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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Auf der Leinwand</title>
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		<title>&#8220;Ajami&#8221; von Scandar Copti &amp; Yaron Shani</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 08:31:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Despont</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Abu-George Shibli]]></category>
		<category><![CDATA[Ajami]]></category>
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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/08/20/ajami/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/ajami-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Ein Film, bei dessen Dreh die Schauspieler das Drehbuch nicht gekannt haben. Ein Film, bei dem die Schauspieler eigentlich auch gar keine Schauspieler waren. Ein Film, bei dem die Wahrheit relativ ist, weil es immer noch eine zweite Kamera gab. Das ist "Ajami".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Es geht immer um die Familie</h1>
<h2>&#8220;Ajami&#8221; von Scandar Copti &amp; Yaron Shani</h2>
<p><img class="size-full wp-image-5965 alignnone" title="ajami 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/ajami-1.jpg" alt="ajami 1" width="550" height="369" /></p>
<h3>Ein Film, bei dessen Dreh die Schauspieler das Drehbuch nicht gekannt haben. Ein Film, bei dem die Schauspieler eigentlich auch gar keine Schauspieler waren. Ein Film, bei dem die Wahrheit relativ ist, weil es immer noch eine zweite Kamera gab. Das ist &#8220;Ajami&#8221;.</h3>
<p>Von Sandra Despont.</p>
<p>Mit &#8220;Ajami&#8221; haben Scandar Copti und Yaron Shani israelische Filmgeschichte geschrieben. Dass ein arabischer Christ und ein Jude zusammen einen Film drehen, und dann noch grösstenteils in Arabisch, ist an sich schon keine Selbstverständlichkeit. Wenn diese beiden dann auch noch eine brisante Gesellschaftsanalyse wagen, ohne dabei plakativ den Konflikt zwischen jüdischen und arabischen Israeli auszuschlachten, dann ist das unüblich. Und wenn dieser Film dann auch noch über eine aussergewöhnliche Realitätsnähe verfügt, ohne aufzuhören, ein Spielfilm zu sein, ja dann wird dieser Film schon mal für die Oscars nominiert.</p>
<h3>In medias res – In dreissig Sekunden</h3>
<p>Bevor man es sich gemütlich machen, bevor man sich langsam in den Film einfinden, bevor man sich mit den Charakteren geruhsam anfreunden kann, ist man auch schon mitten in der Handlung von &#8220;Ajami&#8221;. Versehentlich wird der Nachbar Omars auf offener Strasse erschossen. Er war gerade dabei, an dem Auto herumzubasteln, das bis vor Kurzem noch Omar gehört hat. Es ist klar: eigentlich hätte Omar getötet werden sollen. Sein Onkel hat nämlich ein bekanntes Clanmitglied verletzt, als dieses Schutzgeld erpressen wollte. Die Tötung Omars sollte Teil der Racheaktion gegen die Familie des Onkels sein. Nur mit einer immensen Geldsumme könnte sich Omars Familie freikaufen, sonst wird die ganze Familie ausgelöscht. Denn, so macht der Vermittler Abu Elias klar: Die Mörder des Nachbarn wollen töten. Ob Omar eine persönliche Schuld trifft, ist ihnen egal.</p>
<h3>120 Minuten irrationale Gewalt</h3>
<p>Die ersten Szenen &#8220;Ajamis&#8221; setzen den Massstab für die folgenden 120 Minuten. Brutale, irrationale Gewalt in einer Welt, von der der Lack der Zivilisation in grossen Stücken abbröckelt, und die verzweifelte Suche nach einer Möglichkeit, Geld zu verdienen, um existentielle Probleme zu beseitigen, sind zentrale Themen des Films. Dazwischen fehlt es nicht an intimen Momenten der Nähe zwischen einzelnen Figuren, doch angesichts der Realitäten, seien diese nun politischer oder religiöser Art, sind Ideen von Freundlichkeit und Versöhnung jammervolle Gestalten. Mit einer zarten Geste wird etwa die Liebe zwischen Omar und Hadir, Abu Elias’ Tochter, eingeführt. Doch auch über dieser Liebe liegt der Fluch &#8220;Ajamis&#8221;, eines Viertels in Jaffa, der ein Schmelztiegel der Kulturen genannt werden kann. Ein Schmelztiegel, der zeigt, dass das Neben- und Miteinanderleben auf engstem Raum nicht unbedingt zur Überwindung von Vorurteilen und Barrieren in den Köpfen führen muss.</p>
<div id="attachment_5966" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-5966" title="ajami 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/ajami-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="342" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Ein zweistündiger Gewaltexzess ist &#8220;Ajami&#8221; keineswegs. So oft wird nicht geschossen, so viele Menschen sterben nicht. Der Eindruck der unglaublichen Gewalttätigkeit entsteht vor allem durch die fast ausgefallene dokumentarische Drehweise, der sich Scandar Copti und Yaron Shani bedient haben. Angefangen beim Casting sind die beiden Filmemacher getreu nach dem Motto vorgegangen, dass &#8220;Realität stärker und interessanter sein kann als Imagination&#8221;. Sämtliche Schauspieler sind Laiendarsteller und alle kommen sie aus den Häusern und Strassen der Umgebung, in der &#8220;Ajami&#8221; spielt. Während eines 10-monatigen Schauspielworkshops mit mehr als 300 Teilnehmern haben sie sich zu den Figuren entwickelt, die in &#8220;Ajami&#8221; porträtiert werden. Und damit nicht genug. Statt ein Drehbuch in die Hand gedrückt zu kriegen, Texte auswendig zu lernen und stupide einem Drehplan mit unzähligen Szenenwiederholungen zu folgen, liessen die Filmemacher auch während des Drehs die Realität die Oberhand behalten.</p>
<h3>Die Quadratur des Kreises – oder: wie man ohne Drehbuch mit Drehbuch dreht</h3>
<p>Wahrhaftigkeit wollten Scandar und Yaron erreichen. Ihre Schauspieler sollten ihre Figuren nicht spielen, sondern sie leben. Sie sollten zwar handeln, wie es im Drehbuch steht, sagen, was im Drehbuch steht, doch ohne dieses Drehbuch zu kennen. Deshalb war es die Hauptaufgabe der Regisseure, die Schauspieler in bestimmte Gemüts- oder Bewusstseinszustände zu versetzen und dazu zu bringen, die Kameras zu vergessen und so zu agieren, wie sie das in Wirklichkeit täten. Ohne Proben wurden die Szenen gespielt, logischerweise in chronologischer Abfolge, damit die Schauspieler ganz bei ihren Figuren, deren Entwicklung und in ihrer Geschichte waren. Deshalb ist in „Ajami“ vieles echter als in konventionellen Filmproduktionen. Als Zuschauer überkommt einen mehr als einmal das beklemmende Gefühl, intimen Szenen beizuwohnen, Situationen und Gefühle zu erleben, die zu privat sind, als dass man sie beobachten könnte, ohne dabei voyeuristisch zu sein. So etwa, als einer jüdischen Familie mitgeteilt wird, dass der verschwundene Sohn tatsächlich tot ist. Die Szene, die sich daraufhin abspielt, hat nichts mit hollywoodschen Trauerbezeugungen gemein. Sie wirkt, ja, eben echt.</p>
<h3>Vom kurzen Drehen und vom langen Schneiden</h3>
<p>Da keine Szene, wenn nicht unbedingt notwendig, wiederholt wurde, und nur genau eine Schlüsselszene einer klassischen Drehart folgte, war der Dreh selbst eine Kleinigkeit. In 23 Tagen war die Hauptsache im Kasten. Viel schwieriger war der Schnitt. Wie beim Schnitt eines Dokumentarfilmes mussten zahlreiche Stunden Filmmaterial ausgewertet und an die Vision der Filmemacher angepasst werden. Denn obwohl die Szenen chronologisch gedreht wurden, werden sie im Film keineswegs chronologisch präsentiert. Die komplexe Erzählstruktur legt Zeugnis davon ab, wie gut durchdacht „Ajami“ letztlich ist. Und die Erzählweise passt wie die Faust aufs Auge. Auch als Zuschauer wird man Teil der Realität „Ajamis“. Die abrupten Szenenwechsel lassen einen nie in Hollywood-Sehgewohnheiten mit tief im Sessel sitzenden Popcornmampfen verfallen. Die dokumentarische Drehweise schafft eine grosse Nähe zu Figuren und Ereignissen, die schnellen Schnitte und der vorwärts drängende Schwung vieler Szenen ziehen einen zusätzlich in die Filmrealität hinein, so dass man als Zuschauer kaum unbeteiligt bleiben kann.</p>
<h3>Brücke zwischen Doku und Action</h3>
<p>Gleichzeitig vergisst man keine Minute lang, dass man es hier mit einem künstlerischen und komplex konstruierten Produkt zu tun hat, denn gleichsam als Brücke zwischen dokumentarischer Drehweise und Spannungskino werden nicht nur Chronologien, sondern auch Blickwinkel durcheinander gewirbelt. Als Zuschauer kann man erst mit der Zeit Ereignisse, Beziehungen zwischen Figuren und Handlungsmotivationen richtig rekonstruieren. Dass einige Szenen doppelt, jeweils aus unterschiedlichen Kameraperspektiven gezeigt werden, macht einerseits die Subjektivität jeden Erlebens deutlich und führt andererseits dazu, dass die Idee von der Handlung immer wieder korrigiert werden muss. Dieser Kunstgriff, der in geringem Mass häufig, exzessiv etwa in Filmen wie „Memento“ oder „Babel“ verwendet wurde und wird, lässt in „Ajami“ auch danach fragen, ob es eine objektive Wirklichkeit tatsächlich geben kann und inwiefern wir und unsere Handlungen von unserem Blickwinkel &#8211; im tatsächlichen wie im übertragenen Sinne &#8211; geprägt sind.</p>
<h3>Gesellschaftspanorama</h3>
<p>Nach und nach rollen Copti und Shani, begonnen mit der Geschichte Omars, ein ganzes Panorama der Gesellschaft im Stadtviertel Ajami vor den Augen der Zuschauer aus. Der Schwerpunkt liegt zwar bei den mehrheitlich muslimischen, israelischen Arabern liegt, doch mit Abu Elias wird auch eine christlich-arabische und mit dem Polizisten Dando eine jüdische Familie eingeführt. Immer wieder sind Nähe und Distanz ein Thema, etwa wenn der christliche Vater und Arbeitgeber Omars zu der Liebschaft zwischen seiner Tochter und dem Muslimen Omar Stellung beziehen muss oder wenn Binj, der aus einer palästinensischen Familie stammt, quasi zum Feind überläuft, indem er plant, mit seiner jüdischen Freundin zusammenzuziehen und seine Freunde so in einen tiefen Loyalitätskonflikt stürzt.</p>
<h3>Die Familie als Verpflichtung und Rückzugsort</h3>
<p>Dreh- und Angelpunkt für die Konflikte der Figuren und letztlich auch Ausgangspunkt für Verbrechen und Gewalt ist aber immer wieder die Familie. Ob Omar verzweifelt nach einer Möglichkeit sucht, sich und seine Familie freizukaufen, ob Malek, ein palästinensicher Teenager aus einem Flüchtlingslager der Westbank, der illegal in Israel arbeitet, überlegt, wie er Geld für die Operation seiner schwer kranken Mutter beschaffen kann, ob Dando angesichts des Verschwindens seines Bruders versucht, mit eigenem Verlust und der Trauer seiner Eltern klar zu kommen – es geht, wie Abu Elias sagt, letztlich „immer um die Familie“. Die Figuren handeln allesamt in einem höchst gesellschaftlichen, durch die Macht des Blutes geprägten Kontext. Als Individuen sind sie kaum greifbar. Ihre Sehnsüchte und Wünsche sehr effizient von Familienstrukturen, Verpflichtungen und  Abhängigkeiten kontrolliert. Gleichzeitig wird die Familie aber auch als Rückzugsort und Schutzraum gezeigt. Ein Raum, der nur allzu oft von der einbrechenden und oft brutalen Wirklichkeit bedroht, wenn nicht gar zerstört wird.</p>
<p>Der vielfach preisgekrönte „Ajami“ ist ein faszinierender Film, der sich allein schon durch seine spezielle Machart von der Masse der Filmproduktionen abhebt. Er bietet einen Blick in eine zerrissene Gesellschaft und zeigt im Kleinen des Stadtviertels Mechanismen von Bedürftigkeit, Verbrechen und Gewalt auf – und das aus mehreren Winkeln, aus verschiedenen Perspektiven, in einer überlegten, packenden Komplexität.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Ab dem 19. August 2010 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: Ajami (Israel 2009)            <br />
 Regie: Scandar Copti &amp; Yaron Shani<br />
 Darsteller: Shahir Kabaha, Ibrahim Frege, Fouad Habash, Youssef Sahwani, Ranin Karim, Eran Naim, Scandar Copti, Elias Sabah, Hilal Kabob, Nisrin Rihan, Tami Yerushalmi, Moshe Yerushalmi, Sigal Harelv, Abu-George Shibli<br />
 Genre: Drama<br />
 Dauer: 120 Minuten<br />
 CH-Verleih: Trigon</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=atG9ta5foM4" target="_blank">Trailer</a></p>
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		<title>&#8220;Grown Ups&#8221; von Dennis Dougan</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 05:56:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kevin McLoughlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Adam Sandler]]></category>
		<category><![CDATA[Chris Rock]]></category>
		<category><![CDATA[David Spade]]></category>
		<category><![CDATA[Dennis Dougan]]></category>
		<category><![CDATA[Grown Ups]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin James]]></category>
		<category><![CDATA[Kindsköpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Rob Schneider]]></category>
		<category><![CDATA[Salma Hayek]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/08/08/grown-ups/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/grownups-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Passend auf den Sommer kommt mit "Grown Ups" eine klassische amerikanische Familienkomödie in die hiesigen Kinos. Trotz fehlender Innovation und einem altbekannten Erzählmuster bietet der Film Unterhaltung für verregnete Augustnachmittage.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Alternde Kindsköpfe</h1>
<h2>&#8220;Grown Ups&#8221; von Dennis Dougan</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-5756" title="grownups 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/grownups-1.jpg" alt="grownups 1" width="550" height="367" /></p>
<h3>Passend auf den Sommer kommt mit &#8220;Grown Ups&#8221; eine klassische amerikanische Familienkomödie in die hiesigen Kinos. Trotz fehlender Innovation und einem altbekannten Erzählmuster bietet der Film Unterhaltung für verregnete Augustnachmittage.</h3>
<p>Von Kevin Mc Loughlin.</p>
<p>Der Film beginnt 1978, als fünf Freunde die Junior Basketball Liga gewinnen. Bei der folgenden Feier ermuntert sie ihr Coach, ihr Leben so zu leben, als seien sie auf dem Court und stets auf Sieg zu gehen. Es folgt ein Schnitt ins aktuelle Jahr. Der Coach ist gerade gestorben und die fünf Freunde von damals treffen sich an dessen Beerdigung. Da ist Lenny Feder (Adam Sandler), der sich zu einem erfolgreichen Agenten in Hollywood gemausert und die italienische Designerin Roxanne (Salma Hayek) geheiratet hat und mit ihr drei – völlig verzogene – Kinder hat. Eric Lamonsoff (Kevin James) behauptet er sei Miteigentümer einer Gartenmöbel Firma, was sich jedoch als Lüge herausstellt, weil er vor seinen alten Freunden nicht als Verlierer dastehen will. Er hat ebenfalls eine Frau und zwei Kinder, wovon der Sohn noch gestillt wird, obwohl er bereits vierjährig ist. Kurt McKenzie (Chris Rock) ist Hausmann, Vater zweier Kinder und erwartet mit seiner Frau zusammen das dritte Kind. Marcus Higgins (David Spade) ist ein ewiger Junggeselle und als einziger der Gruppe nicht liiert. Rob Hilliard (Rob Schneider) ist ein dreifach geschiedener Veganer, der mit Gloria (Joyce Van Patten) verheiratet ist, welche 30 Jahre älter ist als er. Die Gruppe nimmt die Beerdigung – kurz vor dem 4. Juli – zum Anlass mit Kind und Kegel gleich ein verlängertes Wochenende an einem See in New England zu verbringen – soweit der Rahmen der Geschichte.</p>
<h3>Erinnerungen und eine Revanche</h3>
<p>Was folgt ist ein Wochenende voller Slapstick Elemente, peinlichen Szenen und Witzen unterhalb der Gürtellinie. In einer Imbissbude trifft Lenny zudem auf Dickie, seinen Widersacher aus Kindheitstagen, der ihn zu einer Revanche des alles entscheidenden Spieles von 1978 drängt. Nach einem ereignisvollen Wochenende voller Kindheitserinnerungen, ernsteren und weniger ernsten Gesprächen und wiederholten Versuchen den Kindern die Natur näher zu bringen gipfelt die Geschichte – wie könnte es anders sein – in einem Rematch zwischen den beiden Teams am amerikanischen Nationalfeiertag. Als einer nach dem anderen erschöpft ausfällt entscheiden sich Lenny und Dickie zusammen mit ihren Söhnen ein Zwei-gegen-Zwei auszutragen.</p>
<div id="attachment_5757" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-5757" title="grownups 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/grownups-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="367" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>&#8220;Grown Ups&#8221; ist von Anfang an sehr durchschaubar und der Plot bietet nicht viel Neues, trotzdem bietet der Film ganz gute Unterhaltung. Wer Kino mit Anspruch will, befindet sich hier zwar im falschen Film, aber für ein paar Lacher ist &#8220;Grown Ups&#8221; auf jeden Fall gut. Das liegt zum Einen an der absoluten Starbesetzung des fast kompletten Casts aus Saturday Night Live Anfang der 90er-Jahre und zum Anderen auch daran, dass einige Witze doch relativ unerwartet und wohlplatziert während dem Film auftauchen. Ein weiteres kleines Highlight bietet zudem Steve Buscemis Auftritt, als ein White Thrash Typ mittleren Alters. Der grosse Negativpunkt an &#8220;Grown Ups&#8221; hingegen ist der mühsame Hang hin zum ewigen moralisieren – das hat einerseits mit dem Setting rund um den amerikanischen Nationalfeiertag zu tun, andererseits aber auch mit der ewig guten Persona Lenny Feder, der überall und immer alles richtig macht, was mit der Zeit doch eher ermüdend wird.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 5. August 2010 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: Grown Ups (USA 2010)<br />
 Regie: Dennis Dougan<br />
 Darsteller: Adam Sandler, Kevin James, Chris Rock, David Spade, Rob Schneider, Salma Hayek<br />
 Genre:Komödie<br />
 Dauer: 102 Minuten<br />
 CH-Verleih: Disney</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://trailers.apple.com/trailers/sony_pictures/grownups/" target="_blank">Trailer</a><br />
 <a href="http://www.grownups-movie.com/" target="_blank">Offizielle Seite</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Yo, También&#8221; von Álvaro Pastor und Antonio Naharro</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/08/02/yo-tambien/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 11:37:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Despont</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Antonio Naharro]]></category>
		<category><![CDATA[Isabel García Lorca]]></category>
		<category><![CDATA[Joaquín Perles]]></category>
		<category><![CDATA[Lola Dueñas]]></category>
		<category><![CDATA[Pablo Pineda]]></category>
		<category><![CDATA[Teresa Arbolí]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/08/02/yo-tambien/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/yo-tambien-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Mit einem ungewöhnlichen Liebespaar fordern Álvaro Pastor und Antonio Naharro unsere Vorstellungen von Normalität heraus. "Yo, También" hinterlässt die Zuschauer hin- und hergerissen zwischen der Bewunderung für das schauspielerische Talent der Protagonisten, der Zustimmung zum Anliegen der Beteiligten und dem Verdacht, dass eine wichtige Frage unbeantwortet bleibt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Wie normal ist normal genug?</h1>
<h2>&#8220;Yo, También&#8221; von Álvaro Pastor und Antonio Naharro</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-5042" title="yo tambien 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/yo-tambien-1.jpg" alt="yo tambien 1" width="550" height="367" /></p>
<h3>Mit einem ungewöhnlichen Liebespaar fordern Álvaro Pastor und Antonio Naharro unsere Vorstellungen von Normalität heraus. &#8220;Yo, También&#8221; hinterlässt die Zuschauer hin- und hergerissen zwischen der Bewunderung für das schauspielerische Talent der Protagonisten, der Zustimmung zum Anliegen der Beteiligten und dem Verdacht, dass eine wichtige Frage unbeantwortet bleibt.</h3>
<p>Von Sandra Despont.</p>
<p>Daniel kann stolz auf sich sein: er hat ein Hochschulstudium erfolgreich abgeschlossen und soeben seinen ersten Arbeitstag im staatlichen Büro für behinderte Menschen hinter sich – und das trotz Down-Syndrom. Nur noch heiraten müsse er nun, meint er scherzhaft, als er mit seinen Eltern auf seinen Erfolg anstösst. Doch zu den üblichen Liebesnöten gesellt sich bei Daniel die Frage, ob eine normale Frau bereit ist, sich mit seinem zusätzlichen Chromosom zu arrangieren.</p>
<h3>Ein Chromosom von der Normalität entfernt</h3>
<p>Bald konkretisieren sich Daniels amouröse Absichten: Seine Arbeitskollegin Laura hat es ihm angetan. Die lebensfrohe Laura, die öfters mal einen Mann von ihren Streifzügen durch das Nachtleben Sevillas mit nach Hause nimmt, fühlt sich in der Gesellschaft Daniels äusserst wohl. Mit ihm kann sie lachen, geschmacklose Scherze machen, unbeschwerten Spass haben. Die beiden werden unzertrennlich. Und obwohl sein Bruder Santi ihn vor einer herben Enttäuschung warnt, möchte Daniel Laura bald nicht nur als eine, sondern als seine Freundin. Doch als er sie bei einem Betriebsfest zu küssen versucht, stösst sie ihn von sich. Schafft es nicht einmal die unkonventionelle Laura, darüber hinwegzusehen, dass Daniel ein Chromosom von der Normalität entfernt ist?</p>
<p>Zielsicher läuft „Yo, También“ auf diesen Knackpunkt zu, nämlich die Frage, ob an Daniel trotz Studium und Arbeit der Makel des Down Syndroms kleben bleibt oder ob der Grad an Normalität, den er erreicht hat, genügt, um eine von ihm geliebte „normale“ Frau für sich zu gewinnen. Und schon darf man sich mit einem ganzen Rattenschwanz an Fragen beschäftigen: Was ist normal? Was ist normal genug? Und wie tolerant sind wir wirklich? Inwiefern sind Nachsicht und Schutz bloss Versuche, das Abnormale zu kontrollieren? Wer darf überhaupt darüber entscheiden, wer normal ist, was nicht, und was geistig Behinderten zu tun ge- und verboten werden soll?</p>
<p>&#8220;Yo, También&#8221; fordert wirkungsvoll Vorurteile heraus, die auch in einer noch so toleranten Gesellschaft bestehen bleiben. In Daniels Umfeld gibt es keine handfeste Benachteiligung, keine offenen Angriffe auf Menschen mit Behinderung. Es geht um viel feinere Fragen, um Fragen vom Umgang mit Menschen, die anders sind, in einer Gesellschaft, die sich viel auf ihre Toleranz einbildet und doch ihre blinden Flecke hat. Die Spannung zwischen freundlicher Nachsicht und wahrer Akzeptanz werden beispielhaft vorgeführt, ohne dass dem Film ein pädagogischer Ton anhaftet. Ganz im Gegenteil: &#8220;Yo, También&#8221; ist über weite Strecken ein fröhlicher, ausgelassener Sommerfilm.</p>
<h3>Liebe mit Down-Syndrom? Und wenn ja, wie viel?</h3>
<p>Nicht zuletzt die überzeugenden SchauspielerInnen verleihen &#8220;Yo, También&#8221; grosse Authentizität. Pablo Pineda, dessen Lebensgeschichte die Grundlage für das Drehbuch bildete, verkörpert Daniel mit sehr viel Hingabe und Sensibilität, während Lola Dueñas sich einmal mehr als starke Charakterdarstellerin erweist, die der Figur der Laura durch ein facettenreiches Spiel ungeahnte Tiefe verleiht. Bis in kleine Nebenfiguren hinein sind zudem die weiteren Rollen wenn auch nicht prominent, so doch sorgfältig besetzt. Alle Beteiligten zeichnen sich durch eine grosse Präsenz vor der Kamera aus, so dass man als Zuschauer auch die etwas mutwilligeren Abweichungen in der Handlung nicht ungern nachvollzieht. Zu diesen gehören etwa die Familiengeschichte Lauras oder der verzweifelte Fluchtversuch Pedros und Luisas, deren Liebe, die sie sich immer dringender auch körperlich zeigen wollen, aufgrund ihres Down-Syndroms von Luisas Mutter mit Misstrauen gesehen wird.</p>
<div id="attachment_5043" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-5043" title="yo tambien 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/yo-tambien-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="367" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Während sich darüber streiten liesse, ob die Familiengeschichte der Figur von Laura die notwendige Tiefendimension gibt, oder ob sie den Film durch die Andeutung eines Missbrauchs durch ihren eigenen Vater zu sehr überlädt, dient das Liebespaar Pedro und Luisa sehr effektiv dazu, das Spektrum der Liebe mit Down-Syndrom zu erweitern und auch hier noch einmal die Frage nach Grenzen der Toleranz zu stellen. Natürlich sollen auch Menschen mit Down-Syndrom lieben dürfen – doch liegt auch eine sexuelle Beziehung drin? Unter welchen Voraussetzungen? Mit welchen Folgen?</p>
<h3>Eine starke Stimme für eine faire Gesellschaft</h3>
<p>Und endlich tut sich im Kreise all dieser Fragen eine weitere, entscheidende auf, die &#8220;Yo, También&#8221; stellt, stellen muss – bei deren Beantwortung der Film aber kläglich versagt. Warum, so fragt man sich, wirkt Daniel trotz Down-Syndrom abgesehen von seinem Äusseren so normal? Wieso konnte ausgerechnet er es schaffen, ein Studium zu absolvieren, während die allermeisten Menschen mit Down-Syndrom in Pflegeinstitutionen untergebracht sind und dort wie geistig Behinderte behandelt werden? Diese Frage, die einen von Beginn des Films weg begleitet und im Kopf herumspukt, wird endlich von Laura gestellt. Seine Mutter habe halt, als er noch ein Baby war, immer viel mit ihm gesprochen und ihn auf jede erdenkliche Art gefördert, so sinngemäss die Antwort Daniels. Diese Antwort erscheint so plausibel wie beunruhigend. Ist in ihr nicht der implizite Vorwurf an alle Mütter von Kindern mit Down-Syndrom enthalten, die geistig nie auch nur annähernd an das, das wir als Normalität bezeichnen, herankommen? Würde diese Aussage stimmen, dann müsste es doch möglich sein, Menschen mit Down-Syndrom bei entsprechender Aufmerksamkeit durch ihr Umfeld eine Schul- oder sogar eine Berufskarriere zu ermöglichen. Leisten die Pflegeeinrichtungen für geistig Behinderte also schlechte Arbeit, weil sie ihre Schützlinge nicht annähernd so lebenstüchtig machen können wie Daniel?</p>
<p>Trotz dieser unbefriedigenden Erklärung für Daniels Erfolg ist &#8220;Yo, También&#8221; ein sehenswertes Plädoyer für eine Gesellschaft, die weiss, dass sie nur dann ganz und heil genannt werden kann, wenn sie allen Menschen faire Lebenschancen bietet. Der Film verleiht den Menschen mit Down-Syndrom eine starke Stimme, indem er konsequent auf ihre Fähigkeiten hinweist. Eindrucksvollstes Beispiel dafür ist vielleicht die Tanztruppe &#8220;Danza Mobile&#8221;. Die Tänzerinnen und Tänzer bewegen sich mit so viel Sicherheit, Energie und Ausdruckskraft, dass man als körperlich lediglich normal begabter Mensch nur staunen kann.</p>
<p>&#8220;Yo, También&#8221; ist ein engagierter, warmherziger und humorvoller Film, der sich für die selbstverständliche Integration aller Menschen in unsere Gesellschaft stark macht. Manchmal sind die Figuren etwas überfrachtet, manchmal bleiben drängende Fragen offen, doch meistens schaut man, staunt man und fühlt mit.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Ab dem 5. August 2010 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: Yo, También (Spanien 2009)            <br />
 Regie: Álvaro Pastor und Antonio Naharro<br />
 Darsteller: Lola Dueñas, Pablo Pineda, Isabel García Lorca, Antonio Naharro, Joaquín Perles, Teresa Arbolí<br />
 Genre: Drama<br />
 Dauer: 103 Minuten<br />
 CH-Verleih: Filmcoopi</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=zl8Ayvg1wXU" target="_blank">Trailer</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Männer im Wasser&#8221; von Måns Herngren</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/08/02/manner-im-wasser/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/08/02/manner-im-wasser/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 11:34:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanna Valentin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Rothlin-Svensson]]></category>
		<category><![CDATA[Jimmy Lindström]]></category>
		<category><![CDATA[Mans Herngren]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Gardiner]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/08/02/manner-im-wasser/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/allt-flyter-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Synchronschwimmen? Ein Sport? – Und ob! Das merken Fredrik und Co. bald, nachdem sie beschlossen haben, sich die Disziplin zu eigen zu machen. Obwohl sich Ähnlichkeiten mit "Full Monty" nicht bestreiten lassen, unterhält "Männer im Wasser" doch mit eigenem Charme.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Abtauchen</h1>
<h2>&#8220;Männer im Wasser&#8221; von Måns Herngren</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-5038" title="allt flyter 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/allt-flyter-1.jpg" alt="allt flyter 1" width="550" height="369" /></p>
<h3>Synchronschwimmen? Ein Sport? – Und ob! Das merken Fredrik und Co. bald, nachdem sie beschlossen haben, sich die Disziplin zu eigen zu machen. Obwohl sich Ähnlichkeiten mit &#8220;Full Monty&#8221; nicht bestreiten lassen, unterhält &#8220;Männer im Wasser&#8221; doch mit eigenem Charme.</h3>
<p>Von Susanna Valentin.</p>
<p>Für Fredrik läuft gerade nichts so, wie es sollte: Seine Ehe liegt in Scherben, die Teenager-Tochter mag ihn nicht sonderlich, den Job hat er aus zweifelhaften Gründen hingeschmissen und dann ist es nach einer gewaltigen Niederlage auch noch schlecht um die Zukunft seines heiß geliebten Hockeyteams bestellt.</p>
<h3>Treiben lassen</h3>
<p>Ehrgeizig wie er ist, macht Fredrik weder sich noch seiner Umwelt das Leben leicht. Niederlagen kann er grundsätzlich nicht akzeptieren, sind sie auch noch so offensichtlich. Leicht geschlagen gibt er sich jedenfalls in sportlicher Hinsicht nie; in der Arbeitswelt hingegen lässt er sich gerne als Opfer böser Machenschaften feiern. Dies ist auch der Grund dafür, dass er seiner Arbeit als Redakteur nicht mehr nachgeht. Geldnot ist dann auch der überzeugende Aspekt, welchen ihn das Angebot der Ex-Frau annehmen lässt: Sie bezahlt ihn dafür, dass er sich um die jugendliche Tochter kümmert, während sie ihre Karriere in England aufbaut. Angesichts seines eigenen Tiefpunkts gerät Fredrik immer tiefer in die Midlife-Crisis, die Wohnung mit der Tochter zu teilen, macht die Sache nicht einfacher.</p>
<div id="attachment_5037" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-5037" title="allt flyter 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/allt-flyter-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="359" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<h3>Weiterschwimmen!</h3>
<p>Immerhin sieht Fredrik ein: Eine Lösung muss her! So kommt er aus einer angetrunkenen  Polterabend-Idee ein neues Projekt zustande: Synchronschwimmen. Fortan lassen sich Fredrik und seine Freunde unbeholfen auf dem Wasser treiben, kokettieren mit verschiedenen Figuren und machen sich in erster Linie vor allem lächerlich. Durch ihr Durchhaltevermögen und die Unterstützung von Fredriks Tochter nimmt das Ganze nach und nach ernstzunehmende Züge an – und lässt nebenbei die Bindung zwischen Vater und Tochter wieder enger werden.</p>
<h3>Charmant</h3>
<p>Tollpatschige Männer in Frauenschwimmanzügen und Badekappen – allein diese Bilder bringen Zuschauer zum Schmunzeln. Die Geschichte lebt aber nicht allein von überspitzt lustigen Einstellungen, sondern geht auch etwas tiefer. Umgang mit Niederlagen, Neuorientierung und gegenseitige Unterstützung sind ebenso präsent wie all die schrägen Einlagen der Protagonisten. Wer &#8220;Full Monty&#8221; kennt, kommt zwar nicht umhin, gewisse Ähnlichkeiten festzustellen, dennoch gewinnen die Männer im Wasser mit eigenem Charme. Eine Mischung aus sommerlich frischer Komödienproduktion mit etwas Tiefgang lassen den Film von Mans Herngren sehenswert werden.</p>
<p>Wer sich auf lustige Art und Weise mit Midlife-Crisis und Männerfreundschaften beschäftigen will, sollte sich trotz wärmeren Temperaturen ins Kino setzen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 19. August 2010 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: Allt flyter (Schweden 2008)            <br />
 Regie: Mans Herngren<br />
 Darsteller: Andreas Rothlin-Svensson, Jimmy Lindström, Peter Gardiner<br />
 Dauer: 100 Minuten<br />
 CH-Verleih: Filmcoopi</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0Wl2w3HYHkM" target="_blank">Trailer</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Toy Story 3&#8243; von Lee Unkrich</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/26/toy-story-3/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/26/toy-story-3/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 16:31:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fee Anabelle Riebeling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/26/toy-story-3/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/toy-story-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Die Sorge der Fans war gross: Wie würde der letzte Teil der animierten Trilogie wohl aussehen, nachdem Pixar vor vier Jahren vom Disney-Konzern übernommen wurde? Würden Umstrukturierungen und Personalveränderungen sich bemerkbar machen? Gar die Qualität darunter leiden? Das Bangen hat ein Ende, es darf aufgeatmet werden: "Toy Story 3" überzeugt wie seine Vorgänger – und ist dank modernster Animationsverfahren sogar noch ein kleines bisschen besser.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Alle guten Dinge sind drei</h1>
<h2>&#8220;Toy Story 3&#8243; von Lee Unkrich</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4744" title="toy story 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/toy-story-1.jpg" alt="toy story 1" width="550" height="306" /></p>
<h3>Die Sorge der Fans war gross: Wie würde der letzte Teil der animierten Trilogie wohl aussehen, nachdem Pixar vor vier Jahren vom Disney-Konzern übernommen wurde? Würden Umstrukturierungen und Personalveränderungen sich bemerkbar machen? Gar die Qualität darunter leiden? Das Bangen hat ein Ende, es darf aufgeatmet werden: &#8220;Toy Story 3&#8243; überzeugt wie seine Vorgänger – und ist dank modernster Animationsverfahren sogar noch ein kleines bisschen besser.</h3>
<p>Von Fee Anabelle Riebeling</p>
<p>Andy, der kleine Junge aus den Vorgängern, ist den Kinderschuhen entwachsen. Der Teenager geht mittlerweile aufs College, für seine Spielzeugfreunde hat er nun keine Verwendung mehr. Statt auf dem heimischen Dachboden landen die aber aus Versehen in einer Kindertagesstätte. Was der Truppe zunächst wie das ultimative Plastikparadies vorkommt – schliesslich werden sie nach wie vor gebraucht – bereitet ihnen jedoch bald schon Sorgen, denn klebrige Patschhände und andere Spielzeuge machen ihnen das Leben schwer.</p>
<h3>Eine ausweglose Situation?</h3>
<p>Versuchen Woody, Buzz Lightyear, Herr Kartoffelmann &amp; Co. am Tag den gierigen Kinderhänden zu trotzen und ihre Körperteile zusammen zu halten, müssen sie sich nach Feierabend gegen Lotso, den tyrannischen Teddybär, und seine Gefolgsleute zur Wehr setzen. Sunnyside, so der klingende Name des Horts, stellt sich bald als hanebüchener Euphemismus für die dortigen Zustände heraus. Gemeinsam mit neu gewonnen Freunden plant die Truppe die Flucht.</p>
<div id="attachment_4746" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-4746" title="toy story 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/toy-story-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="308" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Wie in den Vorgängern gibt es auch in &#8220;Toy Story 3&#8243; ein Happy End. Doch dies müssen sich die Spielzeughelden hart erkämpfen. Bei allem Spass und Abenteuer ist das Sujet nämlich durchaus ernst: Wer die Zeichen identifiziert, erkennt die eigentliche Aussage des durch und durch kindgerecht erzählten Films: Es geht um Abschied und das Erwachsenwerden, ums Abnabeln und zueinander Stehen, um den Neuanfang.</p>
<h3>Gelungener Einstand, grandioser Abschluss</h3>
<p>Regisseur Lee Unkrich, Co-Regisseur bei Teil 2 der Trilogie und &#8220;Findet Nemo&#8221; balanciert mit Bravour, Herz und Verstand auf dem schmalen Grad zwischen Ernst und Heiterkeit. Dabei lässt er Anspruch und Schwere von &#8220;Toy Story 3&#8243; Andys Alter entsprechend mitwachsen und begegnet so seinem Publikum auf Augenhöhe.</p>
<p>Was für den Tormann die Angst vor dem Elfmeter ist für den Filmfan das Unbehagen bei Ankündigung eines Sequels. Bei &#8220;Toy Story 3&#8243; ist das völlig unbegründet. Denn Regisseur Lee Unkrich ist ein würdiger Abschluss der animierten Trilogie gelungen. Sie überrascht und überzeugt – mit Ideenreichtum, Timing und grandiosen wie tiefgründigen Dialogen. Ein Muss für Fans und Neueinsteiger.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Ab dem 29. Juli 2010 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: Toy Story 3<br />
 Regie: Lee Unkrich<br />
 Stimmen im englischen Original: Tom Hanks, Tim Allen, Joan Cusack <br />
 Stimmen in der deutschen Fassung: Michael &#8220;Bully&#8221; Herbig, Rick Kavanian, Christian Tramitz<br />
 Genre: Drama<br />
 Dauer: 109 Minuten<br />
 CH-Verleih: Disney</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=v_FfHA5whXc" target="_blank">Trailer</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Moon&#8221; von Duncan Jones</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/26/moon/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/26/moon/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 16:29:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kevin McLoughlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Dominique McElligott]]></category>
		<category><![CDATA[Duncan Jones]]></category>
		<category><![CDATA[Kaya Scodelario]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin Spacey]]></category>
		<category><![CDATA[Matt Berry]]></category>
		<category><![CDATA[Moon]]></category>
		<category><![CDATA[Sam Rockwell]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/26/moon/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/moon-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Science-Fiction kann durchaus noch innovativ sein und Leute, die sonst nicht sonderlich viel mit dem Genre anfangen können, packen. Duncan Jones tritt mit seinem Debutfilm den Beweis dazu an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Auf der dunklen Seite des Mondes</h1>
<h2>&#8220;Moon&#8221; von Duncan Jones</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4738" title="moon 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/moon-1.jpg" alt="moon 1" width="550" height="367" /></p>
<h3>Science-Fiction kann durchaus noch innovativ sein und Leute, die sonst nicht sonderlich viel mit dem Genre anfangen können, packen. Duncan Jones tritt mit seinem Debutfilm den Beweis dazu an.</h3>
<p>Von Kevin Mc Loughlin.</p>
<p>In der nahen Zukunft bezieht die Erde ihre Energie mittels Ernten von Gestein auf der dunklen Seite des Mondes. Zu diesem Zweck werden Vertragsarbeiter jeweils für drei Jahre auf eine Station auf dem Mond geschickt, in welcher sie die Erntemaschinen überwachen und die geerntete Energie zur Erde schicken. Die einzige Gesellschaft in dieser Weltraumstation bietet GERTY, ein hochintelligenter Roboter (gesprochen von Kevin Spacey).</p>
<h3>Zweisam einsam im Weltraum</h3>
<p>Sam Bell (Sam Rockwell) steht zwei Wochen vor dem Ende seiner dreijährigen Vertragszeit und freut sich bald zurück auf die Erde und damit zu seiner Frau und der jungen Tochter zu können. Als eine Erntemaschine die Arbeit nicht ordnungsgemäss verrichtet, macht er sich auf, um nach dem Rechten zu sehen. Bei der Maschine verunfallt er jedoch und verliert sein Bewusstsein. Nach einiger Zeit kommt er in der Mondstation wieder zu sich und GERTY erklärt ihm, dass er einen Unfall gehabt habe und sich erst einmal ausruhen müsse. Irgendwas scheint jedoch nicht ganz zu passen und Sam beginnt nach dem Grund für dieses ungute Gefühl zu suchen. Als er, nachdem er GERTY ausgetrickst hat, zu der Unfallstelle gelangt, findet er eine verletzte Person, welche er zurück zur Station bringt. Dort angelangt steht er sich auf einmal selbst gegenüber. Die Suche nach der Ursache beginnt.</p>
<div id="attachment_4739" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-4739" title="moon 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/moon-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="367" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<h3>Starkes Debut</h3>
<p>Duncan Jones ist mit seinem Regiedebut ein dichter und intensiver Science-Fiction Thriller gelungen, der die Zuschauer packt und in seinen Bann zieht. Besonders hervorheben muss man dabei die umwerfende schauspielerische Leistung Sam Rockwells. Seine Verkörperung des durch die Einsamkeit am Rande des Wahnsinns stehenden Sam Bell ist eine wahre parforce Leistung und macht einen grossen Teil der Stärke von &#8220;Moon&#8221; aus. Der Film dürfte durch die innovative Herangehensweise an das Genre auch für Science-Fiction Muffel durchaus sehenswert sein. Nicht umsonst wurde er sowohl am letztjährigen Sundance als auch bei uns in der Schweiz am NIFFF gefeiert. Den hiesigen Kinos würden in Zeiten glitzernder Vampire und achtzigerjahre Remakes mehr solche Filme wirklich gut tun. Für verregnete Juli- und Augusttage sei dieser Film bei einem allfälligen Gang ins Kino wärmsten empfohlen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 22. Juli 2010 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: Moon (England 2009)<br />
 Regie: Duncan Jones<br />
 Darsteller: Sam Rockwell, Kevin Spacey, Dominique McElligott, Kaya Scodelario, Matt Berry<br />
 Dauer: 97 Minuten<br />
 CH-Verleih: Xenix</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=twuScTcDP_Q" target="_blank">Trailer</a><br />
 <a href="http://www.sonyclassics.com/moon/" target="_blank">Offizielle Seite</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>„No one knows about persian cats“ von Bahman Ghobadi</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/04/no-one-knows-about-persian-cats/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/04/no-one-knows-about-persian-cats/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 08:21:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Wottreng</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Ashkan Koshanejad]]></category>
		<category><![CDATA[Bahman Ghobadi]]></category>
		<category><![CDATA[Hamed Behdad]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Kasi az Gorbehaye Irani Khabar Nadareh]]></category>
		<category><![CDATA[Negar Shaghaghi]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/04/no-one-knows-about-persian-cats/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/persian-cats-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Das Spielen westlicher Musik ist im autoritären System des Gottesstaates Iran kein ungefährliches Unterfangen. Unbeeindruckt von staatlicher Repression schnallen sich junge Teheraner trotzdem die Gitarre um und schreien Lieder der Freiheit in die Welt hinaus. Indierock als Ausdruck der Wut und der Hoffnung – Bahman Ghobadi erzählt in dokumentarischer Manier die Geschichte einer iranischen Band, die sich nicht mit den Gesetzen des Mullahregimes abfinden will.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Stimmen der Hoffnung im Untergrund</h1>
<h2>„No one knows about persian cats“ von Bahman Ghobadi</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4091" title="persian cats 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/persian-cats-1.jpg" alt="persian cats 1" width="550" height="366" /></p>
<h3>Das Spielen westlicher Musik ist im autoritären System des Gottesstaates Iran kein ungefährliches Unterfangen. Unbeeindruckt von staatlicher Repression schnallen sich junge Teheraner trotzdem die Gitarre um und schreien Lieder der Freiheit in die Welt hinaus. Indierock als Ausdruck der Wut und der Hoffnung – Bahman Ghobadi erzählt in dokumentarischer Manier die Geschichte einer iranischen Band, die sich nicht mit den Gesetzen des Mullahregimes abfinden will.</h3>
<p>Von Simon Wottreng.</p>
<p>Sängerin Negar und Gitarrist Ashkan sind zwei in Teheran lebende Musiker. Sie komponieren Rocksongs, doch fehlen ihnen Mitmusiker für eine geplante Tour nach Europa. Nach einem Gefängnisaufenthalt wird Ashkan zudem der Pass abgenommen. Von der Musik der beiden beeindruckt, vermittelt Musikproduzent Nader das Duo aber an einen talentierten Hersteller von gefälschten Pässen weiter, welcher diesem die Ausreise ermöglichen soll. Zur Finanzierung des kostspieligen Unternehmens wird ein illegales Abschiedskonzert für Freunde und Bekannte geplant.</p>
<h3>Rebellion im Versteckten</h3>
<p>Auf ihrer Suche nach einem geeigneten Schlagzeuger, einem Bassisten und drei Backgroundsängerinnen – eine Strategie zur Umgehung des Verbots alleiniger Frauenstimmen – steigen Negar und Ashkan in die verschiedensten, zu Bandräumen umfunktionierten Keller der Hauptstadt hinab. Hier proben Bands im Versteckten, da ihnen für ihre Leidenschaft Gefängnis droht. Oft haben sie mit Schwierigkeiten wie Denunziationen durch Nachbarn oder Stromabschaltungen zu kämpfen, doch hält sie  dies nicht davon ab, regelmässig die Verstärker aufzudrehen. Stilistisch variiert die vom Grossteil der Bevölkerung ungehörte Untergrundmusik von Britpop über Hiphop bis zu Electro. Das Kollidieren manch westlich geprägter Stile mit dem Kulturverständnis der iranischen Landsleute nimmt zuweilen humoristische Züge an; in einer grandiosen Szene entrüstet sich ein am Rande Teherans lebender Landwirt über den Lärm der probenden Metalband seines Sohnes: Seit die harten Gitarrenriffe und Double-Bass-Beats durch den Kuhstall dröhnten, gäben die Kühe keine Milch mehr!</p>
<div id="attachment_4092" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-4092" title="persian cats 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/persian-cats-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="323" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Beeindruckend ist die authentische Performance der allesamt real existierenden Bands. Etablierte Musiker wie die Sängerin Rana Farhan oder der Rapper Hichkas spielten ebenso vor der Kamera wie unbekannte Quartierbands. Ghobadis Entscheidung, weitgehend auf Schauspieler zu verzichten und die Musiker sich selbst spielen zu lassen, zahlt sich aus: Das Publikum glaubt dem Regisseur nicht nur dessen Erzählung, sondern erhält darüber hinaus einen Einblick in das reale iranische Musikschaffen, der ihm bis anhin durch die Restriktionen der Zensur  verwehrt blieb.</p>
<h3>Riskante Dreharbeiten</h3>
<p>Dass sich die Dreharbeiten unter solch schwierigen Bedingungen nicht so einfach wie in Westeuropa gestaltet hatten, versteht sich von selbst. Der Verleih von 35mm – Equipment erfordert im Iran eine staatliche Konzession. Mangels letzterer griff Ghobadi auf digitale Technik zurück und filmte ohne Erlaubnis. Als selbst aktiver Musiker lernte der Regisseur die Underground-Band „Take it easy hospital“ im Aufnahmestudio kennen. Von deren Risikobereitschaft beeindruckt, kam ihm die Idee, den Alltag iranischer Rockgruppen zu verfilmen. Und prompt erklärten sich die beiden im Londoner Exil lebenden Köpfe der Band bereit, die Hauptrollen zu übernehmen.</p>
<p>Zwei mal wurde der gebürtige Kurde Ghobadi während der Dreharbeiten verhaftet. Dass der Film trotzdem in unsere Kinos kam, ist nicht zuletzt dem Bekanntheitsgrad zu verdanken, welchen ihm frühere Filme wie „A time for drunken horses“ oder „Turtles can fly“ an internationalen Festivals beschert hatten. Heute dürfte es für Ghobadi aus offensichtlichen Gründen schwierig werden, ein weiteres Projekt im Gottesstaat unbehelligt zu realisieren.</p>
<p>Die iranische Rockszene musiziert hingegen weiterhin unter den Strassen Teherans. Katzen gleich, welche vom System als schmutzig bezeichnet werden und deren Mitführung verboten ist, verstecken sich die dortigen Musiker in Nischen und Ecken, wo sie in ihrer Freiheit nicht belangt werden können. Bahman Ghobadi verkündet ihre Stimme mit „No one knows about persian cats“ in aller Welt. Vermögen Künstlergeist und Musik das religiöse Regime auch nicht mit Verstärkergetöse zum Einsturz bringen -  die Hoffnung stirbt zu letzt.</p>
<p>Seit dem 1. Juli 2010 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: „Kasi az Gorbehaye Irani Khabar Nadareh“ (Iran 2009)<br />
 Regie: Bahman Ghobadi<br />
 Darsteller: Negar Shaghaghi, Ashkan Koshanejad, Hamed Behdad<br />
 Genre: Drama<br />
 Dauer: 106 Minuten<br />
 CH-Verleih: Frenetic</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://trailers.apple.com/trailers/independent/nooneknowsaboutpersiancats/" target="_blank">Trailer Link</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;The Young Victoria&#8221; von Jean-Marc Valée</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/03/the-young-victoria/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/03/the-young-victoria/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 03 Jul 2010 10:45:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Messerli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Emily Blunt]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Marc Valée]]></category>
		<category><![CDATA[Jim Broadbent]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Strong]]></category>
		<category><![CDATA[Miranda Richardson]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Bettany]]></category>
		<category><![CDATA[Rupert Friend]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Kretschmann]]></category>
		<category><![CDATA[Victoria]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/03/the-young-victoria/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/victoria-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>In einer ästhetisch überaus ansehnlichen Produktion versucht "The Young Victoria" dem Kinopublikum ein Stück Epochengeschichte zu vermitteln. In all den erzählerischen Defiziten rund um "wahre Liebe" zwischen der jungen Thronfolgerin Victoria und ihrem Prinzen Albert auf dem Sprungbrett in ein wahrlich königliches Eheleben geht dies jedoch beinahe unter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Verirrt zwischen Palast und Wolke Sieben</h1>
<h2>&#8220;The Young Victoria&#8221; von Jean-Marc Valée</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4068" title="victoria 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/victoria-1.jpg" alt="victoria 1" width="550" height="365" /><br class="spacer_" /></p>
<h3>In einer ästhetisch überaus ansehnlichen Produktion versucht &#8220;The Young Victoria&#8221; dem Kinopublikum ein Stück Epochengeschichte zu vermitteln. In all den erzählerischen Defiziten rund um &#8220;wahre Liebe&#8221; zwischen der jungen Thronfolgerin Victoria und ihrem Prinzen Albert auf dem Sprungbrett in ein wahrlich königliches Eheleben geht dies jedoch beinahe unter.</h3>
<p>Von Tom Messerli.</p>
<p>Der Titel ist Programm, “The Young Victoria” zeigt das frühe Leben der jungen Prinzessin, Thronfolgerin und später Königin, und lässt dabei wenig aus: weder die klassenpolitischen (männlichen) Einflüsse, denen sich die werdende Regentin tagtäglich entgegengesetzt sieht, noch die jugendlichen Fehler, die sie beinahe zum Spielball der Mächtigen werden lassen, noch ihre bewundernswerte – historisch notabene durchaus glaubwürdige – Fähigkeit, sich diesem Machtspiel anzupassen um es schliesslich für bemerkenswerte 63 Jahre des Regierens selber zu beherrschen, fehlen.</p>
<h3>Ein königlicher Genuss</h3>
<p>Emily Blunt besticht dabei als Idealbesetzung der Rolle, ihr zuzusehen ist ein wahrer Genuss. Es gelingt ihr, der nebst Elizabeth I wohl berühmtesten aller englischen Königinnen Elan und gesellschaftliche Durchschlagskraft, gelegentlich und überraschenderweise sogar einen Hauch Sexappeal zu verleihen – allesamt Attribute, die der, in ihrem zugeknöpften Trauergewand späterer Tage oft prüde wirkenden, kollektiv erinnerten älteren Victoria kaum zugeschrieben werden. Gelegentlich etwas an den Rand gedrängt, findet Rupert Friend daneben ziemlich genau die richtige Mischung aus Mauerblümchen und Draufgänger, der lernt, in der zweiten Reihe zu stehen. Blunt und Friend erfassen dabei perfekt die echt wirkende Wohligkeit zweier junger Menschen, die erkennen, dass ihre selbstgewählte gegenseitige Achtung etwas ganz Privates und aussergewöhnlich Eigenes ist, während ihre Schicksale von anderen vorherbestimmt und Entscheidungen seit jeher für sie gemacht worden sind. Die beiden harmonieren in ihren Rollen so gut, dass man sich gelegentlich wünscht, der Filmtitel lautete &#8220;The Young Victoria and Albert in Love&#8221;.</p>
<div id="attachment_4069" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-4069" title="victoria 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/victoria-2.jpg" alt="© Ascot Elite" width="550" height="365" /><p class="wp-caption-text">© Ascot Elite</p></div>
<p>Doch, auch für nichtromantische Spannung wäre fürwahr ausreichend gesorgt. Tatsächlich ist die Partie auf dem Schachbrett der Weltpolitik, mit Victorias erdrückend herrischer Mutter und ihrem hinterhältigen und machthungrigen Berater auf der einen, sowie der königliche Allianz zwischen dem sterbenden König William und Victorias Onkel König Leopold von Belgien auf der anderen Seite, mit Victoria und Albert irgendwo in der Mitte, bisweilen tolles Politdrama zum geniessen.</p>
<h3>Weder Fisch noch Vogel</h3>
<p>Allerdings gerät in ebendiesem Hin- und Her zwischen Liebe und Politik das Unternehmen &#8220;The Young Victoria&#8221; ins wanken. Während die Geschichte nun einerseits darzustellen versucht, wie sich Königin und König in spe in diesem Wirrwarr von manipulativem erwachsenen Getue als Seelenverwandte erkennen und ihre gegenseitige Annäherung sich flux in tief verbundene Freundschaft und schliesslich in ein aufregendes Liebesabenteuer entwickelt (ohne wenigstens ein bisschen beiderseitige Hingabe hat man schliesslich nicht neun Kinder), wird der Fokus gleichzeitig auf all die anderen Figuren gelenkt, die zur Zeit auch noch am Hof ein und ausgingen: Da sind der Streit zwischen König William und Victorias Mutter ein Erzählstrang, ist der Einfluss eines engsten Vertrauten Viktorias, Premierminister Lord Melbourne, Thema, ebenso wie ihr erster grösserer politischer Ausrutscher während der so genannten &#8220;Bedchamber Crisis“ vom Mai 1839, der vorübergehend zu innenpolitischen Unruhen führte.</p>
<h3>Eine Art Teaser für zwei Filme</h3>
<p>Irgendwo in diesem pendeln zwischen Liebesgeschichte und Politdokumentation verliert sich der Film derart, sodass dem Publikum bisweilen nicht mehr klar ist, was der Streifen schlussendlich wirklich will. Am Ende verlässt das Publikum den Kinosaal etwas zerzaust, wobei die einen sich wünschen werden, dass der Filmtitel tatsächlich &#8220;The Young Victoria and Albert in Love&#8221; lauten würde, während die anderen sich enervieren dürften, dass der Film nicht wirklich von &#8220;The Young Victoria&#8221; handelte. Vielleicht wäre es besser gewesen, das etwas merkwürdig anmutende Produktionspaar Martin Scorsese (immerhin Schöpfer von &#8220;Godfellas&#8221;, &#8220;The Aviator&#8221;, &#8220;Gangs of New York&#8221; und &#8220;Departed&#8221;) und Sarah &#8220;Fergie&#8221; Ferguson (immerhin Herzogin von York) zwei Filme drehen zu lassen – einmal Politschmiere, einmal königliche Romanze. Immerhin soviel verrät &#8220;The Young Victoria&#8221;: beides hätte Potential zum Klassefilm.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 17. Juni 2010 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: &#8220;The Young Victoria&#8221; (USA 2009)<br />
 Regie: Jean-Marc Valée <br />
 Darsteller: Emily Blunt, Rupert Friend, Paul Bettany, Miranda Richardson, Jim Broadbent, Thomas Kretschmann, Mark Strong<br />
 Genre: Drama, Liebesfilm<br />
 Dauer: 105 Minuten<br />
 CH-Verleih: Ascot Elite</p>
<p><strong>Im Netz </strong><br />
 <a href="http://trailers.apple.com/trailers/independent/theyoungvictoria/" target="_blank">Trailer</a><br />
 <a href="http://www.theyoungvictoria.co.uk/" target="_blank">Offizielle Seite</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ne te retourne pas&#8221; von Marina de Van</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/06/13/ne-te-retourne-pas/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/06/13/ne-te-retourne-pas/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 20:44:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Wottreng</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Di Stefano]]></category>
		<category><![CDATA[Marina de Van]]></category>
		<category><![CDATA[Monica Bellucci]]></category>
		<category><![CDATA[Ne te retourne pas]]></category>
		<category><![CDATA[Sophie Marceau]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/06/13/ne-te-retourne-pas/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/06/ne-te-retourne-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Die Veränderungen in Jeannes Alltag beginnen langsam: Stand der Küchentisch tatsächlich schon immer waagrecht zur Wand? War die Couch schon immer silberfarben? Doch bald schon wandelt sich auch das Aussehen ihres Mannes, jenes ihrer Kinder, und schliesslich das ihrer selbst. Die Suche nach den Ursachen dieser  erschreckenden Transformationen wird zu einer Suche nach der eigenen Identität.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Identität in der Krise</h1>
<h2>&#8220;Ne te retourne pas&#8221; von Marina de Van</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3998" title="ne te retourne 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/06/ne-te-retourne-1.jpg" alt="ne te retourne 1" width="550" height="400" /></p>
<h3>Die Veränderungen in Jeannes Alltag beginnen langsam: Stand der Küchentisch tatsächlich schon immer waagrecht zur Wand? War die Couch schon immer silberfarben? Doch bald schon wandelt sich auch das Aussehen ihres Mannes, jenes ihrer Kinder, und schliesslich das ihrer selbst. Die Suche nach den Ursachen dieser  erschreckenden Transformationen wird zu einer Suche nach der eigenen Identität.</h3>
<p>Von Simon Wottreng.</p>
<p>Jeanne ist daran, ihren ersten Roman über die eigene Kindheit zu schreiben. Dieses Projekt hat für sie deshalb eine spezielle Bedeutung, weil sie sich aus unerfindlichen Gründen an nichts vor ihrem achten Geburtstag Geschehene erinnern kann. Während sie sich krampfhaft die Vergangenheit vor Augen zu führen sucht,  geschehen seltsame Dinge, und nicht nur die Welt um sie herum scheint sich zu verändern, sondern auch sie selbst. Der Horror geht aber über die Verabschiedung der Verlässlichkeit unserer Sinne hinaus. Wenn Jeanne in den Spiegel schaut und ein fremdes Gesicht erblickt, so kommt auch dem Zuschauer der Graus ob der Vorstellung, nicht mehr zu wissen, wer man ist. Die letzte Rückzugsmöglichkeit, das Wissen um die eigene Identität, gerät ins Wanken. In &#8220;Ne te retourne pas&#8221; hindert uns die konsequent subjektive Erzählung aus Jeannes Perspektive daran, die Protagonistin als verrückt zu erklären, und erteilt jeder Objektivität eine Absage.</p>
<h3>Spiegelbilder</h3>
<p>Möglich ist diese Identifikation nur dank der starken schauspielerischen Leistung der beiden Filmdiven Sophie Marceau und Monica Belluci. Gerade aufgrund ihrer unterschiedlichen Spielweisen ist die Vereinigung zweier Identitäten in einem Körper – in einigen Szenen mittels Morphingtechnologie sogar bildlich dargestellt – besonders faszinierend und schockierend zugleich. Zu schockieren ist aber gar nicht das zentrale Anliegen der Regisseurin Marina de Van; vielmehr will sie die Mehrschichtigkeit von Identität visuell aufzeigen. Wir alle konstruieren unser Ich laufend neu, und dies erfordert manchmal nicht nur eine Abgrenzung von Anderem, sondern auch den Bruch mit bestimmten Teilen unserer Vergangenheit. Das Reizvolle an der Kinematografie ist nun, dass sie Inneres zu veräussern mag: Was in Jeanne vorgeht, steht ihr im wahrsten Sinne des Wortes ins Gesicht geschrieben.</p>
<h3>Körper und Geist</h3>
<p>Ihren ersten Erfolg als Regisseurin feierte de Van 2002 mit „Dans ma peau“, einem Film über Selbstzerstümmelung. Auch hier ging es um das Verhältnis von Geist und Körper, doch war es dies ein gewaltsames. In „Ne te retourne pas“ befasst sich de Van mit den psychologischen Konsequenzen der Unterdrückung von Vergangenem. Weshalb gelingt ihr das nur ein ansatzweise?</p>
<div id="attachment_3999" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-3999" title="ne te retourne 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/06/ne-te-retourne-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="309" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Einen guten Psychothriller machen drei Dinge aus: Ein Ereignis des Schreckens, eine überraschende Auflösung des Mysteriums und eine Analogie zu lebensweltlichen Problematiken. Ein solcher Anschlusspunkt lässt uns die fiktive Handlung – wenn auch manchmal unbewusst – in einer Weise unter die Haut gehen, wie es manch ein Horrorfilm trotz expliziter Bildsprache nicht zu tun vermag. &#8220;Ne te retourne pas&#8221; ist in dieser Hinsicht ein ambitiöses Unternehmen, doch scheitert der Film an seiner wenig packenden Auflösung und an seiner Länge. Ab einem gewissen Zeitpunkt hat auch der unaufmerksamste Zuschauer begriffen, wo Jeannes Problem liegt; die kontemplative Wiederholung identitätenverschränkender Horrormomente trägt weder zur Spannung der Erzählung bei, noch bereitet sie auf die mässig befriedigende Lösung des Rätsels vor.</p>
<p>Letzten Endes vermag 2Ne te retourne pas&#8221; nicht die Versprechen einzulösen, welche er uns während der ersten Viertelstunde macht. Schade, wären doch von der Story, über die Besetzung bis zur schönen Lichtführung alle Voraussetzungen für ein spannendes Psychodrama gegeben gewesen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 17. Juni 2010 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: &#8220;Ne te retourne pas&#8221; (Frankreich 2009)<br />
 Regie: Marina de Van<br />
 Darsteller: Sophie Marceau, Monica Bellucci, Andrea Di Stefano<br />
 Genre: Psychodrama<br />
 Dauer: 111 Minuten<br />
 CH-Verleih: Frenetic</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Zb8-qrp2w98" target="_blank">Trailer</a><br />
 <a href="http://www.neteretournepas.com/" target="_blank">Offizielle Seite</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>&#8220;The Crazies&#8221; von Breck Eisner</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/05/28/the-crazies/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/05/28/the-crazies/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 May 2010 15:17:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Leinwand]]></category>
		<category><![CDATA[28 Days Later]]></category>
		<category><![CDATA[Breck Eisner]]></category>
		<category><![CDATA[Danielle Panabaker]]></category>
		<category><![CDATA[Dawn of he Dead]]></category>
		<category><![CDATA[George A. Romero]]></category>
		<category><![CDATA[Joe Anderson]]></category>
		<category><![CDATA[Radha Mitchell]]></category>
		<category><![CDATA[The Crazies]]></category>
		<category><![CDATA[Timothy Olyphant]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/05/28/the-crazies/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/05/crazies-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Die Zutaten: Ein Remake. Nichts Neues. Ein Remake eines Horrorfilms. Auch nichts Neues. Ein Remake eines Films, der urplötzlich als Klassiker hochstilisiert wird. Hatten wir schon. Ein Remake eines George A. Romero-Films. Überhaupt nicht neu. Alles beim Alten also in Breck Eisners „The Crazies“?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Zum Verrückt werden</h1>
<h2>&#8220;The Crazies&#8221; von Breck Eisner</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3885" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/05/crazies-1.jpg" alt="crazies 1" width="550" height="366" /><br class="spacer_" /></p>
<h3>Die Zutaten: Ein Remake. Nichts Neues. Ein Remake eines Horrorfilms. Auch nichts Neues. Ein Remake eines Films, der urplötzlich als Klassiker hochstilisiert wird. Hatten wir schon. Ein Remake eines George A. Romero-Films. Überhaupt nicht neu. Alles beim Alten also in Breck Eisners „The Crazies“?</h3>
<p>Von Alexander Sigrist.</p>
<p>Ogden Marsh ist eine typische Kleinstadt im mittleren Westen der USA: man ist freundlich, nett, jeder kennt jeden, Hase und Fuchs sagen einander noch gute Nacht. Bis mit einem Mal das Leben aus den Fugen gerät: Als plötzlich der Ex-Säufer Rory Hamill mit einer Schrottflinte über das heimische Baseball-Feld läuft, eskaliert die Sache so weit, dass Sheriff David Dutten ihn erschiessen muss. Doch da fängt der Spass erst an: mehr und mehr Dorfbewohner drehen durch und wie wenn das noch nicht genug wäre, taucht auch noch das Militär auf und mischt die Verrückten ordentlich mit Maschinengewehren auf.</p>
<p>Kennen Sie George A. Romero &#8220;The Crazies&#8221; aus dem Jahre 1973? Nein? Nicht schlimm, es dürfte den meisten so gehen. Romeros Horrorfilmchen um eine durchdrehende Kleinstadt wird zwar nun grossmundig als Klassiker bezeichnet, vor dem Remake, das jetzt in die hiesigen Kinos kommt, kannte den Film jedoch keiner. Kein Wunder, Romeros Film hat zwar gute Ansätze, ist aber meilenweit davon entfernt sich im kollektiven Gedächtnis der Horrorgemeinde einzunisten. Das mag einer der Gründe sein, warum Eisners Remake mit dem gleichen Namen so gar keinen Hype entwickeln kann. Das Original ist unbekannt, die Story erinnert irgendwie an einen x-beliebigen Zombiestreifen und überhaupt hat man so langsam von den ganzen Remakes die Nase voll.</p>
<div id="attachment_3886" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-3886" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/05/crazies-2.jpg" alt="© Ascot Elite" width="550" height="366" /><p class="wp-caption-text">© Ascot Elite</p></div>
<p>Den Film jedoch aus diesen Gründen in die Tonne zu kloppen, würde ihm einfach nicht gerecht werden – denn, und so unglaublich das auch klingen mag, Eisners &#8220;The Crazies&#8221; ist richtig gut geworden. Und das muss man vor allem Eisners Regietalent zuschreiben: der Film ist klasse gemacht, besticht mit tollen Bildern, einem guten Gefühl für Tempo und einer einwandfreien Inszenierung. Ja, was das Schönste daran ist: Eisner gibt sich alle Mühe, nicht einfach einen Action-Film aus seinem Stoff zu machen, sondern lässt den Schauspielern ihren Raum, um sich zu entfalten und ihre Charaktere auszuloten – seit gefühlten tausend Jahren sieht man endlich wieder mal ordentliche Schauspielleistungen in einem Horrorfilm.</p>
<h3>Auf Diät</h3>
<p>Was &#8220;The Crazies&#8221; auch zu Gute kommt, ist, dass die Story kein Gramm Fett zuviel aufweist: ständig wird sie vorangetrieben, ständig passiert was, ständig ist der Film spannend. Hier werden nicht wie im &#8220;Dawn of he Dead&#8221;-Remake spektakuläre Actionszenen von langweiligen Dialogen unterbrochen, nein, es erscheint alles aus einem Guss: kurze Actionszenen gehen in Splatter über, ruhige Szenen bremsen den Film nie aus und von pflichtschuldigem Auflockerungsszequenzen hält der Film überhaupt nichts. Man möchte Eisners Film gar klassisch nennen, spätestens wenn in der zweiten Hälfte der Horror gar noch psychologisch wird und die Überlebenden sich ständig fragen müssen, wer nun verrückt ist und wer nicht. In solchen Momenten ist in &#8220;The Crazies&#8221; wirklich alles beim Alten &#8211; bei jenem Alten nämlich, als Horrorfilme noch gut und sogar ein wenig gescheit waren.</p>
<p>Das klingt alles super und ist es auch – dennoch hat Eisners &#8220;The Crazies&#8221; nicht ganz das Zeug zu einem Klassiker. Einerseits ist die Story zwar spannend, anderseits vermag sie nicht alle Klischees des Genre zu umgehen. Und von einer inszenatorischen Brutalität und Dreckigkeit eines &#8220;28 Days Later&#8221; ist &#8220;The Crazies&#8221; doch noch einige Zombie-Bisse weit entfernt. Trotzdem: im direkten Vergleich zum Funsplatter-Remake &#8220;Dawn of he Dead&#8221; ist &#8220;The Crazies&#8221; ganz klar der bessere Film. Breck Eisner legt einen atmosphärisch dichten Film vor, der klassisch inszeniert ist, dann und wann mitreisst, Angst macht und immer gut unterhält. Kein Klassiker, aber ein Wohlfühl-Paket für alle Genre-Fans. Und wer weiss, vielleicht legt Eisner ja bald schon einen richtigen Neo-Klassiker vor -  es bleibt nämlich auf jeden Fall zu hoffen, dass &#8220;The Crazies&#8221; nicht sein letzter Horrorfilm war.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 27. Mai 2010 im Kino.</p>
<p>Originaltitel: The Crazies (USA, Vereinige Arabische Emirate 2010)            <br />
 Regie: Breck Eisner<br />
 Darsteller: Timothy Olyphant, Radha Mitchell, Joe Anderson, Danielle Panabaker<br />
 Genre: Horror<br />
 Dauer: 101 Minuten<br />
 CH-Verleih: Ascot Elite</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://trailers.apple.com/trailers/independent/thecrazies/" target="_blank">Trailer</a><br />
 <a href="http://www.thecrazies-movie.com/" target="_blank">Offizielle Seite</a></p>
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