Von Sandra Despont · Juni 2011

…die die Welt im Innersten zusammenhält!“, erklärt der junge Sturm-und-Drang-Goethe – und lebt danach. Sein Herz schlägt kräftigst für Charlotte Buff; die leider schon so gut wie verlobt ist. In “Goethe!” präsentieren sich Goethe als ein widerspenstiger Heisssporn und das 18. Jahrhundert als etwas zwischen Märchenwelt und Biedermeierparadies. Das passt zum Film, der eine recht gelungene Mischung zwischen Autorenporträt und Literaturverfilmung ist.
Von Garabet Guel · Juni 2011

Eine unterhaltsame Medien- und Politsatire aus Indien – frei von kitschigen Bollywood-Künstlichkeiten und auch ohne die atemlose und überästhetisierte Romantik von „Slumdog Millionaire“. Mit reichlich schwarzem Humor und einer Prise sozialkritischer Melancholie hinterfragt Anusha Rizvi in ihrem Filmdebüt die perversen Mechanismen der Medienindustrie.
Von Moritz Schuler · Juni 2011

Das unkonventionelle Biopic von Leon Ichaso über das Leben des Strassenpoeten Miguel Piñero soll hier nicht zum zeitlosen Meisterwerk erhoben werden, dafür lässt es einem am Ende zu ratlos zurück. Doch der impressionistische Film zeigt Mut zur narrativen und ästhetischen Zusammenhangslosigkeit und trifft so die Stimme eines sensiblen, talentierten, aber konfliktbeladenen und unkontrollierbaren Menschen.

Die Conways haben es nicht leicht: Egal was sie tun – oder lassen – es geschieht ein Unglück. Und das nächste lässt nicht lange auf sich warten, so viel ist sicher. Denn das Schicksal meint es wirklich nicht gut mit ihnen. Und auch nicht mit ihren Mitmenschen. Die Idee des Plots ist ungewöhnlich und berührt den Zuschauer sehr.
Von Lukas Hunziker · Mai 2011

Kalter Schweiss muss Hollywoods Filmproduzenten den Rücken herunter gelaufen sein, als sie Gareth Edwards “Monsters” sahen. Ein britischer Visual Effects Creator hatte mit einem Budget von 500′000 einen Spielfilm gedreht, der nicht nur um Meilen intelligenter und vielschichtiger war als manches von Hollywoods Multimillionenprojekten, sondern auch mindestens so gut aussah. “Monsters” ist der Beweis, dass low budget nicht zwingend low quality sein muss, sondern vielleicht sogar der Weg zurück zu gutem Kino ist.
Von Lukas Hunziker · Mai 2011

Welcher Fischer würde nicht gerne einmal eine wunderschöne Frau in den Netzen finden, die er an Bord zieht? Syracuse, einem vom Pech geplagten irischen Fischer, passiert in “Ondine” genau das. Dass es sich bei der Frau aus dem Meer um das Sagenwesen Selkie handeln soll, will er nicht glauben, obwohl seine Tochter felsenfest davon überzeugt ist. Eine Romanze, angesiedelt im Niemandsland zwischen Märchen und Sozialdrama, beginnt sich zu entwickeln.
Von Aylin Tutel · April 2011

Scheinehe, Liebe, Hoffnung auf ein besseres Leben in der Fremde – eigentlich ernste Gegebenheiten, die dem Spielfilmdébut von Darko Lungulov den inhaltlichen Rahmen geben. Der Regisseur geht in seinem Erstling aber lakonisch und distanziert an diese Themen ran. Damit schafft es Lungulov mit “Here and There” eine feine Filmunterhaltung zu bieten, nicht zuletzt auch durch überzeugende schauspielerische Leistungen.
Von Annika Janssen · April 2011

“49% Motherf**ker, 51% Son of a Bitch” – die Tagline dieser angenehm persönlichen Dokumentation von Greg Olliver und Wes Orshoski spricht Bände, führt aber doch in die Irre. Allen Gerüchten und Exzessen zum Trotz ist Lemmy Kilmister letztendlich zu 100% Mensch.
Von Lukas Hunziker · März 2011

Seit mittlerweile fast einem halben Jahrhundert ist sich der Mensch bewusst, dass er mit seinem CO2-Ausstoss Veränderungen im Klima herbeiführt oder zumindest beschleunigt. Getan hat er in diesem halben Jahrhundert wenig dagegen, und was er getan hat, war nicht radikal genug, um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden. In “The Age of Stupid” blickt ein Wissenschaftler auf die Ereignisse zwischen 2010 und 2055 zurück – der Zeit des klimabedingten Untergangs der Menschheit.
Von Annika Janssen · März 2011

Es ist nicht alles Gold, was glänzt – und hinter dem schönen Schein verbirgt sich oftmals die pure Hässlichkeit. In seinem an diversen Filmfestivals gut aufgenommenen Thriller “Beautiful” entlarvt Dean O’Flaherty die amerikanische Vorzeige-Vorstadt und ihre Bewohner. Blutfluss nicht ausgeschlossen.
Von Lukas Hunziker · März 2011

Einen Film mit einem Budget von 2 Millionen macht sich selten Hoffnungen auf die grossen Festivalpreise und Auszeichnungen. Besonders dann nicht, wenn gerade mal einer der Nebendarsteller einigermassen bekannt ist, während von Regisseurin und Hauptdarstellerin noch kaum jemand gehört hat, und der Film in der wohl hinterwäldlerischsten Region Amerikas spielt. Was Debra Granik mit “Winter’s Bone” gelungen ist, ist daher umso bewundernswerter und macht Hoffnung auf eine Richtungsänderung im amerikanischen Filmbusiness.
Von Aylin Tutel · März 2011

Kann ein Film, dessen Hauptdarsteller ein Baum ist, berühren und überzeugen? Ja, er kann. Julie Bertuccelli bezaubert mit ihrem zweiten Spielfilm. Im Mittelpunkt steht die Natur mit all ihren wundervollen, aber auch unheildrohenden Facetten und die tröstliche Kraft der Phantasie im Umgang mit dem Tod.
Von Thorsten Klein · März 2011

Über 100 Millionen Dollar Gewinn an den Kinokassen machen eigentlich gespannt auf diesen Action-Kracher mit seiner crème de la crème Besetzung: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li und auch Mickey Rourke und Arnold Schwarzenegger geben sich die Ehre – und “Expendables II” soll 2012 auch schon in die Kinos kommen. Doch wenn man genauer hinschaut…
Von Lukas Hunziker · März 2011

Eine der wenigen Komödien am Neuchatel International Fantastic Filmfestival 2010 war “Woochi” – eine geballte Ladung quirligen Fantasyklamauks aus Südkorea. Der Erfolg im eigenen Land scheint dem Film den Sprung nach Europa verschafft zu haben – auch bei uns ist der Film ab sofort als “War of the Wizards” auf DVD erhältlich.
Von Lukas Hunziker · März 2011

Verzweifelt über seine zunehmende Ideenlosigkeit scheint Hollywood sich nach wie vor an das zweischneidige Erfolgsrezept namens Superhelden-Comicverfilmung zu klammern. Wirklich gut war bisher eigentlich noch keine, aber so schlecht wie „Jonah Hex“ auch nicht. Dessen Leinwandauftritt markiert einen neuen Tiefpunkt in Hollywoods Schaffenskrise, indem er alles, aber wirklich alles falsch macht.
Von Kevin McLoughlin · Februar 2011

In einer Zeit des politischen Aufruhrs und der Unsicherheit muss ein Mitglied der Royal Family lernen, über seine Behinderung hinwegzukommen. Colin Firth glänzt in “The King’s Speech” als angehender König mit Sprachproblemen und erspielt sich eine Oscarnomination.
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