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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Kommentar</title>
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	<description>Das Magazin im Netz</description>
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		<title>Dich erwartet eine ungewisse Zukunft, Nr. 7&#8242;000&#8242;000&#8242;000.</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:47:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Vernunft]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbevölkerung]]></category>
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		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellen Sie sich vor, auf der Erde lebten nur halb so viele Menschen – jeder Zweite wäre kurz mal weg. Vor gerade mal 44 Jahren war es so: damals bewohnten 3,5 Milliarden Menschen den Planeten. Seither hat sich Homo sapiens erfolgreich vermehrt – und vermehrt sich weiter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Das Risiko Mensch</h1>
<h2>Dich erwartet eine ungewisse Zukunft, Nr. 7&#8242;000&#8242;000&#8242;000.</h2>
<p><strong>Stellen Sie sich vor, auf der Erde lebten nur halb so viele Menschen – jeder Zweite wäre kurz mal weg. Vor gerade mal 44 Jahren war es so: damals bewohnten 3,5 Milliarden Menschen den Planeten. Seither hat sich Homo sapiens erfolgreich vermehrt – und vermehrt sich weiter.</strong></p>
<p><strong>Von Martin Geiser</strong></p>
<p>Ich blättere ich einer alten Zeitschrift: Die GEO-Ausgabe vom Januar 1990 widmete ihre Titelstory dem Thema Bevölkerungsexplosion. Was ich da lese, gleicht aufs Haar den Diskussionen von heute: Damit es für alle genug hat, müssen wir die Ressourcen schonen und weniger Energie verbrauchen. Und was heute als Ursache für das ungehemmte Wachstum der Weltbevölkerung gilt, war auch damals schon klar: Armut und fehlende Bildung.</p>
<p>Die Menschheit weiss also schon lang, was zu tun ist. Und es mangelt auch nicht an Ideen, wie das Notwendige umgesetzt werden könnte. Doch tatsächlich angepackt wurde praktisch nichts: Nicht nur, dass die Weltbevölkerung weiter wächst. Auch vergeuden wir in den Industrieländern nach wie vor Energie und Rohstoffe und in den Schwellenländern sogar immer mehr davon. Von der Zerstörung und Verschmutzung der Umwelt, wollen wir gar nicht erst sprechen.</p>
<p>Immerhin wächst die Bevölkerung in den verschwenderischen Staaten nicht mehr all zu stark. Hingegen wollen die Schwellenländer beim Wohlstand aufholen. Auch in Indien und China fordern die Massen (neue) Mobiltelefone, Computer, Autos, Kleider und Schuhe. Und die Produktion dieser Güter braucht Wasser, Energie und Rohstoffe. Und belastet somit unsere Lebensgrundlagen.</p>
<p>Die Verschwendung ist zwar in den Entwicklungsländern kein Thema, aber die vielen zusätzlichen Menschen haben trotzdem Ansprüche. Nahrung und Unterkunft sind das Mindeste. Diese Menschen brauchen zum Beispiel Holz, um ihre Feuer zu unterhalten. Sie brauchen Nahrung, zum Beispiel aus dem Meer. So werden (zumindest regional) die letzten Wälder geplündert, die Meere leer gefischt. Dann spätestens sind die Grenzen des Wachstums erreicht.</p>
<p>Zugegeben, „Experten“ haben schon oft erklärt, die Grenzen des Erträglichen seien bald überschritten. Und doch ist es bis jetzt noch immer halbwegs gut gegangen. Aber das heisst ja nicht, dass wir auch in Zukunft immer glimpflich davon kommen. Es muss ja nicht gleich die Apokalypse sein, aber es werden sehr viele Menschen leiden, verhungern und mangels medizinischer Versorgung sterben. Die nächste humanitäre Katastrophe kommt bestimmt.</p>
<p>Deshalb, im Interesse dieser Menschen, sollten wir handeln. Doch sind wir ansatzweise vernünftig? Ein Blick in die Geschichte des menschlichen Verhaltens lässt ein mulmiges Gefühl zurück.</p>
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		</item>
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		<title>Willkommen, sieben milliardster Mensch!</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:47:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Giannis Mavris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungswachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/02/weltbevolkerung-kommentar-1/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/Ein-Bravo-an-uns-alle-450x337.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=150  border=0></a>Sieben Milliarden von uns – und es werden noch mehr kommen. Pessimisten und Misanthropen mag das missfallen. Trotzdem sollte mal festgehalten werden: So schlecht haben wir uns bisher gar nicht gemacht.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Kein Grund zur Panik</h1>
<h2>Willkommen, sieben milliardster Mensch!</h2>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-9715" title="Ein Bravo an uns alle" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/Ein-Bravo-an-uns-alle-450x337.jpg" alt="Ein Bravo an uns alle" width="301" height="225" /><span style="font-size: xx-small;">Es hat genug für Alle</span></p>
<p><strong>Sieben Milliarden von uns – und es werden noch mehr kommen. Pessimisten und Misanthropen mag das missfallen. Trotzdem sollte mal festgehalten werden: So schlecht haben wir uns bisher gar nicht gemacht. </strong></p>
<p><strong>Von Giannis Mavris<br />
 </strong></p>
<p>Ein Blick in die meisten Reportagen zum Thema Bevölkerungswachstum  offenbart oftmals einen Pessimismus, der zu einem grossen Teil nicht gerechtfertigt ist. Abgesehen davon ist die ganze Diskussion von einer Das-Boot-ist-voll-Mentalität geprägt, die einerseits oftmals einen gewissen Respekt gegenüber der eigenen Spezies vermissen lässt, andererseits schlicht zu simplifizierend ist.</p>
<p>Denn wie es in ihrer Natur zu sein scheint, machen Katastrophologen einen gravierenden Fehler: Sie ignorieren das menschliche Potential, in Zeiten der Not innovative Lösungen zu scheinbar unlösbaren Problemen zu liefern. In der Vergangenheit wurden immer wieder die Grenzen des Bevölkerungswachstums prognostiziert – sie wurden aber nie erreicht, so dass diese Grenze immer wieder weiter hinausgeschoben wurde.</p>
<p>Ich gebe zu, die momentane Situation ist alles andere als zufriedenstellend: Klimakatastrophen, ökonomische Krisen und politische Orientierungslosigkeit sind nicht gerade die besten Voraussetzungen, um optimistisch in die Zukunft zu schauen. Gleichzeitig sind ebendiese auch hoch interessante Zeiten, die uns in verschiedener Hinsicht zum Umdenken zwingen.</p>
<p>So gesehen, haben wir uns bisher gar nicht mal so schlecht gemacht. Bislang sind wir relativ gut gefahren (mit der Betonung auf relativ!). Die Bevölkerungsexplosion, die so manche für die Zukunft voraussagen, hat eigentlich schon längst stattgefunden. Und sie wurde, global gesehen, relativ gut gemeistert.</p>
<p>Dies soll natürlich nicht als Billigung heutiger Verhältnisse verstanden werden. Noch immer sind zu viele Menschen von Hunger und Armut betroffen – es sind in der Regel aber nicht technische Schwierigkeiten die zu einer solchen Situation führen (beispielsweise die effektive Nahrungsproduktion). Vielmehr sind es strukturelle Probleme, die eine optimale Ausschöpfung der vorhandenen Möglichkeiten verhindern.</p>
<p>Solche Probleme sind aber menschlich bedingt, und dadurch auch lösbar. So sind beispielsweise der Zugang zu technischem Know-how sowie Saatgut für Menschen in Not zwei Massnahmen, deren Umsetzung nicht allzu schwierig wären – und angesichts ihrer Wirkung ist eine Unterlassung geradezu kriminell. Wollen wir als Menschheit weiterhin Bestand haben, wird es in der Zukunft vermehrt gemeinsamer Anstrengungen bedürfen. Der Spielraum dazu besteht aber weiterhin.</p>
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		<title>Alles im Griff?</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/05/10/alles-im-griff/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 15:44:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Atomkraftwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Fukushima]]></category>
		<category><![CDATA[Gefahr]]></category>
		<category><![CDATA[Katastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Risiko]]></category>
		<category><![CDATA[Tschernobyl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrscheinlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim Einschätzen von Gefahren sagen Gefühle und Statistik etwas anderes. Ist schon lange nichts mehr passiert, neigen wir dazu, Risiken zu unterschätzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Alles im Griff?</h1>
<h2>Beim korrekten Einschätzen von Risiken scheitern wir oft.</h2>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) fordert in seinen neuesten Bericht Nachbesserungen in den Schweizer Atomkraftwerken.</p>
<p><strong>Nach dem Unglück im Atomkraftwerk Fukushima I</strong> ist es gewiss vernünftig, sich zu überlegen: Könnte das auch bei uns passieren? Denn die katastrophalen Auswirkungen eines möglichen Unfalls rechtfertigen eine besonders strenge Überprüfung. Trotzdem: Die Atomkraftwerke sind in der Schweiz nicht plötzlich unsicherer geworden. Und die Wahrscheinlichkeit eines Erdbebens ist nicht auf einmal gestiegen.</p>
<p>Forderungen nach verbesserten Sicherheitsstandards oder gar sofortiger Abschaltung gehen wohl eher auf psychologische (und politische) Gründe zurück, als sie auf einer real erhöhten Gefahr basieren würden. Das ist durchaus nachvollziehbar: Ganz allgemein schätzen Menschen das Risiko eines Zwischenfalls höher ein, wenn es erst kürzlich dazu kam. Da die Möglichkeit eines GAU uns nun wieder bewusst ist, schätzen wir die Wahrscheinlichkeit dafür nun spontan wieder höher ein. Und auch die Aufmerksamkeit, die der Gefahr in den Medien geschenkt wird, trägt das ihre dazu bei.</p>
<p><strong>Eine Gefahr, die schon längere Zeit keine Problemen verursachte</strong>, wird dagegen tendenziell unterschätzt. Auch wenn dazu rein statistisch kein Grund besteht. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Vulkan ausbricht oder eine bestimmte Lawine niedergeht, richtet sich nicht nach einem Fahrplan. Wenn 100 Jahre nichts passiert ist, bietet dies keinerlei Garantie, dass nochmals 100 Jahre alles gut geht. Solche Ereignisse sind zufällig und völlig unvorhersehbar. Schon morgen kann es soweit sein – oder erst in 1000 Jahren.</p>
<p>Doch zwischen solchen Naturkatastrophen und Risiken, die wir freiwillig eingehen, besteht ein grundsätzlicher Unterschied. Tun wir etwas aus freien Stücken, kommt es uns weit weniger gefährlich vor, als es tatsächlich ist. Zum Beispiel der Strassenverkehr: Obwohl er zahlreiche Menschenleben fordert, setzen wir uns dennoch in der Regel furchtlos hinters Steuer; manche denken sogar, sie könnten dabei noch problemlos telefonieren.</p>
<p><strong>Wir überschätzen unsere eigenen Fähigkeiten</strong>, im Notfall noch eingreifen zu können. „Alles im Griff“, denken wir meist. Obwohl es objektiv betrachtet gar nicht so ist. Solche Selbstüberschätzung führte (u.a.) nachweislich zur Katastrophe von Tschernobyl. Und war wohl auch in Fukushima nicht unbeteiligt. Komplexe Systeme, wie ein Kernkraftwerk eines ist, können wir nur schwer erfassen, auch wenn wir das zunächst oft glauben. Ebenso schwierig ist es, das Risiko abzuschätzen, dass etwas schief geht, wenn viele unabhängige Faktoren zusammenspielen.</p>
<p>Nicht nur Komplexität sondern auch ein fehlender unmittelbar sichtbarer Zusammenhang erschwert es uns, das Risiko spontan richtig einzuschätzen. Dies dürfte einer der Gründe sein, warum auch „schleichende“ Gefahren, die ihr Gefahrenpotential nicht mit einem lauten Knall (und vielen Todesopfern auf einmal) offenbaren, ebenfalls unterschätzt werden.</p>
<p><strong>Der Klimawandel ist sicher ein Beispiel dafür.</strong> Und gerade die Atomdebatte rückt diese Gefahr wieder in den Fokus: Wenn wir nun Atomkraftwerke sofort abschalten, werden wir auf fossile Energieträger zurückgreifen müssen. Damit wird aber der Klimawandel beschleunigt und die Gefahr von Naturkatastrophen wie Unwettern und Dürren erhöht. Weil wir nicht fähig sind, Risiken richtig einzuschätzen und es uns auch nicht vorrechnen lassen wollen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #808080;">Links:</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.psychology48.com/deu/d/risikowahrnehmung/risikowahrnehmung.htm" target="_blank">Risikowahrnehmung</a>, psychology48 (online-Psychologie-Lexikon)</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.zeit.de/2008/14/GS-Risiko" target="_blank">Die Angsthasen, Artikel in Zeit-online</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie YouTube &amp; Co. unsere Weltsicht verändern</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/10/03/scheinwahrheite/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 16:44:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sibylle Waltert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Lüge]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Savage]]></category>
		<category><![CDATA[Schweinegrippe]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/10/03/scheinwahrheite/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/10/Schweine-Grippe-Mexiko-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Der Normalverbraucher des 21. Jahrhunderts bezieht einen Grossteil seiner Informationen aus dem Internet. Vieles, was dort zu finden ist, wurde aber von Nutzern ohne fundiertes Fachwissen geschrieben und entspricht teilweise nicht der Wahrheit. Wie verzerrt ist unser Weltbild durch den sorglosen Konsum minderwertiger Informationen aus dem Internet?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Scheinwahrheiten im Internet</strong></h1>
<h2>Wie YouTube &amp; Co. unsere Weltsicht verändern</h2>
<p><strong><em>Der Normalverbraucher des 21. Jahrhunderts bezieht einen Grossteil seiner Informationen aus dem Internet. Vieles, was dort zu finden ist, wurde aber von Nutzern ohne fundiertes Fachwissen geschrieben und entspricht teilweise nicht der Wahrheit. Wie verzerrt ist unser Weltbild durch den sorglosen Konsum minderwertiger Informationen aus dem Internet?</em></strong></p>
<p>Von Sibylle Waltert</p>
<div id="attachment_6331" class="wp-caption aligncenter" style="width: 332px"><img class="size-full wp-image-6331" title="Schweine, Grippe, Mexiko" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/10/Schweine-Grippe-Mexiko.jpg" alt="Schweine, Grippe, Mexiko" width="322" height="317" /><p class="wp-caption-text">Auf YouTube wird suggeriert: Mexikaner trugen die Schuld am Ausbruch der Schweinegrippe</p></div>
<p style="text-align: left;">Heutige Jugendliche beziehen ihre Informationen zum Geschehen in der Welt nicht mehr aus Zeitungen und Büchern, sondern fast ausschliesslich aus dem Internet. Facebook, YouTube, Myspace, Twitter und verschiedene Blogs gehören zu den täglichen Informationsquellen und wenn zuverlässige Fakten benötigt werden, ist Wikipedia stets zur Stelle. Dies brachte Beau Basel Beaudoin, Professorin für Medienanalyse am Columbia College in Chicago in Erfahrung. Weiterhin untersuchte sie, welche Bilder anderer Länder und ihrer Bewohner sich in den Köpfen der Heranwachsenden festsetzen.</p>
<p><strong>Schweinegrippe als Terroranschlag</strong><br />
 Beaudoin beschreibt in ihrem Artikel einen beispielhaften Vorfall in einem Kurs über „Kultur, Rasse und Medien“ im Frühling 2009. Unter ihren Studenten herrschte eine Aufregung über den Ausbruch der Schweinegrippe. Ausgelöst wurde die Hysterie durch einen YouTube-Beitrag über illegale mexikanische Immigranten, die für den Ausbruch einer weltweiten Epidemie verantwortlich gemacht werden. In diesem Video berichtet der Radiomoderator Michael Savage über die Gefahren der Schweinegrippe und stellt die Frage in den Raum, ob es sich beim Ausbruch der Epidemie um eine terroristische Aktion handelt. Seine Hetzrede unterstreicht Martin Weinfeld, ein offensichtlicher Fan von Savages Radiosendung, durch Bilder von dunkelhäutigen Menschen, die Atemschutzmasken tragen. Diese Bilder haben zwar keinen direkten Zusammenhang mit Savages Aussagen, werden aber automatisch mit dem Gehörten verknüpft und suggerieren, das mexikanische Volk sei eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten. Die Frage, ob sie diesem Bericht Glauben schenken, bejahten die Studenten. Die allgemeine Meinung: Da YouTube strenge Richtlinien habe, welche Filme veröffentlicht werden dürfen und welche nicht, müsse das, was auf der Seite zu finden ist, reale Fakten enthalten.</p>
<p><strong>Solange es niemanden stört&#8230;</strong><br />
 Die Richtlinien von YouTube unterstützen die Redefreiheit, verbieten aber „Hassreden, die eine Gruppe aufgrund von Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung, Geschlecht, Alter, Veteranenstatus oder sexueller Orientierung/ Geschlechtsidentität angreifen oder erniedrigen“.<br />
 Obwohl das Video von Michael Savage ziemlich treffend der Definition einer Hassrede entspricht, ist es bis heute noch auf YouTube abrufbar. Die Frage ist hier also, wie gut die Kontrolle über die veröffentlichten Beiträge bei YouTube funktioniert. Und selbst wenn diese einwandfrei ablaufen sollte, bleibt doch unklar, wie effizient die Kontrolle ist: Schliesslich kann jeder ein diskriminierendes Video bei YouTube aufschalten. Dieses bleibt so lange Millionen von Menschen offen zur Verfügung, bis sich jemand daran stört, es meldet und YouTube es schliesslich löscht..</p>
<p><strong>&#8230;muss es wahr sein</strong><br />
 Sehen wir uns ein lehrreiches und professionell aufgemachtes Video auf YouTube an, gehen wir intuitiv davon aus, dass die darin enthaltenen Informationen korrekt sind. Auch Artikel auf Wikipedia werden immer häufiger als valide Quellen gesehen. Der Normalverbraucher versteht das dort Gelesene kritiklos als Tatsache. Damit ist alles, was auf YouTube und Internetseiten mit ähnlichen Richtlinien zu sehen, zu hören und zu lesen ist, so lange akzeptabel und wahr, bis jemand das Gegenteil behauptet. Fakten müssen nicht belegt werden, sondern entsprechen der Wahrheit solange sie niemand widerlegt. Somit entsteht ein Schlupfloch für Scheinwahrheiten, das schwierig zu entdecken ist.</p>
<p><strong>Scheinwahrheiten in allen Medien</strong><br />
 Beaudoins Studie über Medienkonsumverhalten und dessen Auswirkungen bezieht sich explizit auf Jugendliche. Erwachsene sind aber auf keinen Fall fein raus. Auch das Weltbild der älteren Generationen ist durch die Medien verzerrt. Bereits lange vor dem Internet wurden Medien dazu benutzt, Meinungen zu beeinflussen. Und auch Konsumenten mit einem kritischen Auge lassen sich von Medien gelegentlich in die Irre führen. So setzen sich Unwahrheiten in unseren Köpfen fest, ohne dass wir es bemerken. Dies betrifft nicht nur private Konsumenten, sondern auch den Journalismus. Hierzu machte der junge Soziologie-Student Shane Fitzgerald aus Irland ein Experiment: Kurz nach dem Tod des berühmten Komponisten Maurice Jarre fügte er dessen Wikipedia-Artikel ein gefälschtes Zitat bei. Obwohl dieses nach kurzer Zeit von der Administration gelöscht wurde, verbreitete sich das Zitat in Windeseile auf verschiedenen Blogs und in Zeitungen der ganzen Welt. Wenn er sich nicht den Medien gestellt und das Missverständnis aufgeklärt hätte, wäre das Zitat möglicherweise in die Geschichte eingegangen und als Fakt behandelt worden, so die Befürchtung des Studenten. Fitzgeralds Fazit: Wikipedia hat den Test bestanden, der Journalismus ist durchgefallen.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Literatur zum Thema:</strong></p>
<p style="text-align: left;">Beau Basel Beaudoin; <em>How the Internet Influences our Worldview of Ethnic Representation</em>; The International Journal of Diversity in Organisations, Communities and Nations 2009, Vol. 9, 4.</p>
<p><strong>Im Netz:</strong></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=YwHCO_trqhM" target="_blank">YouTube-Video:  Michael Savage über mexikanische Immigranten und die Schweinegrippe</a></p>
<p><a href="http://www.msnbc.msn.com/id/30699302/" target="_blank">MSNBC-Online:  Student hoaxes world&#8217;s media on Wikipedia</a><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/das_wissen_der_welt_am_bildschirm_abrufen_1.7700469.html" target="_blank"></a></p>
<p><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/das_wissen_der_welt_am_bildschirm_abrufen_1.7700469.html" target="_blank">NZZ-Artikel: Das Wissen der Welt am Bildschirm abrufen</a></p>
<p><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kritischer-Standpunkt-Wikipedia-und-das-vorlaeufige-Wissen-1096420.html" target="_blank">Heise-Artikel: Wikipedia und das vorläufige Wissen</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zu faul zum Berechnen: Konrad Zuse</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/08/04/zuse/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 20:55:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefania Lo Sciuto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Computer]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Erfindung]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad Zuse]]></category>
		<category><![CDATA[Z3]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/08/04/zuse/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/Zuse-Logo-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Der Berliner Bauingenieur und Erfinder Konrad Zuse wurde vor hundert Jahren geboren. Als Chef der Zuse-Apparatebau-Firma wollte er „die geistigen Kräfte des Menschen verstärken, indem Maschinen zur Lösung von Aufgaben herangezogen werden, die bisher einen grossen Teil der geistigen Arbeitskraft gebunden hatten". Oder anders gesagt: „Ich war zu faul zum Berechnen", wie Zuse seine Erfindung interpretierte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Konrad Zuse &#8211; Erfinder einer unzuverlässigen Rechenmaschine?</h1>
<p>Der Berliner Bauingenieur und Erfinder Konrad Zuse wurde vor hundert  Jahren geboren. Als Chef der Zuse-Apparatebau-Firma wollte er „die  geistigen Kräfte des Menschen verstärken, indem Maschinen zur Lösung von  Aufgaben herangezogen werden, die bisher einen grossen Teil der  geistigen Arbeitskraft gebunden hatten&#8221;. Oder anders gesagt: „Ich war zu  faul zum Berechnen&#8221;, wie Zuse seine Erfindung interpretierte.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<div id="attachment_5262" class="wp-caption aligncenter" style="width: 201px"><img class="size-full wp-image-5262" title="Zuse Logo" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/08/Zuse-Logo.jpg" alt="Logo der Zuse KG, Konrad Zuses Unternehmen in Neukirchen (D). Quelle: Wikipedia, Nutzer Franco Atirador" width="191" height="190" /><p class="wp-caption-text"> Logo der Zuse KG, Konrad Zuses Unternehmen in Neukirchen (D). Quelle: Wikipedia,  Nutzer Franco Atirador</p></div>
<p>Seine Erfindung, das war  die erste programmierbare Rechenmaschine: der Computer Z3, den er 1941  entwickelte. Die Programme wurden von gelochten Kinofilmstreifen abgelesen. Die Maschine war ungenau und – im Vergleich zu einem  modernen Computer – unglaublich langsam.</p>
<p>Die Erkenntnis, dass der erste programmierbare Computer aus Deutschland stammt, setzte sich bei seinen Landsleuten erst in den 1960er Jahren durch. Zuvor war die Bevölkerung irrtümlicherweise der Meinung, die Amerikaner seien für diese Erfindung verantwortlich.</p>
<p>Und heute &#8211; wer denkt spontan an Konrad Zuse wenn von Computern die Rede ist? Kaum jemand, denn seine Erfindung ist von der rasanten Weiterentwicklung in den Schatten gestellt worden (kaum zu glauben, was heute alles möglich ist). Ist Zuse also bloss der Erfinder einer unzuverlässigen Rechenmaschine?</p>
<p>So könnten sie denken, die Jugendlichen, die heute mit ihrem Computer beinahe zusammengewachsen sind und beinahe zwölf Stunden am Tag online. Vielleicht dächten sie so &#8211; aber, da Zuse kaum bekannt sein dürfte, ist weder eine Wertschätzung noch eine Geringschätzung seiner Leistung zu erwarten.</p>
<p>Letzteres wäre jedoch angebracht: Rufen wir uns also seine Erfindung wieder in Erinnerung. Der Z3: Grundstein für die Technologie von Information und Kommunikation unserer Zeit!</p>
<p>Doch während wir heute simultan diesen Artikel lesen und mit einem Kollegen per Mobiltelefon die politische Situation in Gambia diskutieren, sowie online mit einem Freund in Asien darüber, wie wir die nächsten Ferien verbringen können oder mit einem Arbeitskollegen eine Präsentation vervollständigen, vergessen wir auch schon wieder, wer dieser Deutsche Erfinder mit Z war&#8230;</p>
<p><a href=" http://www.zib.de/index.en.html" target="_blank"><br />
 </a><span style="color: #808080;">Link:</span></p>
<p><a href=" http://www.zib.de/index.en.html" target="_blank">Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die vergessene Zukunft</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/11/vergessene-zukunft/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 22:07:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Archivierung]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Endlager]]></category>
		<category><![CDATA[Hieroglyphen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Langzeitarchivierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Zivilisation]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/11/vergessene-zukunft/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/Hieroglyphen_Rosetta-Stein-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Unsere Spuren werden in 10'000 Jahren grösstenteils verwischt sein. Teilen wir den Menschen der Zukunft etwas mit über unsere Zivilisation!
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Die vergessene Zukunft</h1>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2772" title="Hieroglyphen auf dem Rosetta-Stein" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/Hieroglyphen_Rosetta-Stein.jpg" alt="Hieroglyphen auf dem Rosetta-Stein" width="233" height="223" /></p>
<p><strong>Diese Zivilisation wird untergehen.</strong> Vielleicht nicht gerade morgen, aber die Wahrscheinlichkeit ist recht gross, dass irgendwann einmal eine Katastrophe ihr ein Ende setzen wird. Der Einschlag eines Meteoriten könnte der Grund sein, eine Klimaänderung, eine Krankheit, wer weiss.</p>
<p>Aber darum soll es in diesem Text nicht gehen. Wir wollen uns nicht ausmalen, wie Millionen Menschen sterben und die Welt im Chaos versinkt. Vielmehr werfen wir einen Blick auf den Neuanfang danach – falls es einen gibt. Aber so optimistisch wollen wir heute sein!</p>
<p><strong>In der zivilisationslosen Zukunft</strong> werden die Menschen vielleicht wieder in Höhlen leben und sich von Beeren, Wurzeln und selbst gejagten Tieren ernähren. Sie werden einfache Werkzeuge basteln, Nadeln vielleicht, um Kleider aus Fellen zu nähen. Oder Äxte und Schneidwerkzeuge. Das Wissen und die Kultur der einstigen Zivilisationen werden längst vergessen sein – oder allenfalls noch in weitererzählten Legenden weiterleben. Wollen diese Menschen wieder eine Zivilisation aufbauen, werden sie alles neu erfinden müssen.</p>
<p>Dass sie nichts mehr von uns wissen werden, daran sind nicht zuletzt wir selber schuld. Denn einerseits konservieren wir unser Wissen äusserst lausig: Während Bücher bei guter Lagerung ein paar hundert Jahre lesbar bleiben können, sind digitale Daten das Speichermedium nicht wert, auf dem sie aufgezeichnet sind. Eine handelsübliche CD zum Beispiel hält bestenfalls ein paar Jahrzehnte.</p>
<p>Und andererseits benötigen digitale Daten eine riesige Infrastruktur, um sie überhaupt lesen zu können. Selbst wenn in einer fernen Zukunft einem Menschen eine noch intakte, weil hochwertige DVD in die Hände fallen sollte; was sollte er damit tun? Je nach Stand seiner Kultur wäre die Annahme gerade zu absurd, er würde sich einen Computer basteln und gleich noch den Strom dafür herstellen.</p>
<p>Immerhin, es gibt Menschen, die sich des Problems der kurzen Haltbarkeit von Information angenommen haben: Die Mitarbeiter der Long Now Foundation. Zwei ihrer Projekte sind bereits in Arbeit: Eine neue Ausgabe des Rosetta-Steins und eine mechanische Uhr, die mindestens 10&#8242;000 Jahre laufen soll.</p>
<p><strong>Robust muss sie sein</strong>, diese Uhr, und zukünftige Entdecker sollen ihre Prinzipien begreifen, sie nachbauen oder reparieren können. Ein gewisses technisch-kulturelles Niveau ist dazu allerdings Bedingung, es sollte ungefähr demjenigen der Bronzezeit entsprechen, die in Europa etwa um 2200 vor Christus  begann. Erste Prototypen dieser Uhr wurden bereits gebaut. Einer davon ist Orrery, ein Modell, dass auch die Position der sechs von Auge sichtbaren Planeten anzeigt.</p>
<p>Das Rosetta-Projekt ist benannt nach dem Rosetta-Stein, einer Granitplatte aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus. Auf ihr ist Text in drei Schriften – Altgriechisch, Demotisch und Hieroglyphen – eingemeisselt. Dieses Nebeneinander war bei der Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen sehr hilfreich.</p>
<p>Der neue Rosetta-Stein ist eine Scheibe von etwa acht Zentimetern Durchmesser. Sie soll dem zukünftigen Forscher ein Bild der heutigen Sprachenvielfalt vermitteln. Gefertigt ist sie aus einer widerstandsfähigen Nickellegierung und auf die Oberflächen der beiden Seiten ist ein Text in über 2000 verschiedenen Sprachen geätzt. Auf der Oberseite beginnt er gut von Auge lesbar und wird spiralförmig immer kleiner. Auf der Unterseite finden sich tausende Seiten Text in mikroskopisch kleiner Schrift.</p>
<p><strong>Mehr als der sprichwörtliche Tropfen</strong> auf ihn, sind die Bemühungen um den Stein allerdings nicht. Auch mit Nickelscheiben für alle Gebiete der Wissenschaft gelänge es höchstens, einen Bruchteil unserer Errungenschaften und Erkenntnisse zu sichern, aber immerhin.  Doch weitere derartige Scheiben gibt es (leider) noch nicht, geschweige denn grössere Projekte.</p>
<p>Doch selbst wenn man solche Scheiben überall auf dem Planeten verteilt und hofft, dass diese beständigen Mini-Archive dereinst tatsächlich gefunden werden,  stellt sich die Frage, ob sie je auch entziffert werden können. Dass es sich bei den eingravierten Zeichen um Schrift handelt, ist für den Menschen aus einer andern Welt – und das wird die Zukunft vielleicht sein – keinesfalls offensichtlich.</p>
<p><strong>Wie müssen wir heute Symbole gestalten</strong>, welche die Menschen auch in ferner Zukunft verstehen? Auch für die nuklearen Endlager ist dies eine Herausforderung. Wegen der Gefahr radioaktiver Strahlung sollen hier Symbole die Aussage: „Haltet Euch hiervon fern!“ vermitteln. Die Planer denken über Symbole nach, die schmerzverzerrte Gesichter zeigen oder flüchtende Menschen. Doch wer den Verdacht hegt, dass dies erst recht die Neugier wecken könnte, liegt wohl nicht völlig falsch.</p>
<p>Von Vorteil wäre die Neugier wohl für mögliche Objekte mit dem gespeicherten Wissen unserer Zivilisation. Doch wie sollten diese Objekte aussehen? Raffinierte Bauwerke wie die Pyramiden oder speziell markierte Höhleneingänge?</p>
<p>Klar scheint, dass nicht das ganze Wissen auf einmal zugänglich gemacht werden kann. Menschen auf einem tiefen kulturell-technischen Niveau können nichts mit Quantenphysik anfangen. Die Langzeitarchive sollen – auf raffinierte Weise – ihr Geheimnis und damit das Wissen unserer Epoche Schritt für Schritt preisgeben. Den Zugang erhält nur, wer auch mit den Erkenntnissen umgehen kann.</p>
<p>Vielleicht werden die Menschen der Zukunft diese Botschaften aus der Vergangenheit als göttlich oder ausserirdisch taxieren. Vielleicht werden sie sie eines Tages in ihre Museen stellen, so wie wir es in unseren Tagen mit geheimnisvollen Gegenständen wie der Himmelscheibe von Nebra tun.</p>
<p><strong>Eines ist gewiss:</strong> Dieser Text wird keine 10&#8242;000 Jahre überdauern. Wenn ihn jemand in eine Steinplatte meisseln wollte, wäre das natürlich anders. Interessierte melden sich bitte!</p>
<p><strong>Links:</strong><br />
 Die Organisation, die sich um die 10&#8242;000-Jahre-Uhr und die Rosetta-Scheiben kümmert:<br />
 <a href="http://www.longnow.org" target="_blank">http://www.longnow.org</a></p>
<p>Wie sollen Symbole aussehen, die jeder versteht, sogar Ausserirdische?<br />
 <a href="http://voyager.jpl.nasa.gov/spacecraft/goldenrec.html" target="_blank">http://voyager.jpl.nasa.gov/spacecraft/goldenrec.html</a></p>
<p>Artikel über langlebige Datenspeicher<br />
 <a href="http://swissengineering-stz.ch/pdf/stz0520093327.pdf" target="_blank">http://swissengineering-stz.ch/pdf/stz0520093327.pdf</a></p>
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		<title>Sind wir noch zu retten?</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/12/24/klimawandel/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 22:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[In die Zukunft zu schauen, ist heikel.  Das wissen all jene, die sich mit einer Fehlprognose schon einmal der Lächerlichkeit preisgegeben haben. Die Zukunft ist unberechenbar, weil derart viele und unvorhersehbare Faktoren in den Lauf der Dinge hineinspielen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Sind wir noch zu retten?</h1>
<p><strong>In die Zukunft zu schauen, ist heikel. </strong> Das wissen all jene, die sich mit einer Fehlprognose schon einmal der Lächerlichkeit preisgegeben haben. Die Zukunft ist unberechenbar, weil derart viele und unvorhersehbare Faktoren in den Lauf der Dinge hineinspielen.</p>
<p>Darum kann auch niemand genau sagen, wie sich das Klima der Erde in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten entwickeln wird. Eins aber ist klar: Die Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre ist in den letzten Jahrzehnten markant gestiegen. Und dass dies das Klima verändert und die Atmosphäre aufwärmt, ist ebenfalls unbestritten.</p>
<p>Was aber die Folgen in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren sein werden, kann niemand exakt voraussagen. Das Problem ist jedoch: Es steht nichts weniger als die Zukunft der Menschheit auf dem Spiel. Das Leben von Milliarden und unsere Zivilisation. Bei diesem Einsatz sollten wir nicht mit zu viel Risiko spielen.</p>
<p>Immerhin: Das Problem und seine Ursachen haben (nach zwanzig vergeudeten Jahren) endlich die meisten Poltiker erkannt. Nur schleppend geht es jedoch voran, wenn es um konkretes Handeln geht. Auch an der Kopenhagener UNO-Weltklima-Konferenz dachte jeder Staatsvertreter zuerst an die Interessen des eigenen Landes.</p>
<p><strong>Das erinnert stark an die sogenannte „Tragik der Allmende“</strong>: Das gemeinsame Gut – in diesem Fall die Ressourcen des Planeten – wird sorglos genutzt. Dass dieses Gut endlich ist, sieht man erst, wenn es übernutzt wird. Doch ist auch diese Erkenntnis noch kein Grund die Ressourcen zu schonen, denn die Kosten für die Übernutzung trägt die Allgemeinheit. Und für den einzelnen Ausbeuter sind sie geringer als der Ertrag.</p>
<p>Der kanadische Wirtschaftswissenschaftler H. Scott Gordon schrieb 1954 dazu in einem Bericht über Fischerei: „Niemand misst einem Besitz, der allen zur freien Verfügung steht, einen Wert bei, weil jeder, der so tollkühn ist zu warten, bis er an die Reihe kommt, schliesslich feststellt, dass ein anderer seinen Teil bereits weggenommen hat.“</p>
<p><strong>Auch das sogenannte Gefangenendilemma</strong> der Spieltheorie, bei welcher das hypothetische Verhalten zweier Gefangener beobachtet wird, bietet eine ähnliche Erklärung, warum Länderverteter und Bürger zur zögerlich handeln. Jedes Land profitiert auch vom Umweltschutz der andern Staaten. Da die Regierung von A denkt, Umweltschutz bringe vor allem Kosten, will sie selber möglichst wenig investieren. Während die Nachbarn Mittel lockermachen, wäre ihr eigener Nutzen dann um so grösser.<br />
 Doch da auch die Regierungen von B und C so denken, besteht für sie ebenfalls kein Anreiz, Geld für den Umweltschutz auszugeben, im Gegenteil.</p>
<p>Dass es sich beim Klimawandel um ein äusserst komplexes Problem handelt, macht die Sache umso schwieriger. „Der Mensch hat grosse Schwierigkeiten, Wirkungen, die in Zeit oder Raum weit von der Ursache entfernt sind, zu begreifen, zu bedenken und zu beherrschen“, schreiben Ulrich und Johannes Frey in ihrem Buch „Fallstricke“. Der Nicht-Meteorologe sieht nicht sofort ein, wieso das Verbrennen fossiler Brennstoffe seit der Industrialisierung das Klima der Zukunft dramatisch verändert.<br />
 <strong><br />
 Diese Gefahr ist schwierig zu erkennen</strong> weil sie nicht unmittelbar ist. Und weil die Menschen die bisherigen langsamen Veränderungen des Klimas kaum fassen können und sich mittlerweile zum Beispiel an immer kleinere Gletscher oder milde Winter gewöhnt haben. Das Problem erscheint gar nicht mehr so drastisch.</p>
<p>Immerhin aber versuchen Wissenschaftler und sogar Politiker seit einigen Jahren, die komplexen Zusammenhänge unter die Leute zu bringen. Und die Medien haben in den letzten Wochen recht intensiv über die Konferenz in Kopenhagen berichtet. Doch kommt es auch an? Sickert das Wissen ins Bewusstsein und bewirkt es schliesslich eine Änderung des Verhaltens?</p>
<p><strong>Erschwerend ist sicherlich die Tatsache</strong>, dass man eigenes Fehlverhalten zugeben müsste. Dies bereitet vielen Menschen grosse Mühe.Zudem fällt Verzicht schwer. Und der einen oder anderen lieb gewonnenen Gewohnheit müssten wir wohl entsagen. Zum Beispiel weiss jeder, dass Flugreisen dem Klima schaden. Doch warum soll ausgerechnet ich verzichten oder sparen?</p>
<p>Ein weiterer Grund, sich nicht mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen: Die möglichen Folgen sind viel zu katastrophal. Die Folge: Viele Menschen verniedlichen oder verdrängen das Problem. Oder glauben sogar an unrealistische technische Lösungen und Wunder. Viele reden sich auch ein, sie würden bereits etwas Substantielles für die Umwelt tun. Zum Beispiel, wenn sie ein einmal im Leben das Licht nicht so lange brennen lassen.</p>
<p><strong>War der Klimagipfel in Kopenhagen die letzte Chance?</strong> Und haben wir sie vertan? Wenn ja, werden wir dies erst erkennen, wenn es zu spät ist. Aber wenn wir trotz der Ergebnisse aus Kopenhagen zu handeln beginnen, können wir das schlimmste vielleicht gerade noch abwenden.</p>
<p><span style="color: #808080;">Link: Klimawandel wegen Gefangenendilemmas (Video)<br />
 </span></p>
<p><a href="http://www.e-politik.de/blog/08022008/Das-Gefangenendilemma-Klimawandel.html" target="_blank">http://www.e-politik.de/blog/08022008/Das-Gefangenendilemma-Klimawandel.html</a></p>
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