<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Neuerscheinungen</title>
	<atom:link href="http://www.nahaufnahmen.ch/category/literatur/neuerscheinungen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.nahaufnahmen.ch</link>
	<description>Das Magazin im Netz</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Feb 2012 20:11:45 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.4</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Mark Werner: &#8220;Knautschzone&#8221;</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/02/06/mark-werner-knautschzone/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/02/06/mark-werner-knautschzone/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 20:10:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Despont</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Knautschzone]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Werner]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=10386</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/02/06/mark-werner-knautschzone/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/02/knautschzone-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Ein Musik-Freak als Hauptperson, die Auseinandersetzung mit dem Alltag, namentlich mit Beziehungskisten und mit der Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit, eine Mischung zwischen Ernsthaftigkeit und Humor – Ja, hier kommt ein Nick Hornby der deutschen Popliteraturszene. Leider kein besonders guter. „Knautschzone“ enttäuscht durch eine voraussehbare Handlung und mangelnde Ernsthaftigkeit. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Flucht vor dem Babybauch</strong></h1>
<h2>Mark Werner: &#8220;Knautschzone&#8221; (Roman)</h2>
<h3><strong>Ein Musik-Freak als Hauptperson, die Auseinandersetzung mit dem Alltag, namentlich mit Beziehungskisten und mit der Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit, eine Mischung zwischen Ernsthaftigkeit und Humor – Ja, hier kommt ein Nick Hornby der deutschen Popliteraturszene. Leider kein besonders guter. „Knautschzone“ enttäuscht durch eine voraussehbare Handlung und mangelnde Ernsthaftigkeit. </strong></h3>
<p>Von Sandra Despont.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10387" title="knautschzone" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/02/knautschzone.jpg" alt="knautschzone" width="200" height="326" />Henny Hinkelberch ist Rockstar, ein Frauenschwarm, verantwortlich für zahlreiche Hits, Schlagzeuger und Sänger der erfolgreichen <em>Yo Yo Men</em>. – Wenigstens in seinen Träumen. In Wahrheit sitzt Henny als Verwaltungsangestellter auf der Gemeinde Lichtenberg, seine Band hat zwar lokale Bekanntheit erlangt, spielt aber beharrlich und ohne grössere Ambitionen Covers von U2 und AC/DC, die Mädels stehen keineswegs Schlange und seine Beziehung zu Freundin Alexa ist ziemlich spannungslos geworden. Als diese ihm mitteilt, dass Henny Vater werden und damit endgültig in die Existenz eines Spiessers abdriften wird, läuft er weg. Ziel: Los Angeles.</p>
<h3><strong>Wühlen nach den Liebeskartoffeln</strong></h3>
<p>Bereits am Flughafen kommt seine Flucht zu einem abrupten Ende. Natali, soeben von katastrophalen Ferien zurückgekehrt, rummst mit ihrem Auto in Henny, rettet ihn und vor allem sich selbst vor einer Schar schaulustiger Hobbyflugzeugknipser und landet mit dem Möchtegernrocker in einer abgefuckten Kneipe, deren Besitzer gerade eine Demo gegen die Schliessung seiner rauchverseuchten Absteige plant. Natali und Henny kommen sich schnell näher und nach wenigen Seiten ist klar: Hier haben sich zwei zwar nicht gesucht, aber doch gefunden. Praktischerweise steckt auch Natali in einer handfesten Beziehungskrise, was durch das eigenwillige Bild von Natali, die sich immer tiefer in den „Frustacker“ auf der Suche nach „Holger’schen Liebeskartoffeln“ wühlt, anschaulich gemacht wird. Zu sagen ist, dass manch andere Sprachspielereien wesentlich besser geglückt sind. Streckenweise liest sich „Knautschzone“ flott und mit einem Lächeln auf den Lippen. Die Annäherung an den flüssigen, verspielten und mit Sprachwitz nicht geizenden Hornby-Stil ist, abgesehen von einigen schrägen und eher unfreiwillig komischen Bildern wie der „Liebeskartoffel“, nicht schlecht gelungen. Woran es wirklich hapert, ist an der Geschichte und den Charakteren.</p>
<h3><strong>Ärgerliche Tabubrüche</strong></h3>
<p>Hennys Panik vor einer baldigen ungewollten Vaterschaft, seine Angst vor ewigen Bindungen, vor Veränderung einer Beziehung und der Verantwortung für ein Kind mag noch einigermassen nachvollziehbar sein. Doch Hennys Abscheu vor dem schlaffen Nachschwangerschaftskörper seiner Freundin und seine vom Grossvater übernommene Ansicht, Frauen hätten nur das Ziel, mit ihren Babybäuchen die Männerträume plattzuwalzen und würden dann nicht mal mehr den Anstand haben, nach der Schwangerschaft so lecker auszusehen wie vorher, machen Henny ordentlich unsympathisch. Umso schlimmer, dass Henny diesem unreflektierten Machismo bis zum Schluss mit gutem Gewissen treu bleiben darf, denn es fügt sich alles so, dass er sich seinen Ängsten nicht stellen muss, sondern mit Natali in eine scheinbar problemlosere Beziehung fliehen kann. Natali hasst ihren Job als Kindergärtnerin vor allem wegen der Kinder und ist damit die Idealbesetzung als Wunschfrau für einen, der vor einem Babybauch geflohen ist. Sie ist frech, sexy und witzig, absolut trinkfest und nur Zigarettenqualm kann ihre Superallergie einigermasse beruhigen. Die beiden sonnen sich in der Vorstellung, sie seien die verkörperten „Tabubrüche“, während man beide bestenfalls verlogen und jämmerlich finden kann. Da diesen „Helden“ dann durch die Handlung auch noch fröhlich zugespielt wird, wird „Knautschzone“ immer mehr zum schwer erträglichen Ärgernis. Damit Natali und Henny ohne schlechtes Gewissen in den Sonnenuntergang reiten können, stammt Hennys Kind natürlich gar nicht von ihm, was ihn ruckzuck von einer Auseinandersetzung mit einer ungewollten Schwangerschaft entbindet. Die schwangere Alexa wird als billiges Flittchen, die sich Henny auf eine ganz miese Tour geangelt hat, gezeichnet. Sie ist, wie sich herausstellt, mit ihrem Chef fremdgegangen, was die Männerfreundschaft zwischen dem kurzzeitig verdächtigten <em>Yo Yo Man</em> Philipp und Henny wieder ins Lot bringt, so dass sich die beiden weiterhin einen von ernsthaften Fragen unbehelligten öden Schlagabtausch um das Immergleiche liefern und schlüpfrige Witze austauschen können. So einfach kann das Leben sein.</p>
<h3><strong>Kirschkuchenkotzszenen als Unterhaltungsgags</strong></h3>
<p>Unterbrochen ist die vorhersehbare Vereinigung von Natali und Henny durch eine Art Entwicklungsgeschichte Hennys, die sich vor allem auf die Entstehung seiner Band konzentriert, mit gelegentlichen Abstechern zu Kirschkuchenkotzszenen bei Schwiegereltern in spe und ähnlichen platten Unterhaltungsgags. Diese Teile des Romans mögen allenfalls andere Möchtegernmusiker und Amateurbandmitglieder ansprechen, für alle anderen bleibt alles zu sehr an einer unverfänglichen Oberfläche, als dass man sich ernsthaft für so wichtige Streitfragen ob „In The Air tonight“ ein tauglicher Titel ist, interessieren könnte. Von dem, was Nick Hornby mit seinen Büchern geschafft hat, nämlich Fussballbanausen die Gefühle von Fussballfans zu vermitteln oder Musiknoobs eine Ahnung davon zu geben, wie bedeutsam Musik im Leben sein kann, bleibt „Knautschzone“ weit entfernt. Wer bereits nach wenigen Seiten von der Plattheit der Charaktere, der Voraussagbarkeit der Geschichte und den insgesamt lahmen Witzen gelangweilt ist, kann den Roman unbesorgt weglegen. Er verpasst nichts.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Knautschzone<br />
 Autor: Mark Werner<br />
 Verlag: Rowohlt Polaris<br />
 Seiten: 283<br />
 Richtpreis: CHF 21.90</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/02/06/mark-werner-knautschzone/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Julian Barnes: &#8220;Vom Ende einer Geschichte&#8221;</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/30/julian-barnes-vom-ende-einer-geschichte/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/30/julian-barnes-vom-ende-einer-geschichte/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 08:48:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Letnansky</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Barnes]]></category>
		<category><![CDATA[Man Booker Prize 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Vom Ende einer Geschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=10355</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/30/julian-barnes-vom-ende-einer-geschichte/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/VomEnde-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Erinnerungen können trügen. Das muss Julian Barnes' Protagonist Tony am eigenen Leib erfahren. Indem eine vierzig Jahre alte Geschichte neu aufgerollt wird, lässt Barnes seinen Helden die Unzulänglichkeiten des menschlichen Erinnerungsvermögens erkennen und stellt so jede Autobiographie in ein neues Licht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Reise in die Vergangenheit</strong></h1>
<h2><strong> </strong><span style="font-weight: normal;">Julian Barnes: &#8220;Vom Ende einer Geschichte&#8221; (Roman)</span></h2>
<h3><span style="font-weight: normal;"><strong>Erinnerungen können trügen. Das muss Julian Barnes&#8217; Protagonist Tony am eigenen Leib erfahren. Indem eine vierzig Jahre alte Geschichte neu aufgerollt wird, lässt Barnes seinen Helden die Unzulänglichkeiten des menschlichen Erinnerungsvermögens erkennen und stellt so jede Autobiographie in ein neues Licht.</strong></span></h3>
<p><span style="font-weight: normal;"><strong> </strong></span><span style="font-weight: normal;">Von Lisa Letnansky.</span></p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10356" title="VomEnde" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/VomEnde.jpg" alt="VomEnde" width="200" height="327" />„Geschichte ist die Gewissheit, die dort entsteht, wo die Unvollkommenheiten der Erinnerung auf die Unzulänglichkeiten der Dokumentation treffen“, zitiert Adrian Finn in einer Geschichtsstunde den fiktiven Franzosen Patrick Lagrange. Adrian ist vor kurzem neu in die Klasse gekommen und hat mit Colin, Alex und Tony auch rasch Freunde gefunden. Ein wenig ernster und intellektueller als seine Altersgenossen, inspiriert er sie zu langen Diskussionen und der ständigen Interpretation ihrer Umwelt. Vor allem Tony, der Ich-Erzähler von „Vom Ende einer Geschichte“, ist fasziniert von seinem neuen Freund und muss schliesslich erkennen, dass Adrians Zitat über die Entstehung von Geschichte auch auf das alltägliche Leben des kleinen Bürgers anwendbar ist.</p>
<h3><strong>Der Held der Jugend</strong></h3>
<p>Im Mittelpunkt von Julian Barnes&#8217; neustem Roman steht der mittlerweile sechzigjährige Tony, der sich an seine Schul- und Jugendzeit erinnert. Ausgelöst durch einen mysteriösen Brief und eine damit verbundene Erbschaft, beginnt für ihn eine Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit, die schliesslich in einer Art Obsession endet. Denn Adrian, der bewunderte Schulkamerad, war damals mit einem Mädchen zusammen, von dem sich Tony selbst erst kurze Zeit zuvor getrennt hatte, und nahm sich nur wenig später das Leben. Scheinbar überlegt und besonnen wies er das Geschenk des Lebens, um das er nicht gebeten habe, zurück, wie er in seinem Abschiedsbrief klarstellte. Tony und seine Freunde waren sich erst unschlüssig, ob sie Adrians Tat beeindruckend oder dumm finden sollten, aber auch vierzig Jahre später verklärt sich Tonys Erinnerung an den Selbstmörder in ein Bild des jugendlichen Helden, der das Leben und die Zusammenhänge viel klarer erkannte als alle anderen.</p>
<h3><strong>Erinnerungen = Ereignisse + Zeit?</strong></h3>
<p>An dieser Vorstellung zweifelte Tony zeit seines Lebens nie. Erst eine Nachricht der Mutter des besagten Mädchens bringt die scheinbar so klaren Erinnerungen ins Wanken. Wie hatte sich das damals eigentlich genau abgespielt? Konnte er sich sicher sein, dass es wirklich so war, wie er immer geglaubt hatte? Diese Vorstellung lässt Tony nun nicht mehr los, er kramt in seinen Erinnerungen, liest alte Briefe und stellt Nachforschungen an. Langsam muss er erkennen, dass die „Annahme, dass Erinnerungen Ereignisse plus Zeit sind“, viel zu bequem ist, und dass, „je länger das Leben andauert, es desto weniger Menschen gibt, die unsere Darstellung infrage stellen, uns daran erinnern können, dass unser Leben nicht unser Leben ist, sondern nur die Geschichte, die wir über unser Leben erzählt haben“.</p>
<p>Diesen Suchprozess nach der eigenen Geschichte erzählt Tony nun einem nicht näher bezeichneten Gegenüber auf eine ganz unsentimentale und liebenswürdige Weise, verliert sich mal schwadronierend in amüsanten Anekdoten oder teilt ironische Seitenhiebe gegen sich selbst und seine Umwelt aus. Sachlich zerlegt er die Verblendungen und Überheblichkeiten der Jugend, entwirft ganz nebenbei ein Porträt der Klassengesellschaft im London der sechziger Jahre, legt die Bequemlichkeit und Passivität des Alters bloss und zersetzt so Stück für Stück die Vorstellung von der Unantastbarkeit einmal festgelegter Erinnerungen.</p>
<h3><strong>Ein schmales Buch mit grossen Nachwirkungen</strong></h3>
<p>Die Wirkung lässt auch nicht lange auf sich warten: Unweigerlich legt man das Buch von Zeit zu Zeit kurz weg, um sich selbst bestimmter Begebenheiten zu entsinnen und sich zu fragen, ob diese Erinnerungen wohl bei allen Involvierten ähnlich seien, oder ob das, was man als seine Vergangenheit bezeichnet, nur Erinnerungen sind, die die Zeit zu Gewissheiten verzerrt hat – ein Gedanke, der eine interessante Rolle spielen könnte, wenn man das nächste Mal eine Autobiographie aufschlägt.</p>
<p>„Vom Ende einer Geschichte“ nimmt den Leser also nicht nur mit auf die Reise in Tonys Vergangenheit, sondern auch immer in die eigene – eine bemerkenswerte Wirkung eines nur 192 Seiten starken Romans, für den Barnes 2011 zu Recht mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet wurde.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Vom Ende einer Geschichte<br />
 Autor: Julian Barnes<br />
 Übersetzerin: Gertraude Krueger<br />
 Verlag: Kiepenheuer &amp; Witsch<br />
 Seiten: 192<br />
 Richtpreis: CHF 27.90</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/30/julian-barnes-vom-ende-einer-geschichte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Christian Zehnder: &#8220;Julius&#8221;</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/29/christian-zehnder-julius/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/29/christian-zehnder-julius/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 17:37:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Despont</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Christian Zehnder]]></category>
		<category><![CDATA[Julius]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=10347</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/29/christian-zehnder-julius/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/julius1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Aus unendlicher Ferne scheint in Christian Zehnders kurzem Roman ein nüchterner, aber durchaus mitfühlender Beobachter das Erwachsenwerden des träumerischen Julius’ zu verfolgen. Ungreifbar und schwebend ist diese Geschichte, und dabei schön und poetisch. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Ein seltsamer junger Mann</strong></h1>
<h2>Christian Zehnder: &#8220;Julius&#8221; (Roman)</h2>
<h3><strong>Aus unendlicher Ferne scheint in Christian Zehnders kurzem Roman ein nüchterner, aber durchaus mitfühlender Beobachter das Erwachsenwerden des träumerischen Julius’ zu verfolgen. Ungreifbar und schwebend ist diese Geschichte, und dabei schön und poetisch. </strong></h3>
<p>Von Sandra Despont.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10352" title="julius" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/julius1.jpg" alt="julius" width="200" height="311" />Julius ist ein etwas seltsamer Jugendlicher: ernst, träumerisch, sensibel. Er lässt vieles aus, was seine Altersgenossen umtreibt, von wilden Partys, Alkohol- und Drogenexperimenten kann keine Rede sein. Er wirkt träge, scheint keine Leidenschaften, keine Hobbies zu haben. Seine Pubertät verbringt er mit grosser Ernsthaftigkeit, wartend, eigentlich ist er erwachsener als jeder Erwachsene. Seine Eltern sind gleichzeitig froh und irritiert. Sie haben einen Jungen, der sich nicht auflehnt, aber auch nicht lacht, für den das Treppensteigen eine der interessantesten Tätigkeiten ist, die man sich vorstellen kann. Sein einziger Freund Martin wohnt seit langem in einem anderen Kanton, neue Freunde sucht sich Julius nicht. Bis er wieder an Martin denkt, ihn besucht, vergehen fünf Jahre. Erst als Julius wieder mit Martin zusammenzieht, kommt etwas mehr Bewegung in sein Leben.</p>
<h3><strong>Leben durch Martin</strong></h3>
<p>Doch wo ein Mensch wie Julius, der Tage braucht, um auf einfache Fragen zu antworten, der nicht mit Gleichaltrigen abhängt, sondern lieber stundenlang durch Felder streift und an Waldrändern sitzt, im Leben einen Platz finden soll, bleibt fraglich. Lange scheint er bloss durch seinen Freund Martin etwas vom prallen Leben, das dieser für sich entdeckt, abzubekommen. Er schreibt Martins Seminararbeiten, bleibt aber für sich selbst ohne jede Ambition, verharrt in einem stillen Nachdenken, begleitet Martin und seine Freundin, statt sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Auch das zärtliche Mädchen, mit dem er seine erste, beglückende Liebesnacht verbringt, ist eine Bekannte Martins. Julius bleibt Beobachter, Stadtwanderer, er lernt die Gesichter der Passanten auswendig, sieht den Verkäuferinnen nach ihrem Feierabend zu, wie sie der Sonne ausweichen und rauchen. Die Begegnung mit Jadwiga gibt seinem Leben schliesslich eine etwas genauere Richtung.</p>
<h3><strong>Rätsel Julius</strong></h3>
<p>In „Julius“ geht es um das Hinaustreten ins Leben, um das Erwachsenwerden eines Jugendlichen. Doch statt Einblicke in die Seele eines Pubertierenden zu erhalten, lesen wir einen Text, der seltsam zwischen neutralem Bericht und mitfühlender Charakterstudie schwankt. Einerseits scheint der Erzähler angesichts seines seltsamen Studienobjekts ebenso irritiert wie der Leser, andererseits wirbt er mit zärtlichen Worten um Verständnis für den andersartigen jungen Mann. Nahe kommt man dem Titelhelden Julius nicht; und wenn, dann nur in flüchtigen Augenblicken des Verstehens und nur kurz bevor Julius wieder zum Rätsel wird. Mit grosser Distanz blickt der Erzähler auf diesen Knaben, beschreibt, wie er Freundschaft und erste Liebe erfährt, wie er seinen Platz im Leben sucht. Doch Julius’ Gänge durch eine namenlos bleibende, aber doch als Bern erkennbare Stadt bleiben durch die meist fehlende Innensicht, die Zeitsprünge, den raschen Szenenwechsel kaum nachvollziehbar. Diese Ferne zu ertragen, ist nicht immer leicht. Man wünschte sich oft, man würde einen Schlüssel in die Hand bekommen, das einem das Rätsel Julius zu lösen hilft.</p>
<h3><strong>Gesucht poetisch mit stillen Gesten</strong></h3>
<p>Andererseits entfaltet „Julius“ gerade durch diese schwebende Ferne einen besonderen Reiz. Wie könnte ein so sonderbarer Mensch, der schon als Kind stundenlang über sich selbst nachgedacht hat, überhaupt gefasst werden? Julius ist so, weil er eben Julius ist. Er fügt sich nur widerstrebend in die normale Alltagswelt. Er geht in ihr spazieren, ohne Teil zu haben oder Teil zu werden, er beobachtet und leidet auf seine ihm ganz eigene Weise.</p>
<p>Wer diese Unsicherheiten etragen kann, wer den trägen, etwas gesucht poetischen Schreibstil von Christian Zehnder zu schätzen weiss, wer keine pompösen Ereignisse braucht, sondern mit zarten, stillen Gesten ebensogut leben kann, wird diesen Roman, der sprachlich so träumerisch und unbestimmt gestaltet ist wie sein Titelheld, mit Genuss lesen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Julius<br />
 Autor: Christian Zehnder<br />
 Verlag: dtv premium<br />
 Seiten: 120<br />
 Richtpreis: CHF 18.90</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/29/christian-zehnder-julius/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tanja Weber: &#8220;Sommersaat&#8221;</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/29/tanja-weber-sommersaat/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/29/tanja-weber-sommersaat/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 13:40:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Despont</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sommersaat]]></category>
		<category><![CDATA[Tanja Weber]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=10342</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/29/tanja-weber-sommersaat/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/sommersaat-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>In ihrem ersten Kriminalroman um den Postboten Stifter und den bayrischen Kommissar Thalmeier enttarnt Tanja Weber eine Dorfidylle, zeichnet mit wenigen Worten selbst von Nebenfiguren Porträts mit scharfen Konturen und begeistert mit zwei eigentümlichen Protagonisten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Besser als ein Pageturner</strong></h1>
<h2>Tanja Weber: &#8220;Sommersaat&#8221; (Kriminalroman)</h2>
<h3><strong>In ihrem ersten Kriminalroman um den Postboten Stifter und den bayrischen Kommissar Thalmeier enttarnt Tanja Weber eine Dorfidylle, zeichnet mit wenigen Worten selbst von Nebenfiguren Porträts mit scharfen Konturen und begeistert mit zwei eigentümlichen Protagonisten. </strong></h3>
<p>Von Sandra Despont.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10343" title="sommersaat" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/sommersaat.jpg" alt="sommersaat" width="200" height="344" />Sinuskurve. Und das schon im allerersten Satz. Oje, oje, wenn ein Briefträger keine einfachen Biegungen mehr fährt, sondern Sinuskurven, dann kann man sich auf etwas gefasst machen&#8230; Will hier eine Autorin ihren Bildungsbürgertumswortschatz vor uns ausbreiten? – Aber nein. Weit gefehlt! An unserem Pöstler liegts, denn der hat einige Semester Philosophiestudium hinter sich und eine akademisch genaue Ausdrucksweise damit voll drauf! An der Sinuskurve ist also alleine er schuld. Und nicht nur daran, sondern auch an der erfreulichen Ernsthaftigkeit und Tiefe dieses Kriminalromans.</p>
<h3><strong>Ein Männlein liegt im Walde</strong></h3>
<p>Ein Männlein, steht, nein, liegt im Walde von Germerow, einem trostlosen, sich aus zwei grösseren planierten Strassen und zahlreichen Bausünden aus der DDR-Zeit zusammensetzenden Ort in Brandenburg. Stumm ist das Männchen auch, denn man hat ihm den Schädel so eingedroschen, dass ausser blutigem Matsch kaum noch etwas übrig ist. Das Männlein heisst Walter Demski, genannt Micha. Einer, dessen Leben mit dem Wort Totalabsturz am besten gefasst werden kann, der zu Lebzeiten Frau und Kinder terrorisiert und geprügelt hat, einer auch, der in der Zeit vor seinem Tod plötzlich als Fahrer von Luxuskarossen zu sehen war. Und einer, dem man nun auf äusserst brutale Weise ein Ende gesetzt hat. Der Anfangsverdacht fällt auf den Entdecker der Leiche, den Postboten Johannes Stifter, doch bald wird klar: In diesem unscheinbaren Dorf in Brandenburg ist nicht nur der Briefträger ein etwas seltsamer Kerl, hier haben auch noch einige andere Leute etwas zu verbergen.</p>
<h3><strong>Bayer, Bulle, sympathischer Mensch</strong></h3>
<p>Voilà, die Leiche hätten wir, skurril geschmückt mit Blümchen, die der mongoloide Sonny in seinem unschuldigen Spiel sorgfältig zu einem lächelnden Mund arrangiert hat. Und hier ist auch schon der Ermittler: Thalmeier, seines Zeichens alter Sack, Wessi, und, das Schlimmste, Bayer. Sein Markenzeichen: Ein Strickjanker, den er trotz Hitze mit grosser Sturheit ständig übergezogen hat, selbst wenn ihn dieser Janker schon einmal an den Rand einer Ohnmacht treibt und sein Kollege Galicek ihn deswegen als armen Irren und als „du Bayer du!“ beschimpft. Gemütlich, mitfühlend, schlau, und vor allem müde bewegt er sich durch die Landschaft Brandenburgs, in die er geflohen ist, um Vergessen zu können. Während der Aufklärung des Falls in Germerow trifft er auf eine Figur, die ebenso skurril und liebenswert ist wie er selbst: Johannes Stifter, ein Postbote, der zweiundzwanzig Semester Philosophie studiert hat und nun seit zehn Jahren mit dem Verfassen seiner Doktorarbeit befasst ist, hat in der brandenburgischen Einöde Germermows die Einfachheit und in der automatisierten, entfremdeten Arbeit des Ablesens und Einordnens von Post eine kontemplative, ihn in einen glücklichen Zustand versetzende Arbeit gesucht und gefunden. In Thalmeier findet er etwas, das er bisher für unvereinbar gehalten hat: Einen bayrischen Bullen, der zudem noch ein sympathischer Mensch ist. Beide ermitteln auf ihre Art und Weise und bloss punktuell treffen ihre Welten aufeinander. Doch auch ohne dass sich die beiden in die Arme fallen oder einander ihre Lebensgeschichte darlegen, wird deutlich, dass sich zwischen Postbote und Polizist ein leises Vertrauen anbahnt, das in einer Freundschaft enden könnte.</p>
<h3><strong>Germerow – totentwickelte Idylle</strong></h3>
<p>Und dann dieses Germerow: Ein Ort, in dem Kieswege pedantisch geharkt werden, in dem an einem Montagvormittag nur Alte und Hoffnungslose unterwegs sind. Alte und Hoffnungslose, die einander nicht helfen, weil sie genug mit sich selbst zu tun haben. Ein Ort mit Menschen, die sich früher einen bescheidenen Wohlstand zusammenbeobachtet haben und gewohnheitsmässig weiterbeobachten, ein Ort, an dem eine alleinstehende Mutter, Sozialhilfeempfängerin, dazu noch mit einem mongoloiden Kind, kaum auf Mitgefühl und Hilfe hoffen kann. Ein Ort, der zu DDR-Zeiten „totentwickelt“ wurde, mit einem Unterstand an der Bushaltestellte, der ein „Relikt aus der Hochzeit der Pfuschbauten“ ist. Ein Ort, an dem die Menschen unsichtbar in ihren Häusern hocken, aber plötzlich auftauchen, sobald es etwas zu sehen gibt. Eine Idylle, die nur so nach Enttarnung schreit.</p>
<h3><strong>Beharrliche Klugheit statt Zaubertricks</strong></h3>
<p>In diesem Germerow und in der Beschreibung seiner Menschen zeigt sich die Qualität von „Sommersaat“. Am Mordfall liegt es sicher nicht, dass man „Sommersaat“ mit Vergnügen liest. Es liegt sicher nicht an der spektakulären Ermittlungsarbeit von Thalmeier, denn der gemütliche Bayer setzt mehr auf beharrliche Klugheit als auf sensationelle Zaubertricks der Ermittlungskunst. Es liegt ganz bestimmt nicht an dem Verlangen, einen brutalen Mord aufgeklärt zu sehen, denn der tote Micha weckt, je mehr man über ihn erfährt, eher Abscheu und Verachtung, keinesfalls aber den Wunsch, seinen Mörder dingfest gemacht zu sehen. Nein, es ist eine ernsthafte, mitfühlende Weise, Orte und Figuren fassbar zu machen, die „Sommersaat“ vor anderen Kriminalromanen auszeichnet. Tanja Weber charakterisiert liebevoll, kritisch, humorvoll und immer unterhaltsam, changiert gekonnt zwischen verschiedenen Erzählperspektiven und zeichnet ihre Figuren handelnd, denkend und sprechend ungemein genau und anschaulich. Mit wenigen Sätzen führt einen Tanja Weber nahe an ihre Figuren heran und lässt einen hinter Fassaden blicken, ohne in Gefühlsduselei zu verfallen. So bringt sie etwa das Wesen eines Tatverdächtigen kurz und bündig auf den Punkt, indem sie feststellt, dass er „auch als Mann ein eher preiswerteres Modell“ gewesen sei, macht die Not eines sozial benachteiligten Jungen fast körperlich spürbar, dessen Leben als Loser vorgezeichnet ist, der sich nach Mama sehnt und es in seinen Gewaltphantasien als Monster im Kampfrausch allen zeigt, und Tanja Weber schafft mit dem bayrischen Bullen und dem philosophierenden Postboten zwei unglaublich sympathische, vielschichtige Figuren, denen man gerne folgt und von denen man nur zu gern mehr lesen möchte.</p>
<h3><strong>Kein Pageturner&#8230;</strong></h3>
<p>Wer von einem Kriminalroman spektakuläre Fälle erwartet, wer auf jeder Seite ungeduldiger auf die Lösung des Rätsels hinlesen, wer wie im Fieber die Seiten blättern will, ist bei „Sommersaat“ falsch, denn einen so genannten Pageturner hat Tanja Weber wahrlich nicht geschrieben. Zu langsam ist der Erzählrhythmus, zu viele Seiten verwendet sie auf die Beleuchtung von Hintergründen, zu sehr weicht sie von der strikten Konzentration auf Fall und Ermittlungsarbeit ab. „Sommersaat“ ist mehr Roman als Krimi und mag deshalb den Fans von actiongeladener Spannungsliteratur eher lahm und so gemütlich vorkommen wie der ermittelnde Kommissar.</p>
<h3><strong>&#8230;sondern etwas viel Besseres</strong></h3>
<p>Wer jedoch eine tiefe Figurenzeichnung, die sorgfältige Gestaltung einer Atmosphäre und unaufgeregte, präzise Prosa schätzt, der liegt mit „Sommersaat“ richtig. Hier ist der Weg das Ziel, und zwar in einem so hohen Mass, dass man, je länger man liest, desto mehr das Ende des Romans bedauert, noch bevor man es kennt. Denn das Ende bedeutet ein Abschied vom Wolljanker Thalmeiers und von dem philosophierenden Postboten Stifter. Es bedeutet, Figuren zu verlassen, die man lieb gewonnen hat und an deren Leben man Anteil nimmt. „Sommersaat“ ist kein Krimi, den man nach der Lösung des Falls als gelesen abhakt, im Büchergestell verschwinden lässt und nicht mehr hervornimmt, solange man sich noch daran erinnern kann, wer schlussendlich der Mörder war. „Sommersaat“ ist etwas viel Besseres, nämlich ein Buch, das die besten Elemente von Krimi und Roman in sich vereinigt und damit zu ernstzunehmender Literatur wird, die über blosse Unterhaltung hinausgeht.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Sommersaat<br />
 Autor: Tanja Weber<br />
 Verlag: Aufbau<br />
 Seiten: 350<br />
 Richtpreis: CHF 28.90</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/29/tanja-weber-sommersaat/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Philipp Mattheis: &#8220;In Dingenskirchen&#8221;</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/jenseits-der-dorfidylle-philipp-mattheis-in-dingenskirchen-geschichten-vom-arsch-der-welt/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/jenseits-der-dorfidylle-philipp-mattheis-in-dingenskirchen-geschichten-vom-arsch-der-welt/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 07:33:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ferdinand Laudage</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[In Dingenskirchen]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Mattheis]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=10334</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/jenseits-der-dorfidylle-philipp-mattheis-in-dingenskirchen-geschichten-vom-arsch-der-welt/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/indingenskirchen-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Der Prozess des Erwachsenwerdens ist sowieso schon mit vielen Querelen verbunden. Doch wer ausgerechnet dort der Pubertät entfliehen muss, wo Tristesse und Monotonie Tür an Tür leben, hat es besonders schwer. Der heute 32-jährige Autor Philipp Matthies beschreibt seine im Grunde alles andere als müde Jugend im fiktiven Münchner Vorort Dingenskirchen und erklärt dabei sogar mithilfe der Wissenschaft, warum man Kühe einfach nicht umschubsen kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Jenseits der Dorfidylle</h1>
<h2>Philipp Mattheis: &#8220;In Dingenskirchen &#8211; Geschichten vom Arsch der Welt&#8221; (Roman)</h2>
<h3>Der Prozess des Erwachsenwerdens ist sowieso schon mit vielen Querelen verbunden. Doch wer ausgerechnet dort der Pubertät entfliehen muss, wo Tristesse und Monotonie Tür an Tür leben, hat es besonders schwer. Der heute 32-jährige Autor Philipp Matthies beschreibt seine im Grunde alles andere als müde Jugend im fiktiven Münchner Vorort Dingenskirchen und erklärt dabei sogar mithilfe der Wissenschaft, warum man Kühe einfach nicht umschubsen kann.</h3>
<p>Von Ferdinand Laudage.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10335" title="indingenskirchen" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/indingenskirchen.jpg" alt="indingenskirchen" width="200" height="305" />Wer seine Kindheit auf dem Land verbringen darf, ist eigentlich ein wahrer Glückspilz. Denn das Kind vom Land weiss, dass Kühe nicht lila sind, und es weiss, wie sich Moos unter nackten Füssen anfühlt oder wie Gäseblümchen schmecken. Es braucht nicht viel Phantasie, um eine abenteuerliche Kindheit zwischen Feldern und Wäldern zu verleben. Doch sobald das Kind erstmals bemerkt, dass das doch alles uncool ist, beginnt eine harte Zeit. Nicht nur für die Eltern, sondern auch für das pubertierende Kind selbst.</p>
<h3>Willkommen im Vorortsgefängnis</h3>
<p>In Dingenskirchen hat man es nicht leicht als Heranwachsender, der Abwechslung braucht. Denn genau daran fehlt es. Also wird aus Langeweile randaliert, und die Dorfjugendlichen mutierten in den Augen des Bürgermeisters zu Vandalen. Dass jedes kleine Vergehen in der Provinz schnell die Runde macht, verwundert nicht. Ein Klischee, welches also in gewisser Weise der Wahrheit entspricht, glaubt man zumindest dem autobiographischen Roman von SZ-Autor Philipp Mattheis.</p>
<p>Die &#8220;Geschichten vom Arsch der Welt&#8221;, die Matthies in seinem ersten Roman erzählt, lassen keine Jugendsünde aus. Der Autor und dessen Clique erleben Skurriles mit Alkohol und beim Kiffen, Aufregendes mit dem schönsten Mädchen des Dorfes, und nicht nur einmal erleben sie auch ihr blaues Wunder. Sie pubertieren wie nach Lehrbuch. Doch im Grunde ist die Quertreiberei als Hilfeschrei zu deuten, denn jeder von ihnen fühlt sich beengt und möchte am liebsten in die grosse weite Welt &#8211; oder zumindest nach München. Doch wie soll das ohne Führerschein funktionieren?</p>
<h3>Themen von Welt beschäftigen das Dorf</h3>
<p>Mattheis präsentiert ein Bild vom Land, das absurd und grotesk, aber dadurch erheiternd und komisch ist. Auf der anderen Seite wird die Stadt idealisiert und verklärt dargestellt. Mattheis nimmt sich und seine Weggefährten selbst aufs Korn, lässt aber auch schwierige Themen wie Alkoholmissbrauch, Drogenhandel und den Tod nicht aussen vor. So wirkt der Roman vollends authentisch und weiss zu unterhalten.</p>
<p>Man muss seine Jugend nicht in der bayrischen Provinz verschwendet haben, um über diesen Roman schmunzeln zu können. Selbst Leser, die in der Stadt aufgewachsen sind, dürften sich in so mancher Erzählung wiederfinden. Denn im Grunde hat uns alle irgendwann dasselbe Schicksal getroffen: die Pubertät.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: In Dingenskirchen &#8211; Geschichten vom Arsch der Welt<br />
 Autor: Philipp Mattheis <br />
 Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag<br />
 Seiten: 270<br />
 Richtpreis: CHF 13.50</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/jenseits-der-dorfidylle-philipp-mattheis-in-dingenskirchen-geschichten-vom-arsch-der-welt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Claire Cook: &#8220;Frühjahrsputz&#8221;</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/claire-cook-fruhjahrsputz/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/claire-cook-fruhjahrsputz/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 07:24:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Luzia Zollinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Claire Cook]]></category>
		<category><![CDATA[Frühjahrsputz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=10328</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/claire-cook-fruhjahrsputz/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/frühjahrsputz-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Alleinerziehende Mutter, verheiratet und doch Single. All dies trifft auf Jill Murray zu. Sie hat ihr Leben im Griff, wohnt in einem Einfamilienhaus und hat beruflich abwechslungsreiche Aufträge. Doch eigentlich wünscht sie sich, dass ihre Tochter ihren Vater kennen lernt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Liebe auf Umwegen</strong></h1>
<h2>Claire Cook: &#8220;Frühjahrsputz&#8221; (Roman)</h2>
<h3><strong>Alleinerziehende Mutter, verheiratet und doch Single. All dies trifft auf Jill Murray zu. Sie hat ihr Leben im Griff, wohnt in einem Einfamilienhaus und hat beruflich abwechslungsreiche Aufträge. Doch eigentlich wünscht sie sich, dass ihre Tochter ihren Vater kennen lernt.</strong></h3>
<p>Von Luzia Zollinger.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10329" title="frühjahrsputz" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/frühjahrsputz.jpg" alt="frühjahrsputz" width="200" height="316" />Seit Jill Murrays Mann sie vor sieben Jahren vom einen auf den anderen Tag mit ihrer gemeinsamen Tochter Anastasia stehen gelassen hat, ist Jill häuslich geworden. Nie hätte sie dies für möglich gehalten, denn Jill war ihr ganzes Leben lang eine Weltenbummlerin. Doch mit einer Tochter und keinem Mann, der einem finanziell unter die Arme greift, muss Jill an einem Ort bleiben und ihre Brötchen selber verdienen. Jill leitet einen Kochkurs namens &#8220;Eine kulinarische Reise um die Welt&#8221;, vermittelt telefonisch Kulturreisen für &#8220;Freundinnen unterwegs&#8221; und gibt ihr Wissen über die Kultur anderer Länder an Privat- und Firmenkunden weiter. Mit diesen drei Arbeiten ist Jill mehr als beschäftigt, oft rund um die Uhr. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für Anastasia. So hat Jill sich ihr Leben nicht vorgestellt.</p>
<h3><strong>Unerwartet kommt oft</strong></h3>
<p>Immer und immer wieder hat sich die Szene in Jills Kopf abgespielt, wie es wäre, wenn Seth, ihr Mann, plötzlich vor der Türe stehen würde. Und eines Tages, als Jill gerade damit beschäftigt ist, ihre Kunden des Kochkurses kulinarisch in eine fremde Welt zu entführen, steht Seth im Türrahmen. &#8220;Er hatte dunkles, leicht gelocktes Haar, das ihm fast bis zu den Schultern reichte, und blasse, sommersprossige Haut. Ich hatte tausend Mal von dieser Szene geträumt und sie auf hundert verschiedene Arten ablaufen lassen.&#8221;</p>
<p>Jill ist im ersten Moment mit der Situation vollkommen überfordert und beschliesst, ihrer Tochter vorerst nicht zu sagen, dass ihr Vater nach so langer Zeit wieder aufgetaucht ist.</p>
<p>Als wäre Jill nicht schon genug durcheinander, verguckt sie sich auch noch in einen ihrer Kunden und unternimmt mit ihm romantische Fahrradtouren. Sieben Jahre lang hatte sie keinen Mann und jetzt gleich zwei. Da ist Gefühlschaos vorprogrammiert.</p>
<p>Claire Cook nimmt ihre Leser an die Hand und führt sie in ihrem siebten Buch durch das Wellental ihrer Hauptdarstellerin Jill. Mit einer leichten Sprache und manchmal zu schnulzigen Passagen taucht man in eine andere Welt ab, wie sie auch in Hollywood-Liebesfilmen vorkommt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Frühjahrsputz<br />
 Autorin: Claire Cook<br />
 Übersetzerin: Barbara Ostrop<br />
 Verlag: Ullstein Taschenbuch<br />
 Seiten: 336<br />
 Richtpreis: CHF 14.90</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/claire-cook-fruhjahrsputz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Jo Nesbo: „Die Larve“</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/jo-nesbo-%e2%80%9edie-larve%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/jo-nesbo-%e2%80%9edie-larve%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 07:16:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fee Anabelle Riebeling</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Larve]]></category>
		<category><![CDATA[Jo Nesbo]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=10323</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/jo-nesbo-%e2%80%9edie-larve%e2%80%9c/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/dielarve-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Kommissar Harry Hole ist eigentlich aus dem Polizeidienst ausgeschieden – eigentlich. Denn nach drei Jahren in Asien kehrt er an den Ort zurück, wo er einst Kriminellen das Handwerk legte. Doch kaum hat die Spürnase a.D. wieder Osloer Luft in der Nase, beginnt sie auch schon das Schnüffeln. Denn der Ermittler hat von einem Fall gehört, der ihm keine Ruhe lässt. Hole geht der Sache auf den Grund – und findet mehr heraus als ihm lieb ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Die Katze lässt das Mausen nicht</strong></h1>
<h2><strong>Jo Nesbo: „Die Larve“ (Thriller)</strong></h2>
<h3>Kommissar Harry Hole ist eigentlich aus dem Polizeidienst ausgeschieden – eigentlich. Denn nach drei Jahren in Asien kehrt er an den Ort zurück, wo er einst Kriminellen das Handwerk legte. Doch kaum hat die Spürnase a.D. wieder Osloer Luft in der Nase, beginnt sie auch schon das Schnüffeln. Denn der Ermittler hat von einem Fall gehört, der ihm keine Ruhe lässt. Hole geht der Sache auf den Grund – und findet mehr heraus, als ihm lieb ist.</h3>
<p>Von Fee Anabelle Riebeling.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10324" title="dielarve" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/dielarve.jpg" alt="dielarve" width="200" height="319" />Einen Neuanfang. Das war es, was Harry Hole nach seinem letzten Fall wollte. Hongkong schien ihm die Lösung seiner Probleme. Ohne Frau und Kind fing er dort noch mal von vorne an. Doch nun ist er zurück. Denn ihm ist ein Fall zu Ohren gekommen, der ihn nicht mehr loslässt: Ein Jugendlicher wurde wegen Mordes an einem Drogendealer angeklagt. Die Schuld wird lückenlos bewiesen. Doch die Lösung des Falls scheint Hole ein bisschen zu glatt gelaufen zu sein. Er beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Aber er wäre nicht  d e r  Harry Hole, wenn er nicht hin und wieder seine Kontakte im Kommissariat um Hilfe bitten würde.</p>
<h3><strong>Hartes Brot</strong></h3>
<p>Das – und noch einmal Sex mit der Ex – ist aber auch das einzige, was Autor Jo Nesbo seinem Helden an Annehmlichkeiten gewährt. Denn wie gewohnt mutet er dem Kommissar einiges zu. Ab und zu geht er sogar einen Schritt weiter als sonst. So kämpft Harry Hole nicht nur gegen den Alkoholdurst und Kriminelle, sondern auch mit seinen Gefühlen. Denn als er den mutmaßlichen Mörder im Gefängnis besucht, muss er erkennen, dass sein Gegenüber ein alter und vor allem ein sehr guter Bekannter ist. Und so wird aus der Aufklärung des mysteriösen Falls auch ein persönliches Anliegen.</p>
<p>Fortan ist die Drogenszene der norwegischen Hauptstadt Holes zweites Zuhause. Denn der Ermittler vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Auftauchen eines geheimnisvollen Drogenbosses und dem toten Dealer. Je mehr Hole herausfindet, desto mehr Widersacher ruft er auf den Plan. Denn wer auch immer der wahre Täter ist: Er muss viele Unterstützer haben, und das nicht nur in der Unterwelt. Ehemalige Kollegen zählen ebenso dazu wie Politiker. Ihnen allen ist Harry Hole ein Dorn im Auge. Um dem drohenden Tod immer wieder von der Schippe zu springen, muss der Kommissar erst einmal herausfinden, wem er überhaupt noch vertrauen kann.</p>
<h3><strong>Anspruchsvoll, aber ausbaufähig</strong></h3>
<p>Schlussendlich ist die Frage nach dem Vertrauen der Dreh- und Angelpunkt von Jo Nesbos „Die Larve“. Wenn es vordergründig um Drogenschmuggel, Mafiamethoden und geheime Verbindungen geht, belastet den Ermittler eigentlich viel mehr die Frage, wem er in diesem weitverzweigten Netz eigentlich noch trauen darf. Alles, was gestern noch als gesichert galt, muss heute in Frage gestellt werden. Von seinen Gegnern körperlich und seelisch schwer in Mitleidenschaft gezogen, zweifelt er schliesslich an sich selbst. Kann er derart gebrochen seinen Widersachern überhaupt die Stirn bieten?</p>
<p>Der neuste Krimi aus der „Harry Hole“-Reihe ist nicht nur aufgrund seiner 576 Seiten ein echtes Schwergewicht. Die weiter verästelte Geschichte gerät an manchen Stellen ins Stocken. Langatmig sind diese Passagen nicht, vielmehr etwas zu detailliert skizziert. Nichtsdestotrotz hat Jo Nesbo mit „Die Larve“ wieder einmal bewiesen, dass er ganz zu Recht zu den besten Autoren seines Fachs zählt. Er zeigt aber auch, dass selbst die ganz Grossen ab und an mal schwächeln. So gut wie seine Vorgänger ist Nesbos neuster Streich nicht.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Die Larve<br />
 Autor: Jo Nesbo<br />
 Übersetzer: Günther Frauenlob<br />
 Verlag: Ullstein<br />
 Seiten: 576<br />
 Richtpreis: CHF 29.90</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/jo-nesbo-%e2%80%9edie-larve%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ragnar Jonasson: &#8220;Schneebraut&#8221;</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/ragnar-jonasson-schneebraut/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/ragnar-jonasson-schneebraut/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 06:55:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Birke Tunc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ragnar Jonasson]]></category>
		<category><![CDATA[Schneebraut]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=10318</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/ragnar-jonasson-schneebraut/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/schneebraut-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>In Ragnar Jonassons "Schneebraut" schneit es oft. Doch das ist nicht der einzige Grund, wieso sich eine deprimierende und erdrückende Stimmung beim Leser breitmacht. Nervige Wiederholungen, zu viele Figuren, kaum vorhandene Spannung und ein Schluss, der viele Fragen offen lässt, bringen den Leser fast zum Verzweifeln.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Let it snow, let it snow, let it snow</strong></h1>
<h2>Ragnar Jonasson: &#8220;Schneebraut&#8221; (Thriller)</h2>
<h3><strong>In Ragnar Jonassons &#8220;Schneebraut&#8221; schneit es oft. Doch das ist nicht der einzige Grund, wieso sich eine deprimierende und erdrückende Stimmung beim Leser breitmacht. Nervige Wiederholungen, zu viele Figuren, kaum vorhandene Spannung und ein Schluss, der viele Fragen  offen lässt, bringen den Leser fast zum Verzweifeln.</strong></h3>
<p>Von Birke Tunç.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10319" title="schneebraut" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/schneebraut.jpg" alt="schneebraut" width="200" height="313" />Siglufjördur ist ein völlig abgelegenes Fischerdorf im Norden Islands, das nur durch einen Bergtunnel zu erreichen ist. Die Bewohner kennen sich seit ihrer Kindheit und bilden eine eingeschworene Gruppe, die kein Interesse an den Geschehnissen in der restlichen Welt hat und Fremde nicht gerade mit offenen Armen empfängt. Alle sind sich einig: In Siglufjördur passiert nie etwas. Und dann passiert doch was, welch Überraschung&#8230;</p>
<h3><strong>Dorfgeheimnisse</strong></h3>
<p>Ari, ein junger Polizeischüler, ist gerade dabei, seine Ausbildung abzuschliessen, als er ein festes Jobangebot in dem Örtchen Siglufjördur erhält. Es lässt daraufhin seine enttäuschte Freundin Kristin in Reykjavik zurück und macht sich auf den Weg nach Norden. Angekommen, deutet alles auf eine ereignislose und ruhige Zeit hin. Polizeichef Tomas versichert Ari, dass in Siglufjördur nie etwas passiert und seine Hauptaufgabe darin besteht, im Schnee stecken gebliebene Fahrzeuge wieder fit zu bekommen.Womit der junge Polizist allerdings wirklich zu kämpfen hat, ist das Wetter: ununterbrochen schneit es. Ausserdem wird er von den Dorfbewohnern nicht ernst genommen und ist ein Aussenseiter. Nur die hübsche Ugla, welche auch eine Zugezogene ist, gibt sich mit Ari ab, und es dauert nicht lange, bis die beiden Gefühle füreinander entwickeln.</p>
<p>Trotz des Versprechens von Tomas, dass in Siglufjördur nie etwas passiert, tut sich  bereits nach einer Woche was im kleinen Fischerdorf: Während der Probe des neusten Stücks des örtlichen Laientheaters kommt es zu einem Unfall. Hrolfur Kristjansson, Dorfberühmtheit und ehemals weltbekannter Schriftsteller, stürzt in der Pause die Treppe hinunter. Da er zuvor schon einiges getrunken hatte, sieht Tomas keinen Grund, in diesem Fall weiter zu ermitteln. Als nur einige Tage später Linda, die Frau eines Theatergruppenmitglieds, halb nackt und halb tot vor ihrem Haus im Schnee gefunden wird, muss allerdings sogar Tomas zugeben, dass es mit der Ruhe in Siglufjördur vorbei ist. Ari ist sich sicher, dass zwischen den beiden Fällen ein Zusammenhang besteht, doch die Aufklärung entpuppt sich als schwierig. Alle Dorfbewohner haben nämlich ein dunkles Geheimnis.</p>
<h3><strong>Gute Ideen und deren ziemlich schlechte Umsetzung</strong></h3>
<p>Ragnar Jonasson macht es dem Leser leicht &#8220;Schneebraut&#8221; nicht zu mögen. Als erstes wären da die nervigen Wiederholungen wie „Siglufjördur ist ein Dorf im Norden und hier passiert nie was“, „Ari hat sein Theologiestudium hingeschmissen“ oder „es schneit“, die einem das Gefühl geben, dass eigentlich während über 300 Seiten nichts passiert. Die Bezeichnung ‚Thriller’ erscheint hier mehr als unangebracht. Ausserdem sind da die seitenlangen Wiedergaben der Lebensläufe so ziemlich jedes Dorfbewohners, welche beim Leser ein Ohnmachtsgefühl auslösen. Wahrscheinlich war Jonassons Gedanke dahinter derjenige, dass so mehrere Figuren im Vordergrund stehen, somit eine grosse Anzahl von Verdächtigen vorhanden ist und die Geschichte dadurch spannend wird. Es ist aber einfach zu viel des Guten und man muss sich ziemliche Mühe geben, um sich daran zu erinnern, wer denn jetzt schon wieder spielsüchtig ist und wer doch gleich eine auserlesene Weinsammlung hat.</p>
<p>Trotz all diesen Figuren scheint das eigentliche Thema von &#8220;Schneebraut&#8221; die Winterzeit in Island zu sein, welche den Menschen das Leben erschwert. In jedem zweiten Satz wird erwähnt, wie kalt es ist und wie viel Schnee rumliegt, um das Gefühl der Dunkelheit und der Einsamkeit zu vermitteln. Eigentlich ist es ja ziemlich clever, mit Hilfe der Natur eine Stimmung kreieren zu wollen, doch auch hier übertreibt es Jonasson. Auch bei der Auflösung des Krimis konnte sich der junge Autor nicht zurückhalten: Der Leser hat absolut keine Chance, das Rätsel selber zu lösen. Natürlich, es darf nicht offensichtlich erkennbar sein, wer für die Verbrechen verantwortlich ist und der Leser soll immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt werden. Doch die in &#8220;Schneebraut&#8221; in den Mittelpunkt gerückten Dinge wie etwa die Dreiecksbeziehung Ari-Kristin-Ugla , die vielen Figuren/Verdächtigen und der Bezug zu deren Vergangenheit, liegen sehr weit von den eigentlichen Ereignissen entfernt.</p>
<p>Das einzig gute an &#8220;Schneebraut&#8221; von Ragnar Jonasson ist die letzte Buchseite. Denn damit endet diese literarische Folter zum Glück.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Schneebraut<br />
 Autor: Ragnar Jonasson<br />
 Übersetzerin: Ursula Giger<br />
 Verlag: Scherz<br />
 Seiten: 367<br />
 Richtpreis: CHF 23.50</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/28/ragnar-jonasson-schneebraut/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Jan-Erik Fjell: &#8220;Der stumme Besucher&#8221;</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/23/jan-erik-fjell-der-stumme-besucher/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/23/jan-erik-fjell-der-stumme-besucher/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 10:38:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Birke Tunc</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Der stumme Besucher]]></category>
		<category><![CDATA[Jan-Erik Fjell]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=10289</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/23/jan-erik-fjell-der-stumme-besucher/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/derstummebesucher-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>In Jan-Erik Fjells Krimidebüt „Der stumme Besucher“ klärt ein ungleiches Ermittlertrio den Mord an einem reichen Unternehmer auf. Dabei verschlägt es Hauptkommissar Anton Brekke und seine Kollegen aus dem beschaulichen Fredrikstad in Norwegen nach New York, direkt in die Arme der Mafia.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Der tausendste norwegische Krimi </strong></h1>
<h2>Jan-Erik Fjell: &#8220;Der stumme Besucher&#8221; (Kriminalroman)</h2>
<h3><strong>In Jan-Erik Fjells Krimidebüt „Der stumme Besucher“ klärt ein ungleiches Ermittlertrio den Mord an einem reichen Unternehmer auf. Dabei verschlägt es Hauptkommissar Anton Brekke und seine Kollegen aus dem beschaulichen Fredrikstad in Norwegen nach New York, direkt in die Arme der Mafia.</strong></h3>
<p>Von Birke Tunç.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10290" title="derstummebesucher" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/derstummebesucher.jpg" alt="derstummebesucher" width="200" height="330" />Schon wieder ein Krimi aus der Schmiede eines Norwegers. Man könnte langsam ja genug davon haben, aber die Damen und Herren aus dem hohen Norden scheinen ihr Handwerk gut zu verstehen. Das ist wohl auch der Grund, wieso die Regale in den Buchhandlungen mit norwegischen Krimis gefüllt sind. Krimis, in denen es irgendwie immer um dasselbe geht: ein alter Mann, vorzugsweise reich, oder eine junge Frau, vorzugsweise hübsch, werden ermordet; es ist schweinekalt oder aber warm, was allerdings nicht so zum gängigen Bild von Norwegen passt; ein grantiger Ermittler, der gerade tief in der Midlife-Crisis steckt, seine schlechte Laune an seinen Kollegen auslässt und den Fall im Alleingang aufklärt. Das alles und ein wenig mehr machen die beliebten norwegischen Krimis aus. Auch in „Der stumme Besucher“ von Jan-Erik Fjell erwartet den Leser nichts Neues. Doch das ist ja auch nicht wirklich nötig, wenn sich Altes ganz gut bewährt hat.</p>
<h3><strong>Norwegische Oberschicht trifft auf New Yorker Unterwelt</strong></h3>
<p>Der Hauptaktionär der Mardan AG Wilhelm Martiniussen hat sich verändert: Er verzichtet auf seine Nobelkarossen und nutzt jetzt die Bahn; er weigert sich, das milliardenschwere Ölbohrungsprojekt in Kanada mit seiner Unterschrift abzusegnen und es ist nicht mehr die Arbeit, die an erster Stelle in seinem Leben steht. Der Grund dafür ist seine neue und deutlich jüngere Geliebte Nora, die Umweltaktivistin ist. Martiniussens Geschäftspartner haben für all das wenig Verständnis, denn durch den Rückzug aus dem Kanada-Projekt entgeht ihnen eine beachtliche Geldsumme. Als Martiniussen mit einer Klaviersaite im Fahrstuhl zu seiner Wohnung erdrosselt wird, fällt der Verdacht deshalb schnell auf die wütenden Geschäftspartner.</p>
<p>Der Fall um einen älteren amerikanischen Touristen, der mitten auf der Strasse überfallen und niedergeschlagen wird, lenkt den Blick der Polizei allerdings in eine andere Richtung. Auf einer Aufnahme ist nämlich genau dieser Mann zu erkennen, wie er Martiniussen zu seiner Wohnung folgt. Kurz darauf stellt sich heraus, dass es sich dabei um keinen Touristen handelt, sondern um Vincent Giordano, einer der mächtigsten Mafiosi der USA. Der Mörder von Wilhelm Martiniussen ist nach etwa 50 Seiten gefunden, doch nun beginnt ein grösseres Rätsel: Wieso hat Giordano Martiniussen ermordet?</p>
<p>Parallel zu den Ermittlungen in Norwegen gibt es einen zweiten Erzählstrang, der irgendwie interessanter ist. Die Parallelgeschichte spielt im New York der 60er Jahre und zeigt den Aufstieg von Vincent Giordano zu einem skrupellosen Mörder. Dem Leser ist dabei klar, dass die Antwort auf die Frage nach dem Mordmotiv irgendwo in dieser Geschichte versteckt ist.</p>
<h3><strong>Ein Herz für Kotzbrocken</strong></h3>
<p>Der Mord an sich und vor allem dessen Aufklärung haben wenig Unterhaltungswert. Dafür ist der Hauptkommissar und Leiter der Ermittlung Anton Brekke in der Rolle des Antihelden umso amüsanter: Er ist zynisch, verspielt sein ganzes Geld beim Pokern, piesackt ständig den jungen Polizeianwärter Magnus Torp und macht sich immer wieder auf Kosten seines Kollegen Simon Haugen lustig, seine Umgangsformen lassen einiges zum wünschen übrig und natürlich lässt er es sich nicht nehmen, die hübsche Staatsanwältin billig anzumachen. Nicht einmal bei der Begegnung mit dem Mafia-Boss in New York kann er seine Klappe halten. Mit seiner ekligen Art gewinnt Brekke schnell die Herzen der Leser.</p>
<p>Es mag sein, dass der erst 29-jährige Radiomoderator bei seinem ersten Krimi auf viele Klischees zurückgegriffen hat, aber das verzeiht man ihm wegen der mehr als uncharmanten, dafür umso unterhaltsameren Hauptfigur und der spannenden New Yorker Parallelgeschichte gerne. Zudem kommt hinzu, dass die Schlussszene unerwartet ist und für einen Überraschungsmoment sorgt. Darüber, wie realistisch das Ganze ist und wie gut die Geschichten um die Mafia recherchiert wurden, lässt sich bestimmt streiten. Wer allerdings Lust auf einen typischen norwegischen Krimi hat, wird Gefallen an „Der stumme Besucher“ finden.</p>
<p>Jan-Erik Fjell war auf jeden Fall sehr erfolgreich mit seinem ersten Krimi, monatelang stand das Buch an der Spitze norwegischer Bestsellerlisten. Die Reihe um den Hauptkommissar Anton Brekke soll fortgesetzt werden.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Der stumme Besucher<br />
 Autor: Jan-Erik Fjell<br />
 Übersetzerin: Ina Kronenberger<br />
 Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag<br />
 Seiten: 412<br />
 Richtpreis: CHF 14.50</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/23/jan-erik-fjell-der-stumme-besucher/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gero von Boehm: &#8220;Unterwegs in der Weltgeschichte mit Hape Kerkeling“</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/13/gero-von-boehm-unterwegs-in-der-weltgeschichte-mit-hape-kerkeling%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/13/gero-von-boehm-unterwegs-in-der-weltgeschichte-mit-hape-kerkeling%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 18:17:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ferdinand Laudage</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gero von Boehm]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hape Kerkeling]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwegs in der Weltgeschichte mit Hape Kerkeling]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=10282</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/13/gero-von-boehm-unterwegs-in-der-weltgeschichte-mit-hape-kerkeling%e2%80%9c/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/unterwegsinderweltgeschichte-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>In Deutschland gibt es spätestens nach Thomas Gottschalks letzter "Wetten, dass ...?"-Sendung nur noch einen echten Entertainer: Hape Kerkeling. Und was dieser Herr anfasst, wird zu Gold. So auch die Zeitreise mit dem Titel "Unterwegs in der Weltgeschichte", die der 47-Jährige für die ZDF-Wissenschaftssendung Terra X moderierte, und die nun auch als Hörbuch von Random House Audio veröffentlicht wurde.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Auf grosser Fahrt mit einer Zeitmaschine</h1>
<h2>Gero von Boehm: &#8220;Unterwegs in der Weltgeschichte mit Hape Kerkeling“ (Hörbuch)</h2>
<h3>In Deutschland gibt es spätestens nach Thomas Gottschalks letzter &#8220;Wetten, dass &#8230;?&#8221;-Sendung nur noch einen echten Entertainer: Hape Kerkeling. Und was dieser Herr anfasst, wird zu Gold. So auch die Zeitreise mit dem Titel &#8220;Unterwegs in der Weltgeschichte&#8221;, die der 47-Jährige für die ZDF-Wissenschaftssendung Terra X moderierte, und die nun auch als Hörbuch von Random House Audio veröffentlicht wurde.</h3>
<p>Von Ferdinand Laudage.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10283" title="unterwegsinderweltgeschichte" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/01/unterwegsinderweltgeschichte.jpg" alt="unterwegsinderweltgeschichte" width="200" height="180" />Hape Kerkeling, geboren in Recklinghausen, machte einst schon in die Rolle der niederländischen Königin Beatrix eine tolle Figur und amüsierte zuletzt als rückenkranker Reporter Horst Schlämmer. Seine Beliebtheit in der Bundesrepublik kennt keine Grenzen. So war es ein cleverer Schachzug des ZDF, den Sohn des Ruhrgebiets als Protagonisten für eine aussergewöhnliche, enorm humorvolle Reise durch die Zeitgeschichte zu engagieren. Dass das Format auch als Hörbuch funktioniert, lag fast schon auf der Hand. Die Geschichte unserer Welt kann Kerkeling wundervoll kurzweilig präsentieren &#8211; nicht zuletzt auch dank der Arbeit von Produzent und Regisseur Gero von Boehm.</p>
<h3>Ein moderner Geschichtsunterricht</h3>
<p>Im TV-Format schlüpft Kerkerling in die Rollen verschiedener historischer Grössen. Das Geschlecht tut dabei nichts zur Sache, denn der Entertainer spielt sowohl Katharina die Grosse beeindruckend als auch beispielsweise Michail Gorbatschow &#8211; immer mit dem nötigen Quentchen Selbstironie und teilweise wundervoll überspitzt. Für das Hörbuch zur Serie kann Kerkeling als Sprecher zwar nicht mit schauspielerischen Qualitäten glänzen, weiss aber dennoch zu unterhalten. Die trockenen Geschichtsstunden aus der Schulzeit sind mit &#8220;Unterwegs in der Weltgeschichte&#8221; keinesfalls zu vergleichen.</p>
<p>Hape Kerkeling, der für die Produktion tatsächlich quer über den Globus reiste und mit Gero von Boehms Team auf Entdeckungstour ging, vermag auf äusserst glaubwürdige Art und Weise zu verdeutlichen, wie abenteuerlich das Leben unserer Vorfahren war. Warum die Erfindung des Rads weitaus bedeutender und sogar sensationeller für die Weltgeschichte war als die Einführung des Internets zu unserer Zeit, erklärt Kerkeling ebenso wie den überraschenden Niedergang des Römischen Reiches oder die Tatsache, warum es überhaupt zu den Kreuzzügen kam.</p>
<h3>Niemals unseriös und jederzeit kurzweilig</h3>
<p>Ob er nun vom rohen Mittelalter erzählt, von der blutigen Revolution Frankreichs oder vom faschistischen Deutschland der Nationalsozialisten: Hape Kerkeling gibt dem Hörer das Gefühl, er sei immer dabei gewesen.  Selbst ernste Themen sind für den Entertainer kein Problem: Die Grenze zum Geschmacklosen wird nie übertreten. Darin liegt wohl die grösste Stärke dieses Hörbuchs. Der Recklinghausener ulkt nicht nur rum, sondern beweist ein besonderes Händchen dafür, von seiner Zeitreise bei Bedarf zwar mit der notwendigen Ernsthaftigkeit, aber nie langweilig zu sprechen.   Schlussendlich wünscht man sich nach vier CDs, über 4 3/4 Stunden Spielzeit und nahezu 5000 Jahren Zeitgeschichte, dass die Erzählung noch nicht im Hier und Jetzt angekommen ist und der Sprecher noch ein wenig weiter referiert. Warum nicht mit einem vermutlich ebenso interessanten Blick in die Zukunft?</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Unterwegs in der Weltgeschichte mit Hape Kerkeling<br />
 Autor: Gero von Boehm<br />
 Sprecher: Hape Kerkeling<br />
 Verlag: Random House Audio<br />
 Dauer: 289 min<br />
 Richtpreis: CHF 29.90</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2012/01/13/gero-von-boehm-unterwegs-in-der-weltgeschichte-mit-hape-kerkeling%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

