Von Christof Zurschmitten · September 2010

Viel, viel später liegt der erste Versuch, auf Worte Taten folgen zu lassen, nun vor. Und es geht darum um die herrlich verschwrubelten Spiele von Amanita Design, Holz und Rost und eine “Ästhetik des verherrlichten Zerfalls und der zerfallenden Herrlichkeit”, die Amanita Design als Erbe einer sehr besonderen tschechischen Animationsfilm auszeichnet.

Am NIFFF werden nicht nur Filme gezeigt – an der Randveranstaltung “Imagine The Future” wird auch heftig debattiert, über nichts weniger als die Zukunft. Hauptsächlich geht es dabei um das Digitale Bild im Film, ein wenig Platz bleibt aber auch für die Diskussion des Computerspiels. Dieses Jahr war das eine ganz und gar ernsthafte Angelegenheit.

Zeit also, den fiktionalen Mixer anzuwerfen: Ein Agententhriller unter Zombies? Eine Untoten-Apokalypse mit Spionagehintergrund? Warum eigentlich nicht beides?

In einem Gastartikel beleuchtet Rudolf Inderst vom “Titel-Magazin” aus diversen Perspektiven die Frage danach, warum “Du” im Computerspiel gemieden wird.

Der Fehdehandschuh ist geworfen, jetzt folgt die Begründung. Oder: Warum jemand, der jetzt noch über Games bloggen will, es eigentlich besser wissen sollte. Und warum er es dennoch nicht tut.

Am 18.03.2010 beschloss der Ständerat, zwei Motionen mit demselben Thema an den Bundesrat weiter zu reichen: Die Besorgnis angesichts so genannter „Killerspiele“. Während die Motion Hochreutener durchaus vernünftig eine verschärfte Kontrolle der Einhaltung bereits bestehender Altersempfehlungen vorsieht, schlägt die Motion Allemann über alle Stränge des Zumutbaren. Dies ist umso inakzeptabler, als sie offensichtlich auf der prekären Basis diffuser Ängste statt harter Fakten gebaut ist. Zwei Thesen zur Motion und eine dazu, warum es wichtig ist, einen Unterschied zu machen.
Von Joel Krebs · Dezember 2009

Wut, Empörung und Scham scheinen die vorherrschenden Gefühle der Minarettgegner nach dem letzten Sonntag zu sein. Kaum jemand scheint zu verstehen, wie dieses Resultat zu Stande gekommen ist – und schafft so die Grundlage für die nächste, noch weitergehende Initiative.
Von Joel Krebs · Oktober 2009

Kaum ein Monat vergeht, ohne dass man als Zeitungsleser nicht von der Forderung eines neuen Verbots hört. Kampfhundeverbot, Raucherverbot, Killerspieleverbot, Verbot von Handys auf Schulhöfen, Verbot der Burka, Verbot von Extremsportarten, Verbot von Export von Kriegsmaterial, Verbot von Alkohol bei Sportanlässen, Verbot von hohen Managerlöhnen, Off-Roader-Verbot und nun kommt ein weiteres Verbot sogar zu Abstimmung: Das Verbot zum Bau von Minaretten. Es versteht sich von selbst, dass das Plakat dazu ebenfalls verboten wird.
Von Lukas Hunziker · Oktober 2009

Erneut sorgt ein Wahlplakat für rote Köpfe. Für das Minarettverbot in der Schweiz wird geworben, indem man eine ganze Religion auf jene extremistischen Randgruppierungen reduziert, welche der grossen Mehrheit der Muslime weltweit verhasst sind. Verallgemeinerungen dieser Art sind gefährlich und erinnern an Propaganda, von der wir glaubten, wir hätten sie hinter uns.
Von Lukas Hunziker · August 2009

Der Islamische Glaube leidet momentan weltweit unter dem schlechten Ruf, welcher ihm seine fundamentalistischen Randgruppierungen bescheren. Auch die Schweiz in ihrer scheinbaren Neutralität spielt mit absurden Ideen, um Islamgläubige vor ihren angeblich mittelalterlichen Praktiken zu schützen. Das Gedankenspiel mit dem Burkaverbot ist der aktuelle Höhepunkt einer anmassenden Islambevormundung.
Von Julian Schmidli · Juni 2009

Die Schweizer Medienlandschaft hat den Notstand ausgerufen. Der Qualitätsjournalismus, ideologischer Wahrer der Demokratie, sei in Gefahr. Doch die Zeitungen selbst sind daran schuld.
Von Joel Krebs · Juni 2009

Die traditionsreiche Berner Tageszeitung „Der Bund“ kämpft schon seit geraumer Zeit mit roten Zahlen, das hat nichts mit der Wirtschaftskrise zu tun. Die Übernahme der Espace Media Groupe durch die Tamedia AG hat hier kaum etwas geändert. Nun folgen einschneidende Massnahmen: Fusion mit dem Zürcher Tagesanzeiger und massiver Stellenabbau.
Von Sandro Portmann · Juni 2009

Auch Medien machen Fehler. Doch die tragweite einer «Ente» kann gross sein und Schaden anrichten. Die Redaktionen müssen misstrauisch sein und ihre Quellen doppelt hinterfragen. Im Fall Paula O., dem scheinbaren Opfer von Neonazis, wurde die Geschichte auch zum politischen Debakel.
Von Sandro Portmann · Mai 2009

Mit der modernen Demokratie haben die Machtsymbole an Wert verloren. Es gibt jedoch immer noch Synonyme für Macht in den Porträts der Mächtigen. Macht ist ein guter Nährboden für Allmachtsfantasien, der Narziss bestimmt welche Status- oder Machtsymbole in den Porträts dargestellt werden.
Von Joel Krebs · Mai 2009

Klammheimlich hat Pakistan sich in den 1980er Jahre ein Atomwaffenprogramm angeeignet – eigentlich um auf das Kernwaffenprogramm Indiens zu reagieren. Schätzungen zielen heute auf 50 – 100 nuklearen Gefechtsköpfen in Pakistan. Das alleine wäre aber noch nicht wirklich besorgniserregend, doch in Verbindung mit der politischen Lage Pakistans ist der Umstand sehr beunruhigend.