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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Kommentar</title>
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	<description>Das Magazin im Netz</description>
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		<title>Zu faul zum Berechnen: Konrad Zuse</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 20:55:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefania Lo Sciuto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Erfindung]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Zuse]]></category>
		<category><![CDATA[Z3]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/08/04/zuse/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/Zuse-Logo-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Der Berliner Bauingenieur und Erfinder Konrad Zuse wurde vor hundert Jahren geboren. Als Chef der Zuse-Apparatebau-Firma wollte er „die geistigen Kräfte des Menschen verstärken, indem Maschinen zur Lösung von Aufgaben herangezogen werden, die bisher einen grossen Teil der geistigen Arbeitskraft gebunden hatten". Oder anders gesagt: „Ich war zu faul zum Berechnen", wie Zuse seine Erfindung interpretierte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Konrad Zuse &#8211; Erfinder einer unzuverlässigen Rechenmaschine?</h1>
<p>Der Berliner Bauingenieur und Erfinder Konrad Zuse wurde vor hundert  Jahren geboren. Als Chef der Zuse-Apparatebau-Firma wollte er „die  geistigen Kräfte des Menschen verstärken, indem Maschinen zur Lösung von  Aufgaben herangezogen werden, die bisher einen grossen Teil der  geistigen Arbeitskraft gebunden hatten&#8221;. Oder anders gesagt: „Ich war zu  faul zum Berechnen&#8221;, wie Zuse seine Erfindung interpretierte.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<div id="attachment_5262" class="wp-caption aligncenter" style="width: 201px"><img class="size-full wp-image-5262" title="Zuse Logo" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/Zuse-Logo.jpg" alt="Logo der Zuse KG, Konrad Zuses Unternehmen in Neukirchen (D). Quelle: Wikipedia, Nutzer Franco Atirador" width="191" height="190" /><p class="wp-caption-text"> Logo der Zuse KG, Konrad Zuses Unternehmen in Neukirchen (D). Quelle: Wikipedia,  Nutzer Franco Atirador</p></div>
<p>Seine Erfindung, das war  die erste programmierbare Rechenmaschine: der Computer Z3, den er 1941  entwickelte. Die Programme wurden von gelochten Kinofilmstreifen abgelesen. Die Maschine war ungenau und – im Vergleich zu einem  modernen Computer – unglaublich langsam.</p>
<p>Die Erkenntnis, dass der erste programmierbare Computer aus Deutschland stammt, setzte sich bei seinen Landsleuten erst in den 1960er Jahren durch. Zuvor war die Bevölkerung irrtümlicherweise der Meinung, die Amerikaner seien für diese Erfindung verantwortlich.</p>
<p>Und heute &#8211; wer denkt spontan an Konrad Zuse wenn von Computern die Rede ist? Kaum jemand, denn seine Erfindung ist von der rasanten Weiterentwicklung in den Schatten gestellt worden (kaum zu glauben, was heute alles möglich ist). Ist Zuse also bloss der Erfinder einer unzuverlässigen Rechenmaschine?</p>
<p>So könnten sie denken, die Jugendlichen, die heute mit ihrem Computer beinahe zusammengewachsen sind und beinahe zwölf Stunden am Tag online. Vielleicht dächten sie so &#8211; aber, da Zuse kaum bekannt sein dürfte, ist weder eine Wertschätzung noch eine Geringschätzung seiner Leistung zu erwarten.</p>
<p>Letzteres wäre jedoch angebracht: Rufen wir uns also seine Erfindung wieder in Erinnerung. Der Z3: Grundstein für die Technologie von Information und Kommunikation unserer Zeit!</p>
<p>Doch während wir heute simultan diesen Artikel lesen und mit einem Kollegen per Mobiltelefon die politische Situation in Gambia diskutieren, sowie online mit einem Freund in Asien darüber, wie wir die nächsten Ferien verbringen können oder mit einem Arbeitskollegen eine Präsentation vervollständigen, vergessen wir auch schon wieder, wer dieser Deutsche Erfinder mit Z war&#8230;</p>
<p><a href=" http://www.zib.de/index.en.html" target="_blank"><br />
 </a><span style="color: #808080;">Link:</span></p>
<p><a href=" http://www.zib.de/index.en.html" target="_blank">Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die vergessene Zukunft</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/11/vergessene-zukunft/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 22:07:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Archivierung]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Endlager]]></category>
		<category><![CDATA[Hieroglyphen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Langzeitarchivierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilisation]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/11/vergessene-zukunft/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/Hieroglyphen_Rosetta-Stein-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Unsere Spuren werden in 10'000 Jahren grösstenteils verwischt sein. Teilen wir den Menschen der Zukunft etwas mit über unsere Zivilisation!
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Die vergessene Zukunft</h1>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2772" title="Hieroglyphen auf dem Rosetta-Stein" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/Hieroglyphen_Rosetta-Stein.jpg" alt="Hieroglyphen auf dem Rosetta-Stein" width="233" height="223" /></p>
<p><strong>Diese Zivilisation wird untergehen.</strong> Vielleicht nicht gerade morgen, aber die Wahrscheinlichkeit ist recht gross, dass irgendwann einmal eine Katastrophe ihr ein Ende setzen wird. Der Einschlag eines Meteoriten könnte der Grund sein, eine Klimaänderung, eine Krankheit, wer weiss.</p>
<p>Aber darum soll es in diesem Text nicht gehen. Wir wollen uns nicht ausmalen, wie Millionen Menschen sterben und die Welt im Chaos versinkt. Vielmehr werfen wir einen Blick auf den Neuanfang danach – falls es einen gibt. Aber so optimistisch wollen wir heute sein!</p>
<p><strong>In der zivilisationslosen Zukunft</strong> werden die Menschen vielleicht wieder in Höhlen leben und sich von Beeren, Wurzeln und selbst gejagten Tieren ernähren. Sie werden einfache Werkzeuge basteln, Nadeln vielleicht, um Kleider aus Fellen zu nähen. Oder Äxte und Schneidwerkzeuge. Das Wissen und die Kultur der einstigen Zivilisationen werden längst vergessen sein – oder allenfalls noch in weitererzählten Legenden weiterleben. Wollen diese Menschen wieder eine Zivilisation aufbauen, werden sie alles neu erfinden müssen.</p>
<p>Dass sie nichts mehr von uns wissen werden, daran sind nicht zuletzt wir selber schuld. Denn einerseits konservieren wir unser Wissen äusserst lausig: Während Bücher bei guter Lagerung ein paar hundert Jahre lesbar bleiben können, sind digitale Daten das Speichermedium nicht wert, auf dem sie aufgezeichnet sind. Eine handelsübliche CD zum Beispiel hält bestenfalls ein paar Jahrzehnte.</p>
<p>Und andererseits benötigen digitale Daten eine riesige Infrastruktur, um sie überhaupt lesen zu können. Selbst wenn in einer fernen Zukunft einem Menschen eine noch intakte, weil hochwertige DVD in die Hände fallen sollte; was sollte er damit tun? Je nach Stand seiner Kultur wäre die Annahme gerade zu absurd, er würde sich einen Computer basteln und gleich noch den Strom dafür herstellen.</p>
<p>Immerhin, es gibt Menschen, die sich des Problems der kurzen Haltbarkeit von Information angenommen haben: Die Mitarbeiter der Long Now Foundation. Zwei ihrer Projekte sind bereits in Arbeit: Eine neue Ausgabe des Rosetta-Steins und eine mechanische Uhr, die mindestens 10&#8242;000 Jahre laufen soll.</p>
<p><strong>Robust muss sie sein</strong>, diese Uhr, und zukünftige Entdecker sollen ihre Prinzipien begreifen, sie nachbauen oder reparieren können. Ein gewisses technisch-kulturelles Niveau ist dazu allerdings Bedingung, es sollte ungefähr demjenigen der Bronzezeit entsprechen, die in Europa etwa um 2200 vor Christus  begann. Erste Prototypen dieser Uhr wurden bereits gebaut. Einer davon ist Orrery, ein Modell, dass auch die Position der sechs von Auge sichtbaren Planeten anzeigt.</p>
<p>Das Rosetta-Projekt ist benannt nach dem Rosetta-Stein, einer Granitplatte aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus. Auf ihr ist Text in drei Schriften – Altgriechisch, Demotisch und Hieroglyphen – eingemeisselt. Dieses Nebeneinander war bei der Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen sehr hilfreich.</p>
<p>Der neue Rosetta-Stein ist eine Scheibe von etwa acht Zentimetern Durchmesser. Sie soll dem zukünftigen Forscher ein Bild der heutigen Sprachenvielfalt vermitteln. Gefertigt ist sie aus einer widerstandsfähigen Nickellegierung und auf die Oberflächen der beiden Seiten ist ein Text in über 2000 verschiedenen Sprachen geätzt. Auf der Oberseite beginnt er gut von Auge lesbar und wird spiralförmig immer kleiner. Auf der Unterseite finden sich tausende Seiten Text in mikroskopisch kleiner Schrift.</p>
<p><strong>Mehr als der sprichwörtliche Tropfen</strong> auf ihn, sind die Bemühungen um den Stein allerdings nicht. Auch mit Nickelscheiben für alle Gebiete der Wissenschaft gelänge es höchstens, einen Bruchteil unserer Errungenschaften und Erkenntnisse zu sichern, aber immerhin.  Doch weitere derartige Scheiben gibt es (leider) noch nicht, geschweige denn grössere Projekte.</p>
<p>Doch selbst wenn man solche Scheiben überall auf dem Planeten verteilt und hofft, dass diese beständigen Mini-Archive dereinst tatsächlich gefunden werden,  stellt sich die Frage, ob sie je auch entziffert werden können. Dass es sich bei den eingravierten Zeichen um Schrift handelt, ist für den Menschen aus einer andern Welt – und das wird die Zukunft vielleicht sein – keinesfalls offensichtlich.</p>
<p><strong>Wie müssen wir heute Symbole gestalten</strong>, welche die Menschen auch in ferner Zukunft verstehen? Auch für die nuklearen Endlager ist dies eine Herausforderung. Wegen der Gefahr radioaktiver Strahlung sollen hier Symbole die Aussage: „Haltet Euch hiervon fern!“ vermitteln. Die Planer denken über Symbole nach, die schmerzverzerrte Gesichter zeigen oder flüchtende Menschen. Doch wer den Verdacht hegt, dass dies erst recht die Neugier wecken könnte, liegt wohl nicht völlig falsch.</p>
<p>Von Vorteil wäre die Neugier wohl für mögliche Objekte mit dem gespeicherten Wissen unserer Zivilisation. Doch wie sollten diese Objekte aussehen? Raffinierte Bauwerke wie die Pyramiden oder speziell markierte Höhleneingänge?</p>
<p>Klar scheint, dass nicht das ganze Wissen auf einmal zugänglich gemacht werden kann. Menschen auf einem tiefen kulturell-technischen Niveau können nichts mit Quantenphysik anfangen. Die Langzeitarchive sollen – auf raffinierte Weise – ihr Geheimnis und damit das Wissen unserer Epoche Schritt für Schritt preisgeben. Den Zugang erhält nur, wer auch mit den Erkenntnissen umgehen kann.</p>
<p>Vielleicht werden die Menschen der Zukunft diese Botschaften aus der Vergangenheit als göttlich oder ausserirdisch taxieren. Vielleicht werden sie sie eines Tages in ihre Museen stellen, so wie wir es in unseren Tagen mit geheimnisvollen Gegenständen wie der Himmelscheibe von Nebra tun.</p>
<p><strong>Eines ist gewiss:</strong> Dieser Text wird keine 10&#8242;000 Jahre überdauern. Wenn ihn jemand in eine Steinplatte meisseln wollte, wäre das natürlich anders. Interessierte melden sich bitte!</p>
<p><strong>Links:</strong><br />
 Die Organisation, die sich um die 10&#8242;000-Jahre-Uhr und die Rosetta-Scheiben kümmert:<br />
 <a href="http://www.longnow.org" target="_blank">http://www.longnow.org</a></p>
<p>Wie sollen Symbole aussehen, die jeder versteht, sogar Ausserirdische?<br />
 <a href="http://voyager.jpl.nasa.gov/spacecraft/goldenrec.html" target="_blank">http://voyager.jpl.nasa.gov/spacecraft/goldenrec.html</a></p>
<p>Artikel über langlebige Datenspeicher<br />
 <a href="http://swissengineering-stz.ch/pdf/stz0520093327.pdf" target="_blank">http://swissengineering-stz.ch/pdf/stz0520093327.pdf</a></p>
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		<title>Sind wir noch zu retten?</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/12/24/klimawandel/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 22:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[In die Zukunft zu schauen, ist heikel.  Das wissen all jene, die sich mit einer Fehlprognose schon einmal der Lächerlichkeit preisgegeben haben. Die Zukunft ist unberechenbar, weil derart viele und unvorhersehbare Faktoren in den Lauf der Dinge hineinspielen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Sind wir noch zu retten?</h1>
<p><strong>In die Zukunft zu schauen, ist heikel. </strong> Das wissen all jene, die sich mit einer Fehlprognose schon einmal der Lächerlichkeit preisgegeben haben. Die Zukunft ist unberechenbar, weil derart viele und unvorhersehbare Faktoren in den Lauf der Dinge hineinspielen.</p>
<p>Darum kann auch niemand genau sagen, wie sich das Klima der Erde in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten entwickeln wird. Eins aber ist klar: Die Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre ist in den letzten Jahrzehnten markant gestiegen. Und dass dies das Klima verändert und die Atmosphäre aufwärmt, ist ebenfalls unbestritten.</p>
<p>Was aber die Folgen in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren sein werden, kann niemand exakt voraussagen. Das Problem ist jedoch: Es steht nichts weniger als die Zukunft der Menschheit auf dem Spiel. Das Leben von Milliarden und unsere Zivilisation. Bei diesem Einsatz sollten wir nicht mit zu viel Risiko spielen.</p>
<p>Immerhin: Das Problem und seine Ursachen haben (nach zwanzig vergeudeten Jahren) endlich die meisten Poltiker erkannt. Nur schleppend geht es jedoch voran, wenn es um konkretes Handeln geht. Auch an der Kopenhagener UNO-Weltklima-Konferenz dachte jeder Staatsvertreter zuerst an die Interessen des eigenen Landes.</p>
<p><strong>Das erinnert stark an die sogenannte „Tragik der Allmende“</strong>: Das gemeinsame Gut – in diesem Fall die Ressourcen des Planeten – wird sorglos genutzt. Dass dieses Gut endlich ist, sieht man erst, wenn es übernutzt wird. Doch ist auch diese Erkenntnis noch kein Grund die Ressourcen zu schonen, denn die Kosten für die Übernutzung trägt die Allgemeinheit. Und für den einzelnen Ausbeuter sind sie geringer als der Ertrag.</p>
<p>Der kanadische Wirtschaftswissenschaftler H. Scott Gordon schrieb 1954 dazu in einem Bericht über Fischerei: „Niemand misst einem Besitz, der allen zur freien Verfügung steht, einen Wert bei, weil jeder, der so tollkühn ist zu warten, bis er an die Reihe kommt, schliesslich feststellt, dass ein anderer seinen Teil bereits weggenommen hat.“</p>
<p><strong>Auch das sogenannte Gefangenendilemma</strong> der Spieltheorie, bei welcher das hypothetische Verhalten zweier Gefangener beobachtet wird, bietet eine ähnliche Erklärung, warum Länderverteter und Bürger zur zögerlich handeln. Jedes Land profitiert auch vom Umweltschutz der andern Staaten. Da die Regierung von A denkt, Umweltschutz bringe vor allem Kosten, will sie selber möglichst wenig investieren. Während die Nachbarn Mittel lockermachen, wäre ihr eigener Nutzen dann um so grösser.<br />
 Doch da auch die Regierungen von B und C so denken, besteht für sie ebenfalls kein Anreiz, Geld für den Umweltschutz auszugeben, im Gegenteil.</p>
<p>Dass es sich beim Klimawandel um ein äusserst komplexes Problem handelt, macht die Sache umso schwieriger. „Der Mensch hat grosse Schwierigkeiten, Wirkungen, die in Zeit oder Raum weit von der Ursache entfernt sind, zu begreifen, zu bedenken und zu beherrschen“, schreiben Ulrich und Johannes Frey in ihrem Buch „Fallstricke“. Der Nicht-Meteorologe sieht nicht sofort ein, wieso das Verbrennen fossiler Brennstoffe seit der Industrialisierung das Klima der Zukunft dramatisch verändert.<br />
 <strong><br />
 Diese Gefahr ist schwierig zu erkennen</strong> weil sie nicht unmittelbar ist. Und weil die Menschen die bisherigen langsamen Veränderungen des Klimas kaum fassen können und sich mittlerweile zum Beispiel an immer kleinere Gletscher oder milde Winter gewöhnt haben. Das Problem erscheint gar nicht mehr so drastisch.</p>
<p>Immerhin aber versuchen Wissenschaftler und sogar Politiker seit einigen Jahren, die komplexen Zusammenhänge unter die Leute zu bringen. Und die Medien haben in den letzten Wochen recht intensiv über die Konferenz in Kopenhagen berichtet. Doch kommt es auch an? Sickert das Wissen ins Bewusstsein und bewirkt es schliesslich eine Änderung des Verhaltens?</p>
<p><strong>Erschwerend ist sicherlich die Tatsache</strong>, dass man eigenes Fehlverhalten zugeben müsste. Dies bereitet vielen Menschen grosse Mühe.Zudem fällt Verzicht schwer. Und der einen oder anderen lieb gewonnenen Gewohnheit müssten wir wohl entsagen. Zum Beispiel weiss jeder, dass Flugreisen dem Klima schaden. Doch warum soll ausgerechnet ich verzichten oder sparen?</p>
<p>Ein weiterer Grund, sich nicht mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen: Die möglichen Folgen sind viel zu katastrophal. Die Folge: Viele Menschen verniedlichen oder verdrängen das Problem. Oder glauben sogar an unrealistische technische Lösungen und Wunder. Viele reden sich auch ein, sie würden bereits etwas Substantielles für die Umwelt tun. Zum Beispiel, wenn sie ein einmal im Leben das Licht nicht so lange brennen lassen.</p>
<p><strong>War der Klimagipfel in Kopenhagen die letzte Chance?</strong> Und haben wir sie vertan? Wenn ja, werden wir dies erst erkennen, wenn es zu spät ist. Aber wenn wir trotz der Ergebnisse aus Kopenhagen zu handeln beginnen, können wir das schlimmste vielleicht gerade noch abwenden.</p>
<p><span style="color: #808080;">Link: Klimawandel wegen Gefangenendilemmas (Video)<br />
 </span></p>
<p><a href="http://www.e-politik.de/blog/08022008/Das-Gefangenendilemma-Klimawandel.html" target="_blank">http://www.e-politik.de/blog/08022008/Das-Gefangenendilemma-Klimawandel.html</a></p>
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