“Trust” von David Schwimmer

Im Internet ist nicht jeder der, der er zu sein vorgibt. Gerade Teenager, die sich dessen nicht bewusst sind, machen oft schmerzliche Erfahrungen mit Onlinebekanntschaften. Immer wieder fallen sie auch Pädophilen zum Opfer, die sich als Gleichaltrige ausgeben und sich mit ihnen anfreunden. “Trust” erzählt die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, das sich mit ihrer Onlinebekanntschaft trifft – und bald die ganze Welt gegen sich hat.

Die besten Filme 2011

2011 war, so sind sich Kritiker einig, ein gutes Kinojahr. Unsere diesjährige Top 10 des Jahres enthält allerdings einige Filmperlen, die es leider gar nicht in unsere Kinos geschafft haben. Ein Grund mehr, dem Schweizer Kinoprogramm weniger zu vertrauen als uns.

“The Future” von Miranda July

Nach „Me and You and Everyone We Know“ verzaubert uns Miranda July mit einem weiteren fabelhaften Erwachsenenmärchen. Die infantile Absurdität des Erstlings wird als Stimmungsrahmen beibehalten, jedoch strapaziert durch den Lastcharakter des Zeitbewusstseins und (zwischen-)menschliche Orientierungsschwierigkeiten.

“The Walking Dead” von Frank Darabont

Nachdem das 21. Jahrhundert Vampiren und Werwölfen mit einer Überdosierung Kuschelrock die Zähne gezogen hat, musste man als altmodischer Monsternarr beinahe fürchten, dass auch die lebenden Toten in die keuschlüsternen Träume von Mädchen in rosa Pyjamas abwandern könnten. Glücklicherweise vermag die AMC-Serie “The Walking Dead” solchen Ängsten das Gehirn wegzupusten.

“Bad Boy Kummer“ von Miklós Gimes

Zwischen 1993 und 2000 schrieb der Berner Journalist Tom Kummer für die Magazine des Tagesanzeigers und der Süddeutschen Zeitung. Berühmt wurde er für seine Interviews mit Stars wie Pamela Anderson, Sharon Stone oder Sean Penn. Als herauskam, dass diese Interviews nie stattgefunden hatten, sondern erfunden waren, war Kummer als Journalist am Ende. In „Bad Boy Kummer“ besucht ihn sein ehemaliger Arbeitskollege Miklós Gimes und spricht mit ihm über den Presseskandal.

“Source Code” von Duncan Jones

Nach einem Bombenanschlag auf einen Zug wird Captain Colter Stevens auf eine ungewöhnliche Mission geschickt; er soll sich in das eingefangene Bewusstsein eines der Todesopfer begeben, und die letzten 8 Minuten vor dessen Tod so lange wiederholt durchleben, bis er den Attentäter findet. Dumm nur, dass diese durchaus reizvolle Filmidee in die Hände eines durchschnittlichen Hollywoodschreiberlings geriet.

“OFF BEAT” von Jan Gassmann

Jan Gassmann, ein vielversprechendes Schweizer Regietalent präsentiert mit OFF BEAT seinen ersten Spielfilm über einen erfolglosen Rapper.

“A Separation” von Asghar Farhadi

Die Berlinale ist bekannt dafür, dass bei der Wahl des besten Films politische Beweggründe stärker gewichtet werden als ästhetische. Doch in diesem Fall dürfte die politische Betroffenheit kaum den Ausschlag gegeben haben. Denn bei „A Separation“ handelt es sich nicht um politisches Kino, auch wenn es ein iranischer Film ist. Eine joviale Sozialromantik kommt eindeutig zu kurz – dafür blüht das Cineastische um so mehr auf. Eindrückliches Kino über universelle menschliche Konfliktlinien.

“Boiling Point” von Takeshi Kitano

Als der Trainer einer stets verlierenden Baseballmannschaft Probleme mit der lokalen Yakuza kriegt, nimmt ein etwas zurückgeblieben scheinender Spieler die Sache in seine Hände und macht sich auf, um in Okinawa Waffen zu kaufen.

„Kakurenbo: Hide And Seek“ von Shuhei Morita und Daisuke Sajiki

Acht Kinder verlieren sich beim Spiel in den Eingeweiden eines verlassenen Stadtteils. „Kakurenbo“ bedient sich zu gleichen Teilen bei japanischen Märchen, urbanen Distopien und dem Horror-Genre, um dem Zuschauer eine halbstündige Lektion im Unheimlichen zu erteilen.

“Small World” von Bruno Chiche

Die Verfilmung des Erfolgsromans von Martin Suter wartet mit einem gewohnt brillanten Gérard Depardieu auf. Dem Vergleich mit dem Roman hält sie aber nicht stand.

“Der Kameramörder” von Robert Adrian Pejo

Es soll ein unverfängliches, fröhliches Wiedersehen und Kennenlernen werden, als Heinrich und Eva am Neusiedlersee bei Thomas und seiner neuen Freundin Sonja ankommen. Doch als drei Kinder verschwinden, verwandelt sich die Unbeschwertheit langsam in einen Albtraum. Robert Adrian Pejo ist mit „Der Kameramörder“ ein intensiv gespielter Thriller nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Glavinic gelungen.

NIFFF 2011 – Preise

Der Geschmack des Publikums und der Geschmack der Jury lagen dieses Jahr für einmal nahe beisammen. Die norwegische faux-Doku “Trollhunter” räumte gleich drei Preise ab, was kaum eine Überraschung war. “Hello Ghost” gewann im asiatischen Wettbewerb, was die vielen Freudetränen, die bei den zwei Vorstellungen vergossen wurden, ebenfalls schon angekündigt hatten. Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen, unseren Senf zu jedem Preis auch dazuzugeben.

NIFFF 2011 – Kurzbesprechungen

Auch anlässlich des diesjährigen NIFFFs müssen wir unserer Leserschaft leider mitteilen, dass die Gerüchte, nach denen der Tag eines nahaufnahmen.ch Journalists 30 und nicht 24 Stunden hat, weshalb er zu jedem gesehenen Film eine ausführliche Besprechung schreiben kann, leider falsch sind. Nicht falsch jedoch sind die Gerüchte, dass wir verdammt viele Filme gesehen haben, von denen wir einige nicht unerwähnt lassen möchten.

NIFFF 2011 – Tag 6

Am sechsten Tag wurde es theatralisch am NIFFF: Der südkoreanische Wettbewerbsbeitrag “End of Animal” gibt sich spröde und entzieht sich jeder Kategorisierung, ausser: Irgendwas mit Beckett. Zugänglicher war da schon “Todos tus muertos”, der mit Surrealismus und bitterbösem Humor die Korruption in Kolumbien anklagt.

NIFFF 2011 – Tage 4 und 5

Norwegen hat einen Lauf: Nach „Norwegian Ninja“ stellen die Skandinavier mit „Trollhunter“ eine weitere hoch unterhaltsame Mockumentary, die an nationalen Mythen rüttelt. Auch erschütternd, allerdings eher erschütternd schlecht, war dagegen ausgerechnet der einzige Animationsfilm am NIFFF.

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