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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Stephan Sigg</title>
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	<description>Das Magazin im Netz</description>
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		<title>Didier Decoin: „Der Tod der Kitty Genovese“</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jul 2011 11:32:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Sigg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Der Tod der Kitty Genovese]]></category>
		<category><![CDATA[Didier Decoin]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/07/10/didier-decoin-%e2%80%9eder-tod-der-kitty-genovese%e2%80%9c/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/dertodderkittygenovese-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Eine erschütternde Geschichte, erschütternd erzählt: Didier Decoin rollt den wahren Fall der Kitty Genovese auf, die am 13. März 1964 im New Yorker Stadtteil Queens Opfers eines Gewaltverbrechens wurde – 38 Zeugen schauten zu und unternahmen nichts. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Alle schauen, niemand unternimmt etwas</h1>
<h2>Didier Decoin: „Der Tod der Kitty Genovese“ (Roman)</h2>
<h3><strong>Eine erschütternde Geschichte, erschütternd erzählt: Didier Decoin rollt den wahren Fall der Kitty Genovese auf, die am 13. März 1964 im New Yorker Stadtteil Queens Opfers eines Gewaltverbrechens wurde – 38 Zeugen schauten zu und unternahmen nichts. </strong></h3>
<p><strong> </strong></p>
<p>Von Stephan Sigg.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-9045" title="dertodderkittygenovese" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/dertodderkittygenovese.jpg" alt="dertodderkittygenovese" width="200" height="334" />Das Martyrium der Italo-Amerikanerin dauert über neunzig Minuten. Am 13. März 1964 um 3.15 Uhr wird die junge Kellnerin, die gerade von ihrer Schicht nach Hause kommt, auf dem Parkplatz von einem Unbekannten angefallen, niedergestochen, vergewaltigt und am Ende ermordet. Wie die untersuchenden Behörden bei den Ermittlungen herausfinden, haben mindestens 38 Zeugen die Tat mitbekommen: Einige, die das Verbrechen durch die Fenster ihrer sicheren Wohnung beobachteten, einige, die die Frau um Hilfe schreien hörten – aber kein einziger von ihnen alarmierte die Polizei oder versuchte, Kitty Genovese zu helfen. Diese anhaltende Untätigkeit wird in der Psychologie seither als „Genovese-Syndrom“ bezeichnet. Kitty Genovese – schon über vierzig Jahre her? Die Berichte in den Medien sprechen leider eine andere Sprache: Angriffe auf öffentlichen Plätzen oder Bahnhöfen, ohne dass Passanten eingreifen, kommen immer wieder vor -  das Genovese-Syndrom ist auch Teil unserer Gegenwart.</p>
<h3><strong>Hättest <em>du </em>etwas unternommen?</strong></h3>
<p><strong> </strong></p>
<p>Wie kann so etwas passieren?, fragt sich der Leser immer wieder und ist überzeugt, an Stelle der Zeugen anders gehandelt zu haben. Doch Didier Decoin macht gerade hier die Nagelprobe und treibt den Leser in die Enge. Decoin erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Nathan, einem Schriftsteller, der mit seiner Frau in der Nähe des Tatorts wohnt, während des Verbrechens aber abwesend war. Nun nimmt das Ehepaar an der Gerichtsverhandlung teil und wird – nachdem das Verbrechen und die Ignoranz der Zeugen bereits mehrere Wochen in den Medien für Aufruhr gesorgt haben – hautnah mit der Abscheulichkeit der Tat und dem genauso unbegreiflichen Verhalten ihrer Nachbarn, die sie bisher als liebenswürdige Zeitgenossen wahrgenommen haben, konfrontiert. Auch wenn Nathan und seine Frau eine reine Weste haben, wissen sie, dass sie – und eben auch der Leser – mit den Zeugen im gleichen Boot sitzen. Die Frage, die während der ganzen Lektüre im Raum steht, wird erst am Schluss ausgesprochen, schmettert dann aber den Ball dem Protagonisten wie dem Leser mit voller Wucht entgegen. Im letzten Satz fragt Giulia ihren Mann Nathan: „Bist du dir denn so sicher, dass du etwas unternommen hättest, Nathan?“</p>
<p><strong> </strong></p>
<h3><strong>Plädoyer für Zivilcourage</strong></h3>
<p>„Der Tod der Kitty Genovese“ zieht einen in den Bann – nicht nur wegen der Brutalität des Überfalls, sondern auch wegen Decoins strengen Stils: Gekonnt switcht er zwischen Rückblende und Gerichtsverhandlung hin und her. Liebevoll beschreibt er Kittys Alltag, nüchtern hingegen das Leben des Täters, im Prozessgeschehen wiederum gibt er die nackten Zitate des Staatsanwaltes, des Anwaltes, des Angeklagten und der Zeugen wieder. Man hat es hier mit einem Tatsachenroman zu tun, der einen auch nach der Lektüre noch lange beschäftigt. Decoin bemüht sich, die Ereignisse der Mordnacht möglichst wahrheitsgetreu zu schildern. Kein Zweifel: Sein Buch ist Truman Capotes „Kaltblütig“ ebenbürtig. Es ist zu wünschen, dass diese Dokumentation von Genoveses Sterben viele erreicht und zum Nachdenken bringt. Als Plädoyer für Zivilcourage sollte man es zur Pflichtlektüre für den Schulunterricht erklären.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Der Tod der Kitty Genovese<br />
 Autor: Didier Decoin<br />
 Übersetzung: Bettina Bach<br />
 Verlag: Arche<br />
 Seiten: 160 Seiten</p>
<p>Richtpreis: CHF 28.90<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kitty_Genovese" target="_blank"><br />
</a></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kitty_Genovese" target="_blank">Hintergründe zum Fall Kitty Genovese</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Tanja Dückers: „Hausers Zimmer“</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 19:22:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Sigg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Hausers Zimmer]]></category>
		<category><![CDATA[Tanja Dückers]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/04/21/tanja-duckers-%e2%80%9ehausers-zimmer%e2%80%9c/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/04/hauserszimmer-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Mit „Hausers Zimmer“ legt Tanja Dückers einen grandiosen Roman über das Berlin der frühen 80er-Jahre vor. Warmherzig und mit einer grossen Portion Humor lässt sie die Atmosphäre der geteilten Stadt aus dem Blick einer 14-Jährigen noch einmal hochleben und zieht den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Die ganze Hoffnung steckt in der Sonnenuntergangtapete</h1>
<h2>Tanja Dückers: „Hausers Zimmer“ (Roman)</h2>
<h3>Mit „Hausers Zimmer“ legt Tanja Dückers einen grandiosen Roman über das Berlin der frühen 80er-Jahre vor. Warmherzig und mit einer grossen Portion Humor lässt sie die Atmosphäre der geteilten Stadt aus dem Blick einer 14-Jährigen noch einmal hochleben und zieht den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann.</h3>
<p>Von Stephan Sigg.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-8523" title="hauserszimmer" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/04/hauserszimmer.jpg" alt="hauserszimmer" width="200" height="326" />Julika Zürn hat es nicht leicht: In der Schule gehört sie keiner angesagten Clique an, sie wohnt in einer Wohnung, die von moderner Kunst vollgestopft ist und hat Eltern, die bei Nachrichtenmeldungen über den Tod von Philosophen oder Schriftstellern in Tränen ausbrechen und tagelang von Depressionen gequält werden. Und auch Julikas Freundinnen, die sich zum Beispiel auf ihre wöchentliche Psychiatersitzung freuen, sind etwas merkwürdig. Aber Julika ist sowieso gerne für sich allein und grübelt über sich und die Welt nach. Ihre Neugier kann ihr niemand nehmen. Und so stöbert die 14-Jährige in ihrer Freizeit durch das Quartier auf der Suche nach neuen Entdeckungen. Nichts ist jedoch so interessant wie „Hausers Zimmer“ mit der Hawaii-Sonnenuntergangtapete, das sie Tag für Tag, Nacht für Nacht mit dem Fernglas von ihrem Fenster aus beobachtet. Der um etwas mehr als zehn Jahre ältere Nachbar und Motorradrocker ist alles, was Julikas Eltern und Leben nicht sind: Er scheint keiner Arbeit nachzugehen, anstatt mit Kunst, Kultur und einem überzeugten Engagement für Amnesty International verbringt er die Tage mit Bier und Fernsehen und jeden Abend bringt er eine neue Frau nach Hause.</p>
<h3>Der Traum vom Motorradtrip durch Patagonien</h3>
<p>Während andere in Julikas Alter Popstars anhimmeln, steigert sie sich immer mehr in ihre Obsession hinein und träumt davon, zusammen mit dem nahen, aber doch so fernen Hauser auf dessen Motorrad durch Patagonien zu fahren. Dafür lernt sie im Atlas sogar die Namen südamerikanischer Flüsse auswendig. Doch um ihrem Traum einen Schritt näher zu kommen, müsste sie es endlich mal schaffen, Hauser in ein Gespräch zu verwickeln. Nur ist das leider wie verhext: Immer, wenn sie ihm über den Weg läuft, bringt sie kein Wort heraus. Die Sache mit den Männern bereitet Julika sowieso Kopfzerbrechen: Sie weiss nicht, was sie von dem neuen, mysteriösen Apotheker halten soll. Seine südamerikanische Herkunft spricht sie eigentlich total an. Und auch ein Mitschüler macht ihr neulich Avancen und wird immer zudringlicher.</p>
<h3>Erwachsenwerden mitten im geteilten Berlin</h3>
<p>„Hausers Zimmer“ ist ein Stück Zeitgeschichte. Tanja Dückers beschreibt die Berliner Ereignisse im Jahre 1982 aus den Augen einer verschrobenen Teenagerin. Es ist beeindruckend, wie viel Detailwissen Dückers in die Geschichte einstreut. Das macht den Roman unheimlich prall und echt. Die aus heutiger Sicht einfach schrecklichen Modesünden und musikalische Geschmacksverirrungen bringen den Leser immer wieder zum Schmunzeln. Man taucht ein in eine Zeit, wo ein Engagement für Amnesty International als etwas total Abgefahrenes galt, man begeistert Polonäse tanzte und Cola als riesige Gefahr für die Gesundheit betitelte.</p>
<p>Gleichzeitig überzeugt „Hausers Zimmer“ als Coming-of-age-Roman. Der Leser begleitet Julika während eines Jahres und erlebt mit, wie sie in dieser Zeit einen grossen Entwicklungsschritt mitmacht. So kann sie sich am Schluss auch von ihrer Teenie-Obsession lösen. Irgendwann lädt Nachbar Hauser sie dann nämlich doch zu sich ein. Dabei bricht, wen überrascht es, Julikas Obsession auf einen Schlag zusammen und sie realisiert, dass sie Opfer einer Illusion geworden ist. Hauser und Draufgänger? Von wegen! Auch die Tapete mit dem Sonnenuntergang wirkt auf einmal nur noch fad und peinlich. Der Leser hingegen bleibt verzaubert zurück und verlässt nur ungern den Mikrokosmos von Julikas Familie. Dieser Roman ist ein grosses Lesevergnügen!</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Hausers Zimmer<br />
 Autorin: Tanja Dückers<br />
 Verlag: Schöffling &amp; Co.<br />
 Seiten: 496 Seiten<br />
 Richtpreis: CHF 39.80</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Martin Lindstrom: „Brand Sense“</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Apr 2011 13:41:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Sigg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Brand Sense]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Lindstrom]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/04/09/martin-lindstrom-%e2%80%9ebrand-sense%e2%80%9c/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/04/brandsense-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Hand aufs Herz, welche Marke lieben Sie über alles? Apple, Coca Cola oder Starbucks? Schon einmal überlegt, warum? Martin Lindstrom, Experte für Markenbildung, erklärt in seinem Buch, weshalb wir an manche Marken unser Herz verlieren, von anderen aber emotional unberührt bleiben. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Martin Lindstrom: „Brand Sense“ (Sachbuch)</h2>
<h1>Verliebt in die Form der Cola-Flasche<strong><br />
 </strong></h1>
<h3><strong>Hand aufs Herz, welche Marke lieben Sie über alles? Apple, Coca Cola oder Starbucks? Schon einmal überlegt, warum? Martin Lindstrom, Experte für Markenbildung, erklärt in seinem Buch, weshalb wir an manche Marken unser Herz verlieren, von anderen aber emotional unberührt bleiben.<br />
 </strong></h3>
<p>Von Stephan Sigg.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-8430" title="brandsense" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/04/brandsense.jpg" alt="brandsense" width="200" height="307" />Labels stehen vor dem Anbruch einer neuen Ära. Klassische PR- und Marketingformen greifen immer weniger. Die Konsumenten sind von Werbereizen, denen sie von morgen früh bis abends spät ausgesetzt sind, übersättigt. Laut Martin Lindstrom verpufft heute ein grosser Teil der Werbung ohne Wirkung, da sie schlichtweg nicht mehr wahrgenommen werden kann. Nur die wenigsten Marken – wie zum Beispiel Apple, dessen Logo und Design auf dem ganzen Globus und bei jedem Produkt identifizierbar sind &#8211; haben es bisher geschafft, ein unverwechselbares Image aufzubauen. Lindstroms Rat: Die Firmen müssen schleunigst alle Sinne ansprechen. Man muss eine Marke hören, schmecken, riechen und fühlen können. Dieser Herausforderung wird sich Lindstrom zufolge in unmittelbarer Zukunft ein Autohersteller genauso stellen müssen wie eine Pharmafirma. Nur so ist künftig eine erfolgreiche Kundenbindung möglich. Und damit auch die Manipulation des Konsumenten.</p>
<h3><strong>Das Potential sensorischer Markenführung</strong></h3>
<p>Unsere fünf Sinne beeinflussen uns bei den täglichen Kaufentscheidungen: Wir reagieren auf Farben, Gerüche und selbst auf die Beschaffenheit eines Produktes. Laut Martin Lindstrom hängt es von vielen Details ab, welche Marken in unserem Einkaufwagen landen. Ob Lebensmittel, Elektronikartikel oder auch Medien – es haben jene Produkte am meisten Chancen eine Beziehung zum Konsumenten aufzubauen, die nicht nur in PR-Kampagnen, sondern auch in ihr Erscheinungsbild investieren – eine Art „Corporate Identity 2.0“. Der Däne Lindstrom, der als „Marketingguru“ gilt, hat dies in einer Studie herausgefunden, bei der er Menschen auf der ganzen Welt über ihre Markenvorlieben befragte.</p>
<p>Lindstrom und auch der Leser ist überrascht, dass trotz der Vielzahl an Möglichkeiten, die Sinne des Kunden anzusprechen, nur sehr wenige Firmen dies bis jetzt ausschöpfen. Dabei demonstrieren seine geschilderten Beispiele einleuchtend, dass Geräusche und Gerüche für den Erfolg oder Flop eines Produktes sorgen können.<strong> </strong></p>
<h3><strong><strong>Interessante Einblicke eines Marketinggurus</strong></strong></h3>
<p>„Brand Sense“ liefert interessante Einblicke in die Gegenwart des Marketings und zeigt, wohin die Reise gehen könnte. Dass man als Konsument oft unbewussten Reizen ausgesetzt ist, ist längst bekannt, doch wird einem dies bei Martin Lindstroms Buch von neuem bewusst. Manchmal ist man von der Industrie bereits so getrimmt, dass man künstliche Gerüche und Geschmäcker den natürlichen vorzieht. Lindstrom ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen. So sieht man wieder einmal, was sich die Global Players der Wirtschaft alles einfallen lassen und was in Zukunft noch auf uns zukommen könnte. Vielleicht erklingt ja demnächst beim Öffnen einer Colaflasche eine unverwechselbare Melodie oder Ikea-Möbel werden mit einem speziellen Ikea-Duft ausgestattet …</p>
<p>Leider bleibt der „Marketingguru“ in allen seinen Ausführungen an der Oberfläche. Er reisst zu viele verschiedene Aspekte an, inklusive einem Exkurs zum Thema „Religiosität von Marken“ und „Vermarktungschancen“ der Religionen. Bevor eine Vertiefung erfolgt, ist er bereits beim nächsten Thema angekommen. So erfährt man sehr viel – und vor allem sehr viele Beispiele aus der Welt der Labels – doch weniger wäre mehr gewesen. Der Leser muss ihm fast blind vertrauen, denn Lindstrom belegt seine Gedanken nur sehr selten durch Quellenangaben.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Brand Sense<br />
 Autorin: Martin Lindstrom<br />
 Verlag: Campus<br />
 Seiten: 212 Seiten<br />
 Richtpreis: CHF 39.80</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Saskia Richter: &#8220;Die Aktivistin – Das Leben der Petra Kelly&#8221;</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/03/05/saskia-richter-die-aktivistin-%e2%80%93-das-leben-der-petra-kelly/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Mar 2011 14:50:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Sigg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheitsbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Petra Kelly]]></category>
		<category><![CDATA[Saskia Richter]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/03/05/saskia-richter-die-aktivistin-%e2%80%93-das-leben-der-petra-kelly/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/03/Die-Aktivistian-Petra-Kelly-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Vorkämpferin der deutschen Friedensbewegung und Aushängeschild der Grünen: Petra Kelly (1947-1992) war der politische Shootingstar der 1980er-Jahre und faszinierte auch Menschen ausserhalb Deutschlands. Saskia Richter setzt sich in ihrer Dissertation mit dem Leben und Wirken der Politikerin auseinander – mit Schwerpunkt bei Kellys politischer Laufbahn.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Eine Politikerin – konsequent und ohne Kompromisse</h1>
<p><span style="font-weight: normal; font-size: 20px;">Saskia Richter: &#8220;Die Aktivistin – Das Leben der Petra Kelly&#8221; (Biographie)</span></p>
<p><span style="font-weight: normal; font-size: 20px;"> </span><strong>Vorkämpferin der deutschen Friedensbewegung und Aushängeschild der Grünen: Petra Kelly (1947-1992) war der politische Shootingstar der 1980er-Jahre und faszinierte auch Menschen ausserhalb Deutschlands. Saskia Richter setzt sich in ihrer Dissertation mit dem Leben und Wirken der Politikerin auseinander – mit Schwerpunkt bei Kellys politischer Laufbahn.</strong></p>
<p><span style="font-size: 13px;">Von Stephan Sigg.</span></p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-8048" title="Die-Aktivistian-Petra-Kelly" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/03/Die-Aktivistian-Petra-Kelly.jpg" alt="Die-Aktivistian-Petra-Kelly" width="200" height="318" />Saskia Richter ist Politikwissenschaftlerin und beschäftigte sich mehrere Jahre lang im Rahmen ihrer Dissertation mit Petra Kelly. Die Fülle an Quellen, die sie zitiert und erwähnt, zeigt, wie gewissenhaft sie ihre Recherchen im In- und Ausland betrieben hat. Neben schriftlichen Quellen befragte sie auch Weggefährten und Freunde Kellys. Herausgekommen ist eine akribische Studie, die alles andere als eine Heiligenlitanei auf die Politikerin ist. Richter geht es darum, die Ambivalenz Kellys aufzuzeigen, und das in allen Schattierungen.</p>
<h3><strong>Fehlende Seilschaften als Stolperstein</strong></h3>
<p><strong> </strong></p>
<p>Beim Namen Petra Kelly denkt man heute an die Grünen, die Friedensaktivisten und die Forderungen nach Abrüstung, Umweltschutz und Menschenrechten. Für all das setzte sich Petra Kelly bereits als junge Erwachsene ein und zwar konsequent und ohne Kompromisse. In ihrem politischen Engagement schonte sie weder sich selber noch ihre Mitarbeitenden. Richter schildert, wie sie oft während Wochen nur für ein paar wenige Stunden Schlaf ihre Arbeit unterbricht. Ihre Forderungen will sie ganz verwirklicht sehen. Und gerade dies ist der Anfang des späteren Scheiterns. Mit ihrer Totalität eckt sie an und macht sich zwar viele Fans, aber auch viele politische Feinde. Sie setzt nicht auf politische Seilschaften, ihre Dauerpräsenz in den Medien und an öffentlichen Veranstaltungen sorgt für Neid bei Parteikollegen und manövriert sie schliesslich in die Isolation. Zudem verlieren Kellys Forderungen die Brisanz, da sie es versäumt, ihre Themen einer veränderten Gesellschaft anzupassen. Als sie am 1. Oktober 1992 von ihrem Lebensgefährten aus dem Leben gerissen wird, sind ihre Glanzzeiten schon lange passé: Kelly hat ihre politische Relevanz verloren, auf dem nationalen Politparkett ist sie von einer neuen Machergeneration abgelöst worden.</p>
<h3><strong>Wenig private Annäherungen</strong></h3>
<p>Saskia Richter analysiert Aufstieg und Fall der Petra Kelly äussert präzise und verbindet beides überzeugend mit dem gechichtlichen Hintergrund. So erfährt man ganz nebenbei viel über die Atmosphäre in der deutschen Politik der 1970er- und 80er-Jahre. Einzig das Privatleben Kellys kommt etwas zu kurz. Zwar weist Richter immer wieder darauf hin, wie stark die politische Arbeit Kellys von ihrer eigenen Biographie geprägt war, doch dann bleibt doch vieles im Dunkeln, wo man gerne mehr über Kellys private Motive erfahren würde. Wenn im Buchtitel das „Leben der Petra Kelly“ versprochen wird, wird die Erwartung geweckt, dass neben den polithistorischen Aspekten eben auch das Private der Politikerin beleuchtet wird. Es scheint manchmal jedoch fast so, als habe die Autorin etwas Scheu vor der privaten Kelly. So bleiben selbst nach über 500 Seiten Lektüre viele Fragen unbeantwortet.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Die Aktivistin – das Leben der Petra Kelly<br />
 Autorin: Saskia Richter<br />
 Verlag: DVA<br />
 Seiten: 523 Seiten<br />
 Richtpreis: CHF 38.90</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Alice Gabathuler: „Freerunning“</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Jan 2011 19:54:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Sigg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/01/23/alice-gabathuler-%e2%80%9efreerunning%e2%80%9c/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/freerunning-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Tempogeladen und jede Menge Adrenalin inklusive: Der Thriller „Freerunning“ legt schon auf Seite 1 mit hoher Geschwindigkeit los und hält diese bis zum Ende durch. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Dunkle Machenschaften im Schweizer Baugewerbe</strong></h1>
<h2><strong>Alice Gabathuler: „Freerunning“ (Thriller)<br />
 </strong></h2>
<p><img class="alignright size-full wp-image-7714" title="freerunning" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/freerunning.jpg" alt="freerunning" width="200" height="314" />Tempogeladen und jede Menge Adrenalin inklusive: Der Thriller „Freerunning“ legt schon auf Seite 1 mit hoher Geschwindigkeit los und hält diese bis zum Ende durch. Freerunner Julian, ein Jugendlicher aus einer nicht näher beschriebenen Schweizer Kleinstadt, landet bei einem waghalsigen Sprung prompt auf der Leiche eines prominenten Baulöwen. Schnell ist klar: Es handelt sich um ein Mordopfer. Doch es kommt noch dicker: Kaum haben die Polizisten die Ermittlungen aufgenommen, befinden sich Julians Vater und „Jazz“, eine mysteriöse Obdachlose, auf die Julian ein Auge geworfen hat, ganz oben auf der Liste der Verdächtigen. Julian und seine Kumpels wissen, dass sie den richtigen Täter aufspüren müssen, und das schleunigst. Und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und Verbrecher, die vor nichts zurückschrecken … Ein spannendes Jugendbuch, das Seite um Seite Licht in ein dunkles Verbrechen im Baugewerbe bringt und viel Schweiz-Bezug enthält! (sig)</p>
<p>Alice Gabathuler: „Freerunning“, Thienemann Verlag, 2010, auch als eBook erhältlich.</p>
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		<title>Eli Gottlieb: „Was niemand sah“</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Dec 2010 21:08:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Sigg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Eli Gottlieb]]></category>
		<category><![CDATA[Was niemand sah]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/12/11/eli-gottlieb-%e2%80%9ewas-niemand-sah%e2%80%9c/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/wasniemandsah-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Als Star-Autor Rob Spencer zuerst seine Ex-Freundin und dann sich selber ermordet, ist Familienvater Nick zutiefst schockiert: Der Schriftsteller war sein engster Jugendfreund und so etwas wie ein Bruder. Während Nick versucht, die Hintergründe der Tragödie aufzudecken, kommt er Geheimnissen auf die Spur, die sein Leben in den Grundfesten erschüttern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Im Sog einer Tragödie</h1>
<h2>Eli Gottlieb: „Was niemand sah“ (Roman)</h2>
<h3><strong>Als Star-Autor Rob Spencer zuerst seine Ex-Freundin und dann sich selber ermordet, ist Familienvater Nick zutiefst schockiert: Der Schriftsteller war sein engster Jugendfreund und so etwas wie ein Bruder. Während Nick versucht, die Hintergründe der Tragödie aufzudecken, kommt er Geheimnissen auf die Spur, die sein Leben in den Grundfesten erschüttern.</strong></h3>
<p>Von Stephan Sigg.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-7315" title="wasniemandsah" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/wasniemandsah.jpg" alt="wasniemandsah" width="200" height="330" />Manche Romane sind wie alte Lastkähne &#8211; es dauert eine Weile, bis sie an Fahrt gewinnen. Genau so ein Roman ist  „Was niemand sah“. An Spannung und „Suspense“, den der Klappentext verspricht, ist zu Beginn wenig vorhanden. Zunächst ein Einblick in den Alltag eines 0815-Familienvaters, der sich in einer grossen Lebenskrise befindet, an Ort und Stelle tritt und vor lauter Lethargie nichts unternehmen kann, um den Zerfall seiner Existenz aufzuhalten. Doch Lethargie ist nicht gerade die Zutat, die einen Roman nach vorne treibt. Noch weniger, wenn die Lethargie so eindrücklich geschildert wird, dass sie vom Leser Besitz ergreift. Und so wünscht man sich hinterher, die Überraschungen, die der Roman nach der ersten Hälfte zu bieten hat, wären schon früher aufgetaucht.</p>
<h3><strong>Ein gefundenes Fressen</strong></h3>
<p>Aber von vorne: Zunächst scheint alles klar zu sein. Kult-Autor Rob Spencer, der sich gerade in einer Schaffenskrise befindet, ermordet aus Eifersucht und Gekränktheit seine Ex-Freundin, eine aufstrebende Schriftstellerin, und begeht anschliessend Suizid. Ein Schriftsteller als Täter, eine Schriftstellerin als Opfer– natürlich ist das ein gefundenes Fressen für die Medien. Und so findet sich von einem Tag auf den anderen die beschauliche Kleinstadt Monarch, der Heimatort des Autors, in den nationalen Zeitungen, Zeitschriften und TV-Magazinen. Aber nein: „Was niemand sah“ ist kein Roman über einen Mord im Literatur-Milieu und genauso wenig die Auseinandersetzung mit den Mechanismen der Massenmedien. Der Roman zeigt viel mehr, welche Wellen eine Tragödie verursachen kann und dass sie auch Auswirkungen auf Menschen hat, die nicht zu den unmittelbar Betroffenen gehören.</p>
<h3><strong>Rückzug in sich selbst</strong></h3>
<p>Man könnte meinen – und das denkt sich auch seine Ehefrau, Nick würde nach einer Zeit der Trauer über den Verlust seines Jugendfreundes, mit dem er in letzter Zeit sowieso nur noch losen Kontakt hatte, bald wieder zurück zu seinem Alltag finden. Doch je mehr Zeit vergeht, um so mehr zieht er sich in sich selbst zurück. Zwischen ihm und seiner Frau und den beiden Söhnen ist eine unsichtbare Trennscheibe, die jede Nähe verhindert.  Selbst gemeinsame Unternehmungen wie ein Ausflug zum Bogenschiessen bleiben erfolglose Versuche, seinen Kindern Liebe und Zuneigung zu demonstrieren. Warum nur hat Robs Tod ihn so krass aus der Bahn geworfen?</p>
<h3><strong>Längere Durststrecke bis zum grossen Kick</strong></h3>
<p>Diese zentrale Frage lässt Eli Gottlieb bis zum Schluss offen. Zwar ködert er den Leser nach der ersten Hälfte mit einigen Familiengeheimnissen, die nicht nur Nick, sondern auch den Leser überraschen, doch den richtigen Drive entwickelt „Was niemand sah“ erst am Ende. Hier geht es plötzlich Schlag auf Schlag und schon bald erscheint das bisher Gelesene in einem völlig neuen Licht. Rückblickend wird klar, dass es in diesem Roman auch darum geht, wie sehr Schuld lähmen und einen in sich selber einsperren kann. Aber um zum Highlight zu gelangen, muss der Leser eine längere Durstrecke in Kauf nehmen. Es drängt sich die Frage auf, weshalb das Lektorat im ersten Teil nicht mehr Kürzungen vorgenommen hat. Gottlieb hat das Händchen für Thrill, Suspense und auch für eindrückliche Schilderungen eines Familienvaters in der Krise, mit mehr Straffung wäre dies jedoch viel besser zur Geltung gekommen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Was niemand sah<br />
 Autor: Eli Gottlieb<br />
 Übersetzer: Rainer Schmidt<br />
 Verlag: Droemer<br />
 Seiten: 285 Seiten<br />
 Richtpreis: CHF 33.50</p>
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		<item>
		<title>nahaufnahmen.ch-Filmadvent: 6. Dezember 2010</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Dec 2010 18:43:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Sigg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Am Anfang war das Licht]]></category>
		<category><![CDATA[Filmadvent]]></category>
		<category><![CDATA[P. A. Straubinger]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/12/06/nahaufnahmen-ch-filmadvent-6-dezember-2010/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/dezember6-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Na, vom Samichlaus keinen Gritibänz bekommen? Nicht so schlimm, meint das sanfte Licht, das aus dem sechsten Fensterchen strahlt: In güldenem Glanz fragt es leise: Ja, ist den Nahrung für den Menschen gar so wichtig?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>nahaufnahmen.ch-Filmadvent: 6. Dezember 2010</h1>
<h2>&#8220;Am Anfang war das Licht&#8221; von P. A. Straubinger</h2>
<p><a href="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/dezember6.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-7106" title="dezember6" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/dezember6.jpg" alt="dezember6" width="550" height="320" /></a></p>
<p><strong>Na, vom Samichlaus keinen Gritibänz bekommen? Nicht so schlimm, meint das sanfte Licht, das aus dem sechsten Fensterchen strahlt: In güldenem Glanz fragt es leise: Ja, ist den Nahrung für den Menschen gar so wichtig?<br />
</strong></p>
<p>Ein witziger Dokumentarfilm über ein merkwürdiges Thema: Licht als Nahrungsmittel &#8211; kann man sich von Licht ernähren? Ganz im Stil von &#8220;We feed the world&#8221; und &#8220;Let&#8217;s make money&#8221; wird nicht bewertet, sondern einfach gezeigt, was ist. Das Ergebnis ist nicht missionarisch und auch nicht entlarvend und deshalb sowohl für Kritiker, Befürworter, für Vernunftmenschen als auch &#8220;Erleuchtete&#8221; ein filmisches Vergnügen.  Österreichs Filmemacher scheinen mittlerweile ein goldendes Händchen für kurzweilige Dok-Filme mit Entertainment-Faktor zu haben. In Acht nehmen sollten sich vor &#8220;Am Anfang war das Licht&#8221; nur Popcorn-Fanatiker &#8211; Snacks vor der Leinwand oder dem TV-Gerät wirken bei diesem Film eindeutig fehl am Platz!</p>
<div id="attachment_7166" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-7166" title="am anfang war das licht" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/am-anfang-war-das-licht.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="310" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
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		<title>Interview mit Alice Gabathuler</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/12/04/interview-mit-alice-gabathuler/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Dec 2010 18:17:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Sigg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Alice Gabathuler]]></category>
		<category><![CDATA[E-Books]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliteratur]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/12/04/interview-mit-alice-gabathuler/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/AlcieGabathtuler-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Die Ostschweizer Autorin Alice Gabathuler schreibt seit einigen Jahren erfolgreiche Jugendbücher. Ihr neuer Krimi ist neben der gedruckten Version auch als E-Book erschienen. Im Interview mit nahaufnahmen.ch erzählt sie, inwiefern digitale Bücher in der Jugendbuchszene schon ein Thema sind und ob sie Jugendliche wieder vermehrt zum Lesen bringen könnten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>„Viele Jugendliche schwören auf das Papier-Buch“</strong></h1>
<h2><span style="font-weight: normal;">Jugendbuchautorin Alice Gabathuler im Interview über E-Books und das digitale Lesen</span><span style="font-weight: normal; font-size: 13px;"> </span></h2>
<h3><strong>Die Ostschweizer Autorin Alice Gabathuler schreibt seit einigen Jahren erfolgreiche Jugendbücher. Ihr neuer Krimi ist neben der gedruckten Version auch als E-Book erschienen. Im Interview mit nahaufnahmen.ch erzählt sie, inwiefern digitale Bücher in der Jugendbuchszene schon ein Thema sind und ob sie Jugendliche wieder vermehrt zum Lesen bringen könnten.</strong></h3>
<p><strong> </strong></p>
<p>Von Stephan Sigg.</p>
<p><strong><img class="alignright size-full wp-image-7124" title="AlcieGabathtuler" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/AlcieGabathtuler.jpg" alt="AlcieGabathtuler" width="200" height="266" />Nahaufnahmen.ch: Dein neues Buch „Freerunner“ ist auch als E-Book erschienen. War das eine bewusste Entscheidung von dir oder deinem Verlag?</strong></p>
<p>Alice Gabathuler: „Ganz ehrlich? Ich erfuhr erst aus dem Verlagskatalog, dass es Freerunning auch als E-Book gibt – und habe mich darüber gefreut, da ich eine stark im Internet verwurzelte Person bin und eine schon fast persönliche Beziehung zu meinem Computer habe. Als ich meinen Verlag das letzte Mal besuchte, verbrachte ich recht viel Zeit in der Online-Abteilung, „blätterte“ begeistert in einem Reader und fragte die Frauen ein Loch in den Bauch, weil ich denke, dass E-Books in der Zukunft einfach dazugehören. Ich war überrascht über das Layout (genau wie im Buch) und die Leserfreundlichkeit des Geräts, zum Beispiel konnte ich die Schrift genau auf die Grösse einstellen, in der ich sie wollte.“</p>
<p><strong> Lässt sich mit E-Books in der Schweiz schon Geld verdienen?</strong></p>
<p>„Gemäss Angaben meines Verlags sind die Verdienstmöglichkeiten im Jugendbuchbereich (noch) sehr, sehr gering.“</p>
<p><strong> Bringen E-Books Jugendliche wieder vermehrt zum Lesen?</strong></p>
<p>„Ich denke, dass im Jugendbuchbereich ganz andere Formen gefunden werden müssen. Das geht von Texten direkt im Internet bis hin zu Handyromanen. In der Verlagswelt wird derzeit experimentiert. Ob das E-Book Jugendliche vermehrt zum Lesen bringt? Ich weiss es nicht. Ganz viele Jugendliche schwören auf das Papierbuch. Wenn schon elektronisch, dann in anderen Varianten – auch „Kurzfutter-“ oder „Anfix“-Varianten. Auf jeden Fall finde ich die Entwicklung spannend und bin neugierig, wohin die Reise führen wird.“</p>
<p><strong> Ist das Thema bei Jugendlichen denn schon im Gespräch? Wirst du bei Schullesungen damit konfrontiert?</strong></p>
<p>„Bei Schullesungen ist das E-Book absolut kein Thema. Unter Jugendbuchautoren-KollegInnen reden wir manchmal darüber, aber es ist nicht wirklich eines unserer Hauptgesprächsthemen.“</p>
<p><strong>Und du persönlich, nutzt du bereits E-Books?</strong></p>
<p>„Ich bin ein altmodischer Papierfreak. Genauso, wie ich noch Schallplatten hatte, als längst alle auf CDs gewechselt haben, und später noch lange mit einem Discman und einem Rucksack voller Tonträger rumlief, als die MP3-Player und der iPod aufkamen. Heute habe ich einen iPod und finde das Ding schon sehr, sehr praktisch. Was mich nicht daran gehindert hat, kürzlich den Plattenspieler zu reaktivieren und wieder die guten alten Vinylscheiben zu hören. Die digitalen Lesegeräte mit ihren Möglichkeiten faszinieren mich jedoch – genauso, wie mich die Idee fasziniert, hunderte von Songs auf einem Minigerät immer dabeizuhaben – und ich denke, früher oder später werde ich mir so eins kaufen.“</p>
<p><strong>Dein neues Buch beschäftigt sich mit Freerunnern. Wie bist du auf dieses Thema gekommen,  Freerunning wird nicht gerade ein typischer Sport im Rheintal sein?</strong></p>
<p>„Ich habe vor einigen Jahren zum ersten Mal Parkour-Aufnahmen gesehen und war begeistert. Schon damals war mir klar, dass diese Sportart irgendwann in eines meiner Bücher einziehen würde. Bei der Recherche stiess ich dann auf das Freerunning – einen kreativen Verwandten von Parkour. Fast gleichzeitig lernte ich bei einer Lesung Jugendliche kennen, die Parkour machten. Parkour/Freerunning wird auch im Rheintal ausgeübt, allerdings glaube ich nicht, dass es bei uns weit verbreitet ist (lacht). Es waren aber auf jeden Fall zwei Jungs aus dem Rheintal, die mich für das Buch in die Gefühlswelt der Freerunner eingeführt haben.</p>
<p><strong>Ist &#8220;Freerunning&#8221; &#8220;einfach&#8221; ein Thriller oder willst du mit diesem Buch eine Botschaft vermitteln?</strong></p>
<p>„Freerunning ist eigentlich ein klassischer Krimi, der zum Teil in der Freerunning-Szene spielt und dessen Hauptfiguren Freerunning ausüben. Ich will mit jedem Buch eine Botschaft vermitteln – aber die verpacke ich zwischen den Zeilen und fuchtle nicht mit einem moralischen Zeigefinger in der Luft herum, Jugendliche mögen so was nicht. Wer die Botschaft finden will, findet sie – und wer sich einfach nur unterhalten will mit meinen Büchern, darf das gerne auch tun.“</p>
<p><strong>Jugendliche sind eine sehr kritische Zielgruppe. Ist es nicht gerade eine doppelte Herausforderung, für diese Leser zu schreiben?</strong></p>
<p>„Ich mag Jugendliche: weil sie dir geradeheraus ins Gesicht sagen, ob ihnen etwas gefällt oder nicht, weil sie allergisch auf moralische Zeigefinger sind, weil sie ein Gefühl für echte und falsche Töne haben, weil sie Fragen stellen, die Erwachsene nicht stellen und Antworten geben, die Erwachsene nicht geben, kurz, weil sie genauso sind, wie sie sind. Für Jugendliche zu schreiben ist exakt das, was ich will. Und Schreiben ist ja immer eine Herausforderung, egal für welche Altersgruppe man schreibt.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Im Netz: <br />
 </strong><a href="http://www.alicegabathuler.ch">www.alicegabathuler.ch</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Benedict Wells: &#8220;Spinner&#8221;</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/11/30/benedict-wells-spinner/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 23:24:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Sigg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Benedict Wells]]></category>
		<category><![CDATA[Spinner]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/11/30/benedict-wells-spinner/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/11/Spinner-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>In seinem zweiten Buch erzählt der junge Autor Benedict Wells die turbulente und doch einsame Odyssee eines etwas gleichaltrigen Schriftstellers durch Berlin und die Wirren des Erwachsenwerdens.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Benedict Wells: &#8220;Spinner&#8221; (Roman)</h1>
<h2><span style="font-weight: normal;">Wenn sich einer im Keller verkriecht</span></h2>
<h3><strong>In seinem zweiten Buch erzählt der junge Autor Benedict Wells die turbulente und doch einsame Odyssee eines etwa gleichaltrigen Schriftstellers durch Berlin und die Wirren des Erwachsenwerdens. </strong></h3>
<p><strong> </strong></p>
<p>Von Stephan Sigg.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-6980" title="Spinner" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/11/Spinner.jpg" alt="Spinner" width="200" height="316" />Es geht drunter und drüber in Wells zweitem Roman: Viele Turbulenzen, eine Menge skurrile Begegnungen, mehrere Tragödien und ein rasanter Szenenwechsel. Das Buch ist nichts für schwache Gemüter – hier sitzt man in einem Hochgeschwindigkeitszug. Dabei fängt alles ganz positiv an: Jesper, gerade das Abi in der Tasche, stehen alle Türen offen. Doch im Gegensatz zu den anderen Abiturenden hat er kein Studium und keine Berufsausbildung im Sinn, sondern nur ein einziges Ziel vor Augen: Schriftsteller zu werden. Und so stürzt sich der Münchner in den pulsierenden Kosmos von Berlin.</p>
<h3>Im eigenen Leid suhlend</h3>
<p>Nein, Jesper wird kein Party-Tiger. Ganz im Gegenteil: Er ist zum Arbeiten in die Hauptstadt  gekommen. Berlin soll der Entstehungsort seines grossen Romans werden – ein atemberaubendes, wenn auch unlesbares Werk von 1000 Seiten, das den vielversprechenden Titel „Der Leidgenosse“ trägt. An diesem Projekt arbeitet Jesper Nacht für Nacht in seiner Kellerwohnung. Diese „Streichholzschachtel“ wird immer mehr zu seinem Rückzugsort, zu seinem Panzer gegen die Welt. Seine Aversion gegen die Gesellschaft und die selbstfeiernde Stadt hat ihn zu einem verschrobenen Einzelgänger gemacht. Er verbringt die Tage damit, sich über alles und nichts den Kopf zu zerbrechen. Kein Geld, kein Essen, keine Freundin in Sicht – einfach alles irgendwie sinnlos. Da können er und auch der Leser nur so vom Glück reden, dass plötzlich Jespers Freunde Gustav und Frank auftauchen und alles versuchen, den in seinem Leid Suhlenden ordentlich wachzurütteln.</p>
<h3><strong>Ein Leben im Pausenmodus</strong></h3>
<p>Wells Geschichte ist die Geschichte über einen jungen Mann, der mit den Anforderungen des Erwachsenenlebens überfordert ist, und der irgendwann dann tatsächlich ohne fremde Hilfe keinen Schritt mehr weiterkommen würde. Es ist tragisch und komisch zugleich, zu beobachten, wie der Protagonist sein Leben meistert, das sozusagen im Pausen-Modus festgefroren zu sein scheint.</p>
<p>Man lässt sich gerne von Wells unterhalten, wenn nicht sogar von seinem Sog mitreissen. Trotzdem wünscht man sich irgendwann,  es wären einige der Tagträumereien und Halluzinationen gestrichen und der flapsige Ton etwas kleiner dosiert worden. Wells orientiert sich an den grossen Pop-Literaten des letzten Jahrzehnts und der Gegenwart. Beim jugendlichen Publikum wird er damit bestimmt auf Begeisterung stossen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Spinner<br />
 Autor: Benedict Wells<br />
 Verlag: Diogenes<br />
 Seiten: 306<br />
 Richtpreis: CHF 20.90</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Charles Lewinsky: &#8220;Der Teufel in der Weihnachtsnacht&#8221;</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/11/17/charles-lewinsky-der-teufel-in-der-weihnachtsnacht/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 22:39:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Sigg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Lewinsky]]></category>
		<category><![CDATA[Der Teufel in der Weihnachtsnacht]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/11/17/charles-lewinsky-der-teufel-in-der-weihnachtsnacht/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/11/DerTeufelInDerWeihnachtsnacht-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Mit diesem Besuch in der Weihnachtsnacht hätte der Papst wohl nie gerechnet. Der Teufel höchstpersönlich steht plötzlich in den Gemächern des Oberhaupts der katholischen Kirche und will ihn in Versuchung führen. Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Lewinsky? Ja, und zwar eine vergnügliche, die ohne jeden Kitsch auskommt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Ein teuflischer Weihnachtsmorgen</h1>
<h2><span style="font-weight: normal;">Charles Lewinsky: „Der Teufel in der Weihnachtsnacht“ (Erzählung)</span><span style="font-weight: normal; font-size: 13px;"> </span></h2>
<h3><strong>Mit diesem Besuch in der Weihnachtsnacht hätte der Papst wohl nie gerechnet. Der Teufel höchstpersönlich steht plötzlich in den Gemächern des Oberhaupts der katholischen Kirche und will ihn in Versuchung führen. Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Lewinsky? Ja, und zwar eine vergnügliche, die ohne jeden Kitsch auskommt.</strong></h3>
<p><strong> </strong></p>
<p>Von Stephan Sigg.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-6895" title="DerTeufelInDerWeihnachtsnacht" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/11/DerTeufelInDerWeihnachtsnacht.jpg" alt="DerTeufelInDerWeihnachtsnacht" width="200" height="327" />Ist es ein Traum oder ist es Wirklichkeit? Mitten in der Nacht wacht der Papst auf und entdeckt an seinem Bett einen unbekannten Gast. Dass es sich dabei um den Leibhaftigen höchstpersönlich handelt, ist nicht sofort erkennbar. Denn dieser scheint mit der Zeit gegangen zu sein und präsentiert sich in teurem Massanzug und mit Aktenköfferchen &#8211; als Versicherungsvertreter. Und modern ist auch seine Mission: Er will dem Papst helfen, die kirchlichen Bilanzen, Image und Erträge zu optimieren. Dafür hat er einige originelle Ideen: Werbespots für Sakramente und das regelmässige Gebet, die Lancierung eines automatischen „Absolutionsdispensers“ (eine Art elektronischer Beichtstuhl), die Vermarktung von Weihwasser in PET-Flaschen und der Papst als Gastgeber einer Talkshow. Dies alles soll dazu führen, dass die Kirchen wieder voller und die Menschen wieder frommer werden.</p>
<h3>Eine Zusage mit Konsequenzen</h3>
<p>Nein, natürlich kann der Papst absolut gar nichts mit diesen teuflischen Angeboten anfangen und so fällt es ihm nicht schwer, ihnen zu widerstehen. Aber dann schüttelt der Teufel doch noch einen Vorschlag aus dem  Ärmel. Der Papst geht darauf ein, ohne die Konsequenzen genau durchgedacht zu haben. Was das ist, wird an dieser Stelle nicht verraten, dafür das tragische Ende – fortan ist in allen Gottesdiensten zu hören: „Diese Fürbitten wurden gesponsert von … Toyota!“</p>
<h3><strong>Ein Feuerwerk von witzigen Ideen</strong></h3>
<p>Warum dauert diese Weihnachtserzählung nur sechzig Seiten? Die Geschichte strotzt nur so von witzigen und skurrilen Ideen. Alle paar Seiten wird es sehr bissig, viele katholische Rituale und Praktiken bekommen ihr Fett weg, aber Lewinsky überschreitet dabei trotzdem nie die Grenze zum Respektlosen. Im Gegenteil: Lewinsky legt Wert darauf, den Papst sehr sympathisch darzustellen. Der geistliche Würdenträger ist ein menschlicher und bodenständiger Zeitgenosse.</p>
<p>Der Schweizer Autor schafft es, mit einem frischen und unverkrampften Zugang zum Nachdenken anzuregen und das Resultat ist damit mehr als nur eine „nette, unterhaltsame“ Fabel für Weihnachten. Da könnte sich mancher Theologe eine Scheibe abschneiden. So ist die Weihnachtsgeschichte eine erfrischende Erzählung, die auch unterm Weihnachtsbaum vorgelesen werden kann, ohne dass die Festfreude beim einen oder anderen Verwandten getrübt wird. Sie ist sowohl für Gläubige wie Ungläubige geeignet und wird vor allem auch bei jenen auf begeisterten Beifall stossen, die sonst allergisch sind auf das gemeinsame „Stille Nacht“-Singen und Vorlesen von kitschigen Weihnachtstexten.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Der Teufel in der Weihnachtsnacht<br />
 Autor: Charles Lewinsky<br />
 Verlag: Nagel &amp; Kimche<br />
 Seiten: 60<br />
 Richtpreis: CHF 15.90</p>
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