Von Christoph Aebi · Januar 2012

„Old Ideas“, Leonard Cohens erstes Studioalbum seit acht Jahren, ist ein intimes, spartanisch instrumentiertes Werk, auf welchem der kanadische Songpoet mit ironischer Distanz einen Blick auf das letzte Drittel des Lebens und dessen unausweichliches Ende wirft sowie die verschiedenen Ebenen der Liebe thematisiert.
Von Jaronas Scheurer · Dezember 2011

Es gibt Alben, die sind schwer einzuordnen. Ist es jetzt eher Punk oder eher Rock oder Indie oder eher Electronica? Und dann gibt es Alben wie Superdisque, die sind unmöglich einzuordnen. Ein Gitarrist (David Fenech), der irgendwo zwischen Punk, freiem Jazz und Avantgarde steht, ein Sänger (Ghédalia Tazartès), dessen Gesang zwischen Kinderlieder und freier Improvisation, zwischen arabischen Balladen und tibetanischem Mönchsgesangs, zwischen Avantgarde und Archaik hin- und herpendelt, und ein Trompeter (Jac Berrocal), der seine Trompete manchmal als herrlich-singende Engelstrompete, manchmal als röhrend-animalisches Organ, manchmal als reiner Geräuschproduzent benutzt.
Von Jaronas Scheurer · Dezember 2011

Klirrende Gitarren, eine durch das Hallgerät gejagte Stimme, einige Klicks und Schnipps, ein nostalgisches Rauschen und ein langsam tropfender Beat und fertig ist das Wunderkind. Schon als der damals 19-jährige Shlohmo 2010 seine erste EP Shlohmoshun Redux auf Friends of Friends veröffentlichte, erstaunte er, obwohl teilweise noch ein wenig überladen und unausgereift, mit seinem eigenwilligen Mix von Hiphop, Dub, Electonica, Chillwave, Lo-Fi und Shoegaze. Nun, ein Jahr später, veröffentlicht er seine „proper debut LP“, wie er auf seinem Blog schreibt, wieder auf Friends of Friends.
Von Jaronas Scheurer · Dezember 2011

Das portugiesische Party-Quartett Buraka Som Sistema bleibt bei ihrem Zweitling bei ihren Leisten – und das ist gut so. Die positiven Folgen der Globalisierung und der weltweiten kulturellen Durchmischung sind bei den pumpenden Clubhits von Buraka Som Sistema hör- und fühlbar: World Music 2.0.
Von Jaronas Scheurer · Juli 2011

Panda Bear aka Noah Lennox taucht mit seinem neusten Werk „Tomboy“ noch mehr in den wattigen Bereich zwischen Beach Boys Chören, sphärischen Gitarrenwänden, Echoeskapaden und trippigen Surfersounds ein. Der „King of Chillwave“ ist zurück.
Von Jaronas Scheurer · Juli 2011

Danger Mouse und Daniele Luppi lassen die Filmmusik von Ennio Morricone und Co. hochleben. Dafür schrieben sie nicht nur Musik, die klingt wie damals, sondern sie nahmen auch am gleichen Ort mit möglichst dem gleichen Equipment und teilweise sogar den gleichen Leuten auf wie damals. Nur Jack White und Norah Jones, die je auf drei Songs zu hören sind, sind von heute.
Von Jaronas Scheurer · Juli 2011

Mit seinem dritten Album unter seinem bürgerlichen Namen gelang Bill Callahan eine beeindruckende Introspektion auf sich als Musiker, Mensch und Bürger von Amerika. Ein Album voll in typisch amerikanischen Metaphern ausgedrückten Reflexionen über sein Land, seine Leute und sich selbst. Schon seit gut zwanzig Jahren ist Bill Callahan, früher als Smog unterwegs, eine feste Grösse am amerikanischen Songwriter-Himmel. Mit „Apocalypse“ hat er wieder einmal bestätigt wieso.
Von Jaronas Scheurer · April 2011

Die kanadische Indie-Folk Band Timber Timbre um den Sänger, Songwriter und Multi- Instrumentalist Taylor Kirk bezaubern auch auf ihrem Zweitling mit düsteren Songs über gebrochene Herzen und deren einsame, verlorene Besitzer.
Von Jaronas Scheurer · April 2011

Was kommt heraus, wenn eine Band, die sich dem Garagepunk verschrieben hat, plötzlich das Geld und den Ruhm hat, gegen den es vorhin wetterte?
Von Jaronas Scheurer · April 2011

Das deutsche Labe Tramp Records hat sich auf jegliche Soul-gefärbte Musik aus den 60er und 70er Jahren spezialisiert. Nach einer Funk- und einer Jazz-Compilation folgt mit „Contemporary Afro Beat“ das dritte Album der „Contemporary…“-Reihe. Gleichzeitig ist es die zehnte Veröffentlichung des Labels.
Von Jaronas Scheurer · April 2011

Was kommt heraus, wenn sich Doom- Pionier Dylan Carlson mit Folk- Musik beschäftigt? Die Antwort: „Anges of Darkness, Demons of Light: 1“. Für das neue Album der Doom- Metal- Pioniere Earth liess sich ihr Kopf Dylan Carlson nach eigenen Aussagen von britischen Folk- Bands wie Fairport Convention und Pentangle, aber auch von World- Musikern wie Tinariwen oder dem französischen Gitarristen Fred Chichin inspirieren.
Von Jaronas Scheurer · April 2011

Grails beweisen mit ihrem neusten Wurf „Deep Politics“, dass sie ihr Handwerk beherrschen. Düsterer Instrumentalrock, der sich langsam entwickelt und vorwärts mäandriert. Grossartiges Kopfkino, solange man sich mittreiben lässt und nicht von den zwischenzeitlichen Ethno-Kitschattacken abgeschreckt wird.
Von Jaronas Scheurer · April 2011

Eine interessante Kollaboration: Zwei der progressivsten Köpfe der Manchester- Underground- Szene haben sich gefunden. Miles Whittaker vom Dubtechno Duo Pendle Coven und der Gründer des Labels Finders Keepers Sean Canty haben auf dem Trippelalbum „Tryptych“ ihre drei im Jahre 2010 erschienenen Platten zusammengefasst.
Von Jaronas Scheurer · März 2011

14 Jahre nach ihrem letzten Album veröffentlichen Seefeel ihr viertes Album und tönen so progressiv und frisch wie eh und je. Ein Armutszeugnis für die heutige Musik oder ein Beweis für die Klasse dieser Vorreiterband?
Von Jaronas Scheurer · März 2011

Nachdem uns mit Tinariwen die Musik der Tuareg ein erstes Mal in den Bann gezogen hat, erreichen uns – über das amerikanische Label Sublime Frequencies – neue Klänge aus dem Herz der Tuaregkultur, aus Agadez. Die Band um den Sänger und Gitarrenvirtuosen Ghoumour Oumara Moctar a.k.a Bombino mischt die traditionelle Musik der Tuareg mit psychedelischen Stromgitarren im Stile von Jimi Hendrix und Co auf.
Von Michelle Akanji · Dezember 2010

Die Zürcher Indieband Kejnu präsentiert zum Jahresende ein aussergewöhnliches Meisterwerk. Anspruchsvolle Konzepte treffen auf Songs, die manchmal an einen Vulkan erinnern.
Vorwärts »