Mark Werner: “Knautschzone”

Ein Musik-Freak als Hauptperson, die Auseinandersetzung mit dem Alltag, namentlich mit Beziehungskisten und mit der Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit, eine Mischung zwischen Ernsthaftigkeit und Humor – Ja, hier kommt ein Nick Hornby der deutschen Popliteraturszene. Leider kein besonders guter. „Knautschzone“ enttäuscht durch eine voraussehbare Handlung und mangelnde Ernsthaftigkeit.

Julian Barnes: “Vom Ende einer Geschichte”

Erinnerungen können trügen. Das muss Julian Barnes’ Protagonist Tony am eigenen Leib erfahren. Indem eine vierzig Jahre alte Geschichte neu aufgerollt wird, lässt Barnes seinen Helden die Unzulänglichkeiten des menschlichen Erinnerungsvermögens erkennen und stellt so jede Autobiographie in ein neues Licht.

Christian Zehnder: “Julius”

Aus unendlicher Ferne scheint in Christian Zehnders kurzem Roman ein nüchterner, aber durchaus mitfühlender Beobachter das Erwachsenwerden des träumerischen Julius’ zu verfolgen. Ungreifbar und schwebend ist diese Geschichte, und dabei schön und poetisch.

Tanja Weber: “Sommersaat”

In ihrem ersten Kriminalroman um den Postboten Stifter und den bayrischen Kommissar Thalmeier enttarnt Tanja Weber eine Dorfidylle, zeichnet mit wenigen Worten selbst von Nebenfiguren Porträts mit scharfen Konturen und begeistert mit zwei eigentümlichen Protagonisten.

Philipp Mattheis: “In Dingenskirchen”

Der Prozess des Erwachsenwerdens ist sowieso schon mit vielen Querelen verbunden. Doch wer ausgerechnet dort der Pubertät entfliehen muss, wo Tristesse und Monotonie Tür an Tür leben, hat es besonders schwer. Der heute 32-jährige Autor Philipp Matthies beschreibt seine im Grunde alles andere als müde Jugend im fiktiven Münchner Vorort Dingenskirchen und erklärt dabei sogar mithilfe der Wissenschaft, warum man Kühe einfach nicht umschubsen kann.

Claire Cook: “Frühjahrsputz”

Alleinerziehende Mutter, verheiratet und doch Single. All dies trifft auf Jill Murray zu. Sie hat ihr Leben im Griff, wohnt in einem Einfamilienhaus und hat beruflich abwechslungsreiche Aufträge. Doch eigentlich wünscht sie sich, dass ihre Tochter ihren Vater kennen lernt.

Jo Nesbo: „Die Larve“

Kommissar Harry Hole ist eigentlich aus dem Polizeidienst ausgeschieden – eigentlich. Denn nach drei Jahren in Asien kehrt er an den Ort zurück, wo er einst Kriminellen das Handwerk legte. Doch kaum hat die Spürnase a.D. wieder Osloer Luft in der Nase, beginnt sie auch schon das Schnüffeln. Denn der Ermittler hat von einem Fall gehört, der ihm keine Ruhe lässt. Hole geht der Sache auf den Grund – und findet mehr heraus als ihm lieb ist.

Ragnar Jonasson: “Schneebraut”

In Ragnar Jonassons “Schneebraut” schneit es oft. Doch das ist nicht der einzige Grund, wieso sich eine deprimierende und erdrückende Stimmung beim Leser breitmacht. Nervige Wiederholungen, zu viele Figuren, kaum vorhandene Spannung und ein Schluss, der viele Fragen offen lässt, bringen den Leser fast zum Verzweifeln.

Jan-Erik Fjell: “Der stumme Besucher”

In Jan-Erik Fjells Krimidebüt „Der stumme Besucher“ klärt ein ungleiches Ermittlertrio den Mord an einem reichen Unternehmer auf. Dabei verschlägt es Hauptkommissar Anton Brekke und seine Kollegen aus dem beschaulichen Fredrikstad in Norwegen nach New York, direkt in die Arme der Mafia.

Gero von Boehm: “Unterwegs in der Weltgeschichte mit Hape Kerkeling“

In Deutschland gibt es spätestens nach Thomas Gottschalks letzter “Wetten, dass …?”-Sendung nur noch einen echten Entertainer: Hape Kerkeling. Und was dieser Herr anfasst, wird zu Gold. So auch die Zeitreise mit dem Titel “Unterwegs in der Weltgeschichte”, die der 47-Jährige für die ZDF-Wissenschaftssendung Terra X moderierte, und die nun auch als Hörbuch von Random House Audio veröffentlicht wurde.

Dominique Eigenmann: “Faszination Federer”

Das Buch des Tages-Anzeiger Journalisten Dominique Eigenmann liest sich so geschmeidig wie ein langer, unendlich scheinender Ballwechsel von Roger Federer. Die Liebeserklärung ist ein literarisches Meisterwerk, das nicht nur Federer-Fans verzaubert.

Chuck Palahniuk: „Diva“

Wo Chuck Palahniuk draufsteht, erwartet man Überraschungen und Verstörendes im Stil seines vor 15 Jahren erschienen Kultromans „Fight Club“. Palahniuks neustes Werk „Diva“ ist allerdings das pure Gegenteil: Eintönigkeit und Langeweile bestimmen die Handlung. Erst als es darum geht, dass ein Hollywood-Star ermordet werden soll, wird das Ganze ein wenig spannend. Aber wirklich nur ein wenig.

Martin Maria Schwarz, Christian Bärmann: “Oh, wie bist du schön!”

Im deutschen Fernsehen ist sie eine Institution: Die Sportschau, die wichtigste Quelle für Fans der Fussball-Bundesliga und die Mutter des beliebten “Tor des Monats”, feierte jüngst ihr 50-jähriges Bestehen. Das bewegte den Hörverlag nun dazu, mit “Oh, wie bist du schön!” eine durchaus angemessene Huldigung in Form eines CD-Features zu veröffentlichen.

Karl-Heinz Göttert: “Alles ausser Hochdeutsch”

Welche Dialekte gibt es im Deutschen? Wie sind sie entstanden? Wie grenzen sie sich voneinander ab? Verschwinden die Dialekte immer mehr oder bekommen sie allmählich wieder mehr Bedeutung? Diese und einige weitere Fragen stellt Karl-Heinz Göttert und versucht sie zu beantworten. – Manchmal bleibt es beim Versuch.

Bruce Bégout: “Der Park”

Massenproteste, Aufstände, Hunger- und Naturkatastrophen bevölkern die aktuellen Schlagzeilen, die Anzahl der Todesopfer klettert stetig in die Höhe. Die Idee, die „Übel der Welt“ in ein Freizeitvergnügen zu verwandeln, scheint daher abartig und pervers. Und bleibt dennoch innerhalb der Grenzen des Vorstellbaren.

Sandra Lüpkes: “Inselweihnachten”

Finja ist Mitte dreissig, seit sechs Jahren verheiratet, seit drei Jahren Redakteurin der auflagestarken Frauenzeitschrift Barbara. Doch das perfekt scheinende Leben befriedigt die Frau nicht. Sie packt ihre Koffer und möchte Weihnachten alleine auf einer Nordseeinsel verbringen.

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