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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Dossier</title>
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		<title>Die seltsamen Blüten eines religiösen Konservatismus</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 19:50:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Giannis Mavris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Athos]]></category>
		<category><![CDATA[Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[kloster]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Orthodoxie]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/29/athos_streit-unter-monchen/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/Kloster-Dionysiou-auf-der-Halbinsel-Athos-GR-450x450.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=150  border=0></a>Die Autonome Mönchsrepublik Athos gilt als spirituelles Zentrum des orthodoxen Mönchtums. Sie ist auch die Hochburg konservativer Wertvorstellungen, die manchmal mit kirchlichem Pragmatismus kollidieren. Eine tragikomische Geschichte über eine Mönchsgemeinschaft, die fernab der Welt zu leben strebt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Ein Stück Männerwelt</h1>
<h2>Die seltsamen Blüten eines religiösen Konservatismus</h2>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-10011" title="Kloster Dionysiou auf der Halbinsel Athos, GR" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/Kloster-Dionysiou-auf-der-Halbinsel-Athos-GR-450x450.jpg" alt="Kloster Dionysiou auf der Halbinsel Athos, GR" width="297" height="297" /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: small;">Das Kloster Dionysiou auf der Halbinsel Athos, Griechenland. </span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: xx-small;">Quelle Wikipedia, User Mätes II.</span></p>
<p style="text-align: center;"> </p>
<p style="text-align: left;"><strong>Die Autonome Mönchsrepublik Athos gilt als spirituelles Zentrum des orthodoxen Mönchtums. Sie ist auch die Hochburg konservativer Wertvorstellungen, die manchmal mit kirchlichem Pragmatismus kollidieren. Eine tragikomische Geschichte über eine Mönchsgemeinschaft, die fernab der Welt zu leben strebt.</strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Von Giannis Mavris</strong></p>
<p style="text-align: left;">Seit Jahrhunderten schon gilt die Halbinsel Athos im nördlichen Griechenland als eine der wichtigsten Zentren der christlichen Orthodoxie. Die Heilige Maria persönlich soll gemäss einer Legende nach einem Sturm auf hoher See auf der Landzunge gestrandet sein. Von der Schönheit des Ortes überwältigt, bat sie Jesus, ihr die Halbinsel als ihren persönlichen Garten zu schenken. Seitdem gilt Athos als der „Garten der Gottesmutter“, der einzig und allein ihr vorbehalten ist. Anderen Frauen, wie auch weiblichen Tieren (ausser Katzen, die Mäuse zu fangen haben) ist der Zutritt strengstens untersagt. Zuwiderhandlungen werden von den griechischen Behörden geahndet.</p>
<p>Bereits unter dem byzantinischen und später unter dem osmanischen Reich konnte Athos seine Unabhängigkeit wahren. Heute besitzt die Mönchsrepublik einen verfassungsmässig garantierten Autonomiestatus in Griechenland. Die Mönche regeln die Verwaltung und haben in einem beschränkten Masse auch politische Handlungsfreiheiten. <br />
 Viele Griechen unternehmen Pilgerreisen zum Agion Oros („heiliger Berg“), wo es neben den 17 griechischen Klöstern noch je ein russisches, serbisches und bulgarisches Kloster gibt. Während in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts die Anzahl der Mönche rapide abnahm, gab es in den letzten Dekaden wieder einen leichten Anstieg.</p>
<p><strong>„Legale“ versus „rebellierende“ Mönche</strong><br />
 Interne Streitigkeiten waren bei der Orthodoxie seit jeher im Programm, so dass sich heute ein stark zersplitterte Religionsgemeinschaft präsentiert: Kirchen sind in der Regel national organisiert. Innerhalb der Landeskirchen finden sich wiederum weitere Abspaltungen. Somit ist die orthodoxe Kirche weniger hierarchisch strukturiert als die katholische. Wie gross die Bereitschaft ist, die eigenen Glaubenssätze zu verteidigen, zeigt eine Geschichte, die sich seit einigen Jahren auf Athos abspielt.</p>
<p>Im Zuge eines Jahrzehnte andauernden Konflikts zwischen dem Patriarchen von Konstantinopel und den Mönchen des ultra-konservativen Klosters Esphigmenou, kam es in den letzten zehn Jahren zu einigen denkwürdigen Zwischenfällen. So warfen letztere dem Patriarchen Verrat an der Orthodoxie vor, da er ein für sie unverzeihliches Delikt beging: Er suchte das Gespräch mit der katholischen Kirche. <br />
 Der Patriarch antwortete 2002 mit einer Exkommunikation und der Aufforderung, die Mönche von Esphigmenou hätten das Gebiet von Athos zu verlassen. Diese ignorierten die Aufforderung jedoch. Gerichtsbeschlüsse, die weitgehend der Linie des Patriarchen folgten, lehnten sie als illegitim ab. Eine Gruppe von zwanzig Mönchen besetzte 2005 den Sitz des Vorstandes der Mönchsrepublik, als die übrigen Klöster den Weisungen des Patriarchen folgten und die Mönche von Esphigmenou als „Illegale“ betrachteten.</p>
<p><strong>„Orthodoxie oder Tod“</strong><br />
 Die Hüter des „wahren Glaubens“ gingen damit auf einen Konfrontationskurs gegenüber den restlichen Klöstern, der schon bald seinen Tribut forderte. Als ein Jahr später Mönche der anderen Klöster versuchten, die Besetzung zu räumen, kam es zu regelrechten Prügeleien. Nachdem Türen mit einem Vorschlaghammer aufgebrochen wurden, gingen die Mönche mit Brechstangen und Feuerlöschern aufeinander los. Bilanz: Sieben zum Teil schwer verletzte Mönche.</p>
<p style="text-align: left;">Die Fronten sind seitdem verhärtet. Der griechische Staat hat angeboten, die „rebellierenden“ Mönche aus Athos zu entfernen, was aber vonseiten der Klöster abgelehnt wurde, da sie keine gewaltsame Lösung des Problems wünschten. Die Mönche von Esphigmenou haben sich nun in ihrem burgähnlichen Kloster verbarrikadiert. Sie haben Transparente aufgehängt, auf denen die Parole „Orthodoxie oder Tod“ steht. Der offizielle griechische Wahlspruch „Freiheit oder Tod“ kommt übrigens aus dem Befreiungskampf gegen das osmanische Reich. Hieraus offenbart sich der  Anspruch, die „echte“ griechische Religion zu verteidigen.</p>
<p style="text-align: left;">In den letzten Jahren versuchten Mönche von anderen Klöstern das Esphigmenou-Kloster zu stürmen – ohne Erfolg. Die „Rebellen“ machten auchklar, was passieren würde, sollte die Polizei versuchen das Kloster zu stürmen: Mit Gasflaschen, Benzinkanistern und sogar Dynamit wollen sie das tausendjährige Kloster in die Luft sprengen.</p>
<p>Die Versorgung des Klosters mit Lebensmitteln und Medizin ist nicht mehr gewährleistet, da es weitgehend isoliert wurde. Dies stellt vor allem die teilweise bejahrten Mönche vor grosse Probleme. Nach eigenen Angaben erhalten die Mönche über den Seeweg Unterstützung von Sympathisanten.</p>
<p><strong>Zwischen Tradition und Moderne</strong><br />
 Diese Geschichte zeigt die Zerrissenheit einer Gemeinschaft auf, die sich trotz ihrer selbstgewählten und konsequent verteidigten Isolation mit der Moderne konfrontiert sieht. Ein asketisches Leben, wie es in Athos angestrebt wird, wird durch die Versuchungen der weltlichen Lebensweise auf den Prüfstein gelegt. Ziel des christlichen Mönchtums war seit jeher eine Entsagung an die Welt gewesen. Das ist heute schwieriger als zur Zeit der ersten christlichen Mönche in der ägyptischen Wüste. Obwohl heutigen Mönche um diese Schwierigkeiten wissen, nehmen sie diese Herausforderung an.</p>
<p>Die Mönche von Esphigmenou leben zwar eine besonders radikale Form des orthodoxen Konservatismus aus. Durch dieses Beispiel wird aber erst recht sichtbar, welchen Konflikten sich Menschen ausgesetzt sehen, die ein äusserst religiöses Leben gewählt haben. Religiöser Radikalismus kann als ein Ausdruck von Schwierigkeiten verstanden werden, das moderne Leben zu akzeptieren.</p>
<p style="text-align: left;"> </p>
<p style="text-align: left;"><strong>Im Netz:</strong></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.mountathos.gr" target="_blank">Die Webseite der Autonomen Mönchsrepublik Athos</a></p>
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		<title>Einige Fakten zum Bevölkerungswachstum</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:46:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Giannis Mavris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Asien]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungswachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltbevölkerung]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/02/bevolkerungswachstum/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/587px-World-Population-1800-2100-440x450.png class=imgtfe hspace=10 align=left width=150  border=0></a>Gemäss Schätzungen der UNO überschritten wir Menschen Ende Oktober die 7-Milliarden-Grenze. Der Höhepunkt ist damit allerdings noch nicht erreicht – die nächsten hundert Jahre werden für die Menschheit wegweisend seien.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Es wird enger in der Zukunft</h1>
<h2>Einige Fakten zum Bevölkerungswachstum</h2>
<p style="text-align: center;"><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/World_population"><img class="aligncenter size-medium wp-image-9694" title="Grafik: Entwicklung der Weltbevölkerung 1800 bis 2100" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/587px-World-Population-1800-2100-440x450.png" alt="Grafik: Entwicklung der Weltbevölkerung 1800 bis 2100" width="299" height="305" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: x-small;">Entwicklung und mögliche Zukunft: Die Weltbevölkerung von 1800 bis 2100</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: x-small;"><br />
 </span></p>
<p><strong>Gemäss Schätzungen der UNO überschritten wir Menschen Ende Oktober die 7-Milliarden-Grenze. Der Höhepunkt ist damit allerdings noch nicht erreicht – die nächsten hundert Jahre werden für die Menschheit wegweisend seien.</strong></p>
<p><strong>Von Giannis Mavris</strong></p>
<p>Mittlerweile leben sieben Mal mehr Menschen auf der Erde als noch vor 200 Jahren. Die Hauptgründe dafür waren ein beispielloser Anstieg der Lebenserwartung und ein massiver Rückgang der Kindersterblichkeit, besonders in den letzten 70 Jahren. Dies haben wir der verbesserten medizinischen Versorgung und der sogenannten „Grünen Revolution“, also dem Anstieg der Nahrungsproduktion, zu verdanken. Und vorläufig wird das Wachstum weitergehen – selbst wenn von nun an jedes Paar nur zwei Kinder auf die Welt setzen würde, käme es aufgrund des hohen Anteils junger Menschen zu einer Bevölkerungszunahme.</p>
<p>Die Vereinten Nationen prognostizieren letztes Jahr in ihrem Bericht über die Weltbevölkerung, dass sich 2050 rund 9,3 Milliarden Menschen auf dem Planeten befinden werden, bis 2100 sollen es sogar über zehn Milliarden sein. Dies allerdings ist die mittlere Variante. Sie geht davon aus, dass die heutige durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau in den nächsten knapp hundert Jahren weiter fallen wird. Erwartet wird eine weltweite Angleichung an das europäische Modell der kleinen Familien. Bereits geringe Abweichungen in der Anzahl Kinder pro Frau können aber einen erheblichen Einfluss auf die zukünftige Weltbevölkerung haben – die Prognosen sollten also mit Vorsicht genossen werden.</p>
<p><strong>Grosse Unterschiede auf den Kontinenten</strong><br />
 Der europäische Anteil an der gesamten Weltbevölkerung wird dabei weiter abnehmen. Einerseits aufgrund der tiefen Kinderzahl pro Frau in Europa, andererseits aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums in den Entwicklungsländern, besonders in Asien und Afrika.</p>
<p>Im Bericht der Vereinten Nationen wird weiter ein effektiver Bevölkerungsrückgang für Europa erwartet. Dabei wird aber die Migration nicht mitgerechnet, da sie schwer vorherzusehen ist. Eine Bevölkerungsabnahme, wie sie für Europa bis 2100 prognostiziert wird, wäre allerdings kein historisches Novum. Populationsrückgänge sind normale demographische Veränderungen, die immer wieder festgestellt werden konnten.</p>
<p>Voraussichtlich wird Indien im Jahr 2021 China als bevölkerungsreichstes Land ablösen. Die staatliche Ein-Kind-Politik Chinas hat somit ihr Ziel, das explosionsartige Bevölkerungswachstum abzubremsen, erreicht. Die Folgen sind aber neuartige soziale Probleme. Deren Bewältigung wird den heute bevölkerungsreichsten Staat vor grosse Schwierigkeiten stellen. Nebst der Tatsache, dass nun ein Männerüberschuss aufgrund gezielter Abtreibungen vorliegt, kommen zusätzliche demographische Komplikationen wie Überalterung hinzu.</p>
<p>Das grösste Wachstumspotenzial sehen die Vereinten Nationen momentan in Afrika, für das sie in den nächsten vierzig Jahren eine Verdoppelung, bis 2100 sogar eine Verdreifachung seiner Bevölkerung prognostizieren.</p>
<p><strong>Eine Zukunft in den Städten</strong><br />
 Eine wesentliche Folge der Bevölkerungszunahme ist, dass immer mehr Menschen in urbanen Grossräumen leben. Seit 2009 lebt schätzungsweise die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, ein Trend der sich kaum umkehren wird und zur Entstehung weiterer Megastädte führt. Die Zukunft der Menschheit wird sich also im urbanen Raum abspielen.</p>
<p>Mit einem weiteren Anwachsen der Bevölkerung werden nun Fragen bezüglich der Nahrungsproduktion und Energiegewinnung wichtiger. Werden wir es schaffen, für weitere zwei Milliarden Menschen genug zu produzieren? Die Zahl mag zum Verzweifeln hoch klingen. Angesichts der Tatsache, dass mit der globalen Gesamtproduktion teilweise sehr verschwenderisch umgegangen wird, wird einem aber auch bewusst, das es Einsparungseffekte gibt – und die sind grösser als zum Teil gedacht. Besonders was die Produktion und die Vernichtung von Lebensmitteln anbelangt. Der Regisseur Valentin Thurn postuliert in seinem Dokumentarfilm <em>Taste the Waste</em>: „Das Essen, das wir alleine in Europa wegwerfen, würde gleich zwei Mal reichen für alle Hungernden dieser Welt“.</p>
<p><strong>Jahrhundert der Entscheidungen</strong><br />
 Sowohl in demographischer, wie auch in technologischer Hinsicht wird das aktuelle Jahrhundert für die Menschheit von grösster Bedeutung sein. Die Bekämpfung von Armut und Hunger, und damit einhergehend eine effektive Familienplanung, sollte auch in den nachwuchsstarken Staaten zu kleineren Familien führen. Klimatisch bedingte Probleme und Fragen bezüglich einer höheren Nahrungsproduktion werden zumindest mittelfristig zufriedenstellend angegangen werden müssen – denn vorläufig werden wir nicht weniger, sondern immer mehr.</p>
<p><strong>Lesen Sie auch unsere Kommentare zum Thema:</strong></p>
<p><a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/02/weltbevolkerung-kommentar-1/" target="_blank">Kein Grund zur Panik – Willkommen, sieben milliardster Mensch!</a><br />
 <a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/02/kommentar-weltbevolkerung-2" target="_blank">Das Risiko Mensch – Dich erwartet eine ungewisse Zukunft, Nr. 7&#8242;000&#8242;000&#8242;000.</a></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Im Netz</strong></p>
<p><a title="Fakten und Zahlen zur Weltbevölkerung" href="http://www.un.org/esa/population/" target="_blank"> Themarelevante Publikationen der Vereinten Nationen</a></p>
<p><a title="Dokumentarfilm &quot;Taste the Waste&quot; von Valentin Thurn" href="http://www.tastethewaste.com/" target="_blank"> Deutscher Dokumentarfilm zum Thema Lebensmittelvernichtung</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Prävention psychischer Erkrankungen</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/10/08/tag-der-psychischen-gesundheit/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/10/08/tag-der-psychischen-gesundheit/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 15:33:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ruth Freiermuth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/10/08/tag-der-psychischen-gesundheit/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/10/Vincent-van-Gogh.JPG class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Jede zweite Person in der Schweiz erkrankt im Laufe des Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung. Dennoch fehlt vielen das Wissen um die Ursachen und Folgen solcher Leiden. Um dies zu ändern, informieren Fachpersonen am internationalen Tag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Damit aus Seelenbalsam nicht Seelenschmetter wird</h1>
<h2>Die Prävention psychischer Erkrankungen</h2>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-9633" title="Auch Vincent van Gogh war psychich krank. An was genau er litt, lässt sich aber nicht mehr genau diagnostizieren." src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/10/Vincent-van-Gogh.JPG" alt="Auch Vincent van Gogh war psychich krank. An was genau er litt, lässt sich aber nicht mehr genau diagnostizieren." width="299" height="295" /><em><span style="font-size: x-small;">Auch Vincent van Gogh war psychisch krank. An was genau er litt, lässt sich nicht mehr genau diagnostizieren.</span></em></p>
<p><strong>Jede zweite Person in der Schweiz erkrankt im Laufe des Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung. Dennoch fehlt vielen das Wissen um die Ursachen und Folgen solcher Leiden. Um dies zu ändern, informieren Fachpersonen am internationalen Tag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober. </strong></p>
<p><strong>Von Ruth Freiermuth</strong></p>
<p>Psychische Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie oder Angststörungen gelten als neue Schweizer Volkskrankheit. Obwohl im Durchschnitt jede zweite Schweizerin und jeder zweite Schweizer an psychischen Störungen erkrankt, sind diese noch immer mit Tabus belegt. Die Öffentlichkeit für die belastende Situation Betroffener und Angehöriger zu sensibilisieren, ist unter anderem Ziel des internationalen Tags der psychischen Gesundheit. Seit 1992 wird dieser alljährlich auf Initiative des Weltverbands für psychische Gesundheit WFMH begangen.</p>
<p>Als Mitglied des WFMH setzt auch die Schweiz am 10. Oktober ein Zeichen für die Prävention psychischer Krankheiten: Universitäre psychiatrische Dienste, Institutionen und Stiftungen orientieren mit Informationsständen, Vorträgen, Film- und Theateraufführungen über die psychische Gesundheit. „Damit wollen sie ein Zeichen gegen die Ausgrenzung Betroffener setzen“, erklärt Marina Zinsli, Psychologin und psychosoziale Beraterin bei Pro Mente Sana. Weil jede und jeder von uns psychisch krank werden könne, plädiert sie dafür, dass hingeschaut und über die psychische Gesundheit gesprochen wird – im Privatbereich, in Schulen und Firmen und in den Medien.</p>
<p><strong>Symptome ernst nehmen und Hilfe hinzuziehen</strong><br />
 Unter psychischer Gesundheit wird nicht lediglich die Absenz von psychischen Störungen verstanden, sondern laut Zinsli „das ganze Kontinuum vom absoluten Wohlbefinden bis an die Grenze zur Krankheit“. Die menschliche Psyche bewegt sich gewissermassen ständig auf diesem Spektrum. Wie gut es gelingt, das psychische Wohlbefinden beizubehalten, hängt von einer Vielzahl Faktoren ab. Zentral dabei ist die Überzeugung eines Menschen, sein Leben meistern und aktiv gestalten zu können sowie der Glaube an den eigenen Wert. Damit Menschen psychisch gesund bleiben, ist es weiter wichtig, dass sie sich auch körperlich fit fühlen und in ein solides soziales Netz eingebunden sind.</p>
<p>Solche Ressourcen sind wichtig, denn die psychische Belastbarkeit wird im Laufe eines Lebens erheblich auf die Probe gestellt: Kritische Lebensereignisse wie etwa Todesfälle oder der Verlust des Arbeitsplatzes, aber auch andauernde Alltagsbelastungen können den Menschen aus seinem Gleichgewicht bringen und ihn psychisch erkranken lassen.</p>
<p>Wann die Belastung in die Erkrankung kippt, ist individuell verschieden. Deshalb sollte jede und jeder von uns erste Anzeichen ernst nehmen und sich eingestehen, dass etwa  Schlafstörungen oder Schwindelattacken nicht nur körperliche, sondern auch psychische Ursachen haben können. Professionelle psychologische Hilfe kann bewirken, dass solche Anzeichen rechtzeitig als psychische Störungen erkannt und behandelt werden.</p>
<p><strong>Aufklärung als Schlüssel zur Prävention</strong><br />
 Damit aber möglichst wenig Leute an diesen Punkt kommen, wollen Bund, Kantone und Organisationen, wie Pro Mente Sana, eine effektive Prävention realisieren. Allem voran steht die Aufklärung: „Es muss sich ein allgemeines Bewusstsein über das Ausmass und den Schweregrad psychischer Störungen einstellen“, erklärt Zinsli. So startete etwa der Kanton Basel-Stadt im November 2010 ein Aktionsprogramm mit Plakaten, Broschüren und einer Webseite. Damit klärt das Basler Gesundheitsdepartement seine Bevölkerung über den Erhalt der psychischen Gesundheit auf und wirkt der Diskriminierung psychisch kranker Menschen entgegen.</p>
<p><strong>Gemeinsam zum Ziel</strong><br />
 Um die Prävention weiter voranzubringen, haben sich Fachpersonen und Interessierte aus der ganzen Schweiz unter der Leitung von Pro Mente Sana zu einer nationalen Koordinationsgruppe vernetzt. Für eine systematische und nachhaltige Prävention legen sie ein nationales Motto fest und  beraten über geplante Informationsveranstaltungen. Ihr unmittelbar bevorstehendes Ziel ist der internationale Tag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober. Dann werden sie unter dem Motto „Unterstützung &#8211; Sichtbarkeit &#8211; Einheit“ in Schweizer Städten anzutreffen sein in der Bestrebung um ein allgemeines Bewusstsein für psychische Gesundheit.</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.obsan.ch" target="_blank">Schweizerisches Gesundheitsobservatorium</a><br />
 <a href="http://www.tag-der-psychischen-gesundheit.ch" target="_blank">Tag der psychischen Gesundheit</a><br />
 <a href="http://www.allesgutebasel.bs.ch/psychische-gesundheit.htm" target="_blank">Aktionsprogramm des Kantons Basel-Stadt</a></p>
<p><span style="color: #808080;"><br />
 Pro Mente Sana <br />
 Die Schweizerische Stiftung Pro Mente Sana setzt sich seit 30 Jahren mit psychologischer Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Informationszugängen für die Interessen psychisch kranker Menschen ein. Zurzeit wird das erste nationale Projekt im Bereich &#8216;Aufklärung und Sensibilisierung&#8217; von Psychologin lic.phil. Marina Zinsli entwickelt. „Langfristiges Ziel ist ein nationales Programm mit verschiedenen Projekten, die derzeit noch in Planung sind.“ </span><br />
 <a href="http://www.promentesana.ch" target="_blank">http://www.promentesana.ch</a></p>
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		<item>
		<title>Wie Stress unser Leben bestimmt</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/09/15/stressreaktion/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Sep 2011 19:53:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Livia Weber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[akute Stressreaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Angststörungen]]></category>
		<category><![CDATA[Blutdruck]]></category>
		<category><![CDATA[Entspannung]]></category>
		<category><![CDATA[Kampf oder Flucht]]></category>
		<category><![CDATA[Schlafstörungen]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/09/15/stressreaktion/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/09/Ours_des_pyrenees_aspe_2002-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Für unsere Vorfahren bedeutete Stress, einen Bären zu erlegen. Heute kämpfen wir mit Zeitdruck und Überforderung. Auch wenn andere Herausforderungen unser Leben bestimmen, läuft während der Stressreaktion seit jeher der gleiche Mechanismus im Körper ab. Doch wenn Stress uns ständig auf Trab hält, hat dies für unsere Gesundheit schwerwiegende Konsequenzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Lebenswichtiger Krankmacher</h1>
<h2>Wie Stress unser Leben bestimmt</h2>
<div id="attachment_9615" class="wp-caption aligncenter" style="width: 340px"><img class="size-full wp-image-9615" title="Eurasischer Braunbär (Ursus arctos arctos); Quelle: Wikipedia, User Bernard Boehne" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/09/Ours_des_pyrenees_aspe_2002.jpg" alt="Kampf oder Flucht? Wer einem Bären begegnet, erlebt Stress, wie ihn unsere Vorfahren kannten." width="330" height="330" /><p class="wp-caption-text">Kampf oder Flucht? Wer einem Bären begegnet, erlebt Stress, wie ihn unsere Vorfahren kannten.  Quelle: Wikipedia, User Bernard Boehne</p></div>
<p><strong>Für unsere Vorfahren bedeutete Stress, einen Bären zu erlegen. Heute kämpfen wir mit Zeitdruck und Überforderung. Auch wenn andere Herausforderungen unser Leben bestimmen, läuft während der Stressreaktion seit jeher der gleiche Mechanismus im Körper ab. Doch wenn Stress uns ständig auf Trab hält, hat dies für unsere Gesundheit schwerwiegende Konsequenzen.</strong></p>
<p><strong>Von Livia Weber</strong></p>
<p>Ein Drittel der Erwerbstätigen in der Schweiz geben an, „häufig“ oder „sehr häufig“ Stress zu empfinden. Dies besagt die anfangs September publizierte Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Im Vergleich zum Jahr 2000 fühlen sich damit 30% mehr Erwerbstätige chronisch gestresst. Der Anteil der Personen, die selten Stress verspüren, hat sich um 5% verringert.</p>
<p>Stress ist für uns alltäglich. Doch so unangenehm er auch ist, für unsere Vorfahren war er überlebenswichtig. Als wir noch Jäger und Sammler waren, und urplötzlich einem Bären gegenüberstanden, gab es nur zwei Möglichkeiten lebend davonzukommen: Angriff oder Flucht. Die Kampf-Flucht-Situation unserer Ahnen und die heutigen Stressbelastungen sind zwar verschieden. Die Stressreaktion im Körper verläuft aber identisch.</p>
<p><strong>„Herzchlopfe und Angstbisi“</strong><br />
 Während einer akuten Stressreaktion, wie bei der überraschenden Begegnung mit einem Bären, rüstet sich der gesamte Organismus innert kürzester Zeit für die nun folgende Herausforderung. Emotionen, Gedanken und auch unser Verhalten verändern sich. Das Nervensystem dirigiert eine erhöhte Ausschüttung von Noradrenalin und Adrenalin aus den Nebennieren, Hormondrüsen an den Nieren. Zusammen bewirken diese Botenstoffe in Sekundenschnelle eine Aufrüstung des Körpers: Zucker und Fett werden als Energiereserven bereitgestellt. Puls und Blutdruck steigen: So transportiert das Herz-Kreislaufsystem mehr Blut und somit Sauerstoff in die Muskeln. Dies ermöglicht maximale Muskelkraft. Auch die Atemfrequenz nimmt zu. <br />
 Die der Situation unnützen Bedürfnisse, wie Schlaf, Essen, Sexualfunktion und Verdauung werden ausgeblendet. Einzig die überflüssigen Ballaste werden von Blase und Darm noch ausgestossen, bevor man sich der Herausforderung stellt. Unser Körper ist gewappnet für die bevorstehende Aufgabe.</p>
<p><strong>Stress damals und heute</strong><br />
 Die Stressreaktion ist eine Überlebensstrategie, die sich in unseren Genen verankert hat – schon bei den Vorfahren des Homo sapiens. Glücklicherweise erlebt der Durchschnittsbürger nicht täglich akute Stresssituationen. Die „Bären“ von heute sind Arbeitswelt und soziale Verpflichtungen. Im Gegensatz zu früher dauern diese Stressbelastungen jedoch länger an. Sie werden chronisch.</p>
<p>Somit bleibt der Körper in ständiger Alarmbereitschaft und überaktiviert. So können Stress auslösende Faktoren, wie wir sie im Alltag erleben auf Dauer zu schwerwiegenden gesundheitlichen Konsequenzen führen: Schlafstörungen, Depressionen, Angststörungen und  Burn-out-Syndrom. Organbezogene Schäden beinhalten Asthma, Magengeschwüre, entzündliche Magen-Darmerkrankungen bis zu Krebs im Verdauungssystem. Ein erhöhter Blutdruck steigert das Risiko für einen Herzinfarkt. Auch Schlaganfall und Arteriosklerose sind dabei typisch. Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet Stress als die grösste Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts.</p>
<p><strong>Im Gleichgewicht bleiben</strong><br />
 Um dieser Gefahr zu entgehen, müssen wir den Stress auslösenden Faktor reduzieren oder vermeiden. Ist dies einer gestressten Person jedoch nicht möglich, so kann sie versuchen, sich positiv auf die Situation einzustellen. Denn es kommt seltener zu Stress, wenn man sich, trotz grossem Druck, in der Lage sieht den Stress auslösenden Faktor zu bewältigen.</p>
<p>Wenn er jedoch unvermeidbar ist und auch positive Gedanken bereits eingetretene Schlafstörungen und Magenbeschwerden nicht zu lindern vermögen, so hilft der gesunde Ausgleich. Auf jede Stressreaktion sollte eine Erholungsphase folgen. Dies beispielsweise durch gezielte Entspannungsverfahren, wie die progressive Muskelentspannung: Liegend bewegt die Person abwechslungsweise einzelne Glieder des Körpers. Dabei werden die Muskeln bewusst angespannt und wieder entspannt. Während diesen Bewegungen wird auf eine ruhige und tiefe Atmung geachtet. Die ganze Aufmerksamkeit gilt den Bewegungen und der inneren Ruhefindung.</p>
<p>Weiter fördert körperliche Aktivität die Erholungsphase. So verhelfen uns nebst Yoga, autogenem Training und Co. auch Joggen und Schwimmen zur Belastungsbewältigung im Alltag. Oder wie wäre es mit einem Spaziergang in den Tierpark: da leben die Bären heutzutage hinter sicheren Absperrungen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><span style="color: #808080;"><strong><span style="color: #808080;">Definition von Stress:</span></strong><br />
 Der Begriff Stress stammt ursprünglich aus der Materialforschung. Dort bezeichnet er eine Kraft, die auf einen Körper einwirkt und eine Verformung oder eine Spannung verursacht. Hans Selye (1907-1982), der österreich-kanadische Biochemiker und Vater der modernen Stressforschung, definierte Stress folgendermassen: „Die unspezifische (innere) Reaktion des Organismus beziehungsweise der Person auf (äussere) Herausforderungen oder Stressoren (Stress auslösende Faktoren).“</span></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Literatur</span></strong></p>
<p><a href="http://www.news.admin.ch/dokumentation/00002/00015/?lang=de&amp;msg-id=40970">Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Stress-Studie 2010: Stress bei Erwerbstätigen in der Sc</a>hweiz</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;"><em> </em></span>Seminararbeit von Heiner Vogel, Ulrike Worringen, Rudolph Friedrich Wagner und Heike Schäfer: Stress und Stressbewältigung</p>
<p>GEO Kompakt (Nr. 26): Die Signale unseres Körpers, Artikel: Ein Leben unter Druck, Warum wir ohne Stress nicht existieren können</p>
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		</item>
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		<title>Auf der Suche nach den Wurzeln von Aggression und Gewalt</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/06/23/aggression-und-gewalt/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Jun 2011 19:20:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Livia Weber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Aggression]]></category>
		<category><![CDATA[Catalyst model]]></category>
		<category><![CDATA[Dopamin]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Gen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeitsentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Serotonin]]></category>
		<category><![CDATA[Social learning theory]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/06/23/aggression-und-gewalt/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/06/Street-Fight-China.JPG class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Nicht nur die gesellschaftliche Umwelt mit gewalttätigem Freundeskreis scheint die Aggressionsbereitschaft von Jugendlichen zu bestimmen. Forschungsergebnisse zeigen auf, dass aggressives Verhalten aus einem komplizierten Zusammenspiel zwischen Genen und Umwelt resultiert. Wissenschaftler identifizierten Gene, die den Stoffwechsel des Serotonins, eines neuronalen Botenstoffs, bestimmen und mit Aggression zusammenhängen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Genetische Anlage versus soziale Umwelt</h1>
<h2>Auf der Suche nach den Wurzeln von Aggression und Gewalt</h2>
<p><strong><a href="http://www.flickr.com/photos/kouchi/sets/72157625560107470/" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-8888" title="Street Fight (China)" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/06/Street-Fight-China.JPG" alt="Street Fight (China)" width="300" height="299" /></a><br />
 Nicht nur die gesellschaftliche Umwelt mit gewalttätigem Freundeskreis scheint die Aggressionsbereitschaft von Jugendlichen zu bestimmen. Forschungsergebnisse zeigen auf, dass aggressives Verhalten aus einem komplizierten Zusammenspiel zwischen Genen und Umwelt resultiert. Wissenschaftler identifizierten Gene, die den Stoffwechsel des Serotonins, eines neuronalen Botenstoffs, bestimmen und mit Aggression zusammenhängen.</strong></p>
<p><strong>Von Livia Weber</strong></p>
<p>Tagtäglich wird in den Zeitungen über gewalttätige Übergriffe und aggressive Handlungen berichtet. Sind die Übeltäter Junge aus schwierigen Verhältnissen wird nicht selten deren gesellschaftliche Umwelt als Ursache verdächtigt. Welche Faktoren Aggression und Gewalt wirklich bestimmen, wird unter Wissenschaftlern heftig diskutiert. Seit den 1990er Jahren gewinnt der Aspekt der Erblichkeit immer mehr an Bedeutung. Genetikern gelang es nämlich diverse Persönlichkeitsaspekte auf Variationen in Genen zurückzuführen.</p>
<p><strong>Auch die Gene sind schuld </strong><br />
 So liegt auch der genetische Anteil der Aggression weit über 50%. Dies zeigen die Forschungsbefunde der letzten Jahre. Zusammengetragen hat sie Klaus Wahl, Professor in Sozialwissenschaften unter anderem an der Universität München, in seinem Buch „Aggression und Gewalt“<sup>1</sup>. Somit sind sich Wissenschaftler nach Jahren der Spekulation heute einig, dass Gene bei der Entwicklung von Verhaltensweisen wie Aggression eine Schlüsselrolle einnehmen. Denn aggressives und gewalttätiges Verhalten hängt von der Funktion diverser Gehirnstrukturen ab. Diese werden wiederum von Genen reguliert. Doch wie kann Aggression oder Gewalttätigkeit auf bestimmte Gene zurückgeführt werden?</p>
<p><strong>Von Gen auf böse? </strong><br />
 Mehrere Gene beeinflussen den Stoffwechsel des Serotonins, eines neuronalen Botenstoffs, der mit Impulsivität und Aggression in Verbindung gebracht wird. Besitzt ein Mensch bei diesen Genen eine Variation oder einen Defekt, wirkt sich dies auf den Auf- oder Abbau von Serotonin, auf den Serotonintransport oder auf dessen Funktion aus. Beispielsweise kann eine Genvariation dazu führen, dass in Nervenzellen zu wenig Serotonin hergestellt wird. Ein reduzierter Serotoninspiegel oder verringerte Serotonin-Aktivität beeinflusst die Funktion von Gehirnbereichen, die Stimmung und Emotionen kontrollieren. Dies kann dann mit der Entwicklung von impulsivem, aggressivem Verhalten zusammenhängen.</p>
<p>Nebst dem Serotonin, wird auch dem Dopamin ein Einfluss auf aggressives Verhalten nachgesagt: Eine erhöhte Dopamin-Aktivität in bestimmten Gehirnbereichen korreliert mit verstärkter Aggression. Wissenschaftler haben somit zwar Gene identifiziert, die mit erhöhter Aggression zusammenhängen. Doch sie betonen stets, dass diese Gene bloss eine Veranlagung für aggressives Verhalten und nicht deren alleinige Ursache darstellen.</p>
<p><strong>Was Hänschen nicht lernt</strong><br />
 Aggression und Gewaltbereitschaft wird des Weiteren von mehreren nicht-genetischen Faktoren beeinflusst. Der Psychologe Albert Bandura betont mit seiner „Social learning theory“, wie wichtig die Umwelt ist. Seine Theorie beruht auf der Annahme, dass Kinder die Werte und Normen ihrer sozialen Gruppe durch eigene Erfahrungen und Beobachtungen übernehmen. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei die Eltern ein. Sie sind verantwortlich für die Weitergabe von Informationen, die dem Kind erlauben soziale Fähigkeiten zu entwickeln. <br />
 Die Forschung definiert vier Bereiche der Erziehung, welche die Entwicklung von aggressivem und gewalttätigem Verhalten begünstigen: Eine geringe Aufsicht, ein inkonsistenter Erziehungsstil, ein Mangel an emotionaler Wärme, wie auch fehlende gemeinsame Aktivitäten.</p>
<p>Neben den Eltern ist im jugendlichen Alter der Freundeskreis prägend für die Persönlichkeitsentwicklung.  Eine junge Person kann sich eher mit Aggression und Gewalt identifizieren, wenn bewunderte Vorbilder ebenfalls gewalttätig sind. Hinzu kommen Gewaltszenen in Videos und Computerspielen, mit welchen sich Jugendliche die Zeit vertreiben. Am Bildschirm konsumierte Gewalt führt zu erhöhter verbaler und körperlicher Aggressivität. In der Forschung wird spekuliert, dass das Gehirn über diesen Weg lernt, Gewalt als Problemlösung zu erachten.</p>
<p><strong>„Nature and Nurture“</strong><br />
 Aggressives und gewalttätiges Verhalten entsteht also aus einer Wechselwirkung zwischen Genen und sozialem Umfeld. Der amerikanische Wissenschaftler Christopher J. Ferguson, fasst dies im „Catalyst model“ zusammen. Dieses Modell besagt, dass eine stressige Umgebung aggressives Verhalten in genetisch veranlagten Personen verstärkt. Hier zeigt sich auch, wie wichtig der Einfluss der Umwelt ist: Ein gutes Umfeld könnte existierenden biologischen Defiziten in der Entwicklung von aggressiven Verhaltensweisen entgegenwirken.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Literatur zum Thema:</strong><br />
 <sup>1</sup> Wahl Klaus, 2009. Geerbte Aggression: Gene und Gewalt, Kapitel 9 aus Aggression und Gewalt. Spektrum Akademischer Verlag.</p>
<p>Mendes et al., 2009. Study review of the biological, social and environmental factors associated with agressive behavior, Revista Brasileira de Psiquiatria. 31, 77-85.</p>
<p>NZZ online: 21. Mai 2008, Wie das Gehirn Bildschirmgewalt verarbeitet<br />
 NZZ online: 25. Mai 2009, Warum werden Jugendliche gewalttätig?</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Link</strong></p>
<p><a href="http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/neuro/226" target="_blank">http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/neuro/226</a></p>
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		<title>Mythos in Geschichte und Gegenwart</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/05/13/mythos/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/05/13/mythos/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 May 2011 20:57:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephanie Santschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Lambert Maria Wintersberger]]></category>
		<category><![CDATA[Matterhorn]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Plato]]></category>
		<category><![CDATA[religion]]></category>
		<category><![CDATA[Symbol]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/05/13/mythos/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/05/Junotempel-in-Agrient-Ausschnitt-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Frank Sinatra, Zentauren oder das Matterhorn – sie alle fasst der Künstler Lambert Maria Wintersberger in einer farbigen Ausstellung im Forum Würth in Arlesheim, unter dem Oberbegriff Mythos zusammen. Mittels dieser Beispiele, können sich die Besucher ihre eigene Definition des Begriffes Mythos bilden. Ein Begriff, der schwierig zu definieren ist, obwohl oder vielleicht gerade weil sich Philosophen und Künstler immer wieder damit befasst haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Von der Kunst, einen Mythos zu malen</h1>
<h2>Mythos in Geschichte und Gegenwart</h2>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-8649" title="Junotempel in Agrient (Ausschnitt) von Caspar David Friedrich" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/05/Junotempel-in-Agrient-Ausschnitt.jpg" alt="Junotempel in Agrient (Ausschnitt) von Caspar David Friedrich" width="250" height="249" /></p>
<p><strong>Frank Sinatra, Zentauren oder das Matterhorn – sie alle fasst der Künstler Lambert Maria Wintersberger in einer farbigen</strong><strong> Ausstellung im Forum Würth in Arlesheim, unter dem Oberbegriff Mythos zusammen. Mittels dieser Beispiele, können sich die Besucher ihre eigene Definition des Begriffes Mythos bilden. Ein Begriff, der schwierig zu definieren ist, obwohl oder vielleicht gerade weil sich Philosophen und Künstler immer wieder damit befasst haben.</strong></p>
<p><strong>Von Stephanie Santschi</strong></p>
<p>Betritt man die Ausstellung „Mythos“ des Elsässer Künstlers Lambert Maria Wintersberger, wähnt man sich in einer Bergwelt. Matterhörner auf allen Seiten. Mit Öl, Aquarell und Asphaltfarbe nähert sich Wintersberger vielfach dem bekanntesten Schweizer Berg an. Bei Wintersberger ist – wie bei vielen Künstlern des 20. Jahrhunderts – die Frage nach dem Sinn und Inhalt von Kunst, und bei ihm speziell auch dem des Mythos zentral. Wintersberger arbeitete die letzten vier Jahrzehnte an dessen Auslegung.<br />
 Was Mythos bedeutet ist auch für Philosophen nicht einfach zu definieren. So sind im Verlauf der letzten Jahrtausende vielschichtige Bedeutungen entstanden: Von halbwahren Geschichten im antiken Griechenland bis hin zum Starkult unserer Tage. Immer wieder stand der Mythos aber auch für einen Erklärungsversuch unseres Daseins. Seine Kernaussage jedoch ist vermutlich die Unmöglichkeit einer umfassenden Welterklärung.<br />
 <strong><br />
 Auf der Suche nach der Wahrheit</strong><br />
 Die Ursprünge sind im antiken Griechenland zu finden. Plato bezeichnete den Mythos als eine Geschichte, welche aus erfundenen und wahren Elementen besteht.  Durch die konkrete Verwendung von Mythen in seinen Schriften entstand so der sogenannte Platonische Mythos: Einfach zu begreifende Beispiele verweisen auf eine höhere Wahrheit, deren Bedeutung noch nicht ganz aufgedeckt und dem Menschen schwer zugänglich ist. <br />
 Antike Mythen mitsamt ihren Figuren blieben lange populär. Zur Zeit der Aufklärung galt der Mythos als Grundgerüst einer erzählerischen Handlung, vor allem aber auch als Fabel mit Erziehungsfunktion. In dieser wurde er den biblischen Geschichten gegenübergestellt. Die Bibel diente bis dahin der Kirche als Sittenlehre und kann im weitesten Sinne auch als Mythos verstanden werden.</p>
<p><strong>Exotik und Märchen </strong><br />
 In der Romantik dann bekam der Mythos den Aspekt des Märchenhaften. Wie in den ebenfalls beliebten Märchen, kamen in Mythen verpackt Träume und Wünsche zum Vorschein. Unter Herbeiziehung neuer Elemente, beispielsweise Geschichten aus Kolonien und Figuren aus Nordeuropa, akzeptierten die Europäer zur Zeit der Säkularisierung Mythen als eine Art Ersatzreligion. Die fortschreitende Industrialisierung und Entzauberung der Welt liess den Menschen in einer Art Hilflosigkeit, in der der irrationale und nun eigenständig existierende Mythos die Funktion einer Konstante übernahm. <br />
 Erleben und Erzählen waren die beiden Kernpunkte des Mythos im 19. Jahrhundert, sie prägten ihn als immer wiederkehrend, ewig gültig und aktuell.</p>
<p><strong>Stars und Warenfetischismus</strong><br />
 Vom Anbeginn des 20. Jahrhunderts bis heute schliesslich verzigfachten sich Definitionen und Deutungen des Begriffs Mythos. Zeitgenössische Mythen haben gewöhnlich keine religiöse Konnotation mehr, sondern bestehen aus einem Gemisch aus Symbolen, Berichten und Erfahrungen. Auch Stars, Marken und unglaubliche Geschichten mit Kultstatus repräsentieren den modernen Mythos. Von der Werbeindustrie werden solche in den Köpfen der Konsumenten verankerten Bilder zudem oft zu Werbezwecken genutzt: Eine Ware lässt besser verkaufen, wenn sie den Leuten mit einer packenden Story schmackhaft gemacht wird.</p>
<p><strong>Die Marke Matterhorn</strong><br />
 Eine solche Marke ist auch das von Lambert Maria Wintersberger verwendete Matterhorn. Er verwendet viele solche Symbole in seinen Bildern: Durch Reduzierung komplexer Inhalte auf einfachere Motive spricht er die Betrachter an, denn ein Bild sagt mehr als tausend Worte.<br />
 Mit dem Matterhorn als Markenzeichen der Schweiz weckt Lambert Maria Wintersberger in seiner Mythos-Ausstellung Assoziationen beim Betrachter. Kein anderer Schweizer Berg ist so bekannt. Er ist ein Symbol des Mythos Schweiz: Uhren, Schokolade und Tourismus werden mit dem Berg beworben, Geschichten ranken sich um ihn. Die verschiedenen, nur leicht veränderten Darstellungen des Berges laden den Betrachter ein, das Matterhorn und den Mythosbegriff aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. <br />
 Auch wenn ein Mythos die Welt nicht erklären kann, lässt er uns über sie nachdenken. Dies ist vermutlich seine Hauptqualität.</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Literatur zum Thema: </strong></span><br />
 <span style="color: #000000;">Peter W. Schatt: &#8220;Musikpädagogik und Mythos. Zwischen mythischer Erklärung der musikalischen Welt und pädagogisch geleiteter Arbeit am Mythos&#8221;, Schott Campus Verlag, 2008.<br />
<em>Abhandlung über die Problematik der pädagogischen Arbeit über Mythen ohne die Musik selbst als Mythos wahrzunehmen<br />
 </em><br />
 C. Sylvia Weber/Thomas Schwager (Hrsg.):„Lambert Maria Wintersberger: Mythen“, Ausstellungskatalog Forum Würth Arlesheim 8. April – 6. November 2011, Swiridoff Verlag, 2011.<br />
 Katalog zur „Mythen“-Ausstellung des Künstlers Lambert Maria Wintersberger im Forum Wü  rth Arlesheim<br />
 <span style="color: #808080;"><br />
<span style="color: #000000;"><strong>Links:</strong></span></span></span> <br />
 <a href="http://www.mythos-magazin.de" target="_blank">Online-Magazin für die Forschungsbereiche Mythos, Ideologie und Methoden</a> <br />
 <a href="http://www.forum-wuerth.ch/?lid=2#50" target="_blank"><br />
 Anlässlich seines siebzigsten Geburtstags zeigt das Forum Würth Arlesheim das Werk Lambert Maria Wintersbergers in einer umfangreichen Einzelausstellung zum Thema „Mythen“ (Ausstellung: 8. April – 6. November 2011).</a></p>
<p><a href="http://www.lambert-maria-wintersberger.de/" target="_blank">Homepage Lambert Maria Wintersbergers</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die schmerzvolle Erfahrung einer Totgeburt</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/03/29/trisomie-18/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/03/29/trisomie-18/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Mar 2011 18:46:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Graziella Putrino</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Chromosomen]]></category>
		<category><![CDATA[Pränataldiagnostik]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Trisomie]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/03/29/trisomie-18/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/03/Chromosomen-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>G.* erwartete das dritte Kind. Ihre ersten beiden Schwangerschaften verliefen komplikationslos und die Kinder sind kerngesund. Doch dieses Mal sollte alles anders werden.  Ein überzähliges Chromosom war letal für ihren Fötus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Verheerende Folgen bei Chromosomenfehler</h1>
<h2>Die schmerzvolle Erfahrung einer Totgeburt</h2>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-8203" title="Chromosomen" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/03/Chromosomen.jpg" alt="Chromosomen" width="304" height="317" /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #808080;"><span style="font-size: x-small;">Bild: Chromosomen; Quelle: Wikipedia, Benutzer Steffen Dietzel</span></span></p>
<p><strong><em><br />
 </em></strong></p>
<h3><strong> G.* erwartete das dritte Kind. Ihre ersten beiden Schwangerschaften verliefen komplikationslos und die Kinder sind kerngesund. Doch dieses Mal sollte alles anders werden.  Ein überzähliges Chromosom war letal für ihren Fötus.</strong></h3>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Von Graziella Putrino</p>
<p>Bei der Ultraschalluntersuchung an jenem Donnerstagmorgen, machte die Frauenärztin von G. plötzlich eine besorgte Miene. Die sogenannte Nackentransparenz sei zu dick, nicht in der Norm, teilte die Ärztin der Mutter mit. Die Nackentransparenz bzw. die Nackenfaltenmessung gibt erste Anhaltspunkte für allfälligen Chromosomenbesonderheiten oder einen Herzfehler beim Fötus.</p>
<p>Nach dieser Diagnose holte G.s Frauenärztin eine Zweitmeinung ein. Doch auch dieser zweite Befund verhiess nichts Gutes. „Die Nackentransparenz weist auf eine Chromosomenstörung hin“, erklärte die Gynäkologin von G.. Um Näheres über das Chromosomenproblem zu erfahren, wurde G. eine Untersuchung der Chromosomen vorgeschlagen. Hierzu sei eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) oder eine Chorionzottenbiopsie notwendig.</p>
<p>G. stimmte jedoch lediglich einer Feinultraschalluntersuchung zu, zur genaueren Messung der Nackentransparenz. Bei dieser Untersuchung in der Frauenklinik konnte G.  sehen, dass das Herz des Babys aufgehört hatte zu schlagen. Dieses Bild verschlug G. die Sprache. Sie erhoffte sich Erklärungen von den Medizinern. Aber diese waren bereits dmait beschäftigt, alle nötigen Schritte zu organisieren, um den toten Fötus so schnell wie möglich aus dem Bauch von G.  herauszunehmen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="JUSTIFY"><strong>Momente seelischen Schmerzes</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="JUSTIFY">Woran der Fötus gestorben sei, konnten die anwesenden Fachärzte in der Frauenklinik  nicht sagen. Sicher war, dass es sich um einen Chromosomenfehler handelte, wofür die Ärzte verschiedene Hypothesen für die Totgeburt wagten. Diese sorgten aber bei G. mehr für Verwirrung als für Klarheit. So entschied G., eine Obduktion am Fötus durchführen zu lassen. Wochen nach der Obduktion bekam G. einen Brief von ihrer Gynäkologin: Das Labor hatte eine Trisomie 18 am Totgeborenem festgestellt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="JUSTIFY">Weitere Erklärungen folgten nicht. Für die Mediziner war mit der Diagnose „Trisomie 18“ alles geklärt. Nicht jedoch für G. Bei ihr blieben, nebst Trauer und Leere, Fragen zurück: Hätte eine Fruchtwasseruntersuchung etwas verändert? Was ist Trisomie 18?</p>
<p><strong>Die Meinung des Humangenetikers</strong><br />
 „Ein noch sehr unerforschtes Gebiet“, meint nachdenklich Hansjakob Müller, Professor für Humangenetik an der Medizinischen Fakultät der Universität Basel, und Leiter der Pränataldiagnostik am Universitätskinderspital beider Basel, angesprochen auf Trisomie 18, auch Edwards-Syndrom genannt.</p>
<p>Beobachtungen lassen die Genetiker zum Schluss kommen, dass chromosomale Deformationen desto häufiger auftreten, je älter die schwangere Frau ist. Der genaue Grund dafür scheint nach wie vor unbekannt zu sein. „Eine mögliche, wahrscheinliche Erklärung  wäre im Alter der Eiweisse zu finden“, führt der Humangenetiker an. Denn: Für die Aufteilung der Chromosomen in den Eizellen sind Eiweisse notwendig, welche die Chromosomen auseinander ziehen. Und diese Eiweisse unterliegen alle auch einem Alterungseffekt. „Durch diesen werden die „Leitseile“, welche die Chromosomen auseinanderziehen weniger zuverlässig“, vermutet Müller. Somit werden Teilungsfehler häufiger, also auch Trisomien. .</p>
<p><strong>Folgen bei zu vielen Chromosomen</strong><br />
 Fehler bei der Chromosomenverteilung können fatale Folgen haben, besonders während der Keimzellbildung. Eine mögliche Konsequenz dabei: Der durch Fusion zweier Keimzellen entstehende Embryo besitzt nicht alle oder zu viele Chromosomen. Letzteres ist bei einer Trisomie der Fall. Bei Trisomie 18 sind es anstelle der normalen zwei Chromosomen Nummer 18 deren drei. In den meisten Fällen führt dies zum Tod des Embryos. Bei bestimmten Unterformen der Trisomie 18 entwickelt sich ein Fötus „meist mit ungünstigen Prognosen“, präzisiert der Humangenetiker Müller.</p>
<p><strong>Die Grenzen der Medizin</strong><br />
 „Bei angemessener medizinischer und sozialer Betreuung könnte die Lebenserwartung in manchen Fällen deutlich verbessert werden“, betont der Humangenetiker. Dies zeige sich bei Menschen mit Trisomie 21, auch Down-Syndrom genannt. Diese Lebensqualitätsverbesserung ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass bei Menschen mit dieser Krankheit Korrekturoperationen bei Organfehlbildungen mittlerweile Routine sind.</p>
<p>„Es ist jedoch anzunehmen“, schätzt der Humangenetiker, „dass es noch lange dauern wird, bis die entsprechende Behandlung von Kindern mit Edwards-Syndrom gängige Praxis wird.“ Vereinzelt gibt es bereits heute Betroffene, welche das Alter von 16, sogar von 24 Jahren erreichen, dank intensiver medizinischer Versorgung und „Schutzengeln“,  wie auf der Homepage der Elternvereinigung für Kinder mit Trisomie 18 dokumentiert ist.</p>
<p>Die Pränataldiagnostik ist zwar ein wichtiges Untersuchungsinstrument, aber sie garantiert für keine medizinische Therapie, welche alle Krankheiten beseitigen könnte. Eine  Frau, welche ein Kind tot gebärt, oder es mit der Diagnose “Trisomie 18“ auf die Welt bringt, hat vorerst das Bedürfnis, sich mit dieser bleibenden Leere bzw. neuen Situation abzufinden. Hier ist Aufklärung angesagt. Und Empathie. Dazu neu oder wieder zu lernen, mit dem Schicksal, mit einer höheren Macht auszukommen. Zu dieser Erkenntnis ist mittlerweile G. gekommen.</p>
<p><span style="color: #808080;"><span style="font-size: x-small;">* G., die Frau, welche die Totgeburt erlebt  und mir ihre Erfahrung mit der Diagnose Trisomie 18 anvertraut hat, möchte im Bericht ungenannt bleiben.</span></span></p>
<p><span style="color: #808080;"><span style="font-size: x-small;"><br />
 </span></span></p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p>Christine Piper (2002), <em>Verlaufsstudie bei vier häufigen Chromosomen u.a. Trisomie 18, </em>Dissertation, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main.</p>
<p><span style="color: #808080;">Ihre Erlebnisse mit ihrem Kind David mit Trisomie 18 hat Dalila Simon in Form eines Tagebuchs niedergeschrieben:</span><br />
 Dalila Simon (2006),<em> Dann werde ich dich tragen,</em> Liebig-Verlag, Bern.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Links</strong></p>
<p><span style="color: #808080;">Die Eltern von Eliot, der nur 99 Tage alt wurde, haben seine kurze Lebens-Geschichte gefilmt und ins Netz gestellt:</span></p>
<p><a href="http://www.ninetynineballoons.com/99 Balloons" target="_blank">www.ninetynineballoons.com/ 99 Balloons</a><a href="http://www.youtube.com/watch?v=th6Njr-qkq0" target="_blank"><br />
 </a></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=th6Njr-qkq0" target="_blank">Youtube-Video zu Eliot</a></p>
<p><a href="http://www.leona-ev.de" target="_blank">LEONA &#8211; Verein für Eltern chromosomal geschädigter Kinder e.V. </a></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<h2><span style="color: #808080;"><strong>Das Edwards-Syndrom</strong></span></h2>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #808080;">Das Edwards-Syndrom, auch Trisomie 18 genannt, ist eine durch das  dreifache Vorliegen von Erbmaterial vom 18. Chromosom verursachte  Behinderung auf der Grundlage einer Genommutation, die nicht ursächlich  heilbar ist und zu vielfältigen körperlichen und kognitiven Problemen  führt. Unter den Leb<span style="color: #808080;">endgeborenen erreicht nur etwa jedes zehnte den  ersten Geburtstag. </span></span><span style="color: #808080;">Vereinzelt sogar das Jugend- und das Erwachsenalter. Das Risiko für eine Schwangerschaft mit einem Kind mit Edwards-Syndrom trägt jede Frau &#8211; unabhängig des kritischen Alters ab 35.</span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ein Besuch in der kleinsten „legalen“ Whiskybrennerei Schottlands</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Feb 2011 20:10:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephanie Santschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analytica posteriora]]></category>
		<category><![CDATA[Dossier]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/02/21/edradour/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/02/Gerste-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Ist ein Destillationsapparat kleiner als derjenige der Edradour-Brennerei, gilt er als transportierbar und damit als gesetzeswidrig. Dass die „Legalität“ heute von der Brennerei speziell hervorgehoben wird, regt zum Schmunzeln an: Gerade ihre Gründer hatten sich immer wieder der steuerdurstigen Hand von Vater Staat entzogen. Damit stiessen sie aber eine Entwicklung an, welche die Brennerei zu einer Besonderheit der heutigen Whiskywelt macht. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Edradour: Whisky des Widerstands</h1>
<h2>Ein Besuch in der kleinsten „legalen“ Whiskybrennerei Schottlands</h2>
<dl id="attachment_7988" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-full wp-image-7988" title="Gerste (eine Grundzutat für Whisky)" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/02/Gerste.jpg" alt="Gerstenfeld, Quelle: Wikipedia, User: Carport" width="300" height="293" /></dt>
</dl>
<p style="text-align: center;"><sub><span style="color: #808080;"><em>Bild: Gerstenfeld, Quelle: Wikipedia, User Carport</em></span></sub></p>
<p><strong><em>Ist ein Destillationsapparat kleiner als derjenige der Edradour-Brennerei, gilt er als transportierbar und damit als gesetzeswidrig. Dass die „Legalität“ heute von der Brennerei speziell hervorgehoben wird, regt zum Schmunzeln an: Gerade ihre Gründer hatten sich immer wieder der steuerdurstigen Hand von Vater Staat entzogen. Damit stiessen sie aber eine Entwicklung an, welche die Brennerei zu einer Besonderheit der heutigen Whiskywelt macht. </em></strong></p>
<p>Von Stephanie Santschi</p>
<p>Die Wanderung vom malerischen kleinen Dorf Pitlochry hoch zur Edradour-Brennerei dauert etwa eine halbe Stunde. Für meine aus der schottischen Hauptstadt stammende Begleitung und mich ist schon allein die Aussicht ein Erlebnis: Hier beginnen die Highlands. Unten im Tal liegen Gersten-Stoppelfelder, und am Ufer des Bachs, den wir überqueren, hängen Eiszapfen.</p>
<p>Später wird klar werden, dass wir somit die Grundzutaten für den Single Malt Whisky schon auf dem Weg angetroffen haben: Quellwasser und Gerste sind in Schottland seit jeher erhältlich. Deshalb war es vor 1644 nicht aussergewöhnlich, auf Bauernhöfen Whisky für den Eigengebrauch herzustellen. Doch ab besagtem Jahr machte die britische Alkoholsteuer den Bauern einen Strich durch die Rechnung: Whisky zu brennen wurde plötzlich so teuer, dass viele private Brennereien verschwanden.</p>
<p><strong>„Trinkt auf uns! Zum Teufel mit der Whiskysteuer.“</strong>*</p>
<p>Doch nicht alle Whiskybrenner gaben damals auf. In die kaum erschlossenen schottischen Täler kam nur selten ein Vertreter jenes Gremiums, welches ungesetzliche Brennereien aufspüren sollte. Somit konnte es nicht verhindern, dass sogenannte „Black Pots“, illegale Brennereien, entstanden. „Zum Teufel mit der Whiskysteuer“ –dieser Trinkspruchs aus der Region rund um die Brennerei zeigt, dass sich die Bevölkerung nicht gross um Steuern scherte.</p>
<p>Der Widerstand zahlte sich aus: Im Einsehen um die Aussichtslosigkeit des Kampfs gegen die vielen nicht gemeldeten Brennereien, lenkte die Britische Regierung 1823 schliesslich ein. Sie senkte die Alkoholsteuer und lockerte die gesetzlichen Anforderungen an die Mindestgrösse einer Brennerei. Dies erlaubte der bäuerlichen Kooperative rund um die Edradour-Brennerei, ihren Whisky endlich legal zu produzieren.</p>
<p><strong>Fortführung der Tradition</strong><br />
 „Am Aussehen und der Funktionsweise der Brennerei hat sich bis heute wenig geändert. Als grösstes Novum könnte der Anschluss an das Stromnetz 1947 betrachtet werden – bis dahin nutzten die Betreiber die Wasserenergie des kleinen Baches, der durch die Brennerei fliesst“, erfahren wir von unserem Guide Neil zu Beginn der Tour, ein offeriertes Glas Whisky in der Hand haltend.</p>
<p>Neil führt uns zum Kühlbecken hinter dem weissgetünchten Brennereigebäude. „Der Bach hilft uns, die Destillierkolben abzukühlen. Als Zutat für den Whisky selbst nehmen wir aber ausschliesslich reines Quellwasser aus den Moorgebieten über uns“ erklärt er. Seine Hand macht eine ausladende Bewegung hangaufwärts.</p>
<p>Plötzlich sticht uns der Duft nach frischem Brot in die Nase. Dieser stammt aus einem Schuppen, den wir sogleich mit Neil betreten. Hier stapeln sich grosse, weisse Jutesäcke voller Gerste in einer Ecke. Und das Metallgitter unter unseren Füssen erlaubt uns Einblicke in den Maischebottich, dem dieser süssliche Duft entweicht.</p>
<p>Hinter dem Maischebottich stehen zwei weitere solche Bottiche, die Washbacks, in denen die Flüssigkeit fermentiert. Ein wortkarger Angestellter prüft abwechselnd den Alkoholgehalt und rührt um. Mehr als ein Grusswort können wir ihm jedoch nicht entlocken. Das Pinienholz des Bottichs duftet nach Lakritz. „Andere Brennereien ersetzten diese Washbacks durch Edelstahlkessel. „Wir glauben jedoch, dass auch dieses Holz den Charakter unseres Whiskys bestimmt“, erklärt Neil.</p>
<p><strong>Das „Herz“ des Alkohols</strong></p>
<p>Über eine Treppe steigen wir hinab in den unteren Teil des Schuppens. Hier bewundern wir zwei glänzende Kupferkolben. Die blasenförmigen Gebilde beginnen auf Brusthöhe und ragen bis ins obere Stockwerk hinauf. Beim Glaskasten mit den Hähnen links davon kommt Neil ins Schwärmen: Hier sei absolutes Können gefordert. Die Alkohole zu Beginn und am Ende des herausrinnenden Destillats seien gesundheitsschädlich, nur das „Herz“ des Destillats dürfe herausgefiltert werden. „Gelingt dies perfekt, schimmert die Flüssigkeit bläulich. Leider ist mir das noch nie gelungen“, fügt er bedauernd an.</p>
<p>Das glasklare Destillat wird erst dann zu einem Edradour-Whisky, wenn es mindestens zehn Jahre in einem Eichenfass gelagert hat. Als kleinste Brennerei Schottlands, und mit dem Bekenntnis zur Handarbeit hat sich Edradour zudem nicht der Massenproduktion verschrieben: Die Jahresproduktion von nur knapp 90‘000 Litern entspricht der Wochenproduktion grosser Brennereien. Im Gegensatz zu jenen Brennereien hat Edradour jedoch die Freiheit, mit verschiedenen Fässern zu experimentieren. Es sind Bourbon-, Sherry-, seltener auch Port- und andere Weinfässer. Einen ganz neuen Weg schlägt Edradour mit Bordeauxfässern ein: Zart pink funkelnder Whisky ist durchaus eine Degustationserfahrung wert.</p>
<p>Wie in jeder Brennerei können Besucher auch im Shop der „Edradour Distillery“ diverse Sorten Whisky probieren. Der leicht torfige, nach karamellisierte Mandeln schmeckende „Edradour 10Year Old“, mundet vorzüglich. Und bleibt noch lange als Erinnerung am Gaumen haften, während  wir, von der tief stehenden Wintersonne begleitet, wieder auf dem Rückweg nach Pitlochry sind.</p>
<p>* Trinkspruch aus Edradour. (Englisch: &#8220;Here&#8217;s to us, and damn the whisky duty.”)</p>
<p><strong>Literatur zum Thema:</strong> <br />
 Charles Maclean (2004) <em>Scotch Whisky – A Liquid History</em>, Cassel Illustrated (englisch)<br />
 Eine ausführliche Dokumentation über die Geschichte des schottischen Whiskys.</p>
<p><strong>Im Netz</strong></p>
<p><a href="http://www.edradour.co.uk " target="_blank">The Edradour Distillery (englisch)</a></p>
<p><strong><br />
 <span style="color: #808080;">Ein Whisky entsteht</span></strong><span style="color: #808080;"><br />
 <em>Mälzen:</em> Die Gerste wird circa drei Tage in Wasser eingeweicht, und dann auf einem Betonboden zum Keimen ausgelegt und gelegentlich gewendet.                                                                                  <br />
 <em></em></span></p>
<p><span style="color: #808080;"><em>Darren: </em>Trocknen der gekeimten Gerste, traditionellerweise im Rauch eines Torffeuers, welcher sich im Geschmack des Whiskys widerspiegelt.                  <br />
 <em></em></span></p>
<p><span style="color: #808080;"><em>Maischen: </em>Die gekeimte und anschliessend gemahlene Gerste wird mit heissem Wasser übergossen und eingeweicht. Mittels drei immer wärmeren Waschungen (von 65°C bis 85°C) und regelmässigem Umrühren wird der Zucker aus der Stärke im Malz gelöst. </span></p>
<p><span style="color: #808080;"><em>Fermentieren:</em> Im „Washback“-Kessel findet der Fermentationsprozess statt. Während 50-60 Stunden entzieht zugegebene Hefe der Maische den Zucker und wandelt sie zu Alkohol und Kohlendioxid um. Die Mischung erreicht einen Alkoholgehalt von 5-8 Volumenprozent.                                                                                              <br />
 <em></em></span></p>
<p><span style="color: #808080;"><em>Destillieren:</em> Im „Pot Still“, einer grossen kupfernen Brennblase, wird die fermentierte Maische destilliert. Beim ersten Durchgang, bei dem vor allem der Alkohol von den Getreiderückständen getrennt wird, entsteht ein Destillat mit einem Alkoholgehalt von etwa 20 Volumenprozent. Beim zweiten Brennprozess steigt der Alkoholgehalt auf 70 Volumenprozente, und der frische Whisky ist bereit, in Eichenfässern abgefüllt und gelagert zu werden.</span></p>
<p>Bildergalerie</p>
<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-7992" title="Edradour Brennereigebäude" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/02/Edradour_Brennereigebäude-150x150.jpg" alt="Edradour Brennereigebäude" width="150" height="150" /> <img class="alignnone size-thumbnail wp-image-7991" title="Edradour Auto" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/02/Edradour_Auto-150x150.jpg" alt="Edradour Auto" width="150" height="150" /> <img class="alignnone size-thumbnail wp-image-7993" title="Edradour Die kleinsten Destillationskolben Schottlands" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/02/Edradour_Die-kleinsten-Destillationskolben-Schottlands-150x150.jpg" alt="Edradour Die kleinsten Destillationskolben Schottlands" width="150" height="150" /></p>
<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-7994" title="Edradour_Degustation" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/02/Edradour_Degustation-150x150.jpg" alt="Edradour_Degustation" width="150" height="150" /> <img class="alignnone size-thumbnail wp-image-7995" title="Edradour Hölzerne Washbacks" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/02/Edradour_Hölzerne-Washbacks-150x150.jpg" alt="Edradour Hölzerne Washbacks" width="150" height="150" /></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Gesellschaftsspiele der letzten hundert Jahre</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/01/01/eile-mit-weile/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 09:30:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Graziella Putrino</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/01/01/eile-mit-weile/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/Titelbild.JPG class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Das Spiel „Eile mit Weile“ ist bereits hundert Jahre alt. Zu dieser Epoche hat der Konservator des  Spielzeugmuseums Riehen eine retrospektive Sonderausstellung konzipiert. Bei den zurzeit kalten bis eisigen Temperaturen bieten 85 Quadratmeter Ausstellung eine warme Stube an. Die Besucher werden eingeladen, die grosse Vielfalt an Spielen gleich an Ort und Stelle auszuprobieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Mensch, ärgere dich nicht: Eile mit Weile</h1>
<h2>Gesellschaftsspiele der letzten hundert Jahre</h2>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-7647" title="Titelbild" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/Titelbild.JPG" alt="Titelbild" width="283" height="282" /></p>
<p><strong>Das Spiel „Eile mit Weile“ ist bereits hundert Jahre alt. Zu dieser Epoche hat der Konservator des  Spielzeugmuseums Riehen eine retrospektive Sonderausstellung konzipiert. Bei den zurzeit kalten bis eisigen Temperaturen bieten 85 Quadratmeter Ausstellung eine warme Stube an. Die Besucher werden eingeladen, die grosse Vielfalt an Spielen gleich an Ort und Stelle auszuprobieren.</strong></p>
<p>von Graziella Putrino</p>
<p>Kennen Sie Pachisi? Nein? Vielleicht aber die deutsche Variante „Mensch, ärgere dich nicht“, oder die schweizerische „Eile mit Weile“. Die Uridee all dieser Spiele ist das indische  „Pachisi“. Dieses Spiel wurde im Verlauf der letzten hundert Jahren je nach Land und Sprache adaptiert.</p>
<p><strong>Reichtum an Spielen</strong><br />
 „Eile mit Weile“ ist nur eines von den insgesamt 800 Spielen im Archiv des Spielzeugmuseums in Riehen. Allein vor fünf Jahren kamen 400 Exemplare zu den Vorhandenen hinzu: Felix Trommen, Spielekritiker bei der „Basler Zeitung“, vermachte vor seinem Tod seine eigene umfangreiche Sammlung dem Museum.</p>
<p>Diesen grossen Reichtum an Spielen, dem Publikum in Form einer Ausstellung zu präsentieren, beschloss der Konservator, Bernhard Graf. „Die Ausstellung ist zudem eine Ehrerweisung an Trommen“, unterstreicht „Le Patron“- wie Graf sich selber nennt.</p>
<p><strong>Interaktion zwischen Ausstellung und Besuchern</strong><br />
 „Die Spiele sind nicht nur Ausstellungsstücke hinter Vitrinen“, betont der Konservator. „Zwar dienen sie dazu, eine Vergangenheit zu dokumentieren, sie sollen aber auch vor Ort gespielt werden“. Als Bernhard Graf das Konzept der Ausstellung ausarbeitete, hatte er die klare Vorstellung, dass eine Interaktion zwischen den Belegexemplaren und den Besuchern zu entstehen habe. Für die Gestaltung des Raumes im Nebenhaus des Spielmuseums, wo der Besucher die Sonderausstellung findet, erteilte der Konservator der jungen Firma ZMIK spacial design aus Basel den Auftrag.</p>
<p>Die Gestalter platzierten sowohl an der linken, wie an der rechten Wand des Raumes insgesamt sieben rhomboide Vitrinen. Darin sind nun nach Themen Spiele in der Originalverpackung ausgestellt. In jeder Vitrine sind zusätzlich Würfel oder Spielfiguren aus einzelnen Spielen, als Zeugen des zwanzigsten Jahrhunderts zu bewundern.</p>
<p><strong>Nostalgische Gefühle</strong><br />
 In der ersten Vitrine sind „berühmte Spiele“ gesammelt. Da finden die Besucher &#8211; nicht wenige mit nostalgischen Gefühlen &#8211; „Eile mit Weile“, „Mensch ärgere dich nicht“, aber auch das Gänsespiel, welches ebenfalls indische Vorbilder hat. <br />
 Nebst dem Original Monopoly, entdeckt der Besucher das „Anti-Monopoly“. Le Patron berichtet, dass dieses Brettspiel für 2 bis 6 Personen vom amerikanischen Wirtschaftsprofessor Ralph Anspach entwickelt wurde. Als das Spiel im Jahre 1973 erschien, sorgte vor allem sein Name für Furore: Er war Grund für einen zehn Jahre dauernden Rechtsstreit um die Markenrechte am Namen Monopoly. Schliesslich gewann Anspach und sein Spiel durfte den Namen „Anti-Monopoly“ behalten.</p>
<p>Die zweite Vitrine trägt den Titel „Die grosse weite Welt“.  Dort befinden sich eher taktische, strategische Spiele, welche zudem pädagogischen Charakter aufweisen. Die Spielemacher beabsichtigten, dass sich die Spieler nicht nur vergnügten, sondern dabei auch vieles lernen sollten. Diese Spiele tragen Namen wie „Eine Reise durch die Nord- und Ostsee“, „Kreuz und quer durch Europa“, „Reise durch die Hauptstädte Europas“ oder „Rheinreise“.</p>
<p>Unter dem Titel „Politisches“ trifft der Besucher bei der dritten Vitrine auf Spiele, die ein politischer Spiegel ihrer Zeit sind. Der Besucher erinnert sich beim Betrachten möglicherweise an verschiedene politische Ereignisse, wie: Glasnost in Russland oder Tangentopoli in Italien. Diese beiden und weitere Episoden der Geschichte wurden zu Spielen umgesetzt. Auch Ereignisse in Zürich lieferten die Grundlage für ein Spiel. Wie der Konservator erzählt, wurde mit Hilfe des Spieles „Wahlkampffieber“ Zürcher Schülern der Oberstufe das System der Schweiz näher gebracht.</p>
<p>In der vierten Vitrine sticht ganz besonders eine Farbe hervor: Rot &#8211; in allen Abstufungen.<br />
 „Anscheinend“, erläutert Graf „dachten die Spielverlage, Schachteln in der Signalfarbe rot, schwarz und weiss beschriftet, hätten bessere Absatzchancen. Es dürfte manchen Konsumenten, die Verpackung wichtiger sein als das Spiel an sich“, meint der Konservator zu dieser Vitrine mit dem Titel: „Die Farbe rot.“</p>
<p>Die fünfte Vitrine sammelt viele Spiele, die nirgends richtig einzuteilen sind und dem Publikum grösstenteils wohl unbekannt. Diese Spiele fanden Grafs Gunst entweder wegen der Aufmachung der Schachtel, oder wegen des originellen Namens. Daher trägt die Vitrine den Titel „Selection du Patron“. Hier entdeckt der Besucher Spiele wie „Sandmännchens Abendspaziergang“, „Die Reise ins Himmelreich“, „Tom Mix in Texas“, „Schottische Fuchsjagd“, „Abilene“, „Die Spinne“, „O la la!“.</p>
<p>Die sechste Vitrine stellt „Alltägliches“ vor, wie das „Börsenspiel“ als Spiegelung der Börsenwelt, oder das „Froschwanderspiel“, eher als pädagogisches Spiel gedacht, um auf die Umwelt aufmerksam zu machen. Dass Graf das Zeitungsspiel „BaZ“ ausstellte, dient vielleicht dazu, an eine etwas ruhigere Zeit dieser Lokalzeitung zu erinnern. Niemand konnte vor zwei Jahren ahnen, welche Turbulenzen die BaZ in letzter Zeit noch erleben sollte!</p>
<p>Auch berühmte Fernsehserien wurden zu einem Spiel umgesetzt: Der Besucher erkennt sofort die deutsche Serie „Die Schwarzwald- Klinik“. In der Vitrine „Alltägliches“ befindet sich auch das Spiel „Überstehen Sie die Midlife-Crisis“ als Lebensratgeber.</p>
<p>In der letzten Vitrine wird ein Stück Heimat dargestellt: „Im Lande Tells“ zeigt dem Publikum Spiele, welche die Mehrsprachigkeit und die Vielfalt der Schweiz beleuchten: „Zum Gipfel der Jungfrau/ Au sommet de la Jungfrau“, „Un tour de Suisse, Reise durch die Schweiz“, „Jeu de Chemin de Fer Suisse/ Schweizerische Eisenbahnspiel“. „Jeu du Rempart/ Bollwerk-Spiel“, „Swiss-Quiz“, „Jeu des Eclaireurs suisses/ Schweizer Pfadfinder-Spiel.“</p>
<p><strong>Wunschgedanken</strong><br />
 Viele Spiele enthalten eine Botschaft, oder haben eine Absicht: Sei es die zwischen-menschliche Begegnung und die Wahrnehmung unseres Gegenübers zu fördern. Sei es die Auseinandersetzung mit einer anderen Denkweise, oder mit einer anderen Sprache. Alles, ohne dabei den Faktor Spass zu vergessen.</p>
<p>In einer Zeit, in der sich vermehrt Videospiele breit gemacht haben, bietet diese interaktive Spieleausstellung die Gelegenheit, eine andere Art des Spielens wieder oder neu zu entdecken.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><span style="color: #666699;"><strong>Führungen</strong><br />
 Während seinen Führungen erzählt Le Patron persönlich mit Leidenschaft und ausführlich Geschichten zu jedem einzelnen Spiel. <br />
 Im neuen Jahr an folgenden Daten:<br />
 Am 13. Februar 2011 und am 27. März 2011, jeweils um 11h15.</span></p>
<p><strong>Links:</strong><br />
 <a href="http://www.spielzeugmuseumriehen.ch/" target="_blank">Spielzeugmuseum Riehen</a><br />
 http://www.spielzeugmuseumriehen.ch/</p>
<p><a href="http://www.zmik.ch/de" target="_blank">ZMIK spacial design</a> (mit weiteren Bildern der Ausstellung)<br />
 http://www.zmik.ch/de</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Bildergalerie:</strong></p>
<p><img class="alignnone size-thumbnail  wp-image-7643" title="Eingang" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/Eingang-150x150.jpg" alt="Eingang" width="150" height="150" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-7638" title="Berühmte Spiele" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/Berühmte-Spiele-150x150.jpg" alt="Berühmte Spiele" width="150" height="150" /> <img class="alignnone size-thumbnail wp-image-7640" title="Halma: Die Farbe rot" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/Halma_Die-Farbe-rot-150x150.jpg" alt="Halma: Die Farbe rot" width="150" height="150" /></p>
<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-7641" title="Zum Gipfel der Jungfrau" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/Spiel-Zum-Gipfel-der-Jungfrau-150x150.jpg" alt="Zum Gipfel der Jungfrau" width="150" height="150" /> <img class="alignnone size-thumbnail wp-image-7642" title="Spiel Weltreise" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/Spiel-Weltreise-150x150.jpg" alt="Spiel Weltreise" width="150" height="150" /> <img class="alignnone size-thumbnail wp-image-7644" title="Spiel Eile mit Weile" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/Spiel-Eile-mit-Weile-150x150.jpg" alt="Spiel Eile mit Weile" width="150" height="150" /></p>
<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-7645" title="Spiel Welthandel" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/Spiel-Welthandel-150x150.jpg" alt="Spiel Welthandel" width="150" height="150" /> <img class="alignnone size-thumbnail wp-image-7646" title="Sandmännchen" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/Spiel-Sandmännchen-150x150.jpg" alt="Sandmännchen" width="150" height="150" /> <img class="alignnone size-thumbnail wp-image-7651" title="Jeu du rempart" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/01/Jeu-du-rempart-150x150.jpg" alt="Jeu du rempart" width="150" height="150" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Dandelion – ein Zuhause für Demenzkranke</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/11/18/dandelio/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 20:46:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Graziella Putrino</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Vergessen]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/11/18/dandelio/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/11/Dandelion.JPG class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Das „dandelion“ ist das erste Pflegezentrum für demenzkranke Menschen in der Nordwestschweiz. Im Herzen von Kleinbasel finden zur Zeit 58 an Demenz erkrankte Menschen ein neues Zuhause für ihren Lebensabend. Ein Rundgang gewährt einen kleinen Einblick in ihre Wohnsituation und den Alltag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Geborgenheit in der Demenz</h1>
<h2>Dandelion – ein Zuhause für Demenzkranke</h2>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-6903" title="Dandelion" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/11/Dandelion.JPG" alt="Dandelion" width="340" height="340" /></p>
<p><strong>Das „dandelion“ ist das erste Pflegezentrum für demenzkranke Menschen in der Nordwestschweiz. Im Herzen von Kleinbasel finden zur Zeit 58 an Demenz erkrankte Menschen ein neues Zuhause für ihren Lebensabend. Ein Rundgang gewährt einen kleinen Einblick in ihre Wohnsituation und den Alltag.</strong></p>
<p><strong><br />
 Von Graziella Putrino</strong></p>
<p>Ausgerechnet an der für viele Basler verrufenen Sperrstrasse befindet sich ein Pflegeheim der gehobenen Preisklasse: Das dandelion- ein Zentrum für Demenzkranke. Wer es betritt, findet gleich beim Eingang links das Büro der Geschäftsführerin Regina Dubler. Dem Standard des Heimes entsprechend ist es geräumig und hell. Hier erwartet Dubler uns als Pressevertreter, um ausführlich über das dandelion zu berichten.</p>
<p><strong>Geführter Rundgang</strong><br />
 Sie lädt uns ein, das Heim mit ihr zu besichtigen. Noch bevor der Rundgang beginnt, betont Dubler, wie wichtig es für sie sei, dass die stationäre Demenzkranken als Bewohner apostrophiert werden statt als Patienten. Dies einerseits weil Demenz nicht heilbar sei. Andererseits, damit sich die Menschen hier daheim fühlten. <br />
 Dandelion bedeutet Löwenzahn. Diese Blume hat viele Gesichter: Eine wunderschöne Blüte, die sich zur weissen, zarten Kugel formt, deren Flugschirme durch einen Hauch weggeblasen werden und den nackten Kopf zurücklassen. Das Bild des Löwenzahns veranschaulicht die Philosophie des Pflegezentrums: In die Mitte stellt diese den demenzkranken Menschen, dessen Persönlichkeit sich verändert und langsam auflöst.</p>
<p><strong>Geschlossene Anstalt?</strong><br />
 Laut Dubler beschäftigt das Zentrum insgesamt neunzig Mitarbeiter- von der Pflege bis zur Küche. „Das dandelion ist somit eine richtige KMU“, hebt die Geschäftsführerin hervor. Auf dem Weg zum Treppenhaus zückt Dubler ihren Schlüssel. Im dandelion sind die Türen auf jeder Etage abgeschlossen. „Dies dient der Sicherheit der Bewohner“, rechtfertigt sich Dubler. <br />
 Im Treppenhaus ist es angenehm kühl. Wir gehen hinauf zur vierten Etage. Angekommen, schliesst Dubler auch hier die Tür mit dem Schlüssel auf. Wir betreten einen weitläufigen, internen Korridor mit einem Glasdach, welcher den Eindruck erweckt, man bewege sich unter freiem Himmel. Die Gastgeberin betont: „Genügend Bewegungs-möglichkeiten sind sehr wichtig, da demenzkranke Menschen, oft von einer starken motorischen Unruhe getrieben sind, solange sie noch mobil sind.“</p>
<p><strong>Die Wohnsituation </strong><br />
 Im dandelion hat jeder Bewohner ein Einzelzimmer. Einzige Ausnahme ist das sogenannte Männerzimmer, welches sich zur Zeit zwei Männer teilen, die zusammenwohnen wollen. „Pflegebett, Wandschrank und eine Nachtkommode gehören in jedem Zimmer zur einfachen Einrichtung.“ Den Rest können die Bewohner, oder ihre Angehörigen nach ihren Wünschen selbst einrichten und gestalten, erzählt die Geschäftsführerin und fügt hinzu: „Viele Demenzkranke halten sich nicht oft in ihren Zimmern auf, weil sie nicht gerne alleine sind“.<br />
 Auf die Frage, was der Unterschied zwischen Altersheim und Pflegezentrum sei, führt Dubler aus: „In einem klassischen Altersheim hatten alle betagten Menschen ein Zimmer, gingen selbstständig ein und aus und profitierten von den Dienstleistungen des Heimes.“ Heute gibt es  in jedem Altersheim Demenzkranke in getrennten Abteilungen.<br />
 Das Pflegezentrum dandelion sei insofern eine „Spezialität“, weil alle Bewohner in einem fortgeschrittenen Stadium demenzkrank sind. Ihre Pflege ist anspruchsvoll und belastend. Und eine grosse  Herausforderung für das Personal des Zentrums. Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf sind die Bewohner auf Unterstützung rund um die Uhr angewiesen, denn auch alltägliche Aktivitäten können sie nicht mehr verrichten.</p>
<p><strong>Geduld ist wichtig</strong><br />
 Für Demenzkranke sieht die Welt merkwürdig und unverständlich aus. Sie sind nicht mehr in der Lage Gegenstände, Situationen und Personen in einen grösseren Kontext einzuordnen. Aufgrund ihrer Erinnerungsstörungen ist ihnen der Zugriff auf ihr früheres Wissen und auf ihre Erlebnisse verwehrt. Somit können sie sich nicht in der jetzigen Situation zurechtfinden. Oft verschwimmt auch der Unterschied zwischen Traum und Realität, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Viele Patienten haben ausserdem Halluzinationen, die sie als real erleben. Menschen, die an Demenz erkrankt sind, fühlen sich oft falsch verstanden, herumkommandiert oder bevormundet. Sie reagieren dann gelegentlich sehr verärgert.</p>
<p><strong>Betreuung in Wohngruppen</strong><br />
 Auf dem Rundgang zeigt Dubler ein grosses Gemeinschaftsbad. Diese geräumigen Bedezimmer befinden sich auf jeder Etage. Von der Decke leuchten verschiedene Lichtreflexe, die das Bad „in eine richtige Wohlfühloase“ verwandeln, wie es Dubler nennt. Auf jedem Stockwerk ist ausserdem eine sogenannte Mitte eingerichtet: grosse Wohn- und Esszimmer mit einer offenen Küche. Hier können die Demenzkranken beisammen sein. Die Wohnmitte ist das gemeinsame „Stübli“ der Bewohnerinnen und Bewohnern mit einem grossen Tisch im Zentrum. Auch antike Sofas und kleine ovalen Tische, viele Teddybären und Bilder findet man hier. Um die Mitte herum gruppieren sich die Zimmer der Bewohner. Die Wohngruppen von maximal sechs Bewohnern werden nach internen Kriterien zusammengestellt und sie werden jeweils von zwei bis drei Pflegenden betreut.</p>
<p><strong>Der Alltag im Wohnheim</strong><br />
 Alle Demenzkranken im dandelion werden in das Alltagsleben miteinbezogen, soweit dies noch möglich ist. Viele freuen sich über die kleinen Dinge, bei denen sie mit anpacken können. Das gibt ihnen das Gefühl, gebraucht zu werden. Nach dem Essen legen sich die an Demenz Erkrankten in den Ruheraum oder jassen zusammen. Der Ruheraum ist mit Betten ausgestattet und bietet genügend Platz für alle. Von der Ruheoase aus geht es in den Aufenthaltsraum oder in die Bastelecke. Hier können die Bewohner ihren gestalterischen Fähigkeiten freien Lauf lassen. Sie kreieren Collagen, malen mit Wasserfarbe oder kleben bunte Papierfetzen zu Mosaiken zusammen.   <br />
 Überraschend viele an Demenz erkrankte Personen können ihre Wünsche und Bedürfnisse in der einen oder anderen Art noch gut ausdrücken. Oft aber nicht mit Worten. Umso wichtiger wird die nonverbale Kommunikation mit dem Personal. Dieses erfährt so von den kleinen Alltagsfreuden und ist dann bestrebt, dass die Bewohner, diese auch ausleben können. Bei solchen Freuden handelt es sich um eine Pedicure, Manicure, oder eine Kosmetiksitzung. Auch das Rauchen ist möglich: Eine Pflegekraft führt eine Zigarette zum Munde eines Bewohners, der genüsslich daran zieht, wie wir während unseres Rundganges zum Garten beobachten.</p>
<p><strong>Der doppelte Zahlencode</strong><br />
 An der Ausgangstüre des dandelions angekommen, verabschiedet sich die freundliche Zentrumsleiterin und tippt zweimal einen Zahlencode ein. Eine weitere Sicherheitsmassnahme, die verhindern soll, dass kein Bewohner alleine hinausgeht und seiner Verwirrtheit überlassen ist. Wir treten aufs Trottoir hinaus. Die Schiebetüre des Heimes schliesst sich automatisch hinter uns. Was zurückbleibt ist das Bewusstsein, wie schön es doch ist, gesund und frei zu sein.<br />
 In Gedanken versunken, halte ich inne und frage mich, wo ich mein Auto geparkt habe. Nachdenklich werfe ich noch einen Blick auf den Eingang des dandelions: Dabei ertappe ich mich, wie ich mir von Herzen wünsche, mein Gedächtnis möge mich nie im Stich lassen.</p>
<p><strong>Bildergalerie:</strong></p>
<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-6911" title="Biografiearbeit" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/11/Biografiearbeit-150x150.jpg" alt="Biografiearbeit" width="150" height="150" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-6912" title="Das Männerzimmer" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/11/Das-Männerzimmer-150x150.jpg" alt="Das Männerzimmer" width="150" height="150" /> <img class="alignnone size-thumbnail wp-image-6914" title="Wellnessbad auch für Bettlägrige" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/11/Wellnessbad-auch-für-Bettlägrige-150x150.jpg" alt="Wellnessbad auch für Bettlägrige" width="150" height="150" /></p>
<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-6913" title="Regina Dubler fragt eine Bewohnerin nach ihrem Wohlbefinden" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/11/Regina-Dubler-fragt-eine-Bewohnerin-nach-ihrem-Wohlbefinden-150x150.jpg" alt="Regina Dubler fragt eine Bewohnerin nach ihrem Wohlbefinden" width="150" height="150" /><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-6910" title="Antike Möbel und Teddybären geben eine nostalgische Note" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/11/Antike-Möbel-und-Teddybären-geben-eine-nostalgische-Note-150x150.jpg" alt="Antike Möbel und Teddybären geben eine nostalgische Note" width="150" height="150" /> <img class="alignnone size-thumbnail wp-image-6917" title="Stundenplan der Wohngruppen" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/11/Stundenplan-der-Wohngruppen-150x150.jpg" alt="Stundenplan der Wohngruppen" width="150" height="150" /></p>
<p><strong>Links:</strong><br />
 <a title="Dandelion" href="http://www.dandelion-basel.ch" target="_blank">http://www.dandelion-basel.ch</a></p>
<p><a title="alz.ch" href="http://www.alz.ch" target="_blank">http://www.alz.ch<br />
 </a></p>
<p><strong>Literatur: </strong></p>
<p>Diener Oskar: Grundversorgung Demenz. Bericht zu Handen der Fachstelle Altersfragen des Bundesamtes für Sozialversicherung, Schweizerische Alzheimervereinigung und Pro Senectute Schweiz, Februar 2002.</p>
<p>Haas Jen: Demenz- Diagnose, Behandlung und Betreuung. Schweizer Experten empfehlen. Schweizerische Alzheimervereinigung, Yverdon-Les-Bains, 2008.</p>
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