“Remember me” von Allen Coulter

Die junge Männerwelt dürfte stöhnen und sich ihren Teil denken, wenn sie das Filmplakat von “Remember me” sieht; Robert Pattison, die Sexphantasie jeder zweiten Frau unter fünfundzwanzig, lächelt glücklich in schwarzweiss, von einer blonden Schönheit zärtlich liebkost. “Noch so eine bittersüsse Romanze für Frauen, denen wir nicht genügen”, mögen sie denken. Sie irren.

“Precious“ von Lee Daniels

Das Leben ist hart und schmerzvoll. Erst recht, wenn man eine minderjährige, dunkelhäutige, dicke Analphabetin aus Harlem ist. Lee Daniels möchte uns in seiner zweiten Regiearbeit mitteilen, wie besonderes und edel jeder einzelne Mensch ist und dass das Leben trotz unsäglichen Bürden und Schicksalsschlägen es wert ist, gelebt zu werden. Und das tut er in solider Hollywood-Manier.

“Alice in Wonderland” von Tim Burton

Grosse, wagemutige Fantasien in 3D sind der letzte Schrei – und wen lässt man besser schreien als diesen einmaligen Visionären, Tim Burton, wenn es darum geht, die Welt von Lewis Carrolls Meisterwerken erneut auf die Leinwand zu bringen? Versuch einer Antwort.

“A Single Man” von Tom Ford

Dem Star-Modedesigner Tom Ford ist mit „A Single Man“, einer Adaption des gleichnamigen Romans von Christopher Isherwood über einen in den USA lebenden britischen Literaturprofessor, welcher den Unfalltod seines langjährigen Partners nicht verkraften kann, ein dialoglastiger, im besten Sinne altmodischer Debütfilm gelungen.

“The Book of Eli“ von Albert & Allen Hughes

Das Kinopublikum wünscht in erster Linie, und das ist absolut legitim, gut inszeniertes Spektakel, wobei das Popcorn nicht im Hals stecken bleibt. Wenn dabei noch, quasi als Kollateral-Schaden, eine Botschaft aus dem Kinosaal mitgenommen werden kann – umso besser. Im neuen Film der Gebrüder Hughes hingegen dient die Kunstform Film in erster Linie als Träger für ein frommes christliches Sendungsbewusstsein. Und das ist sehr fragwürdig.

“Verdammnis” von Daniel Alfredson

Keine vier Monate ist es her, dass der erste Teil von Stieg Larssons grossartiger Millenium-Trilogie zum letzten Mal über die nationalen Kinoleinwände geflimmert ist und schon steht mit „Verdammnis“ die Fortsetzung in den Startlöchern. Es geht um staatliche Korruption, Zwangsprostitution, Morde und die dunkle Vergangenheit der Computerhackerin Lisbet Salander (Noomi Rapace). Zogen sie und Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) im Vorgänger noch an einem Strang, gehen sie nun getrennte Wege – die natürlich am Ende zusammenführen. Der zweite Teil reduziert die komplexe Vorlage, setzt Vorwissen voraus und lässt besonders Neueinsteiger all zu oft im Regen stehen.

“Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen” von Phil Lord und Christopher Miller

Nun hat es Sony Picture Animation auch endlich geschafft, mit einem Animationsfilm einen Erfolg zu landen – jedenfalls in den USA. Doch ob er wirklich zu Animationsfilmen von Pixar oder Dreamworks aufschliessen kann, ist fraglich. Vermutlich sind wir als Publikum unterdessen viel zu verwöhnt. Doch was bietet der Film abgesehen von einem unmöglich langen Titel?

“A Serious Man” von Joel & Ethan Coen

Einem Mann gerät das Leben aus den Fugen, alles wendet sich für ihn zum schlechten und das Publikum amüsiert sich prächtigst. Für ihr neuestes Werk bedienen sich die Gebrüder Coen der Erinnerung an ihre Kindheit in einer vorwiegend jüdischen Gemeinde in den 1960ern. Der Film bekommt dadurch einen sehr persönlichen Touch, ist aber trotzdem bitterböse.

“The Box” von Richard Kelly

Der Richard Kelly wieder. Ja, der Regisseur, der mit “Donnie Darko” einen Insider-Hit gelandet hat, einen Mysterie-Film halt, der durch seine düstere Atmosphäre und eine spannende Story zu überzeugen wusste. Und ja, der Regisseur, der mit dem kaum zugänglichen, überfrachteten “Southland Tales” in Cannes ausgebuht wurde. Ja, dieser Regisseur meldet sich mit seinem dritten Film zurück und orientiert sich grösstenteils wieder an seinem Erstling – trotzdem ist “The Box” nur ein halbgares Vergnügen.

“Whatever Works” von Woody Allen

Woody Allen kehrt mit seinem neuesten Werk nach New York zurück. Auch wenn in diesem Film Scarlett Johansen nicht mitspielt, so unterscheidet der Film nicht allzu sehr von seinen letzten Filmen (Match Point, Vicky Christina Barcelona). Ob das nun gut und schlecht ist, hängt ganz vom Zuschauer ab.

“Looking for Eric” von Ken Loach

Ein englischer Postbote mittleren Alters steht vor dem Scherbenhaufen, der einst sein Leben war und weiss nicht weiter. Geplagt von zwei jugendlichen Stiefsöhnen und immer wiederkehrenden Panikattacken scheint ihm mehr und mehr alles über den Kopf zu wachsen – bis er Hilfe von unerwarteter Seite erhält.

“2012″ von Roland Emmerich

Der nächste Termin für den Weltuntergang steht bereits fest: im Jahre 2012 läuft der Kalender der Maya aus (so behaupten manche auf jeden Fall) und da der Kalender schon mehrere Male richtig gelegen hat (auch das sagen einige), darf man wohl annehmen, dass das Ende der Welt vor der Türe steht. Bevor alle Kinos wegen dem Grossereignis zumachen, bringt Roland Emmerich, der deutsche Zerstörer, wie er gerne von der amerikanischen Presse genannt wird, noch schnell sein neustes Magnum Opus ins Kino.

“Capitalism: A Love Story” von Michael Moore

Es ist die wohl gelungenste und radikalste Provokation, welche das amerikanische Kino seit Jahren gesehen hat. Ein Film mit dem Titel “Capitalism: A Love Story” lässt während dem Anspann die englische Version der “Internationalen” erklingen, die einen dazu auffordert, dem blutenden, röchelnden Tier Kapitalismus, welches Michael Moore soeben tödlich verwundet hat, das Genick durchzutreten, um sicher zu sein, dass es wirklich tot ist.

“Dancing With The Storms” von O’Neil Bürgi

Der Thurgauer Filmemacher O’Neil Bürgi hat Schweizer Sturmjäger auf ihren wilden Roadtrips quer durch die Schweiz und Norditalien begleitet. Sein kurzweiliger Dokumentarfilm will nicht mit reisserischen Aufnahmen den Atem rauben, sondern Motive und Leidenschaft der Sturmjäger differenziert beleuchten.

“Cargo” von Ivan Engler und Ralph Etter

Manchmal braucht man nur eine kühne Vision und ein Quäntchen Mut, um etwas zu schaffen, wovon keiner gedacht hätte, dass es möglich ist. Beides, plus eine gehörige Portion Geduld und Durchhaltevermögen, hatten die Schweizer Ivan Engler und Ralph Etter wohl im Überfluss – über zehn Jahre lang haben die beiden am ersten richtigen schweizerischen Science-Fiction-Film gearbeitet, wurden oft ausgelacht und als Spinner abgeschrieben. Das fertige Werk jedoch rechtfertigt die weitgesteckten Ziele.

“Oben” von Pete Docter

Wenn für die meisten der ruhige Teil des Lebens beginnt, beginnt bei dem 78-jährigen Carl das Abenteuer erst recht. Nach dem Tod seiner Frau Ellie macht er sich auf, ihren gemeinsamen Lebenstraum zu erfüllen. Auf ziemlich unübliche Art und Weise.

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