Michael Kleeberg: „Das amerikanische Hospital“

Hélène wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind, David nichts mehr als Geschehenes endlich hinter sich lassen zu können. Die beiden kennen einander nicht. Doch auf der Suche nach Erfüllung begegnen sich die Pariserin und der Amerikaner in der Empfangshalle des amerikanischen Hospitals zu ersten Mal. Ihre Weltansichten könnten nicht gegensätzlicher sein und trotzdem finden sie zusammen. Was zunächst nur zufällig passiert, ist später Absicht.

„Nach dir die Sintflut“ von Andrew Kaufman

Normal ist anders: Rebecca kann ihre Gefühle vor niemandem verbergen, ihr Schwager Lewis erblindet nach dem Tod seiner Frau und Aberystwyths Haut schimmert grün, aber für eine Aquatikerin wie “Aby” ist das ja Alltag. Gemeinsam haben die drei Protagonisten wirklich rein gar nichts. Trotzdem kreuzen sich schliesslich ihre Lebenswege. Die Reise zu diesem Ziel ist abgründig, abgedreht und einfach wunderschön.

“Toy Story 3″ von Lee Unkrich

Die Sorge der Fans war gross: Wie würde der letzte Teil der animierten Trilogie wohl aussehen, nachdem Pixar vor vier Jahren vom Disney-Konzern übernommen wurde? Würden Umstrukturierungen und Personalveränderungen sich bemerkbar machen? Gar die Qualität darunter leiden? Das Bangen hat ein Ende, es darf aufgeatmet werden: “Toy Story 3″ überzeugt wie seine Vorgänger – und ist dank modernster Animationsverfahren sogar noch ein kleines bisschen besser.

„Die verrückten Flanagans“ von Elizabeth Kelly

“Sie haben einen Sohn! Er ist gesund.” Magische Worte, die normalerweise die frisch gebackenen Eltern in Verzücken versetzen. Nicht aber Neu-Mami Flanagan. Sie hätte viel lieber ein Hundebaby (!) geboren, schliesslich hatte sie während der Schwangerschaft unzählige Bücher und Erzählungen über die haarigen Vierbeiner verschlungen. Zum Trotz erhält der nun doch – wen wunderts – menschliche Nachwuchs den Namen Collie. Genau, wie die Hunderasse.

Amélie Nothomb: „Der japanische Verlobte“

Amélie Nothomb ist die erfolgreichste französischsprachige Autorin der Gegenwart. Mit Recht, wie auch ihr neuster, endlich in deutscher Sprache erschienener Roman beweist. In “Der japanische Verlobte” gibt die Belgierin tiefe Einblicke in ihre eigene Geschichte: In ihre erste Liebe – die Liebe zu dem sensiblen Japaner Rinri, zu einer ihr aus der Kindheit bekannten und doch fremden Kultur und in die immerwährend tief im Innern schlummernde Sehnsucht nach der Heimat.

“Vorn” von Andreas Bernard

München, Mitte der 90er Jahre. Aus Mangel an Alternativen und Faszination am grossen Jugendmagazin beginnt Tobias in der Redaktion des «Vorn» als Redakteur. Was als aufregendes Abenteuer beginnt, endet als Spagat zwischen gegensätzlichen Welten. Doch je mehr er Fuss fasst, desto mehr entfremdet er sich von seinem bisherigen Umfeld. Eine fade Skizze über einen Hadernden.

“Eisige Nähe” von Andreas Franz

Als ein Kieler Musikproduzent tot aufgefunden wird, gerät die Welt der Kommissare Sören Henning und Lisa Santos aus den Fugen: Ohne den Fall gelöst zu haben, werden sie vom Staatsanwalt gestoppt. Doch anonyme Anrufer weisen ihnen den Weg zu weiteren Leichen und halten sie dazu an, undercover weiter zu ermitteln. Ohne Frage: Ein neues Meisterwerk von Andreas Franz – vielleicht sein bestes.

„Fangschuss“ von Sunil Mann

Vijay Kumar raucht und trinkt wie ein Grosser. Doch in punkto Selbständigkeit ist er noch grün hinter den Ohren: Den Fernkurs «Privatdetektiv» bestanden und die Detektei eröffnet, nimmt er auch schon seinen ersten Fall entgegen. Während dieser eine harmlose Aufwärmübung ist, bringen ihn seine Ermittlungen zwischen Zürcher Langstrasse und schicken Chalets bei St. Moritz in Lebensgefahr.

“Wüstenblume” von Sherry Hormann

Als Waris Dirie von Starfotograf Terry Donaldson entdeckt wird, ist ein Star geboren. Doch das somalische Model kann die internationalen Laufstege nicht geniessen: Obwohl in der westlichen Welt angekommen, kann sie ihre afrikanische Vergangenheit nicht hinter sich lassen. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere offenbart sie, Opfer der Frauenbeschneidung geworden zu sein. “Wüstenblume” erzählt ihre Geschichte. Einfühlsam und respektvoll.

“Am Tisch” von Susanne Kippenberger

Wir tun es täglich, mehrmals oder immerzu: Essen und Trinken. Was für viele nicht mehr als eine Pflicht ist, ehrt Autorin Susanne Kippenberger auf 254 Seiten – und ihre Schöpfer, die Pioniere der Küche, gleich mit. Der Klappentext verspricht ein “kluges und sinnliches Buch, das uns die Tafel als einen Ort vorstellt, an dem wir das Leben feiern”, doch herausgekommen ist ein Buch, das wohl nur leidenschaftliche Kulinariker begeistern kann.

„Stadt der Verlierer“ von Daniel Depp

David Spandau, ein Ex-Stuntman, der aus Altersgründen den gefährlichen Job an den Nagel gehängt hat, verdient seine Brötchen nun als Privatdetektiv. Sein neuster Auftrag lautet Bobby Dye, einen aufstrebenden Hollywood-Schauspieler mit ausgewachsenen Star-Allüren und Süchten, zu beschützen, nachdem dieser wiederholt Morddrohungen von der Mafia bekommen hat. Doch der Auftrag gestaltet sich anders, als zunächst gedacht und endet schliesslich mit drei statt nur einem Toten.

„Aus der schönen neuen Welt. Expeditionen ins Landesinnere“ von Günter Wallraff

Günter Wallraff ist Journalist und Schriftsteller. Von Zeit zu Zeit wechselt er jedoch das Metier, nimmt andere Identitäten und Berufe an, wechselt Nationalität und Hautfarbe und erlebt so aus erster Hand, was das Leben in Deutschland auch bedeuten kann. Mehr noch als in seinen früheren Werken nimmt Wallraff im Hörbuch «Aus der schönen neuen Welt» den Hörer gleich mit auf die Reise. Zahlreiche O-Töne bezeugen seine Schilderungen und lassen sprach- und fassungslos werden. Er hält vor Augen, was eigentlich nicht sein darf.

“Das Grab ist erst der Anfang” von Kathy Reichs

Als die erfolgreiche Anthropologin Temperance Brennan erwacht, ist es kalt, nass und dunkel. Ihre Hände und Füsse sind gefesselt. Sie ist lebendig begraben. Wie lange sie schon in dem unterirdischen Verlies liegt, weiss sie nicht. Ihre Gedanken rasen: Wer hat sie dorthin gebracht und warum? Während sich ihre Augen langsam an die Dunkelheit gewöhnen, kommt die Erinnerung zurück. In Bruchstücken. Verwirrend. Und doch hilft ihr diese missliche Lage den aktuellen Fall zu lösen und den Mörder – der beinahe auch sie auf dem Gewissen gehabt hätte – zu identifizieren.

“Dinner für eine Leiche” von Jean G. Goodhind

BISS dass der Fall geklärt ist “Dinner für eine Leiche” von Jean G. Goodhind. Im Rahmen von „Baths Internationaler Sternekoch- und Speisewoche“ – kurz BISS – soll der beste Koch der beschaulichen Stadt gekürt werden. Kurzfristige Änderungen in den Jury-Konstellation geben jedoch Rätsel auf, das Ergebnis sorgt für Verwirrung und Unmut. Als der Sieger ermordet wird, [...]

“Séraphine” von Martin Provost

Anfang des 20. Jahrhunderts arbeitet Séraphine Louis als Zugehfrau in dem französischen Städchen Senlis. Die rare Freizeit verbringt sie mit dem Malen von Bildern. Ihre Gemälde werden von allen belächelt – bis ein deutscher Kunstsammler sie entdeckt. Ein Film nach einer wahren Begebenheit.

“Verdammnis” von Daniel Alfredson

Keine vier Monate ist es her, dass der erste Teil von Stieg Larssons grossartiger Millenium-Trilogie zum letzten Mal über die nationalen Kinoleinwände geflimmert ist und schon steht mit „Verdammnis“ die Fortsetzung in den Startlöchern. Es geht um staatliche Korruption, Zwangsprostitution, Morde und die dunkle Vergangenheit der Computerhackerin Lisbet Salander (Noomi Rapace). Zogen sie und Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) im Vorgänger noch an einem Strang, gehen sie nun getrennte Wege – die natürlich am Ende zusammenführen. Der zweite Teil reduziert die komplexe Vorlage, setzt Vorwissen voraus und lässt besonders Neueinsteiger all zu oft im Regen stehen.

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