Von Garabet Guel · Dezember 2011

Nach „Me and You and Everyone We Know“ verzaubert uns Miranda July mit einem weiteren fabelhaften Erwachsenenmärchen. Die infantile Absurdität des Erstlings wird als Stimmungsrahmen beibehalten, jedoch strapaziert durch den Lastcharakter des Zeitbewusstseins und (zwischen-)menschliche Orientierungsschwierigkeiten.
Von Rico Steinemann · November 2011

Jan Gassmann, ein vielversprechendes Schweizer Regietalent präsentiert mit OFF BEAT seinen ersten Spielfilm über einen erfolglosen Rapper.
Von Garabet Guel · September 2011

Die Berlinale ist bekannt dafür, dass bei der Wahl des besten Films politische Beweggründe stärker gewichtet werden als ästhetische. Doch in diesem Fall dürfte die politische Betroffenheit kaum den Ausschlag gegeben haben. Denn bei „A Separation“ handelt es sich nicht um politisches Kino, auch wenn es ein iranischer Film ist. Eine joviale Sozialromantik kommt eindeutig zu kurz – dafür blüht das Cineastische um so mehr auf. Eindrückliches Kino über universelle menschliche Konfliktlinien.
Von Kevin McLoughlin · Juni 2011

Ein pubertierender Waliser versucht ein guter Freund zu sein und gleichzeitig die Ehe seiner Eltern zu retten. Richard Ayoades Spielfilmdebut überzeugt durch die herzerwärmende Story und die zum grosse Teil unbekannten Schauspieler.
Von Garabet Guel · Juni 2011

Eine unterhaltsame Medien- und Politsatire aus Indien – frei von kitschigen Bollywood-Künstlichkeiten und auch ohne die atemlose und überästhetisierte Romantik von „Slumdog Millionaire“. Mit reichlich schwarzem Humor und einer Prise sozialkritischer Melancholie hinterfragt Anusha Rizvi in ihrem Filmdebüt die perversen Mechanismen der Medienindustrie.
Von Lukas Hunziker · März 2011

Einen Film mit einem Budget von 2 Millionen macht sich selten Hoffnungen auf die grossen Festivalpreise und Auszeichnungen. Besonders dann nicht, wenn gerade mal einer der Nebendarsteller einigermassen bekannt ist, während von Regisseurin und Hauptdarstellerin noch kaum jemand gehört hat, und der Film in der wohl hinterwäldlerischsten Region Amerikas spielt. Was Debra Granik mit “Winter’s Bone” gelungen ist, ist daher umso bewundernswerter und macht Hoffnung auf eine Richtungsänderung im amerikanischen Filmbusiness.
Von Aylin Tutel · März 2011

Kann ein Film, dessen Hauptdarsteller ein Baum ist, berühren und überzeugen? Ja, er kann. Julie Bertuccelli bezaubert mit ihrem zweiten Spielfilm. Im Mittelpunkt steht die Natur mit all ihren wundervollen, aber auch unheildrohenden Facetten und die tröstliche Kraft der Phantasie im Umgang mit dem Tod.
Von Kevin McLoughlin · Februar 2011

In einer Zeit des politischen Aufruhrs und der Unsicherheit muss ein Mitglied der Royal Family lernen, über seine Behinderung hinwegzukommen. Colin Firth glänzt in “The King’s Speech” als angehender König mit Sprachproblemen und erspielt sich eine Oscarnomination.
Von Garabet Guel · Januar 2011

Überzeugendes Kino aus der Schweiz – ja, das gibt es: Katalin Gödrös wartet mit einem subtilen Familiendrama auf, jenseits stumpfsinniger Psychologisierung und pathetischer Bewirtschaftung von Emotionen. Statt abgedroschenen Erklärungsbemühungen und empörter Drastik vertraut sie bei ihrer Darstellung menschlicher Irritationen auf feine Schattierungen und leise Töne.
Von Simon Wottreng · Januar 2011

1956, Kalter Krieg. Der Schweizer Staatsschutz überwacht zehn Prozent der eigenen Bevölkerung aus Angst vor kommunistischer Unterwanderung, es existieren Pläne zum Bau einer Atombombe. Dass in diesem Kontext der Begriff der Wahrheit zu einer von politischen Interessen vereinnahmten Sache wird, muss Spezialagent Rappold erkennen, als er den undurchschaubaren PR-Berater Harry Wind verhört. Ein intelligenter Thriller über die Macht der Lüge, wobei mit dem Setting im Kalten Krieg ein dunkles Kapitel der Schweizer Politik aufgeschlagen wird.
Von Kevin McLoughlin · Januar 2011

Fast drei Jahrzehnte nach dem Kultfilm “Tron” warten neue Abenteuer in der künstlichen Zwischenwelt. “Tron: Legacy” dringt visuell auf neue Ebenen vor und bietet auch Bombastisches für das Ohr. Leider bleibt dabei die Geschichte etwas auf der Strecke.

Kein Tag an dem Thierry Guetta nicht ohne Kamera unterwegs ist. Der Franzose filmt, was ihm vor die Linse kommt. Jahrelang. Sich selbst, sein Umfeld, Privates. Alles. Unfokussiert. Das ändert sich, als er Zugang zu einer Gruppe Strassenkünstlern bekommt. Fasziniert von der Szene hat er bald nur noch einen Wunsch: Das Phantom Banksy, einen international bekannten Streetart-Künstler vor die Linse zu bekommen. Das gelingt. Doch plötzlich steht Guetta selbst im Mittelpunkt des Dokumentarfilms.
Von Sandra Despont · November 2010

“Mao’s Last Dancer” erzählt die wahre Geschichte eines chinesischen Jungen vom Lande, der zum gefeierten Ballettänzer wurde. Wer traditionell erzählte Biographien mag, die vor allem Auge und Gemüt ansprechen, wird bei diesem Film auf seine Kosten kommen.
Von Sandra Despont · November 2010

“The Kids Are All Right” wird hierzulande trotz Staraufgebot als US-amerikanischer Indie-Film verkauft. Dass diese klischeeverseuchte Komödie als innovatives Kino durchgeht, sagt einiges über die unabhängige Filmszene in den Staaten aus.
Von Moritz Schuler · Oktober 2010

RED hätte mit seinem charismatischen Starensemble ein Schwergewicht seines Genres werden können. Doch diesen Anspruch stellt die Action-Komödie erst gar nicht. Genüsslich zelebrieren die gestandenen Schauspielgrössen rund um Bruce Willis, dass sie nicht mehr alles ernst nehmen müssen. Sie können es sich leisten, denn alles andere an diesem anspruchslosen Agentenstreifen scheint zur Nebensache degradiert. Der lückenhafte und fantasielose Plot stellt bloss noch das Alibi für die wuchtig inszenierten Actionsequenzen.
Von Simon Wottreng · Oktober 2010

Vier Jungs lassen sich von ihrer Krebserkrankung nicht unterkriegen und machen den Spitaltrakt mit Rollstuhlrennen und nächtlichen Fussballspielen unsicher. Was Stoff für einen berührenden Film mit einer äusserst ernsten Thematik hergäbe, lässt Michael Schaerer in ein kitschiges Feelgood-Movie verkommen. Bei Flirts mit Krankenschwestern und verbotenem Baden im Teich mit Zigaretten und Bier wähnen wir uns im Ferienlager. Ab und an bringt uns der subtile Humor mancher Szenen trotzdem zum Lachen.
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