“Herbstgefühle” von Jon Garano und José Maria Goenaga

Gute Filme über Liebe und Sexualität im Alter sind sowieso rar. Noch seltener ist aber gut gemachtes Filmgut über gleichgeschlechtliches Liebe zwischen älteren Menschen. „Herbstgefühle“ ist so ein Film.

“George Harrison” von Martin Scorsese

Zu Lebzeiten ging der “stille Beatle” stets ein wenig unter im Trubel um seine Mitmusikanten John Lennon und Paul McCartney. Martin Scorsese hat dem 2001 verstorbenen George Harrison eine respektvolle, aufschlussreiche Dokumentation gewidmet, die das Bild des jüngsten Pilzkopfes ein wenig schärfer zeichnet.

“Lemmy” von Greg Olliver und Wes Orshoski

“49% Motherf**ker, 51% Son of a Bitch” – die Tagline dieser angenehm persönlichen Dokumentation von Greg Olliver und Wes Orshoski spricht Bände, führt aber doch in die Irre. Allen Gerüchten und Exzessen zum Trotz ist Lemmy Kilmister letztendlich zu 100% Mensch.

“Beautiful” von Dean O’Flaherty

Es ist nicht alles Gold, was glänzt – und hinter dem schönen Schein verbirgt sich oftmals die pure Hässlichkeit. In seinem an diversen Filmfestivals gut aufgenommenen Thriller “Beautiful” entlarvt Dean O’Flaherty die amerikanische Vorzeige-Vorstadt und ihre Bewohner. Blutfluss nicht ausgeschlossen.

“Alles wird gut” von Angelina Maccarone

Es braucht nicht immer einen auf Zelluloid gebannten Aufmarsch der Moralapostel, um gesellschaftspolitische Denkanstösse in Filme zu packen. Dies beweist Angelina Maccarone mit dieser 1998 entstandenen TV-Produktion über die Lebenswelten und -realitäten dreier afrodeutscher lesbischer Frauen.

“This Is Love” von Matthias Glasner

Die Einsamkeit und was sie mit Menschen macht, die (fehlende) Liebe und wo man sie sucht, ob und wie man sie findet und verliert – zähe Brocken, furios und psychologisch anspruchsvoll verfilmt mit grandiosen Hauptdarstellern und hirnzerfräsender Szenerie.

“LOL (Laughing Out Loud)” von Lisa Azuelos

Mutter-Tochter-Konflikte, die erste Liebe, Scheidungskrieg und wilde Partys – das war 1980 der Plot des Films, der Sophie Marceau zum Teeniestar machte. Lisa Azuelos transportiert “La Boum” ins Jahr 2010, bucht dazu die Marceau als halbverzweifelte Übermutti und Publikumsmagnet und fertig ist der feel-good-Fetenfilm.

“Die Entführung der Pelham 123″ von Tony Scott

Mit Remakes ist es wie mit Fortsetzungen: Kann funktionieren, kann aber auch gewaltig in die Hose gehen. Tony Scott versucht sich, mit freundlicher Unterstützung echter Hollywoodgrößen, an einer Wiederaufbereitung von Joseph Sargents “Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123″.

“Nur ein Sommer” von Tamara Staudt

Grossstadt-Deutsche trifft Schweizer Bauer im Postkartenpanorama der Berge. Zwischen Hartkäse, Kuhmist und diversen Weinflaschen entspinnt sich eine zunächst kleine, dafür im Endeffekt umso grössere Liebesgeschichte – zartschmelzend und luftig wie Schweizer Schokolade, erzählt in schönen Bildern.

“Die Standesbeamtin” von Micha Lewinsky

Klingt abgelutscht, ist aber so. Dass die Jugendliebe manchmal eben doch länger hält als man glaubt, führt Micha Lewinsky mit seiner leichtverdaulichen Sommer-Liebeskomödie “Die Standesbeamtin” vor.

“The Lodger” von David Ondaatje

Ein alternder Kommissar auf den Spuren eines Serienkillers, dessen Handschrift der von Jack The Ripper verdächtig ähnelt, eine schizophrene Hausfrau und ein geheimnisvoller Untermieter – die vierte Verfilmung des Romans “The Lodger” ist ein ansehnlicher Thriller mit Starbesetzung geworden.

“Swing Vote” von Joshua Michael Stern

Wohl nicht ganz zufällig und nicht ganz ohne politische Hintergedanken startete der Film “Swing Vote”, in dem ein einziger Wähler über die Zukunft des Landes entscheiden kann, im August 2008 in den Amerikanischen Kinos. Im Kleid einer Komödie wird dafür geworben, vom Wahlrecht bei Präsidentschaftswahlen auch wirklich Gebrauch zu machen. Ein Propagandafilm eigentlich ausschliesslich für Amerikanische Politmuffel. Wären da nicht Kevin Costner und Jungtalent Madeleine Carroll.

“So Ist Paris” von Cédric Klapisch

Paris, die Stadt der Liebe. Paris, die ewige Stadt. Und mittendrin ein paar ganz normale Menschen, die irgendwie versuchen, das Leben mit all seinen Mitbringseln auf die Reihe zu kriegen: ein weiterer melancholisch schöner Episodenfilm von Cédric Klapisch über die Aussergewöhnlichkeit des Alltäglichen.

“Caramel” von Nadine Labaki

Fünf Frauen in Beirut, fünf Leben mit ihren Dramen und kleinen Freuden, sich überkreuzend in der Enge eines Schönheitssalons. Zuckersüß-leichte Erzählung in der Hitze des Libanon, in einem Beirut, das so nicht oft auf Bildschirmen auftaucht.