“The Fall” von Tarsem Singh

Wenn man gleich auf dem Cover einer DVD mit dem Werbespruch “David Fincher und Spike Jonze präsentieren” konfrontiert wird, so erwartet man doch schon etwas Spezielles. Und speziell ist “The Fall” sicherlich – fraglich nur, ob Otto-Normalzuseher diese präsentierte Spezialität, welche sich fast auschliesslich auf visuellen Edelglanz beschränkt, goutieren kann

“Taking Woodstock” von Ang Lee

Nicht schon wieder: erst werden wir von einer pflichtschuldigen 40-Jahr-Jubiläums-Monster-DVD beglückt, da kommt nun auch noch ein Spielfilm, der sich dem Thema widmet. Überraschend ist jedoch, wie sich Ang Lees “Taking Woodstock” der Sache nähert: denn es geht um eine Familiekomödie, die sich zwar fest mit dem Festival verknüpft abspielt, jedoch auch unendlich weit vom eigentlichen Geschehen entfernt ist.

“My Bloody Valentine 3D” von Patrick Lussier

3D ist tot, lange lebe 3D. Anfangs der 50er erstmals breitflächig eingesetzt, dann totgesagt, anfangs der 80er nochmals aufgewärmt und schlussendlich im Müllschlucker verschwunden, kommt das 3D-Kino nun mit neuer Technik und coolen Sonnenbrillen zurück – und während die einen eine wahrhafte Revolution des Kinos versprechen, machen andere genau da weiter, wo 3D in den 80ern aufgehört hat. Dreimal darf man raten, in welche Kategorie “My Bloody Valentine 3D” fällt.

“Anacondas – Trail of Blood” von Don E. FaintLeRoy

Gerade noch mal so durchgeschlängelt “Anacondas – Trail of Blood” von Don E. FaintLeRoy Es gibt das ungeschriebene Gesetz, das eine Fortsetzung schlechter ist, als der Vorgänger – dies scheint auf jeden Fall auf gefühlte 99.9% aller Sequels zuzutreffen. Wenn dann gar eine mehr schlechte als rechte Tierhorrorreihe in die vierte Runde geht, dann scheint die [...]

“Samaria” von Kim Ki-Duk

Kim Ki-Duks Drama “Samaria” ist im selben Jahr entstanden wie sein international anerkannter “Bin-jip”. Während “Bin-jip” jedoch weltweit durchaus im Filmmarkt mitmischen konnte, blieb “Samaria” weitgehend unbekannt. Bei der Thematik verwundert dies jedoch nicht weiter: denn in “Samaria” geht es um die Prostitution eines blutjungen Mädchen.

“Kurzer Prozess – Righteous Kill” von Jon Avnet

Robert De Niro ist ein toller Schauspieler. So eine richtig coole Sau. Al Pacino ist auch ein cooler Schauspieler. Halt auch so eine richtige coole Sau. Man müsste dann ja meinen, dass ein Film, in welchem sich die beiden die Ehre geben, so ein richtiges coole-Sau-Theater sein müsste – “Kurzer Prozess” ist aber trotz den coolen Säuen nur eine halbgare Restenverwertung geworden.

Die Geschichte der Enterprise

Es ist so eine In-Sache, alte Serien und Franchisen mit einem neuen Look und neuen Grundideen zu versehen, um diese dann für das Kino zu rebooten – so geschehen mit dem Flattermann Batman oder mit Agenten-Beau James Bond. Doch auch die berühmt-berüchtigte Star-Trek-Franchise erlebt dieser Tage ihr Revival. Es scheint an der Zeit, einen Blick zurück zu wagen und die Frage zu stellen, wohin die Reisen der Enterprise nun gehen werden.

“Quarantäne” von John Erick Dowdle

Remakes können viele Möglichkeiten bieten. Zum Beispiel kann man einen alten Film mit einer neuen Optik und Effekten ordentlich aufpolieren. Man kann eine alte Story in ein neues Gewand stecken. Man kann einen Aspekt aus dem Original verstärken. Man kann so vieles mit Remakes – natürlich auch das Original beinahe 1:1 kopieren.

“Kill” von Kihachi Okamoto

Rapid Eye Movies dürfte sich mittlerweile zum Lieblingsverleih für alle Japanophile entwickelt haben: in angenehmen Abständen legt REM japanische Klassiker in schön gemachten DVDs vor – so durften wir bereits Filme wie “Lady Snowblood”, “Sasori” 1-4 und “Zatoichi meets Yojimbo” in unsere Sammlung aufnehmen. Zu diesen gesellt sich nun ein weiterer, leider beinahe unbekannter Klassiker: “Kill” von Kihachi Okamoto.

“Die Stadt der Blinden” von Fernando Mereilles

Man kann sehend durchs Leben gehen, ohne wirklich etwas zu sehen. Es kann auch sein, dass man nicht wirklich etwas sehen will. Man kann aber auch blind sein, und seine eigene Schwäche als Vorwand nehmen, die Augen für immer zu schliessen und sich in der schuldlosen Unwissenheit treiben lassen. Sehen, nicht sehen, ignorieren, die Augen schliessen – mit den Metaphern, die diese Worte auslösen, spielt “Die Stadt der Blinden”. Manchmal nur mittelmässig. Manchmal jedoch meisterhaft.

“Redbelt” von David Mamet

Kampfsport-Dramen kann man wohl an einer Hand abzählen – und die meisten davon sind nicht einmal wirklich gut, sondern loten nur altbekannte Klischees aus: Ein Gutmensch-Kämpfer muss sich widrigen Umständen stellen, wird von allen verraten und missbraucht, kann aber am Schluss die Integrität des Menschen an sich wieder herstellen. Diese Klischees werden zwar auch vom vorliegenden “Redbelt” besucht und geradezu gefeiert – trotzdem platziert sich das kleine, aber feine Drama etwas oberhalb direkter Konkurrenten.

“The Gene Generation” von Pearry Reginald Teo

Man kann ja verstehen, dass nicht alle Filme ein gleich grosses Budget haben. Man kann auch verstehen, dass manche Filme mit einem kleineren Budget auskommen müssen, als dass sie eigentlich benötigten. Was man aber nicht verstehen kann, ist warum jemand, der augenscheinlich nur die Portokasse zur Finanzierung belangen darf, gerade auf die Idee kommt, einen Special-Effects-intensiven Cyberpunk-Comic zu verfilmen.

“Tropic Thunder” von Ben Stiller

Ben Stiller. Manchen soll dieser Namen einen kalten Schauer über den Rücken jagen. Immerhin scheint der Mann seine Klamaukkunst und übertriebene Mimik vornehmlich in seichten Liebes- und Blödelkomödien unter Beweis zu stellen. Dementsprechend erwartete das Gros der Zuschauer kaum mehr als eine solche Durschnittskomödie, als Stiller seine fünfte Regiearbeit ankündigte, “Tropic Thunder.” Herausgekommen jedoch ist eine handfeste, grandios überzogene Satire, die durchaus zu überraschen weiss.

“Das Königreich der Yan” von Ching Siu-Tung

Wenn ein Film zu Werbezwecken Filmen wie “Der Fluch der goldenen Blume” und “Hero” an die Seite gestellt wird, dann erwartet der Cineast mittlerweile nicht mehr allzu viel. Wieso? Ganz einfach: praktisch jeder Film aus China oder Hong Kong, der auch nur im entferntesten Ähnlichkeit mit den beiden Vorzeigewerken hat, wird so beworben – kein Wunder also, das fast jeder von ihnen eine Enttäuschung ist und sich kaum mit den grossen Meisterwerken messen kann. “Das Königreich der Yan” gehört, trotz guten Ansätzen, leider auch irgendwie zu diesen Enttäuschungen.

“Bedtime Stories” von Adam Shankman

Alle Jahre wieder wird es Weihnachten. Und alle Jahre wieder pilgern ganze Familien, Väter, Mütter, Kinder, Hunde müssen zu Hause bleiben, in Richtung der grossen Lichtspielhäuser und ziehen sich einen Familienfilm rein. Und alle Jahre wieder schicken die grossen Filmemacher, allen voran natürlich der gute alte Disney-Konzern, ihren Familienfilm ins Rennen und buhlen um die Gunst der kinogehenden Familien. Dieses Jahr präsentiert Disney sich mit einer typischen Adam-Sandler-Komödie und spult dabei kaum mehr als Standardprogramm ab.

“Clone Wars” von Dave Filoni

Man stelle sich vor: es ist Krieg der Sterne – und keiner geht hin. So passiert mit George Lucas neustem Streich “Clone Wars”. Ein animierter Output aus seinem Star Wars-Universum, der die Brücke zwischen Episode II und Episode III schlagen und offene Fragen beantworten soll. Besieht man sich jedoch das Produkt, das George vorlegt, bleibt nur eine Frage offen: Braucht er etwa Geld für den Ruhestand?

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