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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Wissen</title>
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		<title>Die seltsamen Blüten eines religiösen Konservatismus</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 19:50:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Giannis Mavris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Athos]]></category>
		<category><![CDATA[Glaube]]></category>
		<category><![CDATA[Griechenland]]></category>
		<category><![CDATA[kloster]]></category>
		<category><![CDATA[Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Orthodoxie]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/29/athos_streit-unter-monchen/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/Kloster-Dionysiou-auf-der-Halbinsel-Athos-GR-450x450.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=150  border=0></a>Die Autonome Mönchsrepublik Athos gilt als spirituelles Zentrum des orthodoxen Mönchtums. Sie ist auch die Hochburg konservativer Wertvorstellungen, die manchmal mit kirchlichem Pragmatismus kollidieren. Eine tragikomische Geschichte über eine Mönchsgemeinschaft, die fernab der Welt zu leben strebt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Ein Stück Männerwelt</h1>
<h2>Die seltsamen Blüten eines religiösen Konservatismus</h2>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-10011" title="Kloster Dionysiou auf der Halbinsel Athos, GR" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/Kloster-Dionysiou-auf-der-Halbinsel-Athos-GR-450x450.jpg" alt="Kloster Dionysiou auf der Halbinsel Athos, GR" width="297" height="297" /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: small;">Das Kloster Dionysiou auf der Halbinsel Athos, Griechenland. </span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: xx-small;">Quelle Wikipedia, User Mätes II.</span></p>
<p style="text-align: center;"> </p>
<p style="text-align: left;"><strong>Die Autonome Mönchsrepublik Athos gilt als spirituelles Zentrum des orthodoxen Mönchtums. Sie ist auch die Hochburg konservativer Wertvorstellungen, die manchmal mit kirchlichem Pragmatismus kollidieren. Eine tragikomische Geschichte über eine Mönchsgemeinschaft, die fernab der Welt zu leben strebt.</strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Von Giannis Mavris</strong></p>
<p style="text-align: left;">Seit Jahrhunderten schon gilt die Halbinsel Athos im nördlichen Griechenland als eine der wichtigsten Zentren der christlichen Orthodoxie. Die Heilige Maria persönlich soll gemäss einer Legende nach einem Sturm auf hoher See auf der Landzunge gestrandet sein. Von der Schönheit des Ortes überwältigt, bat sie Jesus, ihr die Halbinsel als ihren persönlichen Garten zu schenken. Seitdem gilt Athos als der „Garten der Gottesmutter“, der einzig und allein ihr vorbehalten ist. Anderen Frauen, wie auch weiblichen Tieren (ausser Katzen, die Mäuse zu fangen haben) ist der Zutritt strengstens untersagt. Zuwiderhandlungen werden von den griechischen Behörden geahndet.</p>
<p>Bereits unter dem byzantinischen und später unter dem osmanischen Reich konnte Athos seine Unabhängigkeit wahren. Heute besitzt die Mönchsrepublik einen verfassungsmässig garantierten Autonomiestatus in Griechenland. Die Mönche regeln die Verwaltung und haben in einem beschränkten Masse auch politische Handlungsfreiheiten. <br />
 Viele Griechen unternehmen Pilgerreisen zum Agion Oros („heiliger Berg“), wo es neben den 17 griechischen Klöstern noch je ein russisches, serbisches und bulgarisches Kloster gibt. Während in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts die Anzahl der Mönche rapide abnahm, gab es in den letzten Dekaden wieder einen leichten Anstieg.</p>
<p><strong>„Legale“ versus „rebellierende“ Mönche</strong><br />
 Interne Streitigkeiten waren bei der Orthodoxie seit jeher im Programm, so dass sich heute ein stark zersplitterte Religionsgemeinschaft präsentiert: Kirchen sind in der Regel national organisiert. Innerhalb der Landeskirchen finden sich wiederum weitere Abspaltungen. Somit ist die orthodoxe Kirche weniger hierarchisch strukturiert als die katholische. Wie gross die Bereitschaft ist, die eigenen Glaubenssätze zu verteidigen, zeigt eine Geschichte, die sich seit einigen Jahren auf Athos abspielt.</p>
<p>Im Zuge eines Jahrzehnte andauernden Konflikts zwischen dem Patriarchen von Konstantinopel und den Mönchen des ultra-konservativen Klosters Esphigmenou, kam es in den letzten zehn Jahren zu einigen denkwürdigen Zwischenfällen. So warfen letztere dem Patriarchen Verrat an der Orthodoxie vor, da er ein für sie unverzeihliches Delikt beging: Er suchte das Gespräch mit der katholischen Kirche. <br />
 Der Patriarch antwortete 2002 mit einer Exkommunikation und der Aufforderung, die Mönche von Esphigmenou hätten das Gebiet von Athos zu verlassen. Diese ignorierten die Aufforderung jedoch. Gerichtsbeschlüsse, die weitgehend der Linie des Patriarchen folgten, lehnten sie als illegitim ab. Eine Gruppe von zwanzig Mönchen besetzte 2005 den Sitz des Vorstandes der Mönchsrepublik, als die übrigen Klöster den Weisungen des Patriarchen folgten und die Mönche von Esphigmenou als „Illegale“ betrachteten.</p>
<p><strong>„Orthodoxie oder Tod“</strong><br />
 Die Hüter des „wahren Glaubens“ gingen damit auf einen Konfrontationskurs gegenüber den restlichen Klöstern, der schon bald seinen Tribut forderte. Als ein Jahr später Mönche der anderen Klöster versuchten, die Besetzung zu räumen, kam es zu regelrechten Prügeleien. Nachdem Türen mit einem Vorschlaghammer aufgebrochen wurden, gingen die Mönche mit Brechstangen und Feuerlöschern aufeinander los. Bilanz: Sieben zum Teil schwer verletzte Mönche.</p>
<p style="text-align: left;">Die Fronten sind seitdem verhärtet. Der griechische Staat hat angeboten, die „rebellierenden“ Mönche aus Athos zu entfernen, was aber vonseiten der Klöster abgelehnt wurde, da sie keine gewaltsame Lösung des Problems wünschten. Die Mönche von Esphigmenou haben sich nun in ihrem burgähnlichen Kloster verbarrikadiert. Sie haben Transparente aufgehängt, auf denen die Parole „Orthodoxie oder Tod“ steht. Der offizielle griechische Wahlspruch „Freiheit oder Tod“ kommt übrigens aus dem Befreiungskampf gegen das osmanische Reich. Hieraus offenbart sich der  Anspruch, die „echte“ griechische Religion zu verteidigen.</p>
<p style="text-align: left;">In den letzten Jahren versuchten Mönche von anderen Klöstern das Esphigmenou-Kloster zu stürmen – ohne Erfolg. Die „Rebellen“ machten auchklar, was passieren würde, sollte die Polizei versuchen das Kloster zu stürmen: Mit Gasflaschen, Benzinkanistern und sogar Dynamit wollen sie das tausendjährige Kloster in die Luft sprengen.</p>
<p>Die Versorgung des Klosters mit Lebensmitteln und Medizin ist nicht mehr gewährleistet, da es weitgehend isoliert wurde. Dies stellt vor allem die teilweise bejahrten Mönche vor grosse Probleme. Nach eigenen Angaben erhalten die Mönche über den Seeweg Unterstützung von Sympathisanten.</p>
<p><strong>Zwischen Tradition und Moderne</strong><br />
 Diese Geschichte zeigt die Zerrissenheit einer Gemeinschaft auf, die sich trotz ihrer selbstgewählten und konsequent verteidigten Isolation mit der Moderne konfrontiert sieht. Ein asketisches Leben, wie es in Athos angestrebt wird, wird durch die Versuchungen der weltlichen Lebensweise auf den Prüfstein gelegt. Ziel des christlichen Mönchtums war seit jeher eine Entsagung an die Welt gewesen. Das ist heute schwieriger als zur Zeit der ersten christlichen Mönche in der ägyptischen Wüste. Obwohl heutigen Mönche um diese Schwierigkeiten wissen, nehmen sie diese Herausforderung an.</p>
<p>Die Mönche von Esphigmenou leben zwar eine besonders radikale Form des orthodoxen Konservatismus aus. Durch dieses Beispiel wird aber erst recht sichtbar, welchen Konflikten sich Menschen ausgesetzt sehen, die ein äusserst religiöses Leben gewählt haben. Religiöser Radikalismus kann als ein Ausdruck von Schwierigkeiten verstanden werden, das moderne Leben zu akzeptieren.</p>
<p style="text-align: left;"> </p>
<p style="text-align: left;"><strong>Im Netz:</strong></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.mountathos.gr" target="_blank">Die Webseite der Autonomen Mönchsrepublik Athos</a></p>
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		<title>Dich erwartet eine ungewisse Zukunft, Nr. 7&#8242;000&#8242;000&#8242;000.</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:47:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Vernunft]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbevölkerung]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlstand]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellen Sie sich vor, auf der Erde lebten nur halb so viele Menschen – jeder Zweite wäre kurz mal weg. Vor gerade mal 44 Jahren war es so: damals bewohnten 3,5 Milliarden Menschen den Planeten. Seither hat sich Homo sapiens erfolgreich vermehrt – und vermehrt sich weiter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Das Risiko Mensch</h1>
<h2>Dich erwartet eine ungewisse Zukunft, Nr. 7&#8242;000&#8242;000&#8242;000.</h2>
<p><strong>Stellen Sie sich vor, auf der Erde lebten nur halb so viele Menschen – jeder Zweite wäre kurz mal weg. Vor gerade mal 44 Jahren war es so: damals bewohnten 3,5 Milliarden Menschen den Planeten. Seither hat sich Homo sapiens erfolgreich vermehrt – und vermehrt sich weiter.</strong></p>
<p><strong>Von Martin Geiser</strong></p>
<p>Ich blättere ich einer alten Zeitschrift: Die GEO-Ausgabe vom Januar 1990 widmete ihre Titelstory dem Thema Bevölkerungsexplosion. Was ich da lese, gleicht aufs Haar den Diskussionen von heute: Damit es für alle genug hat, müssen wir die Ressourcen schonen und weniger Energie verbrauchen. Und was heute als Ursache für das ungehemmte Wachstum der Weltbevölkerung gilt, war auch damals schon klar: Armut und fehlende Bildung.</p>
<p>Die Menschheit weiss also schon lang, was zu tun ist. Und es mangelt auch nicht an Ideen, wie das Notwendige umgesetzt werden könnte. Doch tatsächlich angepackt wurde praktisch nichts: Nicht nur, dass die Weltbevölkerung weiter wächst. Auch vergeuden wir in den Industrieländern nach wie vor Energie und Rohstoffe und in den Schwellenländern sogar immer mehr davon. Von der Zerstörung und Verschmutzung der Umwelt, wollen wir gar nicht erst sprechen.</p>
<p>Immerhin wächst die Bevölkerung in den verschwenderischen Staaten nicht mehr all zu stark. Hingegen wollen die Schwellenländer beim Wohlstand aufholen. Auch in Indien und China fordern die Massen (neue) Mobiltelefone, Computer, Autos, Kleider und Schuhe. Und die Produktion dieser Güter braucht Wasser, Energie und Rohstoffe. Und belastet somit unsere Lebensgrundlagen.</p>
<p>Die Verschwendung ist zwar in den Entwicklungsländern kein Thema, aber die vielen zusätzlichen Menschen haben trotzdem Ansprüche. Nahrung und Unterkunft sind das Mindeste. Diese Menschen brauchen zum Beispiel Holz, um ihre Feuer zu unterhalten. Sie brauchen Nahrung, zum Beispiel aus dem Meer. So werden (zumindest regional) die letzten Wälder geplündert, die Meere leer gefischt. Dann spätestens sind die Grenzen des Wachstums erreicht.</p>
<p>Zugegeben, „Experten“ haben schon oft erklärt, die Grenzen des Erträglichen seien bald überschritten. Und doch ist es bis jetzt noch immer halbwegs gut gegangen. Aber das heisst ja nicht, dass wir auch in Zukunft immer glimpflich davon kommen. Es muss ja nicht gleich die Apokalypse sein, aber es werden sehr viele Menschen leiden, verhungern und mangels medizinischer Versorgung sterben. Die nächste humanitäre Katastrophe kommt bestimmt.</p>
<p>Deshalb, im Interesse dieser Menschen, sollten wir handeln. Doch sind wir ansatzweise vernünftig? Ein Blick in die Geschichte des menschlichen Verhaltens lässt ein mulmiges Gefühl zurück.</p>
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		<title>Willkommen, sieben milliardster Mensch!</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:47:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Giannis Mavris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungswachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/02/weltbevolkerung-kommentar-1/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/Ein-Bravo-an-uns-alle-450x337.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=150  border=0></a>Sieben Milliarden von uns – und es werden noch mehr kommen. Pessimisten und Misanthropen mag das missfallen. Trotzdem sollte mal festgehalten werden: So schlecht haben wir uns bisher gar nicht gemacht.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Kein Grund zur Panik</h1>
<h2>Willkommen, sieben milliardster Mensch!</h2>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-9715" title="Ein Bravo an uns alle" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/Ein-Bravo-an-uns-alle-450x337.jpg" alt="Ein Bravo an uns alle" width="301" height="225" /><span style="font-size: xx-small;">Es hat genug für Alle</span></p>
<p><strong>Sieben Milliarden von uns – und es werden noch mehr kommen. Pessimisten und Misanthropen mag das missfallen. Trotzdem sollte mal festgehalten werden: So schlecht haben wir uns bisher gar nicht gemacht. </strong></p>
<p><strong>Von Giannis Mavris<br />
 </strong></p>
<p>Ein Blick in die meisten Reportagen zum Thema Bevölkerungswachstum  offenbart oftmals einen Pessimismus, der zu einem grossen Teil nicht gerechtfertigt ist. Abgesehen davon ist die ganze Diskussion von einer Das-Boot-ist-voll-Mentalität geprägt, die einerseits oftmals einen gewissen Respekt gegenüber der eigenen Spezies vermissen lässt, andererseits schlicht zu simplifizierend ist.</p>
<p>Denn wie es in ihrer Natur zu sein scheint, machen Katastrophologen einen gravierenden Fehler: Sie ignorieren das menschliche Potential, in Zeiten der Not innovative Lösungen zu scheinbar unlösbaren Problemen zu liefern. In der Vergangenheit wurden immer wieder die Grenzen des Bevölkerungswachstums prognostiziert – sie wurden aber nie erreicht, so dass diese Grenze immer wieder weiter hinausgeschoben wurde.</p>
<p>Ich gebe zu, die momentane Situation ist alles andere als zufriedenstellend: Klimakatastrophen, ökonomische Krisen und politische Orientierungslosigkeit sind nicht gerade die besten Voraussetzungen, um optimistisch in die Zukunft zu schauen. Gleichzeitig sind ebendiese auch hoch interessante Zeiten, die uns in verschiedener Hinsicht zum Umdenken zwingen.</p>
<p>So gesehen, haben wir uns bisher gar nicht mal so schlecht gemacht. Bislang sind wir relativ gut gefahren (mit der Betonung auf relativ!). Die Bevölkerungsexplosion, die so manche für die Zukunft voraussagen, hat eigentlich schon längst stattgefunden. Und sie wurde, global gesehen, relativ gut gemeistert.</p>
<p>Dies soll natürlich nicht als Billigung heutiger Verhältnisse verstanden werden. Noch immer sind zu viele Menschen von Hunger und Armut betroffen – es sind in der Regel aber nicht technische Schwierigkeiten die zu einer solchen Situation führen (beispielsweise die effektive Nahrungsproduktion). Vielmehr sind es strukturelle Probleme, die eine optimale Ausschöpfung der vorhandenen Möglichkeiten verhindern.</p>
<p>Solche Probleme sind aber menschlich bedingt, und dadurch auch lösbar. So sind beispielsweise der Zugang zu technischem Know-how sowie Saatgut für Menschen in Not zwei Massnahmen, deren Umsetzung nicht allzu schwierig wären – und angesichts ihrer Wirkung ist eine Unterlassung geradezu kriminell. Wollen wir als Menschheit weiterhin Bestand haben, wird es in der Zukunft vermehrt gemeinsamer Anstrengungen bedürfen. Der Spielraum dazu besteht aber weiterhin.</p>
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		<title>Einige Fakten zum Bevölkerungswachstum</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:46:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Giannis Mavris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
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		<category><![CDATA[Bevölkerungswachstum]]></category>
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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/02/bevolkerungswachstum/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/587px-World-Population-1800-2100-440x450.png class=imgtfe hspace=10 align=left width=150  border=0></a>Gemäss Schätzungen der UNO überschritten wir Menschen Ende Oktober die 7-Milliarden-Grenze. Der Höhepunkt ist damit allerdings noch nicht erreicht – die nächsten hundert Jahre werden für die Menschheit wegweisend seien.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Es wird enger in der Zukunft</h1>
<h2>Einige Fakten zum Bevölkerungswachstum</h2>
<p style="text-align: center;"><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/World_population"><img class="aligncenter size-medium wp-image-9694" title="Grafik: Entwicklung der Weltbevölkerung 1800 bis 2100" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/587px-World-Population-1800-2100-440x450.png" alt="Grafik: Entwicklung der Weltbevölkerung 1800 bis 2100" width="299" height="305" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: x-small;">Entwicklung und mögliche Zukunft: Die Weltbevölkerung von 1800 bis 2100</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: x-small;"><br />
 </span></p>
<p><strong>Gemäss Schätzungen der UNO überschritten wir Menschen Ende Oktober die 7-Milliarden-Grenze. Der Höhepunkt ist damit allerdings noch nicht erreicht – die nächsten hundert Jahre werden für die Menschheit wegweisend seien.</strong></p>
<p><strong>Von Giannis Mavris</strong></p>
<p>Mittlerweile leben sieben Mal mehr Menschen auf der Erde als noch vor 200 Jahren. Die Hauptgründe dafür waren ein beispielloser Anstieg der Lebenserwartung und ein massiver Rückgang der Kindersterblichkeit, besonders in den letzten 70 Jahren. Dies haben wir der verbesserten medizinischen Versorgung und der sogenannten „Grünen Revolution“, also dem Anstieg der Nahrungsproduktion, zu verdanken. Und vorläufig wird das Wachstum weitergehen – selbst wenn von nun an jedes Paar nur zwei Kinder auf die Welt setzen würde, käme es aufgrund des hohen Anteils junger Menschen zu einer Bevölkerungszunahme.</p>
<p>Die Vereinten Nationen prognostizieren letztes Jahr in ihrem Bericht über die Weltbevölkerung, dass sich 2050 rund 9,3 Milliarden Menschen auf dem Planeten befinden werden, bis 2100 sollen es sogar über zehn Milliarden sein. Dies allerdings ist die mittlere Variante. Sie geht davon aus, dass die heutige durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau in den nächsten knapp hundert Jahren weiter fallen wird. Erwartet wird eine weltweite Angleichung an das europäische Modell der kleinen Familien. Bereits geringe Abweichungen in der Anzahl Kinder pro Frau können aber einen erheblichen Einfluss auf die zukünftige Weltbevölkerung haben – die Prognosen sollten also mit Vorsicht genossen werden.</p>
<p><strong>Grosse Unterschiede auf den Kontinenten</strong><br />
 Der europäische Anteil an der gesamten Weltbevölkerung wird dabei weiter abnehmen. Einerseits aufgrund der tiefen Kinderzahl pro Frau in Europa, andererseits aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums in den Entwicklungsländern, besonders in Asien und Afrika.</p>
<p>Im Bericht der Vereinten Nationen wird weiter ein effektiver Bevölkerungsrückgang für Europa erwartet. Dabei wird aber die Migration nicht mitgerechnet, da sie schwer vorherzusehen ist. Eine Bevölkerungsabnahme, wie sie für Europa bis 2100 prognostiziert wird, wäre allerdings kein historisches Novum. Populationsrückgänge sind normale demographische Veränderungen, die immer wieder festgestellt werden konnten.</p>
<p>Voraussichtlich wird Indien im Jahr 2021 China als bevölkerungsreichstes Land ablösen. Die staatliche Ein-Kind-Politik Chinas hat somit ihr Ziel, das explosionsartige Bevölkerungswachstum abzubremsen, erreicht. Die Folgen sind aber neuartige soziale Probleme. Deren Bewältigung wird den heute bevölkerungsreichsten Staat vor grosse Schwierigkeiten stellen. Nebst der Tatsache, dass nun ein Männerüberschuss aufgrund gezielter Abtreibungen vorliegt, kommen zusätzliche demographische Komplikationen wie Überalterung hinzu.</p>
<p>Das grösste Wachstumspotenzial sehen die Vereinten Nationen momentan in Afrika, für das sie in den nächsten vierzig Jahren eine Verdoppelung, bis 2100 sogar eine Verdreifachung seiner Bevölkerung prognostizieren.</p>
<p><strong>Eine Zukunft in den Städten</strong><br />
 Eine wesentliche Folge der Bevölkerungszunahme ist, dass immer mehr Menschen in urbanen Grossräumen leben. Seit 2009 lebt schätzungsweise die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, ein Trend der sich kaum umkehren wird und zur Entstehung weiterer Megastädte führt. Die Zukunft der Menschheit wird sich also im urbanen Raum abspielen.</p>
<p>Mit einem weiteren Anwachsen der Bevölkerung werden nun Fragen bezüglich der Nahrungsproduktion und Energiegewinnung wichtiger. Werden wir es schaffen, für weitere zwei Milliarden Menschen genug zu produzieren? Die Zahl mag zum Verzweifeln hoch klingen. Angesichts der Tatsache, dass mit der globalen Gesamtproduktion teilweise sehr verschwenderisch umgegangen wird, wird einem aber auch bewusst, das es Einsparungseffekte gibt – und die sind grösser als zum Teil gedacht. Besonders was die Produktion und die Vernichtung von Lebensmitteln anbelangt. Der Regisseur Valentin Thurn postuliert in seinem Dokumentarfilm <em>Taste the Waste</em>: „Das Essen, das wir alleine in Europa wegwerfen, würde gleich zwei Mal reichen für alle Hungernden dieser Welt“.</p>
<p><strong>Jahrhundert der Entscheidungen</strong><br />
 Sowohl in demographischer, wie auch in technologischer Hinsicht wird das aktuelle Jahrhundert für die Menschheit von grösster Bedeutung sein. Die Bekämpfung von Armut und Hunger, und damit einhergehend eine effektive Familienplanung, sollte auch in den nachwuchsstarken Staaten zu kleineren Familien führen. Klimatisch bedingte Probleme und Fragen bezüglich einer höheren Nahrungsproduktion werden zumindest mittelfristig zufriedenstellend angegangen werden müssen – denn vorläufig werden wir nicht weniger, sondern immer mehr.</p>
<p><strong>Lesen Sie auch unsere Kommentare zum Thema:</strong></p>
<p><a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/02/weltbevolkerung-kommentar-1/" target="_blank">Kein Grund zur Panik – Willkommen, sieben milliardster Mensch!</a><br />
 <a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/02/kommentar-weltbevolkerung-2" target="_blank">Das Risiko Mensch – Dich erwartet eine ungewisse Zukunft, Nr. 7&#8242;000&#8242;000&#8242;000.</a></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Im Netz</strong></p>
<p><a title="Fakten und Zahlen zur Weltbevölkerung" href="http://www.un.org/esa/population/" target="_blank"> Themarelevante Publikationen der Vereinten Nationen</a></p>
<p><a title="Dokumentarfilm &quot;Taste the Waste&quot; von Valentin Thurn" href="http://www.tastethewaste.com/" target="_blank"> Deutscher Dokumentarfilm zum Thema Lebensmittelvernichtung</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Prävention psychischer Erkrankungen</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/10/08/tag-der-psychischen-gesundheit/</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 15:33:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ruth Freiermuth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/10/08/tag-der-psychischen-gesundheit/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/10/Vincent-van-Gogh.JPG class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Jede zweite Person in der Schweiz erkrankt im Laufe des Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung. Dennoch fehlt vielen das Wissen um die Ursachen und Folgen solcher Leiden. Um dies zu ändern, informieren Fachpersonen am internationalen Tag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Damit aus Seelenbalsam nicht Seelenschmetter wird</h1>
<h2>Die Prävention psychischer Erkrankungen</h2>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-9633" title="Auch Vincent van Gogh war psychich krank. An was genau er litt, lässt sich aber nicht mehr genau diagnostizieren." src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/10/Vincent-van-Gogh.JPG" alt="Auch Vincent van Gogh war psychich krank. An was genau er litt, lässt sich aber nicht mehr genau diagnostizieren." width="299" height="295" /><em><span style="font-size: x-small;">Auch Vincent van Gogh war psychisch krank. An was genau er litt, lässt sich nicht mehr genau diagnostizieren.</span></em></p>
<p><strong>Jede zweite Person in der Schweiz erkrankt im Laufe des Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung. Dennoch fehlt vielen das Wissen um die Ursachen und Folgen solcher Leiden. Um dies zu ändern, informieren Fachpersonen am internationalen Tag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober. </strong></p>
<p><strong>Von Ruth Freiermuth</strong></p>
<p>Psychische Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie oder Angststörungen gelten als neue Schweizer Volkskrankheit. Obwohl im Durchschnitt jede zweite Schweizerin und jeder zweite Schweizer an psychischen Störungen erkrankt, sind diese noch immer mit Tabus belegt. Die Öffentlichkeit für die belastende Situation Betroffener und Angehöriger zu sensibilisieren, ist unter anderem Ziel des internationalen Tags der psychischen Gesundheit. Seit 1992 wird dieser alljährlich auf Initiative des Weltverbands für psychische Gesundheit WFMH begangen.</p>
<p>Als Mitglied des WFMH setzt auch die Schweiz am 10. Oktober ein Zeichen für die Prävention psychischer Krankheiten: Universitäre psychiatrische Dienste, Institutionen und Stiftungen orientieren mit Informationsständen, Vorträgen, Film- und Theateraufführungen über die psychische Gesundheit. „Damit wollen sie ein Zeichen gegen die Ausgrenzung Betroffener setzen“, erklärt Marina Zinsli, Psychologin und psychosoziale Beraterin bei Pro Mente Sana. Weil jede und jeder von uns psychisch krank werden könne, plädiert sie dafür, dass hingeschaut und über die psychische Gesundheit gesprochen wird – im Privatbereich, in Schulen und Firmen und in den Medien.</p>
<p><strong>Symptome ernst nehmen und Hilfe hinzuziehen</strong><br />
 Unter psychischer Gesundheit wird nicht lediglich die Absenz von psychischen Störungen verstanden, sondern laut Zinsli „das ganze Kontinuum vom absoluten Wohlbefinden bis an die Grenze zur Krankheit“. Die menschliche Psyche bewegt sich gewissermassen ständig auf diesem Spektrum. Wie gut es gelingt, das psychische Wohlbefinden beizubehalten, hängt von einer Vielzahl Faktoren ab. Zentral dabei ist die Überzeugung eines Menschen, sein Leben meistern und aktiv gestalten zu können sowie der Glaube an den eigenen Wert. Damit Menschen psychisch gesund bleiben, ist es weiter wichtig, dass sie sich auch körperlich fit fühlen und in ein solides soziales Netz eingebunden sind.</p>
<p>Solche Ressourcen sind wichtig, denn die psychische Belastbarkeit wird im Laufe eines Lebens erheblich auf die Probe gestellt: Kritische Lebensereignisse wie etwa Todesfälle oder der Verlust des Arbeitsplatzes, aber auch andauernde Alltagsbelastungen können den Menschen aus seinem Gleichgewicht bringen und ihn psychisch erkranken lassen.</p>
<p>Wann die Belastung in die Erkrankung kippt, ist individuell verschieden. Deshalb sollte jede und jeder von uns erste Anzeichen ernst nehmen und sich eingestehen, dass etwa  Schlafstörungen oder Schwindelattacken nicht nur körperliche, sondern auch psychische Ursachen haben können. Professionelle psychologische Hilfe kann bewirken, dass solche Anzeichen rechtzeitig als psychische Störungen erkannt und behandelt werden.</p>
<p><strong>Aufklärung als Schlüssel zur Prävention</strong><br />
 Damit aber möglichst wenig Leute an diesen Punkt kommen, wollen Bund, Kantone und Organisationen, wie Pro Mente Sana, eine effektive Prävention realisieren. Allem voran steht die Aufklärung: „Es muss sich ein allgemeines Bewusstsein über das Ausmass und den Schweregrad psychischer Störungen einstellen“, erklärt Zinsli. So startete etwa der Kanton Basel-Stadt im November 2010 ein Aktionsprogramm mit Plakaten, Broschüren und einer Webseite. Damit klärt das Basler Gesundheitsdepartement seine Bevölkerung über den Erhalt der psychischen Gesundheit auf und wirkt der Diskriminierung psychisch kranker Menschen entgegen.</p>
<p><strong>Gemeinsam zum Ziel</strong><br />
 Um die Prävention weiter voranzubringen, haben sich Fachpersonen und Interessierte aus der ganzen Schweiz unter der Leitung von Pro Mente Sana zu einer nationalen Koordinationsgruppe vernetzt. Für eine systematische und nachhaltige Prävention legen sie ein nationales Motto fest und  beraten über geplante Informationsveranstaltungen. Ihr unmittelbar bevorstehendes Ziel ist der internationale Tag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober. Dann werden sie unter dem Motto „Unterstützung &#8211; Sichtbarkeit &#8211; Einheit“ in Schweizer Städten anzutreffen sein in der Bestrebung um ein allgemeines Bewusstsein für psychische Gesundheit.</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 <a href="http://www.obsan.ch" target="_blank">Schweizerisches Gesundheitsobservatorium</a><br />
 <a href="http://www.tag-der-psychischen-gesundheit.ch" target="_blank">Tag der psychischen Gesundheit</a><br />
 <a href="http://www.allesgutebasel.bs.ch/psychische-gesundheit.htm" target="_blank">Aktionsprogramm des Kantons Basel-Stadt</a></p>
<p><span style="color: #808080;"><br />
 Pro Mente Sana <br />
 Die Schweizerische Stiftung Pro Mente Sana setzt sich seit 30 Jahren mit psychologischer Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Informationszugängen für die Interessen psychisch kranker Menschen ein. Zurzeit wird das erste nationale Projekt im Bereich &#8216;Aufklärung und Sensibilisierung&#8217; von Psychologin lic.phil. Marina Zinsli entwickelt. „Langfristiges Ziel ist ein nationales Programm mit verschiedenen Projekten, die derzeit noch in Planung sind.“ </span><br />
 <a href="http://www.promentesana.ch" target="_blank">http://www.promentesana.ch</a></p>
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		<title>Wie Stress unser Leben bestimmt</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Sep 2011 19:53:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Livia Weber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[akute Stressreaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Angststörungen]]></category>
		<category><![CDATA[Blutdruck]]></category>
		<category><![CDATA[Entspannung]]></category>
		<category><![CDATA[Kampf oder Flucht]]></category>
		<category><![CDATA[Schlafstörungen]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/09/15/stressreaktion/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/09/Ours_des_pyrenees_aspe_2002-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Für unsere Vorfahren bedeutete Stress, einen Bären zu erlegen. Heute kämpfen wir mit Zeitdruck und Überforderung. Auch wenn andere Herausforderungen unser Leben bestimmen, läuft während der Stressreaktion seit jeher der gleiche Mechanismus im Körper ab. Doch wenn Stress uns ständig auf Trab hält, hat dies für unsere Gesundheit schwerwiegende Konsequenzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Lebenswichtiger Krankmacher</h1>
<h2>Wie Stress unser Leben bestimmt</h2>
<div id="attachment_9615" class="wp-caption aligncenter" style="width: 340px"><img class="size-full wp-image-9615" title="Eurasischer Braunbär (Ursus arctos arctos); Quelle: Wikipedia, User Bernard Boehne" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/09/Ours_des_pyrenees_aspe_2002.jpg" alt="Kampf oder Flucht? Wer einem Bären begegnet, erlebt Stress, wie ihn unsere Vorfahren kannten." width="330" height="330" /><p class="wp-caption-text">Kampf oder Flucht? Wer einem Bären begegnet, erlebt Stress, wie ihn unsere Vorfahren kannten.  Quelle: Wikipedia, User Bernard Boehne</p></div>
<p><strong>Für unsere Vorfahren bedeutete Stress, einen Bären zu erlegen. Heute kämpfen wir mit Zeitdruck und Überforderung. Auch wenn andere Herausforderungen unser Leben bestimmen, läuft während der Stressreaktion seit jeher der gleiche Mechanismus im Körper ab. Doch wenn Stress uns ständig auf Trab hält, hat dies für unsere Gesundheit schwerwiegende Konsequenzen.</strong></p>
<p><strong>Von Livia Weber</strong></p>
<p>Ein Drittel der Erwerbstätigen in der Schweiz geben an, „häufig“ oder „sehr häufig“ Stress zu empfinden. Dies besagt die anfangs September publizierte Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Im Vergleich zum Jahr 2000 fühlen sich damit 30% mehr Erwerbstätige chronisch gestresst. Der Anteil der Personen, die selten Stress verspüren, hat sich um 5% verringert.</p>
<p>Stress ist für uns alltäglich. Doch so unangenehm er auch ist, für unsere Vorfahren war er überlebenswichtig. Als wir noch Jäger und Sammler waren, und urplötzlich einem Bären gegenüberstanden, gab es nur zwei Möglichkeiten lebend davonzukommen: Angriff oder Flucht. Die Kampf-Flucht-Situation unserer Ahnen und die heutigen Stressbelastungen sind zwar verschieden. Die Stressreaktion im Körper verläuft aber identisch.</p>
<p><strong>„Herzchlopfe und Angstbisi“</strong><br />
 Während einer akuten Stressreaktion, wie bei der überraschenden Begegnung mit einem Bären, rüstet sich der gesamte Organismus innert kürzester Zeit für die nun folgende Herausforderung. Emotionen, Gedanken und auch unser Verhalten verändern sich. Das Nervensystem dirigiert eine erhöhte Ausschüttung von Noradrenalin und Adrenalin aus den Nebennieren, Hormondrüsen an den Nieren. Zusammen bewirken diese Botenstoffe in Sekundenschnelle eine Aufrüstung des Körpers: Zucker und Fett werden als Energiereserven bereitgestellt. Puls und Blutdruck steigen: So transportiert das Herz-Kreislaufsystem mehr Blut und somit Sauerstoff in die Muskeln. Dies ermöglicht maximale Muskelkraft. Auch die Atemfrequenz nimmt zu. <br />
 Die der Situation unnützen Bedürfnisse, wie Schlaf, Essen, Sexualfunktion und Verdauung werden ausgeblendet. Einzig die überflüssigen Ballaste werden von Blase und Darm noch ausgestossen, bevor man sich der Herausforderung stellt. Unser Körper ist gewappnet für die bevorstehende Aufgabe.</p>
<p><strong>Stress damals und heute</strong><br />
 Die Stressreaktion ist eine Überlebensstrategie, die sich in unseren Genen verankert hat – schon bei den Vorfahren des Homo sapiens. Glücklicherweise erlebt der Durchschnittsbürger nicht täglich akute Stresssituationen. Die „Bären“ von heute sind Arbeitswelt und soziale Verpflichtungen. Im Gegensatz zu früher dauern diese Stressbelastungen jedoch länger an. Sie werden chronisch.</p>
<p>Somit bleibt der Körper in ständiger Alarmbereitschaft und überaktiviert. So können Stress auslösende Faktoren, wie wir sie im Alltag erleben auf Dauer zu schwerwiegenden gesundheitlichen Konsequenzen führen: Schlafstörungen, Depressionen, Angststörungen und  Burn-out-Syndrom. Organbezogene Schäden beinhalten Asthma, Magengeschwüre, entzündliche Magen-Darmerkrankungen bis zu Krebs im Verdauungssystem. Ein erhöhter Blutdruck steigert das Risiko für einen Herzinfarkt. Auch Schlaganfall und Arteriosklerose sind dabei typisch. Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet Stress als die grösste Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts.</p>
<p><strong>Im Gleichgewicht bleiben</strong><br />
 Um dieser Gefahr zu entgehen, müssen wir den Stress auslösenden Faktor reduzieren oder vermeiden. Ist dies einer gestressten Person jedoch nicht möglich, so kann sie versuchen, sich positiv auf die Situation einzustellen. Denn es kommt seltener zu Stress, wenn man sich, trotz grossem Druck, in der Lage sieht den Stress auslösenden Faktor zu bewältigen.</p>
<p>Wenn er jedoch unvermeidbar ist und auch positive Gedanken bereits eingetretene Schlafstörungen und Magenbeschwerden nicht zu lindern vermögen, so hilft der gesunde Ausgleich. Auf jede Stressreaktion sollte eine Erholungsphase folgen. Dies beispielsweise durch gezielte Entspannungsverfahren, wie die progressive Muskelentspannung: Liegend bewegt die Person abwechslungsweise einzelne Glieder des Körpers. Dabei werden die Muskeln bewusst angespannt und wieder entspannt. Während diesen Bewegungen wird auf eine ruhige und tiefe Atmung geachtet. Die ganze Aufmerksamkeit gilt den Bewegungen und der inneren Ruhefindung.</p>
<p>Weiter fördert körperliche Aktivität die Erholungsphase. So verhelfen uns nebst Yoga, autogenem Training und Co. auch Joggen und Schwimmen zur Belastungsbewältigung im Alltag. Oder wie wäre es mit einem Spaziergang in den Tierpark: da leben die Bären heutzutage hinter sicheren Absperrungen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><span style="color: #808080;"><strong><span style="color: #808080;">Definition von Stress:</span></strong><br />
 Der Begriff Stress stammt ursprünglich aus der Materialforschung. Dort bezeichnet er eine Kraft, die auf einen Körper einwirkt und eine Verformung oder eine Spannung verursacht. Hans Selye (1907-1982), der österreich-kanadische Biochemiker und Vater der modernen Stressforschung, definierte Stress folgendermassen: „Die unspezifische (innere) Reaktion des Organismus beziehungsweise der Person auf (äussere) Herausforderungen oder Stressoren (Stress auslösende Faktoren).“</span></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong><span style="color: #000000;">Literatur</span></strong></p>
<p><a href="http://www.news.admin.ch/dokumentation/00002/00015/?lang=de&amp;msg-id=40970">Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Stress-Studie 2010: Stress bei Erwerbstätigen in der Sc</a>hweiz</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;"><em> </em></span>Seminararbeit von Heiner Vogel, Ulrike Worringen, Rudolph Friedrich Wagner und Heike Schäfer: Stress und Stressbewältigung</p>
<p>GEO Kompakt (Nr. 26): Die Signale unseres Körpers, Artikel: Ein Leben unter Druck, Warum wir ohne Stress nicht existieren können</p>
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		<title>Eine spezielle Beziehung zum Pferd</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/07/09/hippotherapie/</link>
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		<pubDate>Sat, 09 Jul 2011 15:49:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Graziella Putrino</dc:creator>
				<category><![CDATA[Analytica posteriora]]></category>
		<category><![CDATA[Hippotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Multiple Sklerose]]></category>
		<category><![CDATA[Pferd]]></category>
		<category><![CDATA[Physiotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Tölt]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/07/09/hippotherapie/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/Hippotherapie_Start-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Im Hippotherapie-Zentrum in Binningen sind Islandpferde die Hauptakteure. Mit ihnen wird heilpädagogisches, therapeutisches, Rehabilitations- und Behinderten-Reiten, sowie die Hippotherapie-K durchgeführt.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Tölter in der Hippotherapie bevorzugt!</h1>
<h2>Eine spezielle Art der Beziehung zum Pferd</h2>
<address style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-9017" title="Hippotherapie_Start" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/07/Hippotherapie_Start.jpg" alt="08:30: Der Geschäftsführer des Hippotherapiezentrums Daniel von Gunten, selbst MS-Patient, ist bereit für seine Hippotherapie." width="253" height="253" /><span style="font-size: x-small;"><em>08:30 &#8211; Der Geschäftsführer des Hippotherapiezentrums Daniel von Gunten, </em></span></address>
<address style="text-align: center;"><span style="font-size: x-small;"><em>selbst MS-Patient, ist bereit für seine Hippotherapie. (Foto Graziella Putrino)<br />
 </em></span></address>
<address style="text-align: center;"> </address>
<p style="text-align: left;"> </p>
<p style="text-align: left;"><strong>Im Hippotherapie-Zentrum in Binningen sind Islandpferde die Hauptakteure. Mit ihnen wird heilpädagogisches, therapeutisches, Rehabilitations- und Behinderten-Reiten, sowie die Hippotherapie-K durchgeführt.</strong></p>
<p>Von Graziella Putrino</p>
<p>Pferde sieht man in Basel kaum. Man muss schon in die nähere Umgebung fahren, mit dem Auto rund eine Viertelstunde, mit dem Bus fast dreissig Minuten, bis man in Binningen, an idyllischer Lage, auf Islandpferde trifft: An der Benkenstrasse 104 befindet sich das Hippotherapie-Zentrum, das ich während eines ganzen Vormittags besuche.</p>
<p>Hier treffe ich auf Daniel von Gunten. Er leidet an Multipler Sklerose und ist seit 15 Jahren Patient in dieser Infrastruktur. Vor zwei Jahren hat er die Geschäftsführung des Zentrums übernommen. Er, seine Pferdeführerin und seine Hippotherapeutin erwarten mich um acht Uhr dreissig.</p>
<p>Der Patient von Gunten sitzt bereits auf einem wunderschönen Islandpferd. Die Pferdeführerin steht vorne beim Kopf des Pferdes. Die Hippotherapeutin neben ihrem Patienten. Das Islandpferd, mit einem Sattel ohne Bügel und mit einem Keil beim Sattel, steht noch bei der Aufstiegsrampe.</p>
<p><strong>Die Pferdeführerin und die Hippo-Physiotherapeutin</strong><br />
 Mit ruhigen, gleichmässigen Schritten wird das ausgebildete Pferd nur mit Stallhalfter und Führleine von der Pferdeführerin zur U-förmigen Therapiebahn geführt. Die Pferdeführerin hat eine entscheidende Aufgabe: Beim Aufsteigen sorgt sie dafür, dass das Pferd ruhig und geduldig stehen bleibt. Im Therapieablauf ist sie um einen regelmässigen Schritt des Pferdes bemüht.</p>
<p>Die Physiotherapeutin versucht mir, wenn sie nicht gerade dem Patienten Hilfestellungen gibt, ihre Funktion folgendermassen zu schildern: „Diese Art von Therapie ist kein Reiten. Die Patienten haben keine aktive Einwirkung auf das Pferd. Sie lassen sich vom Pferd bewegen. Meine Aufgabe ist, die Bewegungsübertragung des Pferdes am Körper des Patienten zu unterstützen und optimieren.“</p>
<p>Nach 30 Minuten führt die Pferdeführerin das Pferd zur Rampe, wo nebst der Physiotherapeutin noch eine weitere Person dem Patienten aus dem Sattel hilft.</p>
<p><strong>Die Stiftung und Ursula Künzle</strong><br />
 Nach der Therapie stösst Ursula Künzle zu uns, die Pionierin der Hippotherapie-K. Während wir die Stallungen besuchen, erfahre ich vom Geschäftsführer von Gunten, dass die 32jährige Geschichte des Hippotherapie-Zentrums sich nicht von der Entstehung der Hippotherapie-K und demzufolge auch nicht von Ursula Künzle trennen lässt: Das „K“ steht für Künzle.</p>
<p>Im Gespräch erzählt Künzle, heute Chefphysiotherapeutin in der Neurologie des Universitätsspitals Basel, aus den 1960er Jahren: Damals entstanden die ersten Zentren, in denen Pferde einen wesentlichen Teil der Behandlungen von Kranken übernahmen. Im Auftrag der Neurologischen Klinik am Universitätsspital Basel, durfte sie 1966 als junge Physiotherapeutin in England in Reitbetrieben hospitieren, wo „Riding for Disabled“ praktiziert wurde.</p>
<p>Dabei erkannte sie, dass die Bewegung des Pferdes unter bestimmten Voraussetzungen eine wertvolle therapeutische Erweiterung der gängigen Physiotherapie sein konnte.</p>
<p>1979 wurde die Stiftung Hippotherapie-Zentrum Basel gegründet.  Dieser neugegründeten Stiftung überliess das Ehepaar Fünfschilling ein Gebäude mit Stall und ein grosses Gelände in Binningen. Hier konnten nun speziell geschulte Physiotherapeuten von der Neurologie Basel die Hippotherapie vielen MS-Betroffenen und Kindern mit Cerebralparese anbieten.</p>
<p><strong>Physiotherapie mit Pferdehilfe</strong></p>
<p>Künzle definiert Hippotherapie-K, kurz HTK, in ihrem Buch<sup>1</sup> wie folgt: „Es handelt sich um eine Physiotherapie mit Hilfe eines Kleinpferdes, meistens eines Islandpferdes, wobei die Übertragung der Bewegung vom Pferd im Schritt auf dem Patienten therapeutisch genutzt wird.“</p>
<p>Die therapeutische Wirkung der HTK entsteht wie folgt: Die auf dem Pferd sitzende Person muss den Körper in drei Richtungen korrigieren, um die Bewegungen des Pferdes auszugleichen. Diese Bewegungen auf dem Pferderücken haben für den Patienten vielfältige, vorwiegend lockernde, durchblutungsfördernde, und kräftigende Effekte.</p>
<p><strong>Das Besondere bei Islandspferden: Der Tölt</strong><br />
 Neben ihrer geringen Grösse verfügen Islandpferde über einen weiteren Vorteil: Die „Zusatzgangart“ Tölt. Dabei geht das Pferd in stolzer Haltung mit hoher Aktion in der Vorderhand. Künzle schwärmt: „Der Reiter sitzt dabei beinahe erschütterungsfrei auf seinem Pferd“. Beim Tölt ist die Fussfolge des Pferdes gleich wie beim Schritt. Nur mit höherer Geschwindigkeit, so dass dabei keine sogenannte Flugphase entsteht, wie bei anderen Pferderassen.</p>
<p>Diese auch für den Gesunden angenehme Gangart kommt zwar in der HTK selten zur Anwendung. Aber sie fordert die Arbeit der Rückenmuskulatur des Pferdes, was sich dann bei der Therapie im Schritt für den Patienten auf dem Pferderücken positiv auswirkt.</p>
<p><strong>Das Islandpferd als möglicher Therapeut</strong><br />
 Die HTK eignet sich aber nicht nur für Personen mit neurologischen Krankeitsbildern. Auch im Bereich der Orthopädie und Rheumatologie können Betroffene von diesem Ansatz profitieren. Die Anerkennung aller Former der Hippotherapie durch die verschiedene Kostenträger, wie Krankenkassen würde es ermöglichen, weitere Patienten ganzheitlich behandeln zu können.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p><sup>1</sup> Ursula Künzle: Hippotherapie auf den Grundlagen der funktionellen Bewegungslehre Klein-Vogelbach. Hippotherapie-K, Theorie, praktische Anwendung, Wirksamkeitsnachweis. Springer-Verlag, Berlin 2000.</p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<p><a href="http://www.hippotherapie-zentrum.ch" target="_blank">Hippotherapie-Zentrum Binningen</a></p>
<p><a href="http://www.hippotherapie-k.org" target="_blank">Schweizer Gruppe für Hippotherapie-K</a></p>
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		<item>
		<title>Auf der Suche nach den Wurzeln von Aggression und Gewalt</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/06/23/aggression-und-gewalt/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Jun 2011 19:20:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Livia Weber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Aggression]]></category>
		<category><![CDATA[Catalyst model]]></category>
		<category><![CDATA[Dopamin]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Gen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeitsentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Serotonin]]></category>
		<category><![CDATA[Social learning theory]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/06/23/aggression-und-gewalt/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/06/Street-Fight-China.JPG class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Nicht nur die gesellschaftliche Umwelt mit gewalttätigem Freundeskreis scheint die Aggressionsbereitschaft von Jugendlichen zu bestimmen. Forschungsergebnisse zeigen auf, dass aggressives Verhalten aus einem komplizierten Zusammenspiel zwischen Genen und Umwelt resultiert. Wissenschaftler identifizierten Gene, die den Stoffwechsel des Serotonins, eines neuronalen Botenstoffs, bestimmen und mit Aggression zusammenhängen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Genetische Anlage versus soziale Umwelt</h1>
<h2>Auf der Suche nach den Wurzeln von Aggression und Gewalt</h2>
<p><strong><a href="http://www.flickr.com/photos/kouchi/sets/72157625560107470/" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-8888" title="Street Fight (China)" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/06/Street-Fight-China.JPG" alt="Street Fight (China)" width="300" height="299" /></a><br />
 Nicht nur die gesellschaftliche Umwelt mit gewalttätigem Freundeskreis scheint die Aggressionsbereitschaft von Jugendlichen zu bestimmen. Forschungsergebnisse zeigen auf, dass aggressives Verhalten aus einem komplizierten Zusammenspiel zwischen Genen und Umwelt resultiert. Wissenschaftler identifizierten Gene, die den Stoffwechsel des Serotonins, eines neuronalen Botenstoffs, bestimmen und mit Aggression zusammenhängen.</strong></p>
<p><strong>Von Livia Weber</strong></p>
<p>Tagtäglich wird in den Zeitungen über gewalttätige Übergriffe und aggressive Handlungen berichtet. Sind die Übeltäter Junge aus schwierigen Verhältnissen wird nicht selten deren gesellschaftliche Umwelt als Ursache verdächtigt. Welche Faktoren Aggression und Gewalt wirklich bestimmen, wird unter Wissenschaftlern heftig diskutiert. Seit den 1990er Jahren gewinnt der Aspekt der Erblichkeit immer mehr an Bedeutung. Genetikern gelang es nämlich diverse Persönlichkeitsaspekte auf Variationen in Genen zurückzuführen.</p>
<p><strong>Auch die Gene sind schuld </strong><br />
 So liegt auch der genetische Anteil der Aggression weit über 50%. Dies zeigen die Forschungsbefunde der letzten Jahre. Zusammengetragen hat sie Klaus Wahl, Professor in Sozialwissenschaften unter anderem an der Universität München, in seinem Buch „Aggression und Gewalt“<sup>1</sup>. Somit sind sich Wissenschaftler nach Jahren der Spekulation heute einig, dass Gene bei der Entwicklung von Verhaltensweisen wie Aggression eine Schlüsselrolle einnehmen. Denn aggressives und gewalttätiges Verhalten hängt von der Funktion diverser Gehirnstrukturen ab. Diese werden wiederum von Genen reguliert. Doch wie kann Aggression oder Gewalttätigkeit auf bestimmte Gene zurückgeführt werden?</p>
<p><strong>Von Gen auf böse? </strong><br />
 Mehrere Gene beeinflussen den Stoffwechsel des Serotonins, eines neuronalen Botenstoffs, der mit Impulsivität und Aggression in Verbindung gebracht wird. Besitzt ein Mensch bei diesen Genen eine Variation oder einen Defekt, wirkt sich dies auf den Auf- oder Abbau von Serotonin, auf den Serotonintransport oder auf dessen Funktion aus. Beispielsweise kann eine Genvariation dazu führen, dass in Nervenzellen zu wenig Serotonin hergestellt wird. Ein reduzierter Serotoninspiegel oder verringerte Serotonin-Aktivität beeinflusst die Funktion von Gehirnbereichen, die Stimmung und Emotionen kontrollieren. Dies kann dann mit der Entwicklung von impulsivem, aggressivem Verhalten zusammenhängen.</p>
<p>Nebst dem Serotonin, wird auch dem Dopamin ein Einfluss auf aggressives Verhalten nachgesagt: Eine erhöhte Dopamin-Aktivität in bestimmten Gehirnbereichen korreliert mit verstärkter Aggression. Wissenschaftler haben somit zwar Gene identifiziert, die mit erhöhter Aggression zusammenhängen. Doch sie betonen stets, dass diese Gene bloss eine Veranlagung für aggressives Verhalten und nicht deren alleinige Ursache darstellen.</p>
<p><strong>Was Hänschen nicht lernt</strong><br />
 Aggression und Gewaltbereitschaft wird des Weiteren von mehreren nicht-genetischen Faktoren beeinflusst. Der Psychologe Albert Bandura betont mit seiner „Social learning theory“, wie wichtig die Umwelt ist. Seine Theorie beruht auf der Annahme, dass Kinder die Werte und Normen ihrer sozialen Gruppe durch eigene Erfahrungen und Beobachtungen übernehmen. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei die Eltern ein. Sie sind verantwortlich für die Weitergabe von Informationen, die dem Kind erlauben soziale Fähigkeiten zu entwickeln. <br />
 Die Forschung definiert vier Bereiche der Erziehung, welche die Entwicklung von aggressivem und gewalttätigem Verhalten begünstigen: Eine geringe Aufsicht, ein inkonsistenter Erziehungsstil, ein Mangel an emotionaler Wärme, wie auch fehlende gemeinsame Aktivitäten.</p>
<p>Neben den Eltern ist im jugendlichen Alter der Freundeskreis prägend für die Persönlichkeitsentwicklung.  Eine junge Person kann sich eher mit Aggression und Gewalt identifizieren, wenn bewunderte Vorbilder ebenfalls gewalttätig sind. Hinzu kommen Gewaltszenen in Videos und Computerspielen, mit welchen sich Jugendliche die Zeit vertreiben. Am Bildschirm konsumierte Gewalt führt zu erhöhter verbaler und körperlicher Aggressivität. In der Forschung wird spekuliert, dass das Gehirn über diesen Weg lernt, Gewalt als Problemlösung zu erachten.</p>
<p><strong>„Nature and Nurture“</strong><br />
 Aggressives und gewalttätiges Verhalten entsteht also aus einer Wechselwirkung zwischen Genen und sozialem Umfeld. Der amerikanische Wissenschaftler Christopher J. Ferguson, fasst dies im „Catalyst model“ zusammen. Dieses Modell besagt, dass eine stressige Umgebung aggressives Verhalten in genetisch veranlagten Personen verstärkt. Hier zeigt sich auch, wie wichtig der Einfluss der Umwelt ist: Ein gutes Umfeld könnte existierenden biologischen Defiziten in der Entwicklung von aggressiven Verhaltensweisen entgegenwirken.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Literatur zum Thema:</strong><br />
 <sup>1</sup> Wahl Klaus, 2009. Geerbte Aggression: Gene und Gewalt, Kapitel 9 aus Aggression und Gewalt. Spektrum Akademischer Verlag.</p>
<p>Mendes et al., 2009. Study review of the biological, social and environmental factors associated with agressive behavior, Revista Brasileira de Psiquiatria. 31, 77-85.</p>
<p>NZZ online: 21. Mai 2008, Wie das Gehirn Bildschirmgewalt verarbeitet<br />
 NZZ online: 25. Mai 2009, Warum werden Jugendliche gewalttätig?</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Link</strong></p>
<p><a href="http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/neuro/226" target="_blank">http://www.wissenschaft-online.de/abo/lexikon/neuro/226</a></p>
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		<item>
		<title>Mythos in Geschichte und Gegenwart</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/05/13/mythos/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/05/13/mythos/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 May 2011 20:57:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephanie Santschi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Lambert Maria Wintersberger]]></category>
		<category><![CDATA[Matterhorn]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Plato]]></category>
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		<category><![CDATA[Symbol]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/05/13/mythos/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/05/Junotempel-in-Agrient-Ausschnitt-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Frank Sinatra, Zentauren oder das Matterhorn – sie alle fasst der Künstler Lambert Maria Wintersberger in einer farbigen Ausstellung im Forum Würth in Arlesheim, unter dem Oberbegriff Mythos zusammen. Mittels dieser Beispiele, können sich die Besucher ihre eigene Definition des Begriffes Mythos bilden. Ein Begriff, der schwierig zu definieren ist, obwohl oder vielleicht gerade weil sich Philosophen und Künstler immer wieder damit befasst haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Von der Kunst, einen Mythos zu malen</h1>
<h2>Mythos in Geschichte und Gegenwart</h2>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-8649" title="Junotempel in Agrient (Ausschnitt) von Caspar David Friedrich" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/05/Junotempel-in-Agrient-Ausschnitt.jpg" alt="Junotempel in Agrient (Ausschnitt) von Caspar David Friedrich" width="250" height="249" /></p>
<p><strong>Frank Sinatra, Zentauren oder das Matterhorn – sie alle fasst der Künstler Lambert Maria Wintersberger in einer farbigen</strong><strong> Ausstellung im Forum Würth in Arlesheim, unter dem Oberbegriff Mythos zusammen. Mittels dieser Beispiele, können sich die Besucher ihre eigene Definition des Begriffes Mythos bilden. Ein Begriff, der schwierig zu definieren ist, obwohl oder vielleicht gerade weil sich Philosophen und Künstler immer wieder damit befasst haben.</strong></p>
<p><strong>Von Stephanie Santschi</strong></p>
<p>Betritt man die Ausstellung „Mythos“ des Elsässer Künstlers Lambert Maria Wintersberger, wähnt man sich in einer Bergwelt. Matterhörner auf allen Seiten. Mit Öl, Aquarell und Asphaltfarbe nähert sich Wintersberger vielfach dem bekanntesten Schweizer Berg an. Bei Wintersberger ist – wie bei vielen Künstlern des 20. Jahrhunderts – die Frage nach dem Sinn und Inhalt von Kunst, und bei ihm speziell auch dem des Mythos zentral. Wintersberger arbeitete die letzten vier Jahrzehnte an dessen Auslegung.<br />
 Was Mythos bedeutet ist auch für Philosophen nicht einfach zu definieren. So sind im Verlauf der letzten Jahrtausende vielschichtige Bedeutungen entstanden: Von halbwahren Geschichten im antiken Griechenland bis hin zum Starkult unserer Tage. Immer wieder stand der Mythos aber auch für einen Erklärungsversuch unseres Daseins. Seine Kernaussage jedoch ist vermutlich die Unmöglichkeit einer umfassenden Welterklärung.<br />
 <strong><br />
 Auf der Suche nach der Wahrheit</strong><br />
 Die Ursprünge sind im antiken Griechenland zu finden. Plato bezeichnete den Mythos als eine Geschichte, welche aus erfundenen und wahren Elementen besteht.  Durch die konkrete Verwendung von Mythen in seinen Schriften entstand so der sogenannte Platonische Mythos: Einfach zu begreifende Beispiele verweisen auf eine höhere Wahrheit, deren Bedeutung noch nicht ganz aufgedeckt und dem Menschen schwer zugänglich ist. <br />
 Antike Mythen mitsamt ihren Figuren blieben lange populär. Zur Zeit der Aufklärung galt der Mythos als Grundgerüst einer erzählerischen Handlung, vor allem aber auch als Fabel mit Erziehungsfunktion. In dieser wurde er den biblischen Geschichten gegenübergestellt. Die Bibel diente bis dahin der Kirche als Sittenlehre und kann im weitesten Sinne auch als Mythos verstanden werden.</p>
<p><strong>Exotik und Märchen </strong><br />
 In der Romantik dann bekam der Mythos den Aspekt des Märchenhaften. Wie in den ebenfalls beliebten Märchen, kamen in Mythen verpackt Träume und Wünsche zum Vorschein. Unter Herbeiziehung neuer Elemente, beispielsweise Geschichten aus Kolonien und Figuren aus Nordeuropa, akzeptierten die Europäer zur Zeit der Säkularisierung Mythen als eine Art Ersatzreligion. Die fortschreitende Industrialisierung und Entzauberung der Welt liess den Menschen in einer Art Hilflosigkeit, in der der irrationale und nun eigenständig existierende Mythos die Funktion einer Konstante übernahm. <br />
 Erleben und Erzählen waren die beiden Kernpunkte des Mythos im 19. Jahrhundert, sie prägten ihn als immer wiederkehrend, ewig gültig und aktuell.</p>
<p><strong>Stars und Warenfetischismus</strong><br />
 Vom Anbeginn des 20. Jahrhunderts bis heute schliesslich verzigfachten sich Definitionen und Deutungen des Begriffs Mythos. Zeitgenössische Mythen haben gewöhnlich keine religiöse Konnotation mehr, sondern bestehen aus einem Gemisch aus Symbolen, Berichten und Erfahrungen. Auch Stars, Marken und unglaubliche Geschichten mit Kultstatus repräsentieren den modernen Mythos. Von der Werbeindustrie werden solche in den Köpfen der Konsumenten verankerten Bilder zudem oft zu Werbezwecken genutzt: Eine Ware lässt besser verkaufen, wenn sie den Leuten mit einer packenden Story schmackhaft gemacht wird.</p>
<p><strong>Die Marke Matterhorn</strong><br />
 Eine solche Marke ist auch das von Lambert Maria Wintersberger verwendete Matterhorn. Er verwendet viele solche Symbole in seinen Bildern: Durch Reduzierung komplexer Inhalte auf einfachere Motive spricht er die Betrachter an, denn ein Bild sagt mehr als tausend Worte.<br />
 Mit dem Matterhorn als Markenzeichen der Schweiz weckt Lambert Maria Wintersberger in seiner Mythos-Ausstellung Assoziationen beim Betrachter. Kein anderer Schweizer Berg ist so bekannt. Er ist ein Symbol des Mythos Schweiz: Uhren, Schokolade und Tourismus werden mit dem Berg beworben, Geschichten ranken sich um ihn. Die verschiedenen, nur leicht veränderten Darstellungen des Berges laden den Betrachter ein, das Matterhorn und den Mythosbegriff aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. <br />
 Auch wenn ein Mythos die Welt nicht erklären kann, lässt er uns über sie nachdenken. Dies ist vermutlich seine Hauptqualität.</p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Literatur zum Thema: </strong></span><br />
 <span style="color: #000000;">Peter W. Schatt: &#8220;Musikpädagogik und Mythos. Zwischen mythischer Erklärung der musikalischen Welt und pädagogisch geleiteter Arbeit am Mythos&#8221;, Schott Campus Verlag, 2008.<br />
<em>Abhandlung über die Problematik der pädagogischen Arbeit über Mythen ohne die Musik selbst als Mythos wahrzunehmen<br />
 </em><br />
 C. Sylvia Weber/Thomas Schwager (Hrsg.):„Lambert Maria Wintersberger: Mythen“, Ausstellungskatalog Forum Würth Arlesheim 8. April – 6. November 2011, Swiridoff Verlag, 2011.<br />
 Katalog zur „Mythen“-Ausstellung des Künstlers Lambert Maria Wintersberger im Forum Wü  rth Arlesheim<br />
 <span style="color: #808080;"><br />
<span style="color: #000000;"><strong>Links:</strong></span></span></span> <br />
 <a href="http://www.mythos-magazin.de" target="_blank">Online-Magazin für die Forschungsbereiche Mythos, Ideologie und Methoden</a> <br />
 <a href="http://www.forum-wuerth.ch/?lid=2#50" target="_blank"><br />
 Anlässlich seines siebzigsten Geburtstags zeigt das Forum Würth Arlesheim das Werk Lambert Maria Wintersbergers in einer umfangreichen Einzelausstellung zum Thema „Mythen“ (Ausstellung: 8. April – 6. November 2011).</a></p>
<p><a href="http://www.lambert-maria-wintersberger.de/" target="_blank">Homepage Lambert Maria Wintersbergers</a></p>
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		<title>Alles im Griff?</title>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 15:44:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Atomkraftwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Fukushima]]></category>
		<category><![CDATA[Gefahr]]></category>
		<category><![CDATA[Katastrophe]]></category>
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		<category><![CDATA[Tschernobyl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrscheinlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim Einschätzen von Gefahren sagen Gefühle und Statistik etwas anderes. Ist schon lange nichts mehr passiert, neigen wir dazu, Risiken zu unterschätzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Alles im Griff?</h1>
<h2>Beim korrekten Einschätzen von Risiken scheitern wir oft.</h2>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) fordert in seinen neuesten Bericht Nachbesserungen in den Schweizer Atomkraftwerken.</p>
<p><strong>Nach dem Unglück im Atomkraftwerk Fukushima I</strong> ist es gewiss vernünftig, sich zu überlegen: Könnte das auch bei uns passieren? Denn die katastrophalen Auswirkungen eines möglichen Unfalls rechtfertigen eine besonders strenge Überprüfung. Trotzdem: Die Atomkraftwerke sind in der Schweiz nicht plötzlich unsicherer geworden. Und die Wahrscheinlichkeit eines Erdbebens ist nicht auf einmal gestiegen.</p>
<p>Forderungen nach verbesserten Sicherheitsstandards oder gar sofortiger Abschaltung gehen wohl eher auf psychologische (und politische) Gründe zurück, als sie auf einer real erhöhten Gefahr basieren würden. Das ist durchaus nachvollziehbar: Ganz allgemein schätzen Menschen das Risiko eines Zwischenfalls höher ein, wenn es erst kürzlich dazu kam. Da die Möglichkeit eines GAU uns nun wieder bewusst ist, schätzen wir die Wahrscheinlichkeit dafür nun spontan wieder höher ein. Und auch die Aufmerksamkeit, die der Gefahr in den Medien geschenkt wird, trägt das ihre dazu bei.</p>
<p><strong>Eine Gefahr, die schon längere Zeit keine Problemen verursachte</strong>, wird dagegen tendenziell unterschätzt. Auch wenn dazu rein statistisch kein Grund besteht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Vulkan ausbricht oder eine bestimmte Lawine niedergeht, richtet sich nicht nach einem Fahrplan. Wenn 100 Jahre nichts passiert ist, bietet dies keinerlei Garantie, dass nochmals 100 Jahre alles gut geht. Solche Ereignisse sind zufällig und völlig unvorhersehbar. Schon morgen kann es soweit sein – oder erst in 1000 Jahren.</p>
<p>Doch zwischen solchen Naturkatastrophen und Risiken, die wir freiwillig eingehen, besteht ein grundsätzlicher Unterschied. Tun wir etwas aus freien Stücken, kommt es uns weit weniger gefährlich vor, als es tatsächlich ist. Zum Beispiel der Strassenverkehr: Obwohl er zahlreiche Menschenleben fordert, setzen wir uns dennoch in der Regel furchtlos hinters Steuer; manche denken sogar, sie könnten dabei noch problemlos telefonieren.</p>
<p><strong>Wir überschätzen unsere eigenen Fähigkeiten</strong>, im Notfall noch eingreifen zu können. „Alles im Griff“, denken wir meist. Obwohl es objektiv betrachtet gar nicht so ist. Solche Selbstüberschätzung führte (u.a.) nachweislich zur Katastrophe von Tschernobyl. Und war wohl auch in Fukushima nicht unbeteiligt. Komplexe Systeme, wie ein Kernkraftwerk eines ist, können wir nur schwer erfassen, auch wenn wir das zunächst oft glauben. Ebenso schwierig ist es, das Risiko abzuschätzen, dass etwas schief geht, wenn viele unabhängige Faktoren zusammenspielen.</p>
<p>Nicht nur Komplexität sondern auch ein fehlender unmittelbar sichtbarer Zusammenhang erschwert es uns, das Risiko spontan richtig einzuschätzen. Dies dürfte einer der Gründe sein, warum auch „schleichende“ Gefahren, die ihr Gefahrenpotential nicht mit einem lauten Knall (und vielen Todesopfern auf einmal) offenbaren, ebenfalls unterschätzt werden.</p>
<p><strong>Der Klimawandel ist sicher ein Beispiel dafür.</strong> Und gerade die Atomdebatte rückt diese Gefahr wieder in den Fokus: Wenn wir nun Atomkraftwerke sofort abschalten, werden wir auf fossile Energieträger zurückgreifen müssen. Damit wird aber der Klimawandel beschleunigt und die Gefahr von Naturkatastrophen wie Unwettern und Dürren erhöht. Weil wir nicht fähig sind, Risiken richtig einzuschätzen und es uns auch nicht vorrechnen lassen wollen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #808080;">Links:</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.psychology48.com/deu/d/risikowahrnehmung/risikowahrnehmung.htm" target="_blank">Risikowahrnehmung</a>, psychology48 (online-Psychologie-Lexikon)</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.zeit.de/2008/14/GS-Risiko" target="_blank">Die Angsthasen, Artikel in Zeit-online</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
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