“Trust” von David Schwimmer

Im Internet ist nicht jeder der, der er zu sein vorgibt. Gerade Teenager, die sich dessen nicht bewusst sind, machen oft schmerzliche Erfahrungen mit Onlinebekanntschaften. Immer wieder fallen sie auch Pädophilen zum Opfer, die sich als Gleichaltrige ausgeben und sich mit ihnen anfreunden. “Trust” erzählt die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, das sich mit ihrer Onlinebekanntschaft trifft – und bald die ganze Welt gegen sich hat.

Die besten Filme 2011

2011 war, so sind sich Kritiker einig, ein gutes Kinojahr. Unsere diesjährige Top 10 des Jahres enthält allerdings einige Filmperlen, die es leider gar nicht in unsere Kinos geschafft haben. Ein Grund mehr, dem Schweizer Kinoprogramm weniger zu vertrauen als uns.

Gedanken zum Unterbruch der Konkordanz

Die grösste Partei der Schweiz steckt in einer Krise: Sie hat fast 10% ihrer Wähler verloren, scheiterte beim Versuch, im Ständerat besser vertreten sein, und verpasste es, einen zweiten Bundesratssitz zu erobern. Um ihr Gesicht zu retten, tut die Partei alles, um sich als Opfer darstellen. Die Schuld am Debakel trägt sie aber selber.

Gedanken zum Trauerspiel Bundesratswahlen 2011

Vier Jahre lang hat die SVP, nachdem sie zwei gute und mehrheitsfähige Bundesräte aus der Partei warf, gejammert und geklagt, die anderen Parteien stellten sich gegen das Konkordanzprinzip. Jetzt, nachdem die Abstrafung für den fehlenden Anstand der Partei ausgestanden ist und ihr alle anderen Parteien den verdienen zweiten Sitz zugestehen wollen, tritt die SVP selbst die Konkordanz mit Füssen – und behauptet, als tue sie genau das Gegenteil.

“The Walking Dead” von Frank Darabont

Nachdem das 21. Jahrhundert Vampiren und Werwölfen mit einer Überdosierung Kuschelrock die Zähne gezogen hat, musste man als altmodischer Monsternarr beinahe fürchten, dass auch die lebenden Toten in die keuschlüsternen Träume von Mädchen in rosa Pyjamas abwandern könnten. Glücklicherweise vermag die AMC-Serie “The Walking Dead” solchen Ängsten das Gehirn wegzupusten.

“Bad Boy Kummer“ von Miklós Gimes

Zwischen 1993 und 2000 schrieb der Berner Journalist Tom Kummer für die Magazine des Tagesanzeigers und der Süddeutschen Zeitung. Berühmt wurde er für seine Interviews mit Stars wie Pamela Anderson, Sharon Stone oder Sean Penn. Als herauskam, dass diese Interviews nie stattgefunden hatten, sondern erfunden waren, war Kummer als Journalist am Ende. In „Bad Boy Kummer“ besucht ihn sein ehemaliger Arbeitskollege Miklós Gimes und spricht mit ihm über den Presseskandal.

“Source Code” von Duncan Jones

Nach einem Bombenanschlag auf einen Zug wird Captain Colter Stevens auf eine ungewöhnliche Mission geschickt; er soll sich in das eingefangene Bewusstsein eines der Todesopfer begeben, und die letzten 8 Minuten vor dessen Tod so lange wiederholt durchleben, bis er den Attentäter findet. Dumm nur, dass diese durchaus reizvolle Filmidee in die Hände eines durchschnittlichen Hollywoodschreiberlings geriet.

Laurence C. Smith: “Die Welt ihm Jahr 2025”

Niemand weiss mit Sicherheit, wie die Welt in 50 Jahren aussehen wird. Um abschätzen zu können, wie sie wahrscheinlich aussehen wird, scheinen die bisherigen Forschungen der Klima- und Globalisierungsforscher jedoch zu reichen. Laurence C. Smith, ein anerkannter amerikanischer Klimatologe, wirft in seinem Buch einen faszinierenden Blick in diese wahrscheinliche Zukunft.

NIFFF 2011 – Preise

Der Geschmack des Publikums und der Geschmack der Jury lagen dieses Jahr für einmal nahe beisammen. Die norwegische faux-Doku “Trollhunter” räumte gleich drei Preise ab, was kaum eine Überraschung war. “Hello Ghost” gewann im asiatischen Wettbewerb, was die vielen Freudetränen, die bei den zwei Vorstellungen vergossen wurden, ebenfalls schon angekündigt hatten. Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen, unseren Senf zu jedem Preis auch dazuzugeben.

NIFFF 2011 – Kurzbesprechungen

Auch anlässlich des diesjährigen NIFFFs müssen wir unserer Leserschaft leider mitteilen, dass die Gerüchte, nach denen der Tag eines nahaufnahmen.ch Journalists 30 und nicht 24 Stunden hat, weshalb er zu jedem gesehenen Film eine ausführliche Besprechung schreiben kann, leider falsch sind. Nicht falsch jedoch sind die Gerüchte, dass wir verdammt viele Filme gesehen haben, von denen wir einige nicht unerwähnt lassen möchten.

NIFFF 2011 – Kritik zu “We need to talk about Kevin”

Das böse Kind, sei es als Antichrist in “The Omen” oder als eiskalter Elternmörder in Tom Shanklands “The Children”, ist ein fruchtbares Motiv für Horrorfilme. In Lynn Ramsays brillianter Adaption von Lionel Shrivers Bestseller “We need to talk about Kevin” entfaltet sich der Horror jedoch ohne Satansvaterschaft und Splattereffekte. Das schonungslose Drama über die dunklen Seiten des Eltern-seins ist harte Kost – aber auch einer der sehenswertesten Film des Jahres.

Simon Lelic: “Ein toter Lehrer”

In der Aula einer Londoner Eliteschule erschiesst ein Lehrer drei Schüler und eine Lehrerin. Was nach einem tragischen, aber einfachen Fall aussieht, entwickelt sich für Ermittlerin Lucia May zu einem Wendepunkt in ihrem Leben, und für den Leser zu einem äusserst emotionalen Leseerlebnis.

“Rubber” von Justin Dupieux

Ein mit übernatürlichen Kräften ausgestatteter Pneu als Mörder – zugegeben, der Einfall ist so absurd, dass man daraus einfach einen Film machen muss. Die Idee von “Rubber” scheint für viele Kritiker, welche den Film euphorisch als Kultfilm bezeichneten, jedoch wichtiger gewesen zu sein als der Film. Dass die 60 von 80 Minuten, in denen der Pneu nicht im Bild ist, einfach nur ausgemachter Mist sind, scheint den meisten entgangen zu sein.

Roddy Doyle: “Typisch irisch”

Über fast zwei Jahrhunderte hinweg schien Irlands Problem eher die Aus- als die Einwanderung zu sein. Seit Mitte der 90er Jahre kennt aber auch die grüne Insel die Angst vor unkontrollierter Immigration und damit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. In “Typisch irisch” begibt sich Roddy Doyle in das neue, multikulturelle Irland, und erzählt unverkrampft, ironisch und humorvoll Geschichten jener neuen Iren, aus deren rotem Bart kein Guinness auf das Irish Stew tropft.

“Monsters” von Gareth Edwards

Kalter Schweiss muss Hollywoods Filmproduzenten den Rücken herunter gelaufen sein, als sie Gareth Edwards “Monsters” sahen. Ein britischer Visual Effects Creator hatte mit einem Budget von 500′000 einen Spielfilm gedreht, der nicht nur um Meilen intelligenter und vielschichtiger war als manches von Hollywoods Multimillionenprojekten, sondern auch mindestens so gut aussah. “Monsters” ist der Beweis, dass low budget nicht zwingend low quality sein muss, sondern vielleicht sogar der Weg zurück zu gutem Kino ist.

“Ondine” von Neil Jordan

Welcher Fischer würde nicht gerne einmal eine wunderschöne Frau in den Netzen finden, die er an Bord zieht? Syracuse, einem vom Pech geplagten irischen Fischer, passiert in “Ondine” genau das. Dass es sich bei der Frau aus dem Meer um das Sagenwesen Selkie handeln soll, will er nicht glauben, obwohl seine Tochter felsenfest davon überzeugt ist. Eine Romanze, angesiedelt im Niemandsland zwischen Märchen und Sozialdrama, beginnt sich zu entwickeln.

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