<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Einsichten</title>
	<atom:link href="http://www.nahaufnahmen.ch/category/denken/einsichten/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.nahaufnahmen.ch</link>
	<description>Das Magazin im Netz</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Feb 2012 20:11:45 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.4</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Eindrücke vom Rande Europas</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/08/01/eindrucke-vom-rande-europas/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/08/01/eindrucke-vom-rande-europas/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 22:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joel Krebs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einsichten]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Irland]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=2194</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/08/01/eindrucke-vom-rande-europas/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/irland1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Der Keltische Tiger ist wieder am Boden angelangt. Eine sanfte Landung ist es jedoch nicht. Die Arbeitslosenquote hat sich in Irland seit 2007 verdoppelt, die Wirtschaft bricht drastischer ein als in anderen Ländern Europas. Nun ist man darauf bedacht, dass Irland nicht das gleiche Schicksal widerfährt wie Island und die Annäherung an die Europäische Union wird wieder populärer – nur ein Jahr nach dem erfolgreichen Referendum gegen den Lissabon Vertrag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Eindrücke vom Rande Europas</h1>
<h2>Wirtschaftswunder und seine Tücken am Beispiel Irlands</h2>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_2195" class="wp-caption alignleft" style="width: 560px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-full wp-image-2195" title="Irland in der Krise" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/irland1.jpg" alt="Raue Aussicht über die irischen Klippen" width="550" height="242" /></dt>
</dl>
</div>
<dl id="attachment_2195" style="width: 560px;">
<dt> </dt>
</dl>
<h3><span>Der Keltische Tiger ist wieder am Boden angelangt. Eine sanfte Landung ist es jedoch nicht. Die Arbeitslosenquote hat sich in Irland seit 2007 verdoppelt, die Wirtschaft bricht drastischer ein als in anderen Ländern Europas. Nun ist man darauf bedacht, dass Irland nicht das gleiche Schicksal widerfährt wie Island und die Annäherung an die Europäische Union wird wieder populärer – nur ein Jahr nach dem erfolgreichen Referendum gegen den Lissabon Vertrag.</span></h3>
<p><span>Irland ist vor allem bei Jungen als Reiseziel beliebt. Pubs, Guiness, Irish Folk und eine wunderbare Natur machen Irland attraktiv. Doch dann gibt es da auch noch das Gemurmel um die Kriminalität in Irland. Dublin hat Amsterdam unterdessen als Drogenparadies abgelöst und kein Tag vergeht, in der man in den irischen Medien nichts von Gewaltverbrechen auf der Grünen Insel liest. Der steile wirtschaftliche Aufschwung und sein abruptes Ende.</span></p>
<h3><span>Vom Keltischem Tiger&#8230;</span></h3>
<p><span>Wenn man durch die Strassen von Galway, einer Stadt an der Westküste von Irland, geht, sieht man zahlreiche moderne Gebäude und gleich daneben ältere Häuser. Wann immer man ein solch modernes Glashaus sieht, muss man bedenken, dass dies erst in den letzten fünf bis zehn Jahren gebaut wurde. Vorher galt Irland als Armenhaus Europas. Erstaunlich ist es, wenn man ältere Filmaufnahmen von Dublin zwischen 1980 und 1990 sieht. Man wähnt sich am Anfang des 20. Jahrhunderts. Irland ist eines dieser Länder das extrem vom Beitritt in die Europäische Union profitiert hat. Es hat die Grenzen geöffnet und die Unternehmenssteuern drastisch gesenkt und wurde so schliesslich zum Musterschüler was die wirtschaftliche Entwicklung anbelangte. Irland gilt heute als eines der reichsten Länder Europas und der Welt.<br />
 </span></p>
<h3><span>&#8230;und seinem grausamen Tod</span></h3>
<p><span>Doch umso steiler der Aufstieg von Irland gewesen ist, umso heftiger wird Irland nun von der Krise getroffen. Als eines der ersten Länder Europas schlitterte Irland in eine Rezession. Seit Anfang dieses Jahres befindet sich Irland nun auch in einer Deflation (<a title="RTE News Meldung über die Deflation in Irland" href="http://www.rte.ie/news/2009/0212/inflation.html" target="_blank">Quelle</a>). Die Prognosen zeichen wirklich ein erschreckendes Bild: Im Jahre 2007 wuchs das Bruttoinlandprodukt (BIP) von Irland um 6 Prozent. 2008 sank es 2 Prozent und für das Jahr 2009 wird ein Rückgang von 5 Prozent prognostiziert. Für das letzte Jahr wird eine Arbeitslosenquote von über 9% erwartet (<a title="Artikel der Zeit für Irland" href="http://www.zeit.de/2009/10/Irland" target="_blank">Quelle</a>). Man fürchtet ein ähnliches Schicksal wie Island: Den Staatsbankrott.<br />
 </span></p>
<h3><span>Willkommen in Westeuropa, Irland!</span></h3>
<p><span>Durch das Wirtschatfswachstum steigen in Irland auch die Löhne. Dell hat angekündigt die Produkt ihrer Computer im irischen Limerick einzustellen und sich auf die Produktionsstätte im polnischen Lodz zu konzentrieren. Ein Todesurteil für die Stadt Limerick und ein harter Schlag für ganz Irland. Irland widerfährt nun das, was vor einigen Jahren, zu Beginn des irischen Wirtschaftswunders, mit anderen westeuropäischen Staaten geschehen ist: Die Abwanderung von Arbeitsplätzen in ökonomisch günstigere Länder. Damit ist Irland endgültig beim restlichen Europa angekommen. Der tertiäre Sektor wird nun auch hier immer wichtiger und als Billig-Lohn-Land gilt Irland nun sicher nicht mehr. Es hat nun mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen wie die restlichen Länder Westeuropas.<br />
 </span></p>
<h3><span>Die Schattenseiten des Tigers</span></h3>
<p><span>Kriminalität ist in Irland ein grosses Thema. Viele Einheimische klagen über eine immer unsicherere Stadt. Sicherlich teilen die Iren das Interesse an Kriminalität mit den Briten und so ist es nicht verwunderlich, dass in den Irischen Medien viel mehr und ausführlicher über jede Art von Kriminalität berichtet wird. Trotzdem ist an den Aussagen und Befürchtugen der Einheimischen etwas dran: 2005 wurde eine Report über eine Umfrage innerhalb der Europäischen Union veröffentlicht, der die Kriminalität der Mitgliedstaaten analysierte (jedoch ohne die Staaten der EU-Osterweiterung). Irland ist demnach das Land, wo es am wahrscheinlichsten ist, von einem Verbrechen getroffen zu werden. Belfast und Dublin sind an den Stellen 4 und 5 der gefährlichsten Metropolen von Europa und stehen im interkontinentalen Vergleich sogar vor New York. Jeder fünfte Einwohner von Irland gibt an bereits einmal Opfer eines Verbrechens gewesen zu sein. Vor allem Raubüberfälle und sexuelle Gewalt sind in Irland ein grosses Problem (siehe Link am Ende des Artikels).<br />
 </span></p>
<h3><span>Mit Zuversicht in die Zukunft</span></h3>
<p><span>Der steile Aufstieg Irlands war sicherlich nötig und auch wenn er eine Vielzahl an Problemen mit sich gebracht hat, so wünscht sich wohl kein Ire wieder zurück vor die Zeit des Keltischen Tigers. Doch nun muss Irland auch noch in anderen Bereichen etwas aufholen, vor allem was Sozialversicherung und Gesundheitssystem angeht. Die Wirtschat wiederum muss sich andere Strategien für die Zukunft überlegen. Das den Iren das gelingen wird ist eigentlich kaum zu bezweifeln, denn auch wenn viele Einheimische sich über die Wirtschaftslage oder Kriminalität beklagen, niemand scheint aufzugeben zu wollen oder schwarz zu malen. Das kann man rasch in zahlreichen Gesprächen mit Einheimischen feststellen. Ebenfalls deutlich sichtbar ist eine Rückkehr zur Europäischen Union. Vermutlich hätte ein erneutes Referendum gegen den Vertrag von Lissabon nun deutlich weniger Chancen und darauf hofft man nun sowohl in Brüssel wie auch in Dublin selbst. Wie Island möchte man auf keinen Fall enden und auch dieser Inselstaat noch weiter weg vom Rest Europas drängt nun in die EU. Auch wenn die Zeit der Keltischen Tigers nun vorbei ist, so ist Irland sicherlich nicht am Ende.</span></p>
<p><strong>Links zum Thema</strong><br />
 <a title="Analyse der Kriminalität in Irland" href="http://www.gallup-europe.be/euics/Xz38/downloads/Ireland_Overview_for_Release.pdf" target="_blank">Irland in der Europäischen Umfrage über Kriminalität und Sicherheit 2005 (PDF)</a><br />
 <a title="Artikel in der Welt über den Abstieg Irlands" href="http://www.welt.de/wirtschaft/article3205997/Der-Abstieg-des-Wirtschaftswunderlandes-Irland.html" target="_blank">Der Abstieg des Wirtschatfswunderlandes Irland (Artikel bei der Welt)</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/08/01/eindrucke-vom-rande-europas/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Politik in Rot</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/07/01/politik-in-rot/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/07/01/politik-in-rot/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 22:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joel Krebs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einsichten]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendsession]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=2244</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/07/01/politik-in-rot/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/Jugendsession-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Am 30. Mai 2009 fand in Bern die jugendsession.sommer statt. Diese ist zwar nicht die weitaus bekanntere eidgenössische Jugendsession im Bundeshaus, doch trotzdem bietet sie einen Einblick in die Jugend, die sich für die Politik interessieren. Eine Tag Politik von Jugendlichen. Ein Tag voller neuen Erfahrungen und interessanten Debatten, doch auch mit Frustration und Enttäuschung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Politik in Rot</h1>
<h2>Ein Tag an der jugendsession.sommer 09</h2>
<h3><img class="alignleft size-full wp-image-2245" title="Jugendsession" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/Jugendsession.jpg" alt="Jugendsession" width="550" height="255" />Am 30. Mai 2009 fand in Bern die jugendsession.sommer statt. Diese ist zwar nicht die weitaus bekanntere eidgenössische Jugendsession im Bundeshaus, doch trotzdem bietet sie einen Einblick in die Jugend, die sich für die Politik interessieren. Eine Tag Politik von Jugendlichen. Ein Tag voller neuen Erfahrungen und interessanten Debatten, doch auch mit Frustration und Enttäuschung.</h3>
<p style="padding-left: 30px;"><a title="Interview mit Stefan Brader" href="http://www.nahaufnahmen.ch/2009/07/01/stefan-brader/"><span style="color: #888888;">Lesen Sie dazu auch das Interview mit Stefan Brader, einem Gruppenleiter der jugendsession.sommer und Mitglied der Organisationskomitees der eidgenössischen Jugendsession.</span></a></p>
<p>Über die eidgenössische Jugendsession, welche jährlich nach der eigentlichen Herbstsession des Parlaments stattfindet, hört man in den meisten Medien. Es wird von den da beschlossenen Petitionen berichtet, darüber diskutiert, was Jugendliche in die Politik treibt und davon abhält. Doch neben dieser dreitätigen Jugendsession im Bundeshaus gibt es noch zwei weitere Tage im Jahr, wo Jugendliche aus der ganzen Schweiz zusammen kommen um über Politik zu reden und selbst Politik machen. Die jugendsession.sommer ist einer dieser Tage.</p>
<h3>Organisation der Bühne</h3>
<p>Da die jugendsession.sommer nur einen Tag dauert, ist das Programm natürlich auch weniger ausschweifend als das der Jugendsession. Um neun Uhr trifft man sich in der Berufsschule des Detailhandels in Bern, fasst sich erst einmal ein knallrotes T-Shirt mit dem Slogan „Die Bühne für alle die nicht singen können, aber reden!“, klebt sich ein Namenschildchen an und lauscht dann bereits den Organisatoren. Die jugendsession.sommer ist ebenfalls national ausgelegt, jedoch ist der Eintritt nicht vom Bund finanziert. Dreissig Franken kostet der ganze Spass, dafür ist T-Shirt und Mittagessen inbegriffen. An sich immer noch ein angemessener Preis. Die beiden kleineren Jugendsessionen werden jedoch in Kooperationen mit anderen Organisationen durchgeführt. Diese Jugendsession wurde zusammen mit dem Netz Kinderschutz Schweiz organisiert, weshalb sich die Themen auch auf die Kinderrechte beziehen.</p>
<h3>Was am Ende herausschauen soll</h3>
<p>In vier verschiedenen Arbeitsgruppen wird dann über verschiedene, jedoch zusammenhängende Themen diskutiert. Das Ziel jeder Arbeitsgruppe ist dann einen Output zu verfassen. Dafür stehen drei verschiedene Formen zur Verfügung: Eine Petition, ein Statement oder ein Projektvorschlag. Dieser Output wird dann dem Plenum vorgestellt, so dass dieses dann darüber abstimmen kann, ob dieser Output so veröffentlicht werden soll. Soweit zur Theorie. Die verschiedenen Themen waren dieses Jahr:</p>
<ol>
<li> Integration von Jugendlichen mit Behinderung</li>
<li>Förderalismus und Kinderrechte</li>
<li>Jugenstrafrecht</li>
<li>Suizid unter Jugendlichen (französische Gruppe)</li>
</ol>
<h3>Fehlende inhaltliche Debatten</h3>
<p>Insgesamt hat eine Arbeitsgruppe dann mehr als vier Stunden Zeit um ihren Output auszuarbeiten. Das ist nicht wirklich viel, reicht aber aus. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Teilnehmer bereits im Vorfeld über das entsprechende Thema informiert haben. Zusätzlich kommen aber noch Experten auf dem Gebiet, bei uns Vertreter der Hilfsorganisation, hinzu, die während circa einer Stunde die Fragen der Teilnehmer beantworten. An sich die perfekte Grundlage um danach mit einer hitzigen Debatte zu beginnen. Doch hier liegt das Problem, denn eine solche Debatte fehlte beinahe gänzlich. Die Ursache dafür wird einem als Teilnehmer schnell klar: Es gibt keine oder kaum Meinungsvielfalt.</p>
<h3>Mitte trifft Links</h3>
<p>Es war mir von vorne rein klar, dass die politischen Verhältnisse an einer solchen Jugendsession nicht die Verhältnisse im Parlament oder gar Volk widerspiegeln. Der Vorwurf, dass an einer Jugendsession nur auf der linken Seite politisiert würde, ist weder ein Geheimnis und auch nicht wirklich erstaunlich. Trotzdem war ich über das Ausmass und vor allem die Auswirkungen davon überrascht. Eine Debatte zwischen Beteiligten, die sich sowieso einig sind, ist schlicht nicht möglich – und wenn, dann diskutiert man über formale Punkte und nicht über den Inhalt. So betrafen die einzige Auseinandersetzung, die wir innerhalb der Gruppe führten Formulierungen der Petitionsschrift, Satzkonstruktion und Wortwahl. Selbst die Entscheidung, über welches Thema wir denn nun einen Output verfassen, war entsprechend eintönig. Denn es war keine Frage der eigenen Meinung und politischen Einstellungen, sondern eine Frage der Prioritäten, denn jeder der vorgestellten Themen hätte an sich Anklang gefunden.</p>
<h3>Wo radikaler Idealismus eine Chance hat</h3>
<p>Stefan Brader, Gruppenleiter und Mitglied des Organisationskomitees für die eidgenössische Jugendsession, sagt in seinem Interview selbst, dass eine eigentliche inhaltliche Debatte, wie sie im Parlament zu finden ist, in der Jugendsession nur begrenzt stattfindet. Als Beispiel nennt er die Debatte über die Schweizerische Armee (siehe Interview). Auch bei uns gab es einen ähnlichen Themenvorschlag: So nannte ein Teilnehmer als Petition, den Stopp von Abweisung von Asylbewerbern mit Kindern. Was im Parlament eine sehr hitzige Debatte geführt hätte und am Ende wohl deutlich verworfen worden wäre, hätte selbst im Plenum der Jugendsession eine deutliche Chance für die Annahme der Petition. Kritische Stimmen hätte es hier nur vereinzelt gegeben. Natürlich ist allen Beteiligten klar, dass eine solche Petition niemals eine reelle Chance hätte, doch das mindert die Überzeugung kaum: Dann wird es eben als Symbol verstanden und so soll die mediale Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt werden.</p>
<h3>Der Mut anderer Meinung zu sein</h3>
<p>Selbst wenn es nun entgegengesetzte, also bürgerliche Meinungen gibt, so heisst das noch lange nicht, dass sie dann auch in die Diskussion einfliessen. Man kann sagen was man will, doch wenn man im Rathaussaal sitzt und weiss, dass man beinahe der einzige mit einer anderen Meinung ist, so braucht es Überwindung aufzustehen und diese Meinung einzubringen. Auf jede kritische Stimme melden sich fünf Stimmen, die dagegen halten. Eine solche Diskussion endet schnell in Frustration. Dies zeigt sich am Ende auch in den Abstimmungsergebnissen im Schlussplenum: So wurde jeder Output angenommen, keiner hatte mehr als 10 Gegenstimmen. Die Resultate waren eine Annahme mit 79%, 93%, 81% und 90% Ja-Stimmen. Das ist schlussendlich frustrierend für diejenigen Teilnehmer, die gerne ein politisches Gegengewicht sein möchten. Denn wenn die Jugendsession schon an dem Ruf leidet, nichts zu bewirken, dann ist dieser Eindruck bei solchen Leuten noch umso stärker: Egal wie gut oder schlecht die Argumente schliesslich sein mögen, eine Chance gegen eine solch überwältigende Mehrheit anzukommen gibt es kaum.</p>
<h3><img class="alignleft size-full wp-image-2248" title="Jugendsession-2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/Jugendsession-2.jpg" alt="Jugendsession-2" width="550" height="209" />Das Dilemma der Organisatoren</h3>
<p>Das Problem mit der fehlenden Meinungsvielfalt ist den Organisatoren laut Stefan Brader bekannt. Trotzdem wird es für sie schwierig hier etwas zu unternehmen, denn natürlich ist es nicht ihre Schuld, dass das bürgerliche Lager fehlt. Die Gründe liegen wohl eher in der Natur des Anlasses. Zum einen ist an der Redewendung sicher etwas dran, sprich unter Jugendlichen ist der Anteil an links denkenden sicher höher. Doch dies alleine erklärt noch keinen solch grossen Unterschied zu der Verteilung in der Bevölkerung bzw. in den Räten. Es ist sicher auch so, dass sich politisch links gerichtete Jugendliche mehr für die Politik interessieren, als politisch rechts gerichtete. Wieso dem so ist, ist schwer zu sagen. Nicht zu verachten ist aber auch das Bild der Jugendsession, denn es ist durchaus bekannt, dass man dort vor allem linke Meinungen antrifft. Dies muss nicht unbedingt nur von der Mund-zu-Mund-Propaganda herrühren, wie Stefan Brader erklärt. Selbst Wikipedia zählt den Kritikpunkt der geringen Meinungsvielfalt in dem Artikel der Jugendsession bereits auf. Das mag rechts denkende Jugendliche schon davon abhalten an einer solchen Jugendsession teilzunehmen.</p>
<h3>Wieso man auch Schlachten führen sollte, welche man sicher verliert</h3>
<p>Nun ich bin wirklich nicht jemand, der linke Meinungen vertritt und so litt auch ich darunter, stark in der Unterzahl zu sein. Als sich das Schlussplenum langsam auflöste blieb ein dumpfes Gefühl der Enttäuschung und Frustration. Doch trotzdem war es ein gelungener Tag, denn wo sonst kann man so einfach mit Politik in Berührung kommen? In diesem Punkt hat Stefan Brader sicherlich recht, wenn er sagt, dass es bei der Jugendsession nicht vordergründig darum gehe, den Jugendlichen wirklich die Chance zu geben etwas zu bewirken. Es kommt natürlich auf die Erwartungshaltung an, mit welcher man an einen solchen Anlass geht. Grundsätzlich hat mir der Tag aber gefallen, denn auch wenn eine kontroverse Debatte gefehlt hat, so gab es doch einige interessante Gespräche, nette Leute und doch auch einen Einblick darin, wie man diskutiert und seine Meinung kund tut. Vielleicht gerade, wenn man gegen eine schiere Übermacht ankämpft.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><a title="Interview mit Stefan Brader" href="http://www.nahaufnahmen.ch/2009/07/01/stefan-brader/"><span style="color: #888888;">Lesen Sie dazu auch das Interview mit Stefan Brader, einem Gruppenleiter der jugendsession.sommer und Mitglied der Organisationskomitees der eidgenössischen Jugendsession.</span></a></p>
<p><span style="font-size: x-small;"><strong><span style="color: #000000;">Fotos: Joel Krebs</span></strong></span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/07/01/politik-in-rot/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

