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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Hinter der Bühne</title>
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	<description>Das Magazin im Netz</description>
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		<title>Jan Decker &#8220;Beelitz Heilstätten: Tragischer Monolog und komisches Nachspiel&#8221;</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/02/17/jan-decker-beelitz-heilstatten/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 18:03:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gregor Szyndler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinter der Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Vorschau]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/02/17/jan-decker-beelitz-heilstatten/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/jandeckerbeelitzcover1-262x450.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=150  border=0></a>Ein Zeitgeschichtsstück liefert der Autor Jan Decker mit “Beelitz Heilstätten – Tragischer Monolog und komisches Nachspiel“ ab. Mit bewundernswerter Konsequenz treibt er seine künstlerischen Mittel auf die Spitze.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; font-size: 14pt; font-style: normal; line-height: normal;"><strong>Jetzt Lektüre, bald Theater</strong></p>
<p style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', Times, serif; font-size: 11pt; font-style: normal; line-height: normal;"><strong>Jan Decker &#8220;Beelitz Heilstätten: Tragischer Monolog und komisches Nachspiel&#8221; | VAT Verlag André Thiele, Mainz am Rhein</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-2628" title="jandeckerbeelitzcover1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/jandeckerbeelitzcover1-262x450.jpg" alt="jandeckerbeelitzcover1" width="262" height="450" /></p>
<p><strong>Ein Zeitgeschichtsstück liefert der Autor Jan Decker mit “Beelitz Heilstätten – Tragischer Monolog und komisches Nachspiel“ ab. Mit bewundernswerter Konsequenz treibt er seine künstlerischen Mittel auf die Spitze.</strong></p>
<p>Von Gregor Szyndler.</p>
<p>Das Thema: Untergang der DDR. Der erste Teil besteht aus einem Monolog des “ersten Mannes“, also Honeckers, der sich vor einem imaginierten Gericht verteidigt für sein Leben. Das komische Nachspiel spielt in der Unterwelt und ruft ein Geisterpantheon auf den Plan.</p>
<p><strong>Ein szenischer Zerfall<br />
 <span style="font-weight: normal;">Im Monolog zieht ein deutsches Leben an uns vorbei. Honeckers Leben einerseits, Deutschlands Geschichte zwischen 1920 und 1989 andererseits. Hitlers Gefängnisse; Exil; Rückkehr; Montags-Demos in Leipzig. Das einzige äussere Zeichen des inneren Verfalls des “ersten Manns“ ist die Tatsache, dass er seine Verteidigungsrede an die “Genossen Bäume“ richtet. Sein Monolog kommt geordnet daher, alter Mann hält Rückschau. Einzig, wenn man sich das “Publikum“ vorstellt, die “Genossen Bäume“, bricht die Bodenlosigkeit hervor. Wie er in den Wald spricht, spricht es nicht mehr heraus. Seinen Rechtfertigungen, Erinnerungen, Umerinnerungen und Geständnissen stellt sich kein Widerstand, keine Reibungsfläche, entgegen. Es ist ein szenischer Zerfall; die Mauer zwischen der Figur der Zeitgeschichte und den Zuschauern fällt.</span></strong></p>
<p><strong>Kein Öl, kein Land<br />
 <span style="font-weight: normal;">Der zweite Teil beginnt mit dem Einzug des Chors: Tatsachen gäbe es lediglich, sagen sie, Lehren oder aufbauende Handlungen keine. Ciao, ciao Brecht, unsere war eine schöne Zeit. Die Welt erschöpfe sich in Tatsachen, meint der Chor; davon liesse sich handeln. Tatsachentheaterhandlung. Verfremdende Recherche. “Ohne Öl ist heute kein Land mehr zu machen“, hört man. Hier wird Tacheles geredet. In Alexandrinern: “Der Widerspruch geht so. Wenn Öl die Welt regiert,/ Und das bezweifelt ja keiner, wurden Sie zur Macht verführt./ Ein grosses Ölleck sollte ihr Mauerbau aufhalten./ Sie wollten, mit Verlaub, den Mangel selbst verwalten.“</span></strong></p>
<p><strong>Unterminierte Form<br />
 <span style="font-weight: normal;">So wird der ohnehin gewaltige Stoff auch noch auf die ganz hohe stilistische Ebene gehoben. Decker unterminiert diese Form souverän, datiert sie auf, stellt aus, karikiert und sublimiert sie. Schon holpert es im Silbengetriebe, wird hölzern, durchbricht urwüchsig das Korsett der Sprache. Wird Prosa. Kurz: die Formen mischen sich, das Augenzwinkern des Könners fehlt nicht, der seine Arbeit kritisch betrachtet und ironisch relativiert.</span></strong></p>
<p><strong>Ein Stück auf dem Weg<br />
 <span style="font-weight: normal;">Decker weigert sich, vorschnelle Antworten, Dokumentationen oder Bilder zu geben und lotet stattdessen zwischen Verrat, Niedergang und Höllenfahrt alle Möglichkeiten aus. Dass er bei seiner Autorenarbeit die Aspekte der Bühnenarbeit vernachlässigt, zeugt von Konsequenz. Mit fast unheimlicher Resolutheit wird Handlung aufgegeben und das Spiel auf die innerliche Ebene verlegt. Man versteht die Theatermacher, die abwinken und sich bei aller Achtung fürs Stück fragen: Wie auf die Bühne bringen? Und was ist mit den Intrigen der letzten Tage der DDR, wo bleiben die Putschs im Politbüro, was ist mit Gorbatschows Agieren und Lavieren? Das sind kleinliche Kritiken, gewiss, aber man fragt sich halt, wie man das Stück dorthin bringen könnte, wo es hingehört.</span></strong></p>
<p><strong>Ab auf die Bühne!<br />
 <span style="font-weight: normal;">Fazit: mutiges Theater. Als Lesestück eine Delikatesse. Chapeau für die Chuzpe und Konsequenz des Autors, das Ganze so unbeirrt seiner künstlerischen Vision entgegengeschrieben zu haben. Er verfolgt seine Idee jedoch so konsequent, dass das Stück sich wohl leider noch ein Weilchen mit den Kopfbühnen der Leser bescheiden muss. Aber Theater ist ja auch das, was <em>die Leser</em> daraus machen (und nicht &#8216;nur&#8217; Regie und Zuschauer). Hier wird man als Leser zum Theatermacher und stellt sich gerade den zweiten Teil mit Vergnügen auf der Bühne vor. Jetzt noch Lektüre, hoffentlich bald schon Theater<em>ereignis</em>.</span></strong></p>
<p><strong>Im Netz<br />
 <span style="font-weight: normal;"><a href="http://vat-mainz.de/index.php" target="_blank">http://vat-mainz.de/index.php</a> (Seite des Verlags)</span></strong></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">***** </span></strong></p>
<p><strong>Zum Autor <br />
 <span style="font-weight: normal;">Jan Decker (*1977 in Kassel) studierte Germanistik und Philosophie, absolvierte eine Ausbildung zum Verlagsbuchhändler und studierte anschließend am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er schreibt Kurzprosa, Hörspiele und Theaterstücke. Seine Stücke werden vom Drei Masken Verlag, München, vertreten. Jan Deckers Hörspielarbeiten <em>er.ich</em> und <em>Letzte Bilder</em> wurden 2006 und 2007 beim Leipziger Hörspielwettbewerb ausgezeichnet.</span></strong></p>
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		<title>“Aussenseiter Häuser“ am Theater am Gleis, Winterthur (Interview)</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/11/01/%e2%80%9caussenseiter-hauser%e2%80%9c-am-theater-am-gleis-winterthur-interview/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Nov 2009 08:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rahel Klauser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hinter der Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/11/01/%e2%80%9caussenseiter-hauser%e2%80%9c-am-theater-am-gleis-winterthur-interview/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/11/florian_toberer_72-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Winterthur, 1. November 2009 – Florian Toberer gibt mit "Aussenseiter Häuser" in Winterthur sein Debüt. Und spielt auch gleich selber mit. Entstanden ist ein eindrückliches, beklemmendes Maskentheater, das mit ausdrucksstarken Schauspielern und passender Musik überzeugt. Florian Toberer erklärt, wie das Stück entstanden und was zentral dabei ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1 style="font-size: 16pt;"><strong>Tief aus dem Inneren<br />
 <strong><br />
 “Aussenseiter Häuser“ am Theater am Gleis, Winterthur (Interview)</strong></strong></h1>
<div id="attachment_1117" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><a href="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/11/florian_toberer_72.jpg"><img class="size-full wp-image-1117" title="florian_toberer_72" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/11/florian_toberer_72.jpg" alt="Bild|Copyright: Rahel Klauser" width="550" height="412" /></a><p class="wp-caption-text">Bild|Copyright: Rahel Klauser</p></div>
<p><strong>Florian Toberer gibt mit &#8220;Aussenseiter Häuser&#8221; in Winterthur sein Debüt. Und spielt auch gleich selber mit. Entstanden ist ein eindrückliches, beklemmendes Maskentheater, das mit ausdrucksstarken Schauspielern und passender Musik überzeugt. Florian Toberer erklärt, wie das Stück entstanden und was zentral dabei ist.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Von Rahel Klauser.</p>
<p><em>Woher kam die Inspiration für Aussenseiter Häuser?<br />
 <span style="font-style: normal;">Die Inspiration dafür stammt von meiner Ausbildung. Ich war ein Jahr in Zürich an der comart und danach zwei Jahre in Brüssel an der “École Internationale de Théâtre Lassaad“, wo sehr viel mit Masken gearbeitet wird. Lassaad Saidi arbeitet mit der Pädagogik Jacques Lecoqs, mit dem er mehr als 10 Jahre intensiv zusammengearbeitet hat. Ich selber schätze diese Arbeit sehr, Masken ermöglichen ein “Reinschlüpfen“ in etwas. Das ermöglicht einen anderen Ausdruck als das Spielen mit dem eigenen Gesicht.</span></em></p>
<p><em>Ihr habt versucht, die Schweizer Holzmaskentradition auf die Bühne zu bringen. Wie kamst Du darauf?<br />
 <span style="font-style: normal;">Ich wollte etwas Eigenes machen. Es war mir ein Anliegen, die Holzmasken ins Theater zu bringen, deshalb haben wir recherchiert, was es um diese herum alles gibt:  Das Zentrale daran ist die Tradition, es handelt sich nicht in erster Linie um Kunst. Das <em>Wofür</em> ist entscheidend und sehr existentiell.</span></em></p>
<div id="attachment_1120" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><a href="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/11/florian_toberer__Stueck_72.jpg"><img class="size-full wp-image-1120" title="florian_toberer__Stueck_72" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/11/florian_toberer__Stueck_72.jpg" alt="Bild|Copyright: Florian Toberer" width="550" height="733" /></a><p class="wp-caption-text">Bild|Copyright: Florian Toberer</p></div>
<p><em>Und wie entstand schlussendlich das Stück?<br />
 <span style="font-style: normal;">Der Hauptinput dafür kam von mir. Wir haben uns drei Wochen ins Wallis zurückgezogen, eine sehr intensive Zeit. Dort haben wir die Figuren erarbeitet und sehr viel physisch gearbeitet. Vieles ist nach und nach dazu entstanden. Von der Idee bis zur Aufführung ist ein Jahr vergangen. </span></em></p>
<p><em>Du spielst selber eine kleine Rolle, als Pfarrer. War das von Anfang an geplant?<br />
 <span style="font-style: normal;">Ja, ich wollte von Anfang an auch selber spielen. Eigentlich ist es die Geschichte der drei anderen, von Aussenseiter Häuser, dem Gemeindepräsidenten und Moni, seine Tochter. In meiner Rolle als Pfarrer bin ich im Stück gewissermassen der “Kontrolleur“, die moralische Instanz. Das passt auch zu meiner sonstigen Rolle in diesem Theater.</span></em></p>
<p><em>Verfolgst Du mit dem Theater eine zentrale Aussage?<br />
 <span style="font-style: normal;">Es ging uns nicht darum, ein Ritual nachzuspielen, sondern darum, die Umstände, unter denen die alten Holzmasken entstanden sind, mit unseren eigenen Masken zu konfrontieren. Die Sprache entsteht aus dem Körper. Die Schauspieler haben ihren eigenen Zugang zur Figur. Durch die Maske können sie fast nichts sehen. Relevant sind deshalb die Zustände, die jeweiligen Stimmungen. So kann je nachdem auch wieder etwas anderes entstehen.</span></em></p>
<p><em>Verrätst Du uns etwas? Wir haben alle über das rote Holzschwein gerätselt – was hat es damit auf sich?<br />
 <span style="font-style: normal;"><em>Lacht. </em>Das Schwein steht stellvertretend für ein Ritual. Es symbolisiert Ursprung, Urtum. Die Sau ist Häuser‘s Ding, er stellt sie auf, so, wie andere in die Kirche gehen. Sie ist gewissermassen sein Heiligtum.</span></em></p>
<p><em>Wird es ein weiteres Theaterstück von Florian Toberer geben?<br />
 <span style="font-style: normal;"><em>Schmunzelt.</em> Ich möchte sehr gerne weiterarbeiten, es macht mir grossen Spass. Ich bekam tolle Unterstützung für mein erstes Projekt, auch vom Theater am Gleis. Ideen für ein weiteres Stück gibt es bereits…</span></em></p>
<p>Weitere Vorstellungen am 5. und 11. November (Gasthaus Höllgrotte, Muotathal und Loesaal, Chur)<br />
 Dauer: 60 Minuten</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Maskentheater mit: Florian Butsch, Martina Kunz, Philippe Schuler und Florian Toberer<br />
 Leitung: Florian Toberer<br />
 Musik: Michel Barengo</p>
<p><strong>Im Netz<br />
 <span style="font-weight: normal;"><a href="http://www.theateramgleis.ch" target="_blank">www.theateramgleis.ch</a><br />
 info.haeuser(at)gmx.ch</span></strong></p>
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