
Eine Komödie mit beissendem Humor und Tiefgang in neuer Form: Nicolas Mahlers Adaption von Thomas Bernhards “Alte Meister” ist überaus gelungen. Comicfans dürften damit Ängste vor Klassikern und alten Meistern abbauen, Fans von Klassikern könnten den Comic für sich entdecken. – Ein neues Genre im Suhrkamp Verlag: eine Bereicherung!
Von Ferdinand Laudage · Dezember 2011

Die Deutschen sind sich nur selten einig. Doch wenn es um die Kommunikationsweise des Freistaates im Südosten der Republik geht, sind alle einer Meinung: Die Bayern sprechen eine andere Sprache. Am wenigsten versteht man sie, wenn sie sich mit hochrotem Kopf wutentbrannt über Missstände auslassen. Doch mit “Zefix! Der Bayrische Fluch- und Schimpfkalender 2012″ klingt auch die lauteste Pöbelei des hitzigsten Bajuwaren verständlich.

Der Roman der US-amerikanischen Autorin Aimee Bender basiert auf dem Entwurf einer sonderbaren vierköpfigen Familie. Im Mittelpunkt steht der sehr zarte und gefühlvoll erzählte Lebensweg von Rose, der Tochter, zwischen Kindheit und Erwachsenwerden. Der Fokus des Portraits liegt auf ihrer besonderen Gabe, nämlich, die Gefühle anderer Menschen in Lebensmitteln schmecken zu können.

Tara Parka-Pope, Redakteurin der New York Times, reiht sich mit ihrem Buch ein in Vielzahl von Ratgebern zum Thema Ehe und Beziehungen. Sie stellt jedoch der Theorie um Scheidungsraten, Ehedauer und typischen Konfliktthemen ganz alltagspraktische Tipps entgegen und bringt damit etwas Ordnung ins Beziehungschaos.

“Die Radiofamilie” zeigt uns Ingeborg Bachmann von ihrer heiteren Seite – Erfrischende Einblicke ohne Selbstzensur!

Wenn es eine Sache gibt, die wir aus diesem Buch mitnehmen sollten, dann, dass wir nie unserem Arzt trauen dürfen…
Von Lisa Letnansky · Dezember 2011

In dreizehn Geschichten erzählt Gerard Donovan von Menschen an Wendepunkten, Menschen, die etwas verloren haben, die sich an etwas erinnern, was plötzlich nicht mehr da ist. Die Atmosphäre des ländlichen Irlands färbt die geschilderten Landschaften und Stimmungen und hängt dabei wie ein Schleier über den Schicksalen. Dennoch sind Donovans Geschichten nicht einfach typisch irisch, sie sind universell und könnten genau so auch hier um die Ecke geschehen.
Von Stefanie Feineis · Dezember 2011

Aller Angst vor Alzheimer und schleichendem Gedächtnisverlust zum Trotz: Manchmal wäre es gut, wenn man bestimmte Erinnerungen für immer löschen könnte. Doch was, wenn man plötzlich feststellt, dass genau das geschehen ist, und man keine Ahnung hat, warum?
Von Sandra Despont · November 2011

Seine bahnbrechende Theorie von der Drift der Kontinente wurde von Wissenschaftskollegen verlacht. Sein abenteuerliches Leben endete in der Kälte des ewigen Eises. Mit einprägsamen Bildern und einer klaren Sprache schildert Jo Lendle das Schicksal des verkannten Wissenschaftlers und einsamen Menschen Alfred Wegener.
Von Birke Tunc · November 2011

Unendlich viele zusammenhangslose Handlungsstränge, viel Ironie und Skurrilität bis zum Abwinken. Ein wenig Esoterik, Literaturgeschichte und Philosophie dazu. Und natürlich noch unglückliche, gelangweilte und neurotische Protagonisten. Das alles zeichnet „Das Ende der Geschichten“ aus.
Von Luzia Zollinger · November 2011

Wenn sich Landeier in der Stadt verirren, kann das nicht gut ausgehen. Oder etwa doch? Rob, der damals auf dem Land noch Robbie hiess, gefällt die Stadt. Er hat schliesslich fast alles, was er sich wünscht: eine erfolgreiche Agentur, eine Stammkneipe und einen besten Freund. Nur etwas fehlt ihm: eine Frau.
Von Lisa Letnansky · November 2011

Jeder kennt sie, die kurzen Momente und Ereignisse, die man zum Zeitpunkt des Geschehens einfach wahr- und hinnimmt, von denen man aber später sagen kann: „Genau da hat sich mein Leben und mein Weltbild verändert, nach diesem Ereignis war ich ein anderer Mensch.“ Von solchen Momenten erzählt Peter Henning in den einunddreissig Episoden seines jüngsten Romans „Leichtes Beben“ und erschafft damit ein einfühlsames, facettenreiches, aber manchmal leider auch leicht verwirrendes Kaleidoskop menschlicher Erfahrungen.
Von Birke Tunc · November 2011

In ihrem Roman “Böser Wille” beschäftigt sich Karin Fossum nicht wie bisher mit der Entlarvung von Verbrechern, sondern damit, wie sich ein Verbrechen auf die Psyche der daran beteiligten Menschen auswirkt.
Von Noemi Jenni · November 2011

Sie sind klug, anpassungsfähig und einsam. Monika Helfer lässt die Geschwister Oskar und Lilli Überlebensstrategien entwickeln und sich ihr Schicksal selbst erklären.
Von Noemi Jenni · November 2011

Ein One-Night-Stand-Albtraum, der nicht enden will, das Biest, in welchem mehr steckt und die sorglose Jugend, die plötzlich vorüber sein kann – wenn das Baby kommt. Ein pinkes Buch, das hält, was es verspricht.
Von Jolanda Heller · November 2011

Eine heute unvorstellbar lange Verlobungszeit haben Bettina Zweifel und Meinrad Inglin durchlaufen, bis sie sich im Jahr 1938 endlich das Ja-Wort geben konnten. Sage und schreibe 20 Jahre waren es. Und während dieser Dauer haben sie sich Briefe geschrieben. Die im Ammann Verlag erschienene Auswahl an 263 Briefen zeigt, dass das eine nicht immer einfache Zeit war.
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