verkaufsrekorden helfen.

“Das weisse Band” von Michael Haneke

Michael Hanekes “Das weisse Band” stritt sich 2009 mit “Un prophète” an fast allen grösseren Wettbewerben um die Jurypreise und war neben diesem der wohl interessanteste nicht-englischsprachige Film des vergangen Jahres. Die kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges spielende Kriminalgeschichte setzt sich mit der Entstehung von Terrorismus und der Gefahr von Idealen auseinander.

“Bitch Slap” von Rick Jacobson

Drei Frauen mit Silikonbrüsten, die Männer abmurksen, einander mit Wasser bespritzen, sich gegenseitig oral befriedigen und sich zwischendurch die Fresse polieren – das alles klingt nach dem idealen Film um herauszufinden, ob man als Softie sterben, oder das Genick von zwei eisernen weiblichen Schenkeln gebrochen bekommen möchte.

“Chéri” von Stephen Frears

Man nehme: die Belle-Epoque mit reichlich Dekadenz. Eine gut erhaltene Ex-Kurtisane mit Wallehaar. Ein Jüngling mit Schmachtblick. Man lasse sie sich unvorhergesehenermassen ineinander verlieben. Dann lasse man die Handlung in Belanglosigkeit versinken, tue aber trotzdem so, als ob sie wichtig wäre. Voilà: „Chéri“.

“The Good, The Bad, The Weird” von Kim Jee-woon

Der koreanische Western “The Good, The Bad, The Weird” sucht das Duell mit dem seelenlosen Sommerblockbuster und fährt schweres Geschütz auf: Doch als sich nach viel Gewummere, Gedöhns und Rawumms der Rauch lichtet, steht der Sieger fest: der Glaube ans Gute im filmgewordenen Knabentraum ist wiederhergestellt.

“Der Informant” von Steven Soderbergh

Preisabsprachen, Millionenbetrug, Korruption – gerade in Zeiten grosser Skepsis gegenüber der kapitalistischen Marktwirtschaft müsste ein Film, der sich solcher Themen annimmt, eigentlich ein Renner werden; erst recht, wenn der Regisseur Steven Soderbergh heisst. Trotzdem konnte und kann “The Informant” diese Erwartungen nicht erfüllen. Eigentlich aus offensichtlichen Gründen.

“LOL (Laughing Out Loud)” von Lisa Azuelos

Mutter-Tochter-Konflikte, die erste Liebe, Scheidungskrieg und wilde Partys – das war 1980 der Plot des Films, der Sophie Marceau zum Teeniestar machte. Lisa Azuelos transportiert “La Boum” ins Jahr 2010, bucht dazu die Marceau als halbverzweifelte Übermutti und Publikumsmagnet und fertig ist der feel-good-Fetenfilm.