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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Reloaded</title>
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		<title>Je frischer die Erinnerung, desto fragiler ihre Gedächtnisspur</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2010 06:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reloaded]]></category>
		<category><![CDATA[Gehirn]]></category>
		<category><![CDATA[Vergessen]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/10/30/erinnern-und-vergessen/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/10/Neuron-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Die Kapazitäten des Gehirns sind beschränkt. Nicht alles, was wir täglich sehen, hören oder lesen, bleibt in Erinnerung. Die ersten Minuten bis Stunden sind für neue Informationen entscheidend. Dann werden die Erinnerungen daran gefestigt – oder sie werden vergessen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Im November beschäftigt sich das Ressort Wissen mit dem Vergessen. Zur Einstimmung hier ein Artikel aus dem Jahr 2008.</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<h1 style="margin-bottom: 0cm;">Kaum gewusst und schon vergessen</h1>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<h2 style="margin-bottom: 0cm;">Je frischer die Erinnerung, desto fragiler ihre Gedächtnisspur</h2>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><img class="aligncenter size-full wp-image-6586" title="Mikroskopische Aufnahme der Grosshirnrinde einer Maus. Ein zentral gelegenes Pyramiden-Neuron mit grossem Dendriten-Baum exprimiert grün fluoreszierendes Protein. Quelle: Wikipedia" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/10/Neuron.jpg" alt="Mikroskopische Aufnahme der Grosshirnrinde einer Maus. Ein zentral gelegenes Pyramiden-Neuron mit grossem Dendriten-Baum exprimiert grün fluoreszierendes Protein. Quelle: Wikipedia" width="258" height="249" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong><em>Die Kapazitäten des Gehirns sind beschränkt. Nicht alles, was wir täglich sehen, hören oder lesen, bleibt in Erinnerung. Die ersten Minuten bis Stunden sind für neue Informationen entscheidend. Dann werden die Erinnerungen daran gefestigt – oder sie werden vergessen.</em></strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Von Martin Geiser.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wie lautete das Wort des Jahres 2008 in der Deutschschweiz? Auch wenn Sie diese Frage nicht sofort beantworten können, funktioniert Ihr Gehirn sehr wahrscheinlich normal. Denn bei der Flut an Information, die es in jeder Stunde und Minute zu verarbeiten hat, kann sich unser Gedächtnis nicht alles merken – zumindest nicht auf einmal. Folglich vergisst es Irrelevantes, noch bevor es gespeichert wurde. Dies zeigen auch die zahl- und variantenreichen Experimente mit Erinnerungen.</p>
<p><strong>Je mehr man weiss, desto mehr vergisst man</strong><br />
 Seit den ersten wissenschaftlichen Aufzeichnungen des deutschen Psychologen Hermann Ebbinghaus aus dem Jahr 1885 sind tausende Studien durchgeführt worden. Dabei müssen sich die Probanden meist Wörter oder Zahlen merken und werden danach zu verschiedenen Zeitpunkten darüber abgefragt. Die wenig überraschenden Ergebnisse: gleich nach dem Lernen sind die Resultate noch recht ansprechend, doch je später die Versuchsteilnehmer getestet werden, desto schlechter schneiden sie ab.</p>
<p>Werden die Ergebnisse grafisch dargestellt,  entstehen „Vergessenskurven“, die am Anfang recht steil abfallen. Beispielsweise weiss der Proband unmittelbar nach dem Lernen 16 Wörter, nach drei Minuten noch deren 8. Nach weiteren drei Minuten wird der Kandidat nochmals befragt. Typischerweise weiss er nach dieser Zeit etwas mehr als die Hälfte des vorhergehenden Resultats; in unserem Falle also vielleicht 5 Wörter.</p>
<p>Wissenschaftler sind seit Jahren auf der Suche nach einer einheitlichen Formel für Vergessenskurven. In einer kürzlich veröffentlichten Arbeit schlagen die Psychologen Mark Lansdale von der Leicester University und Thom Baguley von der Nottingham Trent University ein neues mathematisches Modell vor. Ihre Idee: Je länger eine Information im Gedächtnis vorliegt, desto schwieriger wird es, diese aus der sich im Laufe der Zeit ansammelnden Fülle weiterer Informationen herauszufiltern, desto kleiner also die Wahrscheinlichkeit, sich daran zu erinnern.</p>
<p><strong>Fragile Gedächtnisspur</strong><br />
 Mathematisch funktioniert das Modell von Lansdale und Baguley, und die Formel passt auch zu den Vergessenskurven vieler Experimente. Ob sie auch die Funktionsweise des Gedächtnisses abbildet, ist jedoch noch offen. Denn was exakt im Gehirn passiert, wenn sich eine Information ins Gedächtnis einprägt, wissen  Forscher nicht bis ins Detail. Wie es scheint, werden gewisse Nervenzellen beziehungsweise Verbände mehrerer miteinander verschalteter Neurone besonders aktiv. Sie schütten vermehrt Botenstoffe aus, welche die Signale zwischen ihnen übertragen.</p>
<p>Solche Gedächtnisspuren verblassen jedoch nach einigen Minuten bis Stunden. Damit eine Information dauerhaft gespeichert wird, muss das Gehirn sie „umschreiben“. Dies geschieht über mehrere Stufen in verschiedenen Gehirnregionen. Schliesslich werden Nervenzellen sich neu verbinden, indem sie neue Fortsätze ausbilden, um mit anderen Neuronen in Kontakt zu kommen, Oder sie lassen solche Kontaktstellen verkümmern. Das Geflecht aus Nervenzellen verändert sich dadurch ständig.</p>
<p>Im Falle des deklarativen Gedächtnisses, das für Erinnerungen an Fakten und Ereignisse zuständig ist, spielt eine Gehirnregion mit dem Namen „Hippocampus“ eine wichtige Rolle. Hier werden neue Informationen verarbeitet und zur weiteren Speicherung in andere Gehirnregionen geleitet; zumindest zum Teil, denn Vieles geht auch verloren.</p>
<p>Wie viele Informationen schliesslich behalten werden, liegt unter anderem daran, wie effizient der Hippocampus Informationen ins Langzeitgedächtnis „schreibt“. Die zahlreichen Experimente der letzten Jahrzehnte zeigten, dass gelernte Fakten umso schlechter gespeichert werden, je intensiver sich der Versuchsteilnehmer nach dem Lernen mental beschäftigt.</p>
<p>In neuerer Zeit wurde daraus der Schluss gezogen, dass die Hippocampus-Region, in der die Informationen kurzzeitig gespeichert werden, bei zu viel geistiger Arbeit „überlastet“ war. Die zuvor gelernten Inhalte konnten somit schlechter ins Langzeitgedächtnis übertragen werden. Eine Entlastung des Hippocampus mit wenig anspruchsvoller Tätigkeit brachte dagegen bessere Resultate.</p>
<p><strong>Alkohol und Schlaf gegen das Vergessen</strong><br />
 Eine solche Entlastung wird interessanterweise auch durch Substanzen wie Alkohol oder gewisse Schlafmittel erreicht. Testpersonen, die gleich nach dem Lernen einer ersten Wortliste Alkohol zu sich nahmen, und danach eine zweite Liste lernten, konnten sich besser an die erste Liste erinnern als Personen, die keinen Alkohol getrunken hatten.</p>
<p>Die Wirkung des Alkohols liefert eine mögliche Erklärung. Unter dessen Einfluss werden weniger neue Lerninhalte – im Experiment die zweite Wortliste &#8211; zu Gedächtnisspuren umgewandelt. Der nun „ungestörte“ Hippocampus kann seine Kapazität ganz für die Konsolidierung der alten Informationen – also die erste Wortliste – nutzen. Der Nachteil: Neue Informationen werden extrem schlecht gespeichert und gehen meist innert kürzester Zeit vergessen. Die Versuchsteilnehmer konnten sich denn auch kaum an die zweite Liste erinnern.</p>
<p>Die so genannten Non-REM-Schlafphasen haben den gleichen Effekt. Sie bewirken, dass im Hippocampus praktisch keine neuen Informationen bearbeitet werden. Dafür wird zuvor Gelerntes besser konsolidiert. Dies ist wohl mit ein Grund, warum wir so wenig darüber wissen, was unser Gehirn in der Nacht so treibt: Am Morgen haben wir es schon vergessen. Dies hat durchaus auch sein Gutes, denn umso besser können wir uns an den Abend zuvor erinnern.</p>
<p>Übrigens: Erinnern Sie sich an die Frage des ersten Satzes? Das Wort des Jahres 2008 heisst &#8220;Rettungspaket&#8221;!</p>
<p><strong>Literatur zum Thema:</strong><br />
 Lansdale M, Baguley T. 2008. Dilution as a Model of Long-Term Forgetting, Psychological Review. 115 (4), 864–892.</p>
<p>Wixted JT. 2004. The Physiology and Neuroscience of Forgetting, Annu. Rev. Psychol. 55, 235-69.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		</item>
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		<title>Vom (Über-)Leben im Abgrund</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/02/02/tiefsee/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 21:56:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Steffen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reloaded]]></category>
		<category><![CDATA[biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[forschung]]></category>
		<category><![CDATA[meer]]></category>
		<category><![CDATA[tiefsee]]></category>
		<category><![CDATA[umwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/02/02/tiefsee/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/tiefsee-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Die Erforschung der Tiefsee gleicht einem nächtlichen Erkundungsgang im Wald mit einer Taschenlampe. Nur Weniges wird vom suchenden Lichtstrahl erfasst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #808080;"> 2010 ist das Uno-Jahr der Biodiversität Aus diesem Anlass publizieren wir einen Artikel aus dem Archiv, der das Leben in der Tiefsee zum Thema hat.</span></p>
<p><span style="color: #808080;"><br />
 </span></p>
<h1>Unbekannte Tiefsee</h1>
<h2>Vom (Über-) Leben im Abgrund</h2>
<p><br class="spacer_" /></p>
<div id="attachment_2082" class="wp-caption aligncenter" style="width: 315px"><img class="size-full wp-image-2082" title="tiefsee" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/tiefsee.jpg" alt="In leuchtenden Farben schweben Quallen durch die Tiefsee Foto: Doe100 - pixelio.de" width="305" height="278" /><p class="wp-caption-text">In leuchtenden Farben schweben Quallen durch die Tiefsee Foto: Doe100 - pixelio.de</p></div>
<p><strong>Die Erforschung der Tiefsee gleicht einem nächtlichen Erkundungsgang im Wald mit einer Taschenlampe. Nur Weniges wird vom suchenden Lichtstrahl erfasst.</strong></p>
<p>Von Markus Steffen.</p>
<p>Als die Kugel tiefer und tiefer sank und das Blau des Wassers immer intensiver wurde, blickten sich William Beebe und Otis Barton vermutlich nicht ganz ohne Unbehagen in die Augen. Denn sie waren auf dem Weg in die ewige Finsternis der Tiefsee, in die sie als erste Menschen vorstiessen &#8211; in einer Stahlglocke, die über ein Seil mit einem Schiff verbunden war. Dieser Tauchgang ereignete sich 1930. Vorher hatte man über die Abgründe der Weltmeere während Jahrhunderten nur spekulieren können, denn die Technik steckte noch in den Kinderschuhen und ein direkter Einblick war nicht möglich.</p>
<p>Immer schon weckte jedoch die Tiefsee Phantasien aller Art und war dementsprechend auch oft Gegenstand von Mythologie, Literatur und Kunst. Unzählige Legenden berichten von riesigen Ungeheuern und verführerischen Nymphen, denen die Seeleute zum Opfer fielen. Der renommierte britische Naturforscher Edward Forbes hingegen hatte die Tiefsee Mitte des 19. Jahrhunderts für unbelebt erklärt. Seit dem historischen Tauchgang von Beebe und Barton hat die Tiefseeforschung viel über den unwirtlichen Lebensraum ans Tageslicht gebracht. Ungeheuer und Nymphen wurden zwar nicht entdeckt, doch weit unterhalb der Wasseroberfläche tummeln sich zahlreiche aussergewöhnliche Lebewesen. Im Folgenden nun ein kleiner Einblick in die faszinierende Welt der Tiefsee.</p>
<p><strong>Ewige Dunkelheit, eisige Kälte</strong><br />
 Für die Wissenschaftler beginnt die Tiefseezone ab einer Tiefe von 200 Metern, weil dort die Wind- und Wärmeverhältnisse der Oberfläche die Wassermassen nicht mehr beeinflussen. Eisige Kälte, ewige Finsternis und massiver Druck sind die unerbittlichen Torhüter dieses Reichs.</p>
<p>Trotz ihrer Unwirtlichkeit sind diese Klüfte bis in die letzten Winkel bewohnt. Im Ocean Biographic Information System, einer frei zugänglichen Datenbank im Internet, sind heute 82’000 Tiefsee-Spezies dokumentiert. Schätzungen zufolge könnte sich die Gesamtzahl der in marinen Lebensräumen beheimateten Arten auf bis zu 10 Millionen belaufen. Damit wäre die Tiefsee, die rund 70 Prozent der Lebensräume der Welt ausmacht, auch der artenreichste bekannte Lebensraum überhaupt.</p>
<p>Wer hier aber hausen will, muss gerüstet sein. Die Tiefseefische, die Beebe und Barton sowie ihren Nachfolgern in den Lichtkegel schwammen, waren keine Bachforellen. „Wie in einer schimmernden Rüstung“ sollen sie „erstrahlt“ sein, notierte Beebe begeistert in sein Forschungstagebuch. Manchen der Kreaturen, die dort unten lauern, möchte man allerdings nicht unvorbereitet begegnen. Ihre bizarren Formen scheinen die extremen Lebensbedingungen auf entsprechende Weise auszudrücken. Tiere, die wie der Hochseegucker oder der Beilfisch in der Dämmerzone leben, bestehen fast nur aus riesenhaften Augen, mit denen sie die letzten Lichtreste einfangen. Ein besonders unliebsamer Genosse ist der Tiefseeangler. Er imponiert mit seinem furchteinflössenden, von messerscharfen Zähnen gesäumten Maul, auf dem ein rutenartiger Fortsatz steckt. Dieser ist mit einem Leuchtorgan versehen, mit dem der Räuber der Finsternis die Beute direkt vor seinen Schlund lotst.</p>
<p><strong>Leuchtorgane zur Partnersuche und Abwehr</strong><br />
 Die Fähigkeit, körpereigenes Licht zu erzeugen, ist allerdings nicht dem Tiefseeangler vorbehalten. Dieses in der Fachsprache als Biolumineszenz bezeichnete Phänomen ist eine weit verbreitete Eigenschaft vieler Tiefseebewohner. Es wird durch das Enzym Luciferin oder in Symbiose mit Leuchtbakterien möglich. Neben dem Ködern von Beute spielt die Biolumineszenz auch bei der Partnersuche eine wichtige Rolle. Mit Leuchtwolken und glimmenden Signalen locken paarungsbereite Exemplare ihre Geschlechtspartner an. Forscher vermuten, dass die Leuchtkraft und Frequenz der Signale den entscheidenden Wettbewerbsvorteil ausmachen.</p>
<p>Manche Tiefseefische besitzen auch ein Nachtsichtgerät. Sie produzieren rotes Licht, für das die meisten Tiefseelebewesen blind sind, um damit die Gegend in aller Ruhe unbemerkt nach Beute auszuleuchten. So pirschen sie sich bis in nächste Nähe an ihr Opfer heran. Weniger für Angriffe ausgestattet, wissen einige Tintenfische und Garnelen ihr Leuchtorgan zur Verteidigung zu nutzen. Naht ein Feind, wird er durch plötzliches Aufglühen für einen Moment geblendet, während sich der Angegriffene sekundenschnell in die Finsternis rettet.</p>
<p>Seit Beebes und Bartons beherztem Tauchgang haben zahlreiche Forscher weitere Expeditionen ins Tiefseereich unternommen. Heute wird mit ferngesteuerten Robotern getaucht, die oft Jahre lang über die Meeresgründe ziehen und einzigartiges Videomaterial mit nach oben bringen. Die Tiefsee ist aber dennoch vergleichsweise wenig erforscht. Bill Bryson vergleicht in seinem Buch „Eine kurze Geschichte von fast allem“ den Stand der Tiefseeforschung eindrücklich: „Das wäre so, als würden wir unsere Erfahrungen mit der Erdoberfläche auf die Arbeit von fünf Leuten stützen, die nach Einbruch der Dunkelheit mit Traktoren auf Erkundungsfahrt gehen.“ Tatsächlich lässt sich die Reise ins All heute offenbar technisch leichter bewerkstelligen als ein Tauchgang in 1000 Metern Tiefe. Oder einfach besser vermarkten.</p>
<p><strong>Literatur</strong><br />
 B. Bryson (2005): Eine kurze Geschichte von fast allem. Goldmann-Verlag, München.</p>
<p>R. D. Ballard (1998): Tiefsee. Die grossen Expeditionen in die Welt der ewigen Finsternis. Ullstein, München.</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 Das Ocean Biographic Information System findet sich hier:  <a href="http://www.iobis.org" target="_blank">http://www.iobis.org</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Treibhausgas Methan</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/12/10/methan/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 21:37:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reloaded]]></category>
		<category><![CDATA[Bakterien]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/12/10/methan/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/12/Methan-150x150.png class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Vor drei Milliarden Jahren tauchten auf der Erde Bakterien auf, die das Treibhausgas Methan produzierten und so für höhere Temperaturen sorgten – heute gedeihen ähnliche Bakterien in Rindermägen, Reisfeldern und auf Abfallhalden. Und wie damals steigt die Temperatur auf der Erde an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #808080;">Derzeit findet in Kopenhagen der „Klimagipfel“ statt. Aus diesem Anlass publizieren wir einen Artikel aus dem Archiv (März 2009), der das Treibhausgas Methan zum Thema hat.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<h1><strong>Satellit beobachtet Bakterien</strong></h1>
<h2 style="margin-bottom: 0cm;">Methan gehört mit Kohlendioxid und Lachgas zu den wichtigsten Treibhausgasen</h2>
<div id="attachment_1497" class="wp-caption aligncenter" style="width: 160px"><img class="size-full wp-image-1497 " title="Methan" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/12/Methan.png" alt="Quelle: Englischsprachige Wikipedia" width="150" height="150" /><p class="wp-caption-text">Modell eines Methan-Moleküls (CH4)</p></div>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Vor drei Milliarden Jahren tauchten auf der Erde Bakterien auf, die das Treibhausgas Methan produzierten und so für höhere Temperaturen sorgten – heute  gedeihen ähnliche Bakterien in Rindermägen, Reisfeldern und auf Abfallhalden. Und wie damals steigt die Temperatur auf der Erde an.</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Von Martin Geiser.<strong><br />
 </strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ibuki sieht alles. Der japanische Satellit, der Ende Januar ins All geschossen wurde und nun die Erde umkreist, misst die Konzentrationen von wichtigen Treibhausgasen an 56&#8242;000 Stellen in der Atmosphäre. In den nächsten Monaten wird Ibuki (japanisch für „Atem“), der auch  Greenhouse Gases Observing Satellite (GOSAT) genannt wird, seine Tätigkeit voll aufnehmen. Die Daten, die er zur Erde schicken wird, geben Aufschluss darüber, wo Treibhausgase entstehen, wohin sie wandern und wo sie absorbiert werden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Bakterien verändern das Klima</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Eines der Gase, die Ibuki registriert, ist Methan. Ein Gas, dessen Geschichte mit derjenigen unseres Planeten eng verknüpft ist. Vor über drei Milliarden Jahren produzierten urtümliche Bakterien bereits Methan. Dieses, so die These des Astrobiologen Alexander Pavlov, sammelte sich in der Atmosphäre und sorgte für einen Treibhauseffekt: Wärme wird vom Methan in der Atmosphäre zurückgehalten und strahlt nicht ins Weltall ab, die Temperaturen auf der Erde steigen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Als andere Bakterien begannen, Photosynthese zu betreiben und damit Sauerstoff freizusetzen, wurde es für die methanproduzierenden Organismen ungemütlich. Denn sie mögen Sauerstoff überhaupt nicht. Und weil die Photosynthese so erfolgreich war, gingen viele der Methanbildner ein. Auch die Methankonzentration in der Atmosphäre ging zurück und damit der Treibhauseffekt. Die Folge: Vor 2,3 Milliarden Jahren kühlte die Erde drastisch ab und  wurde zu einen Schneeball im All.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Diese Episode der Erdgeschichte zeigt, wie stark das Klima vom Treibhauseffekt abhängt. Und damit von den Treibhausgasen – neben Methan gehören dazu vor allem das berüchtigte Kohlendioxid (CO2) sowie Lachgas (N2O). Die Mengen in der Atmosphäre sind in den letzten Jahrhunderten, und besonders in den letzten Jahrzehnten ,stark gestiegen, insbesondere durch die Verbrennung fossiler Energieträger. Das Klima reagiert: Die Wissenschaftler des Intergovernmental Panel on Climate Change (Zwischenstaatlicher Ausschuss zum Klimawandel) rechnen in diesem Jahrhundert mit einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um rund 0,2 Grad alle zehn Jahre.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Die Täter sind bekannt</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das klingt nicht nach sehr viel, hat aber dramatische Folgen: Extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen oder Stürme werden häufiger. Der Meeresspiegel steigt, Gletscher schmelzen, Tierarten sterben noch schneller aus. Um die allerschlimmsten Folgen des Klimawandels zu vermeiden, muss die Menschheit handeln und den Ausstoss von Treibhausgasen verringern. Die Emissionen von Methan zu senken, lohnt sich besonders &#8211; ist ein Molekül davon doch rund 23 mal  „klimawirksamer“ als ein Molekül CO2.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Verantwortlich für mehr als die Hälfte des weltweiten Methan-Ausstosses ist die Landwirtschaft. Besonders ins Gewicht fällt die Viehhaltung. „Schuld“ sind wiederum Bakterien, die Nachfahren jener Spezies, die vor Milliarden von Jahren schon einmal das Klima veränderte. Solche Mikroorganismen leben auch in den Mägen von Wiederkäuern, also Rindern, Schafen oder Ziegen. Bei jedem Rülpsen dieser Tiere gelangt das Methangas in die Atmosphäre.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Bei weltweit mehr als 1,3 Milliarden Rindern kommt eine beträchtliche Menge Methan zusammen. Das Problem beginnt hier jedoch erst. Die Welternährungsorganisation FAO rechnet mit einer weiteren Zunahme der weltweiten Nachfrage nach Fleisch und Milch, vor allem in den Schwellenländern Asiens &#8211; und dadurch mit einer Verdoppelung des Viehbestands bis 2050. Parallel dazu steigt auch der Bedarf an &#8211; global gehandelten &#8211; Futtermitteln. Schon heute importieren Europa oder China riesige Mengen an Soja aus Brasilien. Soja, das auch auf Flächen angebaut wird, wo früher CO2-absorbierender Regenwald stand.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Viel Vieh produziert auch viel Mist. Und je nach Art der Lagerung entsteht weiteres Methan, welches in die Atmosphäre gelangt. Werden Güllegruben zugedeckt oder gar gekühlt, gelangen weniger Treibhausgase in die Luft. Eine andere und in Industrieländern bereits umgesetzte Idee: Methan wird als Treibstoff genutzt, im Form des sogenannten Biogases.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Leichter gesagt als getan<br />
 </strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Weniger Methan würde entstehen, wenn weniger Vieh gehalten würde. Doch noch ist ein Rückgang der Nachfrage nach Fleisch und Milch nicht absehbar, am ehesten noch in den industrialisierten Ländern mit ihrem hohen Fleischkonsum. Als Argument mag dienen, dass man sich auch mit weniger Fleisch gesund ernähren kann.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ein weiteres Nahrungsmittel, welches zum Methan-Ausstoss beiträgt, ist Reis. In den Böden der bewässerten Reisfelder leben ebenfalls Bakterien, die Methan produzieren und dieses in die Atmosphäre entlassen. Wenn Reisfelder allerdings mindestens einmal pro Jahr trocken gelegt werden, gehen viele der Bakterien zugrunde und die Methan-Emissionen nehmen ab.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Auch ausserhalb der Landwirtschaft findet man bedeutende, durch den Menschen verursachte Quellen von Methan, zum Beispiel Abfallhalden. Verbrennungsanlagen gibt es fast nur in den Industrieländern. Das aus Deponien entweichende Methan könnte relativ einfach aufgefangen und zur Energiegewinnung verwendet werden.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Daneben gibt es zahlreiche kleinere Methan-Quellen. Auch natürliche, die der Mensch nicht beeinflussen kann. Doch er ist es, der seine Möglichkeiten nutzen muss, um die Emissionen zu senken – bevor der Klimawandel die Zivilisation ernsthaft bedroht. Ibuki wird helfen, die Zusammenhänge mit der Entstehung von Treibhausgasen besser zu verstehen und seinen kleinen Beitrag leisten, damit wir – hoffentlich – zu handeln beginnen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<h3 style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #808080;"><span style="background-color: #ffffff;"><strong>Methanhydrat beschleunigt den Klimawandel</strong></span></span></h3>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="color: #808080;"><span style="background-color: #ffffff;">Eine natürliche Methan-Quelle befindet sich im Meer. Dort gibt es so genanntes Methanhydrat, eine Art festes Eis-Methan-Gemisch. Wissenschaftler wie der Amerikaner Peter U. Clark befürchten , dass auf Grund der Erwärmung der Weltmeere dieses „Methaneis“ schmelzen könnte und zusätzliches Methan aus diesen Lagerstätten freigesetzt wird. Die Mengen und die Geschwindigkeit sind schwierig abzuschätzen. Clark hält es für wahrscheinlich, dass der Klimawandel sich durch das freigesetzte Methan beschleunigt.</span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Im Netz</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Bundesamt für Umwelt: <a href="http://www.bafu.admin.ch/klima" target="_blank">http://www.bafu.admin.ch/klima</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Zahlen zu den Treibhausgasemissionen in der Schweiz: <a href="http://www.climatereporting.ch" target="_blank">http://www.climatereporting.ch</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Intergovernmental Panel on Climate Change („Weltklimarat“): <a href="http://www.ipcc.ch" target="_blank">http://www.ipcc.ch</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Japanese Aerospace Exploration Agency mit Infos zu Ibuki:<a href="http://www.jaxa.jp/projects/sat/gosat/index_e.html" target="_blank"> http://www.jaxa.jp/projects/sat/gosat/index_e.html</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Literatur</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Herausforderung Klimawandel, Bafu-Zeitschrift Umwelt 3/2008</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Livestock&#8217;s long shadow (Bericht der FAO)</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Anthony J. McMichael, John W. Powles, Colin D. Butler, Ricardo Uauy; Food, livestock production, energy, climate change, and health; Lancet 2007, 370: 1253–63.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Jane M.-F. Johnson, Alan J. Franzluebbers, Sharon Lachnicht Weyers, Donald C. Reicosky Agricultural opportunities to mitigate greenhouse gas emissions; Environmental Pollution 2007, 150: 107-124.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">James F. Kasting, Shuhei Ono; Palaeoclimates: the first two billion years; Phil. Trans. R. Soc. B 2006, 361, 917–929.</p>
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		<title>Jugendsprache in aller Munde</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 19:37:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Céline Crevoisier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reloaded]]></category>
		<category><![CDATA[forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/11/09/jugendsprache/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/jugendsprache-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Die Jugendsprache ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Es gibt sie schon lange, wenn nicht schon immer. Seit einigen Jahren wird die Jugendsprache aber in der Öffentlichkeit zunehmend diskutiert und kritisiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Jugendsprache in aller Munde</h1>
<h2>Von Jugendlichen gesprochen, von Erwachsenen besprochen</h2>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img style="vertical-align: middle;" title="Studentisches Hospitium, Jena (um 1750). Bildquelle: wikipedia.de" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/jugendsprache.jpg" alt="" width="550" height="188" /><p class="wp-caption-text">Studentisches Hospitium, Jena (um 1750). Bildquelle: wikipedia.de</p></div>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Die Jugendsprache ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Es gibt sie schon lange, wenn nicht schon immer. Seit einigen Jahren wird die Jugendsprache aber in der Öffentlichkeit zunehmend diskutiert und kritisiert.</strong></p>
<p>Von Céline Crevoisier.</p>
<p>Die Sprache nimmt während der Jugend einen wichtigen Platz in der Identitätsfindung ein. Sie dient zur Abgrenzung von Jüngeren und von Älteren, aber auch von anderen Gleichaltrigen und somit zur Identifikation mit einem bestimmten sozialen Umfeld und seinen Normen. Eine Jugendsprache, die alle jungen Menschen sprechen, gibt es also gar nicht. Je nach Interessen und Umgebung variieren ihre Ausdrucksweisen.</p>
<p><strong>Im Wandel der Zeit</strong><br />
 Die Jugendsprache ist kein Phänomen des 21. Jahrhunderts. Von einer von der Standardsprache etwas abweichenden &#8220;Studentensprache&#8221; wurde schon während der Reformationsbewegung im 16. Jahrhundert berichtet. Erste Zusammenfassungen ihrer speziellen Ausdrücke wurden um 1800 von den Studenten selbst erstellt. In späteren Jahren wurde auch die Sprache nichtakademischer junger Menschen mehr beachtet, festgehalten und erforscht. Einige dieser altertümlichen Begriffe wurden im Laufe der Zeit in die Standardsprache integriert und zählen heute zu den geläufigsten überhaupt, beispielsweise &#8220;sich einschreiben&#8221; (zum Beispiel sich für einen Kurs einschreiben; dieses Wort war vor ein paar Jahrzehnten eine neuer Begriff der Studenten) oder für etwas &#8220;blechen&#8221; (bezahlen)</p>
<p>Allerdings verändert sich nicht nur eine Standardsprache, sondern auch eine Jugendsprache. Jede Jugendsprache ist irgendwann veraltet. Ihre jeweiligen Eigenheiten sind ein Abbild der zeitgemässen Gesellschaft, ihrer Strukturen, Normen, Ereignisse sowie neuer Möglichkeiten und Erkenntnisse. Diese nehmen Einfluss auf die Menschen und ihre Sprache.</p>
<p><strong>In der heutigen Zeit</strong><br />
 Zu Beginn des 21. Jahrhunderts zählen zu diesen Einflüssen vor allem die verstärkte internationale Zusammenarbeit und Mobilität, die sich rasch weiterentwickelnde Technologie sowie die Medien, insbesondere Fernsehen und Internet, die zunehmend von Spass, Unterhaltung und von Fremdsprachen gekennzeichnet sind. Die Menschen müssen lernen, sich mit Anderssprachigen zu verständigen und dafür eine gute Auffassungsgabe besitzen. Sie müssen flexibel sein, schnell, lustig, herausragend, überzeugend.</p>
<p>Wie zeigen sich diese Aspekte in der Jugendsprache unserer westlichen Kultur? Zum Auffälligsten in der mündlichen Jugendsprache gehören die unbekannten Wörter (zum Beispiel Internationalismen wie &#8220;chillen&#8221; (sich entspannen, rumhängen) oder &#8220;cool&#8221; (sehr positive Wertung)), die bekannten Wörter in ungewohntem Kontext (etwa Neologismen durch Bedeutungserweiterungen von Begriffen wie &#8220;geil&#8221; oder &#8220;fett&#8221;) und die häufig eingesetzten kleinen Wörter zur Verstärkung einer Aussage wie &#8220;mega&#8221; oder &#8220;hammer&#8221; (sehr).</p>
<p>Wem zudem schon mal einen Einblick in den schriftlichen Sprachverkehr Jugendlicher gewährt wurde, erinnert sich ganz sicher an die vielen aneinandergereihten Buchstaben oder  Zeichen, die für einen nicht Eingeweihten keinen Sinn ergeben. Diese Buchstaben sind Abkürzungen, bestehend aus den Anfangsbuchstaben der Wörter in manchmal ziemlich langen Sätzen (Akronyme wie &#8220;HDMFGUL&#8221; (hab dich mega fest gern und lieb) oder &#8220;LOL&#8221; (laugh out loud, lots of laughs)). Und die Zeichen sind Darstellungen der Gefühle des Schreibers (Emoticons wie &#8220;:o)&#8221; (Freude, Lachen) oder &#8220;&lt;3&#8243; (liegendes Herz, &#8220;hab dich lieb&#8221;)).</p>
<p><strong>Leben und leben lassen</strong><br />
 Die Jugendsprache wird heute genau wegen dieser kennzeichnenden Neuartigkeiten kritisiert und für den Verfall der Sprache verantwortlich gemacht. Die Anstösse für die neuen Stilmittel kommen jedoch von den massgebenden gesellschaftlichen Aspekten. Wörter aus Fremdsprachen sind wichtig für die internationale Zusammenarbeit, neuerfundene Wörter ein Zeichen von Kreativität, was für Unterhaltungswert spricht, und verstärkende Wörter fördern die Überzeugungskraft.</p>
<p>Die Akronyme und Zeichensprache gibt es zudem auch in der &#8220;Erwachsenenwelt&#8221; (man denke nur an all die CEOs, die man ebensogut als Geschäftsführer oder Vorstandsvorsitzende bezeichnen könnte). Sie dienen in unserer eilenden Gesellschaft dazu, Platz und Zeit zu sparen. Sie sind ökonomischer Natur. Die Schriftsprache der Jugendlichen könnte so als eine Art Vorbereitung für den Berufsalltag angesehen werden. Und schliesslich geht es auch dort darum, dass jeder Fachmann weiss, wofür bestimmte, in seinem Tätigkeitsfeld wichtige Begriffe, Akronyme oder aneinandergereihte Zeichen stehen &#8211; genau wie bei Jugendlichen in ihren Szenen. Kommunizieren die Jugendlichen mit Menschen anderer sozialer Gruppen, können die meisten ihren Sprachstil zumindest teilweise anpassen, um gegenseitige Verständigung zu ermöglichen. Mit dem Einstieg ins Berufsleben verflüchtigen sich zudem grosse Teile ihrer jugendlichen Mundart.</p>
<p>Wer nun also die Jugendsprache kritisiert, kreidet indirekt auch die Gesellschaft mit ihren Eigenheiten an. Jene Gesellschaft, die von Erwachsenen definiert wird und in der sich die Jugendlichen zurechtfinden sollten. Kritik an der Jugendsprache bedeutet aber auch, den allgemeinen Sprachwandel zu bemängeln, der wiederum auf dem Wandel der Gesellschaft beruht. Ein Teufelskreis, der von den vorgebenden Menschen, den Erwachsenen, durchbrochen werden muss.</p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
 Von Jugendlichen erstellte Homepage mit Beispielskatalog und Fragebogen zum eigenen Wissenstest unter: <a href="http://jugendsprache.juniorwebaward.ch/" target="_blank">jugendsprache.juniorwebaward.ch</a></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><img id="myFxSearchImg" style="border: medium none; position: absolute; z-index: 2147483647; opacity: 0.6; display: none;" src="data:image/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABgAAAAYCAYAAADgdz34AAADsElEQVR4nK2VTW9VVRSGn33OPgWpYLARbKWhQlCHTogoSkjEkQwclEQcNJEwlfgD/AM6NBo1xjhx5LyJ0cYEDHGkJqhtBGKUpm3SFii3vb2956wPB/t+9raEgSs52fuus89613rftdcNH8/c9q9++oe/Vzb5P+3McyNcfm2CcPj9af9w6gwjTwzvethx3Bx3x8xwd1wNM8dMcTNUHTfFLPnX6nVmZpeIYwf3cWD/PhbrvlPkblAzVFurKS6GmmGqqComaS+qmBoTI0Ncu3mXuGvWnrJ+ZSxweDgnkHf8ndVTdbiT3M7cQp2Z31dRTecHAfqydp4ejhwazh6Zezfnu98E1WIQwB3crEuJ2Y45PBTAQUVR9X4At66AppoEVO1Q8sgAOKJJjw6Am6OquDmvHskZ3R87gW+vlHz98zpmiqphkkRVbQtsfPTOC30lJKFbFTgp83bWh7Zx/uX1B6w3hI3NkkZTqEpBRDBRzG2AQHcwcYwEkOGkTERREbLQ/8HxJwuW7zdYrzfZ2iopy4qqEspKaDYravVm33k1R91Q69FA1VBRzFIVvXbx5AgXT44A8MWP81yfu0utIR2aVK3vfCnGrcUNxp8a7gKYKiLCvY2SUvo/aNtnM3e49ucK9S3p0aDdaT0UAVsKi2tVi6IWwNL9JvdqTdihaz79/l+u/rHMxmaJVMLkS2OoKKLWacdeE3IsSxctc2D5Qcl6vUlVVgNt+fkPPcFFmTw1xruvT7SCd7nuVhDQvECzJH90h0azRKoKFRkAmP5lKTWAGRdefoZL554FQNUxB92WvYeA5UN4PtSqwB2phKqsqMpBgAunRhFR3j49zuU3jnX8k6fHEQKXzh1jbmGDuYU6s4t1rt6socUeLLZHhYO2AHSHmzt19ihTZ48O8Hzl/AmunD/BjTvrvPfNX3hWsNpwJCvwYm+ngug4UilSCSq6k8YPtxDwfA+WRawIWFbgscDiULcCEaWqBFOlrLazurupOSHLqGnEKJAY8TwBEHumqUirAjNm52vEPPRV4p01XXMPAQhUBjcWm9QZwijwokgAeYHlHYA06KR1cT6ZvoV56pDUJQEjw0KeaMgj1hPEY4vz2A4eW0/e1qA7KtQdsxTYAG0H3iG4xyK1Y+xm7XmEPOJZDiENzLi2WZHngeOjj2Pe+sMg4GRYyLAsx7ME4FnsyTD9pr0PEc8zPGRAwKXBkYOPEd96cZRvf11g9MDe7e3R4Z4Q+vyEnn3P4t0XzK/W+ODN5/kPfRLewAJVEQ0AAAAASUVORK5CYII%3D" alt="" width="24" height="24" /></p>
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