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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Klassiker</title>
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		<title>&#8220;Piñero&#8221; von Leon Ichaso</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/06/09/pinero/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Jun 2011 06:39:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moritz Schuler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Benjamin Bratt]]></category>
		<category><![CDATA[Giancarlo Esposito]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Wright]]></category>
		<category><![CDATA[Nelson Velasquez]]></category>
		<category><![CDATA[Talisa Soto]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/06/09/pinero/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/06/piñero-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Das unkonventionelle Biopic von Leon Ichaso über das Leben des Strassenpoeten Miguel Piñero soll hier nicht zum zeitlosen Meisterwerk erhoben werden, dafür lässt es einem am Ende zu ratlos zurück. Doch der impressionistische Film zeigt Mut zur narrativen und ästhetischen Zusammenhangslosigkeit und trifft so die Stimme eines sensiblen, talentierten, aber konfliktbeladenen und unkontrollierbaren Menschen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Der Mann, der Ärger verkauft</strong></h1>
<h2>&#8220;Piñero&#8221; von Leon Ichaso</h2>
<h3><strong>Das unkonventionelle Biopic von Leon Ichaso über das Leben des Strassenpoeten Miguel Piñero soll hier nicht zum zeitlosen Meisterwerk erhoben werden, dafür lässt es einem am Ende zu ratlos zurück. Doch der impressionistische Film zeigt Mut zur narrativen und ästhetischen Zusammenhangslosigkeit und trifft so die Stimme eines sensiblen, talentierten, aber konfliktbeladenen und unkontrollierbaren Menschen. </strong></h3>
<p>Von Moritz Schuler.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-8785" title="piñero" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/06/piñero.jpg" alt="piñero" width="200" height="288" />&#8220;Denkt man an lateinamerikanische Schriftsteller, dann wahrscheinlich an Garcia Marquez, Neruda, den magischen Realismus. Nicht hier. Um meinen Kopf flattern keine Schmetterlinge herum, wenn ich die Avenue B entlang laufe. Das ist Strassenrealität, hier brüllen wir sie raus!&#8221;,  erklärt Miguel Piñero mit dem Stolz, dem wachen, rastlosen Blick und gleichzeitig grosspurigen Imponiergehabe eines Mannes, dessen lässig arrogante Gestik von Manhattens Strassen der Lower East Side geprägt ist. Miguel Piñero, Schriftsteller, Poet, Reporter, Dieb, Junkie und &#8220;was immer man manchmal sonst noch so sein muss.&#8221;  Zu Beginn der 50er Jahren mit der Familie aus Puerto Rico immigriert, in New Yorks damaligen Lower-Class-Viertel vaterlos aufgewachsen, mit acht Jahren das erste Mal für die vier jüngeren Geschwister Brot geklaut, mit dreizehn inhaftiert und danach wiederholt im Knast wegen bewaffnetem Raubüberfall und Drogenbesitz. Und es hört sich etwas abgedroschen romantisch an, oder vielleicht magisch realistisch, aber in dieser unwirschen Umgebung entstand 1973 Piñeros gefeiertes und geehrtes Stück &#8220;Short Eyes&#8221;, das es bis an den Brodway schaffte.</p>
<p>Wie sollte also ein Film ausschauen, der diesem schizophrenen Lebenswandel gerecht werden soll. Der für seinen grobkörnigen, urbanen Realismus bekannte Regisseur Leon Ichaso hat für sich eine Lösung gefunden. Zum einen einen bis heute aufgrund seiner ansonsten fragwürdigen Rollenwahl verkannten Schauspieler, Benjamin Bratt (Miss Undercover, Catwoman, Law &amp; Order). Man hasst ihn für das authentische Ghettogehabe und die abstossende Brutalität seiner Darstellung des Strassenpoeten, man liebt ihn aber umso mehr für die stellenweise ungebändigte Lebensfreude, die überschäumende Kreativität, unbestechlich vermengt mit seinem rohen, brachialen Witz, und schliesslich für jeden undurchdringlichen Blick, welcher von einer fein nuancierten Mimik getragen wird. Es erhebt sich das Gefühl, dass Bratts Schauspiel sehr nahe an die Lebenswirklichkeit herankommt. Und dies liegt nicht zuletzt am zweiten Lösungsansatz von Regisseur Ichaso. Er presst die unzähligen Episoden aus dem Leben des unberechenbaren Künstlers nicht in eine zeitlich chronologische Erzählstruktur. Die assoziativ verknüpfte Chronologie der einzelnen Sequenzen ergibt sich vielmehr aus der konsequenten Konzentration auf Piñero als Individuum in seinen euphorischsten und tragischsten Momenten. Die Geschichte folgt sprunghaft einzelnen Beziehungen zu den engsten Vertrauten, der Mutter, der Geliebten, den Freunden aus Knast, Theater und gesellschaftlicher Oberschicht, und deutet deren Einfluss auf den umherirrenden Künstler an.</p>
<p>Ein schwach gesponnener roter Faden lässt sich durch das stückweise Bekanntwerden von Piñeros fatalem gesundheitlichen Zustandes erkennen. Er benötigt eine neue Niere. Man könnte das Werk also als subjektive Erzählung der Erinnerungen eines Sterbenden verstehen. Das ist es wahrscheinlich in gewisser Hinsicht auch, jedoch erzählt ohne die üblichen Gestaltungsmittel. Der Einsatz von Schwarz-Weiss-Bildern dient hier nicht einfach dem Verständnis, damit wir zeitlich zurückliegende Ereignisse auch eindeutig erkennen, sondern wird als virtuoses Stilmittel angewandt, wie man es nur selten antrifft. Der Wechsel von schwarz-weiss zu Farbe und zurück bricht völlig unvorhergesehen teilweise mehrmals pro Szene über die Bilder herein und lässt einem beinahe den Vergleich zu Berthold Brecht wagen. Ja, Brecht, der einst durch Licht-, Ton- und dramaturgische Effekte eben diese Dramaturgie verfremdete und die Kontinuität der Geschichte durchbrach. Wir als Publikum werden herausgerissen aus der Welt, die uns das Theater oder der Film präsentiert und wir beginnen diese geschlossene Welt kritisch zu betrachten und zu hinterfragen.</p>
<p>Aber vielleicht beginnen wir uns auch einfach zu nerven ob den scheinbar willkürlichen Einsatz des dieser kraftvollen gestalterischen Mittel. Denn die Stärke des Films ist auch seine grösste Schwäche. Ohne Vorkenntnisse zur realen Person Miguel Piñeros fällt es im narrativen und ästhetischen Wirrwarr schwer, sich zurechtzufinden, und da hält einem das grandiose Schauspiel des Benjamin Bratt auch nicht auf ewig bei Stange. Eines bleibt jedoch hängen, das Bild von einem hochkomplexen und ebenso banalen und kaputten Menschen, bei dem das eine ohne das andere nicht funktioniert hat oder wie es &#8220;Benjamin Piñero&#8221; erklärt: &#8220;Ich wollte nie etwas besonderes sein, aber mir hat mal einer gesagt, du kannst schreiben und dass Schreiben einem aus dem Knast holt. Hat es aber nicht. Ich musste Scheisse bauen, damit ich gut schreiben kann. Ich verkaufe nämlich Ärger.&#8221; Man sollte es sich also gründlich überlegen, bevor man sich verärgert von dieser verworrenen Geschichte abwendet, denn dann ist man dem Film und in erster Linie dem Mann, dessen Geschichte dieser erzählt, bereits auf den Leim gegangen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Originaltitel: Piñero (USA 2001)<br />
 Regie: Leon Ichaso<br />
 Darsteller: <span style="color: #000000;">Benjamin Bratt, Giancarlo Esposito, Talisa Soto, Michael Wright, Nelson Velasquez<a href="http://www.imdb.com/name/nm0890709/"></a><br />
 </span> Genre: Drama, Biopic<br />
 Dauer: 103 Minuten</p>
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		<title>&#8220;Nostalghia&#8221; von Andrej Tarkowskij</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/26/nostalghia/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/26/nostalghia/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 12:28:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Andrej Tarkowskij]]></category>
		<category><![CDATA[Domiziana Giordano]]></category>
		<category><![CDATA[Erland Josephson]]></category>
		<category><![CDATA[Nostalghia]]></category>
		<category><![CDATA[Oleg Yankovsky]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/07/26/nostalghia/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/nostalghia-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Der erste seiner zwei Filme, die Andrej Tarkowskij ausserhalb Russlands und in einer anderen Sprache drehte, erzählt vom komplexen Gefühl der Nostalgie, welche einen entwurzelten Russen in Italien nicht glücklich werden lässt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Wiederentdeckung der Langsamkeit</h1>
<h2>&#8220;Nostalghia&#8221; von Andrej Tarkowskij</h2>
<h3>Der erste seiner zwei Filme, die Andrej Tarkowskij ausserhalb Russlands und in einer anderen Sprache drehte, erzählt vom komplexen Gefühl der Nostalgie, welche einen entwurzelten Russen in Italien nicht glücklich werden lässt.</h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-4723" title="nostalghia" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/07/nostalghia.jpg" alt="nostalghia" width="200" height="284" />Als Andrej Tarkowskij 1982 Russland verliess, um in Italien seinen sechsten Film, &#8220;Nostalghia&#8221;, zu drehen, verliess er seine Heimat für immer. Das Filmedrehen in der UdSSR war zu mühsam für ihn geworden, trotz oder vielleicht sogar wegen des internationalen Erfolges. Mit &#8220;Nostalghia&#8221; versuchte Tarkowskij einen Film über das Gefühl zu machen, welches er beim Verlassen seiner Heimat hatte. Einer italienischen Journalistin erklärte er 1983 in Cannes, mit &#8220;Nostalgie&#8221; verbänden Russen kein zartes Gefühl wie die Italiener, für sie sei es viel mehr eine tödliche Krankheit. Dieses Gefühl verkörpert in &#8220;Nostalghia&#8221; der russische Schriftsteller Andrej, den Tarkowskij selber als sein &#8220;alter ego&#8221; bezeichnete, als sein &#8220;Porträt im Spiegel&#8221;.</p>
<p>Andrej, der Schriftsteller, begibt sich in Italien auf die Spur eines russischen Komponisten, der trotz seines Erfolgs in Italien nach Russland zurückkehrte, wo er Selbstmord beging. Seine Begleiterin und Dolmetscherin in Italien ist Eugenia, die einer Affäre mit ihm nicht abgeneigt wäre. Andrej jedoch ist melancholisch und Eugenia gegenüber ablehnend; er interessiert sich viel mehr für den alten Sonderling Domenico, welchem die beiden beim Besuch im Bagno Vignoni in der Toskana begegnen. Domenico gilt im Ort als verrückt, seit er sich und seine Familie sieben Jahre in einem Haus eingeschlossen hat, wo sie auf das Ende der Welt warteten. Verständnislos, dass Andrej sie zurückweist und seine Zeit mit einem wirr philosophierenden Verrückten verbringt, reist Eugenia zurück nach Rom, wo es einige Zeit später zu einem erschütternden Wiedersehen zwischen ihr und Dominco kommt.</p>
<h3>Ein Gefühl in Bildern</h3>
<p>Obwohl der Film in Italien spielt, bezeichnete Tarkowskij &#8220;Nostalghia&#8221; als seinen &#8220;russischsten Film&#8221;. Tatsächlich ist dem Protagonisten Andrej seine Heimat immer präsent, und die Handlung wird immer wieder von in Sepiatönen gehaltenen Rückblenden unterbrochen, welche Bilder seiner Kindheit zeigen. In der letzten und wohl einprägsamsten Szene des Films verschmilzt die Szenerie dieser Erinnerungen mit der Ruine der Abbazia San Galgano, einer Kirchenruine in der Toskana. Diese letzte Einstellung spricht für sich: wo immer Andrej hingeht, seiner Heimat wird immer Russland bleiben.</p>
<p>Die Handlung ist in &#8220;Nostalghia&#8221; sekundär, das Gefühl der Nostalgie steht im Zentrum. Wiedergegeben wird dieses vor allem über die Schauplätze des Films, vorwiegend Ruinen, welche gleichzeitig unglaublich schön wirken und dabei die Heimatlosigkeit der darin agierenden Figuren eindrücklich unterstreichen. Dass Tarkowski &#8220;Nostalghia&#8221; als jenen Film bezeichnete, der ihm am besten gelungen war, ist kein Zufall: &#8220;Nostalghia&#8221; versammelt fast alle Stilelemente, für welche der Regisseur bekannt ist: tropfendes Wasser, Regen in Innenräumen, Feuer, Spiegel und endlose, langsame Kamerafahrten.</p>
<p>Solche gibt es eine ganze Menge, passend zum extrem langsamen Erzähltempo des Films. Auf dieses muss man sich einlassen, wenn man &#8220;Nostalghia&#8221; geniessen will. Tarkowskij ist ein langsamer Erzähler, doch die sorgfältige Komposition jeder einzelnen Einstellung entschädigen einen mehr als genug für diese Langsamkeit.</p>
<h3>Ausstattung der DVD</h3>
<p>Die bei Praesens Films erschienene DVD enthält den 90minütigen Dokumentarfilm &#8220;Meeting Andrej Tarkowskij&#8221; vom russisch-amerikanischen Jungregisseur Dmitry Trakovsky, der sich anlässlich des 20. Todestages seines Lieblingsregisseurs auf dessen Spuren in Europa begab. Auf seiner Reise interviewt er unter anderem auch Domiziana Giordano, welche Eugenia spielt, sowie Erland Josephson, dem Darsteller von Dominico in &#8220;Nostalghia&#8221; und Alexander in Tarkowskijs letztem Film &#8220;Offret&#8221;. Die Dokumentation ist für Tarkowskijfans sehr interessant, wer sich mit dem Werk des Regisseurs jedoch noch nicht so auskennt, wird sich eher verloren vorkommen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 30. April 2010 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Nostalghia (Italien, UdSSR 1983)            <br />
 Regie: Andrej Tarkowskij<br />
 Darsteller: Oleg Yankovsky, Domiziana Giordano, Erland Josephson<br />
 Genre: Drama<br />
 Dauer: 121 Minuten<br />
 Bildformat: 1.66:1<br />
 Sprache: Italienisch, Deutsch<br />
 Untertitel: Deutsch<br />
 Audio: Dolby Digital 2.0<br />
 Bonusmaterial: Dokumentarfilm &#8220;Meeting Andrej Tarkowskij&#8221;<br />
 Vertrieb: Prasesens Film</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://people.ucalgary.ca/~tstronds/nostalghia.com/" target="_blank">Tarkowskij Information Site</a></p>
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		<title>&#8220;Via Mala&#8221; von Tom Toelle</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/24/via-mala/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/24/via-mala/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 08:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanna Valentin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Mario Adorf]]></category>
		<category><![CDATA[Tom Toelle]]></category>
		<category><![CDATA[via mala]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/24/via-mala/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/via-mala-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Via Mala, rätoromanisch für "schlechter Weg", ist die Bezeichnung für einen ehemals berüchtigten Wegabschnitt im Schweizer Engadin, an dem die Protagonisten des gleichnamigen Films in einer alten Sägemühle ihr Dasein fristen. "Nomen est omen" gilt auch und insbesondere für den Titel dieses Films: Immer wieder machen sie sich auf den schwierigen Weg, doch dieser scheint nicht einfacher zu werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Ein schwieriger Weg</h1>
<h2>&#8220;Via Mala&#8221; von Tom Toelle</h2>
<h3>Via Mala, rätoromanisch für &#8220;schlechter Weg&#8221;, ist die Bezeichnung für einen ehemals berüchtigten Wegabschnitt im Schweizer Engadin, an dem die Protagonisten des gleichnamigen Films in einer alten Sägemühle ihr Dasein fristen. &#8220;Nomen est omen&#8221; gilt auch und insbesondere für den Titel dieses Films: Immer wieder machen sie sich auf den schwierigen Weg, doch dieser scheint nicht einfacher zu werden.</h3>
<p>Von Susanna Valentin.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-3147" title="via mala" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/via-mala.jpg" alt="via mala" width="210" height="288" />Von John Knittel 1934 geschrieben, wurde &#8220;Via Mala&#8221; 1985 in der damaligen BRD zum zweiten Mal als TV-Version in drei Teilen verfilmt. Die Geschichte selbst soll einer wahren Begebenheit nachempfunden sein.</p>
<h3>Karges Dasein</h3>
<p>Familie Lauretz lebt hoch oben im Engadin an der Via Mala und fristet ein trost- und brotloses Dasein. Die einst lukrative Sägemühle wirft längst nicht mehr das an Gewinn ab, was sie damals tat. Grund dafür ist die Trunksucht des Patriarchen, Jonas Lauretz. Dieser verfällt dem Alkohol immer wieder in solchen Ausmassen, dass ihn seine Frau Sophie, die älteste Tochter Hanna und Sohn Niklaus fürchten. Nur die Jüngste, Silvie entkommt seiner Tyrannei.</p>
<p>Unbehelltigt von den Wutausbrüchen und Übergriffen des Vaters wird sie von einem Maler entdeckt, welchen sie fortan als schöne Muse inspiriert. Ausserdem lernt sie einen Juristen kennen, eine vielversprechende Bekanntschaft, um dem Elend der Armut in der kargen Berglandschaft zu entkommen.</p>
<p>Während sich Silvie neue Möglichkeiten eröffnen, kämpfen Sophie, Niklaus und Hanna um ihr Auskommen. Der Hass gegen den bestialischen Vater lodert immer beständiger. Jonas versäuft nicht nur das allzu knappe Geld, er schlägt seinen Sohn auf der Via Mala zum Krüppel, vergeht sich an seiner Frau und macht auch vor seiner ältesten Tochter nicht Halt. Nur die schöne Silvie liebt er abgöttisch.</p>
<p>Ein Handgemenge in der Trunkenheit führt schliesslich dazu, dass Jonas einige Zeit einsitzen muss. In der Abwesenheit des Vaters schöpft die Familie neue Kraft, welche dieser dann jedoch schon auf dem Nachhauseweg vom Gefängnis zunichte macht. Der Hass wird so gross, dass es nur noch einen Ausweg gibt: Niklaus, Hanna und Sophie schlagen einen schlechten Weg ein, um sich vor Schlimmerem zu bewahren.</p>
<h3>Konzentration aufs Wesentliche</h3>
<p>Die Schweiz, Ende der 1920er Jahre. Tom Toelle ist es gelungen, das Bergleben in ebendieser Zeit in all seinen Facetten realistisch abzubilden. Karge Landschaft, einfache Lebensart in abgelegenen Höfen und immer wieder der beschwerliche Weg auf der berüchtigten Via Mala.</p>
<p>Die ruhige Machart des Filmes irritiert zunächst, gewinnt aber zusehends für sich. Dialoge hält Tom Toelle kurz und knapp, jedoch nie, ohne zum Punkt zu kommen. Konzentration aufs Wesentliche heisst die Devise und diese überzeugt.</p>
<p>Auch Mario Adorf überzeugt durchwegs in seiner Rolle als Familientyrann, während Sissy Höfferer als vom Schicksal geplagte Tochter mit ihrem verkniffenen Gesichtsausdruck dem gewählten Charakter alle Ehre macht. Milena Vukotic geistert als Sophie wie ein Gespenst durch die Handung und die puppenhafte Erscheinung von Maruschka Detmers haucht Silvie den richtigen Atem ein.</p>
<p>Wer sich den ersten Teil also zu Gemüte geführt hat, wird sich die zwei weiteren nicht entgehen lassen. Nur dies vorweg: Obwohl doch alles gut hätte ausgehen können, scheint  eine &#8220;Via Mala&#8221; der denkbar ungeeignetste Schauplatz für derlei Dinge zu sein.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 7. Januar 2010 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Via Mala (BRD 1985)            <br />
 Regie: Tom Toelle<br />
 Darsteller: Mario Adorf, Maruschka Detmers, Milena Vukotic<br />
 Dauer: 273 Minuten<br />
 Bildformat: 1,33:1<br />
 Sprachen: Deutsch<br />
 Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte<br />
 Audio: Mono DD<br />
 Vertrieb: Impuls</p>
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		<item>
		<title>&#8220;La Haine&#8221; von Mathieu Kassovitz</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/17/la-haine/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 07:29:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kevin McLoughlin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Cannes]]></category>
		<category><![CDATA[La Haine]]></category>
		<category><![CDATA[Matthieu Kassovitz]]></category>
		<category><![CDATA[Vincent Cassel]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/17/la-haine/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/la-haine-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Endlich erscheint der französische Kultfilm um Jugend und Revolte, Polizei und Gewalt auch bei uns auf DVD. An Aktualität hat er bis heute kaum etwas verloren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Jusqu&#8217;ici tout va bien</h1>
<h2>&#8220;La Haine&#8221; von Mathieu Kassovitz</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2967" title="la haine" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/la-haine.jpg" alt="la haine" width="550" height="385" /><br class="spacer_" /></p>
<h3>Endlich erscheint der französische Kultfilm um Jugend und Revolte, Polizei und Gewalt auch bei uns auf DVD. An Aktualität hat er bis heute kaum etwas verloren.</h3>
<p>Von Kevin Mc Loughlin.</p>
<p>Irgendein Banlieu von Paris: Das Quartier brennt, während Jugendliche sich brutale Strassenschlachten mit der Polizei liefern. Steine werden geschossen, Leute niedergeknüppelt &#8211; die Wache und das Schulhaus verwüstet. Chaos regiert auf den Strassen. Inmitten des Aufruhrs verliert ein Polizist seine Dienstwaffe und Abdel Ichaha wird von der Polizei brutal zusammengeschlagen, landet im Spital und liegt im Koma.</p>
<p><strong>Drei Freunde</strong><br />
 Der Film, der durchgehend in schwarzweiss gehalten ist, spielt an einem Tag und handelt von drei Freunden Abdels, alle unterschiedlicher Herkunft, und ihrem Umgang mit dem Leben im Banlieu. Vinz ist jüdischer Abstammung, Saïd ist ein lebensfroher und geschwätziger Maghreb, Hubert ein sehr ruhiger afrofranzösischer Boxer. Vinz, der sich selbst gerne als Gangster hochstilisiert und eine grosse Wut auf die Welt hegt, findet die verlorengegangene Dienstwaffe und schwört sich, ganz im Sinne des alttestamentarischen Gebots &#8220;Auge um Auge, Zahn für Zahn&#8221;, einen Polizisten umzubringen, sollte Abdel sterben.</p>
<p>Am anderen Ende des Spektrums steht Hubert, wohl der intelligenteste der drei Freunde. Bei den Krawallen wurde sein Boxclub niedergebrannt und er möchte einfach nur weg aus dem Banlieu, weiss aber nicht, wie er das bewerkstelligen soll. Zwischen den beiden Polen versucht Saïd in vermittelnder Funktion Streitereien zu beheben und die beiden immer wieder zu versöhnen. Die drei verbringen den Tag und die Nacht zusammen im Banlieu und in der Stadt, doch dann überstürzen sich die Ereignisse.</p>
<p><strong>Ausstattung</strong><br />
 &#8220;La Haine&#8221; sorgte bei seinem Erscheinen 1995 nicht nur in Frankreich für Aufsehen und wurde zu Recht an den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet. Nun gibt es dieses Bijou französischen Films bei uns endlich auch auf DVD. Neben dem Hauptfilm findet sich auf der Fassung der offizielle Trailer und eine Version des Filmes mit Audiokommentar des Regisseurs.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 7. Januar 2010 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: La Haine (Frankreich 1995)<br />
 Regie: Matthieu Kassovitz<br />
 Darsteller: Vincent Cassel, Saïd Taghmaoui, Hubert Kounde<br />
 Genre: Drama, Millieustudie<br />
 Dauer: 96 Minuten<br />
 Bildformat: 16/9 <br />
 Sprachen: Deutsch, Französisch<br />
 Untertitel: Deutsch<br />
 Audio: DD 5.1<br />
 Bonusmaterial: Trailer, Audiokommentar<br />
 Vertrieb: Impuls</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=hldyU3rgps4&amp;feature=related" target="_blank">Trailer</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Matto regiert&#8221; von Leopold Lindtberg</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/10/01/matto-regiert-von-leopold-lindtberg/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/10/01/matto-regiert-von-leopold-lindtberg/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 22:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen-test.ch/?p=372</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/10/01/matto-regiert-von-leopold-lindtberg/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/10/Matto-regiert-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Friedrich Glauser gehört, obwohl an Schulen weniger gelesen als Dürrenmatt, zu den interessantesten Autoren des Schweizer Kriminalromans. Drogensüchtig und immer wieder in Psychiatrischen Kliniken zu Besuch hatte er die dunklere Seite der menschlichen Existenz gesehen, und thematisierte diese in seinen Romanen. Mit "Matto regiert" schuf er einen düsteren Krimi, in welchem Wachtmeister Studer in einer Nervenklinik ermittelt. Die stimmige Verfilmung ist in einer neuen Klassikerausgabe erhältlich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Versuch über den Irrsinn</h1>
<h2>&#8220;Matto regiert&#8221; von Leopold Lindtberg</h2>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Friedrich Glauser gehört, obwohl an Schulen weniger gelesen als Dürrenmatt, zu den interessantesten Autoren des Schweizer Kriminalromans. Drogensüchtig und immer wieder in Psychiatrischen Kliniken zu Besuch hatte er die dunklere Seite der menschlichen Existenz gesehen, und thematisierte diese in seinen Romanen. Mit &#8220;Matto regiert&#8221; schuf er einen düsteren Krimi, in welchem Wachtmeister Studer in einer Nervenklinik ermittelt. Die stimmige Verfilmung ist in einer neuen Klassikerausgabe erhältlich.</strong></p>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p><a href="http://www.nahaufnahmen-test.ch/wp-content/uploads/2009/10/Matto-regiert.jpg"></a><img class="size-full wp-image-373 alignright" title="Matto regiert" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/10/Matto-regiert.jpg" alt="Matto regiert" width="200" height="282" />Der Schauplatz des Verbrechens, welches Wachtmeister Studer aufzuklären hat, ist ein Irrenhaus. Am Abend zuvor wurde hier ein Tanz für die Insassen organisiert, zumindest für jene, welche man als gesund genug befunden hatte, daran teilzunehmen. Auch Herbert Caplaun, ein junger, gutaussehender Patient, der auf Wunsch seines Vaters in der Anstalt weilt, hätte sehr gerne daran teilgenommen und mit Schwester Irma getanzt. Doch Klinikdirektor Ulrich Borstli, ein Tyrann ohnegleichen, hatte Caplaun die Teilnahme untersagt. Am Morgen danach fehlte von Borstli jede Spur, Caplaun wird bewusstlos und verwirrt aufgefunden.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Faszination Wahnsinn</strong></p>
<p>Mit &#8220;Matto regiert&#8221; holte Leopold Lindtberg 1947 Wachtmeister Studer auf die Leinwand zurück, acht Jahre nach dem Erfolg seiner ersten Studer-Verfilmung. An den Erfolg von &#8220;Wachtmeister Studer&#8221; konnte &#8220;Matto regiert&#8221; jedoch bei weitem nicht anschliessen, sondern fiel beim Publikum gerade zu durch. Ganz unverständlich ist dies nicht, denn der Krimi in der Irrenanstalt schlägt deutlich düsterere Töne an. Der Mord am Klinikdirektor stellt weit schwierigere Fragen, als jene nach dem Mörder. Wer entscheidet darüber, ob man verrückt oder gesund ist? Was heisst es denn, verrückt zu sein? Was verstört uns so an so genannten psychischen Störungen?</p>
<p>Während seinen Ermittlungen begleitet Wachtmeister Studer den sympathischen Arzt Dr. Laduner durch die Anstalt und trifft dabei auf eine Reihe bemitleidenswerter Gestalten. Eine von ihnen liest Studer ein Gedicht vor, in dessen Zentrum eine Figur namens Matto steht. Dieser Matto wird zur Personifikation jenes unheimlichen Geistes, welcher die Klink fest seinem Griff hat. Den Mord vermag Studer schliesslich aufzuklären, aber er entpuppt sich als das am einfachsten zu lösende Rätsel, das sich Studer während seinen Ermittlungen stellt. Die Melancholie, welche der Film früh aufzubauen beginnt, herrscht auch noch am Ende. Obwohl Leopold Lindtberg Glausers Roman vereinfacht hat, wird er ihm gerecht, da er die Insassen nicht für Narrenkomik missbraucht, sondern ihre Tragödie ernst nimmt und zur Sprache bringt. Nicht zuletzt dessen darf &#8220;Matto regiert&#8221; zurecht als ein Klassiker des Schweizer Films gelten.</p>
<p><strong>Austattung</strong></p>
<p>Die neu erschienene Klassikerausgabe hat lesenswerte Texttafeln zu bieten, welche einige Hintergrundinformationen zum Film bieten. Die Romanvorlage von Friedrich Glauser ist als PDF ebenfalls auf der DVD enthalten.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 6. Juli 2009 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Matto regiert (Schweiz 1947)<br />
 Regie: Leopold Lindtberg<br />
 Darsteller: Heinrich Gretler, Sigfrit Steiner, Zarli Carigiet, Max Haufler, Schaagi Streuli<br />
 Genre: Krimi<br />
 Dauer: 96 Minuten<br />
 Bildformat: 4:3<br />
 Sprachen: Schweizer Mundart, Italienisch, Deutsch für Sehbehinderte<br />
 Untertitel: Schweizer Mundart, Deutsch für Hörbehinderte<br />
 Bonusmaterial: Anmerkungen zum Film, Standfotos, Romanvorlage als PDF<br />
 CH-Vertrieb: Max Vision</p>
<p><strong>Im Netz<br />
 <span style="font-weight: normal;"><a href="http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=19&amp;autorid=201&amp;cHash=1" target="_blank">Biographie und Volltextversionen der Werke von Friedrich Glauser</a></span></strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Midnight Express&#8221; von Alan Parker</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 14:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Alan Parker]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Hayes]]></category>
		<category><![CDATA[Bo Hopkins]]></category>
		<category><![CDATA[Brad Davis]]></category>
		<category><![CDATA[John Hurt]]></category>
		<category><![CDATA[Midnight Express]]></category>
		<category><![CDATA[Randy Quaid]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/09/01/midnight-express/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/04/Midnight-Express-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Drogenbesitz und Drogenhandel sind weder im Nahen noch im Fernen Osten kleine Delikte. Wer nach Thailand reist, weiss, dass Drogen, die absichtlich oder unabsichtlich im Gepäck mitreisen, den Aufenthalt um viele Jahre verlängern können. In den 70er Jahren musste man noch keine Weltreise machen, um Gefängnisluft der übleren Sorte zu schnuppern. Alan Parkers Klassiker zeigt, wie die türkische Justiz ein Beispiel an einem Amerikanischen Hobbyschmuggler statuierte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Istanbul lebenslänglich</h1>
<h2>&#8220;Midnight Express&#8221; von Alan Parker</h2>
<h3>Drogenbesitz und Drogenhandel sind weder im Nahen noch im Fernen Osten kleine Delikte. Wer nach Thailand reist, weiss, dass Drogen, die absichtlich oder unabsichtlich im Gepäck mitreisen, den Aufenthalt um viele Jahre verlängern können. In den 70er Jahren musste man noch keine Weltreise machen, um Gefängnisluft der übleren Sorte zu schnuppern. Alan Parkers Klassiker zeigt, wie die türkische Justiz ein Beispiel an einem Amerikanischen Hobbyschmuggler statuierte.</h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-3249" title="Midnight Express 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/04/Midnight-Express-1.jpg" alt="Midnight Express 1" width="200" height="299" />Bill Hayes versucht etwas, was schon vor 30 Jahren ziemlich dumm war: er will zwei Kilo Haschisch, die er sich mit Klebeband auf den Körper klebt, aus der Türkei nach Hause schmuggeln. Dumm nur, dass in Zeiten von Terrorismus und Flugzeugentführungen Passagiere vor dem Besteigen des Flugszeugs abgetastet werden, weshalb Billy nie einen Fuss ins Flugzeug setzt. Zuerst scheint seine Verhaftung keine ernsthaften Konsequenzen zu haben; Bill macht einen Deal mit der Polizei, die er zum Dealer führen will, der ihm den Stoff verkauft hat. Der Dealer findet sich, wird geschnappt, alles scheint gut – doch dann begeht Bill seine zweite Dummheit: er nutzt eine Chance zur Flucht. Und diese bringt ihm eine Verurteilung zu fünf Jahren Gefängnis.</p>
<h3>Böse Türken. Sehr böse Türken.</h3>
<p>Das türkische Gefängnis, in welchem Bill seine Haft absitzt, ist ein wahrer Alptraum. Messerattacken unter Insassen gehören ebenso zur Tagesordnung wie Misshandlungen durch den türkischen Gefängnisaufseher. Bills einzige Freunde sind zwei Europäer und ein Amerikaner, mit den türkischen Mitgefangenen gibt sich Billy nicht ab. Die Darstellung der Türken als brutale, hinterhältige Rohlinge nimmt teilweise fast rassistische Züge an, ist aber schlussendlich ein wichtiges Element im Spannungsaufbau des Films.</p>
<p>Billy übersteht die fünf Jahre, wird jedoch kurz vor seiner Entlassung darüber informiert, dass sein Fall nach Ankara weitergegeben wurde, und man sich dort entschlossen hat, an seinem Fall ein Exempel zu statuieren. Die Verurteilung wegen Drogenbesitzes wird in eine Verurteilung wegen Drogenhandels umgewandelt, was Billy zusätzliche 30 Jahre einbringt. Ohne jede Hoffnung, auf rechtlichem Weg frei zu kommen, entschliesst sich Bill zur Flucht.</p>
<p>Dass ihm diese später gelingt, davon zeugt das Buch, in welchem der echte Bill Hayes 1977 seine Erlebnisse im Istanbuler Gefängnis niederschrieb. Ein Jahr später wurde &#8220;Midnight Express&#8221; von Alan Parker verfilmt, mit dem damals aufstrebenden Jungstar Brad Davis in der Hauptrolle und John Hurt in der Nebenrolle – das Drehbuch schrieb niemand geringeres als Oliver Stone. Der Film zeigt eindringlich Bills Kampf ums Überleben und sein Hadern mit dem Wahnsinn, in welchen die Hoffnungslosigkeit ihn trieb. Der echte Bill Hayes war von der Verfilmung seiner Geschichte mässig begeistert, nicht zuletzt, weil er die Darstellung der Türken und der Türkei sehr einseitig fand. Vergisst man, dass der Film eben nur lose auf wahren Ereignissen basiert, ist &#8220;Midnight Express&#8221; aber auch heute noch ein spannender und cleverer Thriller.</p>
<h3>Austattung</h3>
<p>Die 20th Anniversary DVD bietet eine Widescreen und eine 4:3 Version des Filmes. Die Extras bestehen aus einer knapp 8minütigen Dokumentation, in welcher Bill Hayes über seine Erlebnisse berichtet. Etwas schade ist, dass das Interview, welches der türkische Regisseur Alinur Velidedeoğlu mit Hayes 1999 in Cannes führte, nicht auf der DVD enthalten ist. Darin äusserte sich Hayes kritisch zur Verfilmung und deren Darstellung der Türkei.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 14. Februar 2008 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Midnight Express (USA 2008)            <br />
 Regie: Alan Parker<br />
 Darsteller: Brad Davis, John Hurt, Bo Hopkins, Randy Quaid<br />
 Genre: Drama, Thriller<br />
 Dauer: 116 Minuten<br />
 Bildformat: 1.85:1<br />
 Sprachen: Deutsch, Englisch<br />
 Untertitel: Deutsch, Englisch, Polnisch, Tschechisch, Ungarisch, Isländisch, Hindi, Hebräisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Griechisch<br />
 Audio: Dolby Digital 5.1<br />
 Bonusmaterial: Dokumentation zum Film, Filmographien der Darsteller<br />
 CH-Verleih: Impuls</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=eAY4aADKk08" target="_blank">Trailer</a><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=pHjLMnGkedU" target="_blank">Interview mit Bill Hayes vom Regisseur Alinur Velidedeoğlu</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Polizischt Wäckerli&#8221; von Kurt Früh</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 22:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/09/01/polizischt-wackerli-von-kurt-fruh/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/10/Polizist-Waeckerli-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Abgesehen von Wachtmeister Studer erreichte wohl kaum je ein Fernsehpolizist die Popularität von Polizischt Wäckerli. Zuerst feierte dieser im gleichnamigen Hörspiel grosse Erfolge, 1955 hatte er sein Leinwanddebüt. Auch heute hat die Komödie mit dem charismatischen Schaggi Streuli und einigen goldigen Nebendarstellern nichts an Witz und Charme eingebüsst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Polizist mit Familienscherereien</strong></p>
<p>&#8220;Polizischt Wäckerli&#8221; von Kurt Früh</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Abgesehen von Wachtmeister Studer erreichte wohl kaum je ein Fernsehpolizist die Popularität von Polizischt Wäckerli. Zuerst feierte dieser im gleichnamigen Hörspiel grosse Erfolge, 1955 hatte er sein Leinwanddebüt. Auch heute hat die Komödie mit dem charismatischen Schaggi Streuli und einigen goldigen Nebendarstellern nichts an Witz und Charme eingebüsst.</strong><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Von Lukas Hunziker</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-403" title="Polizist Waeckerli" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/10/Polizist-Waeckerli.jpg" alt="Polizist Waeckerli" width="200" height="282" /></p>
<p>Dorfpolizist zu sein ist ein Fulltimejob. Dies macht es auch für Polizisch Wäckerli nicht einfach, daneben noch ein guter Familienvater zu sein, und gerade mit seinem gerade erst volljährigen Sohn Ruedi gerät er oft aneinander. Doch bald wir Wäckerli durch Ereignisse im Dorf gezwungen, seine Rolle als Vater und Polizist unter einen Hut bringen zu müssen, denn die beiden Verdächtigen für einen Diebstahl im Dorfladen sind ausgerechnet Ruedi und Hans, der Schwarm von Wäckerlis Tochter. Ruedi nimmt es seinem Vater übel, als dieser ihn des Diebstahls verdächtig, und reisst von zu Hause aus, um in Zürich als freier Künstler zu arbeiten. Doch bald macht er sich erneut zum Verdächtigen, als seinem alten Lehrmeister mehrere tausend Franken gestohlen werden und Ruedi mit einer vollen Brieftasche ertappt wird.</p>
<p><strong>Ein Hand in Hand von Ernst und Spass</strong></p>
<p>Die Verfilmung vereint mehrere Fälle des Allenschwiler Polizisten, wobei es bei allen immer mehr um Wäckerli als Familienvater denn als Ermittler geht. Während Wachmeister Studer in der Verfilmung von Glausers Roman jegliches Familienleben entzogen wurde, dreht sich bei Polizischt Wäckerli fast alles ums traute Heim, oder besser gesagt ums nicht mehr so traute Heim, in das erst wieder Ruhe und Ordnung gebracht werden muss. So hat der Film durchaus sehr ernste Momente, in denen der Generationenkonflikt, der gerade in den Fünfzigerjahre neue Ausmasse annahm, thematisiert wird. Dennoch bleibt der Film im Kern eine Komödie. Nicht nur Schaggi Streuli, sondern auch Armin Schweizer als prahlerischer Säufer Töberli und Blanche Aubry Bardame Mary mit charmantem französischem Akzent entlocken uns mehrmals ein breites Grinsen oder gar lautes Lachen. Jede ersten Szene wir durch eine komische Gegenszene ausbalanciert, und diese gelungene Mischung macht den Film bis heute sehenswert.</p>
<p><strong>Ausstattung</strong></p>
<p>Für die DVD wurde alles an Bonusmaterial zusammengetragen, was zu finden war. Kernstück ist neben einem 20minütigen Interview mit zwei der Nebendarsteller der 23minütige erste Wäckerli-Film, ein 20minütiger Werbefilm für ein Waschmittel – ein amüsantes Zeitdokument das sich anzuschauen lohnt. Dazu gibt’s einen Kurzen Beitrag aus dem Schweizer Fernsehen zum zweiten Wäckerlifilm von 1966 und diverse Texttafeln und Originaldokumente.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 16. November 2007 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Polizischt Wäckerli (Schweiz 1955)<br />
 Regie: Kurt Früh<br />
 Darsteller: Schaggi Streuli, Ruedi Walter, Emil Hegetschweiler, Margrit Rainer, Peeter Brogle, Stephanie Glaser<br />
 Genre: Dokudrama<br />
 Dauer: 95 Minuten<br />
 Bildformat: 1.78:1<br />
 Sprachen: Deutsch, Deutsche Hörfilmfassung für Sehbehinderte<br />
 Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte<br />
 Audio: Dolby Digital 5.1<br />
 Bonusmaterial: Bonusfilm: Der Geisten von Allenwil, Interview mit Eva Häfeli und Josef Scheidegger, Beitrag von der Filmwochenschau 1966, diverse Texttafeln und Originaldokumente<br />
 Vertrieb: Max Vision</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Wachmeister Studer&#8221; von Leopold Lindtberg</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/09/01/wachmeister-studer-von-leopold-lindtberg/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 22:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/09/01/wachmeister-studer-von-leopold-lindtberg/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/10/Wachtmeister-Studer-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Columbo, Derrick und Kojak mögen noch so mit allen Wassern gewaschen sein, bei der Ermittlung in einem Dorf im Schweizer Hinterland würden wohl auch sie erbärmlich scheitern. Nicht so Wachmeister Studer, der seinen Berufskollegen weder an Hartnäckigkeit noch an Charisma und Schläue nachsteht. Der Schweizer Klassiker stammt aus dem Jahr 1939 und ist heute immer noch bekannter als viele junge Schweizer Filme – wohl nicht zuletzt, da einiger der zentralen Themen kaum an Aktualität eingebüsst haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>&#8220;Det, wo di chliine Sache nid stimme, stimme au di grosse nid&#8221;</h1>
<h2>&#8220;Wachmeister Studer&#8221; von Leopold Lindtberg</h2>
<p><strong> </strong></p>
<h3><strong>Columbo, Derrick und Kojak mögen noch so mit allen Wassern gewaschen sein, bei der Ermittlung in einem Dorf im Schweizer Hinterland würden wohl auch sie erbärmlich scheitern. Nicht so Wachmeister Studer, der seinen Berufskollegen weder an Hartnäckigkeit noch an Charisma und Schläue nachsteht. Der Schweizer Klassiker stammt aus dem Jahr 1939 und ist heute immer noch bekannter als viele junge Schweizer Filme – wohl nicht zuletzt, da einiger der zentralen Themen kaum an Aktualität eingebüsst haben.</strong></h3>
<p><strong> </strong></p>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-399" title="Wachtmeister Studer" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/10/Wachtmeister-Studer.jpg" alt="Wachtmeister Studer" width="200" height="290" /></p>
<p>Als sich der ehemalige Sträfling Erwin Schlumpf, der in Verdacht steht, einen gewissen Wendelin Witschi ermordet zu haben, in seiner Zelle zu erhängen versucht, kommt dies für fast alle einem Geständnis gleich. Nicht aber für Wachmeister Studer, der ein &#8220;gschpässiges&#8221; Gefühl bei der Sache hat, und sich aufmacht, in der kleinen Gemeinde Gerzenstein, wo der Mord geschehen ist und Witschi wohnte, rumzuschnüffeln. Er muss nicht lange suchen, um gleich ein paar Dorfbewohner auszumachen, die mehr wissen, als sie zu wissen vorgeben. Eine erste Spur führt auf ein Obstgut, dessen Besitzer von den Dorfbewohnern verachtet wird, da er ehemalige Sträflinge, zu denen auch Schlumpf gehörte, anstellt und ihnen die Chance gibt, sich wieder in der Gesellschaft zu rehabilitieren. Als Studer jedoch Sonja Witschi, die Tochter des Ermordeten, dabei ertappt, wie sie die Mordwaffe aus dem Haus, wo Erwin gewohnt hat, entfernen will, wird klar, dass weitere Spuren wohl nur auf dem Anwesen der Witschis selbst zu finden sind.</p>
<p><strong>Anwalt der kleinen Leute</strong></p>
<p>Studer macht klar, mit wem er sympathisiert, als er sich abends im Wirtshaus zum Obstbauer setzt, der sich vom Dorf wegen seinem &#8220;falschen Humanismus&#8221; ausgeschlossen sieht. Studer misstraut vorschnellen Urteilen und glaubt an das Gute im Menschen, auch wenn sie einmal vom falschen Weg abgekommen sind. Während die Dorfzeitung polemische Artikel gegen die ehemals bösen Buben auf der Obstfarm druckt, vertritt Studer genau diese und nimmt damit die Sympathie des Zuschauers für sich ein. Obwohl die Verfilmung einige der sozialkritischen Elemente von Friedrich Glausers Romanvorlage abgeschwächt oder gar entfern hat, so ist dem Film eine sozialkritische Ebene dennoch nicht abzusprechen. &#8220;Wachmeister Studer&#8221; zeigt die ländliche, aber auch die städtische Schweiz als voreilig in ihren moralischen Urteilen, und als unbarmherzig gegenüber solchen, die eine &#8220;Dummheit&#8221; gemacht haben. Wohl gerade weil sich die Schweiz nur bedingt verbessert hat in dieser Hinsicht, und die politisch momentan stärkste Partei für die Bewohner Gerzensteins, und nicht für die Ideale Wachtmeister Studers einsteht, behält der Film bis heute eine gewisse Aktualität.</p>
<p><strong>Kultfigur Heiri Gretler</strong></p>
<p>Andererseits hat der Film seinen Kultstatus wohl vor allem seinem herausragenden Hauptdarsteller zu verdanken: Heinrich Gretler. Kaum ein anderer Schweizer Schauspieler hat sich ähnlich prägend ins Schweizer Kinogedächtnis eingebrannt, spielte er doch in Schweizer Klassikern wie &#8220;Gilberte de Courgenay&#8221;, &#8220;Heidi&#8221; oder &#8220;Es geschah am helllichten Tag&#8221; sowie den bekannten Gotthelfverfilmungen mit. &#8220;Wachmeister Studer&#8221; kam, wie wir im Interview auf der DVD erfahren, dadurch zustande, da man einen Stoff für einen Film suchte, in dem Gretler die Hauptrolle übernehmen könnte. In Glausers Krimi fand man eine Figur, welche auf Gretler wie zugeschnitten war. Dass kein anderer Schauspieler die Rolle des Brissago rauchenden Ermittlers mit Mut besser hätte spielen könne, ist schwer zu bestreiten. Gretler spielt Studer als ernsten, kauzigen Ermittler, der aber dennoch ein grosses Mass an Charme und Witz besitzt, so dass man als Zuschauer immer wieder schmunzelt und gar mal laut herauslacht. Nicht zuletzt, und vielleicht sogar vor allem wegen Heinrich Gretler ist &#8220;Wachtmeister Studer&#8221; alles andere als ein verstaubter Heimatfilm, sondern ein Krimi, der bis heute sehr gut unterhält, und zwar nicht nur Klassikerjunkies.</p>
<p>Originaltitel: Wachtmeister Studer (CH 1939)</p>
<p>Regie: Leopold Lindtberg</p>
<p>Darsteller: Heinrich Gretler, Anne-Marie Blanc, Zarli Carigiet, Siegfrit Steiner, Rudolf Bernhard</p>
<p>Genre: Krimi</p>
<p>Dauer: 105 Minuten</p>
<p>Die DVD ist im Handel in restaurierter Fassung erhältlich.</p>
<p>Sprachen: Schweizerdeutsch, Deutsch, Französisch, Italienisch</p>
<p>Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörbehinderte</p>
<p>Bildformat: 4:3</p>
<p>Audio: Dolby Digital 1.0</p>
<p>Bonusmaterial: Interview mit Dr. Felix Aeppli, Biografie von Friedrich Glauser, Anmerkungen zum Film und Pressestimmen als Texttafel, Fotos von Dreh und Standfotos, der vollständige Roman von Friedrich Glauser als PDF</p>
<p>Vertrieb: Max Vision</p>
<p><strong>Im Netz</strong></p>
<p>http://hls-dhs-dss.ch/textes/d/D9173.php</p>
<p>Biografie Heinrich Gretlers, von Dr. Felix Aeppli</p>
<p>http://gutenberg.spiegel.de/?id=19&amp;autor=Glauser,%20%20Friedrich&amp;autor_vorname=%20Friedrich&amp;autor_nachname=Glauser</p>
<p>Biografie Friedrich Glausers beim Projekt Gutenberg</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Intolerance&#8221; von David Wark Griffith</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2008/12/10/intolerance/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 17:48:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[David Wark Griffith]]></category>
		<category><![CDATA[Lillian Gish]]></category>
		<category><![CDATA[Mae Marsh]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Harron]]></category>
		<category><![CDATA[Tully Marshall]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2008/12/10/intolerance/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/intolerance-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Griffith hatte sich mit "Intolerance" zum Ziel gesetzt, das zerstörte Babel wieder aufzubauen – als eine positive Metapher für die Zukunft. Entstanden ist ein spektakulärer Stummfilm, der dem Film nie dagewesene Dimensionen eröffnete. Das Monumentalwerk prangert mit viel Pathos menschliche Schwäche und Intoleranz an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Universalgeschichte über Liebe, Vorurteil und Grausamkeit</h1>
<h2>&#8220;Intolerance&#8221; von David Wark Griffith</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-5703" title="intolerance 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/intolerance-1.jpg" alt="intolerance 1" width="550" height="412" /></p>
<h3>Griffith hatte sich mit &#8220;Intolerance&#8221; zum Ziel gesetzt, das zerstörte Babel wieder aufzubauen – als eine positive Metapher für die Zukunft. Entstanden ist ein spektakulärer Stummfilm, der dem Film nie dagewesene Dimensionen eröffnete. Das Monumentalwerk prangert mit viel Pathos menschliche Schwäche und Intoleranz an.</h3>
<p>Von Adrian Wettstein.</p>
<p>D.W. Griffith ist einer der bekanntesten amerikanischen Filmpioniere. Er hat über 400 One-Reelers gedreht, hat als einer der ersten Regisseure abendfüllende Spielfilme ins Kino gebracht und dabei auch in ästhetischer Hinsicht viele Experimente gewagt. Nachdem der Spielfilm &#8220;The Birth of a Nation&#8221; (1915) ein fulminanter Erfolg bei den Zuschauern wurde, aber mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert war, realisierte Griffith mit &#8220;Intolerance&#8221; (916) einen Film, der weit ambitionierter war und zugleich eine moralisch eindeutige Haltung einnahm. In vier verschiedenen Handlungssträngen aus verschiedenen historischen Epochen werden die verhängnisvollen Wirkungen von Intoleranz, Selbstgerechtigkeit und Heuchlerei veranschaulicht. Erzählt wird von dem alten Babylon unter dem jungen Belsazar, das durch Intrigen von Priestern schliesslich von dem Perserkönig Cyrus eingenommen werden kann. Die biblische Episode zeichnet die Pharisäer verantwortlich für die Kreuzigung von Jesus. Die Geschichte aus der Zeit der Spätrenaissance erzählt von den religiösen Konflikten in Frankreich, welche schliesslich zur Bartholomäusnacht und dem Tod von 50&#8242;000 Protestanten führten. In der modernen Episode wird gezeigt, wie Kapitalisten rücksichtslos mit ihren Fabrikarbeitern umgehen und sie in Armut und Kriminalität treiben.</p>
<h3>Ein Monumentalwerk</h3>
<p>Die Monumentalität von Griffiths &#8220;Intolerance&#8221; ist heute noch beeindruckend. Mit Produktionskosten von rund 2 Millionen Dollar war er für lange Zeit der bei weitem teuerste Film. Zum Aufbau des Sets war monatelang eine Crew von 700 Mann engagiert. Die Stadt Babylon wurde am Sunset Boulevard in beeindruckenden Ausmassen nachgebaut (ohne architektonischen Plan). Die Mauern um Belsazars Hof waren über 70 Meter hoch. Die riesigen Türme mit den Elefantengottheiten sowie die Stadttore bleiben unweigerlich in Erinnerung. Für das grosse Fest von Belsazar waren mehr als 4&#8242;000 Komparsen im Einsatz. Der fertige Film hätte in zwei Blöcken von je 4 Stunden gezeigt werden sollen. Die Verleihfirmen lehnten ab, so kam schliesslich eine stark gekürzte Version zustande, die immer noch 3 Stunden dauert.</p>
<div id="attachment_5704" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-5704" title="intolerance 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/intolerance-2.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="431" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p>Ein dreistündiger Stummfilm, das ist für jeden zeitgenössischen Zuschauer eine Herausforderung – lohnt sich diese Anstrengung? Diejenigen, die an Filmgeschichte und Filmsprache interessiert sind, kommen an Griffith ohnehin nicht vorbei. Wie er mit der Parallelmontage umgeht, Lichteffekte ausprobiert und unterschiedliche Rahmen-Formen einsetzt, das ist immer wieder überraschend. Und auch wenn es ein Mythos ist, dass er als erster Closeups verwendet hat, setzt er sie zumindest an erstaunlichen Stellen ein. Dann kann man natürlich an diesem Film auch die ganze Rezeptionsgeschichte mit so bekannten Namen wie Eisenstein, Kracauer, Scorsese, Deleuze etc. aufrollen. Wer sich für solcherlei nicht begeistern kann, dem wird &#8220;Intolerance&#8221; dennoch einige unvergessliche Seh-Erlebnisse verschaffen, allen voran bei dem Fest von Belsazar und dem Fall der Stadt durch Kyros. Als Gesamtkunstwerk vermag der Film aber wohl kaum mehr zu überzeugen – auch wenn eine Handvoll Kritiker ihn unerschütterlich als besten Film aller Zeiten apostrophieren. Die ständigen Wechsel zwischen den verschiedenen Handlungssträngen sind selbst für postmodern abgebrühte Zuschauer anstrengend, die Parallelen wirken unmotiviert und willkürlich, die Moral holzschnittartig. So beeindruckend es ist, dass Griffith die ganzen Menschen- und Stoffmassen ohne Plan und Drehbuch zu dirigieren vermochte – etwas mehr Fokus und gedankliche Ausarbeitung hätten dem Film sicher nicht geschadet.</p>
<p>Die DVD enthält kein Bonusmaterial. Dafür gibt es ein Booklet mit ausführlichen Erinnerungen der Schauspielerin Lillian Gish an die Dreharbeiten, dazu zwei kurze Texte von Griffith sowie eine Rezeptionsgeschichte von Griffiths Filmen in Deutschland.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 24. Oktober 2008 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Intolerance (USA 1916)            <br />
 Regie: David Wark Griffith<br />
 Darsteller: Mae Marsh, Robert Harron, Lillian Gish, Tully Marshall<br />
 Genre: Historienfilm<br />
 Dauer: 180 Minuten<br />
 Bildformat: 4:3<br />
 Zwischentitel: Englisch<br />
 Audio: Dolby Digital 2.0<br />
 Bonusmaterial: Ausführliches Booklet<br />
 Vertrieb: Max Vision</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
<a href="http://www.bonnerkinemathek.de/filme/intolerance/intolerance.htm" target="_blank"> Feature über den Film in der Bonner Kinemathek</a></p>
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		<title>&#8220;Das Siebente Siegel&#8221; von Ingmar Bergmann</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Sep 2008 06:18:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[Bengt Ekerot]]></category>
		<category><![CDATA[Das siebte Siegel]]></category>
		<category><![CDATA[Det Sjunde Insglet]]></category>
		<category><![CDATA[Gunjar Björnstrand]]></category>
		<category><![CDATA[Ingmar Bergmann]]></category>
		<category><![CDATA[Max von Sydow]]></category>
		<category><![CDATA[Nils Poppe]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2008/09/10/das-siebente-siegel/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/siebte-siegel-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Der Tod. In Persona. Wenn er da ist, ist's aus. Oder vielleicht doch nicht? Vielleicht könnte man den Tod ja anderweitig beschäftigen. Zum Beispiel ne Zigarette mit ihm rauchen. Oder ein Rätsel stellen. Einfach blöd mit ihm quatschen. Oder aber, wenn gar nichts mehr hilft, könnte man es ja wie der Ritter Block in Bergmanns "Das Siebente Siegel" machen: man fordert Freund Hain einfach zum Schachduell.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Geschichten von Freund Hain</h1>
<h2>&#8220;Das Siebente Siegel&#8221; von Ingmar Bergmann</h2>
<h3>Der Tod. In Persona. Wenn er da ist, ist&#8217;s aus. Oder vielleicht doch nicht? Vielleicht könnte man den Tod ja anderweitig beschäftigen. Zum Beispiel ne Zigarette mit ihm rauchen. Oder ein Rätsel stellen. Einfach blöd mit ihm quatschen. Oder aber, wenn gar nichts mehr hilft, könnte man es ja wie der Ritter Block in Bergmanns &#8220;Das Siebente Siegel&#8221; machen: man fordert Freund Hain einfach zum Schachduell.</h3>
<p>Von Alexander Sigrist</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-5800" title="siebte siegel" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/siebte-siegel.jpg" alt="siebte siegel" width="200" height="268" />Mitte des 14. Jahrhunderts: der Ritter Antonius Block kehrt aus einem Kreuzzug in sein Heimatland zurück – als mit einem Mal der Tod vor ihm steht und Tribut fordert. Doch Block ist noch nicht bereit zu gehen, nicht ohne den Sinn des Lebens verstanden zu haben. So fordert er den Tod zu einem Schachduell heraus und der Tod, anscheinend ein versierter Schachspieler, akzeptiert die Herausforderung. Zwischen den Zügen hat Block die Möglichkeit weiter zu reisen. So ist seine Reise nicht nur eine Reise nach Hause, sondern eine Reise durch die Menschheit, eine Konfrontation mit anderen Menschen, eine Odyssee an deren Ende die Erlösung durch die Sinnfindung erhofft wird.</p>
<p>Ingmar Bergmann, geboren 1918, gestorben letztes Jahr, Sohn eines lutherischen Pastors, bereits in Kindesjahren fasziniert von der Inszenierung von Bildern und Geschichten, erfolgreicher Regisseur, der beinahe sechzig Jahre lang im Kino gewirkt hat. Um diesen Mann in einem Satz zu beschreiben, könnte man wohl folgendes sagen: Ingmar Bergmann war ein (sehr zurückhaltendes) Enfant Terrible, ein später Expressionist, der es wie kein zweiter verstand, den Symbolismus seiner schwarzweissen Filme dazu benutzen, seinen eigenen Pessimismus über unsere Welt auszudrücken. Dies könnte man wohl sagen und man hätte wohl auch recht. Vielmehr jedoch müsste man diesen Satz jedoch in drei Einzelteile zerlegen, um zu verstehen, was genau gemeint ist.</p>
<h3>1. Das Enfant Terrible</h3>
<p>Bergmann war ein Enfant Terrible insofern, als dass er öfters mit der Zensur in die Kränze kam, vor allem durch seine teilweise heftige Kritik an der christlichen Kirche, doch auch seine explizite Darstellung nackter Körper, die man hin und wieder in seinen Filmen findet, stiess so mancher Zensurbehörde sauer auf. Anstatt jedoch zu krebsen, wie es viele Filmemacher wohl machen würden, schnitt der Mann kurzerhand in den Vorspann seines Filmes &#8220;Persona&#8221; drei Einzelaufnahmen eines erigierten Penis. Hat nichts mit dem Film zu tun, war einfach eine Kampfansage gegen die Zensur. Sozusagen der auf Zelluloid gebrannte Stinkefinger in Penisform.</p>
<p>Wer sich &#8220;Das Siebente Siegel&#8221; ansieht, wird wissen, warum nicht nur die Zensur, sondern vor allem auch die Kirchenväter ihre Probleme mit dem Regisseur hatten. So baut Bergmann zwar auf christliche Mythologie auf, wenn er Gevatter Tod auftreten lässt, doch übt ebenfalls starke Kritik an der Kirche als Institution. Am Ende findet Block keine Erlösung in der Kirche, sucht vergebens das Gespräch mit Gott (oder dem Teufel), noch nicht einmal das letzte Abendmahl kann ihn retten, ihm Sinn geben – die christliche Kirche ist im Film zu scheitern verurteilt. Dies ist jedoch auch die Stärke des Films, stört man sich nicht an der Kritik: Bergmann ist daran interessiert den Menschen in einer Welt zu verorten, die vor allem durch die Abwesenheit Gottes glänzt. Das Ergebnis ist ein philosophisches Stück Film, welches nach dem Sinn des Glaubens fragt und den Zuschauer somit selber zum mitdenken einlädt.</p>
<h3>2. Der Expressionist</h3>
<p>Bergmann ist ein später Expressionist und Symbolist insofern, dass er öfters mal die eigentliche Aussage seines Filmes in Symbole packt, mit Licht und Schatten spielt. So ist &#8220;Das Siebente Siegel&#8221; auch in dieser Hinsicht prototypisch: natürlich kann man in jeder Szene einen symbolischen Unterton entdecken, doch vor allem gegen Ende hin verschiebt sich die Aussage des Films auf eine symbolische Ebene, auch die Handlungen, die Aussagen der Charaktere werden in den letzten Minuten arg symbolisch. Das ist einerseits natürlich faszinierend, lädt zur Sinnsuche im Film ein, auf der anderen Seite jedoch auch enttäuschend (und dies ist die Schwachstelle des Films): so versucht man als Zuschauer selber den grossen und ganzen Sinn des Filmes zu finden, eine wichtige Aussage, die grösser ist, als das lapidare &#8220;Sterben müssen wir alle&#8221;, doch diese will sich nicht offenbaren. Eine Schwachstelle, die jedoch bewusst gewählt sein mag: denn auch Block findet keinen Sinn im Leben, kann sich am Ende nur in die unsichere Obhut der Familie, der Freunde, des Glaubens begeben, ohne zu verstehen, was mit ihm geschieht, nur auf Offenbarung hoffend. Genau das Gleiche passiert mit dem Zuschauer: am Ende versteht er so wenig den Sinn des ganzen, kann sich nur in seine eigene Welt zurückziehen und muss Regisseur Bergmann schlichtweg glauben, dass das Ganze einen Sinn hatte. Der Zuschauer wird gezwungen, durch das Fehlen einer klaren Moral der Geschichte, Blocks Platz einzunehmen und sich unwissend dem Tod (oder halt dem Ende des Films) zu fügen.</p>
<h3>3. Der Pessimist</h3>
<p>Und Bergmann ist Pessimist insofern, als dass seine Filme meist ein eher düsteres Bild auf die Menschheit und ihre Institutionen werfen. So geht es in &#8220;Wilde Erdbeeren&#8221; um die Vereinsamung, Ent-Emotionalisierung des Subjekts, in &#8220;Szenen einer Ehe&#8221; um die Zerpflückung des Ehebundes an sich, in &#8220;Schreie und Flüstern&#8221; um die (vergebliche) Suche nach Erlösung, und immer, immer wieder, geht es um die Abwesenheit Gottes und die Sinnlosigkeit des Glauben. Einmal mehr kann man &#8220;Das Siebente Siegel&#8221; als in dieser Hinsicht typisch betrachten: nicht nur wird die Abwesenheit Gottes durch und durch thematisiert (ja, noch nicht einmal der Tod weiss, wo er ist), auch die Menschheit ist dem Untergang geweiht: allerortens glaubt man, das Jüngste Gericht sei gekommen, raubt, tötet, vergewaltigt, verbrennt Hexen deshalb. Die Menschen in &#8220;Das Siebente Siegel&#8221; sind böse und Ausnahmen gibt es wenige: vielleicht die Gauklertruppe, die zu Block stösst, ja vielleicht ist Block selbst ein guter Mensch. Die pessimistischen Untertöne überwiegen jedoch, und spätestens wenn in einer langen Szene die Geissler, die sich selbst auspeitschen, mit einer Horde von singenden Mönchen durchs Bild laufen, weiss man, welche Bergmann&#8217;sche Stunde geschlagen hat: das sind keine Menschen mehr, dass sind Verrückte, Verrückte durch ihren Glauben, welche in einer sinnentleerten Welt nur mit der Sinnentleerung, der Geisselung ihres eigenen Daseins antworten können.</p>
<p>&#8220;Das Siebente Siegel&#8221; mag also kein perfekter Film sein: ja, vor allem das Ende, welche den Sinn oder die Moral vermissen lässt – ob nun Absicht oder nicht – enttäuscht ein wenig. Der Film hat aber genügend Vorzüge, um dieses Manko vergessen zu machen: symbolische, gewichtige Szenen, philosophischer Anspruch und eine Inszenierung, die zeigt, warum Bergmann als einer der ganz grossen gilt.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<h3>Ausstattung</h3>
<p>Sieht zwar auf den ersten Blick nicht nach viel aus, ist aber anständig: auf DVD 1 gibts einige Trailer zu bestaunen, sowie Texttafeln zu Bergmanns Schaffen, Produktionsnotizen und eine Fotogalerie. Highlights sind jedoch die Dokumentation zu Bergmanns Theaterzeit und Privatleben auf DVD 2, sowie das ausführliche Booklet, welches beliegt. So sollen Klassiker ausgestattet sein!</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 25. Juli 2008 im Handel.</p>
<p>Originaltitel: Det Sjunde Insglet (USA 2006)            <br />
 Regie: Ingmar Bergmann<br />
 Darsteller: Gunjar Björnstrand, Bengt Ekerot, Nils Poppe, Max von Sydow<br />
 Genre: Mystery-Drama<br />
 Dauer: 94 Minuten<br />
 Bildformat: 1.33:1<br />
 Sprachen: Deutsch, Schwedisch<br />
 Untertitel: Deutsch<br />
 Audio: Dolby Digital 2.0 Mono<br />
 Bonusmaterial: Fotogalerie, Produktionsnotizen, Fotogalerie, Dokumentation zu Bergmanns Theaterzeit und Privatleben, Booklet, Trailer<br />
 Vertrieb: Impuls</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.youtube.com/watch?v=4M3AQMHRufY" target="_blank">Trailer</a></p>
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