“Nowhere Boy” von Sam Taylor-Wood

Pünktlich zu John Lennons 70. Geburtstag kommt ein Film in die Kinos, der dem Werdegang des Idols vor seiner Zeit als Weltstar auf den Grund zu gehen versucht. Mit ihrem Debut “Nowhere Boy” erzählt Sam Taylor-Wood auf herzerwärmende Art und Weise aus Lennons Jugend, von seinem Weg zur Musik und von der Entstehung der Beatles.

„Na putu“ von Jasmila Zbanic

Wie viel Veränderung der Persönlichkeit hält eine Beziehung aus? Dieser Frage geht Jasmila Zbanic im Film „Na putu – Zwischen uns das Paradies“ auf den Grund. Ihrem grandiosen Debutwerk „Grbavica – Esmas Geheimnis“ folgt damit eine ähnlich einfühlsame Studie menschlicher Gefühle und Überzeugungen, wenn auch die Geschichte eines jungen muslimischen Paars im Clinch zwischen westlichem Lebensstil und muslimischer Tradition allzu oft von Klischees Gebrauch macht und trotz gekonnter Inszenierung nicht an das Erstlingswerk herankommt.

“Ajami” von Scandar Copti & Yaron Shani

Ein Film, bei dessen Dreh die Schauspieler das Drehbuch nicht gekannt haben. Ein Film, bei dem die Schauspieler eigentlich auch gar keine Schauspieler waren. Ein Film, bei dem die Wahrheit relativ ist, weil es immer noch eine zweite Kamera gab. Das ist “Ajami”.

“Grown Ups” von Dennis Dougan

Passend auf den Sommer kommt mit “Grown Ups” eine klassische amerikanische Familienkomödie in die hiesigen Kinos. Trotz fehlender Innovation und einem altbekannten Erzählmuster bietet der Film Unterhaltung für verregnete Augustnachmittage.

“Yo, También” von Álvaro Pastor und Antonio Naharro

Mit einem ungewöhnlichen Liebespaar fordern Álvaro Pastor und Antonio Naharro unsere Vorstellungen von Normalität heraus. “Yo, También” hinterlässt die Zuschauer hin- und hergerissen zwischen der Bewunderung für das schauspielerische Talent der Protagonisten, der Zustimmung zum Anliegen der Beteiligten und dem Verdacht, dass eine wichtige Frage unbeantwortet bleibt.

“Männer im Wasser” von Måns Herngren

Synchronschwimmen? Ein Sport? – Und ob! Das merken Fredrik und Co. bald, nachdem sie beschlossen haben, sich die Disziplin zu eigen zu machen. Obwohl sich Ähnlichkeiten mit “Full Monty” nicht bestreiten lassen, unterhält “Männer im Wasser” doch mit eigenem Charme.

“Toy Story 3″ von Lee Unkrich

Die Sorge der Fans war gross: Wie würde der letzte Teil der animierten Trilogie wohl aussehen, nachdem Pixar vor vier Jahren vom Disney-Konzern übernommen wurde? Würden Umstrukturierungen und Personalveränderungen sich bemerkbar machen? Gar die Qualität darunter leiden? Das Bangen hat ein Ende, es darf aufgeatmet werden: “Toy Story 3″ überzeugt wie seine Vorgänger – und ist dank modernster Animationsverfahren sogar noch ein kleines bisschen besser.

“Moon” von Duncan Jones

Science-Fiction kann durchaus noch innovativ sein und Leute, die sonst nicht sonderlich viel mit dem Genre anfangen können, packen. Duncan Jones tritt mit seinem Debutfilm den Beweis dazu an.

„No one knows about persian cats“ von Bahman Ghobadi

Das Spielen westlicher Musik ist im autoritären System des Gottesstaates Iran kein ungefährliches Unterfangen. Unbeeindruckt von staatlicher Repression schnallen sich junge Teheraner trotzdem die Gitarre um und schreien Lieder der Freiheit in die Welt hinaus. Indierock als Ausdruck der Wut und der Hoffnung – Bahman Ghobadi erzählt in dokumentarischer Manier die Geschichte einer iranischen Band, die sich nicht mit den Gesetzen des Mullahregimes abfinden will.

“The Young Victoria” von Jean-Marc Valée

In einer ästhetisch überaus ansehnlichen Produktion versucht “The Young Victoria” dem Kinopublikum ein Stück Epochengeschichte zu vermitteln. In all den erzählerischen Defiziten rund um “wahre Liebe” zwischen der jungen Thronfolgerin Victoria und ihrem Prinzen Albert auf dem Sprungbrett in ein wahrlich königliches Eheleben geht dies jedoch beinahe unter.

“Ne te retourne pas” von Marina de Van

Die Veränderungen in Jeannes Alltag beginnen langsam: Stand der Küchentisch tatsächlich schon immer waagrecht zur Wand? War die Couch schon immer silberfarben? Doch bald schon wandelt sich auch das Aussehen ihres Mannes, jenes ihrer Kinder, und schliesslich das ihrer selbst. Die Suche nach den Ursachen dieser erschreckenden Transformationen wird zu einer Suche nach der eigenen Identität.

“The Crazies” von Breck Eisner

Die Zutaten: Ein Remake. Nichts Neues. Ein Remake eines Horrorfilms. Auch nichts Neues. Ein Remake eines Films, der urplötzlich als Klassiker hochstilisiert wird. Hatten wir schon. Ein Remake eines George A. Romero-Films. Überhaupt nicht neu. Alles beim Alten also in Breck Eisners „The Crazies“?

„Bad Lieutenant“ von Werner Herzog

Im New Orleans nach Katrina kämpft ein Cop gegen Verbrechen und seinen eigenen Absturz. Werner Herzog schafft es mit seiner sehr dichten Erzählung und der Figur von Terrence McDonagh Fragen nach moralischen Grenzen aufzuwerfen. Das Problem ist nicht, dass der Protagonist unmoralisch handelt, sondern dass er damit durchkommt.

Prince of Persia: The Sands of Time

„Prince of Persia: The Sands of Time“ ist ein ordentlicher, ambitionsloser Blockbuster, in dem ein Gassenjunge sich zum Retter der Welt aufschwingt. Das ist weder im Guten noch im Schlechten sonderlich der Rede wert. Gute Geschichten bietet er dennoch – man muss bloss etwas tiefer blicken.

“Chloe” von Atom Egoyan

Atom Egoyan ist vielen spätestens seit “Das süße Jenseits” (The Sweet Hereafter) ein Begriff. Nun legt er mit “Chloe” sein neustes Werk vor, von dem er selbst behauptet, es sei sein erster Hollywood-Film. Kann das gut kommen? Kann es, wenn auch mit einigen Abstrichen.

“Coco Chanel & Igor Stravinsky” von Jan Kounen

Die Liebesgeschichte zwischen einer Frau, die ein Modeimperium erschafft, und einem Pianisten, der ein Orchesterwerk von revolutionärem Charakter komponiert. Regisseur Jan Kounen inszeniert auf gekonnte, wenn auch etwas langatmige Weise ein Stück Kunstgeschichte, ohne dabei – was angesichts der Modethematik eine naheliegende Gefahr darstellt – in die Gefilde des Kostümepos zu verfallen.

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