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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Film</title>
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	<description>Das Magazin im Netz</description>
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		<title>&#8220;Trust&#8221; von David Schwimmer</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 09:03:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Catherine Keener]]></category>
		<category><![CDATA[Chatroom]]></category>
		<category><![CDATA[Chris Henry Coffey]]></category>
		<category><![CDATA[Clive Owen]]></category>
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		<category><![CDATA[Pädophilie]]></category>
		<category><![CDATA[Trust]]></category>
		<category><![CDATA[Vergewaltigung]]></category>
		<category><![CDATA[Viola Davis]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/02/01/trust/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/02/trust-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Im Internet ist nicht jeder der, der er zu sein vorgibt. Gerade Teenager, die sich dessen nicht bewusst sind, machen oft schmerzliche Erfahrungen mit Onlinebekanntschaften. Immer wieder fallen sie auch Pädophilen zum Opfer, die sich als Gleichaltrige ausgeben und sich mit ihnen anfreunden. "Trust" erzählt die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, das sich mit ihrer Onlinebekanntschaft trifft – und bald die ganze Welt gegen sich hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Minenfeld Internet</h1>
<h2>&#8220;Trust&#8221; von David Schwimmer</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10361" title="trust 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/02/trust-1.jpg" alt="trust 1" width="550" height="367" /></p>
<h3 style="text-align: justify;">Im Internet ist nicht jeder der, der er zu sein vorgibt. Gerade Teenager, die sich dessen nicht bewusst sind, machen oft schmerzliche Erfahrungen mit Onlinebekanntschaften. Immer wieder fallen sie auch Pädophilen zum Opfer, die sich als Gleichaltrige ausgeben und sich mit ihnen anfreunden. &#8220;Trust&#8221; erzählt die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, das sich mit ihrer Onlinebekanntschaft trifft – und bald die ganze Welt gegen sich hat.</h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p style="text-align: justify;">Annie ist ein Teenager wie viele andere: Sie schaut zu jenen an ihrer Schule auf, die weniger zu bieten haben als sie, sich aber besser verkaufen, sie streitet sich mit ihrer Mutter, welche Kleider für die Schule angemessen sind und sie verbringt jede freie Minute in Chatrooms. Dort lernt sie Charlie kennen, einen charmanten, sportlichen 16-Jährigen, der sie versteht, ihr Tipps fürs Volleyball gibt und ihr Komplemente macht, die sie sonst noch von niemandem bekommt. Bald jedoch gesteht er ihr, dass er nicht 16, sondern 20 ist und wenige Wochen darauf korrigiert er sein Alter noch einmal nach oben. Trotz anfänglicher Skepsis gegenüber diesen Alterslügen lässt Annie zu, dass ihre Beziehung zu Charlie immer ernster wird – bis sie sich entschliesst, ihn zu treffen.</p>
<h3>Die Macht der Verdrängung</h3>
<p style="text-align: justify;">Als Annie am verabredeten Treffpunkt einem erwachsenen Mann in den Dreissigern gegenüber steht, fühlt sie sich verraten, wird wütend, vergiesst Tränen. Doch auch jetzt sind die Gefühle, die sie in den endlosen Chatgesprächen für Charlie entwickelt hat, stärker als die Vernunft. Das Treffen endet, wo es enden muss: in einem Hotelzimmer. Was dort passiert, erfahren Annies Eltern nicht von ihr selbst, sondern von einer Ärztin, die Annie auf Spuren einer Vergewaltigung untersucht, nachdem Annies beste Freundin die Polizei verständigt hat. Annie, die darauf beharrt, dass der Sex mit Charlie auch von ihr gewollt und Ausdruck ihrer Liebe war, sieht plötzlich die ganze Welt gegen sich: ihre Eltern sehen sie als Vergewaltigungsopfer, ihre beste Freundin hat ihren Freund angezeigt, und das FBI zwingt sie, bei den Ermittlungen gegen Charlie zu helfen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass Annie sich weigert, die Vergewaltigung anzuerkennen, ist ein ebenso spannender wie gewagter Wendepunkt in &#8220;Trust&#8221;. Anstatt zum Opfer von Charlie wird Annie vor allem das Opfer ihres Vaters, der in seiner Wut nicht verstehen will, warum Annie seine Rachegelüste nicht teilt. Anstatt seiner Tochter zur Seite zu stehen, beginnt er seine eigenen Ermittlungen anzustellen, tritt einer Organisation besorgter Eltern bei, welche die Adressen von Pädophilen im Internet veröffentlicht, und gibt sich schliesslich sogar als Mädchen aus, um Kontakte mit Pädophilen zu knüpfen.</p>
<div id="attachment_10362" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-10362" title="trust 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/02/trust-2.jpg" alt="trust 2" width="550" height="367" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p style="text-align: justify;">Regisseur David Schwimmer gelingt es über weite Strecken, die Komplexität der Folgen eines Pädophilieverbrechens zu zeigen. Anstatt die Geschichte zu einem Thriller werden zu lassen, in dessen Zentrum die Verfolgung des Täters steht, fokussiert &#8220;Trust&#8221; ausschliesslich auf die Reaktionen in der Familie und dem unmittelbaren sozialen Umfeld von Annie. Einzig der Schluss des Films lässt etwas zu wünschen übrig, da die Handlung hier wieder in die Strasse der Klischees einmündet und wir z.B. erfahren, dass der Pädophile von Beruf Lehrer ist – ein Klischee, das stereotype Vorstellungen in Bezug auf Pädophilie nur fördert. Trotzdem: &#8220;Trust&#8221; ist ein gelungener und mutiger Film zu einem heiklen Thema, psychologisch differenziert und überraschend kritisch.</p>
<h3>Ausstattung</h3>
<p style="text-align: justify;">Die DVD enthält ein gut viertelstündiges Making of, 13 Minuten Interviews, deren interessantesten Aussagen aber auch im Making of vorkommen. Sehenswerter sind da schon die nicht verwendeten Szenen, die der Geschichte einige interessante neue Aspekte hinzufügen. Abgerundet wird das Bonusmaterial mit dem Trailer und den ziemlich sinnlosen 3 Minuten &#8216;Behind the Scenes&#8217;.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 2. Dezember 2011 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Trust (USA 2010)            <br />
 Regie: David Schwimmer<br />
 Darsteller: Clive Owen, Catherine Keener, Liana Liberato, Chris Henry Coffey<br />
 Genre: Drama<br />
 Dauer: 97 Minuten<br />
 Bildformat: 16:9<br />
 Sprache: Englisch, Deutsch<br />
 Untertitel: Deutsch<br />
 Audio: Dolby Digital 5.1<br />
 Bonusmaterial: Making of, Interviews, Behind the Scenes, Outtakes, Trailer<br />
 Vertrieb: Praesens Film</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=k9J3fBSpXwc" target="_blank">Trailer</a></p>
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		<title>Die besten Filme 2011</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 07:40:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Beste Filme 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Black Swan]]></category>
		<category><![CDATA[Blue Valentine]]></category>
		<category><![CDATA[Carlos]]></category>
		<category><![CDATA[City Island]]></category>
		<category><![CDATA[Hanna]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholia]]></category>
		<category><![CDATA[Never let me go]]></category>
		<category><![CDATA[Stake Land]]></category>
		<category><![CDATA[We need to talk about Kevin]]></category>
		<category><![CDATA[Winter's Bone]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/02/die-besten-filme-2011/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Best-movies-2011-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>2011 war, so sind sich Kritiker einig, ein gutes Kinojahr. Unsere diesjährige Top 10 des Jahres enthält allerdings einige Filmperlen, die es leider gar nicht in unsere Kinos geschafft haben. Ein Grund mehr, dem Schweizer Kinoprogramm weniger zu vertrauen als uns.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Die besten Filme 2011</h1>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10227" title="Best movies 2011" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Best-movies-2011.jpg" alt="Best movies 2011" width="550" height="365" /></p>
<h3 style="text-align: justify;">Die Filmkritiker sind sich einig: 2011 war ein gutes Kinojahr. Die Schweiz hat davon allerdings wenig gemerkt; viele der meistdiskutierten und spannendsten Filme schafften den Weg in unsere Kinos nicht, welche noch stärker als in den Jahren zuvor von deutsch synchronisiertem Blockbustermüll dominiert waren. Und da das nahaufnahmen.ch Team zudem auch noch wenig Zeit fürs Kino hatte, verwundert es kaum, dass selbst wir von jedem zweiten Film, der auf Top-10-Listen namhafter Kritiker steht, noch nie gehört haben. Dennoch lassen wir es uns nicht nehmen, unsere ganz eigene, subjektive, unvollständige (aber trotzdem unangefochten beste) Liste zu machen:</h3>
<p>Von Lukas Hunziker</p>
<h3>10. Blue Valentine</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10228" title="Blue Valentine" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Blue-Valentine.jpg" alt="Blue Valentine" width="550" height="366" /></p>
<p style="text-align: justify;">Das tragische Ende einer grossen Liebe, welcher Ryan Gosling und Michelle Williams ein unvergessliches Gesicht gaben, erschien bei uns direkt auf DVD. Zugegeben, für das Publikum ist &#8220;Blue Valentine&#8221; eine Folter der besonders sadistischen Art: Über zwei Stunden wird schonungslos die brutale Trennung eines Traumpaares gezeigt, wie man es auf der Leinwand nur selten sieht. Der Film erzählt die letzten 24 Stunden einer Ehe, die sich totgelaufen hat, gespickt mit Flashbacks zu den romantischen Anfängen der Beziehung. Schlussmachen auf der Leinwand tat selten so weh &#8211; und dass wir diesen  Schmerz nur auf DVD geniessen durften, ist kein Kompliment für die Schweizer Verleihe.<br class="spacer_" /></p>
<h3>9. Stake Land</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10230" title="Stakeland" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Stakeland.jpg" alt="Stakeland" width="550" height="367" /></p>
<p style="text-align: justify;">Das von den Twilightromanen eingeleitete Vampir-Revival hat vielen blutleeren Blutsaugerfilmchen und Blutsaugerserien Geburtshilfe geleistet. Wer jedoch glaubte, der gute Vampirfilm sei damit gestorben, der wurde am NIFFF eines Besseren belehrt. In &#8220;Stake Land&#8221; (auf deutsch unter dem Titel &#8220;Vampire Nation&#8221; auf DVD erhältlich) waren endlich wieder einmal Vampire zu sehen, die nicht den feuchten Träumen aufgedunsener Teenager entsprungen sind. In diesem düsteren und atmosphärischen  Roadmovie sucht sich eine kleine Gruppe Überlebender ihren Weg aus einem postapokalyptischen Amerika in das in Kanada liegende &#8220;New Eden&#8221; &#8211; und trifft dabei auf kreischende Blutsauger und religiöse Fanatiker. Ein Film, in welchem christliche Extremisten Vampire aus Hubschraubern über Flüchtlingscamps abwerfen – was kann sich das Kritikerherz Lieblicheres denken?<br class="spacer_" /></p>
<h3>8. Never let me go</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10231" title="Never let me go" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Never-let-me-go.jpg" alt="Never let me go" width="550" height="365" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die Verfilmung von Kazuo Ishiguros Erfolgsroman gehört ebenfalls zu jenen Filmen, die in diesem Jahr nicht die Aufmerksamkeit bekamen, die sie verdient hätten. Der Grund mag ein ähnlicher sein wie bei &#8220;Blue Valentine&#8221; &#8211; ein Feelgoodmovie sieht anders aus. Kathy, Thommy und Ruth erfahren während ihrer Kindheit in einem englischen Internat, dass sie Klone sind und ihr einziger Lebenszweck darin besteht, als menschliche Ersatzteillager  zu dienen, wenn ihre Zeit gekommen ist. Kathy, die sich schon als Kind in Thommy verliebt, muss mitansehen, wie Ruth ihn ihr wegschnappt. Ruth klammert sich verzweifelt an das Gerücht, dass Paare, die füreinander bestimmt sind, von ihrer schrecklichen Aufgabe entbunden werden. Die Verfilmung von Mark Romanek ist eine kompromisslose Verfilmung der literarischen Vorlage, ohne Konzessionen an Mainstreamdramaturgie &#8211; mit ein Grund, warum &#8220;Never let me go&#8221; zu den eindrücklichsten Filmen des Jahres gehörte.<br class="spacer_" /></p>
<h3>7. Hanna</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10232" title="Hanna" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Hanna.jpg" alt="Hanna" width="550" height="366" /></p>
<p style="text-align: justify;">Hanna, ein Mädchen, das in einer Blockhütte im arktischen Norden aufwächst und von ihrem Vater Kämpfen, Schiessen und Töten lernt, war eine der interessantesten und liebenswürdigsten Kinofiguren dieses Sommers. Je öfter man &#8220;Hanna&#8221; sieht, desto mehr fällt einem auf, wie viele Lücken und Logikfehler die Story hat, und trotzdem verzeiht man dem Film alles, da ihn gerade diese Ungeschliffenheit zu einer herrlichen Ausnahme im sonst oft so berechenbaren Kinoprogramm machte. Die Story ist in &#8220;Hanna&#8221; sowieso sekundär &#8211; ein Genuss ist der Film wegen seiner klasse inszenierten Actionsequenzen, dem grossartigen Soundtrack der Chemical Brothers, der entzückenden Saoirse Ronan und einiger der unvergesslichsten Szenen des ganzen Kinojahres. Allein die Einstellung, in welcher Cate Blanchett in Stöckelschuhen aus dem Mund des Wolfes im Berliner Spreepark tritt, müsste den Film eigentlich auf jede Top-10-Liste des Jahres katapultieren.</p>
<h3>6. City Island</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10233" title="City Island" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/City-Island.jpg" alt="City Island" width="550" height="369" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die Komödie des Jahres kam bei uns ebenfalls nicht im Kino, sondern erschien direkt auf DVD. &#8220;City Island&#8221; zeigt Andy Garcia in einer seiner besten Rollen seit langem: als Vince Rizzo, einem Gefängniswärter, den das Leben unerwartet vor ein Dilemma stellt: Um seine Leidenschaft für die Schauspielerei vor seiner Frau geheimzuhalten, gibt er vor, mit Freunden Poker zu spielen, während er in Wahrheit Schauspielunterricht nimmt. Als er an einer Audition für eine kleine Rolle in einem Scorsese Film  entdeckt wird, weiss er: seine Frau wird ihm für die Lüge trotzdem die Hölle heiss machen. Doch dies ist bei weitem nicht das einzige Problem in der Familie: die Tochter hat heimlich das College geschmissen und arbeitet als Stripperin, der Sohn ist davon besessen, dicke Frauen mit fettigem Essen zu füttern, und Vince&#8217; Frau geht gedanklich mit einem Mann fremd, der sich als Vince&#8217;s Sohn aus einer früheren Beziehung entpuppt. Sprich: Humor auf Topniveau, 100 Minuten zum krummlachen.<br class="spacer_" /></p>
<h3>5. Carlos the Jackal</h3>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignnone size-full wp-image-10234" title="Carlos" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/Carlos.jpg" alt="Carlos" width="550" height="367" /></p>
<p style="text-align: justify;">Geplant als aufwändiger TV-Dreiteiler sorgte &#8220;Carlos &#8211; the Jackal&#8221; in Cannes für so viel Furore, dass er in einer um fast drei Stunden gekürzen Fassung vielerorts in die Kinos kam. Die Verstümmelung ist bedauerlich, und die lange Fassung sei an dieser Stelle allen ans Herz gelegt, die den Film noch sehen wollen, trotzdem war &#8220;Carlos&#8221; aber ein Geschenk für das Kinojahr. Erzählt wird der Aufstieg und Fall von Carlos, dem wahrscheinlich bekanntesten Terroristen des 20. Jahrhunderts, welcher unter anderem die Geiselnahme an der OPEC-Konferenz 1975 leitete. Warum die Terroristensaga so sagenhaft unterhaltsam ist, ist schwierig zu sagen – vielleicht, weil einem die selbstverliebte Hauptfigur trotz ihrer Taten ein kleines bisschen sympathisch ist, oder weil der Film so unverschämt unvoreingenommen gegen den verblendeten Terrorkönig ist. So oder so &#8211; &#8220;Carlos&#8221; ist grosses Kino, das beweist, wie wunderbar episch europäische Produktionen sein können.<br class="spacer_" /></p>
<h3>4. Black Swan</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10235" title="black swan" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/black-swan.jpg" alt="black swan" width="550" height="367" /></p>
<p style="text-align: justify;">Darren Aronofsky war noch nie sehr subtil. Der letzte Teil seines esoterischen Dramas &#8220;The Fountain&#8221; war an Kitsch kaum zu überbieten &#8211; und war trotzdem gut. Auch &#8220;Black Swan&#8221; hält sich mit überladender Symbolik nicht zurück; jede Szene ist bis ins Detail auf den Konflikt der Hauptfigur hinstilisiert: Die Ballettänzerin Nina, ein schüchternes, verklemmtes Mädchen, das noch bei ihrer Mutter wohnt, muss für die Hauptrolle im &#8220;Schwanensee&#8221; den schwarzen Schwan in sich entdecken, dessen verführerisches, leidenschaftliches und spontanes Wesen Nina nicht fremder sein könnte. Die Suche nach dieser &#8220;schwarzen&#8221; Seite in sich treibt Nina in Wahnvorstellungen, und langsam verwandelt sie sich in den schwarzen Schwan &#8211; ganz buchstäblich, versteht sich. Man kann Aronofsky mögen oder nicht &#8211; &#8220;Black Swan&#8221; war im besten Sinn radikal und erfrischend unsubtil &#8211; und damit einer der besten fünf Filme des Jahres.<br class="spacer_" /></p>
<h3>3. Melancholia</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10236" title="melancholia" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/melancholia.jpg" alt="melancholia" width="550" height="365" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die Welt ging im Kino schon oft unter. So schön wie in Lars von Triers &#8220;Melancholia&#8221; aber noch nie. Während in Blockbustern wie &#8220;2012&#8243; möglichst jedes berühmte Bauwerk der Welt in Zeitlupe in seine Bestandteile zerlegt wird, sind bei von Triers Weltuntergang nur drei Menschen zugegen: die Schwestern Justine und Claire, sowie deren Sohn. Einmal erleben wir die fatale Kollision der Erde mit dem Planeten Melancholia im Weltall, einmal mit den dreien auf offener Wiese. Überlebende gibt es keine &#8211; und sollte Justine recht behalten, so stirbt mit den dreien alles Leben im ganzen Universum. Es braucht einen von schweren Depressionen geplagten Regisseur, um Depression auf der Leinwand zu inszenieren. Näher als &#8220;Melancholia&#8221; ist dem Phänomen Depression bisher wohl kaum je ein Film gekommen: die Heldin des Films ist diejenige, welche das Ende allen Lebens herbeisehnt, im Untergang triumphiert und als Einzige rational zu handeln vermag. Schwere Kost, federleicht inszeniert – ob Cannes es sich leisten kann, in Zukunft ohne von Trier auszukommen, wird sich zeigen, denn dass er zu den besten Regisseuren der Welt gehört, bewies er mit &#8220;Melancholia&#8221; einmal mehr.<br class="spacer_" /></p>
<h3>2. Winter&#8217;s Bone</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10237" title="winter's bone" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/winters-bone.jpg" alt="winter's bone" width="550" height="367" /></p>
<p style="text-align: justify;">2011 war kein gutes Jahr für den amerikansichen Independentfilm &#8211; mit einer proninenten Ausnahme: Debra Graniks &#8220;<a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/03/13/winter%E2%80%99s-bone/" target="_blank">Winter&#8217;s Bone</a>&#8220;. Der Film erzählt die Geschichte von Ree, einem Mädchens aus einer rauen, ärmlichen Region im südlichen Missouri, das versucht, den Verkauf des Familiengrundstücks zu verhindern und seinen Vater zu finden. In einer Region, in welcher das meiste Geld für Crystal Meth ausgegeben wird und die Interessen der Familie über jenen des Staates stehen, ist es für Ree nahezu unmöglich, Gehör und Gerechtigkeit zu finden. Jennifer Lawrences herausragende schauspielerische Leistung, die kompromisslos trostlose und gefühlskalte Atmosphäre des Films machen &#8220;Winter&#8217;s Bone&#8221; zu einer der ganz grossen Entdeckungen des Jahres und zur wahrscheinlich eindringlichsten Darstellung von Armut im Amerika des 21. Jahrhunderts.<br class="spacer_" /></p>
<h3>1. We need to talk about Kevin</h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10238" title="we need to talk about kevin" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/we-need-to-talk-about-kevin.jpg" alt="we need to talk about kevin" width="550" height="365" /></p>
<p style="text-align: justify;">Der klar beste Film, der 2011 an internationalen Festivals zu sehen war, ist Lynne Ramsays Verfilmung von Lionel Shrivers Bestseller &#8220;<a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/07/03/we-need-to-talk-about-kevin/" target="_blank">We need to talk about Kevin</a>&#8220;. Tilda Swinton spielt darin die Mutter eines Kindes, welches als Teenager eine Tat begeht, die das Leben der Familie für immer zerstört. Der Film zeigt Szenen aus der Gegenwart und Vergangenheit der Mutter und ihres Sohns Kevin, der sich schon im Babyalter als Satansbraten entpuppt &#8211; zumindest für die Mutter, gegen die sich die Bosheit Kevins in erster Linie richtet. Ob Kevin von Natur aus böse ist, warum er böse ist, warum nur seine Mutter seine Bosheit zu spüren bekommt &#8211; dies alles sind Fragen, die der Film nicht beantwortet, und genau darin liegt seine Faszination. Kevins Leben wird aussschliesslich aus der Sicht seiner Mutter erzählt, wodurch er für den Zuschauer genau jenes unlösbare Rätsel bleibt, welches er auch für die Mutter ist. Lynne Ramsay nahm sich bei der Adaption des Romans, welche man eigentlich für unmöglich halten müsste, genau die richtigen Freiheiten heraus, und setzte die Geschichte mit unglaublichem Feingefühl fürs Kino um. Keine Einstellung ist nicht perfekt komponiert, keine Szene ist zuviel oder zu wenig. &#8220;We need to talk about Kevin&#8221; ist ein Meisterwerk &#8211; eines, für das sich bis heute aber noch kein Schweizer Verleih gefunden hat. Sollte auch dieser Film direkt auf DVD erscheinen, darf man das Schweizer Kino für tot erklären &#8211; ein Verleih, der sich um diesen Film nicht reisst, gehört niedergebrannt.</p>
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		<title>&#8220;The Future&#8221; von Miranda July</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Dec 2011 10:45:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Garabet Guel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[David Warshofsky]]></category>
		<category><![CDATA[Hamish Linklater]]></category>
		<category><![CDATA[Isabella Acres]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Putterlik]]></category>
		<category><![CDATA[Miranda July]]></category>
		<category><![CDATA[The Future]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/12/24/the-future/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/the-future-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Nach „Me and You and Everyone We Know“ verzaubert uns Miranda July mit einem weiteren fabelhaften Erwachsenenmärchen. Die infantile Absurdität des Erstlings wird als Stimmungsrahmen beibehalten, jedoch strapaziert durch den Lastcharakter des Zeitbewusstseins und (zwischen-)menschliche Orientierungsschwierigkeiten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Ein verschwundenes Kind und ein kriechendes T-Shirt</h1>
<h2>&#8220;The Future&#8221; von Miranda July</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10200" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/the-future-1.jpg" alt="the future 1" width="550" height="310" /></p>
<h3>Nach „Me and You and Everyone We Know“ verzaubert uns Miranda July mit einem weiteren fabelhaften Erwachsenenmärchen. Die infantile Absurdität des Erstlings wird als Stimmungsrahmen beibehalten, jedoch strapaziert durch den Lastcharakter des Zeitbewusstseins und (zwischen-)menschliche Orientierungsschwierigkeiten.</h3>
<p>Von Garabet Gül.</p>
<p>Miranda July schreibt in der November-Ausgabe des Kulturmagazins „Du“ von einem Ordner aus ihrer Kindheit mit der Aufschrift „Wie man die Zeit zurückdrehen oder andere Welten betreten kann“. Den Ordner habe sie noch und auch das Gefühl, dass der Eingriff in den Fluss der Zeit oder der Eintritt in andere Wirklichkeiten möglich sei. Diese Eventualitäten lotet sie nun nicht nur in ihrem neusten Film „The Future“ aus, auch in ihrem Leben scheint sie die Zeit manipuliert und eine andere Welt betreten zu haben. Laut „Du“ ist sie nämlich verschwunden und niemand, nicht einmal ihr Ehemann, wisse, wo sie sich befinde. Dementsprechend thematisiert das Magazin auch mehrheitlich das Verschwinden von Miranda July und weniger ihr eigentliches Kunstschaffen. Es geht mehr um die Person und weniger um das Werk – zumal diese Unterscheidung bei Miranda July schwierig vorzunehmen ist. Ihre Filme sind sehr persönlich und die Protagonistinnen, die sie selber verkörpert, auch Selbstdarstellungen. Es könnte deshalb durchaus der Verdacht aufkommen, es handle sich bei ihrem Verschwundensein um eine Inszenierung von Fluchtphantasien: Eine narzisstische Sehnsucht danach vermisst zu werden als konzeptuelles Thema für eine künstlerische Bewältigung des eigenen Lebens. Die Künstlerin wird zum Kunstwerk, sie macht sich selber zum Gegenstand, der vermisst werden soll. Eine durchaus verführerische Sache &#8211; denn wer hat sich nicht schon mal der bittersüssen Vorstellung vom eigenen Tod hingegeben und sich dabei gefragt, ob und wie sehr man den Hinterbliebenen fehlen würde. Miranda July sitzt nun vielleicht in einer anderen Zeit und fremden Welt und beobachtet, wie ihre Mitmenschen auf ihr Verschwinden, ihre neuste Performance, reagieren. Die Reaktionen auf ihren aktuellen Kinofilm dürften das verschollene Kind dabei bestimmt auch interessieren.</p>
<h3>Die Flucht und die Zeit</h3>
<p>In ihrem ersten Spielfilm waren es zwei liebesdurstige Figuren auf der Suche nach ihrem Seelenverwandten. In „The Future“ haben sich diese seit vier Jahren gefunden und führen ein bescheidenes Leben in einem kleinen schmucken Appartement in Los Angeles. Jason (Hamish Linklater) arbeitet von zuhause aus für eine Telefonhotline und Miranda Julys Alter Ego Sophie ist Tanzlehrerin für Kinder. Damit die Routine des Alltags etwas Abwechslung erfährt und an Dringlichkeit gewinnt, entscheiden sich die zwei Mitdreissiger, eine alte kranke Katze aus dem Tierheim zu adoptieren. Da das Tier, das sie „PawPaw“ taufen, an einer Pfote verletzt ist, müssen sich Jason und Sophie noch dreissig Tage gedulden, bis sie die Katze mit nach Hause nehmen können. Voller Ehrfurcht vor der bevorstehenden Verantwortung möchten die beiden den Monat dazu nutzen, neue Erfahrungen zu sammeln. Mit hektischer Vorfreude kündigen sie ihre Stellen, kappen die Internetverbindung und experimentieren auf je eigene Art und Weise mit der temporär offenen Situation. Jason versucht sich als hausierender Umweltschützer und lernt dabei einen mysteriösen alten Mann kennen, der gerne ausrangierte Gebrauchsgegenstände repariert. Sophie bemüht sich, für YouTube eine Sammlung aus dreissig Tänzen bereitzustellen. Jeden Tag ein neuer Tanz. Doch sie kommt nicht voran und die künstlerische Auseinandersetzung mit den neuen Lebensumständen misslingt vorerst.</p>
<div id="attachment_10202" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-10202" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/the-future-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="310" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Spontan ruft sie einen fremden Mann an, dessen Nummer sie zufällig auf der Rückseite einer von Jason erworbenen Zeichnung findet. Ein kindliches Spiel mit Folgen beginnt: Sie flieht in eine kleinbürgerliche Welt, in der sie wie ein labiler Fremdkörper wirkt, noch zerbrechlicher als ohnehin schon. In dieser Welt scheint hingegen alles viel einfacher und geordneter zu verlaufen, sogar ihr lockiges Haar wird den Umständen angepasst und vor jedem Besuch in der idyllischen Vorstadtgegend glattgestrichen. Jason ahnt bereits Schreckliches, und als Sophie ihn über ihre neue Bekanntschaft in Kenntnis setzen möchte, versucht er verzweifelt, die Zeit anzuhalten – den Strom, in dem die Wahrheit fliesst.</p>
<h3>Verspielt und suchend</h3>
<p>Es ist einfach, Miranda July und ihr Werk zu verklären, so wie es das „Du“ tut, weil es schwierig ist, sich der skurrilen Verspieltheit dieser vielseitigen Künstlerin zu entziehen, die sich auch in „The Future“ neben der weiblichen Hauptrolle wieder für das Drehbuch und die Regie verantwortlich zeichnet. Wie bereits in „Me and You and Everyone We Know“ ist auch ihr neuer Film eine Ode an das ewige Kind in uns, das nicht erwachsen werden möchte, an den suchenden Künstler, der mit den Phänomenen des Lebens spielt, statt sie erklären zu wollen, an den sehnsüchtigen Träumer, der sich verloren fühlt in einer rationalisierten Welt, in welcher das Gefühl der Liebe als chemische Reaktion entmystifiziert und das Leben dem Diskurs der Nützlichkeit unterworfen wird. Dagegen sind Miranda Julys Filme entwaffnende poetische Liebesmärchen, die gleichwohl einen authentischen Identifikationscharakter besitzen und Platz lassen für realistische Durchdringungen &#8211; In dieser Welt bewahrt das Leben seine verletzliche Rätselhaftigkeit.</p>
<p>Die stimmungstragenden Begegnungen sind behutsam inszeniert, die Dialoge knapp und distanziert. Die Figuren wirken oft ein wenig verunsichert und geistesabwesend, lediglich die tanzende und schreiende Sophie sorgt zwischendurch für etwas Aufgeregtheit. Die atmosphärische Versunkenheit wird durch die Filmmusik von John Brion („Magnolia“ und „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“) und die schleppenden Traumlieder von Beach House angemessen akzentuiert. Geschildert wird die Geschichte aus der Sicht von PawPaw. Mit einer fragilen, verstellten Stimme (der von Miranda July) erzählt das Tier von seiner Vorfreude auf sein neues Zuhause und hält immer wieder schwermütige Monologe wie über das Bedürfnis nach Wärme und Geborgenheit. Diese tierische Verfremdung funktioniert nicht durchgehend und kommt mit der Zeit etwas bemüht konstruiert daher. Als weiteres phantastisches Element fungiert ein kriechendes T-Shirt, ein cineastischer Schabernack, der sich wiederum einfacher in die Stimmung und die Geschichte einfügt und nicht allzu gekünstelt wirkt. Das befreiende Kleidungsstück kriecht zu Sophie, das Gesuchte zur Suchenden, die Kunst findet die Künstlerin. Jetzt muss nur noch die Künstlerin gefunden werden.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 15. 12. 2011 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: The Future (Deutschland 2011) <br />
 Regie: Miranda July <br />
 Darsteller: Miranda July, Hamish Linklater, David Warshofsky, Isabella Acres, Joe Putterlik<br />
 Genre: Liebesmärchen <br />
 Dauer: 91 Minuten<br />
 CH-Verleih: Columbus Films</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=y_l05MZ9y8A" target="_blank">Trailer</a></p>
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		<title>&#8220;The Walking Dead&#8221; von Frank Darabont</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 22:03:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Lincoln]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Darabont]]></category>
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		<category><![CDATA[Walking Dead]]></category>
		<category><![CDATA[zombies]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/12/07/the-walking-dead/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/The-Waling-Dead-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Nachdem das 21. Jahrhundert Vampiren und Werwölfen mit einer Überdosierung Kuschelrock die Zähne gezogen hat, musste man als altmodischer Monsternarr beinahe fürchten, dass auch die lebenden Toten in die keuschlüsternen Träume von Mädchen in rosa Pyjamas abwandern könnten. Glücklicherweise vermag die AMC-Serie "The Walking Dead" solchen Ängsten das Gehirn wegzupusten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>It’s a Zombie’s World</h1>
<h2>&#8220;The Walking Dead&#8221; von Frank Darabont</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10077" title="The Waling Dead 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/The-Waling-Dead-1.jpg" alt="The Waling Dead 1" width="550" height="409" /></p>
<h3>Nachdem das 21. Jahrhundert Vampiren und Werwölfen mit einer Überdosierung Kuschelrock die Zähne gezogen hat, musste man als altmodischer Monsternarr beinahe fürchten, dass auch die lebenden Toten in die keuschlüsternen Träume von Mädchen in rosa Pyjamas abwandern könnten. Glücklicherweise vermag die AMC-Serie &#8220;The Walking Dead&#8221; solchen Ängsten das Gehirn wegzupusten.</h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p>Postapokalypse, Familiendrama, Western und wandelnde Leichen waren kaum je so schön vereint: Hilfssheriff und Familienvater Rick Grimes überlebt im Koma als Einziger den Kampf zwischen durch eine Seuche zu Zombies mutierten Leichen und einer Spezialeinheit des Militärs in einem Krankenhaus nahe Atlanta. Als er ausgehungert aber genesen von einer schweren Schussverletzung in seinem Krankenbett erwacht, findet er sich in einer kadaverübersäten Geisterstadt wieder. Auf der Suche nach seiner Familie macht er seine erste Begegnung mit den lebenden Toten – und mit zwei der letzten Überlebenden der Stadt.</p>
<h3>Familienknatsch in einer Welt voller Hirnlosen</h3>
<p>Knappe 5 Stunden dauern der Pilot und die fünf Episoden der ersten Staffel. Während diesen werden zwar so einige Zombieköpfe genüsslich vom Hals getrennt oder an die Wand verspritzt, doch &#8220;The Walking Dead&#8221; will glücklicherweise mehr, als klassisches Monsterslashing. Anständig bewaffnet begibt sich Rick Grimes nämlich nicht in erster Linie auf Zombiejagd, sondern auf die Suche nach seiner Frau und seinem Sohn, die, wie Rick nach einem Besuch bei sich zu Hause vermuten darf, den fleischhungrigen Mäulern der lebenden Toten entkommen und geflüchtet sind. Tatsächlich findet Rick die drei nach ereignisreicher Suche in einem Camp ausserhalb von Atlanta. Was er bei seinem Eintreffen nicht weiss, ist dass seine Lori ihn für Tod hält und sich in eine Affäre mit Ricks ehemaligen besten Freund Shane geflüchtet hat.</p>
<div id="attachment_10078" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-10078" title="walking dead 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/walking-dead-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="355" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Doch nicht nur in Ricks Familie hängt der Haussegen an einem seidenen Faden, auch die anderen Überlebenden im Camp sind einander trotz der drohenden Vernichtung der Menschheit alles andere als ein Fels in der Brandung. Ein zu häuslicher Gewalt neigender chauvinistischer Ehemann, zwei rassistische Waffennarren, und ein verwirrter, gräberschaufelnder Pessimist drohen die Gruppe Überlebender von innen heraus zu zerreissen. Dass sich die Serie Zeit für Ihre Figuren nimmt und auch jene ausführlich einführt, in welche sich kurz darauf faulige Zombiezähne verbeissen, ist eine ihrer vielen Stärken. Auch visuell lässt sich „The Walking Dead“ nicht lumpen und erreicht in vielen Szenen beinahe Kinoästhetik. Nicht zuletzt will gesagt sein, dass auch die &#8220;Walkers&#8221; selber verdammt gut aussehen und den klassischen Romero-Zombie mit klasse CGI-Effekten verbinden.</p>
<p>Die zweite Staffel von &#8220;The Waking Dead&#8221; läuft in den USA und Deutschland bereits und wartet mit 13 neuen Folgen auf, was das Herz zurecht höher schlagen lässt. Die erste Folge der zweiten Staffel wurde mit 7.3 Millionen Zuschauern die bisher meistgesehene Serienfolge im amerikanischen Kabelfernsehen. Und trotz dem Ausstieg von Serienschöpfer Frank Darabont ist die dritte Staffel schon angekündigt. Sollten die Stärken der ersten Staffel dabei ihre Fortsetzung finden, darf man der Serie wohl schon als wegweisend für den Zombiefilm des 21. Jahrhunderts betrachten.</p>
<h3>Ausstattung</h3>
<p>Auch das Bonusmaterial zu &#8220;The Walking Dead&#8221; hat Biss: fast zwei Stunden lang lassen die Macher sich in einen Making of und diversen Featurettes über die Schultern schauen. Creator Frank Darabont, Robert Kirkman, der Autor der Comicvorlage, sowie Cast und Crew kommen darin ausführlich zu Wort, man begleitet die Zombiestatisten durch ihre Ausbildung zum hinkenden und sabbernden Kannibalen, und man lernt, wie man aus Haferflocken Zombiemakeup bastelt. Extras, wie man sie sich eben wünscht.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 27. Oktober 2011 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: The Walking Dead (USA 2010)            <br />
 Creator: Frank Darabont<br />
 Darsteller: Andrew Lincoln, Jon Bernthal, Sarah Wayne Callies, Steven Yeun, Jeffrey DeMunn, Norman Reedus, Laurie Holden<br />
 Genre: Zombieserie<br />
 Dauer: 282 Minuten<br />
 Bildformat: 1:1,78<br />
 Sprache: Englisch, Deutsch<br />
 Untertitel: Deutsch<br />
 Audio: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0<br />
 Bonusmaterial: The Making of &#8220;The Walking Dead&#8221;, Inside &#8220;The Walking Dead&#8221;: Episoden 1-6, Behind the Scenes, Zombie Make-up-Tipps, Diskussionsrunde mit den Produzenten, Extra Footage Featurettes<br />
 Vertrieb: Warner</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=M44YJPJ1Ops" target="_blank">Trailer</a></p>
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		<title>&#8220;Bad Boy Kummer“ von Miklós Gimes</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/12/07/bad-boy-kummer/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 22:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Boy Kummer]]></category>
		<category><![CDATA[Miklós Gimes]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Kummer]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/12/07/bad-boy-kummer/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/bad-boy-kummer-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Zwischen 1993 und 2000 schrieb der Berner Journalist Tom Kummer für die Magazine des Tagesanzeigers und der Süddeutschen Zeitung. Berühmt wurde er für seine Interviews mit Stars wie Pamela Anderson, Sharon Stone oder Sean Penn. Als herauskam, dass diese Interviews nie stattgefunden hatten, sondern erfunden waren, war Kummer als Journalist am Ende. In „Bad Boy Kummer“ besucht ihn sein ehemaliger Arbeitskollege Miklós Gimes und spricht mit ihm über den Presseskandal.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Wenn Fiktion zum Feind wird</h1>
<h2>&#8220;Bad Boy Kummer“ von Miklós Gimes</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10072" title="bad boy kummer 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/bad-boy-kummer-1.jpg" alt="bad boy kummer 1" width="550" height="367" /></p>
<h3>Zwischen 1993 und 2000 schrieb der Berner Journalist Tom Kummer für die Magazine des Tagesanzeigers und der Süddeutschen Zeitung. Berühmt wurde er für seine Interviews mit Stars wie Pamela Anderson, Sharon Stone oder Sean Penn. Als herauskam, dass diese Interviews nie stattgefunden hatten, sondern erfunden waren, war Kummer als Journalist am Ende. In „Bad Boy Kummer“ besucht ihn sein ehemaliger Arbeitskollege Miklós Gimes und spricht mit ihm über den Presseskandal.</h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p>Eigentlich muss man Tom Kummer recht geben, wenn er rückblickend sagt, wer seine Interviews damals für echt gehalten habe, müsse wirklich dumm sein. Seine Gespräche mit Hollywoodstars, an die kaum ein Journalist je wirklich herankam, waren tatsächlich unglaubhaft viel interessanter als die üblichen hirnlosen Frage-Antwort-Spielchen, die sich Starinterview schimpfen. Sharon Stone, Pamela Anderson, Brad Pitt, Sean Penn, Charles Bronson und Quentin Tarantino – mit allen schien Kummer plaudern zu können wie ein Psychiater mit mitteilungssüchtigen Patienten. Dass er einen Fehler gemacht hat, wollte Miklós Gimes, der stellvertretender Chefredakteur des Tagi-Magis war, als Kummer die Interviews schrieb, trotzdem von ihm hören. Und so entstand &#8220;Bad Boy Kummer&#8221;, ein eigenwilliges Porträt eines glücklicherweise uneinsichtigen Problemkindes des deutschsprachigen Starjournalismus&#8217;.</p>
<h3>Lieber er-logen als ver-logen</h3>
<p>Für Tom Kummer begann alles mit einem Interview mit Pamela Anderson, dass er im Rahmen eines Pressetermins des Filmstars im Presseraum eines Hotels führen sollte. Die Unterwürfigkeit der anwesenden Pressevertreter angesichts der inszenierten Präsenz der Schauspielerin war Kummer so zuwider, dass er ein Interview erfand, wie er es gerne gelesen hätte, anstatt den üblichen Schund zu liefern, der bei einem solchen Presseauftritt eben sonst zustande kommt. Dieses Interview kam so gut an und führte so schnell zu weiteren Aufträgen, dass Kummer weitere Interviews erfand, über deren Fiktionalität, so glaubte er, die Redaktion Bescheid wissen musste. Für ihn waren seine Texte eine neue Form des Journalismus, der zwar fiktional war, aber deswegen nicht weniger unecht als die inszenierten Gespräche mit denselben Stars, denen &#8220;Echtheit&#8221; attestiert wurde.</p>
<div id="attachment_10073" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-10073" title="bad boy kummer 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/bad-boy-kummer-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="361" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Seit dem Skandal im Jahr 2000, der die beiden Chefredakteure des SZ Magazins den Kopf kostete und das jähe Ende von Kummers Karriere als Journalist bedeutete, ist der Berner als Tennislehrer in Los Angeles tätig, wo er mit seiner Familie wohnt. Dass er Fehler gemacht hat, gibt er in den Gesprächen mit Miklós Gimes zu. Dass er die Redakteure in Deutschland bewusst an der Nase herumgeführt und etwas &#8220;gefälscht&#8221; haben soll, sieht er anders. Und so mancher Zuschauer wird es ebenfalls anders sehen. Denn auch wenn Kummers Texte gegen zentrale Spielregeln des Journalismus verstossen haben mögen, so fällt es schwer zu leugnen, dass Kummer die ohnehin unechteste aller journalistischen Textsorten gefälscht hat, und jenen Leuten Worte in den Mund gelegt hat, denen sämtliche billigen Magazine der Welt Worte in den Mund legen.</p>
<h3>Nicht sympathisch, aber trotzdem cool</h3>
<p>Was Miklós Gimes mit seinem Film will, wird über die 90 Minuten hinweg eigentlich nie klar. Reue ist das Letzte, was man als Zuschauer vom vielleicht nicht immer sympathischen, aber eigentlich doch ziemlich coolen Tom Kummer hören möchte. Auch wenn man es ihm kaum abnimmt, dass er wirklich geglaubt hatte, die Redaktion wisse über den fiktionalen Charakter seiner Texte Bescheid, so fällt es ebenso schwer zu glauben, dass diese wirklich nie auch nur einen Verdacht hatte. Gut möglich, dass Ahnungen auf Seiten von Kummers Auftraggebern vom Wissen über den Erfolg der Interviews im Keller eingesperrt wurden.</p>
<p>Wer die Geschichte um den Skandal von Kummers Interviews kennt, wird in &#8220;Bad Boy Kummer&#8221; denn auch nicht viel Neues lernen. Gimes gelingt es, Tom Kummer interessant zu porträtieren; ein neues Licht auf die Affäre Kummer zu werfen vermag er jedoch nicht. Trotzdem ist ihm ein Dokumentarfilm gelungen, der unterhaltsam ist und einige spannende Fragen zum Thema Journalismus und die Grenzen zwischen Berichterstattung und Fiktion stellt.</p>
<h3>Ausstattung</h3>
<p>Die DVD enthält neben des Hauptfilms ein fast einstündiges Gespräch zwischen Tom Kummer, Miklós Gimes und dem inzwischen verstorbenen deutschen Journalisten André Müller, ein 20minütiges Interview mit Miklós Gimes zur Entstehung des Films, sowie einige gelöschte Szenen und den Trailer.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 24. Oktober 2011 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Bad Boy Kummer (Schweiz 2010)            <br />
 Regisseur: Miklós Gimes<br />
 Darsteller: Tom Kummer, Miklós Gimes<br />
 Genre: Dokumentarfilm<br />
 Dauer: 92 Minuten<br />
 Bildformat: 16:9<br />
 Sprache: Originalversion (CH-Deutsch/Deutsch/Englisch)<br />
 Untertitel: Deutsch, Französisch, Englisch<br />
 Audio: Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0<br />
 Bonusmaterial: Deleted Scenes, Interview André Müller, Interview Miklós Gimes, Trailer<br />
 Vertrieb: Praesens</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=K9gDrPvROQI" target="_blank">Trailer</a></p>
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		<title>&#8220;Source Code&#8221; von Duncan Jones</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/12/03/source-code/</link>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 21:36:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Duncan Jones]]></category>
		<category><![CDATA[Jake Gyllenhaal]]></category>
		<category><![CDATA[Jeffrey Wright]]></category>
		<category><![CDATA[Michelle Monaghan]]></category>
		<category><![CDATA[Source Code]]></category>
		<category><![CDATA[Vera Fermiga]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/12/03/source-code/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/source-code-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Nach einem Bombenanschlag auf einen Zug wird Captain Colter Stevens auf eine ungewöhnliche Mission geschickt; er soll sich in das eingefangene Bewusstsein eines der Todesopfer begeben, und die letzten 8 Minuten vor dessen Tod so lange wiederholt durchleben, bis er den Attentäter findet. Dumm nur, dass diese durchaus reizvolle Filmidee in die Hände eines durchschnittlichen Hollywoodschreiberlings geriet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Bedauernswertes Kochen nach Rezept</h1>
<h2>&#8220;Source Code&#8221; von Duncan Jones</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-10031" title="source code 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/source-code-1.jpg" alt="source code 1" width="550" height="366" /></p>
<h3>Nach einem Bombenanschlag auf einen Zug wird Captain Colter Stevens auf eine ungewöhnliche Mission geschickt; er soll sich in das eingefangene Bewusstsein eines der Todesopfer begeben, und die letzten 8 Minuten vor dessen Tod so lange wiederholt durchleben, bis er den Attentäter findet. Dumm nur, dass diese durchaus reizvolle Filmidee in die Hände eines durchschnittlichen Hollywoodschreiberlings geriet.</h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p>Die effektivste Waffe grosser Filmstudios gegen erfolgreiche Regiefrischlinge, die mit kleinem Budget grosse Filme drehen, ist der Sirenengesang des Geldes – man lockt sie mit Millionenbudgets zu sich und lässt sie dann am Felsen schlechter Drehbücher zerschellen. Auch Duncan Jones, dessen Science Fiction Thriller „Moon“ zu den interessantesten Erstlingen im letzten Jahr gehörte, scheint dem Gesang gefolgt zu sein: Für das mehr als sechsfache Budget von „Moon“ durfte der gebürtige Brite und Sohn David Bowies seinen zweiten Film in Hollywood drehen, topbesetzt mit Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan und Vera Fermiga. Passend zu unserer Metapher beginnt der Film ebenso grossartig wie „Moon“ aufhörte, rammt dann ein hartes Klischee des amerikanischen Mainstreamfilms nach dem anderen und geht schliesslich in Einzelteilen unter.</p>
<h3>Absehbar trotz Twistgewitter</h3>
<p>Die Handlung von „Source Code“ vollbringt das Kunststück, von Anfang bis Schluss mit Twists vollgepackt und trotzdem von der fünften Minute an komplett durchschaubar zu sein: Ein Mann erwacht in einem Zug gegenüber eine Frau, die mit ihm redet, die er aber nicht kennt – genau, die beiden verlieben sich später im Film. Er hat keine Ahnung, wo er ist und läuft rastlos durch den Zug, bis dieser explodiert – genau, der Mann stirbt dabei nicht. Stattdessen wacht er verwirrt in einem Bunker auf und spricht über ein Bildtelefon mit einer Vorgesetzten, die ihn darüber aufklärt, er sei über den sogenannten Source Code in das Bewusstsein eines bei einem Attentat gestorbenen Zugpassagiers geschickt worden, um den Attentäter zu finden – und genau, welcher der anderen Zugpassagiere der Attentäter ist, weiss man spätestens dann schon, wenn Captain Colter Stevens, so der Name des Mannes, zum zweiten Mal die letzten 8 Minuten vor der Detonation der Bombe erlebt.</p>
<div id="attachment_10032" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-10032" title="source code 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/12/source-code-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="365" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Allein wer noch nie in seinem Leben einen Thriller gesehen hat, und sich von „Source Code“ diesbezüglich entjungfern lassen wollte, hat das Recht, obige Handlungsskizze Spoiler zu schimpfen. Auch nur halbwegs intelligente Filmgeniesser erkennen in den viel zu durchschaubaren Bildmontagen, die Colter Stevens „Bewusstseinsreisen“ darstellen sollen, die letzte grosse Pseudoüberraschung der Story. Das zwanghafte Verlangen des Mainstreams nach Happy Ends und die Angst davor, alles Unrealistische mit an den Haaren herbeigezogenen wissenschaftlichen Erklärungen wegzuerklären, schaufeln dem Film nach spätestens zwei Dritteln das Grab. Die Obsession rezeptgetreuer Charaktergestaltung führt in „Source Code“ dazu, dass Colter Stevens vor dem grossen Finale noch den ihn prägenden Konflikt mit seinem Vater löst – ohne dass dies der Handlung auch nur annähernd dienen oder es den Zuschauer irgendwo im verblödetsten Eckchen seines Gehirns interessieren würde.</p>
<p>„Source Code“ ist der Beweis dafür, dass das ausgeleierte Getriebe der einstigen Traumfabrik selbst aus den besten Filmideen verkitschte Jammerfilme macht, dass es auch aus Kaviar und Trüffel nur fettig triefenden Fastfood fabrizierend kann. Was die Sache in diesem Fall noch schlimmer macht, ist, dass man bei den ersten paar Bissen noch die guten Zutaten rausschmeckt, einem aber dann mit jedem weiteren Mundvoll mehr nach Erbrechen zu Mute ist. Immerhin: nur wenig andere Filme führten einem dieses Jahr so deutlich vor Augen, dass man eine Diät nötig hat, und anfangen sollte, sich in anderen Regionen der Welt nach Köstlichkeiten umzuschauen.</p>
<h3>Ausstattung</h3>
<p>Neben einem Audiokommentar von Duncan Jones, Jake Gyllenhaal und Drehbuchautor Ben Ripley enthält die DVD ein als „Cast &amp; Crew“ betiteltes Making of, Kürzestdokumentarfilme zu Quantenphysik und Zeitreisen sowie einen knapp 20minütigen Vortrag eines Quantenphysikers zur Möglichkeit von Zeitreisen und der Existenz von Parallelwelten.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 3. November 2011 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Source Code (USA 2011)            <br />
 Regie: Duncan Jones<br />
 Darsteller: Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan, Vera Fermiga, Jeffrey Wright<br />
 Genre: SciFi Thriller<br />
 Dauer: 90 Minuten<br />
 Bildformat: 1:1,85<br />
 Sprache: Englisch, Deutsch<br />
 Untertitel: Deutsch<br />
 Audio: Dolby Digital 5.1<br />
 Bonusmaterial: Audiokommentar von Duncan Jones, Jake Gyllenhaal und Drehbuchautor Ben Ripley, Cast &amp; Crew, Im Brennpunkt, Expertenwissen, Trivia Tracks, Trailers<br />
 Vertrieb: Warner</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=DiBVUulE_wo&amp;ob=av3e" target="_blank">Trailer</a></p>
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		<title>&#8220;OFF BEAT&#8221; von Jan Gassmann</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 19:50:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rico Steinemann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/05/off-beat-von-jan-gassmann/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/offbeat-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Jan Gassmann, ein vielversprechendes Schweizer Regietalent präsentiert mit OFF BEAT seinen ersten Spielfilm über einen erfolglosen Rapper.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>OFF BEAT</h1>
<div id="attachment_9721" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-9721" title="offbeat" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/offbeat.jpg" alt="Bild: http://www.offbeat-film.com" width="550" height="309" /><p class="wp-caption-text">Bild: http://www.offbeat-film.com</p></div>
<p><strong><span style="font-family:Arial" lang="DE-CH">Jan Gassmann, ein vielversprechendes Schweizer Regietalent, präsentiert mit OFF BEAT seinen ersten Spielfilm über einen erfolglosen Rapper.<br />
 </span></strong></p>
<p>Von Simon Inauen</p>
<p><span style="font-family:Arial" lang="DE-CH">Pathetisch langsam nimmt OFF BEAT einen mit auf eine Reise auf die andere Seite der Stadt. Auf eine Seite, auf welcher Träume unerfüllt bleiben, Hoffnungen bleichen und Erwartungen verblühen. Mit umgekehrten Klavierklängen im Ohr laufen wir durch unsere Quartiere, unsere Clubs, erleben Exzesse und Liebesakte und werden langsam eingeführt in das Unvermögen zu leben, wenn zu viel Freiheit ohne äusseren Zwang und inneren Anspruch auf eben diese selbst gezimmerten Erwartungen und Hoffnungen trifft. Wenn sich unverdaute Missverständnisse mit Unehrlichkeit verbinden und Ängste die Kreativität anketten. Man zum Junkie wird. Und alles so ist wie man es nie wollte. Sich die Welt gegen einen stellt und man sich selbst gegen die Welt. Wenn die Liebsten dann die Seiten wechseln und man alleine unvermeidlich in eine panische Leere fällt und dann die letzten Überbleibsel seines Lebens zerreist um vielleicht ganz unten nochmals neu anzufangen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial" lang="DE-CH">OFF BEAT ist ein gelungenes Erstlingswerk, ein Trip von oben nach unten, schön aber ehrlich, direkt und unverblümt, wie wir es von Jan Gassmann gewohnt sind. Diesmal zerbricht der Mensch nicht am unverschuldeten Schicksal, sondern an seinem eigenen Unvermögen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial" lang="DE-CH"><br />
 </span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;A Separation&#8221; von Asghar Farhadi</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 18:53:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Garabet Guel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Asghar Farhadi]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Jodaeiye Nader az Simin]]></category>
		<category><![CDATA[Leila Hatami]]></category>
		<category><![CDATA[Nader und Simin: Eine Trennung]]></category>
		<category><![CDATA[Peyman Moadi]]></category>
		<category><![CDATA[Sareh Bayat]]></category>
		<category><![CDATA[Sarina Farhadi]]></category>
		<category><![CDATA[Shahab Hosseini]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/09/05/a-separation/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/09/separation-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Die Berlinale ist bekannt dafür, dass bei der Wahl des besten Films politische Beweggründe stärker gewichtet werden als ästhetische. Doch in diesem Fall dürfte die politische Betroffenheit kaum den Ausschlag gegeben haben. Denn bei „A Separation“ handelt es sich nicht um politisches Kino, auch wenn es ein iranischer Film ist. Eine joviale Sozialromantik kommt eindeutig zu kurz – dafür blüht das Cineastische um so mehr auf. Eindrückliches Kino über universelle menschliche Konfliktlinien.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Wahrheit ist eine Perspektive</h1>
<h2>&#8220;A Separation&#8221; von Asghar Farhadi</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-9599" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/09/separation-1.jpg" alt="separation 1" width="500" height="335" /></p>
<h3>Die Berlinale ist bekannt dafür, dass bei der Wahl des besten Films politische Beweggründe stärker gewichtet werden als ästhetische. Doch in diesem Fall dürfte die politische Betroffenheit kaum den Ausschlag gegeben haben. Denn bei „A Separation“ handelt es sich nicht um politisches Kino, auch wenn es ein iranischer Film ist. Eine joviale Sozialromantik kommt eindeutig zu kurz – dafür blüht das Cineastische um so mehr auf. Eindrückliches Kino über universelle menschliche Konfliktlinien.</h3>
<p>Von Garabet Gül.</p>
<p>Wenn im Westen der Iran im Fokus steht, ist es nicht selten der Fall, dass dabei die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse im sogenannten Gottesstaat thema- und problematisiert werden. Sei dies die Atompolitik des zwielichtigen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, die Scharia, das islamische Recht als Gesetzesgrundlage, die allgemeine Menschenrechtssituation oder die Rolle der Frau in der iranischen Gesellschaft. Vorwiegend wird bei den Betrachtungen eine westliche Position eingenommen und nach eigenen Wertmassstäben begutachtet. Das ist verständlich und auch kaum anders möglich, da ein Urteil stets bedingt ist durch den kulturellen Hintergrund des Urteilenden.</p>
<p>Doch bei einer zu selbstgefälligen westlichen Sichtweise wird gerne übersehen, dass die Menschen im Iran ebenso einen Alltag besitzen, den sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten so gut als möglich zu bewältigen haben. Die Sehnsüchte und alltäglichen Auseinandersetzungen der Iraner und Iranerinnen sind mit den unsrigen durchaus vergleichbar, denn trotz aller kultureller Unterschiede spielt sich auch das tägliche Leben im ehemaligen Persien primär in Bindungs- und Organisationsformen wie Ehe, Familie, Schule, Arbeit und Staat ab.</p>
<h3>Der Zuschauer als Richter</h3>
<p>Gleich zu Beginn nimmt der Zuschauer den Blickwinkel des Scheidungsrichters ein. Ein iranisches Ehepaar aus der Mittelschicht möchte sich scheiden lassen und legt seine Gründe dar. Simin will den Iran verlassen, um ihrer Tochter Termeh im Ausland bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen. Ihr Mann Nader möchte nicht auswandern und seinen an Alzheimer erkrankten Vater im Stich lassen. Auf das Scheidungsgesuch wird nicht eingegangen, unter anderem weil sich das Ehepaar betreffend Sorgerecht nicht einigen kann und der Richter keinen zwingenden Grund für eine rechtliche Trennung vorliegen sieht.</p>
<div id="attachment_9600" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-9600" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/09/separation-2.jpg" alt="separation 2" width="500" height="335" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Simin zieht daraufhin zu ihren Eltern. Die Tochter entscheidet, bei ihrem Vater zu bleiben und hofft auf eine baldige Versöhnung ihrer Eltern. Mit dem Wegzug von Simin fehlt nicht nur die Ehefrau und die Mutter der Familie, sondern auch eine wichtige Stütze für die Pflege des Grossvaters. Nader benötigt nun diesbezüglich Hilfe und stellt für die tägliche Betreuung seines Vaters eine junge Frau ein, die, wie er im Nachhinein zufällig erfährt, schwanger ist. Der Ehemann der Angestellten wird über das Arbeitsverhältnis nicht in Kenntnis gesetzt. Die junge Frau bekundet zusehends Mühe mit der Pflege des alten Mannes, nicht zuletzt wegen ihres Glaubens. Als Nader eines Tages nach Hause kommt und seinen Vater alleine und ans Bett gefesselt vorfindet, eskaliert die Situation.</p>
<p>Für die beiden Familien beginnt eine nervenaufreibende Zeit, in der das Leben der Mitglieder durcheinandergebracht und ihre Beziehungen irritiert und gefordert werden. Nach und nach spinnt sich ein brisantes Beziehungsnetz aus verschiedenen Hintergründen, Motivationen und Bedürfnissen. Immer neue Aspekte kommen zum Vorschein und lassen eine klare Zuweisung von Schuld und Unschuld nicht zu. Keinem der Protagonisten wird die Rolle der guten oder bösen Figur zugeteilt. Jeder der Beteiligten verfügt über seine eigenen Wahrheiten und die diffizile Zuschreibung der Charakterattribute bleibt dem Zuschauer überlassen.</p>
<h3>Warten auf die Entscheidung</h3>
<p>Neben der gekonnten Behandlung kulturübergreifender menschlicher Konflikte sind es vor allem das herausragende cineastische Feingefühl des Regisseurs und die exzellenten schauspielerischen Leistungen, die „A Separation“ so besonders machen. In dichten, sich zuweilen atemlos, jedoch nie übertrieben hektisch abwechselnden Nahaufnahmen, die zumeist die Sicht eines Protagonisten wiedergeben, entwickelt der Film eine ausgeklügelte und mitreissende Spannung, die gänzlich ohne musikalische Unterstützung oder andere übertrieben wirkende künstliche Effekte erzeugt wird. Das kühle Grau und Grün der Bilder wirkt nicht aufgetragen und könnte die, zwischen Tristesse und Hoffnung schwankenden, Gefühle der Filmfiguren symbolisieren. Die graugrüne Wechselbeziehung der Farben wird konsequent bis ins letzte Detail eingehalten, von der Bekleidung und der Wohnungseinrichtung bis hin zu der Sauerstoffmaske des kranken Vaters. Diese akribische Beständigkeit weist auf einen Filmemacher hin, der ein Faible für Details besitzt und nichts dem Zufall überlässt.</p>
<p>Ohne vortreffliche Schauspieler kann keine stimmungsvolle Geschichte erzählt werden. „A Separation“ bietet beachtenswertes Schauspielkino. Jede der Haupt- und Nebenrollen ist erstklassig besetzt und wird glaubwürdig interpretiert. Insbesondere die beiden unterschiedlichen weiblichen Hauptfiguren übermitteln ein treffendes, differenziertes Bild der Frauen im Iran. Die stereotypische, unterdrückte iranische Frau gibt es nicht. Der Film behandelt die Geschlechterfrage, wie auch alle anderen Fragen, beschreibend und neutral und verzichtet darauf, moralische oder ethische Instanz zu sein. „A Separation“ ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass die (Film-)Kunst vor allem dann zu überzeugen vermag, wenn sie als Zweck betrieben wird und nicht bloss als tendenziöses Mittel.</p>
<p>Am Ende sitzen Simin und Nader wieder vor dem Scheidungsrichter, diesmal ist auch Termeh dabei. Der Richter fragt die Tochter, ob sie sich schon entschieden habe, bei welchem Elternteil sie nach der Scheidung bleiben möchte. Sie nickt mit Tränen in den Augen, kann aber ihre Entscheidung nicht artikulieren. Der Richter schickt die Eltern hinaus &#8211; und in den engen Gängen der iranischen Justiz wartet das entfremdete Ehepaar auf die Wahl ihrer Tochter.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 8. September 2011 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: Jodaeiye Nader az Simin – Nader und Simin: Eine Trennung (Iran 2011)<br />
 Regie: Asghar Farhadi <br />
 Darsteller: Leila Hatami, Peyman Moadi, Shahab Hosseini, Sareh Bayat, Sarina Farhadi<br />
 Genre: Drama <br />
 Dauer: 123 Minuten <br />
 CH-Verleih: Trigon Film</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=B2Sswx_vrWk" target="_blank">Trailer</a></p>
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		<title>&#8220;Boiling Point&#8221; von Takeshi Kitano</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/08/20/boiling-point/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Aug 2011 13:18:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kevin McLoughlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[3-4 x jûgatsu]]></category>
		<category><![CDATA[boiling point]]></category>
		<category><![CDATA[Masahiko Ono]]></category>
		<category><![CDATA[Takeshi Kitano]]></category>
		<category><![CDATA[Yuriko Ishida]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/08/20/boiling-point/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/08/boiling-point-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Als der Trainer einer stets verlierenden Baseballmannschaft Probleme mit der lokalen Yakuza kriegt, nimmt ein etwas zurückgeblieben scheinender Spieler die Sache in seine Hände und macht sich auf, um in Okinawa Waffen zu kaufen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Im Banne der Gewalt</h1>
<h2>&#8220;Boiling Point&#8221; von Takeshi Kitano</h2>
<h3>Als der Trainer einer stets verlierenden Baseballmannschaft Probleme mit der lokalen Yakuza kriegt, nimmt ein etwas zurückgeblieben scheinender Spieler die Sache in seine Hände und macht sich auf, um in Okinawa Waffen zu kaufen.</h3>
<p>Von Kevin Mc Loughlin.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-9431" title="boiling point" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/08/boiling-point.jpg" alt="boiling point" width="200" height="282" />Masaki (Yûrei Yanagi) arbeitet an einer Tankstelle und fällt vor allem dadurch auf, dass er eben nicht auffällt. Nicht einmal in seiner Baseballmannschaft scheint man ihn wirklich wahrzunehmen – die Spiele verbringt er vorwiegend auf der Ersatzbank oder der Toilette. Als der Trainer der Mannschaft jedoch wegen ihm Probleme mit einem Mitglied der lokalen Yakuza kriegt und danach von dessen Bande zusammengeschlgen wird, löst sich Masaki aus seiner Lethargie. Zusammen mit einem Freund macht er sich auf nach Okinawa um Waffen zu kaufen. Kaum ist er dort angekommen, lernt er den psychotischen Ex-Yakuza Uehara (Takeshi Kitano) kennen und freundet sich mit ihm an. Was folgt ist eine Nacht geprägt von fragwürdigen Exkursen und Ausbrüchen sinnloser Gewalt.</p>
<h3>Frühwerk</h3>
<p>&#8220;3-4 x jûgatsu&#8221;, so der Originaltitel, ist Kitanos zweiter Film als Regisseur und der erste, bei dem er auch das Drehbuch verfasst hat. Obwohl der Film aus seinem Frühwerk stammt, ist seine Handschrift schon klar zu erkennen. Der Plot fliesst gemächlich vor sich hin und wird lediglich durch plötzliche Ausbrüche brutaler und sehr expliziter Gewalt unterbrochen. Zudem zieht sich der für Takeshi so typische rabenschwarze Humor quer durch den ganzen Film. Der Titel übersetzt sich als ein Baseballresultat auf der einen Seite und dem Monat Oktober auf der anderen. Die Baseballmannschaft erzielt dieses Resultat im Film beim einen Spiel und der Monat Oktober wurde offenbar gewählt, weil traditionell in diesem Monat die Playoff Spiele im japanischen Baseball stattfinden. &#8220;3-4 x jûgatsu&#8221; ist wohl einer der schwächeren Kitano Filme und kann bestimmt nicht mit seinen bekannteren Filmen, wie zum Beispiel &#8220;Brother&#8221;, messen. Trotzdem zieht der Film einen in seinen Bann und ist als Streckenabschnitt in Kitanos Gesamtwerk durchaus interessant.</p>
<h3>Ausstattung</h3>
<p>&#8220;Boiling Point&#8221; (oder eben &#8220;3-4 x jûgatsu&#8221;) erscheint nun in der Edition Asien von &#8220;Rapid Eye Movies&#8221;. Da der Film nie synchronisiert wurde, muss er im japanischen Original (natürlich mit Untertiteln) geschaut werden. Zusätzlich zum Film enthält die DVD den originalen Kinotrailer und eine Übersicht über das Angebot der Reihe &#8220;Rapid Eye Movies&#8221;.</p>
<p>Seit dem 20. Mai 2011 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: 3-4 x jûgatsu (Japan 1990) <br />
 Regie: Takeshi Kitano <br />
 Darsteller: Takeshi Kitano, Masahiko Ono, Yuriko Ishida<br />
 Genre: Thriller, Crime, Action<br />
 Dauer: 115 Minuten <br />
 Bildformat: 1,78:1 (16:9) <br />
Sprachen: Japanisch <br />
 Untertitel: Deutsch <br />
 Audio: Dolby Digital 2.0 <br />
 Bonusmaterial: Kinotrailer, Rapid Eye Movies <br />
 Vertrieb: Praesens</p>
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		</item>
		<item>
		<title>„Kakurenbo: Hide And Seek“ von Shuhei Morita und Daisuke Sajiki</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/08/16/%e2%80%9ekakurenbo-hide-and-seek%e2%80%9c-von-shuhei-morita-und-daisuke-sajiki/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 12:15:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christof Zurschmitten</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=9348</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/08/16/%e2%80%9ekakurenbo-hide-and-seek%e2%80%9c-von-shuhei-morita-und-daisuke-sajiki/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/08/kakurenbo1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Acht Kinder verlieren sich beim Spiel in den Eingeweiden eines verlassenen Stadtteils. „Kakurenbo“ bedient sich zu gleichen Teilen bei japanischen Märchen, urbanen Distopien und dem Horror-Genre, um dem Zuschauer eine halbstündige Lektion im Unheimlichen zu erteilen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>You Can&#8217;t Run, And You Cannot Hide<br />
 </strong></h1>
<h2>„Kakurenbo: Hide And Seek“ von Shuhei Morita und Daisuke Sajiki</h2>
<p><a href="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/08/kakurenbo1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-9350" title="kakurenbo1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/08/kakurenbo1.jpg" alt="kakurenbo1" width="550" height="309" /></a></p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>Acht Kinder verlieren sich beim Spiel in den Eingeweiden eines verlassenen Stadtteils. „Kakurenbo“ bedient sich zu gleichen Teilen bei japanischen Märchen, urbanen Distopien und dem Horror-Genre, um dem Zuschauer eine halbstündige Lektion im Unheimlichen zu erteilen.</strong></h3>
<p>Von Christof Zurschmitten.</p>
<p style="text-align: justify;">Dieses Versteck-Spiel? Eine psychologische Splitterbombe erster Güte. Das reinste Kinderspiel? Natürlich! Lehrt es den stummelbeinigen Erdbewohner doch more Lektionen fürs Leben: Dass mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guck-guck-Spiel">Verschliessen</a> der eigenen Augen vor dem Grauen noch rein gar nichts gewonnen ist, zum Einen. Zum anderen den suizidären Leitgedanken, dass man, wenn das schon so ist, genausogut der Gefahr im vollen Lauf entgegenrennen kann. Das Versteck-Spiel bereitet uns also nicht nur vor auf Karrieren als Evil Knevil-Wiedergänger oder jenen verzweifelten Moment beim Anbruch der Sperrstunde, der endgültig über die Bettenbelegung der Nacht entscheidet. Es ist auch eine frühe Auseinandersetzung mit der Fiktion des Horror-Genres und der an den Rand der Zivilisation verdrängten Realität, dass man gelegentlich auch als letztes Glied der Nahrungskette Beute statt Jäger sein kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Der japanische Zeichentrickfilm „Kakurenbo“ weiss all dies und verschmilzt es zu einem kompakten Film, der Erklärungen und langfädige Handlungsstränge suspendiert zugunsten von omnipräsenten Ahnungen und Erinnerungen. Wenn, so heisst es am Anfang in aller Kürze, sieben Kinder ihre Gesichter hinter Masken verborgen haben und ihren Weg in ein verfallenes Viertel am Zentrum einer unbeschriebenen japanischen Metropole finden, dann beginnt das Spektakel: ein Versteck-Spiel auf Leben und Tod, gespielt um des Spielens willen. Vom Gewinner spricht hier niemand, die Verlierer aber verschwinden spurlos. „Kakurenbo“ inszeniert den Wettlauf der Kinder im charakteristischen Rhythmus des Versteckspiels, immer intensiv, im scharfen Wechsel von Perioden angespannten Lauerns und Adrenalinexplosionen im manischen Wettläufen zum Schlagmal – ein Rhythmus, der natürlich zugleich der des Horror-Films ist.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/08/kakurenbo2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-9351" title="kakurenbo2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/08/kakurenbo2.jpg" alt="kakurenbo2" width="550" height="310" /></a></p>
<pre style="text-align: center;">© Studio / Produzent</pre>
<p style="text-align: justify;">Der Horror ist in diesem Anime ohnehin nie weit, und auch er rührt an  Urtümliches und Unbewusstes – zumal der Mythos bereits im Wortsinn  steckt: Im Japanischen lautet der Begriff für spurloses Verschwinden  ‚Kamikakushi‘, wörtlich „versteckt werden durch einen Gott“. Der Name  des Fangen-Spiels, der aktiven Kehrseite des Versteckens also, lautet  dagegen ‚Onigokko‘ – ein Wort, das mit ‚<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oni">Oni</a>‘  wortwörtlich den Dämon im Leib trägt. Und so beschwört „Kakurenbo“ auch die fremde, doch im Archetypischen vage vertraute Welt  der japanischen Mythologie herauf, die etwa auch Myazakis „<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Spirited_Away">Spirited Away</a>“  so endlos faszinierend machte. Wo die Dämonen und Götter dort aber in  altertümlichen Bauten konserviert wurden, ist die Architektur in  „Kakurenbo“ schon fast post-urban: Inspiriert von den pathologischsten  Auswüchsen des modernen Städtebaus wie der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kowloon_Walled_City">Kowloon Walled City</a> in Hongkong, ist die Stätte des Versteckens ein Ort, der letztlich alle  Versuche der Kinder, ihn sich im Spiel anzueignen, ins Leere laufen  lassen muss.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Verschweissung von Ur-Mythischem und Hyper-Modernem gelingt auf der visuellen Ebene nahtlos. Dies ist umso bemerkenswerter, als „Kakurenbo“ durch und durch eine Independent-Produktion ist, im Kern das Werk zweier Personen: Des Regisseurs, Drehbuchautors und Produzenten Shuuhei Morita und des Zeichners Daisuke Sajiki. (Reiji Kitasato steuerte erst in einer späteren Phase die äusserst eindringliche Klangspur bei.)  Dem Film selbst sieht man dies kaum an: Die Charaktere sind trotz ihrer durch die Maske behinderten Mimik ausdrucksstark, die Hintergründe strotzen vor Details, die Farb- und Lichtgebung sind  atmosphärisch und die Animationen sind beinahe immer flüssig – „Kakurenbo“ sieht weit besser aus, als man es für möglich halten sollte. Ermöglicht wurde das gesamte Projekt durch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cel_Shading">Cel Shading</a>: Sajikis Entwürfe wurden von Morita in 3D-Modelle umgesetzt, die anschliessend im Zusammenspiel der beiden koloriert und gerendert wurden.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Ergebnis hat allerdings nicht von der detailarmen Flachheit, die dieser Prozess im schlimmsten Fall produzieren kann &#8211; im Gegenteil: „Kakurenbo“ zeichnet eine Welt zwischen einer für die Kindheit verlorenen Zukunft und einer unbestimmten Vergangenheit, eine Welt zwischen Technologie und Handwerk &#8211; eine Welt, in der man sich verlieren kann, bevor man 25 Minuten später noch etwas ausser Atem und klamm wieder vor dem Fernseher ausgespuckt wird.</p>
<p><strong>Ausstattung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ton und Bild sind, der kurzen Laufzeit des Films sei Dank, exzellent. Die DVD kommt zudem mit einem innovativen Booklet mit Hintergrundinformationen. Auf der Scheibe selbst finden sich je ein Interview mit Regisseur Shuhei Morita und Art-Director Daisuke Sajiki, die sich aber weitestgehend in Berichten über die Rezeption an Festivals und japanischen Höflichkeiten erschöpfen. Weit spannender dagegen ist ein &#8220;Making of&#8221;, bei dem der Film in Gesamtlänge in drei Stufen gezeigt wird: Als Skizze, als 3D-Modell und schliesslich mit dem fertigen Bild. Dazu läuft ein Audio-Kommentar der beiden Macher, der einiges über den Produktionsprozess verrät.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 05. Mai 2011 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Kakurenbo (Japan 2005)            <br />
 Regie: Shuhei Morita<br />
 Sprecher: Junko Takeuchi, Rei Saito, Masami Suzuki, Makoto Ueki<br />
 Genre: Horror-Märchen<br />
 Dauer: 25 Minuten<br />
 Bildformat: 16:9<br />
 Sprachen: Japanisch<br />
 Untertitel: Deutsch<br />
 Audio: DD 2.0<br />
 Bonusmaterial: Trailer, Making-of, Interview mit Regisseur Shuhei Morita und Art-Director Daisuke Sajiki<br />
 Vertrieb: Impuls</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=l4-uDo9ESdQ" target="_blank">Trailer</a></p>
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