“The Crazies” von Breck Eisner

Die Zutaten: Ein Remake. Nichts Neues. Ein Remake eines Horrorfilms. Auch nichts Neues. Ein Remake eines Films, der urplötzlich als Klassiker hochstilisiert wird. Hatten wir schon. Ein Remake eines George A. Romero-Films. Überhaupt nicht neu. Alles beim Alten also in Breck Eisners „The Crazies“?

„Bad Lieutenant“ von Werner Herzog

Im New Orleans nach Katrina kämpft ein Cop gegen Verbrechen und seinen eigenen Absturz. Werner Herzog schafft es mit seiner sehr dichten Erzählung und der Figur von Terrence McDonagh Fragen nach moralischen Grenzen aufzuwerfen. Das Problem ist nicht, dass der Protagonist unmoralisch handelt, sondern dass er damit durchkommt.

Prince of Persia: The Sands of Time

„Prince of Persia: The Sands of Time“ ist ein ordentlicher, ambitionsloser Blockbuster, in dem ein Gassenjunge sich zum Retter der Welt aufschwingt. Das ist weder im Guten noch im Schlechten sonderlich der Rede wert. Gute Geschichten bietet er dennoch – man muss bloss etwas tiefer blicken.

“Chloe” von Atom Egoyan

Atom Egoyan ist vielen spätestens seit “Das süße Jenseits” (The Sweet Hereafter) ein Begriff. Nun legt er mit “Chloe” sein neustes Werk vor, von dem er selbst behauptet, es sei sein erster Hollywood-Film. Kann das gut kommen? Kann es, wenn auch mit einigen Abstrichen.

“Coco Chanel & Igor Stravinsky” von Jan Kounen

Die Liebesgeschichte zwischen einer Frau, die ein Modeimperium erschafft, und einem Pianisten, der ein Orchesterwerk von revolutionärem Charakter komponiert. Regisseur Jan Kounen inszeniert auf gekonnte, wenn auch etwas langatmige Weise ein Stück Kunstgeschichte, ohne dabei – was angesichts der Modethematik eine naheliegende Gefahr darstellt – in die Gefilde des Kostümepos zu verfallen.

“Brooklyn’s Finest” von Antoine Fuqua

Mit “Brooklyn’s Finest” kommt ein Polizeithriller in unsere Kinos, dessen Staraufgebot aufhorchen lässt. Ganz im Sinne des Sprichwortes “zu viele Köche verderben den Brei” bleiben solche Filme oft hinter den Erwartungen zurück. Antoine Fuquas Thriller kann dieser Crux entfliehen. Teilweise.

“Brothers” von Jim Sheridan

Die Kriege in Afghanistan und im Irak haben dem Antikriegsfilm eine neue Form gegeben. Ins Zentrum des Interesses gerückt ist jener Teil des Krieges, den die Soldaten mit nach Hause nehmen: mancher, der den Krieg überlebt, kommt trotzdem als Toter zurück. Die dänische Regisseurin Susanne Bier thematisierte dies bereits 2004 in ihrem Familiendrama “Brødre”, welches nun von Jim Sheridan fürs US-Kino adaptiert wurde.

“Remember me” von Allen Coulter

Die junge Männerwelt dürfte stöhnen und sich ihren Teil denken, wenn sie das Filmplakat von “Remember me” sieht; Robert Pattison, die Sexphantasie jeder zweiten Frau unter fünfundzwanzig, lächelt glücklich in schwarzweiss, von einer blonden Schönheit zärtlich liebkost. “Noch so eine bittersüsse Romanze für Frauen, denen wir nicht genügen”, mögen sie denken. Sie irren.

“Precious“ von Lee Daniels

Das Leben ist hart und schmerzvoll. Erst recht, wenn man eine minderjährige, dunkelhäutige und dicke Analphabetin aus Harlem ist. Lee Daniels möchte uns in seiner zweiten Regiearbeit mitteilen, wie besonderes und edel jeder einzelne Mensch ist. Und das tut er in solider Hollywood-Manier.

“Alice in Wonderland” von Tim Burton

Grosse, wagemutige Fantasien in 3D sind der letzte Schrei – und wen lässt man besser schreien als diesen einmaligen Visionären, Tim Burton, wenn es darum geht, die Welt von Lewis Carrolls Meisterwerken erneut auf die Leinwand zu bringen? Versuch einer Antwort.

“A Single Man” von Tom Ford

Dem Star-Modedesigner Tom Ford ist mit „A Single Man“, einer Adaption des gleichnamigen Romans von Christopher Isherwood über einen in den USA lebenden britischen Literaturprofessor, welcher den Unfalltod seines langjährigen Partners nicht verkraften kann, ein dialoglastiger, im besten Sinne altmodischer Debütfilm gelungen.

“The Book of Eli“ von Albert & Allen Hughes

Das Kinopublikum wünscht in erster Linie, und das ist absolut legitim, gut inszeniertes Spektakel, wobei das Popcorn nicht im Hals stecken bleibt. Wenn dabei noch, quasi als Kollateral-Schaden, eine Botschaft aus dem Kinosaal mitgenommen werden kann – umso besser. Im neuen Film der Gebrüder Hughes hingegen dient die Kunstform Film in erster Linie als Trägerin eines frommen christlichen Sendungsbewusstseins. Und das ist äusserst fragwürdig.

“Verdammnis” von Daniel Alfredson

Keine vier Monate ist es her, dass der erste Teil von Stieg Larssons grossartiger Millenium-Trilogie zum letzten Mal über die nationalen Kinoleinwände geflimmert ist und schon steht mit „Verdammnis“ die Fortsetzung in den Startlöchern. Es geht um staatliche Korruption, Zwangsprostitution, Morde und die dunkle Vergangenheit der Computerhackerin Lisbet Salander (Noomi Rapace). Zogen sie und Enthüllungsjournalist Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) im Vorgänger noch an einem Strang, gehen sie nun getrennte Wege – die natürlich am Ende zusammenführen. Der zweite Teil reduziert die komplexe Vorlage, setzt Vorwissen voraus und lässt besonders Neueinsteiger all zu oft im Regen stehen.

“Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen” von Phil Lord und Christopher Miller

Nun hat es Sony Picture Animation auch endlich geschafft, mit einem Animationsfilm einen Erfolg zu landen – jedenfalls in den USA. Doch ob er wirklich zu Animationsfilmen von Pixar oder Dreamworks aufschliessen kann, ist fraglich. Vermutlich sind wir als Publikum unterdessen viel zu verwöhnt. Doch was bietet der Film abgesehen von einem unmöglich langen Titel?

“A Serious Man” von Joel & Ethan Coen

Einem Mann gerät das Leben aus den Fugen, alles wendet sich für ihn zum schlechten und das Publikum amüsiert sich prächtigst. Für ihr neuestes Werk bedienen sich die Gebrüder Coen der Erinnerung an ihre Kindheit in einer vorwiegend jüdischen Gemeinde in den 1960ern. Der Film bekommt dadurch einen sehr persönlichen Touch, ist aber trotzdem bitterböse.

“The Box” von Richard Kelly

Der Richard Kelly wieder. Ja, der Regisseur, der mit “Donnie Darko” einen Insider-Hit gelandet hat, einen Mysterie-Film halt, der durch seine düstere Atmosphäre und eine spannende Story zu überzeugen wusste. Und ja, der Regisseur, der mit dem kaum zugänglichen, überfrachteten “Southland Tales” in Cannes ausgebuht wurde. Ja, dieser Regisseur meldet sich mit seinem dritten Film zurück und orientiert sich grösstenteils wieder an seinem Erstling – trotzdem ist “The Box” nur ein halbgares Vergnügen.

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