„Love Exposure“ von Sion Sono

Coming of Age-Story, Verwechslungskomödie, Gender Bending, Karate-Flick, Sozialfarce, Milieustudie, High School-Romanze, Splatterorgie, Grand Guignol und und und und und: Sion Sono fasst mit „Love Exposure“ in knapp vier Stunden mehrere Jahrzehnte japanischer Pop-Kultur zusammen und führt sie zugleich zu einem Höhepunkt. Mit einem Wort: Wahnsinn.

“Mary and Max” von Adam Elliot

“Dear Mr. Horowitz” – so beginnt die seltsame Geschichte der unwahrscheinlichen Freundschaft zwischen der kleinen Mary und dem dicken Max, die auf gegenüberliegenden Seiten des Globus mit ihrer Einsamkeit kämpfen. Adam Elliots Film trotzt dem 3D-Wahn und erzählt seine Geschichte mit guten alten Knetfiguren, die einem nahe gehen, ohne dass sie aus der Leinwand hopsen.

“Séraphine” von Martin Provost

Anfang des 20. Jahrhunderts arbeitet Séraphine Louis als Zugehfrau in dem französischen Städchen Senlis. Die rare Freizeit verbringt sie mit dem Malen von Bildern. Ihre Gemälde werden von allen belächelt – bis ein deutscher Kunstsammler sie entdeckt. Ein Film nach einer wahren Begebenheit.

“Räuberinnen” von Carla Lia Monti

Einen Schweizer Film, der so viele negative Medienreaktionen und so viel öffentliche Empörung ausgelöst hat wie “Räuberinnen”, möchte man als Filmkritiker fast zum Trotz gut finden. Gelungen ist es nicht – Carla Lia Montis Räuberfilm ist tatsächlich und unabstreitbar kompletter Müll. Vorwürfe der Unmoral und der skandalösen Darstellung von Sex und Gewalt muss er sich allerdings nicht gefallen lassen – skandalös an “Räuberinnen” bleibt allein, dass sich über den Film tatsächlich jemand aufregt. Den das eine oder andere Haar kann man dem Film durchaus lassen.

“Tot und Begraben” von Gary Sherman

“Tot und Begraben”: in Deutschland jahrelang auf dem Index! Verboten in Norwegen! Verboten in Finnland! Höchste Freigaben in England, den USA, Australien! Ein Splatterfest? Tausende Leichen? Untote? Zombies? Blut? Gallonen an Blut? Ein schockierendes Filmchen aus den Achtzigern? – Keine Panik, alles halb so wild. Aber eigentlich gar nicht mal so schlecht.

„Pranzo di Ferragosto“ von Gianni di Gregorio

Mitte August in Rom. Alle Italiener, die irgendwie können, sind am Meer. Währenddessen erlebt Gianni in der verwaisten Stadt einige Tage in spezieller Gesellschaft: vier alte Damen sind in seiner Wohnung einquartiert. Sie kochen, sie essen, sie quatschen, sie lesen die Zukunft, sie schmollen. Das ist erstaunlicherweise gerade genug für einen gemütlichen Sommerfilm.

“Crossing Over” von Wayne Kramer

Für tausende illegaler Einwanderer ist sie das höchste zu erwerbende Gut in den USA: Die Green Card. Sie gewährt ihnen das Recht, legal in den Staaten zu wohnen und zu arbeiten, und das Ende der dauernden Angst vor Ausschaffung. “Crossing Over” zeigt die bewegenden Geschichten von sechs Immigranten, die um eine Green Card oder die Einbürgerung kämpfen – in für Hollywood ungewohnt kritischen und radikalen Tönen.

“Terminator Salvation” von McG

Als vor mehr als zwanzig Jahren ein noch relativ unbekannter Regisseur einen bösen Kampfroboter mit einem österreichischen Bodybuilder besetzte, da hätte wohl kaum einer gedacht, dass dieser Film sich zu einem definierenden Moment im Action/Sci-Fi-Genre mausern kann: mit “Terminator” und “Terminator 2 – Judgement Day” drehte Regisseur James Cameron zwei Klassiker, die auch heute noch zum Besten zählen, was das Genre hervor gebracht hat. Nach dem mittelprächtigen “Terminator 3 – Rise of the Machines” wurde die Serie nun neu gebootet (will heissen mit neuem Setting und veränderten Prämissen) – ein Reboot der gleichermassen überrascht und enttäuscht.

“Appaloosa” von Ed Harris

Ed Harris’ Western ist weder revolutionär und grossartig wie “Die Ermordung von Jesse James durch den Feigling Robert Ford”, noch dekonstruierend wie der letztjährige “Todeszug nach Yuma”, sondern beschränkt sich altmodisch auf die unverwüstlichen Genrethemen rund um Ehre und Moral – ein Western, der immerhin so gut ist, dass man sich wünscht, er wäre besser.

“Illluminati” von Ron Howard

Nach der Filmversion von Dan Browns “Illuminati” geht es einem ein wenig wie mit einem wüsten Kater ohne Alka Seltzer: der Kopf schmerzt und man findet sich wieder im krampfhaften Versuch, sich an etwas zu erinnern. Aber einen Kater gönnt sich unsereins ja auch immer mal wieder.

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