Von Lisa Letnansky · Juni 2011

Über die 80er-Jahre kann man sich ja so toll lustig machen. Und mit Wende-Romanen hatten ja auch schon so einige andere Schriftsteller Erfolg. „Das kann ich auch!“, dachte sich da wohl Sascha Lange und legt tatsächlich eine solide, witzige und unterhaltsame Story vor. Etwas wirklich Neues ist dabei aber leider nicht herausgekommen – oder zumindest fast nicht.
Von Lisa Letnansky · Mai 2011

Ab wann ist ein Kunstwerk eigentlich ein Kunstwerk? Warum sammeln Menschen Kunst? Und was denken die Menschen in fünfhundert Jahren wohl von unserer gegenwärtigen Kultur? Indem er Reales und Fiktives zu einem satirisch-witzigen und sehr erhellenden Gedankenspiel vermischt, beantwortet Wolfgang Müller in seinem Roman „Kosmas“ nicht nur diese Fragen.
Von Lisa Letnansky · April 2011

„Hamma wieder was gelernt!“ Diesen Satz kennt jeder, der auch nur ab und zu mal in die MTV News reingezappt hat, als Markus Kavka diese noch moderierte. Was lernen muss auch Gregor Herzl, der Protagonist in Kavkas erstem Roman „Rottenegg“. Durch eine Serie mittlerer Katastrophen aus der Bahn geworfen, sucht der Pop-TV-Moderator, der mit dem Autor so einige Gemeinsamkeiten teilt, sein Glück in der oberbayrischen Provinz.
Von Lisa Letnansky · April 2011

Giorgio Vastas Roman “Die Glasfresser” erzählt die Geschichte von drei elfjährigen, anscheinend hochbegabten Fanatikern im Palermo von 1978. Inspiriert von den Roten Brigaden führen sie „politische“ Aktionen aus und schrecken auch vor Gewalt an Menschen nicht zurück. Mit einer Sprachgewalt, die einem kalte Schauer über den Rücken jagt, gleichzeitig aber auch die Krux des Romans darstellt, führt Vasta vor Augen, wohin eine fehlgeleitete jugendliche Begeisterung führen kann.
Von Lisa Letnansky · Februar 2011

Die Welt, von der uns Michael Stavaričs neuer Roman erzählt, ist seltsam entrückt, archaisch und ungezähmt, zuweilen auch unheimlich oder beengend. Stavarič erzählt auf eine wundersam naive, aber dennoch besonnene Weise von einer in dieser Abgeschiedenheit einer Siedlung im Wald verbrachten Kindheit, inmitten von umherstreunenden Soldaten, unsichtbaren Geistern und verschwindenden Kindern.
Von Lisa Letnansky · Februar 2011

In „Der Schädel des Marquis de Sade“ berichtet der mittlerweile verstorbene Jacques Chessex von den letzten Monaten des bereits zu Lebzeiten zur Legende erhobenen, verehrten und verachteten französischen Edelmanns Donatien Alphonse François de Sade. Doch auch nach dessen Tod war es keinesfalls gänzlich vorbei mit dem Marquis. Die Legende lebte weiter, stiftete Unruhe und wurde in Beziehung zu so manchem mysteriösen Todesfall gebracht.
Von Lisa Letnansky · Januar 2011

In seinem neusten Roman führt der amerikanische Star-Autor Michael Cunningham seine Leser in die Welt der New Yorker Upper-Middleclass und in die Welt des Kunstbetriebs. Anhand des in eine tiefe Sinnkrise fallenden Kunsthändlers Peter Harris zeigt er, dass jeder Mensch seine ganz eigenen Probleme hat, und dass keine Facette des Lebens nur schwarz oder weiss ist.
Von Lisa Letnansky · Dezember 2010

In seinem Erstling lässt Gerard Donovan zwei grundverschiedene Männer aufeinander treffen und über Gott, die Welt und das Böse philosophieren, wobei sie immer wieder daran erinnert werden, in welch prekärer und unmenschlicher Lage sie sich befinden.
Von Lisa Letnansky · Dezember 2010

Indem er episondenhaft aus dem Leben verschiedenster Personen berichtet, erzählt Tom Rachman in seinem Erstling die Geschichte einer internationalen Zeitung in Rom, von ihrer Entstehung bis zu ihrem Untergang, und entwirft ein wehmütig pessimistisches Bild von den Printmedien in ihrer aktuell sehr kritischen Lage.
Von Lisa Letnansky · November 2010

In Zeiten, in denen sich junge Mädchen überlegen, einen Vampir zu heiraten, und sich andere Vampire von synthetischen Blut ernähren und somit absolut keine Bedrohung mehr für die Menschheit sind, sieht der berühmteste aller Blutsauger Anlass dazu, sich wieder einmal zu Wort zu melden, Twilight, True Blood und Co. die Stirn zu bieten, und endlich die Wahrheit über das unsterbliche Leben als Vampir zu enthüllen.
Von Lisa Letnansky · November 2010

In dem schmalen Bändchen „Unter Tieren“ lässt Dieter Bachmann seinen Helden über das Leben mit, neben und unter Tieren philosophieren, über die Überheblichkeit der Menschheit, ihren Gott-Komplex und ihren Hang dazu, nichts ausser sich selbst und die aktuelle Gegenwart wahrzunehmen. Ganz nebenbei lenkt er das Augenmerk aber auch auf die Schönheit der Welt, ihre Merkwürdigkeiten und Fragilität.
Von Lisa Letnansky · November 2010

In „Generation A“ erzählt uns Douglas Coupland von einer Welt, in der die Bienen ausgestorben, das Ökosystem auf den Kopf gestellt und beinahe die gesamte Menschheit auf Drogen ist. Diese Welt ist der unseren zwar durchaus nicht unähnlich, überspitzte Charakterisierungen und weit hergeholte Plotstrukturen verhindern jedoch ein stimmiges Wiedererkennen.
Von Lisa Letnansky · Oktober 2010

In seinem jüngsten Roman verbindet Adolf Muschg viele Einzelgeschichten zu einem Ganzen, mischt verschiedene Genres sowie Realität und Traum, lässt so vieles im Dunkeln und wirkt dennoch erhellend.
Von Lisa Letnansky · Oktober 2010

„Nicht schon wieder ein Buch über den Zweiten Weltkrieg!“, werden jetzt einige wohl denken. Doch Egon Neuhaus’ autobiographischer Roman sucht mit seiner nichts beschönigenden Darstellungsweise, seinem frechen Witz und seiner detailgetreuen Wiedergabe eines Zeitgeists seinesgleichen.
Von Lisa Letnansky · August 2010

Landiwiese, Zürich, 21. August 2010 – Mit ihrem „Frustrierenden Bilderbuch für Erwachsene“ bringt die Theatergruppe Niwagekidan Penino am diesjährigen Theaterspektakel ein verstörendes Albtraumspiel auf die Bühne, das den Zuschauer so schnell nicht mehr loslässt.
Von Lisa Letnansky · August 2010

Landiwiese, Zürich, 20. August 2010 – Das alltägliche Leben in einer hochmodernen, schnellebigen und hektischen Welt und die schwierige Aufgabe, darin die Liebe zu finden – das ist das Thema unzähliger Filme, Romane und Theaterstücke. Auch das japanische Theaterkollektiv Faifai hat sich dieser Materie angenommen, bringt aber leider nur eine oberflächliche und etwas lächerlich anmutende Darstellung zustande.
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