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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Lukas Hunziker</title>
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	<description>Das Magazin im Netz</description>
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		<title>&#8220;Trust&#8221; von David Schwimmer</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 09:03:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Catherine Keener]]></category>
		<category><![CDATA[Chatroom]]></category>
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		<category><![CDATA[Pädophilie]]></category>
		<category><![CDATA[Trust]]></category>
		<category><![CDATA[Vergewaltigung]]></category>
		<category><![CDATA[Viola Davis]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/02/01/trust/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/02/trust-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Im Internet ist nicht jeder der, der er zu sein vorgibt. Gerade Teenager, die sich dessen nicht bewusst sind, machen oft schmerzliche Erfahrungen mit Onlinebekanntschaften. Immer wieder fallen sie auch Pädophilen zum Opfer, die sich als Gleichaltrige ausgeben und sich mit ihnen anfreunden. "Trust" erzählt die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, das sich mit ihrer Onlinebekanntschaft trifft – und bald die ganze Welt gegen sich hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Minenfeld Internet</h1>
<h2>&#8220;Trust&#8221; von David Schwimmer</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10361" title="trust 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/02/trust-1.jpg" alt="trust 1" width="550" height="367" /></p>
<h3 style="text-align: justify;">Im Internet ist nicht jeder der, der er zu sein vorgibt. Gerade Teenager, die sich dessen nicht bewusst sind, machen oft schmerzliche Erfahrungen mit Onlinebekanntschaften. Immer wieder fallen sie auch Pädophilen zum Opfer, die sich als Gleichaltrige ausgeben und sich mit ihnen anfreunden. &#8220;Trust&#8221; erzählt die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, das sich mit ihrer Onlinebekanntschaft trifft – und bald die ganze Welt gegen sich hat.</h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p style="text-align: justify;">Annie ist ein Teenager wie viele andere: Sie schaut zu jenen an ihrer Schule auf, die weniger zu bieten haben als sie, sich aber besser verkaufen, sie streitet sich mit ihrer Mutter, welche Kleider für die Schule angemessen sind und sie verbringt jede freie Minute in Chatrooms. Dort lernt sie Charlie kennen, einen charmanten, sportlichen 16-Jährigen, der sie versteht, ihr Tipps fürs Volleyball gibt und ihr Komplemente macht, die sie sonst noch von niemandem bekommt. Bald jedoch gesteht er ihr, dass er nicht 16, sondern 20 ist und wenige Wochen darauf korrigiert er sein Alter noch einmal nach oben. Trotz anfänglicher Skepsis gegenüber diesen Alterslügen lässt Annie zu, dass ihre Beziehung zu Charlie immer ernster wird – bis sie sich entschliesst, ihn zu treffen.</p>
<h3>Die Macht der Verdrängung</h3>
<p style="text-align: justify;">Als Annie am verabredeten Treffpunkt einem erwachsenen Mann in den Dreissigern gegenüber steht, fühlt sie sich verraten, wird wütend, vergiesst Tränen. Doch auch jetzt sind die Gefühle, die sie in den endlosen Chatgesprächen für Charlie entwickelt hat, stärker als die Vernunft. Das Treffen endet, wo es enden muss: in einem Hotelzimmer. Was dort passiert, erfahren Annies Eltern nicht von ihr selbst, sondern von einer Ärztin, die Annie auf Spuren einer Vergewaltigung untersucht, nachdem Annies beste Freundin die Polizei verständigt hat. Annie, die darauf beharrt, dass der Sex mit Charlie auch von ihr gewollt und Ausdruck ihrer Liebe war, sieht plötzlich die ganze Welt gegen sich: ihre Eltern sehen sie als Vergewaltigungsopfer, ihre beste Freundin hat ihren Freund angezeigt, und das FBI zwingt sie, bei den Ermittlungen gegen Charlie zu helfen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass Annie sich weigert, die Vergewaltigung anzuerkennen, ist ein ebenso spannender wie gewagter Wendepunkt in &#8220;Trust&#8221;. Anstatt zum Opfer von Charlie wird Annie vor allem das Opfer ihres Vaters, der in seiner Wut nicht verstehen will, warum Annie seine Rachegelüste nicht teilt. Anstatt seiner Tochter zur Seite zu stehen, beginnt er seine eigenen Ermittlungen anzustellen, tritt einer Organisation besorgter Eltern bei, welche die Adressen von Pädophilen im Internet veröffentlicht, und gibt sich schliesslich sogar als Mädchen aus, um Kontakte mit Pädophilen zu knüpfen.</p>
<div id="attachment_10362" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-10362" title="trust 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/02/trust-2.jpg" alt="trust 2" width="550" height="367" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p style="text-align: justify;">Regisseur David Schwimmer gelingt es über weite Strecken, die Komplexität der Folgen eines Pädophilieverbrechens zu zeigen. Anstatt die Geschichte zu einem Thriller werden zu lassen, in dessen Zentrum die Verfolgung des Täters steht, fokussiert &#8220;Trust&#8221; ausschliesslich auf die Reaktionen in der Familie und dem unmittelbaren sozialen Umfeld von Annie. Einzig der Schluss des Films lässt etwas zu wünschen übrig, da die Handlung hier wieder in die Strasse der Klischees einmündet und wir z.B. erfahren, dass der Pädophile von Beruf Lehrer ist – ein Klischee, das stereotype Vorstellungen in Bezug auf Pädophilie nur fördert. Trotzdem: &#8220;Trust&#8221; ist ein gelungener und mutiger Film zu einem heiklen Thema, psychologisch differenziert und überraschend kritisch.</p>
<h3>Ausstattung</h3>
<p style="text-align: justify;">Die DVD enthält ein gut viertelstündiges Making of, 13 Minuten Interviews, deren interessantesten Aussagen aber auch im Making of vorkommen. Sehenswerter sind da schon die nicht verwendeten Szenen, die der Geschichte einige interessante neue Aspekte hinzufügen. Abgerundet wird das Bonusmaterial mit dem Trailer und den ziemlich sinnlosen 3 Minuten &#8216;Behind the Scenes&#8217;.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 2. Dezember 2011 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Trust (USA 2010)            <br />
 Regie: David Schwimmer<br />
 Darsteller: Clive Owen, Catherine Keener, Liana Liberato, Chris Henry Coffey<br />
 Genre: Drama<br />
 Dauer: 97 Minuten<br />
 Bildformat: 16:9<br />
 Sprache: Englisch, Deutsch<br />
 Untertitel: Deutsch<br />
 Audio: Dolby Digital 5.1<br />
 Bonusmaterial: Making of, Interviews, Behind the Scenes, Outtakes, Trailer<br />
 Vertrieb: Praesens Film</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=k9J3fBSpXwc" target="_blank">Trailer</a></p>
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		<title>Die besten Filme 2011</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 07:40:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Beste Filme 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Black Swan]]></category>
		<category><![CDATA[Blue Valentine]]></category>
		<category><![CDATA[Carlos]]></category>
		<category><![CDATA[City Island]]></category>
		<category><![CDATA[Hanna]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholia]]></category>
		<category><![CDATA[Never let me go]]></category>
		<category><![CDATA[Stake Land]]></category>
		<category><![CDATA[We need to talk about Kevin]]></category>
		<category><![CDATA[Winter's Bone]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/02/die-besten-filme-2011/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Best-movies-2011-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>2011 war, so sind sich Kritiker einig, ein gutes Kinojahr. Unsere diesjährige Top 10 des Jahres enthält allerdings einige Filmperlen, die es leider gar nicht in unsere Kinos geschafft haben. Ein Grund mehr, dem Schweizer Kinoprogramm weniger zu vertrauen als uns.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Die besten Filme 2011</h1>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10227" title="Best movies 2011" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Best-movies-2011.jpg" alt="Best movies 2011" width="550" height="365" /></p>
<h3 style="text-align: justify;">Die Filmkritiker sind sich einig: 2011 war ein gutes Kinojahr. Die Schweiz hat davon allerdings wenig gemerkt; viele der meistdiskutierten und spannendsten Filme schafften den Weg in unsere Kinos nicht, welche noch stärker als in den Jahren zuvor von deutsch synchronisiertem Blockbustermüll dominiert waren. Und da das nahaufnahmen.ch Team zudem auch noch wenig Zeit fürs Kino hatte, verwundert es kaum, dass selbst wir von jedem zweiten Film, der auf Top-10-Listen namhafter Kritiker steht, noch nie gehört haben. Dennoch lassen wir es uns nicht nehmen, unsere ganz eigene, subjektive, unvollständige (aber trotzdem unangefochten beste) Liste zu machen:</h3>
<p>Von Lukas Hunziker</p>
<h3>10. Blue Valentine</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10228" title="Blue Valentine" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Blue-Valentine.jpg" alt="Blue Valentine" width="550" height="366" /></p>
<p style="text-align: justify;">Das tragische Ende einer grossen Liebe, welcher Ryan Gosling und Michelle Williams ein unvergessliches Gesicht gaben, erschien bei uns direkt auf DVD. Zugegeben, für das Publikum ist &#8220;Blue Valentine&#8221; eine Folter der besonders sadistischen Art: Über zwei Stunden wird schonungslos die brutale Trennung eines Traumpaares gezeigt, wie man es auf der Leinwand nur selten sieht. Der Film erzählt die letzten 24 Stunden einer Ehe, die sich totgelaufen hat, gespickt mit Flashbacks zu den romantischen Anfängen der Beziehung. Schlussmachen auf der Leinwand tat selten so weh &#8211; und dass wir diesen  Schmerz nur auf DVD geniessen durften, ist kein Kompliment für die Schweizer Verleihe.<br class="spacer_" /></p>
<h3>9. Stake Land</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10230" title="Stakeland" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Stakeland.jpg" alt="Stakeland" width="550" height="367" /></p>
<p style="text-align: justify;">Das von den Twilightromanen eingeleitete Vampir-Revival hat vielen blutleeren Blutsaugerfilmchen und Blutsaugerserien Geburtshilfe geleistet. Wer jedoch glaubte, der gute Vampirfilm sei damit gestorben, der wurde am NIFFF eines Besseren belehrt. In &#8220;Stake Land&#8221; (auf deutsch unter dem Titel &#8220;Vampire Nation&#8221; auf DVD erhältlich) waren endlich wieder einmal Vampire zu sehen, die nicht den feuchten Träumen aufgedunsener Teenager entsprungen sind. In diesem düsteren und atmosphärischen  Roadmovie sucht sich eine kleine Gruppe Überlebender ihren Weg aus einem postapokalyptischen Amerika in das in Kanada liegende &#8220;New Eden&#8221; &#8211; und trifft dabei auf kreischende Blutsauger und religiöse Fanatiker. Ein Film, in welchem christliche Extremisten Vampire aus Hubschraubern über Flüchtlingscamps abwerfen – was kann sich das Kritikerherz Lieblicheres denken?<br class="spacer_" /></p>
<h3>8. Never let me go</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10231" title="Never let me go" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Never-let-me-go.jpg" alt="Never let me go" width="550" height="365" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die Verfilmung von Kazuo Ishiguros Erfolgsroman gehört ebenfalls zu jenen Filmen, die in diesem Jahr nicht die Aufmerksamkeit bekamen, die sie verdient hätten. Der Grund mag ein ähnlicher sein wie bei &#8220;Blue Valentine&#8221; &#8211; ein Feelgoodmovie sieht anders aus. Kathy, Thommy und Ruth erfahren während ihrer Kindheit in einem englischen Internat, dass sie Klone sind und ihr einziger Lebenszweck darin besteht, als menschliche Ersatzteillager  zu dienen, wenn ihre Zeit gekommen ist. Kathy, die sich schon als Kind in Thommy verliebt, muss mitansehen, wie Ruth ihn ihr wegschnappt. Ruth klammert sich verzweifelt an das Gerücht, dass Paare, die füreinander bestimmt sind, von ihrer schrecklichen Aufgabe entbunden werden. Die Verfilmung von Mark Romanek ist eine kompromisslose Verfilmung der literarischen Vorlage, ohne Konzessionen an Mainstreamdramaturgie &#8211; mit ein Grund, warum &#8220;Never let me go&#8221; zu den eindrücklichsten Filmen des Jahres gehörte.<br class="spacer_" /></p>
<h3>7. Hanna</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10232" title="Hanna" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Hanna.jpg" alt="Hanna" width="550" height="366" /></p>
<p style="text-align: justify;">Hanna, ein Mädchen, das in einer Blockhütte im arktischen Norden aufwächst und von ihrem Vater Kämpfen, Schiessen und Töten lernt, war eine der interessantesten und liebenswürdigsten Kinofiguren dieses Sommers. Je öfter man &#8220;Hanna&#8221; sieht, desto mehr fällt einem auf, wie viele Lücken und Logikfehler die Story hat, und trotzdem verzeiht man dem Film alles, da ihn gerade diese Ungeschliffenheit zu einer herrlichen Ausnahme im sonst oft so berechenbaren Kinoprogramm machte. Die Story ist in &#8220;Hanna&#8221; sowieso sekundär &#8211; ein Genuss ist der Film wegen seiner klasse inszenierten Actionsequenzen, dem grossartigen Soundtrack der Chemical Brothers, der entzückenden Saoirse Ronan und einiger der unvergesslichsten Szenen des ganzen Kinojahres. Allein die Einstellung, in welcher Cate Blanchett in Stöckelschuhen aus dem Mund des Wolfes im Berliner Spreepark tritt, müsste den Film eigentlich auf jede Top-10-Liste des Jahres katapultieren.</p>
<h3>6. City Island</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10233" title="City Island" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/City-Island.jpg" alt="City Island" width="550" height="369" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die Komödie des Jahres kam bei uns ebenfalls nicht im Kino, sondern erschien direkt auf DVD. &#8220;City Island&#8221; zeigt Andy Garcia in einer seiner besten Rollen seit langem: als Vince Rizzo, einem Gefängniswärter, den das Leben unerwartet vor ein Dilemma stellt: Um seine Leidenschaft für die Schauspielerei vor seiner Frau geheimzuhalten, gibt er vor, mit Freunden Poker zu spielen, während er in Wahrheit Schauspielunterricht nimmt. Als er an einer Audition für eine kleine Rolle in einem Scorsese Film  entdeckt wird, weiss er: seine Frau wird ihm für die Lüge trotzdem die Hölle heiss machen. Doch dies ist bei weitem nicht das einzige Problem in der Familie: die Tochter hat heimlich das College geschmissen und arbeitet als Stripperin, der Sohn ist davon besessen, dicke Frauen mit fettigem Essen zu füttern, und Vince&#8217; Frau geht gedanklich mit einem Mann fremd, der sich als Vince&#8217;s Sohn aus einer früheren Beziehung entpuppt. Sprich: Humor auf Topniveau, 100 Minuten zum krummlachen.<br class="spacer_" /></p>
<h3>5. Carlos the Jackal</h3>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignnone size-full wp-image-10234" title="Carlos" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Carlos.jpg" alt="Carlos" width="550" height="367" /></p>
<p style="text-align: justify;">Geplant als aufwändiger TV-Dreiteiler sorgte &#8220;Carlos &#8211; the Jackal&#8221; in Cannes für so viel Furore, dass er in einer um fast drei Stunden gekürzen Fassung vielerorts in die Kinos kam. Die Verstümmelung ist bedauerlich, und die lange Fassung sei an dieser Stelle allen ans Herz gelegt, die den Film noch sehen wollen, trotzdem war &#8220;Carlos&#8221; aber ein Geschenk für das Kinojahr. Erzählt wird der Aufstieg und Fall von Carlos, dem wahrscheinlich bekanntesten Terroristen des 20. Jahrhunderts, welcher unter anderem die Geiselnahme an der OPEC-Konferenz 1975 leitete. Warum die Terroristensaga so sagenhaft unterhaltsam ist, ist schwierig zu sagen – vielleicht, weil einem die selbstverliebte Hauptfigur trotz ihrer Taten ein kleines bisschen sympathisch ist, oder weil der Film so unverschämt unvoreingenommen gegen den verblendeten Terrorkönig ist. So oder so &#8211; &#8220;Carlos&#8221; ist grosses Kino, das beweist, wie wunderbar episch europäische Produktionen sein können.<br class="spacer_" /></p>
<h3>4. Black Swan</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10235" title="black swan" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/black-swan.jpg" alt="black swan" width="550" height="367" /></p>
<p style="text-align: justify;">Darren Aronofsky war noch nie sehr subtil. Der letzte Teil seines esoterischen Dramas &#8220;The Fountain&#8221; war an Kitsch kaum zu überbieten &#8211; und war trotzdem gut. Auch &#8220;Black Swan&#8221; hält sich mit überladender Symbolik nicht zurück; jede Szene ist bis ins Detail auf den Konflikt der Hauptfigur hinstilisiert: Die Ballettänzerin Nina, ein schüchternes, verklemmtes Mädchen, das noch bei ihrer Mutter wohnt, muss für die Hauptrolle im &#8220;Schwanensee&#8221; den schwarzen Schwan in sich entdecken, dessen verführerisches, leidenschaftliches und spontanes Wesen Nina nicht fremder sein könnte. Die Suche nach dieser &#8220;schwarzen&#8221; Seite in sich treibt Nina in Wahnvorstellungen, und langsam verwandelt sie sich in den schwarzen Schwan &#8211; ganz buchstäblich, versteht sich. Man kann Aronofsky mögen oder nicht &#8211; &#8220;Black Swan&#8221; war im besten Sinn radikal und erfrischend unsubtil &#8211; und damit einer der besten fünf Filme des Jahres.<br class="spacer_" /></p>
<h3>3. Melancholia</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10236" title="melancholia" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/melancholia.jpg" alt="melancholia" width="550" height="365" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die Welt ging im Kino schon oft unter. So schön wie in Lars von Triers &#8220;Melancholia&#8221; aber noch nie. Während in Blockbustern wie &#8220;2012&#8243; möglichst jedes berühmte Bauwerk der Welt in Zeitlupe in seine Bestandteile zerlegt wird, sind bei von Triers Weltuntergang nur drei Menschen zugegen: die Schwestern Justine und Claire, sowie deren Sohn. Einmal erleben wir die fatale Kollision der Erde mit dem Planeten Melancholia im Weltall, einmal mit den dreien auf offener Wiese. Überlebende gibt es keine &#8211; und sollte Justine recht behalten, so stirbt mit den dreien alles Leben im ganzen Universum. Es braucht einen von schweren Depressionen geplagten Regisseur, um Depression auf der Leinwand zu inszenieren. Näher als &#8220;Melancholia&#8221; ist dem Phänomen Depression bisher wohl kaum je ein Film gekommen: die Heldin des Films ist diejenige, welche das Ende allen Lebens herbeisehnt, im Untergang triumphiert und als Einzige rational zu handeln vermag. Schwere Kost, federleicht inszeniert – ob Cannes es sich leisten kann, in Zukunft ohne von Trier auszukommen, wird sich zeigen, denn dass er zu den besten Regisseuren der Welt gehört, bewies er mit &#8220;Melancholia&#8221; einmal mehr.<br class="spacer_" /></p>
<h3>2. Winter&#8217;s Bone</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10237" title="winter's bone" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/winters-bone.jpg" alt="winter's bone" width="550" height="367" /></p>
<p style="text-align: justify;">2011 war kein gutes Jahr für den amerikansichen Independentfilm &#8211; mit einer proninenten Ausnahme: Debra Graniks &#8220;<a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/03/13/winter%E2%80%99s-bone/" target="_blank">Winter&#8217;s Bone</a>&#8220;. Der Film erzählt die Geschichte von Ree, einem Mädchens aus einer rauen, ärmlichen Region im südlichen Missouri, das versucht, den Verkauf des Familiengrundstücks zu verhindern und seinen Vater zu finden. In einer Region, in welcher das meiste Geld für Crystal Meth ausgegeben wird und die Interessen der Familie über jenen des Staates stehen, ist es für Ree nahezu unmöglich, Gehör und Gerechtigkeit zu finden. Jennifer Lawrences herausragende schauspielerische Leistung, die kompromisslos trostlose und gefühlskalte Atmosphäre des Films machen &#8220;Winter&#8217;s Bone&#8221; zu einer der ganz grossen Entdeckungen des Jahres und zur wahrscheinlich eindringlichsten Darstellung von Armut im Amerika des 21. Jahrhunderts.<br class="spacer_" /></p>
<h3>1. We need to talk about Kevin</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10238" title="we need to talk about kevin" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/we-need-to-talk-about-kevin.jpg" alt="we need to talk about kevin" width="550" height="365" /></p>
<p style="text-align: justify;">Der klar beste Film, der 2011 an internationalen Festivals zu sehen war, ist Lynne Ramsays Verfilmung von Lionel Shrivers Bestseller &#8220;<a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/07/03/we-need-to-talk-about-kevin/" target="_blank">We need to talk about Kevin</a>&#8220;. Tilda Swinton spielt darin die Mutter eines Kindes, welches als Teenager eine Tat begeht, die das Leben der Familie für immer zerstört. Der Film zeigt Szenen aus der Gegenwart und Vergangenheit der Mutter und ihres Sohns Kevin, der sich schon im Babyalter als Satansbraten entpuppt &#8211; zumindest für die Mutter, gegen die sich die Bosheit Kevins in erster Linie richtet. Ob Kevin von Natur aus böse ist, warum er böse ist, warum nur seine Mutter seine Bosheit zu spüren bekommt &#8211; dies alles sind Fragen, die der Film nicht beantwortet, und genau darin liegt seine Faszination. Kevins Leben wird aussschliesslich aus der Sicht seiner Mutter erzählt, wodurch er für den Zuschauer genau jenes unlösbare Rätsel bleibt, welches er auch für die Mutter ist. Lynne Ramsay nahm sich bei der Adaption des Romans, welche man eigentlich für unmöglich halten müsste, genau die richtigen Freiheiten heraus, und setzte die Geschichte mit unglaublichem Feingefühl fürs Kino um. Keine Einstellung ist nicht perfekt komponiert, keine Szene ist zuviel oder zu wenig. &#8220;We need to talk about Kevin&#8221; ist ein Meisterwerk &#8211; eines, für das sich bis heute aber noch kein Schweizer Verleih gefunden hat. Sollte auch dieser Film direkt auf DVD erscheinen, darf man das Schweizer Kino für tot erklären &#8211; ein Verleih, der sich um diesen Film nicht reisst, gehört niedergebrannt.</p>
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		<title>Gedanken zum Unterbruch der Konkordanz</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 13:12:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesratswahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesratswahlen 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Konkordanz]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/12/15/gedanken-zum-unterbruch-der-konkordanz/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/bundesratswahlen-2011-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Die grösste Partei der Schweiz steckt in einer Krise: Sie hat fast 10% ihrer Wähler verloren, scheiterte beim Versuch, im Ständerat besser vertreten sein, und verpasste es, einen zweiten Bundesratssitz zu erobern. Um ihr Gesicht zu retten, tut die Partei alles, um sich als Opfer darstellen. Die Schuld am Debakel trägt sie aber selber.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><span style="-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.296875); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);">Über die Inkompetenz, mit Fehlern umzugehen</span></h1>
<h2>Gedanken zum Unterbruch der Konkordanz</h2>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-10158" title="bundesratswahlen 2011" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/bundesratswahlen-2011.jpg" alt="bundesratswahlen 2011" width="550" height="323" /></h3>
<h3>Die grösste Partei der Schweiz steckt in einer Krise: Sie hat fast 10% ihrer Wähler verloren, scheiterte beim Versuch, im Ständerat besser vertreten sein, und verpasste es, einen zweiten Bundesratssitz zu erobern. Um ihr Gesicht zu retten, tut die Partei alles, um sich als Opfer darstellen. Die Schuld am Debakel trägt sie aber selber.</h3>
<p>Ohne Zweifel ist es schade, dass die Konkordanz im Bundesrat nicht länger besteht. Die SVP hat einen Sitz zu wenig, die FDP einen zu viel. Das ist falsch, das ist ungerecht, das ist nicht wünschenswert in einer Konsensregierung. Die SVP hat ein Anrecht auf zwei Sitze, solange sie diese nicht hat, ist der Volkswille im Bundesrat nicht angemessen vertreten.</p>
<p>Dass die Konkordanz gebrochen wurde, darin muss man der SVP recht geben. Wer sie gebrochen hat, ist ein ganz anderes Thema. Keine Partei in der Schweiz bestreitet den Anspruch der SVP auf zwei Sitze. Die SP bot der SVP im Vorfeld der Bundesratswahlen sogar an, ihr dazu zu verhelfen und damit einen aktiven Beitrag zu leisten, die Konkordanz wiederherzustellen. Die SVP lehnte ab. Aus Stolz, aus Überheblichkeit, aus Ignoranz, aus Verblendung. Und dafür zahlte sie gestern den Preis.</p>
<h3>Rache über Vernunft</h3>
<p>Die Parteispitze kann nicht so dumm gewesen sein nicht zu verstehen, dass das Angebot der SP ihre einzige Chance war, einen Kandidaten in den Bundesrat zu bringen. Sie wusste, dass Eveline Widmer-Schlumpf eine gute und beliebte Bundesrätin ist, die wiedergewählt werden würde, wenn auch knapp. Sie wusste, dass die FDP niemals einen Bundesrat zurückziehen würde. Wenn die Partei wirklich einen zweiten Bundesrat wollte, was gab es da noch zu überlegen?</p>
<p>Was die SVP dazu brachte, das Angebot der SP abzulehnen, waren niedere Instinkte. Die Lust auf Rache. Rache an jener Frau aus den eigenen Reihen, die es vor vier Jahren wagte daran zu zweifeln, dass man der Regierung einen schlechten und unkollegialen Bundesrat aufzwingen sollte. Rache an einer Partei von Abtrünnigen, deren Namen die Hardliner der Partei nicht mehr aussprechen wollen: Seit den Wahlen heisst die BDP für sie die 5% Partei. Wie kindisch und grob undemokratisch dies ist, scheint die Partei nicht zu merken.</p>
<h3>Erpressung statt Zusammenarbeit</h3>
<p>Statt mit Hilfe der verhassten SP einen zweiten Sitz zu bekommen, entschloss sich die SVP, die nach wie vor nur einen Viertel der Bevölkerung vertritt, den restlichen drei Vierteln ihre Interpretation von Konkordanz aufzuzwingen, eine Interpretation, die den heutigen politischen Verhältnissen ganz einfach nicht mehr entspricht. Vermessen und größenwahnsinnig schienen Brunner, Baader und Blocher zu glauben, sie verträten ein höheres Prinzip, dem andere aus Angst und Ehrfurcht folgen würden. Doch Angst vor der SVP hat seit den jüngsten Wahlniederlagen niemand mehr. Und Ehrfurcht erst recht nicht.</p>
<p>Selbst in der SVP selber schüttelten viele die Köpfe über das realitätsfremde Verhalten der Parteispitze. Die klügeren Köpfe der Partei, wie Peter Spuhler oder This Jenny, stimmten in die von Brunner und Baader dirigierten Jammerchöre denn auch nicht ein &#8211; zu peinlich war ihnen wohl das  Theater, dass ihre Generäle abließen. Das überstürzte Umsichschlagen und die irritierende Kampfansage Baaders nach der Wahl von Widmer-Schlumpf wurde nicht von allen in der Fraktion getragen. Viele schienen zu wissen, dass der Angriff auf die FDP die Partei noch teuer würde zu stehen kommen.</p>
<h3>Ahnenverehrung vor politischem Gespür</h3>
<p>Eine SVP im Siegesrausch oder zumindest in Angriffshaltung ist schwer zu bremsen. In der Defensive jedoch agiert die Partei kopflos und unüberlegt, verfällt in einen Berserkerrausch, der mehr lächerlich als furchteinflössend ist. Seit der Wahlniederlage bei den Parlamentswahlen rudert die Partei mit den Armen, um ihr Gleichgewicht wiederzufinden, ohne zu merken, dass sie dieses damit nur noch mehr verliert und besser in Würde umfallen und wieder aufstehen würde. Vielleicht hat sie gemerkt, dass es ihr besser gehen würde, hätte sie die Abwahl von Christoph Blocher vor vier Jahren akzeptiert. Es ist nicht auszuschliessen, dass sie damit heute im Bundeshaus doppelt vertreten wäre, die 30% Wählermarke erreicht hätte, und im Bundeshaus ihr Verständnis von Konkordanz unangefochten bliebe.</p>
<p>Christoph Blocher hat die SVP zu der Partei gemacht, die sie ist. Man kann verstehen, warum viele in der SVP nicht akzeptieren wollen, dass gerade seine Zeit abgelaufen ist und die Partei als grösste Partei des Landes einen anderen Stil braucht, nicht die Guerillarhetorik einer Bauernpartei. Was wäre für diese SVP alles möglich, wenn sie sich personell und rhetorisch neu orientieren würde? Dass es mehr ist, viel mehr, als der Zirkus gestern, steht fest.</p>
<p>Dass die SVP nicht zwei Bundesräte hat, ist einen Bruch mit der Konkordanz. Schuld daran ist die Partei selber. Ihre zwei Verbündeten im Kampf um einen zweiten Sitz griff sie kopflos an. Auf Friedensangebote liess sie sich nicht ein. Dass der Rausschmiss von Widmer-Schlumpf und Schmied ein Fehler war, weigert sie sich zuzugeben. Dass die neuen Mitteparteien rechnerisch Anrecht auf einen Sitz haben, verleugnet sie. So wird man nicht Bundesrat, auch wenn man es numerisch verdient. Ein Kind, dass seiner Mutter befiehlt ihm das Essen zu bringen, wird dadurch auch meistens länger darauf warten &#8211; besonders wenn es 5 Minuten früher noch behauptete, keinen Hunger zu haben.</p>
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		<title>Gedanken zum Trauerspiel Bundesratswahlen 2011</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 22:07:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesratswahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesratswahlen 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Konkordanz]]></category>
		<category><![CDATA[Parlamentswahlen 2011]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/12/09/konkordanz-scheitert-an-der-svp/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/SVP-Konkordanz-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Vier Jahre lang hat die SVP, nachdem sie zwei gute und mehrheitsfähige Bundesräte aus der Partei warf, gejammert und geklagt, die anderen Parteien stellten sich gegen das Konkordanzprinzip. Jetzt, nachdem die Abstrafung für den fehlenden Anstand der Partei ausgestanden ist und ihr alle anderen Parteien den verdienen zweiten Sitz zugestehen wollen, tritt die SVP selbst die Konkordanz mit Füssen - und behauptet, als tue sie genau das Gegenteil.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Die Konkordanz scheitert an der SVP</h1>
<h2>Gedanken zum Trauerspiel Bundesratswahlen 2011</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10085" title="SVP Konkordanz" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/SVP-Konkordanz.jpg" alt="SVP Konkordanz" width="550" height="268" /><br class="spacer_" /></p>
<h3 style="text-align: justify;">Vier Jahre lang hat die SVP, nachdem sie zwei gute und mehrheitsfähige Bundesräte aus der Partei warf, gejammert und geklagt, die anderen Parteien stellten sich gegen das Konkordanzprinzip. Jetzt, nachdem die Abstrafung für den fehlenden Anstand der Partei ausgestanden ist und ihr alle Parteien den verdienten zweiten Sitz zugestehen wollen, tritt die SVP selbst die Konkordanz mit Füssen &#8211; und behauptet, sie tue genau das Gegenteil.</h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p style="text-align: justify;">2 Vertreter der SVP, 2 Vertreter der FDP, 2 Vertreter der SP, 1 Vertreter der CVP &#8211; so stellt sich die SVP-Spitze die neue Bundesratszusammensetzung vor. Für die SVP wäre damit die lang vermisste Konkordanz wiederhergestellt: die drei stärksten Parteien wären mit je 2 Bundesräten vertreten, die vierstärkste mit einem. Diese Auslegung des Konkordanzprinzip gefällt der SVP besonders gut, da die Rechte und die rechte Mitte damit auf eine klare Mehrheit kämen, was die Partei über die jüngsten Wählerverluste hinwegtrösten würde. Die SVP würde damit zusammen mit der FDP 57% der Schweizer Bevölkerung vertreten, obwohl nur 41,7% eine dieser beiden Parteien gewählt haben – schöne Aussichten für eine Verliererpartei bei Wahlen.</p>
<p style="text-align: justify;">Konkordanz hat mit der im letzten Jahrhundert noch sinnvollen Zauberformel aber im Grunde wenig zu tun, die Idee hinter einer Konkordanzregierung ist eine andere: Die Regierung, und damit auch der Bundesrat, soll die Wählerstärke der einzelnen Parteien widerspiegeln, damit die Meinung des Volkes möglichst fair im Bundeshaus vertreten ist. Würde sich die SVP zu dieser Art der Konkordanz bekennen, müsste sie ehrlicherweise von einer Unterstützung des zweiten FDP-Sitzes absehen. Nicht nur ist es nämlich nicht vertretbar und nicht mit der Idee der Konkordanz zu vereinigen, dass fast 15% der Bevölkerung von zwei Parteien in der Regierung vertreten sind, mit deren politischen Inhalten sie nichts am Hut haben. Es ist auch nicht vertretbar, dass über 27% aller Schweizer nicht im Bundesrat vertreten sind.</p>
<h3>Scheinheilige Auslegung der Konkordanzidee</h3>
<p style="text-align: justify;">So lange die neuen Parteien im Aufwind sind und mehr als jeder vierte Schweizer seine Stimme einer Partei gibt, die nicht zu den vier stärksten gehört, hat die Zauberformel ausgedient. So lange die Tendenz anhält, dass alle grossen traditionellen Parteien an Wählern einbüssen und diese an junge Parteien mit mehrheitsfähigeren politischen Inhalten verlieren, ist die Doppeltvertretung einer Partei, die nur einen guten Siebtel der Schweizer Bevölkerung hinter sich hat, beinahe ein Skandal. Der Ruf der SVP nach Konkordanz ist scheinheilig und zutiefst undemokratisch. Mit einer unzeitgemässen und einseitigen Auslegung eines Schlagwortes tut die Partei dasselbe, was vor wenigen Tagen die Partei Einiges Russlands getan hat: Sie betrügt die Bevölkerung und missachtet die Wahlergebnisse um egoistisch die eigene Position zu stärken.</p>
<p style="text-align: justify;">Einen guten Weg, die neuen Verhältnisse im Bundesrat abzubilden, gibt es zugegebenermassen nicht. Bessere Lösungen als jene der SVP hingegen gibt es. Dass zwei Kandidaten der SVP, einer der FDP und einer der CVP einen Sitz bekommen sollten, ist klar. Dass die Grünen keinen Sitz für sich beanspruchen können, darf man ebenfalls als gerechtfertigt anschauen, besonders wenn die SP, deren Parteiprogramm sich in vielen Belangen mit jenem der Grünen deckt, zwei Sitze für sich beanspruchen will. Es bleibt also ein Sitz für die knapp 11% der &#8220;neuen&#8221; Mitte: GLP und BDP. Dass diese 11% für eine Sitz reichen, wird u.a. auch von der Zusammensetzung des Ständerates gestützt, da dort die Mitteparteien, die bei der SVP-Auslegung der Konkordanz klar untervertreten sind, mehr als einen Drittel aller Sitze innehaben. Da es mehr Sinn macht, einen amtierenden Bundesrat im Amt zu bestätigen als dieses mit einem neuen Kandidaten zu besetzen, welcher ähnliche Interessen vertritt, macht es durchaus Sinn, die &#8220;neue&#8221; Mitte von Eveline Widmer-Schlumpf vertreten zu lassen. Mit 2 Sitzen für SVP und SP sowie je einem Sitz für FDP, CVP und BDP wären die Wählerinteressen und die poltischen Inhalte aller Parteien folglich sehr gut im Bundesrat vertreten.</p>
<h3>Vier weitere Jahre Quängelei in Aussicht</h3>
<p style="text-align: justify;">An einer Lösung, welche die Grundidee der Konkordanz relativ gut umsetzen könnte, mangelt es also nicht. Dass es selbst in dieser Konstellation wohl eine klare Mehrheit für viele Anliegen der SVP gäbe, lässt deren Ablehung dieser Variante umso seltsamer anmuten. Dass die Partei ihre Machtkämpfe mit der BDP und der SP über politische Fairness stellt, ist ein Armutszeugnis für die Partei. Gerade dann, wenn die politische Landschaft der Schweiz nichts nötiger hätte als wieder mehr Sachlichkeit, Ausgeglichenheit und Anstand, entschliesst sich das enfant terrible der Schweizer Politik mal wider zu quängeln. Und diese Quängelei wird wohl zu einem von zwei Ergebnissen führen, die beide äusserst unerwünscht sind: Entweder setzt die Partei einen zweiten FDP-Bundesrat durch und tritt damit die Ergebnisse der Parlamentswahlen mit Füssen, oder sie gewinnt ihren angestrebten zweiten Sitz nicht und wird  als Folge vier weitere Jahre allen anderen für ein Problem die Schuld geben, das sie sich selber eingebrockt hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist schade, dass die SVP selber nach einem Wählerverlust von 2,4% nicht merkt, dass es Zeit wird, als Partei erwachsen zu werden, und dass die Schweiz genug hat von Spielchen, die einer guten Politik nur im Weg stehen. Es ist zu hoffen, dass sich die Parteibasis endlich einmal gegen die Selbstinszenierer und Marktschreier, von welchen sie vertreten wird, erhebt und die Partei zu einer starken bürgerlichen Kraft macht, die mit guten politischen Vorstössen auf sich aufmerksam macht, anstatt mit dem Affentheater, unter dem wir wohl nur noch vier weitere Jahre leiden müssen.</p>
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		<title>&#8220;The Walking Dead&#8221; von Frank Darabont</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 22:03:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Lincoln]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Darabont]]></category>
		<category><![CDATA[Jeffrey DeMunn]]></category>
		<category><![CDATA[Jon Bernthal]]></category>
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		<category><![CDATA[Sarah Wayne Callies]]></category>
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		<category><![CDATA[Walking Dead]]></category>
		<category><![CDATA[zombies]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/12/07/the-walking-dead/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/The-Waling-Dead-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Nachdem das 21. Jahrhundert Vampiren und Werwölfen mit einer Überdosierung Kuschelrock die Zähne gezogen hat, musste man als altmodischer Monsternarr beinahe fürchten, dass auch die lebenden Toten in die keuschlüsternen Träume von Mädchen in rosa Pyjamas abwandern könnten. Glücklicherweise vermag die AMC-Serie "The Walking Dead" solchen Ängsten das Gehirn wegzupusten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>It’s a Zombie’s World</h1>
<h2>&#8220;The Walking Dead&#8221; von Frank Darabont</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10077" title="The Waling Dead 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/The-Waling-Dead-1.jpg" alt="The Waling Dead 1" width="550" height="409" /></p>
<h3>Nachdem das 21. Jahrhundert Vampiren und Werwölfen mit einer Überdosierung Kuschelrock die Zähne gezogen hat, musste man als altmodischer Monsternarr beinahe fürchten, dass auch die lebenden Toten in die keuschlüsternen Träume von Mädchen in rosa Pyjamas abwandern könnten. Glücklicherweise vermag die AMC-Serie &#8220;The Walking Dead&#8221; solchen Ängsten das Gehirn wegzupusten.</h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p>Postapokalypse, Familiendrama, Western und wandelnde Leichen waren kaum je so schön vereint: Hilfssheriff und Familienvater Rick Grimes überlebt im Koma als Einziger den Kampf zwischen durch eine Seuche zu Zombies mutierten Leichen und einer Spezialeinheit des Militärs in einem Krankenhaus nahe Atlanta. Als er ausgehungert aber genesen von einer schweren Schussverletzung in seinem Krankenbett erwacht, findet er sich in einer kadaverübersäten Geisterstadt wieder. Auf der Suche nach seiner Familie macht er seine erste Begegnung mit den lebenden Toten – und mit zwei der letzten Überlebenden der Stadt.</p>
<h3>Familienknatsch in einer Welt voller Hirnlosen</h3>
<p>Knappe 5 Stunden dauern der Pilot und die fünf Episoden der ersten Staffel. Während diesen werden zwar so einige Zombieköpfe genüsslich vom Hals getrennt oder an die Wand verspritzt, doch &#8220;The Walking Dead&#8221; will glücklicherweise mehr, als klassisches Monsterslashing. Anständig bewaffnet begibt sich Rick Grimes nämlich nicht in erster Linie auf Zombiejagd, sondern auf die Suche nach seiner Frau und seinem Sohn, die, wie Rick nach einem Besuch bei sich zu Hause vermuten darf, den fleischhungrigen Mäulern der lebenden Toten entkommen und geflüchtet sind. Tatsächlich findet Rick die drei nach ereignisreicher Suche in einem Camp ausserhalb von Atlanta. Was er bei seinem Eintreffen nicht weiss, ist dass seine Lori ihn für Tod hält und sich in eine Affäre mit Ricks ehemaligen besten Freund Shane geflüchtet hat.</p>
<div id="attachment_10078" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-10078" title="walking dead 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/walking-dead-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="355" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Doch nicht nur in Ricks Familie hängt der Haussegen an einem seidenen Faden, auch die anderen Überlebenden im Camp sind einander trotz der drohenden Vernichtung der Menschheit alles andere als ein Fels in der Brandung. Ein zu häuslicher Gewalt neigender chauvinistischer Ehemann, zwei rassistische Waffennarren, und ein verwirrter, gräberschaufelnder Pessimist drohen die Gruppe Überlebender von innen heraus zu zerreissen. Dass sich die Serie Zeit für Ihre Figuren nimmt und auch jene ausführlich einführt, in welche sich kurz darauf faulige Zombiezähne verbeissen, ist eine ihrer vielen Stärken. Auch visuell lässt sich „The Walking Dead“ nicht lumpen und erreicht in vielen Szenen beinahe Kinoästhetik. Nicht zuletzt will gesagt sein, dass auch die &#8220;Walkers&#8221; selber verdammt gut aussehen und den klassischen Romero-Zombie mit klasse CGI-Effekten verbinden.</p>
<p>Die zweite Staffel von &#8220;The Waking Dead&#8221; läuft in den USA und Deutschland bereits und wartet mit 13 neuen Folgen auf, was das Herz zurecht höher schlagen lässt. Die erste Folge der zweiten Staffel wurde mit 7.3 Millionen Zuschauern die bisher meistgesehene Serienfolge im amerikanischen Kabelfernsehen. Und trotz dem Ausstieg von Serienschöpfer Frank Darabont ist die dritte Staffel schon angekündigt. Sollten die Stärken der ersten Staffel dabei ihre Fortsetzung finden, darf man der Serie wohl schon als wegweisend für den Zombiefilm des 21. Jahrhunderts betrachten.</p>
<h3>Ausstattung</h3>
<p>Auch das Bonusmaterial zu &#8220;The Walking Dead&#8221; hat Biss: fast zwei Stunden lang lassen die Macher sich in einen Making of und diversen Featurettes über die Schultern schauen. Creator Frank Darabont, Robert Kirkman, der Autor der Comicvorlage, sowie Cast und Crew kommen darin ausführlich zu Wort, man begleitet die Zombiestatisten durch ihre Ausbildung zum hinkenden und sabbernden Kannibalen, und man lernt, wie man aus Haferflocken Zombiemakeup bastelt. Extras, wie man sie sich eben wünscht.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 27. Oktober 2011 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: The Walking Dead (USA 2010)            <br />
 Creator: Frank Darabont<br />
 Darsteller: Andrew Lincoln, Jon Bernthal, Sarah Wayne Callies, Steven Yeun, Jeffrey DeMunn, Norman Reedus, Laurie Holden<br />
 Genre: Zombieserie<br />
 Dauer: 282 Minuten<br />
 Bildformat: 1:1,78<br />
 Sprache: Englisch, Deutsch<br />
 Untertitel: Deutsch<br />
 Audio: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0<br />
 Bonusmaterial: The Making of &#8220;The Walking Dead&#8221;, Inside &#8220;The Walking Dead&#8221;: Episoden 1-6, Behind the Scenes, Zombie Make-up-Tipps, Diskussionsrunde mit den Produzenten, Extra Footage Featurettes<br />
 Vertrieb: Warner</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=M44YJPJ1Ops" target="_blank">Trailer</a></p>
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		<title>&#8220;Bad Boy Kummer“ von Miklós Gimes</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 22:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Boy Kummer]]></category>
		<category><![CDATA[Miklós Gimes]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Kummer]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/12/07/bad-boy-kummer/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/bad-boy-kummer-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Zwischen 1993 und 2000 schrieb der Berner Journalist Tom Kummer für die Magazine des Tagesanzeigers und der Süddeutschen Zeitung. Berühmt wurde er für seine Interviews mit Stars wie Pamela Anderson, Sharon Stone oder Sean Penn. Als herauskam, dass diese Interviews nie stattgefunden hatten, sondern erfunden waren, war Kummer als Journalist am Ende. In „Bad Boy Kummer“ besucht ihn sein ehemaliger Arbeitskollege Miklós Gimes und spricht mit ihm über den Presseskandal.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Wenn Fiktion zum Feind wird</h1>
<h2>&#8220;Bad Boy Kummer“ von Miklós Gimes</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10072" title="bad boy kummer 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/bad-boy-kummer-1.jpg" alt="bad boy kummer 1" width="550" height="367" /></p>
<h3>Zwischen 1993 und 2000 schrieb der Berner Journalist Tom Kummer für die Magazine des Tagesanzeigers und der Süddeutschen Zeitung. Berühmt wurde er für seine Interviews mit Stars wie Pamela Anderson, Sharon Stone oder Sean Penn. Als herauskam, dass diese Interviews nie stattgefunden hatten, sondern erfunden waren, war Kummer als Journalist am Ende. In „Bad Boy Kummer“ besucht ihn sein ehemaliger Arbeitskollege Miklós Gimes und spricht mit ihm über den Presseskandal.</h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p>Eigentlich muss man Tom Kummer recht geben, wenn er rückblickend sagt, wer seine Interviews damals für echt gehalten habe, müsse wirklich dumm sein. Seine Gespräche mit Hollywoodstars, an die kaum ein Journalist je wirklich herankam, waren tatsächlich unglaubhaft viel interessanter als die üblichen hirnlosen Frage-Antwort-Spielchen, die sich Starinterview schimpfen. Sharon Stone, Pamela Anderson, Brad Pitt, Sean Penn, Charles Bronson und Quentin Tarantino – mit allen schien Kummer plaudern zu können wie ein Psychiater mit mitteilungssüchtigen Patienten. Dass er einen Fehler gemacht hat, wollte Miklós Gimes, der stellvertretender Chefredakteur des Tagi-Magis war, als Kummer die Interviews schrieb, trotzdem von ihm hören. Und so entstand &#8220;Bad Boy Kummer&#8221;, ein eigenwilliges Porträt eines glücklicherweise uneinsichtigen Problemkindes des deutschsprachigen Starjournalismus&#8217;.</p>
<h3>Lieber er-logen als ver-logen</h3>
<p>Für Tom Kummer begann alles mit einem Interview mit Pamela Anderson, dass er im Rahmen eines Pressetermins des Filmstars im Presseraum eines Hotels führen sollte. Die Unterwürfigkeit der anwesenden Pressevertreter angesichts der inszenierten Präsenz der Schauspielerin war Kummer so zuwider, dass er ein Interview erfand, wie er es gerne gelesen hätte, anstatt den üblichen Schund zu liefern, der bei einem solchen Presseauftritt eben sonst zustande kommt. Dieses Interview kam so gut an und führte so schnell zu weiteren Aufträgen, dass Kummer weitere Interviews erfand, über deren Fiktionalität, so glaubte er, die Redaktion Bescheid wissen musste. Für ihn waren seine Texte eine neue Form des Journalismus, der zwar fiktional war, aber deswegen nicht weniger unecht als die inszenierten Gespräche mit denselben Stars, denen &#8220;Echtheit&#8221; attestiert wurde.</p>
<div id="attachment_10073" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-10073" title="bad boy kummer 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/bad-boy-kummer-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="361" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Seit dem Skandal im Jahr 2000, der die beiden Chefredakteure des SZ Magazins den Kopf kostete und das jähe Ende von Kummers Karriere als Journalist bedeutete, ist der Berner als Tennislehrer in Los Angeles tätig, wo er mit seiner Familie wohnt. Dass er Fehler gemacht hat, gibt er in den Gesprächen mit Miklós Gimes zu. Dass er die Redakteure in Deutschland bewusst an der Nase herumgeführt und etwas &#8220;gefälscht&#8221; haben soll, sieht er anders. Und so mancher Zuschauer wird es ebenfalls anders sehen. Denn auch wenn Kummers Texte gegen zentrale Spielregeln des Journalismus verstossen haben mögen, so fällt es schwer zu leugnen, dass Kummer die ohnehin unechteste aller journalistischen Textsorten gefälscht hat, und jenen Leuten Worte in den Mund gelegt hat, denen sämtliche billigen Magazine der Welt Worte in den Mund legen.</p>
<h3>Nicht sympathisch, aber trotzdem cool</h3>
<p>Was Miklós Gimes mit seinem Film will, wird über die 90 Minuten hinweg eigentlich nie klar. Reue ist das Letzte, was man als Zuschauer vom vielleicht nicht immer sympathischen, aber eigentlich doch ziemlich coolen Tom Kummer hören möchte. Auch wenn man es ihm kaum abnimmt, dass er wirklich geglaubt hatte, die Redaktion wisse über den fiktionalen Charakter seiner Texte Bescheid, so fällt es ebenso schwer zu glauben, dass diese wirklich nie auch nur einen Verdacht hatte. Gut möglich, dass Ahnungen auf Seiten von Kummers Auftraggebern vom Wissen über den Erfolg der Interviews im Keller eingesperrt wurden.</p>
<p>Wer die Geschichte um den Skandal von Kummers Interviews kennt, wird in &#8220;Bad Boy Kummer&#8221; denn auch nicht viel Neues lernen. Gimes gelingt es, Tom Kummer interessant zu porträtieren; ein neues Licht auf die Affäre Kummer zu werfen vermag er jedoch nicht. Trotzdem ist ihm ein Dokumentarfilm gelungen, der unterhaltsam ist und einige spannende Fragen zum Thema Journalismus und die Grenzen zwischen Berichterstattung und Fiktion stellt.</p>
<h3>Ausstattung</h3>
<p>Die DVD enthält neben des Hauptfilms ein fast einstündiges Gespräch zwischen Tom Kummer, Miklós Gimes und dem inzwischen verstorbenen deutschen Journalisten André Müller, ein 20minütiges Interview mit Miklós Gimes zur Entstehung des Films, sowie einige gelöschte Szenen und den Trailer.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 24. Oktober 2011 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Bad Boy Kummer (Schweiz 2010)            <br />
 Regisseur: Miklós Gimes<br />
 Darsteller: Tom Kummer, Miklós Gimes<br />
 Genre: Dokumentarfilm<br />
 Dauer: 92 Minuten<br />
 Bildformat: 16:9<br />
 Sprache: Originalversion (CH-Deutsch/Deutsch/Englisch)<br />
 Untertitel: Deutsch, Französisch, Englisch<br />
 Audio: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0<br />
 Bonusmaterial: Deleted Scenes, Interview André Müller, Interview Miklós Gimes, Trailer<br />
 Vertrieb: Praesens</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=K9gDrPvROQI" target="_blank">Trailer</a></p>
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		<title>&#8220;Source Code&#8221; von Duncan Jones</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 21:36:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Duncan Jones]]></category>
		<category><![CDATA[Jake Gyllenhaal]]></category>
		<category><![CDATA[Jeffrey Wright]]></category>
		<category><![CDATA[Michelle Monaghan]]></category>
		<category><![CDATA[Source Code]]></category>
		<category><![CDATA[Vera Fermiga]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/12/03/source-code/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/source-code-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Nach einem Bombenanschlag auf einen Zug wird Captain Colter Stevens auf eine ungewöhnliche Mission geschickt; er soll sich in das eingefangene Bewusstsein eines der Todesopfer begeben, und die letzten 8 Minuten vor dessen Tod so lange wiederholt durchleben, bis er den Attentäter findet. Dumm nur, dass diese durchaus reizvolle Filmidee in die Hände eines durchschnittlichen Hollywoodschreiberlings geriet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Bedauernswertes Kochen nach Rezept</h1>
<h2>&#8220;Source Code&#8221; von Duncan Jones</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10031" title="source code 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/source-code-1.jpg" alt="source code 1" width="550" height="366" /></p>
<h3>Nach einem Bombenanschlag auf einen Zug wird Captain Colter Stevens auf eine ungewöhnliche Mission geschickt; er soll sich in das eingefangene Bewusstsein eines der Todesopfer begeben, und die letzten 8 Minuten vor dessen Tod so lange wiederholt durchleben, bis er den Attentäter findet. Dumm nur, dass diese durchaus reizvolle Filmidee in die Hände eines durchschnittlichen Hollywoodschreiberlings geriet.</h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p>Die effektivste Waffe grosser Filmstudios gegen erfolgreiche Regiefrischlinge, die mit kleinem Budget grosse Filme drehen, ist der Sirenengesang des Geldes – man lockt sie mit Millionenbudgets zu sich und lässt sie dann am Felsen schlechter Drehbücher zerschellen. Auch Duncan Jones, dessen Science Fiction Thriller „Moon“ zu den interessantesten Erstlingen im letzten Jahr gehörte, scheint dem Gesang gefolgt zu sein: Für das mehr als sechsfache Budget von „Moon“ durfte der gebürtige Brite und Sohn David Bowies seinen zweiten Film in Hollywood drehen, topbesetzt mit Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan und Vera Fermiga. Passend zu unserer Metapher beginnt der Film ebenso grossartig wie „Moon“ aufhörte, rammt dann ein hartes Klischee des amerikanischen Mainstreamfilms nach dem anderen und geht schliesslich in Einzelteilen unter.</p>
<h3>Absehbar trotz Twistgewitter</h3>
<p>Die Handlung von „Source Code“ vollbringt das Kunststück, von Anfang bis Schluss mit Twists vollgepackt und trotzdem von der fünften Minute an komplett durchschaubar zu sein: Ein Mann erwacht in einem Zug gegenüber eine Frau, die mit ihm redet, die er aber nicht kennt – genau, die beiden verlieben sich später im Film. Er hat keine Ahnung, wo er ist und läuft rastlos durch den Zug, bis dieser explodiert – genau, der Mann stirbt dabei nicht. Stattdessen wacht er verwirrt in einem Bunker auf und spricht über ein Bildtelefon mit einer Vorgesetzten, die ihn darüber aufklärt, er sei über den sogenannten Source Code in das Bewusstsein eines bei einem Attentat gestorbenen Zugpassagiers geschickt worden, um den Attentäter zu finden – und genau, welcher der anderen Zugpassagiere der Attentäter ist, weiss man spätestens dann schon, wenn Captain Colter Stevens, so der Name des Mannes, zum zweiten Mal die letzten 8 Minuten vor der Detonation der Bombe erlebt.</p>
<div id="attachment_10032" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-10032" title="source code 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/source-code-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="365" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Allein wer noch nie in seinem Leben einen Thriller gesehen hat, und sich von „Source Code“ diesbezüglich entjungfern lassen wollte, hat das Recht, obige Handlungsskizze Spoiler zu schimpfen. Auch nur halbwegs intelligente Filmgeniesser erkennen in den viel zu durchschaubaren Bildmontagen, die Colter Stevens „Bewusstseinsreisen“ darstellen sollen, die letzte grosse Pseudoüberraschung der Story. Das zwanghafte Verlangen des Mainstreams nach Happy Ends und die Angst davor, alles Unrealistische mit an den Haaren herbeigezogenen wissenschaftlichen Erklärungen wegzuerklären, schaufeln dem Film nach spätestens zwei Dritteln das Grab. Die Obsession rezeptgetreuer Charaktergestaltung führt in „Source Code“ dazu, dass Colter Stevens vor dem grossen Finale noch den ihn prägenden Konflikt mit seinem Vater löst – ohne dass dies der Handlung auch nur annähernd dienen oder es den Zuschauer irgendwo im verblödetsten Eckchen seines Gehirns interessieren würde.</p>
<p>„Source Code“ ist der Beweis dafür, dass das ausgeleierte Getriebe der einstigen Traumfabrik selbst aus den besten Filmideen verkitschte Jammerfilme macht, dass es auch aus Kaviar und Trüffel nur fettig triefenden Fastfood fabrizierend kann. Was die Sache in diesem Fall noch schlimmer macht, ist, dass man bei den ersten paar Bissen noch die guten Zutaten rausschmeckt, einem aber dann mit jedem weiteren Mundvoll mehr nach Erbrechen zu Mute ist. Immerhin: nur wenig andere Filme führten einem dieses Jahr so deutlich vor Augen, dass man eine Diät nötig hat, und anfangen sollte, sich in anderen Regionen der Welt nach Köstlichkeiten umzuschauen.</p>
<h3>Ausstattung</h3>
<p>Neben einem Audiokommentar von Duncan Jones, Jake Gyllenhaal und Drehbuchautor Ben Ripley enthält die DVD ein als „Cast &amp; Crew“ betiteltes Making of, Kürzestdokumentarfilme zu Quantenphysik und Zeitreisen sowie einen knapp 20minütigen Vortrag eines Quantenphysikers zur Möglichkeit von Zeitreisen und der Existenz von Parallelwelten.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 3. November 2011 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Source Code (USA 2011)            <br />
 Regie: Duncan Jones<br />
 Darsteller: Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan, Vera Fermiga, Jeffrey Wright<br />
 Genre: SciFi Thriller<br />
 Dauer: 90 Minuten<br />
 Bildformat: 1:1,85<br />
 Sprache: Englisch, Deutsch<br />
 Untertitel: Deutsch<br />
 Audio: Dolby Digital 5.1<br />
 Bonusmaterial: Audiokommentar von Duncan Jones, Jake Gyllenhaal und Drehbuchautor Ben Ripley, Cast &amp; Crew, Im Brennpunkt, Expertenwissen, Trivia Tracks, Trailers<br />
 Vertrieb: Warner</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=DiBVUulE_wo&amp;ob=av3e" target="_blank">Trailer</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Laurence C. Smith: “Die Welt ihm Jahr 2025”</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Aug 2011 15:54:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungswachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Demographie]]></category>
		<category><![CDATA[Die Welt im Jahr 2050]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Laurence C. Smith]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftsforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/08/07/laurence-c-smith-%e2%80%9cdie-welt-ihm-jahr-2025%e2%80%9d/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/08/dieweltimjahr2050-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Niemand weiss mit Sicherheit, wie die Welt in 50 Jahren aussehen wird. Um abschätzen zu können, wie sie wahrscheinlich aussehen wird, scheinen die bisherigen Forschungen der Klima- und Globalisierungsforscher jedoch zu reichen. Laurence C. Smith, ein anerkannter amerikanischer Klimatologe, wirft in seinem Buch einen faszinierenden Blick in diese wahrscheinliche Zukunft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Wissenschaftlicher Blick in die Zukunft</strong></h1>
<h2>Laurence C. Smith: “Die Welt ihm Jahr 2025” (Sachbuch)</h2>
<h3><strong>Niemand weiss mit Sicherheit, wie die Welt in 50 Jahren aussehen wird. Um abschätzen zu können, wie sie <em>wahrscheinlich</em> aussehen wird, scheinen die bisherigen Forschungen der Klima- und Globalisierungsforscher jedoch zu reichen. Laurence C. Smith, ein anerkannter amerikanischer Klimatologe, wirft in seinem Buch einen faszinierenden Blick in diese wahrscheinliche Zukunft.</strong></h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-9247" title="dieweltimjahr2050" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/08/dieweltimjahr2050.jpg" alt="dieweltimjahr2050" width="200" height="318" />Trotz des zunehmenden Bewusstseins für die Gefahren des Klimawandels wird der Begriff noch immer weitläufig missverstanden. Wenn es im April noch einmal schneit, scheint das halbe Land darin die globale Erwärmung als Hirngespinst entlarvt zu sehen, wenn es im Juni fast nur regnet, wünschen sich viele den Klimawandel herbei, hoffend, dass er mehr Badewetter mit sich bringe. Das zweite, noch weiter verbreitete Missverständnis besteht darin, zu glauben, dass ein höherer Meeresspiegel und mildere Winter die einzigen Herausforderungen sind, welche in diesem Jahrhundert auf uns zukommen. Diesem verbreiteten Unwissen über unsere Zukunft versucht Laurence C. Smith abzuhelfen. Sein Buch &#8220;Die Welt im Jahr 2050&#8243; beschreibt praktisch ohne Fachlatein, was genau Klimawandel ist, welche Folgen er mit sich bringt und welche anderen Kräfte dazu beitragen, dass die Welt im Jahr 2050 ziemlich anders aussehen wird, als sie das heute tut.</p>
<p>Wer über die Zukunft schreibt, wird wohl nicht ganz zu unrecht skeptisch beäugt, wissen wir doch, dass nicht einmal der Wetterbericht es schafft, mit Zuverlässigkeit mehr als ein paar Stunden in die Zukunft zu schauen. Smith jedoch ist keiner jener illustren Gestalten, die vor Tarotkarten oder hinter einer Kristallkugel sitzen, sondern ein mehrfach ausgezeichneter Wissenschaftler, der als Berater in Sachen Klimawandel für die US-Regierung tätig war und bedeutende Teile zum 4. Uno-Weltklimabericht beitrug. Entsprechend wissenschaftlich und sachlich ist sein Ansatz; unsichere Faktoren berücksichtigt er für sein Zukunftsmodell aus Prinzip nicht, mögliche, aber unwahrscheinliche Entwicklungen, wie z.B. einen Atomkrieg oder unvorhergesehene Klimaphänomene, bezieht er ebenfalls nicht ein. Was bleibt, ist eine Studie der vier globalen Kräfte, welche unsere Zukunft im Wesentlichen bestimmen werden: Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Globalisierung und Rohstoffknappheit.</p>
<h3><strong>Kein Öl, wenig Wasser</strong></h3>
<p>Man muss kein Genie sein, um zu erraten, dass alle diese Faktoren unser Leben wohl eher negativ als positiv beeinflussen werden. Gerade die Bevölkerungsentwicklung der nächsten fünfzig Jahre ist eine Bedrohung, derer wir uns kaum bewusst sind. Im 20. Jahrhundert wuchs die Weltbevölkerung von 1,6 auf 6,1 Milliarden, noch dieses Jahr werden wir wohl die 7-Milliarden-Grenze knacken und uns auf die nächste Milliarde zubewegen. Mehr Menschen verbrauchen bekanntlich mehr Rohstoffe, aber während die Weltbevölkerung wächst, werden viele Rohstoffe immer knapper. Gold, Zinn, Zink, Blei und Kupfer z.B. werden in 50 Jahren nicht mehr als natürlicher Rohstoff vorkommen, sondern können nur noch recycelt werden. Doch es sind andere Rohstoffe, deren Verlust die Welt wesentlich nachhaltiger verändern werden, wie Eisen, Erdgas, Erdöl und – Wasser.</p>
<p>Letzteres wird es zwar immer geben, aber an immer weniger Orten in Form von einfach zugänglichem Grundwasser. Wo es keine natürlichen Gewässer gibt, wird die Bevölkerung auf den Wasserimport angewiesen sein – eine denkbar unheimliche Vorstellung, wenn Leben und Tod von einer Importware abhängen. Kriege um Wasser sind zwar nicht Teil von Smiths Zukunftsmodell, sind aber durchaus denkbar, genauso wie Kriege um die letzten Ölvorräte. Wer diese Kriege führen wird, ist allerdings noch ungewiss; denn auch politisch wird sich in den nächsten Jahrzehnten so einiges verändern. Das oben erwähnte Bevölkerungswachstum wird sich nämlich vor allem in Afrika, Südamerika und Asien abspielen, während die westlichen Industrienationen wegen stetig sinkenden Geburtenraten kontinuierlich überaltern werden. Wirtschaftlich wird die Welt von Ländern wie China, Indien oder Brasilien dominiert werden, während die wirtschaftliche Zukunft im Westen nur für eine kleine Anzahl Staaten gut aussieht.</p>
<h3><strong>Trumpfkarte Polarmeer</strong></h3>
<p>Diese Staaten sind Russland, Kanada, die USA, Island, Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark, die eines gemeinsam haben: Sie grenzen nördlich an das Polarmeer, weshalb man sie auch als NORCs bezeichnet (Northern Rim Countries). Im zweiten Teil seines Buches geht Smith vor allem auf das Entwicklungspotential dieser acht Staaten ein, da deren nördliche Regionen durch den Klimawandel Zugang zu Bodenschätzen im Polarmeer erhalten und durch das mildere Klima wohl auch bevölkerungstauglich werden. Der Rückzug des Polareises wird beispielsweise die Schifffahrt entlang den nördlichen Küsten für eine wesentlich längere Zeit pro Jahr möglich machen, worin erhebliches wirtschaftliches Potential liegt.</p>
<p>Dies soll allerdings nicht heissen, dass man, um vom Klimawandel nicht belästigt zu werden, einfach nach Sibirien umziehen kann (nicht vergessen: Die Winter werden dort zwar milder, aber die Sonne scheint trotzdem nicht öfter). Selbst den NORCs stehen ungeahnte klimatische Herausforderungen bevor. So könnte beispielsweise das Verschwinden des Permafrostes dazu führen, dass Strassen, Eisenbahnlinien und sogar ganze Ortschaften quasi im Morast versinken. Dazu kommen zahlreiche andere Faktoren, die es unwahrscheinlich machen, dass der Klimawandel den hohen Norden in ein Paradies verwandelt.</p>
<h3><strong>Knallharte Recherchen butterweich erzählt</strong></h3>
<p>Die Welt im Jahr 2050 wird vielerorts ein hartes Pflaster sein, das macht Smiths Buch klar. Dennoch handelt es sich dabei keineswegs um eine deprimierende Beschreibung des kommenden Weltuntergangs, sondern um eine fundierte, gründliche und enorm spannende Auseinandersetzung mit den grössten globalen Herausforderungen, welche uns im angebrochenen Jahrhundert erwarten. Dazu kommt, dass Smith überhaupt nicht nur für Wissenschaftsinteressierte schreibt, sondern das Buch klar für ein breites Publikum geschrieben hat. Nicht nur vermag er komplizierte Zusammenhänge nachvollziehbar zu erklären, sondern er lässt seine wissenschaftliche Analyse auch durch persönliche Anekdoten und Schilderung interessanter Ereignisse quasi zur Erzählung werden. Kurz, das Buch liest sich spannend und flüssig, auch wenn man kaum etwas über Klimaforschung, Globalisierung und Demographie weiss.</p>
<p>&#8220;Die Welt im Jahr 2050&#8243; ist alles, was ein Sachbuch sein soll: sachlich, fundiert und umfassend, aber gleichzeitig auch einfach zugänglich und spannend geschrieben. Wem die Zukunft nicht egal ist, dem sei das Buch wärmstens empfohlen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Die Welt im Jahr 2050<br />
 Autor: Laurence C. Smith<br />
 Übersetzung: Martin Pfeiffer, Udo Rennert<br />
 Verlag: DVA<br />
 Seiten: 480<br />
 Richtpreis: CHF 39.90</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>NIFFF 2011 &#8211; Preise</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jul 2011 11:52:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festivals]]></category>
		<category><![CDATA[nifff 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/07/12/nifff-2011-preise/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/Trollhunter-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Der Geschmack des Publikums und der Geschmack der Jury lagen dieses Jahr für einmal nahe beisammen. Die norwegische faux-Doku "Trollhunter" räumte gleich drei Preise ab, was kaum eine Überraschung war. "Hello Ghost" gewann im asiatischen Wettbewerb, was die vielen Freudetränen, die bei den zwei Vorstellungen vergossen wurden, ebenfalls schon angekündigt hatten. Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen, unseren Senf zu jedem Preis auch dazuzugeben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Sieg für Trolle und Publikum</h1>
<h2>NIFFF 2011 &#8211; Preise</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9068" title="Trollhunter" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/Trollhunter.jpg" alt="Trollhunter" width="550" height="385" /></p>
<h3 style="text-align: justify;">Der Geschmack des Publikums und der Geschmack der Jury lagen dieses Jahr für einmal nahe beisammen. Die norwegische <em>faux</em>-Doku &#8220;Trollhunter&#8221; räumte gleich drei Preise ab, was kaum eine Überraschung war. &#8220;Hello Ghost&#8221; gewann im asiatischen Wettbewerb, was die vielen Freudetränen, die bei den zwei Vorstellungen vergossen wurden, ebenfalls schon angekündigt hatten. Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen, unseren Senf zu jedem Preis auch dazuzugeben.</h3>
<p>Von Lukas Hunziker und Christof  Zurschmitten</p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;&#8216;Trollhunter&#8217; will vor allem eines: unterhalten. Und das tut er ungemein gut.&#8221; So lautete unser <a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/07/07/nifff-tage-4-und-5/">Fazit</a>, und die Zustimmung rollte auf breiter Front an: Sowohl die Jury für den internationalen wie auch die für den europäischen besten Film wand der skandinavischen Riesenhatz ein Kränzchen, und das Publikum gab ebenfalls Höchstnoten samt Palamares. Fein, sagen wir dazu &#8211; zumal die Jury dieses Jahr nicht nur Kraut mit Rüben, sondern eher Gras mit Grashüpfern zu vergleichen hatte. (Ich bin sicher, dass irgendwo in einer bräsigen Paralleldimension, wo Kinder direkt im Rollkragenpullover und mit Beret auf dem Haupt geboren werden, der diesjährige Preis an &#8220;<a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/07/09/nifff-2011-tag-6/" target="_blank">Todos tus muertos</a>&#8221; oder gar &#8220;<a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/07/09/nifff-2011-tag-6/" target="_blank">End of Animal&#8221;</a> gegangen ist.) Hier und jetzt jedoch sagen wir: gut gemacht, Norwegen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9075" title="stake land" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/stake-land.jpg" alt="stake land" width="550" height="343" /></p>
<p style="text-align: justify;">Zu unserer Freude fand aber auch &#8220;Stake Land&#8221;, der beste amerikanische Vampirfilm seit langem, Erwähnung an der Preisverleihung &#8211; als &#8220;Mention spécial du jury international&#8221;. Das düstere, dystopische Roadmovie um einen Teenager und einen Vampirjäger, die einen Weg durch das Vampir- und Sektenverseuchte Amerika zur Enklave &#8220;New Eden&#8221; sucht, wusste zu überzeugen. Nicht zuletzt mit einer vielschichtigen Story, welche Genreklischees ebenso meidet wie die Protagonisten die Vampire. Atmosphärisch, unterhaltsam und konsequent pessimistisch, was die Zukunft der USA angeht, ist &#8220;Stake Land&#8221; ein Geheimtipp in jeder Hinsicht, und wäre ebenfalls ein verdienter Gewinner des Wettbewerbs gewesen.<strong> </strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9069" title="Hello_Ghost" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/Hello_Ghost.jpg" alt="Hello_Ghost" width="550" height="367" /></p>
<p style="text-align: justify;">Das glückliche Schluchzen im Kinosaal, welches die letzten Minuten von &#8220;Hello Ghost&#8221; begleitete, wollte kaum mehr aufhören. Die koreanische Komödie um einen jungen Mann, der nach einem Selbstmordversuch von vier ungewöhnlichen Geistern heimgesucht wird, schaffte das, was heutzutage selten geworden ist im Kino: einen buchstäblich gleichzeitig lachen und weinen zu lassen. Als Menschen mit Herz <a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/07/06/nifff-2011-tag-3/" target="_blank">mochten </a>wir den Film natürlich ebenfalls, und können so sehr mit seinem Preis für den besten asiatischen Film leben. Und werfen, nur ganz schüchtern und noch vom Schluchzen geschüttelt, trotzdem die Frage in die Runde: Muss der Asia-Preis eigentlich wirklich zwingend ebenfalls vom Publikum vergeben werden? &#8230;es ist jedenfalls auffällig, dass in den letzten Jahren ausnahmslos Komödien gewonnen haben, die allesamt nicht nur gut gemeint, sondern auch wirklich gut waren. Dennoch haben herausfordernde Filme &#8211; noch einmal sei auf &#8220;Guity of Romance&#8221; verwiesen &#8211; in diesem demokratischen Prozess keine Chance. Auch das kann einem zum Heulen bringen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9070" title="wake woodd" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/wake-woodd.jpg" alt="wake woodd" width="550" height="366" /></p>
<p style="text-align: justify;">Ok: Wer freiwillig auf die Gelegenheit verzichtet, den ersten Hammer-Film seit Jahrzehnten zu sehen, verdient es, mit Asche aus dem Kipplader eingedeckt zu werden. Tschuldigung. Wenigstens sah ihn die Jugendjury des NIFFFs, die ihn prompt auch ausgezeichnet hat. Wir geloben Besserung, und eine Sichtung auf DVD.<br class="spacer_" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9071" title="violent kind" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/violent-kind.jpg" alt="violent kind" width="550" height="366" /></p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;The Violent Kind&#8221; haben wir persönlich ebenfalls nicht gesehen. Ob er den&#8221;Mad Movie&#8221;-Preis für den durchgeknalltesten Film verdient hat, wissen wir also nicht. Irgendwie hoffen wir aber zumindest, dass die Auszeichnung Humbug war &#8211; ein Film, der schräger ist als &#8220;Underwater Love&#8221;, &#8220;Karate-Robot Zarbogar&#8221; oder der alle Abgründe des (sexuellen) Wahns im Kopfsprung auslotende &#8220;Guilty of Romance&#8221;, müsste jedenfalls ein absonderliches Umgetüm darstellen.<br class="spacer_" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9072" title="insidious" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/insidious.jpg" alt="insidious" width="550" height="335" /></p>
<p style="text-align: justify;">Dass &#8220;Insidious&#8221; den Prix Titra Film gewann &#8211; de facto ein Untertitelungsgutschein im Wert von 4000 Franken -, zeigte einmal mehr die Unsinnigkeit dieses Preises. Wenn ein Film des Festivals mit diesem Preis nichts anfangen konnte, dann war es &#8220;Insidious&#8221;, welcher einerseits schon in der für die Schweiz untertitelten Fassung gezeigt wurde, und andererseits finanziell kaum auf Unterstützung angewiesen ist. (Vor zwei Jahren ging der Titel übrigens an &#8220;Antichrist&#8221;. Just sayin&#8217;.) &#8220;Hello Ghost&#8221;, &#8220;Griff the Invisible&#8221; oder &#8220;Todos tus Muertos&#8221; hätten diesen Preis wesentlich besser gebrauchen können, da er die Chance für einen Vertrieb in der Schweiz vielleicht erhöht hätte.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9073" title="Evermore" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/Evermore.jpg" alt="Evermore" width="550" height="308" /></p>
<p style="text-align: justify;">Der Preis für den besten Schweizer Kurzfilm ging an &#8220;Evermore&#8221;: einen abstrakten kurzen Liebesfilm ohne Wort, in welchem zwei Menschen sich in einem riesigen Uhrwerk, welches bei näherem Hinschauen auch eine Stadt ist, erst finden und dann wieder verlieren. Visuell beeindruckend, phantasievoll und liebevoll inszeniert hat dieser Film den &#8220;Narcisse&#8221; für den besten Schweizer Kurzfilm durchaus verdient.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9074" title="Brutal_Relax" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/Brutal_Relax.jpg" alt="Brutal_Relax" width="550" height="247" /></p>
<p style="text-align: justify;">Nicht der originellste, dafür aber der bei weitem brutalste und amüsanteste Beitrag der Kategorie &#8220;European Shorts&#8221; gewann die Nominierung für den goldenen Méliès des besten europäischen Kurzfilms. In &#8220;Brutal Relax&#8221; überfällt eine Horde Meereszombies einen kleinen Strand und reisst die hilflosen Sonnensuchenden in Stücke. Señor Olivares, ein zu Tobsuchtsanfällen neigender Psychiatriepatient, der an besagtem Strand Erholung verschrieben bekommen hat, rettet schliesslich den Tag: Sein kaputter Walkman macht ihn so wütend , dass er sich erst wieder beruhigt, als er alle Zombies zu grünem Brei geschlagen hat: Geschmacklos und einfach gestrickt, aber unglaublich komisch. Und in einem Jahr, das dem Gore-Film ein Ehrenplätzchen eingeräumt hat, irgendwie auch der einzig logische Gewinner.</p>
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		<title>NIFFF 2011 &#8211; Kurzbesprechungen</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/07/11/nifff-kurzbesprechungen/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 06:28:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Festivals]]></category>
		<category><![CDATA[nifff 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/07/11/nifff-kurzbesprechungen/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/Balada-Triste-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Auch anlässlich des diesjährigen NIFFFs müssen wir unserer Leserschaft leider mitteilen, dass die Gerüchte, nach denen der Tag eines nahaufnahmen.ch Journalists 30 und nicht 24 Stunden hat, weshalb er zu jedem gesehenen Film eine ausführliche Besprechung schreiben kann, leider falsch sind. Nicht falsch jedoch sind die Gerüchte, dass wir verdammt viele Filme gesehen haben, von denen wir einige nicht unerwähnt lassen möchten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Wahnsinnige Clowns, schüchterne Superhelden</h1>
<h2>NIFFF &#8211; Kurzbesprechungen</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9058" title="Balada Triste" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/Balada-Triste.jpg" alt="Balada Triste" width="550" height="367" /></p>
<h3 style="text-align: justify;">Auch anlässlich des diesjährigen NIFFFs müssen wir unserer Leserschaft leider mitteilen, dass die Gerüchte, nach denen der Tag eines nahaufnahmen.ch Journalists 30 und nicht 24 Stunden hat, weshalb er zu jedem gesehenen Film eine ausführliche Besprechung schreiben kann, leider falsch sind. Nicht falsch jedoch sind die Gerüchte, dass wir verdammt viele Filme gesehen haben, von denen wir einige nicht unerwähnt lassen möchten und sie deshalb hier mit einer kurzen Kritik würdigen.</h3>
<p style="text-align: justify;">Von Lukas Hunziker.<br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;">Leider kein wirklich guter Film, aber trotzdem ein erwähnenswerter Vertreter in der Rubrik &#8220;Films of the Third Kind&#8221; war die Spanische Grossproduktion &#8220;Balada Triste de Trompeta&#8221;. Wer immer diesem Film sein Budget von 7 Millionen gesprochen hat, muss sehr mutig, oder aber sehr betrunken gewesen sein &#8211; selten wird ein so durchgeknalltes Drehbuch fürs Mainstreamkino adaptiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Film erzählt die Geschichte des Clowns Javier, dessen  Vater, ebenfalls ein Clown, im Spanischen Bürgerkrieg ums Leben kam. Während des Wiederaufbaus findet Javier bei einem Zirkus Unterschlupf und verliebt sich gleich am ersten Tag in die Trapezkünstlerin Natalia. Diese ist jedoch ist dem anderen Clown des Zirkus, dem aufbrausenden und gewalttätigen Sergio, ergeben, den sie auch dann nicht verlässt, als er sie und Javier aus Eifersucht halb tot schlägt. Aus Liebe wird Wahn und aus dem Wahn entbrennt ein bitterer Krieg zwischen den beiden Rivalen um Natalias Liebe &#8211; ein Krieg, bei dem beide Clowns wortwörtlich ihr Gesicht verlieren und Javier die Gelegenheit bekommt, Franco höchst persönlich die Hand beinahe abzubeissen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das ganze Potential, das diese zwar absehbare, aber dennoch ideenreiche Story hätte, kommt aber leider nie zum Tragen. Entweder war der Drehbuchautor ebenso betrunken wie die Geldgeber des Films, oder aber dieser ist einem Cutter zum Opfer gefallen, der mindestens ebenso verrückt war wie die beiden Hauptfiguren des Films. &#8220;Balada Triste&#8221; ist ein Flickenteppich aus ebenso vielen gelungenen wie misslungenen Einzelszenen, die sich mit jeder Faser sträuben, ein harmonisches Ganzes zu ergeben. Die Handlung ähnelt schlussendlich dem Gesicht des entstellten Sergio, welches statt von einem Chirurgen von einem Tierarzt zusammengeflickt werden muss.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9059" title="Grifftheinvisible" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/Grifftheinvisible.jpg" alt="Grifftheinvisible" width="550" height="367" /></p>
<p style="text-align: justify;">Wer wäre nicht gerne ein Superheld &#8211; vor allem, wenn man im wirklichen Leben zu jener Sorte Mensch gehört, die niemand als super bezeichnen würde. Griff, ein schüchterner junger Büroangestellter, ist ein Mensch jener Sorte: von seinem Arbeitskollegen wird er gehänselt, von seinem Bruder bemuttert,  Freunde hat keine. Nachts jedoch ist alles anders, denn dann bekämpft Griff das Verbrechen in den dunklen Gassen seiner Nachbarschaft. Als er dabei jedoch entdeckt und fortan polizeilich gesucht wird, sieht er sich gezwungen, als Superheld weniger aufzufallen. Seine Idee: einen Anzug erfinden, in dem er unsichtbar ist. Hilfe bekommt er dabei unerwartet von der neuen Freundin seines Bruders, die gerade empirisch untersucht, ob es möglich ist, durch Wände zu gehen.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Griff the Invisible&#8221; dürfte der mit abstand süsseste Beitrag im Internationalen Wettbewerb gewesen sein. Was als Superheldenkomödie beginnt, wird mehr und mehr zu einer unkonventionellen, mit viel Herz erzählten Liebesgeschichte, die beweist, dass es immer noch möglich ist, gute Romcoms zu drehen, ohne auf die gängigen Genreklischees zurückgreifen zu müssen. Den Distributionspreis hätte man &#8220;Griff&#8221; besonders gegönnt, denn das der Film den Weg in unsere Kinos findet, ist eher unwahrscheinlich. Nach der DVD lohnt es sich aber auf jeden Fall Ausschau zu halten.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9060" title="jane eyre" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/jane-eyre.jpg" alt="jane eyre" width="550" height="401" /></p>
<p style="text-align: justify;">Mehr als 20 Mal wurde Charlotte Brontës Roman &#8220;Jane Eyre&#8221; schon verfilmt, unter anderem mit Leinwandgrössen wie Charlotte Gainsbourg, William Hurt oder Orson Wells. Die jüngste Adaption, welche im September bei uns in die Kinos kommt, stammt von Cary Fukunaga, dem Regisseur und Drehbuchautor von &#8220;Sin Nombre&#8221;. Die von dunklen Familiengeheimnissen überschattete Liebesgeschichte der jungen Gouvernante Jane Eyre und ihrem geheimnisvollen Arbeitgeber John Rochester ist zwar visuell hervorragend inszeniert, reiht sich inhaltlich aber unspektakulär in die Reihe seiner Vorgänger ein. Trotz der überzeugenden Mia Wasikowska als Jane Eyre und dem gewohnt souveränen Michael Fassbender als John Rochester steht der neusten Verfilmung wohl lediglich eine Zukunft als in Schulzimmern gezeigte Literaturverfilmung sowie vielleicht eines Kostümoscarfilms bevor.<br class="spacer_" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9061" title="wasted on the young" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/wasted-on-the-young.jpg" alt="wasted on the young" width="550" height="266" /></p>
<p style="text-align: justify;">Eliteschulen sind ein beliebter Schauplatz für Filme über Mobbing unter Jugendlichen, vielleicht weil gerade verwöhnte Söhne und Töchter stinkreicher Eltern herrlich hassenswerte Bösewichte abgeben. In &#8220;Wasted on the Young&#8221; wird ein Mädchen, welches sich in den unscheinbaren Bruder des Shooting Stars der Schule verliebt und ihn diesem vorzieht, besonders übel abgestraft: unter Drogen gesetzt wird sie vergewaltigt und in einem Gebüsch am Strand bewusstlos zurückgelassen. Als sie zurückkehrt und sich ihren Peinigern stellt, dreht sich der Spiess um &#8211; allerdings nicht ohne Opfer.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Wasted on the Young&#8221; wurde ausschliesslich mit Jugendlichen gedreht: es gibt kein Bild, in welchem ein Erwachsener auch nur als Statist zu sehen ist. Der schüchterne Darren und die elfenhafte Xandrie, die sich gegen die Diktatur der Sportlerclique zur Wehr setzen, sind auf sich allein gestellt; Hilfe von aussen ist nicht zu erwarten. Als Jugendlicher kann man so allein dastehen, wie sonst nie im Leben, dies zeigt der Film in aller Deutlichkeit. &#8220;Wasted on the Young&#8221; ist kein grosser, aber durchaus ein sehenswerter Film.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9062" title="Rabenjunge" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/Rabenjunge.jpg" alt="Rabenjunge" width="550" height="309" /></p>
<p style="text-align: justify;">Nicht unerwähnt sollen auch dieses Jahr die beiden Kurzfilmkategorien bleiben. Die 10 &#8220;European Shorts&#8221; und die 12 &#8220;Swiss Shorts&#8221; zeigten einmal, dass Kurzfilme in der Kinolandschaft einfach zu kurz kommen. Obwohl einige der Beiträge der &#8220;Swiss Shorts&#8221; für hochgezogene Augenbrauen sorgten, prophezeite die Kategorie Gutes für das künftige Schweizer Filmschaffen: Filme wie &#8220;Le Lac Noir&#8221;, &#8220;Telesion&#8221;,&#8221;Halbschlaf&#8221; oder &#8220;Evermore&#8221; überzeugten mit guten und visuell beachtenswert umgesetzten Ideen. Die beachtenswertesten und amüsantesten Kurzfilme des Festivals kamen jedoch aus Deutschland (&#8221;Rabenjunge&#8221;), Spanien (Brutal Relax&#8221;) und Frankreich (&#8221;Tous les hommes s&#8217;appellent Robert&#8221;).</p>
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