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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Alexander Sigrist</title>
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	<description>Das Magazin im Netz</description>
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		<title>&#8220;Splice&#8221; von Vincenzo Natali</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Jan 2011 14:56:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Abigail Chu]]></category>
		<category><![CDATA[Adrien Brody]]></category>
		<category><![CDATA[Delphine Chanéac]]></category>
		<category><![CDATA[Sarah Polley]]></category>
		<category><![CDATA[Splice]]></category>
		<category><![CDATA[Vincenzo Natalie]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/01/27/splice/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/splice-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Es ist eigentlich löblich, wenn sich ein Film wie "Splice" den Schranken des eigenen Genres kritisch nähert und diese versucht zu umgehen, mit anderen Genres zu vermischen und Neues zu schaffen – dabei kann Faszinierendes herauskommen, ja, ein Cocktail, der gekonnt verschiedene Zutaten mischt, die nicht zusammengehören. Blöd jedoch, wenn die Mischung einfach nicht zu einer einheitlichen Menge werden will.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Gen-Monster sucht netten Herren zum Liebe machen</h1>
<h2>&#8220;Splice&#8221; von Vincenzo Natali</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-7745" title="splice 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/splice-1.jpg" alt="splice 1" width="550" height="310" /><br class="spacer_" /></p>
<h3>Es ist eigentlich löblich, wenn sich ein Film wie &#8220;Splice&#8221; den Schranken des eigenen Genres kritisch nähert und diese versucht zu umgehen, mit anderen Genres zu vermischen und Neues zu schaffen – dabei kann Faszinierendes herauskommen, ja, ein Cocktail, der gekonnt verschiedene Zutaten mischt, die nicht zusammengehören. Blöd jedoch, wenn die Mischung einfach nicht zu einer einheitlichen Menge werden will.</h3>
<p>Von Alexander Sigrist.</p>
<p>Das Thema ist nicht gerade neu, aber immerhin aktuell: In einem geheimen Genlabor-Experiment erschaffen Clive (steif wie ein Stock: Adrien Brody) und Elsa (okay: Sarah Polley) ein Gen-Lebewesen, eine Mischung aus Mensch und Tier. Doch das ist weniger schrecklich als es anfangs scheint, denn das Geschöpf namens Dren (super: Delphine Chanéac) scheint durchaus liebenswert. Derart liebenswert, dass Elsa mütterliche Gefühle für die Kreation entwickelt.</p>
<p>Er möge B-Movies, sagt Regisseur Vincenzo Natali (bekannt für &#8220;Cube&#8221;) in einem Interview auf der Disc des Films, er möge aber auch Filme mit Tiefgang und am liebsten habe er es, wenn seine Filme beide Aspekte vereinen. Damit trifft er gleich den Kern des Pudels oder den Nagel auf den Kopf: &#8220;Splice&#8221; möchte ein wenig von beidem sein, ein wenig B-Monster-Movie und ein wenig Drama mit Tiefgang, eine Gratwanderung zwischen purer Unterhaltung und Anspruch. Und scheitert daran.</p>
<div id="attachment_7746" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-7746" title="splice 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/splice-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="398" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Dabei sind beide Aspekte durchaus lecker: auf der einen Seite gibt es gelungene Horrorsequenzen mit einer interessant designten Kreatur, die später grandios von der Französin Delphine Chanéac verkörpert wird. Und ja, es wird auch mal blutig, mal dreckig, mal brutal. Auf der anderen Seite entwickelt sich eine durchaus interessante Dreiecksgeschichte zwischen Elsa, die mütterliche Gefühle für Dren entwickelt, und Clive, der dem Ganzen erst skeptisch gegenüber steht, und Dren, die mal kleines Kind, mal Monster, mal Femme Fatale ist.</p>
<p>Problem bei der Sache ist: Natali schafft es einfach nicht, aus den Genen dieser beiden Aspekte einen ganzheitlichen Film zu machen. Der Horror will sich nicht mit dem Drama mischen, weil es meistens schwerfällt, den Film ernst zu nehmen, wenn er ernst sein will, und das Drama bleibt dann doch zu oberflächlich, um vom Hocker zu reissen.</p>
<h3>Adrien Brody – wofür hat der gleich nochmal einen Oscar bekommen?</h3>
<p>Vielleicht würde das alles besser klappen, wären die Schauspieler ein wenig besser. Natürlich, Adrien Brody mag einer brillanter Schauspieler sein, in &#8220;Splice&#8221; spielt er aber derart lustlos und steif, dass man meinen möchte, der Schauspieler in ihm sei gerade in den Ferien. Es ist geradezu tragisch, dass man ihm den Nerd nicht abnimmt, den er verzweifelt zu verkörpern versucht – da hilft auch die Neo-Gedenk-Frisur nichts.</p>
<p>Sarah Polley auf der anderen Seite macht ihre Sache zwar gut, vermag es aber auch nicht, nur einen Funken von Chemie zwischen sich und Brodys Charakter aufzubauen. Es werden dann zwar alle von Delphine Chanéac als Dren an die Wand gespielt, die kann den Karren aber auch nicht mehr aus dem Dreck ziehen, vor allem auch weil Dren als Charakter unter dem Strich erschreckend eindimensional ist.</p>
<p>Das klingt jetzt alles ein wenig hart. Es muss daher zu Natalis Gunsten festgehalten werden, dass &#8220;Splice&#8221; durchaus kein Totalausfall ist. Langweilig ist der Film nicht, als etwas langatmiger Monsterfilm geht er in Ordnung. Man möchte einfach ob dem Potential, das Natali verschenkt, laut losheulen. Es ist nicht unmöglich, Horror mit Drama zu vermischen, doch muss man bereit sein, konsequent zu mischen – dazu scheint Natali nicht bereit zu sein, nein, er macht kein Horror-Drama, sondern möchte einen Film machen, der beides ist, Horrorfilm und Drama, schafft aber keines von beidem richtig.</p>
<p>Zwei Seelen pochen in meiner Brust, hat Goethes Faust schon lamentiert. Wahrlich, zwei Seelen pochen auch in &#8220;Splice,&#8221; und genau darüber stolpert Natali. Herausgekommen ist kein langweiliges Filmchen, aber halt ein arg mittelmässiges. Nicht gruselig genug für einen Horrorfilm, nicht tragisch genug für ein Drama. Eigentlich schade, denn die richtigen Gene wären da gewesen.</p>
<h3>Austattung</h3>
<p>Mager: Eine Trailershow und ein Making of, das aber wenigstens eine halbe Stunde lang ist.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 17. November 2010 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Splice (USA 2009)            <br />
 Regie: Vincenzo Natalie<br />
 Darsteller: Adrien Brody, Sarah Polley, Delphine Chanéac, Abigail Chu<br />
 Genre: Horror oder Drama oder keines von beidem so richtig<br />
 Dauer: 104 Minuten<br />
 Bildformat: 1,85:1 (16:9 anamorph)<br />
 Sprachen: Deutsch, Englisch<br />
 Untertitel: Deutsch<br />
 Audio: Dolby Digital 5.1<br />
 Bonusmaterial: Trailer, Behind the Scenes<br />
 CH-Verleih: Warner</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://trailers.apple.com/trailers/wb/splice/" target="_blank">Trailer</a><br />
 <a href="http://www.splicethefilm.com/dvd/" target="_blank">Offizielle Seite</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>nahaufnahmen-Filmadvent: 5. Dezember 2010</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/12/05/nahaufnahmen-filmadvent-5-dezember-2010/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/12/05/nahaufnahmen-filmadvent-5-dezember-2010/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 05 Dec 2010 19:55:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Filmadvent]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/12/05/nahaufnahmen-filmadvent-5-dezember-2010/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/dezember5-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Und was blutet da hinter dem fünften Türchen? Wahrscheinlich eines der Organe, welche im fünften Film unseres Filmadvent versehentlich liegengelassen wurden, oder schlicht nicht den Qualitätsansprüchen entsprachen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>nahaufnahmen.ch-Filmadvent: 5. Dezember 2010</h1>
<h2>&#8220;Repo Men&#8221; von Miguel Sapochnik&#8221;</h2>
<p><a href="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/dezember5.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-7104" title="dezember5" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/dezember5.jpg" alt="dezember5" width="550" height="251" /></a></p>
<h3>Und was blutet da hinter dem fünften Türchen? Wahrscheinlich eines der Organe, welche im fünften Film unseres Filmadvent versehentlich liegengelassen wurden, oder schlicht nicht den Qualitätsansprüchen entsprachen.</h3>
<p>Advent, Advent, die Organe gehen aus: In Miguel Sapochnik erstem Film geht es um eine Zukunftswelt, in der man sich künstliche Organe auf Raten kaufen kann – wer jedoch nicht bezahlt, dem geht es an den Kragen: Dann werden die Organe nämlich wieder eingesammelt. Das Ganze ist ziemlich blutig. Und ziemlich durchgeknallt.</p>
<p>Von Kritiker und Zuschauern wurde „Repo Men“ gänzlich ignoriert. Zu Recht im Grunde genommen, denn der Film ist eigentlich ziemlich schlecht. Trotzdem möchte man vor Sapochnik den Hut ziehen, denn einen solchen verrückten Science-Fiction Film hat man schonlange nicht mehr gesehen. Höhepunkt in vieler Hinsicht ist dabei sicherlich – Achtung Spoiler – die Szene, in welcher sich Jude Law und Alice Braga gegenseitig aufschnetzeln, um ihre künstlichen Organe zu scannen. Die Szene hat die Ästhetik einer Sexszene, wenn sich die beiden mit dem Scanner-Gerät penetrieren, dabei stöhnen und fluchen und – vor allem – bluten. Als Zuschauer weiss man nicht, ob man nun den Kinnladen nach unten klappen lassen, sich übergeben, sein Gehirn selber essen oder den Kopfstand machen soll.</p>
<div id="attachment_7145" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-7145" title="repo men" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/repo-men.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="291" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Kurzum: einer der besten Science Fiction Szenen aller Zeiten, die als Mass der Verrücktheit von „Repo Man“ gelten kann. Unter dem familienfreundlichen Weihnachtsbaum hat der Film freilich nichts zu suchen, doch wer genug vom Weihnachtskitsch hat und wieder mal auf eine ordentliche Portion Leber steht, muss einen Blick riskieren.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Bad Lieutenant&#8221; von Werner Herzog</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/10/18/bad-lieutenant-2/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 16:11:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Lieutenant]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Mendes]]></category>
		<category><![CDATA[Nicolas Cage]]></category>
		<category><![CDATA[Port of Call - New Orleans]]></category>
		<category><![CDATA[Val Kilmer]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Herzog]]></category>
		<category><![CDATA[Xzibit]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/10/18/bad-lieutenant-2/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/10/bad-lieutenant-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Irgendwann sollte man aufhören zu kritisieren. Weil es irgendwann einfach mal reichen sollte zu sagen: Der Film ist gut. Er wird euch vielleicht nicht unbedingt gefallen, aber er ist gut. Doch das ist nicht das Thema hier. Nein, das Thema ist erstens Werner Herzogs "Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen" und zweitens der Versuch eine Kritik zu schreiben, die diesem Film gerecht wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Erschiess ihn nochmal – seine Seele tanzt immer noch!</h1>
<h2>&#8220;Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen&#8221; von Werner Herzog</h2>
<p><img class="size-full wp-image-6522 alignnone" title="bad lieutenant 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/10/bad-lieutenant-1.jpg" alt="bad lieutenant 1" width="550" height="367" /><br class="spacer_" /></p>
<h3>Irgendwann sollte man aufhören zu kritisieren. Weil es irgendwann einfach mal reichen sollte zu sagen: Der Film ist gut. Er wird euch vielleicht nicht unbedingt gefallen, aber er ist gut. Doch das ist nicht das Thema hier. Nein, das Thema ist erstens Werner Herzogs &#8220;Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen&#8221; und zweitens der Versuch eine Kritik zu schreiben, die diesem Film gerecht wird.</h3>
<p>Von Alexander Sigrist.</p>
<p>Denn wollte man so eine Kritik schreiben, müsste die wohl irgendwie wie folgt aussehen:</p>
<p>1. Werner Herzog ist der umgedrehte Woody Allen, denn er wird immer besser, je älter er wird.</p>
<p>2. Nicolas Cage muss einen Zwilling haben, der nicht schauspielern kann. Anders kann man die Diskrepanz seiner schauspielerischen Leistungen zwischen &#8220;Bad Lieutenant&#8221; und Seegurken wie &#8220;Next&#8221;, &#8220;Ghost Rider&#8221; und &#8220;Know1ng&#8221; nicht erklären.</p>
<p>3. Doch dann:</p>
<p>Leguan. Was tut der Leguan auf dem Tisch? Oder: wie sich ein Film mittels der schmerzhaften Drogendepression der unhermeneutischen Erklärung entzieht. Oder ist da gar kein Leguan, mag sich das Krokodil aus einer früheren Szene wohl fragen.</p>
<p>Aber halt, fangen wir von vorne an, denn alles fängt ganz normal an: denn eigentlich geht es um einen Polizisten, der im historischen Unwetter in New Orleans eine gute Tat vollbringt, nämlich einen Häftling vor dem Ertrinken rettet. Leider verzieht er sich dabei den Rücken, so dass er fortan an chronischen Rückenschmerzen leidet. Und von da an nimmt Herzog den geneigten, hoffentlich nicht Blockbuster-erwartenden Zuschauer mit in eine Abwärtsspirale, aus der es kein Entkommen gibt (auch wenn der Film einem Zeitweise das Gegenteil vorlügen will, fügt das gescheite Krokodil hinzu).</p>
<h3>Leguan. Leguan. Was tut der Leguan da, der gar nicht da ist?</h3>
<p>Also, eben, Abwärtsspirale. Und hier möchte der Rezensent eigentlich aufhören zu schreiben. Da gibt es nichts zu kritisieren. &#8220;Bad Lieutenant&#8221; ist gut, natürlich kein Lynch, kein von Trier, kein Meisterwerk, kein moderner Klassiker, aber einfach gut. Was wohl am Leguan liegen mag. Falls der geneigte Leser nun verwirrt ist: das ist Absicht. Die Kritik will verwirren. &#8220;Bad Lieutenant&#8221; ist auch verwirrlich, von Zeit zu Zeit. Eben wenn es unvermittelt um Leguane geht, die gar nicht da sind. Oder Krokodile, die aus der Handlung flüchten möchten. Aber da geht es nicht um den Drogenwahn (denn die Hauptfigur nimmt diese unablässig), es geht darum, dass die Wirklichkeit wirklich verschroben ist und wir alle schon einmal einen Leguan gesehen haben, den es gar nicht gibt. Oder?</p>
<p>Aber eigentlich sollte der Rezensent ja kritisieren: &#8220;Bad Lieutenant&#8221; ist gut. Unterhaltsam ja. Tiefgründing, für die, die suchen möchten. Verlogen. In einem positiven Sinn: denn die Depression der Geschichte (die nicht jedem gefallen mag) zieht sich durch den ganzen Film, die Hoffnung entpuppt sich als vermaledeite Lüge, während sich erst in der letzten Einstellung die Botschaft des Films offenbart – eine Botschaft, die jedoch so vage übermittelt ist, dass man Angst davor hat, sie zu deuten.</p>
<div id="attachment_6523" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-6523" title="bad lieutenant 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/10/bad-lieutenant-2.jpg" alt="bad lieutenant 2" width="550" height="456" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Aber Moment, halt, der Rezensent wollte eigentlich kritisieren. &#8220;Bad Lieutenant&#8221; ist irgendwie anders. Irgendwie verdammt lustig, weil er eigentlich so depressiv ist. Weil er Zitate vorbringt, die am Rande des Menschenverstandes geschrieben worden sind. Weil er seine Szenen bis zum bitteren Ende durchspielt. Weil er es wagt, Brüche zu machen. Und weil Nicolas Cage spielt, als hätte er immer gut gespielt. Als hätte er tatsächlich den Oscar verdient, den er damals für &#8220;Leaving Las Vegas&#8221; gekriegt hat. Er ist das Herz eines Filmes, der kein Herz hat, oder sein Herz so tief vergraben hat, dass nur eine schwarze, dunkle, depressive Masse übrig bleibt. Er ist der Schmerz eines Mannes, der eigentlich schon lange keine Schmerzen mehr hat, sondern sich über die Leere wundert, die das Unrecht zurücklässt, das Unrecht, das jenen straft, der es gewagt hat, eine gute Tat zu vollbringen.</p>
<p>Aber der Rezensent schweift schon wieder ab. Er wollte ja kritisieren. &#8220;Bad Lieutenant&#8221; ist gut, mehr will der Rezensent eigentlich gar nicht sagen. Anschauen. Klar, er wird nicht jedem gefallen. Der Film ist depressiv, er ist böse, er ist fies und sein Humor ist eigentlich ganz und gar nicht lustig. Trotzdem: &#8220;Bad Lieutenant&#8221; ist gut. Und daran kann man nicht rütteln, sagt das Krokodil, bevor es den Leguan endlich frisst.</p>
<h3>Ausstattung</h3>
<p>In der Doppel-DVD-Ausgabe ausgiebig: so lassen sich auf der Bonus-DVD interessante Interviews mit allen wichtigen Cast- und Crew-Mitgliedern, eine Slideshow und ein Making of ausmachen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 27. August 2010 im Handel.</p>
<p>Originaltitel:   The Bad Lieutenant: Port of Call &#8211; New Orleans (USA 2009)            <br />
 Regie: Werner Herzog<br />
 Darsteller: Nicolas Cage, Eva Mendes, Val Kilmer, Xzibit<br />
 Genre: Depressives Drama<br />
 Dauer: 117 Minuten<br />
 Bildformat: 1.85:1 (16:9 anamorph)<br />
 Sprachen: Deutsch, Englisch<br />
 Untertitel: Deutsch<br />
 Audio: Dolby Digital 5.1<br />
 Bonusmaterial: Making of, Interviews, Slideshow<br />
 Vertrieb: Impuls</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://trailers.apple.com/trailers/independent/badlieutenantportofcallneworleans/" target="_blank">Trailer</a><br />
 <a href="http://www.badlt.com/" target="_blank">Offizielle Seite</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Sherlock Holmes&#8221; von Guy Ritchie</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/03/sherlock_holmes/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 10:10:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Guy Ritchie]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[jude law]]></category>
		<category><![CDATA[Mainstream]]></category>
		<category><![CDATA[Reboot]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Downey Jr.]]></category>
		<category><![CDATA[Sherlock Holmes]]></category>
		<category><![CDATA[Watson]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/03/sherlock_holmes/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/sherlock-holmes-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Man könnte nun etwas über Reboots erzählen, jene Filme die altbekannte Serien und Franchisen aufnehmen und neu verwursteln. Man könnte jammern, wie schlimm es ist, dass die liebgewordenen alten Helden plötzlich auf neu getrimmt und für die MTV-Generation umgezogen werden. Man könnte, ja man könnte vieles – man könnte aber auch einfach nur sagen, dass Guy Ritchies Neuauflage zu Englands Hausschnüffler Sherlock Holmes richtig gut geworden ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Gestatten: Holmes, Sherlock Holmes. Allerdings der neue.</strong></h1>
<h2>&#8220;Sherlock Holmes&#8221; von Guy Ritchie</h2>
<p><strong> </strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4146" title="sherlock holmes 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/sherlock-holmes-1.jpg" alt="sherlock holmes 1" width="550" height="365" /></p>
<p><strong>Man könnte nun etwas über Reboots erzählen, jene Filme, die altbekannte Serien und Franchisen aufnehmen und neu verwursteln. Man könnte jammern, wie schlimm es ist, dass die liebgewordenen alten Helden plötzlich auf neu getrimmt und für die MTV-Generation umgezogen werden. Man könnte, ja man könnte vieles – man könnte aber auch einfach nur sagen, dass Guy Ritchies Neuauflage zu Englands Hausschnüffler Sherlock Holmes richtig gut geworden ist.</strong></p>
<p>Von Alexander Sigrist.</p>
<p>&#8220;Sherlock Holmes&#8221; von Guy Ritchie, prominent besetzt mit Robert Downey Jr. (grandios!) und Jude Law (grandios weil Gegenpunkt zu Downey), ist richtig gut geworden. Punktum. Warum? Nun, ehrlich gesagt, nicht wegen der Story. Die ist schnell erzählt, schlägt zwar schon den einen oder anderen Hacken, holt aber keine Katze hinter dem Ofen hervor.</p>
<p>Es geht um den englischen Schnüffler, der den bösen Lord Blackwood einbuchtet – dieser wird dann auch fachgerecht gehängt, verschwindet jedoch wenig später aus seinem Grab. Und dann fangen plötzlich Leute an zu sterben. Klar, ein Fall für Sherlock Holmes. Und seinen Getreuen Watson, der allerdings nicht ganz so getreu und freiwillig bei der Sache dabei ist. Ehrlich gesagt: die Story bietet nicht sonderlich viel. Eine Krimi-Story halt, jedoch ohne wirkliche Überraschungen und Tiefgang. Wer Holmes seinen schwersten Fall lösen sehen will, der ist fehl am Platz und muss wahrscheinlich auf Teil 2 oder 3 warten.</p>
<p>Aber: &#8220;Sherlock Holmes&#8221; ist richtig gut geworden. Und das liegt einerseits, oder vielleicht vor allem, an den Schauspielern. Robert Downey Jr. ist grandios, verkörpert er den Detektiv fern von Pfeifen- und Geigenromantik als draufgängerischen Schläger mit einem Hang zum Alkohol und zur Psychose. Und dann ist da Jude Law als Gegenstück zu Holmes: ein Saubermann, oder halt einer, der seine wilde Zeit hinter sich lassen und häuslich werden will – ganz zum Missfallen von Holmes natürlich. Und &#8220;Sherlock Holmes&#8221; ist so gut geworden, weil die Chemie zwischen den beiden stimmt: wann immer die beiden zusammen sind, gibt es gute Dialoge, witzige Szenen, ja, man möchte meinen, man ist in einem Buddy-Movie der alten Schule. So bietet der Film fernab von der dünnen Story eine Geschichte zwischen zwei Männern, die sich einfach nicht ohne einander können, was im Grunde genommen viel unterhaltsamer ist, als die eigentliche Story.</p>
<p><strong>Aber das ist noch nicht alles&#8230;</strong></p>
<p>Nein, &#8220;Sherlock Holmes&#8221; ist auch richtig gut geworden, weil Guy Ritchie auf dem Regie-Stuhl sitzt und nicht das Gefühl hat, einen typischen Ritchie-Film abliefern zu müssen. Viel eher macht er einen Sommer-Abend-Popcorn-Film, eine gelungene Gradwanderung zwischen Action und Komödie, Spass und Schauwert. Inszenatorisch gibt er sich wild, im Rahmen des Machbaren: da gibt es eine Zeitlupe, dort eine tolle Kameraeinstellung, da eine interessante Idee – &#8220;Sherlock Holmes&#8221; ist kein visuelles Experiment, sieht aber nicht aus wie der typische Blockbuster. Dass Ritchie diesen eigenen Stil in der Produktion durchboxen konnte, muss ihm angerechnet werden: so ist &#8220;Sherlock Holmes&#8221; ein Film, der seine Handschrift trägt und trotzdem das Mainstream-Kino bedient.</p>
<div id="attachment_4147" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-4147" title="Sherlock Holmes" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/sherlock-holmes-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="365" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Dies gilt im Übrigen auch für die Musik. Denn &#8220;Sherlock Holmes&#8221; ist richtig gut geworden, weil Hans Zimmer die Musik geschrieben hat und sich fernab seiner üblichen Pömpösität bewegt. So hört man, wieder für das Mainstream-Kino untypische, folkische Klänge, die zu Recht mit einer Oscar-Nomination bedacht wurden: Hans Zimmer zeigt endlich wieder, dass er ein grossartiger Komponist ist und mehr als nur Tätätätäeräte-Melodien aus dem Hut zaubern kann.</p>
<p>Und schliesslich ist &#8220;Sherlock Holmes&#8221; richtig gut geworden, weil er Ecken und Kanten besitzt und nicht perfekt ist. Oder anders gesagt: &#8220;Sherlock Holmes&#8221; ist zwar ein Event-Movie, aber kein glattgebügeltes. Nicht alle visuellen Element sind perfekt, die Zeitlupen mögen bisweilen übertrieben und überbrutal sein und auch an der Neuinterpretation des alten Detektives wird nicht jeder Gefallen finden – wer allerdings ein schön anzusehendes Filmchen sehen möchte, welches gut besetzt ist, gute Action und einfach Unterhaltung bietet, dem sei eines gesagt: kaufen gehen. Sofort.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Austattung</strong></p>
<p>Die DVD wird in zwei Version auf den Markt geworfen: einmal als mager ausgestatte Amaray (Trailer und Making of) und einmal als Steelcase mit einer Bonus DVD, die gut 45 Minuten an unterschiedlichen Featuretten bietet.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 28. Mai 2010 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Sherlock Holmes (Deutschland, USA 2009)<br />
 Regie: Guy Ritchie<br />
 Darsteller: Robert Downey Jr., Jude Law, Rachel McAdams, Mark Strong, Kelly Reilly<br />
 Genre: Action-Komödie<br />
 Dauer: 123 Minuten<br />
 Bildformat: 1,78:1 (16:9 anamorph)<br />
 Sprachen: Deutsch, Englisch<br />
 Untertitel: Deutsch, Englisch<br />
 Audio: Dolby Digital 5.1<br />
 Bonusmaterial: Trailer, Making of. Steelcase zusätzlich mit Bonus DVD mit 45 Minuten an Featuretten<br />
 CH-Verleih: Warner</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Im Netz</strong><a href="http://wwws.ch.warnerbros.com/sherlock/" target="_blank"><br />
 Trailer<br />
 Offizielle Seite</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Das Fischkind&#8221; von Lucía Puenzo</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/06/04/das-fischkind/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/06/04/das-fischkind/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Jun 2010 14:24:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Arnaldo André]]></category>
		<category><![CDATA[Arthouse]]></category>
		<category><![CDATA[Carlos Bardem]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[El niño pez]]></category>
		<category><![CDATA[Gretchenfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Inés Efron]]></category>
		<category><![CDATA[Lucía Puenzo]]></category>
		<category><![CDATA[Mariela Vitale]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<category><![CDATA[XXY]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/06/04/das-fischkind/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/06/fischkind1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Lucía Puenzo, die Frau, die mit ihrem Erstling „XXY“ international für Beachtung gesorgt hat, meldet sich zurück. Natürlich sind die Erwartungen entsprechend hoch. „Das Fischkind“, eben ihr neuer Film, beschäftigt sich ebenfalls mit Sexualität, der Konfusion derselben, mit Verlust und sexueller Gewalt – alles Zutaten, die auf einen tiefgründigen und guten Arthouse-Film schliessen lassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Was hat denn Liebe schon damit zu tun?</strong></h1>
<h2>&#8220;Das Fischkind&#8221; von Lucía Puenzo</h2>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Lucía Puenzo, die Frau, die mit ihrem Erstling &#8220;XXY&#8221; international für Beachtung gesorgt hat, meldet sich zurück. Natürlich sind die Erwartungen entsprechend hoch. &#8220;Das Fischkind&#8221;, eben ihr neuer Film, beschäftigt sich ebenfalls mit Sexualität, der Konfusion derselben, mit Verlust und sexueller Gewalt – alles Zutaten, die auf einen tiefgründigen und guten Arthouse-Film schliessen lassen.</strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3990" title="fischkind1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/06/fischkind1.jpg" alt="fischkind1" width="550" height="298" /><br class="spacer_" /></p>
<p>Von Alexander Sigrist.</p>
<p>Argentinien in der Gegenwart: die gut betuchte Teenagerin Lala hat eine heimliche Affäre mit ihrem Hausmädchen, der 20jährigen Guayi. Gemeinsam träumen sie davon, nach Paraguay zu emigrieren und dort ein Leben fernab vom sozialen Druck der Heimat zu führen. Als Lalas Vater jedoch stirbt, muss Lala flüchten, da sie verdächtigt wird ihn ermordet zu haben. In Guayi Geburtshaus wartet sie auf die Ankunft ihrer Geliebten, während sie in Gedanken die gemeinsame Vergangenheit zusammenbaut und mehr als ein Vebrechen ans Tageslicht kommt.</p>
<p>Wäre das Metier des Filmkritisierens eine einfache Angelegenheit von Addition und Substraktion, so hätte es der Filmkritiker mit Filmen wie &#8220;Das Fischkind&#8221; ganz leicht: Abstrahiert man alle positiven und negativen Faktoren von Lucía Puenzos neuem Film, so scheint der Film durchaus schwarze Zahlen zu schreiben – und dennoch, so viele positive Ideen und Faktoren er auch zu haben scheint, so ganz zünden will der Film einfach nicht. Er postuliert sich schlussendlich als gut gemachter Arthouse-Film, der aber zu wenig Fleisch am Knochen hat, um wirklich anregend zu wirken.</p>
<p><strong>Soll und Haben</strong></p>
<p>Aber bleiben wir vorerst auf der Haben-Seite: mit Lucía Puenzos hat der Film schon mal sein grösstes Plus. Die Frau hat mit ihrem Drama &#8220;XXY&#8221; (2007) einen internationalen Achtungserfolg geschaffen, welcher an unterschiedlichen Festivals mit gut zwanzig Awards ausgezeichnet wurde. Kein Wunder also erwartet man von &#8220;Das Fischkind&#8221; bereits vor dem Einlegen des Silberlings Grosses. Und erst scheint es auch, als würde sie diese Prämisse erfühlen: die Schauspieler spielen grandios, eindringlich, mitreissend, dennoch distanziert – halt so, wie man es vom spanisch-argentinischen Arthouse-Kino der Gegenwart gewohnt ist. Ebenfalls die zwei Zeitebenen und der magisch-realistische Touch vermögen von Anfang an zu faszinieren.</p>
<p>Auch die Story ist eigentlich interessant: Es geht um die junge Lala, welche sich in der Unsicherheit über ihre Homosexualität völlig auf einen anderen Menschen, nämlich Guayi, bezieht. Dieser Mensch kann aber diese Singularisierung nicht vollends beantworten: ständig hadert Guayi mit sich, mit ihrer Hetero-, Homo-, und Bisexualität und löst so das Drama aus, dass sich um sie und Lala entwickelt und schliesslich beide in den Abgrund zieht. Und da fragt der Film dann auch seine Gretchenfrage: was ist Sexualität? Und was ist Liebe? Und wo ist die Linie zwischen den Beiden?</p>
<div id="attachment_3991" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-3991" title="fischkind2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/06/fischkind2.jpg" alt="Copyright Studio/Produzent" width="550" height="369" /><p class="wp-caption-text">Copyright Studio/Produzent</p></div>
<p>Für Anhänger gepflogener Kinokost mag das jetzt alles sehr faszinierend klingen, doch leider muss nun unweigerlich die Soll-Seite folgen. Das grösste Problem des Films ist es, dass er einfach nicht weiss, was er mit dem Stoff anfangen soll. Das Verhältnis zwischen Lala und Guayi verdichtet sich kaum, wird eigentlich nur dargestellt und nie reflektiert – und das dann auch noch absolut amateurhaft: um das Verhältnis zwischen den beiden zu zeigen, küssen sie sich die beiden einfach in jeder zweiten Szene der ersten Hälfte des Films, damit auch jener, der zwischendurch eingeschlafen ist, mitbekommt, dass die beiden was laufen haben. So läuft Lala in der ersten Hälfte des Films traumwandlerisch im Geburtshaus Guayis rum und erinnert sich an die Vergangenheit: daran, wie sie mit Guayi in der Badewanne hockte und sie sich küssten, wie sie mit nassen Haaren im Zimmer hockten und sich küssten, wie sie in der Disco waren und sich küssten und so weiter und so fort – der Film kommt in der ersten Hälfte praktisch nicht vom Fleck und wird zeitweilen fast zur plumpen Fleischbeschau.</p>
<p>Auch die Inszenierung ist mehr Selbstzweck als Sinn: so baut die Erinnerungsstruktur der ersten Hälfte zwar eine mythische Atmosphäre auf, lässt den Film aber auch arg episodenhaft wirken, der Zuschauer fühlt sich verwirrt und weiss nicht, was man mit den Szenen, die bisweilen chaotisch wirken, anfangen soll. Diese Episodenhaftigkeit wird dann zum Glück in der zweiten Hälfte über Bord geworfen, es wird an der Drama- und Spannungsschraube gedreht. Das resultiert in einigen guten Szenen, interessanten Gedanken, doch der Film hat sich in der ersten Hälfte einfach schon zu weit defragmentiert, als dass man jetzt noch mit den Figuren mitfühlen möchte.</p>
<p>“Das Fischkind“ ist also wie ein Arthouse-Versuch: der hilflose Versuch an &#8220;XXY&#8221; anzuknüpfen. Puenzos hat gewusst, dass sie einen guten Stoff in der Hand hält und macht vieles auch richtig – gute Schauspieler, eindringliche Szenen, eine tolle Atmosphäre. Doch man wird das Gefühl nicht los, dass sie nicht wirklich wusste, was sie mit ihrem Stoff anfangen soll. So dümpelt “Das Fischkind“ über weite Strecken dahin, verwechselt bisweilen inszenatorisches Geschick mit Tiefgründigkeit, sexuelle Reflektion mit voyeuristischer Fleischbeschau, Stille mit Langeweile – schade, denn da wäre mehr drin gewesenen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 30. März 2010 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: El niño pez (Argentinien, Spanien, Frankreich 2009)<br />
 Regie: Lucía Puenzo<br />
 Darsteller: Inés Efron, Mariela Vitale, Carlos Bardem, Arnaldo André<br />
 Genre: Drama<br />
 Dauer: 95 Minuten<br />
 CH-Verleih: Warner</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=GjYUSEzjkxY" target="_blank">Trailer</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;The Crazies&#8221; von Breck Eisner</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/05/28/the-crazies/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/05/28/the-crazies/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 May 2010 15:17:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[28 Days Later]]></category>
		<category><![CDATA[Breck Eisner]]></category>
		<category><![CDATA[Danielle Panabaker]]></category>
		<category><![CDATA[Dawn of he Dead]]></category>
		<category><![CDATA[George A. Romero]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Anderson]]></category>
		<category><![CDATA[Radha Mitchell]]></category>
		<category><![CDATA[The Crazies]]></category>
		<category><![CDATA[Timothy Olyphant]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/05/28/the-crazies/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/05/crazies-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Die Zutaten: Ein Remake. Nichts Neues. Ein Remake eines Horrorfilms. Auch nichts Neues. Ein Remake eines Films, der urplötzlich als Klassiker hochstilisiert wird. Hatten wir schon. Ein Remake eines George A. Romero-Films. Überhaupt nicht neu. Alles beim Alten also in Breck Eisners „The Crazies“?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Zum Verrückt werden</h1>
<h2>&#8220;The Crazies&#8221; von Breck Eisner</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3885" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/05/crazies-1.jpg" alt="crazies 1" width="550" height="366" /><br class="spacer_" /></p>
<h3>Die Zutaten: Ein Remake. Nichts Neues. Ein Remake eines Horrorfilms. Auch nichts Neues. Ein Remake eines Films, der urplötzlich als Klassiker hochstilisiert wird. Hatten wir schon. Ein Remake eines George A. Romero-Films. Überhaupt nicht neu. Alles beim Alten also in Breck Eisners „The Crazies“?</h3>
<p>Von Alexander Sigrist.</p>
<p>Ogden Marsh ist eine typische Kleinstadt im mittleren Westen der USA: man ist freundlich, nett, jeder kennt jeden, Hase und Fuchs sagen einander noch gute Nacht. Bis mit einem Mal das Leben aus den Fugen gerät: Als plötzlich der Ex-Säufer Rory Hamill mit einer Schrottflinte über das heimische Baseball-Feld läuft, eskaliert die Sache so weit, dass Sheriff David Dutten ihn erschiessen muss. Doch da fängt der Spass erst an: mehr und mehr Dorfbewohner drehen durch und wie wenn das noch nicht genug wäre, taucht auch noch das Militär auf und mischt die Verrückten ordentlich mit Maschinengewehren auf.</p>
<p>Kennen Sie George A. Romero &#8220;The Crazies&#8221; aus dem Jahre 1973? Nein? Nicht schlimm, es dürfte den meisten so gehen. Romeros Horrorfilmchen um eine durchdrehende Kleinstadt wird zwar nun grossmundig als Klassiker bezeichnet, vor dem Remake, das jetzt in die hiesigen Kinos kommt, kannte den Film jedoch keiner. Kein Wunder, Romeros Film hat zwar gute Ansätze, ist aber meilenweit davon entfernt sich im kollektiven Gedächtnis der Horrorgemeinde einzunisten. Das mag einer der Gründe sein, warum Eisners Remake mit dem gleichen Namen so gar keinen Hype entwickeln kann. Das Original ist unbekannt, die Story erinnert irgendwie an einen x-beliebigen Zombiestreifen und überhaupt hat man so langsam von den ganzen Remakes die Nase voll.</p>
<div id="attachment_3886" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-3886" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/05/crazies-2.jpg" alt="© Ascot Elite" width="550" height="366" /><p class="wp-caption-text">© Ascot Elite</p></div>
<p>Den Film jedoch aus diesen Gründen in die Tonne zu kloppen, würde ihm einfach nicht gerecht werden – denn, und so unglaublich das auch klingen mag, Eisners &#8220;The Crazies&#8221; ist richtig gut geworden. Und das muss man vor allem Eisners Regietalent zuschreiben: der Film ist klasse gemacht, besticht mit tollen Bildern, einem guten Gefühl für Tempo und einer einwandfreien Inszenierung. Ja, was das Schönste daran ist: Eisner gibt sich alle Mühe, nicht einfach einen Action-Film aus seinem Stoff zu machen, sondern lässt den Schauspielern ihren Raum, um sich zu entfalten und ihre Charaktere auszuloten – seit gefühlten tausend Jahren sieht man endlich wieder mal ordentliche Schauspielleistungen in einem Horrorfilm.</p>
<h3>Auf Diät</h3>
<p>Was &#8220;The Crazies&#8221; auch zu Gute kommt, ist, dass die Story kein Gramm Fett zuviel aufweist: ständig wird sie vorangetrieben, ständig passiert was, ständig ist der Film spannend. Hier werden nicht wie im &#8220;Dawn of he Dead&#8221;-Remake spektakuläre Actionszenen von langweiligen Dialogen unterbrochen, nein, es erscheint alles aus einem Guss: kurze Actionszenen gehen in Splatter über, ruhige Szenen bremsen den Film nie aus und von pflichtschuldigem Auflockerungsszequenzen hält der Film überhaupt nichts. Man möchte Eisners Film gar klassisch nennen, spätestens wenn in der zweiten Hälfte der Horror gar noch psychologisch wird und die Überlebenden sich ständig fragen müssen, wer nun verrückt ist und wer nicht. In solchen Momenten ist in &#8220;The Crazies&#8221; wirklich alles beim Alten &#8211; bei jenem Alten nämlich, als Horrorfilme noch gut und sogar ein wenig gescheit waren.</p>
<p>Das klingt alles super und ist es auch – dennoch hat Eisners &#8220;The Crazies&#8221; nicht ganz das Zeug zu einem Klassiker. Einerseits ist die Story zwar spannend, anderseits vermag sie nicht alle Klischees des Genre zu umgehen. Und von einer inszenatorischen Brutalität und Dreckigkeit eines &#8220;28 Days Later&#8221; ist &#8220;The Crazies&#8221; doch noch einige Zombie-Bisse weit entfernt. Trotzdem: im direkten Vergleich zum Funsplatter-Remake &#8220;Dawn of he Dead&#8221; ist &#8220;The Crazies&#8221; ganz klar der bessere Film. Breck Eisner legt einen atmosphärisch dichten Film vor, der klassisch inszeniert ist, dann und wann mitreisst, Angst macht und immer gut unterhält. Kein Klassiker, aber ein Wohlfühl-Paket für alle Genre-Fans. Und wer weiss, vielleicht legt Eisner ja bald schon einen richtigen Neo-Klassiker vor -  es bleibt nämlich auf jeden Fall zu hoffen, dass &#8220;The Crazies&#8221; nicht sein letzter Horrorfilm war.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 27. Mai 2010 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: The Crazies (USA, Vereinige Arabische Emirate 2010)            <br />
 Regie: Breck Eisner<br />
 Darsteller: Timothy Olyphant, Radha Mitchell, Joe Anderson, Danielle Panabaker<br />
 Genre: Horror<br />
 Dauer: 101 Minuten<br />
 CH-Verleih: Ascot Elite</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://trailers.apple.com/trailers/independent/thecrazies/" target="_blank">Trailer</a><br />
 <a href="http://www.thecrazies-movie.com/" target="_blank">Offizielle Seite</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie man einen Film macht, der den Oscar gewinnt</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/09/oscar_2010/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/09/oscar_2010/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 14:24:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Avatar]]></category>
		<category><![CDATA[Hurt Locker]]></category>
		<category><![CDATA[Kochrezept]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/09/oscar_2010/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/oscar_poster_2007.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=150  border=0></a>Sie denken jedes Mal, wenn Sie die Oscarverleihung sehen, Sie könnten das auch? Also, einen Film drehen, der ganz sicher eine goldene Statue abstaubt? Und Sie können sicherlich auch eine bewegende Rede halten und dabei ordentlich die Tränchen rausdrücken? Das alles können Sie, aber Sie wissen nicht genau wie? Dann ist dies der Moment ihres Lebens - denn in diesem Artikel wird Ihnen gesagt, was es für einen Oscar gewinnenden Film braucht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Wie man einen Film macht, der den Oscar gewinnt</strong></h1>
<h2>Das Kochrezept zum Erfolg von Alexander Sigrist</h2>
<p><strong> </strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2754" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/oscar_poster_2007.jpg" alt="oscar" width="322" height="143" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sie denken jedes Mal, wenn Sie die Oscarverleihung sehen, Sie könnten das auch? Also, einen Film drehen, der ganz sicher eine goldene Statue abstaubt? Und Sie können sicherlich auch eine bewegende Rede halten und dabei ordentlich die Tränchen rausdrücken? Das alles können Sie, aber Sie wissen nicht genau wie? Dann ist dies der Moment ihres Lebens &#8211; denn in diesem Artikel wird Ihnen gesagt, was es für einen Oscar-gewinnenden Film braucht.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Von Alexander Sigrist</p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Phase A: Die Story</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Story ist an sich nicht so wichtig &#8211; es reicht auch völlig, ein paar rudimentäre Szenen auf einer Serviette zu notieren. Der <strong>Hintergrund </strong>ist viel wichtiger. Am Besten man wählt ein an sich kritisches Szenario. Krieg macht sich immer gut; wenn es gerade einen realen gibt &#8211; umso besser. Dabei muss aber ganz vorsichtig vorgegangen werden: keinesfalls direkt kritisch sein! Keine politischen Machenschaften kritisieren! Viel besser, man nutzt den realen Hintergrund für eine allgemeine, humanitäre <strong>Wischi-Waschi-Botschaft</strong>. &#8220;Krieg ist schlecht!&#8221;, zum Beispiel, ist ein Dauerbrenner!</p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Phase B: Das Drehbuch</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es wird schwieriger: nun muss man die rudimentären Szenen und die Botschaft in einen Zusammenhang bringen. Am Besten man lässt die Szenen einzeln stehen und tut später so, als hätte man einen <strong>unterkühlten, distanzierten Erzählstil</strong> anstreben wollen. Die <strong>Dialoge sollten möglichst nichtssagend</strong> sein &#8211; so zeigt man dem Zuschauer, dass die Charaktere eigentlich gar nichts zum Reden haben und das Maul halten würden, wenn sie nicht für den Film reden müssten. Ganz mutige Naturen können auch eine Adaption schreiben, die haben aber meist nur wenige Chancen auf einen Sieg.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Achtung: NO GO!</strong> Ausufernde Liebeleien sind out! Die Tage von Filmen wie &#8220;Vom Winde verweht&#8221; sind definitiv vorbei! Viel lieber eine im Scheitern begriffene Ehe zeigen. 80% der Akademie-Mitglieder sind geschieden, da finden die das realistischer.<strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Phase C: Die Crew / Die Schauspieler</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Hier sollte besonderes Augenmerk dem/der <strong>RegisseurIn</strong> gelten. Sollten Sie jemand Bekanntes (z.B. die Ex-Frau des Regisseurs des erfolgreichsten Films aller Zeiten) gerade zur Hand haben: super! Das wäre ein <strong>Über-Bingo!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Vielleicht möchten Sie den Oscar für den besten Film mit einem Oscar für den besten Schauspieler kombinieren? Muss nicht unbedingt sein, macht sich aber gut im Lebenslauf. Generell gilt: je älter und <strong>je näher am Tod der Schauspieler</strong>, desto grösser die Chance zu gewinnen. Manchmal hat die Akademie auch Mitleid mit Leuten, die ihr Leben lang in schlechten Komödien gespielt haben &#8211; wenn Sie ein Drama drehen, unbedingt auf so jemanden zurückgreifen!<strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Phase D: Ausführung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es wird noch schwieriger, denn es ist sehr wichtig für das Gelingen, bei der Ausführung das richtige Mass zu finden. Auf keinen Fall zu viel Geld ausgeben &#8211; das erinnert die Akademie zu schnell an die allgemein ignorierte <strong>Hegemonie des Kapitalismus in Hollywood</strong> und könnte sensible Naturen abschrecken. Dasselbe gilt für Spezialeffekte: die sollten nur gemässigt eingesetzt werden &#8211; <strong>Aliens</strong>, egal ob nun krabbenartige oder blaue, sind auf alle Fälle ein ganz schlimmer Fauxpas. Wie gesagt, viel lieber auf Realismus setzen und diesen dann und wann mit ein wenig Hyperrealismus (z.B. überlangen Zeitlupen etc.) optisch interessant machen.<strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Phase E: Vermarktung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auch hier gilt: das richtige Mass ist entscheidend! Wer zu erfolgreich ist, der vertut seine Chancen auf einen Gewinn! Denn wenn ein Film zu erfolgreich ist, dann würde eine Auszeichnung für diesen Film gar die <strong>pseudo-elitäre Grundhaltung der Akademie</strong> untergraben, und das wollen wir ja nicht, oder? Nein, die Akademie ist unser Freund. Viel lieber <strong>an der Kinokasse floppen</strong>, damit hat man schon die halbe Miete.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer noch ganz wild sein möchte, schreibt der Akademie kurz vor der Verleihung eine <strong>Email </strong>und denunziert die Konkurrenten. Das hat die Akademie besonders gern, zeigt es doch, wie sehr man vom eigenen Film überzeugt ist!<strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Phase F: Die Dankesrede</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Sie haben es geschafft! Nicht vergessen: möglichst<strong> viele Namen </strong>nennen, auch wenn kein Schwein weiss, wen sie da eigentlich meinen. Und mindestens dreizehn Mal die Akademie erwähnen. Sie können ihr niemals genug danken!</p>
<p style="text-align: justify;">Weinen ist out, Sie sollten eher mit tränenerstickter Stimme reden, das kommt besser an, ausser Sie gehören zu einer Randgruppe &#8211; dann <strong>sollten Sie heulen</strong>, was das Zeug hält!</p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;">Sie haben nun alles zusammen, was sie für einen Sieg brauchen. Worauf waren Sie also noch? Raus mit Ihnen, mit einer Kamera, und filmen, filmen, filmen Sie! Wir sehen uns an den nächsten Oscars!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Tot und Begraben&#8221; von Gary Sherman</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/02/07/tot-und-begraben/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/02/07/tot-und-begraben/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 10:21:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[1980er]]></category>
		<category><![CDATA[Gary Sherman]]></category>
		<category><![CDATA[Horror]]></category>
		<category><![CDATA[Indizierung]]></category>
		<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Stan Winston]]></category>
		<category><![CDATA[Tot und begraben]]></category>
		<category><![CDATA[Verbot]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=2435</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/02/07/tot-und-begraben/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/Dead-and-Buried-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>"Tot und Begraben": in Deutschland jahrelang auf dem Index! Verboten in Norwegen! Verboten in Finnland! Höchste Freigaben in England, den USA, Australien! Ein Splatterfest? Tausende Leichen? Untote? Zombies? Blut? Gallonen an Blut? Ein schockierendes Filmchen aus den Achtzigern? – Keine Panik, alles halb so wild. Aber eigentlich gar nicht mal so schlecht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Tot und ausgegraben</strong></h1>
<h2>&#8220;Tot und Begraben&#8221; von Gary Sherman</h2>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>&#8220;Tot und Begraben&#8221;: in Deutschland jahrelang auf dem Index! Verboten in Norwegen! Verboten in Finnland! Höchste Freigaben in England, den USA, Australien! Ein Splatterfest? Tausende Leichen? Untote? Zombies? Blut? Gallonen an Blut? Ein schockierendes Filmchen aus den Achtzigern? – Keine Panik, alles halb so wild. Aber eigentlich gar nicht mal so schlecht.</strong></p>
<p>Von Alexander Sigrist.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-2443" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/Dead-and-Buried.jpg" alt="Dead and Buried" width="200" height="239" />Ein kleines, behagliches, ja geradezu gemütliches Küstendorf an der amerikanischen Ostküste: der lokale Sheriff schaut nach dem Rechten, trinkt seinen Kaffee, isst Donuts – ja, so perfekt könnte das Leben sein. Bis mit einem Mal grausige Unfälle passieren: ein Mann verbrennt in seinem Auto, ein Landstreicher wird durchlöchert, eine Familie verschwindet – dem Sheriff Daniel Gillis ist klar: da muss mehr dahinter stecken. Bei seinen Recherchen stösst er auf eine Verschwörung, die das ganze Dorf durchzieht – und gräbt dabei Leichen aus, die besser unter der Erde geblieben wären.</p>
<p>Für Fans von Horror der härteren Gangart, hat &#8220;Tot und Begraben&#8221; eine beachtliche Geschichte im Gepäck: in Deutschland wurde der Film auf den Index gesetzt, in England wurde er als &#8220;Nasty Video&#8221; geahndet, ja sogar im augenscheinlich so liberalen Finnland und Norwegen war der Film verboten. &#8220;War&#8221; ist jedoch das operative Wort an dieser Stelle: mittlerweile ist der Film in all diesen Ländern wieder frei erhältlich und hat in Deutschland gar eine unbescholtene FSK 16 Freigabe bei der Neuprüfung erhalten. Beschaut man sich den Film, so bleibt wahrlich nicht viel, was &#8220;Saw&#8221;-Abgestumpfte vom Hocker hauen könnte: zwar sind die Ideen in der Theorie durchaus grausig (Spritze im Auge, Mensch im Feuer, Säure im Gesicht), die Durchführung jedoch in allen Ehren ergraut (ah, Latex-Puppe, ah, Animatronic, ah, Feuerfilter vor der Linse). Von der Gewalt her eignet sich Shermans &#8220;Tot und Begraben&#8221; allenfalls noch als Geschichtsstunde. Wer gerne wissen will, wie denn Stan Winston (ja, der Puppetmaster) in den Achtzigern noch Effekte gemacht hat, ist mit &#8220;Tot und Begraben&#8221; durchaus gut bedient.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Abseits der ergrauten Gewalt<br />
</strong>Zum Glück jedoch haben die Macher nicht nur auf Gewalt gesetzt: die Story hinter den Effekten vermag nämlich durchaus zu fesseln. Zwar zitiert &#8220;Tot und Begraben&#8221; alle Untiefen des Horrorgenres der Achtziger (verrückter Wissenschaftler, Untote, Dorf-Horror, unbedarfte Fremdlinge), erzählt aber trotzdem eine interessante Geschichte, deren Schlusspointe zum Schreien (wegen Furcht) gut ist – ja beinahe vermisst man die gute alte Zeit, in denen Horrorfilme es noch gewagt haben, eine verrückte Schlusswendung zu konstruieren, anstatt im Fahrtwasser bekannter Vorbilder zu schwimmen. Ein Meisterwerk ist die Geschichte zwar nicht, dafür gibt es zu viele Logiklöcher im Leichengewand, sie spannt aber auch heute noch und ist ein gutes Beispiel dafür, wie Gewalt und Spannung in einander greifen können.</p>
<p>Dem zu Gute kommt, dass Sherman ein gutes Gespür für einen spannende Inszenierung hat: vor allem der Mord an der Familie im Landhaus ist ein Lehrstück dafür, wie man mit wenigen Mitteln wie huschenden Menschen, Schatten und Geräuschen, einen brillanten Aufbau erschaffen kann – davon können sich auch viele gegenwärtige Horrorfilme noch eine dicke Scheibe abschneiden!</p>
<p>Unter dem Strich ist &#8220;Tot und Begraben&#8221; ein schönes Beispiel für den frühen modernen Horrorfilm, der Gewalt und Spannung kombiniert. Klar, wer den Gewaltüberkill erwartet, wird enttäuscht und auch dem, der eine unglaublich gescheite Story haben möchte, ergeht es nicht anders. Trotzdem ist &#8220;Tot und Begraben&#8221; ein mehr als solides Horrorfilmchen mit einem bitterbösen Schlusswitz – wer die guten alten Horrortage vermisst, sollte unbedingt zugreifen.</p>
<p><strong>Austattung</strong></p>
<p>Leider nichts Gescheites: ausser zwei Originaltrailern (sehr witzig!) und Trailern zu anderen Filmen hat die DVD nichts zu bieten. Dabei hätten wir doch so gerne Stan Winston über die Schulter geschaut!</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 27. November 2009 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Dead and Buried (USA 1981)<br />
Regie: Gary Sherman<br />
Darsteller: James Farentino, Melody Anderson, Jack Albertson, Dannis Redfield, Nancy Locke<br />
Genre: Horror<br />
Dauer: 90 Minuten<br />
Bildformat: 1,78:1 (16:9 anamorph)<br />
Sprachen: Deutsch, Englisch<br />
Untertitel: Deutsch<br />
Audio: Dolby Digital 5.1<br />
Bonusmaterial: Trailer<br />
CH-Verleih: Max Vision</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=8ZmlEh34unM" target="_blank">Trailer</a></p>
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		<title>&#8220;The Box&#8221; von Richard Kelly</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/12/the-box/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 20:07:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Cameron Diaz]]></category>
		<category><![CDATA[Donnie Darko]]></category>
		<category><![CDATA[Kisten]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturadaption]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Kelly]]></category>
		<category><![CDATA[Southland Tales]]></category>
		<category><![CDATA[The Box]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/12/the-box/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/Box-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Der Richard Kelly wieder. Ja, der Regisseur, der mit "Donnie Darko" einen Insider-Hit gelandet hat, einen Mysterie-Film halt, der durch seine düstere Atmosphäre und eine spannende Story zu überzeugen wusste. Und ja, der Regisseur, der mit dem kaum zugänglichen, überfrachteten "Southland Tales" in Cannes ausgebuht wurde. Ja, dieser Regisseur meldet sich mit seinem dritten Film zurück und orientiert sich grösstenteils wieder an seinem Erstling – trotzdem ist "The Box" nur ein halbgares Vergnügen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Raus aus der Box, rein in die Tonne?</h1>
<h2>&#8220;The Box&#8221; von Richard Kelly</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1704" title="Box 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/Box-1.jpg" alt="Box 1" width="550" height="368" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der Richard Kelly wieder. Ja, der Regisseur, der mit &#8220;Donnie Darko&#8221; einen Insider-Hit gelandet hat, einen Mystery-Film halt, der durch seine düstere Atmosphäre und eine spannende Story zu überzeugen wusste. Und ja, der Regisseur, der mit dem kaum zugänglichen, überfrachteten &#8220;Southland Tales&#8221; in Cannes ausgebuht wurde. Ja, dieser Regisseur meldet sich mit seinem dritten Film zurück und orientiert sich grösstenteils wieder an seinem Erstling – trotzdem ist &#8220;The Box&#8221; nur ein halbgares Vergnügen.</strong></p>
<p>Von Alexander Sigrist.</p>
<p>Virginia, in den siebziger Jahren: der kleinen Familie Lewis fehlt es an Geld. Mutter Norma wurde eben das Kindergeld gestrichen und Vater Arthur wurde nicht von der NASA zur Weiterbildung zum Astronauten zugelassen. Da scheint es wie ein Wink des Schicksals, als ein entstellter Fremder vor ihrer Haustüre auftaucht und ihnen ein einfaches Experiment anbietet: sie kriegen eine kleine Box mit einem roten Knopf – wenn sie den Knopf innerhalb von 24 Stunden drücken, dann kriegen sie eine Million Dollar, steuerfrei, bar auf die Hand. Allerdings stirbt dann auch irgendwo ein ihnen unbekannter Mensch.</p>
<p>&#8220;The Box&#8221; basiert auf der Kurzgeschichte &#8220;Button, Button&#8221; von Richard Mattheson, was einen Richard Kelly-Fan überraschen mag: ja, Kelly adaptiert hier, anstatt wie bei seinen vorherigen Filmen alles selber aus dem Boden zu stampfen. Aber Kelly wäre wohl nicht Kelly, wenn er in der Kurzgeschichte nicht genug Raum gesehen hätte für seine eigenen Ideen. So ist die Story der Kurzgeschichte bereits nach kurzer Laufzeit abgehakt, der Knopf – und wer das nicht schon von Anfang gewusst hat, hat geschlafen – wird gedrückt und Kelly widmet sich dem, was ihn zu interessieren scheint: den Konsequenzen, egal ob jene nun sozialer, metaphysischer, persönlicher oder welcher Natur auch immer sind.</p>
<p><strong>Die Box: so voll und doch ziemlich leer</strong><br />
 Man merkt schon: &#8220;The Box&#8221; ist trotz des langsamen Tempos und der eigentlich simplen Story ordentlich überladen. Genau wie in &#8220;Southland Tales&#8221; will Kelly einfach viel zu viel: da geht es um Moral, um den Wert des Lebens und dann geht es auch noch um einen übermächtig-unheimlichen Fremden mit übernatürlichen Kräften, um Experimente, Wassersäulen, Zeit-Raum-Verschiebungen, Altruismus, Liebe, Verschwörungstheorien, Nasenbluten und wer-weiss-was-noch. Durch seine pop-kulturellen Anspruch konnte &#8220;Southland Tales&#8221; seine Abundanz an Ideen durchaus rechtfertigen. In &#8220;The Box&#8221; wirkt das alles jedoch nur noch wie ein bunt gemischtes Potpourri, das dort, wo etwas erklärt wird, enttäuschend seicht ist (Achtung Spoiler: Aliens? Also bitteschön! Sind wir schon wieder bei &#8220;Signs&#8221; gelandet?), und dort wo nichts erklärt wird einfach nur noch arbiträr wirkt und, schlimmer noch, sein bestes Bildwerk und die besten Ideen gleich bei &#8220;Donnie Darko&#8221; kopiert.</p>
<p><a href="http://©Studio/Produzent"><img class="alignnone size-full wp-image-1703" title="Box 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/Box-2.jpg" alt="Box 2" width="540" height="358" /></a></p>
<p>Das ist insofern schade, als Kelly durchaus einige interessante Ideen hat: kann man es moralisch vertreten, für eine Million Dollar einen Unbekannten zu töten? Was, wenn alles um uns herum eine Verschwörung ist? Was, wenn alles um uns herum eine Inszenierung ist? Allerdings fehlt Kelly schlichtweg die Brillanz, auch nur einen dieser guten Ansätze zu einem interessanten Schluss zu bringen. So zuckt man gegen Ende nur mit den Schultern, verlässt das Kino und denkt nicht weiter darüber nach – tragisch für einen Film, der eigentlich den Anspruch hat, durchaus sozialkritisch zu sein.</p>
<p>Wenigstens ist alles ordentlich inszeniert: die Spezialeffekte sind okay, manche Bilder sind toll, die Schauspieler machen ihre Sache ordentlich und die Verlegung der Story in die siebziger Jahre fasziniert durchaus. Wer mit einem halbpatzigen Mystery-Thriller, dessen gute Ansätze nicht einmal andeutungsweise genutzt werden, leben kann, kann sich &#8220;The Box&#8221; ruhig ansehen. Alle anderen hoffen, dass Richard Kelly mit seinem nächsten Film zu alter Stärke finden wird.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Ab dem 14. Januar 2009 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: The Box (USA 2009)<br />
 Regie: Richard Kelly<br />
 Darsteller: Cameron Diaz, Frank Langella, James Marsden, Holmes Osborn, James Rebhorn<br />
 Genre: Mysterie-Thriller<br />
 Dauer: 115 Minuten<br />
 CH-Verleih: Ascot Elite</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.apple.com/trailers/wb/thebox/" target="_blank">Trailer</a><br />
 <a href="http://thebox-movie.warnerbros.com/" target="_blank">Offizielle Seite</a></p>
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		<title>Comeback des Jahres</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/09/james-cameron/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/09/james-cameron/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 08:12:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Avatar]]></category>
		<category><![CDATA[Call Me Joe]]></category>
		<category><![CDATA[James Cameron]]></category>
		<category><![CDATA[Terminator]]></category>
		<category><![CDATA[The Abyss]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/09/james-cameron/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/Avatar-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Sage und schreibe 12 Jahre hat es gedauert, bis sich Action-Tausendsassa James Cameron mit einem ordentlichen Kinofilm nach "Titanic" zurück meldet. Mit "Avatar" bricht er reihenweise Rekorde und verspricht die Revolution des Kinos eingeläutet zu haben – klar, technisch ist "Avatar" ein atemraubendes Werk. Dennoch wirkt der Film wie ein Best of seines bisherigen Schaffens. Grund genug, "Avatar" im Kontext seiner bisherigen Filme zu beleuchten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Comeback des Jahres</h1>
<h2>&#8220;Avatar&#8221; oder ein Querschnitt durch James Camerons Filmschaffen</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1697" title="Avatar 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/Avatar-1.jpg" alt="Avatar 1" width="550" height="309" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sage und schreibe 12 Jahre hat es gedauert, bis sich Action-Tausendsassa James Cameron mit einem ordentlichen Kinofilm nach &#8220;Titanic&#8221; zurück meldet. Mit &#8220;Avatar&#8221; bricht er reihenweise Rekorde und verspricht die Revolution des Kinos eingeläutet zu haben – klar, technisch ist &#8220;Avatar&#8221; ein atemraubendes Werk. Dennoch wirkt der Film wie ein Best of seines bisherigen Schaffens. Grund genug, &#8220;Avatar&#8221; im Kontext seiner bisherigen Filme zu beleuchten.</strong></p>
<p>Von Alexander Sigrist.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Avatar&#8221; steht beinahe schon als Synonym für progressive Technik: Camerons neuster Film ist ein technologisches Wunderwerk, das gekonnt gerenderte Bilder mit gefilmtem Material vermischt. Wie kein zweiter Film erreicht &#8220;Avatar&#8221; eine (fast) perfekte Verschmelzung zwischen Computer-Figuren und richtigen Schauspielern – dieses Streben nach technischer Perfektion lässt sich beinahe im ganzen Cameron&#8217;schen Schaffen ausmachen: ob nun in &#8220;Terminator&#8221;, einer der ersten Filme, der mit einer komplett gerenderten Figur aufwartete, oder &#8220;Terminator 2&#8243;, der mit dem &#8216;morphenden&#8217; T-1000 neue Massstäbe setzte (ein Effekt, der auch heute noch grossartig aussieht). Ob in &#8220;The Abyss&#8221;, mit den animierten Wasser-Aliens oder in &#8220;Titanic&#8221; mit dem digitalen Modell des Kult-Schiffes: die meisten Werke Camerons streben nach technischer Ausgebufftheit, wollen mit den Effekten die Leute verblüffen. Das funktioniert einmal mehr: &#8220;Avatar&#8221; und seine digitale Brillanz blasen den Zuschauer schlichtweg über den Haufen.</p>
<p>Andererseits erreicht Cameron nie die angestrebte Perfektion: seine Filme sind und waren immer an der Spitze der technologischen Machbarkeit, bedeuten jedoch nie eine (versprochene) Revolution. &#8220;Avatar&#8221; ist wie seine Vorgänger eher eine Evolution, eine Weiterentwicklung des Vorhandenen, und kaum ein völliger Umsturz des Gewesenen. Wer Cameron geglaubt hat, er würde ein völlig neues Erlebnis schaffen, wird enttäuscht werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Cameron und die (dünne) Story</strong><br />
Mal Hand aufs Herz: keines von James Cameron Werken kann sich mit einer beflügelten Story brüsten. Okay, &#8220;Terminator 1 und 2&#8243; geben sich alle Mühe, kreieren einen eigenen Geschichtsverlauf - aber die Story-Präsentation ist und bleibt in beiden Teilen geradlinig. Dasselbe gilt für Camerons Vorzeigewerk &#8220;Titanic&#8221; (Lovestory wird zum Untergangfilm) oder &#8220;Aliens&#8221;: Camerons Stories schlagen keine Haken, waten oft durch Klischees und bedienen sich schonungslos bei Vorbildern. Dass auch sein Revolutionswerk &#8220;Avatar&#8221; sich nicht aus diesem Cameron-typischen Dünn-Story-Gerüst befreien kann, erscheint dennoch erschreckend: zehn Jahre lang soll Cameron an seinem Werk gearbeitet haben - und dennoch erinnert &#8220;Avatar&#8221; in ungesundem Mass an &#8220;Der mit dem Wolf tanzt&#8221;, &#8220;Pocahontas&#8221;, &#8220;Matrix&#8221;, &#8220;Starship Troopers&#8221;, &#8220;Aliens&#8221; und dergleichen. Ausserdem bedient er sich ausgiebig bei älteren Science-Fiction Stories der 50er und 60er Jahre (Poul Andersons &#8220;Call Me Joe&#8221; zum Beispiel hatte die Avatar-Idee schon im Jahre 1958).</p>
<div id="attachment_1698" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-1698" title="Avatar 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/Avatar-21.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="309" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p style="text-align: justify;">Trotz ihrer Einfachheit haben Camerons Stories jedoch eine gewisse Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann. Das mag an der Vertrautheit liegen, daran, dass Camerons Stories zeigen, was man schon kennt, Dinge eben, mit denen man sich, trotz Science-Fiction- und Action-Übergau, identifizieren kann. Vielleicht liegt es auch daran, dass Cameron ein gutes Händchen für Charaktere und Schauspieler hat: fast immer wachsen einem seine Figuren ans Herz, ja selbst Kampfroboter und blaue, 2 Meter grosse Aliens gewinnen an Tiefe und Glaubwürdigkeit. Camerons Werke, und dazu zählt auch &#8220;Avatar&#8221;, gewinnen selten einen Blumentopf für ihre Story, doch ihre Charaktere bleiben im Gedächtnis und – und genau das macht einen grossen Film aus – im Herzen stecken.</p>
<p><strong>Cameron und Sigourney Weaver</strong><br />
Sigourney hat in &#8220;Aliens&#8221; unter Camerons Regie der bösen Alien-Queen den Hintern versohlt. Natürlich ist sie auch in &#8220;Avatar&#8221; schweinisch cool. Noch Fragen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Cameron und die Moral der Geschichte</strong><br />
Cameron scheint die Welt zu mögen – und scheint sich auch um sie zu sorgen. In &#8220;The Abyss&#8221; reisen Aliens zur Erde, um eine Warnung abzugeben: wenn die Menschen weiterhin ihre Ressourcen im gegenwärtigen Ausmass verbrauchen, werden bald keine Ressourcen mehr vorhanden sein werden. In &#8220;Aliens&#8221; gibt es eine böse Firma, deren Gier nach Mehr zur Xenomorph-Katastrophe führt. &#8220;Avatar&#8221; ist eigentlich ein Best of-Mix der beiden: eine böse Firma strebt nach den Ressourcen auf dem Planeten Pandora, ohne Rücksicht auf Verluste – will heissen: wenn die friedlebende (d.h. hier im Über-Einklang mit der Natur) Rasse der Na&#8217;vi dabei draufgeht, dann ist das nun mal so. Ja, &#8220;Avatar&#8221; ist im Grunde genommen ein Öko-Film, der vor bösen, machtgeilen Konzernen warnt und die Rückkehr des Lebewesens zur Natur propagiert – so eine Moral ist zwar durchaus vertretbar, für einen revolutionären Sci-Fi-Film aber erschreckend untief und ausgekaut.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Cameron und das Monströse</strong><br />
Das Monster gehört fest zu Camerons Film-Kanon – und dies in allen möglichen Formen und Farben: Kampfroboter, H.R. Gigers Alien, Unterwasseraliens (ob computergeneriert wie in &#8220;The Abyss&#8221; oder &#8216;real&#8217; wie im Dokumentarfilm &#8220;Aliens der Meere&#8221;), Camerons Fantasie scheint keine Grenzen zu kennen. Kein Wunder lässt er derselben in &#8220;Avatar&#8221; absolut freien Lauf und zieht alle Register seines Könnens: sein Sci-Fi-Epos glänzt mit einer Vielzahl an Kreaturen und Viechern, und einer Welt, die selbst als lebendig bezeichnet werden könnte. Dieses Monströse, welches in &#8220;Avatar&#8221; von erschreckend bis wunderschön, zerstörerisch bis lebensspendend reicht, ist dann auch die eigentliche Stärke des Films: Cameron erschafft eine komplette Welt, voller Monster und Feen, Zauber und Technik, welche jede und jeden verzaubern muss, der oder die sich darauf einlässt. Hier hat Cameron seinen Höhepunkt erreicht, in dem er alle die Energie seiner früheren Filme bündelt und wo man wahrlich die zehn Jahre Arbeit sieht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Cameron und Überzeit</strong><br />
Blieb &#8220;Terminator&#8221; noch in gewohnten Laufzeit-Rahmen (105min), so überzog Cameron, sobald er den Durchbruch geschafft hatte, ohne Rücksicht auf gängige 120min-Kino-Konventionen: &#8220;Aliens&#8221; je nach Fassung 131-148min, &#8220;Terminator 2&#8243; ebenfalls bis zu 148min, &#8220;True Lies&#8221; 135min, &#8220;Titanic&#8221; 187min – nicht weiter verwunderlich, dass &#8220;Avatar&#8221; mit knapp 160min zu Buche schlägt. Verwunderlich jedoch, dass Camerons Werke trotz ihrer Laufzeit kaum langweilig werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Kurz und knapp: &#8220;Avatar&#8221; ist ein typischer Cameron. Im Guten, wie im Schlechten. James Cameron erfindet weder sich, noch das Rad, noch das Genre, und schon gar nicht den Film neu. Trotzdem schafft er es einen Film vorzulegen, der im Gedächtnis bleibt; einerseits auf Grund seiner visuellen Brillanz, aber doch auch auf Grund seines aufrichtigen Herzens: hinter der technologischen Masturbation lebt nämlich eine magische Welt, die verzaubern kann – wenn man sich nur darauf einlässt.</p>
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