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		<title>“Grimm – eine Hausmärchenexpedition“ nach Verena Rossbacher &#124; Luzerner Theater</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 11:22:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jolanda Heller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/05/15/%e2%80%9cgrimm-%e2%80%93-eine-hausmarchenexpedition%e2%80%9c-nach-verena-rossbacher-luzerner-theater/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/Grimm_1135-500-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Luzern, 10. Mai 2012 – Nun wissen wir es ganz bestimmt: Das Märchen war einmal. Nachdem es die grossen Erzählungen nicht mehr gibt, wird das Märchen demontiert. Das Luzerner Theater, das Stück Labor Basel und die Zürcher Hochschule der Künste versuchen das mit aller Kraft mit Szenen aus einem Theaterstück von Verena Rossbacher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-size: 16pt; font-weight: bold;">Märchen ade</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">“Grimm – eine Hausmärchenexpedition“ nach Verena Rossbacher | Luzerner Theater</span></strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11045" title="GRIMM" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/Grimm_1135-500.jpg" alt="GRIMM" width="500" height="768" /></p>
<p><strong>Nun wissen wir es ganz bestimmt: Das Märchen war einmal. Nachdem es die grossen Erzählungen nicht mehr gibt, wird das Märchen demontiert. Das Luzerner Theater, das Stück Labor Basel und die Zürcher Hochschule der Künste versuchen das mit aller Kraft mit Szenen aus einem Theaterstück von Verena Rossbacher.</strong></p>
<p>Hans im (Un-)Glück, die inzestuösen Hänsel und Gretel, das durch Hänsel vergewaltigte Schneewittchen und die sieben falschen Zwerge, Aschenbrödel, Rotkäppchen, Rapunzel. Gewaltig geht es zu und her. Gretel (Marie Gesien) kriegt ein Kind von Hänsel (Hajo Tuschy) und dabei sollte Gretel doch keines kriegen. In ihrem Monolog klagt sie: “Theater wollen wir doch schön finden“. Hier werde so viel interpretiert und im Internet hätte sie gelesen, wie schlimm Theater sei. Die Inszenierung hier bestätigt dies auch. Theater wie in Wuppertal – wo sie herkomme – würden deshalb geschlossen. Dabei sollte Theater aus 30 Prozent Action, 17 Prozent Comedy, 13 Prozent Gut und Böse, 12 Prozent Love, Sex, Romance, 12 Prozent Special Effects, 10 Prozent Handlung und 8 Prozent Musik bestehen. Von alledem sei hier nichts zu finden. Nur Brutalität, Gewalt, keine Handlung und etwas Musik seien vorhanden. Gretel rettet sich vom Schrecken des Bühnengeschehens in ihren Lieblingsfilm: in Toy Story. Wir möchten auch.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11046" title="GRIMM" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/Grimm_1433-500.jpg" alt="GRIMM" width="500" height="346" /></p>
<p><strong>Romantik ade<br />
 </strong>Es geht rasant vorwärts, die Szenen aus immer neuem Märchenstoff setzen sich bruchstückhaft zusammen. Neben Märchenstoff werden auch scheinbare (und unwichtige) Fakten vermittelt: 90 Prozent der Pornodarstellerinnen seien blond (wie Aschenbrödel hier im Stück), die Schönen seien erfolgreicher oder man verkauft uns die Krise als Kreativitätskatalysator mit dem Leitsatz “ohne Krise keine Kunst“. Wir hören den Erlebnisbericht eines betrogenen Liebhabers, der seine Geliebte mit dem besten Freund im Bett erwischt hat und sich nun keinen Sex mehr ohne diese Szene im Kopf vorstellen kann. Mit dem Zerpflücken der Symbolhaftigkeit eines Kusses wird dann noch das letzte Stück Märchenromantik zerstört. Es sind Geschichten, wie sie nicht im Märchen vorkommen sondern in einer Soap. Nimmt man die Statistik von oben zur Hand, wären jetzt allerdings schon 25 Prozent der Anforderungen an “gutes Theater“ erfüllt: 13 Prozent “Gut und Böse“ und 12 Prozent “Love, Sex und Romance“. Doch reicht das? Vielleicht noch etwas Musik? &#8230; “You’re beautiful“ ertönt. Plus 8 Prozent “Musik“ macht total 33 Prozent gutes Theater.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11047" title="GRIMM" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/Grimm_1433-5001.jpg" alt="GRIMM" width="500" height="346" /></p>
<p><strong>Geschichtenerzähler ade<br />
 </strong>Der Märchenerzähler (Jürg Wisbach) zu Beginn des Abends mutet im Nachhinein völlig antiquarisch an. Er passt nicht mehr in diese postmoderne Märchenwelt hinein. Und er bekundet in der Tat auch Mühe mit der mündlichen Überlieferung, aus der unser ganzer Märchenschatz entstammt. Hat er zu viel Fernsehen, zu viele Videos gesehen? Er will eine Geschichte erzählen, heraus kommt aber auch nur eine grauenhafte Variante des Märchens vom Fischer und seiner Frau.</p>
<p>Märchen können oft brutal sein, das wissen wir spätestens seit deren Verwendung in der Psychotherapie bei C.G. Jung. Ihr Symbolgehalt lässt sich aus Erlebnissen im realen Leben entschlüsseln. Wie brutal diese Erlebnisse sein können, können wir auf der Luzerner Bühne erleben, wo (Theater-)Realität und Märchen aufeinander prallen. Dass diese Erlebnisse aber fast ausschliesslich mit der Libido in Verbindung stehen sollen, mag man dann doch nicht glauben.</p>
<p>Besprechung der Aufführung am 10. Mai 2012.</p>
<p>Dauer: ca. 2 Stunden, ohne Pause.</p>
<p>Weitere Aufführungen am 18. und 26. Mai, 1., 9., 13., 14. und 16. Juni 2012.</p>
<p>Inszenierung: Thorleifur Örn Arnarsson<br />
 Bühne: Vytautas Narbutas<br />
 Kostüme: Filippía Elisdóttir<br />
 Musik: Símon Birgisson<br />
 Licht: Gérard Cleven<br />
 Dramaturgie: Ulf Frötzschner</p>
<p><strong>Besetzung<br />
 </strong>Nicolas Batthyany, Christian Baus, Judith Cuénod, Jörg Dathe, Marie Gesien, Wiebke Kayser, Juliane Lang, Bettina Riebesel, Hajo Tuschy, Jürg Wisbach</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Im Netz<br />
 </strong><a href="http://www.luzernertheater.ch" target="_blank">www.luzernertheater.ch</a></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Der Spielplan 2012/13 &#124; Schauspielhaus Zürich</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 10:12:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jolanda Heller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf der Bühne]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Vorschau]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/05/12/der-spielplan-201213-schauspielhaus-zurich/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/schauspielhaus-punkt-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Nachdenken über die Zeit
 
Der Spielplan 2012/13 &#124; Schauspielhaus Zürich

Im neuen Spielplan des Schauspielhauses wimmelt es nur so von eigenwilligen Persönlichkeiten und von Stoffen und Themen, die uns ganz sicher nicht kalt lassen.  Neben Willhelm Tell und Heidi gibt es Kaspar Hauser und Elektra. Neben Themen wie Heimkehr und Du und Ich werden auch das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font-size: 16pt; font-weight: bold;">Nachdenken über die Zeit</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Der Spielplan 2012/13 | Schauspielhaus Zürich</span></strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-11039" title="schauspielhaus-punkt" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/schauspielhaus-punkt.jpg" alt="schauspielhaus-punkt" width="500" height="369" /></p>
<p><strong>Im neuen Spielplan des Schauspielhauses wimmelt es nur so von eigenwilligen Persönlichkeiten und von Stoffen und Themen, die uns ganz sicher nicht kalt lassen.  Neben Willhelm Tell und Heidi gibt es Kaspar Hauser und Elektra. Neben Themen wie Heimkehr und Du und Ich werden auch das Himbeerreich der Banker, Schönes und die aktuelle Gesellschaftspolitik verhandelt.</strong></p>
<p>Barbara Frey stellt die nächste Saison unter die Motti des aus sich heraus Tretens, der Einsamkeit und des Lebensschmerzes sowie des arm und reich Seins in seinen verschiedensten Formen. Symptomatisch für die nächste Spielzeit stehe Willhelm Tells Zitat “Denn hier ist keine Heimat – Jeder treibt sich an dem andern rasch und fremd vorüber und fraget nicht nach seinem Schmerz“. In Zürich, der teuersten Stadt der Welt, mit einem hoch subventionierten Theater, macht sich das privilegierte Schauspielhaus ausschweifende und tiefgründige Gedanken zur aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lage. Und setzt dies in bekannten und weniger bekannten Texten für die Bühne und in der weitergehenden Gesprächsreihe von Lukas Bärfuss um.</p>
<p>Der neuen Schauspielzeit könnte man aber auch noch ein zweites Motto hintan stellen, eines, das zwar auch ernst ist, aber der (Theater-)Welt dann mehr Positives für die Zukunft entgegen hält, als sie momentan scheinen mag: Nachwuchsförderung. Wie bereits angekündigt, wird ein Schauspielstudio mit drei jungen Schauspielstudierenden (Yanna Rüger, Samuel Braun und Timo Fakhravar) der Zürcher Hochschule der Künste eröffnet. Ihnen wird die Mitarbeit im professionellen Schauspielbetrieb ermöglicht. Nachwuchsförderung gibt es aber auch im Regiebereich. Drei ehemalige Regieassistierende des Schauspielhauses erhalten Platz im nächsten Spielplan – alle drei in der Kammer im Pfauen: “Heidis Alptraum“ am 27. September in der Regie von Hannes Weiler, “Die Gottesanbeterin“ im März 2013 in der Regie von Jörg Schwahlen und “Die Radiofamilie“ von Ingebord Bachmann im Mai 2013 in der Regie von Mélanie Huber.</p>
<p><strong>Von Baulöwen bis zum fremden Blick aufs Bekannte<br />
 </strong>Den Auftakt der Spielzeit (Pfauen, am 13. September) macht Barbara Frey mit der Inszenierung von Ibsens “Baumeister Solness“, dem Baulöwen, der in die Boomtown Zürich sehr gut passt. Sozusagen als Antwort darauf gibt Stefan Bachmann die “Genesis“ (Schiffbau/Halle, 14. September) und erprobt ein verträgliches Zusammenleben (zumindest auf der Bühne). Auf der Pfauenbühne geht es weiter mit “Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht (am 29. September, Regie Sebastian Baumgarten). Dies wird der erste Brecht auf der Schauspielhausbühne sein seit Barbara Freys Antritt in Zürich. Am 27. Oktober folgt Shakespeares “Wie es euch gefällt“ (Regie: Sebastian Nübling) und am 18. November gibt es Erich Kästners “Pünktchen und Anton“, das ganz in die Stadt Zürich verlegt wird. Und auch das Motto arm und reich ist hier wieder zu finden. Weiter geht es im Pfauen am 8. Dezember mit Maxim Gorki und “Kinder der Sonne“ (Regie: Daniela Löffler), am 17. Januar 2013 gibt es Molières “Menschenfeind“ (Regie: Barbara Frey), im Februar 2013 “Die Katze auf dem heissen Blechdach“ von Tennessee Williams, in der die zerstörerischen Kräfte der Verdrängung wüten und im März 2013 dann Schillers “Wilhelm Tell“ in der Regie von Dušan David Pařízek, der einen tschechischen Blick auf den Schweizer Stoff wirft. Im April 2013 wird Thomas Manns „Felix Krull“ (Regie: Lars-Ole Walburg) gespielt und im Mai “Schönes“ von Jon Fosse in der Regie von Werner Düggelin, der sich das erste Mal mit einem Fosse-Text beschäfigten wird.</p>
<p>Nebst der “Genesis“ wird in der Schiffbau Halle “Elektra“ von Sophokles/Hugo von Hofmannsthal in der Regie von Karin Henkel gegeben (Januar 2013. In der Schiffbau Box wird am 20. September mit “Messer in Hennen“ von David Harrower (Regie: Heike M. Goetze) gestartet, in der die Hauptfigur sprachlich in die Welt hinein zoomt. Am 3. November gibt es “Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse (Regie: Bastian Kraft), im Dezember René Polleschs “Macht es für euch!“, wofür er auch Regie führt, im Februar 2013 “Die Geschichte von Kaspar Hauser“ in der Textfassung von Carola Dürr und in der Regie von Alvis Hermanis. Es ist seine dritte Regiearbeit am Schauspielhaus und er beleuchtet in seiner Inszenierung den Zustand zwischenmenschlicher Beziehungen im Kapitalismus. Im Mai 2013 wird das Motto “Arm und Reich“ ganz konkret. Unter dem gleichnamigen Titel ist ein Theaterprojekt geplant, das neue Dramatik, internationale Gastspiele und Diskussionsveranstaltungen vereint.</p>
<p><strong>Junges Schauspielhaus<br />
 </strong>Das Junge Schauspielhaus zeigt am 26. Oktober „Du, Du und Ich“ von Theo Fransz in einer Schweizer Erstaufführung und in der Regie von Daniel Kuschewski. Er ist in Zürich schon bekannt durch seine Schauspiel- und Regiearbeit in “Die Leiden des jungen Werthers“. Im Dezember 2012 findet der bereits zur Tradition gewordene “Weihnachtssalon voller Überraschungen“ statt, kuratiert von Silvan Kappeler. Am 8. März 2013 ist eine weitere Schweizer Erstaufführung angesagt mit “Nichts. Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller, in der Regie von Enrico Beeler. Die Inszenierung findet im Theater der Künste statt. Als Gastgeber fungiert das Schauspielhaus im April 2013 für das Festival “Blickfelder“, das traditionsreiche Festival für ein junges Theaterpublikum. Noch jüngeres Publikum wird im Mai 2013 in die Schiffbau Matchbox gelockt. In “Apropos Hochdruckgebiet – garantiert“ werden Texte von 9 bis 11-Jährigen vorgestellt.</p>
<p><strong>Gastspiele<br />
 </strong>Die bereits in der letzten Spielzeit geplante Choreographie “gefaltet“ von Sasha Waltz und Mark Andre findet nun im nächsten Dezember in der Schiffbau Halle statt (am 6. und 7.12.). Vom 23. bis 25. Januar 2013 ist Luc Bondy als Regisseur zu Gast mit “Le Retour“ von Harold Pinter. Dies in Koproduktion mit dem Théâtre de l’Odéon Paris. Noch nicht fest eingeplant aber eine Inszenierung, die man sich nach Zürich wünscht, ist “Das Himbeerreich“, ein Dokumentartheater von Andreas Veiel („Black Box BRD“, “Die Spielwütigen“, “Wer wenn nicht wir“), der mit Genauigkeit und Beharrlichkeit seine Gesprächspartner zum Reden bringen kann, hier die Teppichetage einer deutschen Grossbank. Die Inszenierung ist eine Koproduktion zwischen dem Staatstheater Stuttgart und dem <a href="http://www.deutschestheater.de/spielplan/spielzeit_2012_2013/das_himbeerreich/" target="_blank">Deutschen Theater</a> in Berlin.</p>
<p><strong>Was bleibt<br />
 </strong>Lukas Bärfuss wird auch in der nächsten Spielzeit “Nachdenken über unsere Zeit“ und in diesem Gefäss mit Gesprächspartnern diskutieren und streiten. In “Weisse Flecken“ führt er die einmal im Monat stattfindende Gesprächsreihe fort, die in die Grenzgebiete unseres Wissens und Bewusstseins abaucht. Ebenso findet die Literaturreihe mit Werner Morlang seine Fortsetzung.</p>
<p><strong>Im Netz<br />
 </strong><a href="http://www.schauspielhaus.ch" target="_blank">www.schauspielhaus.ch</a></p>
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<p>Medienkonferenz vom 11. Mai 2012.</p>
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		<title>Erika Mayr: &#8220;Die Stadtbienen&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 13:24:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Müller-Schmuki</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Stadtbienen]]></category>
		<category><![CDATA[Erika Mayr]]></category>
		<category><![CDATA[Imkerei]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/05/07/erika-mayr-die-stadtbienen/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/diestadtbienen-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Bienen in Berlin
Erika Mayr: "Die Stadtbienen. Eine Grossstadt-Imkerin erzählt." (Sachbuch)

Honig direkt vom Nachbarn; in einer Grossstadt nicht möglich? – Weit gefehlt! Erika Mayr erzählt in ihrem Buch “Die Stadtbienen” vom Imkern mitten in Berlin, davon, wie sie dazu kam, sich für Bienen zu interessieren, wie sie ihr erstes Bienenvolk erlangte und Weiteres aus dem Leben einer Imkerin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Bienen in Berlin</h1>
<h2>Erika Mayr: &#8220;Die Stadtbienen. Eine Grossstadt-Imkerin erzählt.&#8221; (Sachbuch)</h2>
<h3>Honig direkt vom Nachbarn; in einer Grossstadt nicht möglich? – Weit gefehlt! Erika Mayr erzählt in ihrem Buch “Die Stadtbienen” vom Imkern mitten in Berlin, davon, wie sie dazu kam, sich für Bienen zu interessieren, wie sie ihr erstes Bienenvolk erlangte und Weiteres aus dem Leben einer Imkerin.</h3>
<p>Von Andrea Müller-Schmuki.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-11007" title="diestadtbienen" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/diestadtbienen.jpg" alt="diestadtbienen" width="200" height="305" />Die Idee mag auf den ersten Blick verrückt erscheinen: Erika Mayr entschliesst sich, mitten in Berlin Bienenvölker auf Hausdächern zu halten. Bei genauerer Betrachtung ist das jedoch gar nicht so besonders, denn in den Städten werden heute wohl ebenso viele Bienenvölker gehalten wie auf dem Land. Dabei geht es in den Städten jedoch meistens ausschliesslich um den Honig, während auf dem Land die Bestäubungsleistung der Bienen wichtiger ist. Ohne Bienen gäbe es schliesslich kaum noch Äpfel, Birnen, Kirschen, Beeren, Kürbisse, Gurken, Melonen, Mandeln,&#8230; und sogar Karotten und Zwiebeln, die unter der Erde wachsen, gäbe es nur noch in geringen Mengen.</p>
<h3>Grossstadthonig</h3>
<p>Honig zu gewinnen ist ein aufwändiger Prozess und wer sich einmal mit Bienen beschäftigt hat, weiss das. Man muss warten, bis die Bienen die Waben mit Honig gefüllt haben – nimmt man den Honig zu früh, beginnt er im Glas zu gären. Darauf folgt: Honigwaben aus der Beute entnehmen, entdeckeln, das heisst die Wachsdeckel von den Waben abheben, ohne dabei zu viel kostbaren Honig zu verschwenden, Honig aus den Waben schleudern, ruhen lassen, Verunreinigungen abschöpfen, Honig cremig rühren, in Gläser füllen&#8230;<br />
 Ausserdem produzieren die Bienen den Honig natürlich für sich selbst und nicht für Räuber, wie der Mensch einer ist. Wenn man den Bienen zu viel Honig nimmt, dann überleben sie den Winter nicht. Man muss ihnen als Ersatz also auf den Winter hin Zuckersirup geben. Doch wie viel ist genug, damit die Bienen den Winter überstehen? Und wie viel ist zu viel, sodass das Futter in den Waben nicht mehr genug Platz lässt für die Eier, welche die Königin ebenfalls in die Waben legt?</p>
<p>Beim Imkern geht es jedoch um viel mehr als nur um guten Honig: Erika Mayr erzählt vom Züchten, von verirrten Jungvölkern, die sie einfangen musste, von einem Bienenvolk, das abgehauen ist, von ängstlichen Nachbarn, von ihrem Imkerpaten, von ihren acht Grossvätern im Imkerverein, von Bienenvölkern ohne Königin, von verschiedenen Imkervereinen und von vielem mehr.<br />
 Immer wieder wird dabei darauf hingewiesen, wie schlecht doch unsere materialistische Welt ist, wie wertvoll die Bienen sind, wie wichtig Naturverbundenheit ist, wie zentral es ist, zu erkennen, dass wir nur Teil eines Ganzen sind. Leider einfach zu schulmeisterlich und pathetisch!</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<h3>Das will gelernt sein!</h3>
<p>Imkern ist ein Handwerk, das viele Überraschungen bereithält, bei dem man sich immer wieder mit Neuem, Unerwartetem arrangieren und sich an den Rhythmus der Natur anpassen muss.<br />
 Aber nicht nur das Imkern hat so seine Tücken. Auch das Bücherschreiben will gelernt sein! – In den ersten fünfzig Seiten ihres Buches beschreibt Erika Mayr, was sie in ihrem Leben so gemacht hat, wie sie nach Berlin kam, weshalb sie blieb, was sie in Kanada gemacht hat, wie sie sich ihr Leben vorstellt, was sie mag und was nicht, wie sie ihre grosse Liebe fand und schliesslich dann auch, wie es kam, dass sie von Bienen fasziniert ist. Alle diese Dinge dürften einen an Bienen interessierten Leser wenig bis gar nicht fesseln und so ist gerade der Anfang von „Die Stadtbienen“ leider alles andere als ein Zuckerschlecken.</p>
<p>Titel: Die Stadtbienen. Eine Grossstadt-Imkerin erzählt.        <br />
 Autorin: Erika Mayr<br />
 Verlag: Knaur<br />
 Seiten: 248 <br />
 Richtpreis: CHF 13.40</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Sigrid Damm: „Wohin mit mir“</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 07:19:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Louanne Burkhardt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sigrid Damm]]></category>
		<category><![CDATA[Wohin mit mir]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/05/07/sigrid-damm-%e2%80%9ewohin-mit-mir%e2%80%9c/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/wohinmitmir-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Für Goethe stellte der Aufenthalt im Rom des 18. Jahrhunderts eine berauschende Erfahrung dar, auf die er noch lange wehmütig zurückblickte. Als nun aber die Goethekennerin Sigrid Damm ihr Heim in die italienische Metropole verlegt, hat sie zunächst Mühe, sich zurechtzufinden und sich von ihrem geliebten Norden zu lösen. In einer Art Reisebericht erzählt die Schriftstellerin von ihrem halbjährigen Aufenthalt in Rom kurz vor der Wende zum neuen Jahrtausend. Dieses sehr persönliche Buch erlaubt dem Leser einen Einblick in die Gedankenwelt Sigrid Damms und nimmt ihn mit in die Kirchen, Pärke und Museen der lärmenden Stadt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Bestandesaufnahme in der Ewigen Stadt</strong></h1>
<h2>Sigrid Damm: „Wohin mit mir“ (Roman)</h2>
<h3><strong>Für Goethe stellte der Aufenthalt im Rom des 18. Jahrhunderts eine berauschende Erfahrung dar, auf die er noch lange wehmütig zurückblickte. Als nun aber die Goethekennerin Sigrid Damm ihr Heim in die italienische Metropole verlegt, hat sie zunächst Mühe, sich zurechtzufinden und sich von ihrem geliebten Norden zu lösen. In einer Art Reisebericht erzählt die Schriftstellerin von ihrem halbjährigen Aufenthalt in Rom kurz vor der Wende zum neuen Jahrtausend. Dieses sehr persönliche Buch erlaubt dem Leser einen Einblick in die Gedankenwelt Sigrid Damms und nimmt ihn mit in die Kirchen, Pärke und Museen der lärmenden Stadt.</strong></h3>
<p>Von Louanne Burkhardt.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-11001" title="wohinmitmir" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/wohinmitmir.jpg" alt="wohinmitmir" width="200" height="320" />Nachdem sie die Arbeit an „Christiane und Goethe“ abgeschlossen hat, folgt die deutsche Autorin Sigrid Damm einer Einladung nach Rom. In der „Casa di Goethe“ tritt sie ihr halbjähriges Stipendium an. Was genau sie von dieser Reise in den Süden erwarten soll, weiss sie noch nicht. Einerseits freut sie sich, Zeit für sich zu haben und die Ewige Stadt zu erkunden &#8211; immer auf den Spuren des von ihr hochgeschätzten Goethe, der durch Zitate während des ganzen Romans allgegenwärtig ist &#8211; andererseits sehnt sie sich nach Ruhe und den Weiten Lapplands, das Inhalt ihres nächsten Buchprojekts sein soll. Dieser Gegensatz zwischen dem hektischen und lauten Rom und ihren Gedanken, die immer wieder nordwärts wandern, führt dazu, dass sich Sigrid Damm in ihrem temporären Zuhause lange fremd fühlt.</p>
<h3><strong>Reisetagebuch aus der Kulturstadt</strong></h3>
<p>Nach einigen Wochen und vielen schlaflosen Nächten lernt sie dann aber doch, diese ambivalente Stadt zu lieben. Ihre Anker sind das ältere römische Ehepaar, welches der Deutschen hartnäckig die schönen Plätze in der Stadt zeigt und mit ihr Italienisch spricht. Oder Baschal, der Pförtner eines Klosters, sowie die deutsche Bettina, die in ihrer Buchhandlung noch Ingeborg Bachmann als Kundin empfangen durfte.</p>
<p>Der Roman, der wie ein Reisetagebuch daherkommt und von den Eindrücken, Gedanken und Zweifeln der Autorin erzählt, wurde mit einer Distanz von mehr als zehn Jahren verfasst. Rückblickend bringt Sigrid Damm ihr halbes Jahr in Italien zu Papier. Sie bereichert die persönlichen Reflexionen mit gut recherchierten Hintergrundinformationen zu den besuchten Kirchen, den bestaunten Kunstwerken und den Orten, die sie während ihrer Lesereisen und Besuchen von Bekannten sieht. Es entsteht ein sehr dichtes Werk, das in einer flüssigen, aus kurzen Sätzen bestehenden Sprache einen Blick auf private Seiten der berühmten Autorin zulässt.</p>
<h3><strong>Wie eine Schriftstellerin lebt…</strong></h3>
<p>Während Sigrid Damm sich mit der fremden Stadt anfreundet, klettert ihr in Deutschland soeben erschienenes Buch „Christiane und Goethe“ die Bestsellerlisten hoch und entwickelt sich zu einem regelrechten Kassenschlager. Anrufe mit Angeboten für Lesungen und Vorträge erreichen sie täglich. Als Leser erhalten wir Einblick in das Leben einer erfolgreichen Schriftstellerin und sehen hinter die Kulissen des Verlagswesens und Literaturbetriebs. Sigrid Damm lehnt die meisten Angebote ab, widmet sich ganz ihrem neuen Projekt, das sie zusammen mit ihren beiden Söhnen realisieren möchte. Die Söhne, beide auch Künstler, besuchen sie in Rom und arbeiten mit ihr gemeinsam am Text- und Bildband über Lappland.</p>
<h3><strong>Erinnerungen an ein ereignisreiches Leben</strong></h3>
<p>Doch nicht nur Reiseerlebnisse und Berichte über ihre schriftstellerische Tätigkeit bilden Inhalt des Romans: In ihren teilweise beinahe wie Selbstgespräche anmutenden Reflexionen denkt Sigrid Damm über sich und ihr Leben nach, schreibt vom Älterwerden, ihrer Liebe zu ihrem ersten Grosskind und blickt auf verschiedene Stationen ihres Lebens zurück. Sie erinnert sich an frühere Reisen, die sie unter erschwerten Umständen als DDR-Bürgerin vor dem Mauerfall unternommen hatte. Immer wieder taucht da die Hochzeitsreise ins ebenfalls sozialistische Kuba in ihren Gedanken auf. Schnell merkt man, die Autorin war bei bedeutenden Momenten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit dabei und erlebte den Kalten Krieg hautnah.</p>
<p>Der Roman „Wohin mit mir“ ist vieles in einem: Reisebericht &#8211; durchaus geeignet für kulturbegeisterte Italienreisende &#8211; persönlicher Einblick ins Leben einer Frau mitten im Literaturbetrieb, Bestandesaufnahme einer jungen Grossmutter und auch ein Stück deutsche Zeitgeschichte.</p>
<p>Man muss sich auf dieses besondere Buch einlassen können und sich Zeit nehmen, die Autorin auf ihre Reise durch Italien und zu sich selbst zu begleiten. Gelingt einem dies, erlebt man das Lesen dieses intimen, nachdenklichen und sehr poetischen Buches als grosse Bereicherung: Ein Leseerlebnis, das man nicht alle Tage hat.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Wohin mit mir<br />
 Autorin: Sigrid Damm<br />
 Verlag: Insel<br />
 Seiten: 286<br />
 Richtpreis: 23.90.</p>
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		<item>
		<title>Helge Timmerberg: &#8220;African Queen&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 07:16:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Luzia Zollinger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[African Queen]]></category>
		<category><![CDATA[Helge Timmerberg]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/05/07/helge-timmerberg-african-queen/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/africanqueen-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Der Journalist und Reiseschriftsteller Helge Timmerberg liebt Abenteuer. Er ist sich nur noch nicht sicher, ob die Liebe oder das Reisen das grössere Abenteuer ist. Im neusten Buch versucht er dies herauszufinden und wagt sich auf einen neuen Kontinent.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Kunterbuntes Afrika</strong></h1>
<h2>Helge Timmerberg: &#8220;African Queen. Ein Abenteuer&#8221; (Reisereportage)</h2>
<h3><strong>Der Journalist und Reiseschriftsteller Helge Timmerberg liebt Abenteuer. Er ist sich nur noch nicht sicher, ob die Liebe oder das Reisen das grössere Abenteuer ist. Im neusten Buch versucht er dies herauszufinden und wagt sich auf einen neuen Kontinent.</strong></h3>
<p>Von Luzia Zollinger.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10993" title="africanqueen" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/africanqueen.jpg" alt="africanqueen" width="200" height="326" />Einfach so fliegt man nicht nach Afrika, denn für ein verlängertes Wochenende ist dies definitiv zu weit weg von Europa. Also bereist man Afrika, weil man schon lange diesen Kontinent erleben will, weil man dort jemanden kennt, oder &#8211; wie Helge Timmerberg &#8211; weil die grosse Liebe einen Job in einer Luxuslodge in Mozambique hat.</p>
<h3><strong>Farbenfrohe Himmelspoesie</strong></h3>
<p>Die Vorfreude des reisebegeisterten Timmerberg wird abrupt gestört, als er bereits im ersten Hotelzimmer in Malawi Kakerlaken töten muss, um für seine Liebe Lisa den Held zu spielen. Willkommen in Afrika! Die abenteuerliche Reise beginnt auf dem rostigen Dampfschiff Ilala, das Helge und Lisa zur Lodge bringen soll. Während der Überfahrt auf dem drittgrössten See von Afrika, dem Malawisee, verfärbt sich der Himmel über ihnen wie &#8220;auf dem Umschlag eines Afrikaromans: rubinrot, rosenrot, rotweinrot und zur anderen Hälfte mangoorange und zitronengelb&#8221;.</p>
<h3><strong>Unterwegs sein</strong></h3>
<p>Auch wenn man noch so abgelegen wohnt und arbeitet, bleibt man von der Bürokratie nicht verschont. Dies erfährt Lisa mit ihrem österreichischen Pass am eigenen Leib. Für Mozambique braucht sie wie Timmerberg ein Visum. Aber sie müssen monatlich einmal über die Grenze und wieder zurück. Im Gegensatz zum Deutschen Timmerberg braucht Lisa auch für Malawi ein Visum, welches für die beiden am nächsten liegt, um über die Grenzen zu gehen. Und nun geht ein weiteres nervenaufreibendes Abenteuer los, bis Lisa erstens ihren Pass wieder zurückbekommt, den sie dummerweise einem Schiffsfahrer mitgegeben hat und bis sie schlussendlich ihr Visum in den Händen hält. Und Helge hat endlich wieder etwas zu tun, denn nur auf der Lodge zu sein und zu baden, ist ihm definitiv zu wenig. Einige Tage später erhält er ein Mail einer deutschen Zeitung, die ihm wie gelegen kommt. Timmerberg soll nach Burkina Faso zur Baustelle einer neuen Oper, die Christoph Schlingensief ins Leben gerufen hat. Lisa ist alles andere als begeistert, doch Timmerberg fliegt ab. Immer wieder kommt in den einzelnen Kapiteln Timmerbergs Beruf als Journalist zum Vorschein. Journalist zu sein ist kein Beruf, sondern Berufung: &#8220;Ich bin ein Reportagenjunkie. Ich blühe auf unter Stress. Und gehe ein am Strand.&#8221;</p>
<p>Nebst den Erlebnissen vor Ort schildert Timmerberg den schwierigen Weg der Liebe. &#8220;Ich traue der Liebe nicht, wenn sie mich umarmt, weil ich das Messer fürchte, das sie dabei für gewöhnlich in der Hand hält&#8221;, fasst Timmerberg zusammen. Dies und noch viel mehr beschreibt er mit einer lebendigen, aber sehr lockeren Sprache, die sich durch das gesamte Buch zieht. Da wünscht sich der Leser manchmal etwas weniger dieser seichten Kost. Trotzdem: Timmerberg nimmt einen mit in eine fremde Kultur, die durch die einzelnen Reportagen lebendig wird und Lust auf eine Reise nach Afrika erweckt.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: African Queen. Ein Abenteuer<br />
 Autor: Helge Timmerberg<br />
 Verlag: Rowohlt<br />
 Seiten: 288<br />
 Richtpreis: CHF 28.50</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Stephen King: &#8220;Der Anschlag&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 19:20:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefanie Feineis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[der Anschlag]]></category>
		<category><![CDATA[Stephen King]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/05/06/stephen-king-der-anschlag/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/deranschlag-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Was wäre, wenn es eine Möglichkeit gäbe, in die Vergangenheit zu reisen? Und man darüber hinaus noch die Chance hätte, die Weltgeschichte neu zu schreiben, Meschenleben zu retten und vielleicht alles zum Besseren zu ändern? Wäre man wirklich bereit dazu? Oder ist die Frage eher, welchen Preis man dafür zahlen würde?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Was wäre, wenn…?</strong></h1>
<h2>Stephen King: &#8220;Der Anschlag&#8221; (Roman)</h2>
<h3><strong>Was wäre, wenn es eine Möglichkeit gäbe, in die Vergangenheit zu reisen? Und man darüber hinaus noch die Chance hätte, die Weltgeschichte neu zu schreiben, Meschenleben zu retten und vielleicht alles zum Besseren zu ändern? Wäre man wirklich bereit dazu? Oder ist die Frage eher, welchen Preis man dafür zahlen würde?</strong></h3>
<p>Von Stefanie Feineis.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10989" title="deranschlag" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/deranschlag.jpg" alt="deranschlag" width="200" height="317" />Der frisch geschiedene Englischlehrer Jake Epping bekommt unerwartet die Chance seines Lebens: Sein Bekannter Al enthüllt ihm, dass sich im Keller seines Diners ein Zeitportal befindet, mit dem man ins Jahr 1958 zurückreisen kann. Anfangs ist Jake natürlich mehr als skeptisch, doch ein kurzer Trip in die Vergangenheit überzeugt ihn…</p>
<h3><strong>Eine einmalige Chance</strong></h3>
<p>Wie Jake am eigenen Leib erfährt, unterliegen Zeitreisen bestimmten Regeln: egal, wie lange man in der Vergangenheit bleibt, in der Gegenwart vergehen stets nur zwei Minuten. Trotzdem altert man selbst weiter, und kehrt also unter Umständen gealtert zurück, wenn man mehrere Jahre in der Vergangenheit zubringt. Zudem ist „jeder Trip der erste“: man landet bei jeder neuen Zeitreise exakt am gleichen Tag, dem 9.September 1958, und es geschehen stets dieselben Ereignisse, die der Zeitreisende jedoch durch sein Verhalten geringfügig verändern kann. Entwicklungen von vorherigen Reisen werden also mit jedem Neustart wieder aufgehoben. Zunächst nutzte Al diese Entdeckung nur, um in der Vergangenheit billige Lebensmittel für sein Diner zu kaufen. Doch nach und nach reift in ihm ein Plan, und er beginnt, zu experimentieren. Als es ihm gelingt, ein Mädchen vor einem Unfall zu retten und somit zu verhindern, dass diese in der Gegenwart im Rollstuhl sitzt, ist er sich seiner Sache sicher. Bevor er jedoch von den Nachforschungen zur Umsetzung seines Planes übergehen kann, wird bei ihm Krebs diagnostiziert. Gesundheitlich schwer angeschlagen setzt er nun alle Hoffnung in Jake.</p>
<h3><strong>Ein waghalsiger Plan</strong></h3>
<p>Wie sich herausstellt, ist Als Plan nicht gerade ein Kinderspiel: Es geht um nichts Geringeres, als fünf Jahre in der Vergangenheit zu leben, um dann im Jahr 1963 die Ermordung Kennedys zu verhindern. Damit könnte man, so Al, unter anderem den Vietnamkrieg und die schweren Rassenunruhen verhindern, und die Geschichte der USA und der gesamten Welt neu schreiben. In einer besseren Version, selbstverständlich. Jake hat natürlich zunächst Bedenken und entschliesst sich zu einem Experiment, um selbst zu sehen, wie sich eine gravierende Änderung der Vergangenheit auf die Gegenwart auswirkt. Auf seinem zweiten Trip in die Vergangenheit hält er den Vater eines ehemaligen Schülers seiner Erwachsenenklasse davon ab, seine Frau und drei Kinder zu töten und Jakes zukünftigen Schüler zum Krüppel zu schlagen. Diese Rettung gelingt zwar, jedoch ist sich Jake nach der Rückkehr in die Gegenwart und einigen Nachforschungen nicht sicher, ob die Änderung wirklich zum Besseren war… aber bevor er richtig überlegen kann, stirbt Al, und dem Diner droht der Verkauf. Jake ist gezwungen, schnell zu handeln, und reist schliesslich erneut ins Jahr 1958. Was aber, wenn Kennedys zukünftiger Mörder nicht sein grösstes Problem ist? Was, wenn sich die Vergangenheit nicht ändern lassen will?</p>
<h3><strong>Mehr als nur eine Zeitreise</strong></h3>
<p>Dieses Buch beweist erneut, dass King zu Recht als einer der erfolg- und einflussreichsten amerikanischen Autoren der Gegenwart gilt. Der Leser ist sprichwörtlich in der Geschichte gefangen, und erwartet jede neue Entwicklung mit Hochspannung. Von den 1056 Seiten ist hier nicht eine einzige zu viel. Und das, obwohl das Konzept der Zeitreise schon mehrfach in Filmen und Romanen behandelt wurde und man nicht erst seit &#8220;Zurück in die Zukunft&#8221; weiss, dass eine Veränderung der Vergangenheit meist negative Folgen hat und ein Paradoxon verursachen kann. Deshalb muss man davon ausgehen, dass Jakes Plan letztlich scheitern wird. Dennoch bleibt hier natürlich die Frage wie und warum, die King meisterlich zu inszenieren weiss. Und daneben ist dieses Buch kein reiner &#8220;Zeitreiseroman&#8221;. Stellenweise ist die detaillierte und liebevolle Beschreibung der Epoche fast wichtiger als der eigentliche Plot, und die Zeit von Elvis, Autokinos und Tanzveranstaltungen wird vor den Augen des Lesers genauso lebendig wie bekannte Figuren aus der Geschichte, darunter John F.Kennedy, Lee Harvey Oswald oder J. Edgar Hoover. Daneben schafft es King wie in jedem seiner Werke, seine ganz persönliche Note einzubringen. So führt Jakes erster Trip nach Derry &#8211; der fiktiven Kleinstadt in Maine, die allen Fans bestens bekannt sein dürfte. Und auch die Romantik kommt nicht zu kurz, und bleibt dabei doch stets bittersüss &#8211; wie man es von King gewohnt ist.</p>
<p>Obwohl King die mysteriösen Umstände von Kennedys Ermordung nicht wirklich aufklärt und die Auflösung nicht gänzlich unerwartet ist, ist dieses Buch unheimlich lesenswert. Fans von King kommen genauso auf ihre Kosten wie Anhänger der Zeitreisetheorie oder alle, die sich für amerikanische Geschichte interessieren. Mit diesem Roman ist klar: King ist zurück. In Bestform.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Der Anschlag<br />
 Autor: Stephen King<br />
 Übersetzer: Wulf Bergner<br />
 Verlag: Heyne<br />
 Seiten: 1056<br />
 Richtpreis: CHF 36.90</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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		<title>Erika Pluhar: „Im Schatten der Zeit“</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 19:16:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Noemi Jenni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Erika Pluhar]]></category>
		<category><![CDATA[Im Schatten der Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/05/06/erika-pluhar-%e2%80%9eim-schatten-der-zeit%e2%80%9c/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/imschattenderzeit-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Familie und Krieg verändern nicht nur die Träume der begabten, eigenwilligen Kunsthandwerkerin Anna, sondern auch sie als Mensch. Erika Pluhar erschafft eine inspirierende Protagonistin in einem Text zwischen Märchen und Realgeschichte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Augen zu und durch?</strong></h1>
<h2>Erika Pluhar: „Im Schatten der Zeit“ (Roman)</h2>
<h3><strong>Familie und Krieg verändern nicht nur die Träume der begabten, eigenwilligen Kunsthandwerkerin Anna, sondern auch sie als Mensch. Erika Pluhar erschafft eine inspirierende Protagonistin in einem Text zwischen Märchen und Realgeschichte.</strong></h3>
<p>Von Noemi Jenni.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10984" title="imschattenderzeit" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/imschattenderzeit.jpg" alt="imschattenderzeit" width="200" height="328" />Anna Goetzer soll im prüden Wien der 1920er Jahre Glasmalerin werden. So will es ihr Vater und so will sie es selbst, allen sozialen Normen zum Trotz. Sie ist Einzelgängerin, asozial, träumerisch und künstlerisch begabt. Ihr Vater, ein Deutscher, verkehrt im Deutschen Klub, wohin er sie und ihre Schwestern mitnimmt, wo nationalistische Ideen kursieren und wo sie ihren Mann Josef kennen lernt.</p>
<p>Josef geht für die Arbeit nach Brasilien, Anna folgt ihm und sie heiraten. Ihre künstlerische Karriere legt sie auf Eis. Immer ist ihr klar, dass sie Josef nicht leidenschaftlich liebt und seine nationalsozialistischen Ideen nicht teilt, doch sie bleibt trotzdem. Sie bekommen ein Kind und finden wieder eine Gemeinsamkeit in der erkaltenden Beziehung. In Rio verkehrt Josef in deutschen nazi-affinen Kreisen, was ihn dann 1938 auch dazu motiviert, nach Deutschland zu gehen, um den Führer zu unterstützen. Anna, schon lange von Heimweh geplagt, freut sich auf eine Rückkehr ins geliebte Österreich mit der Landidylle und den Streuselkuchen. Trotz Widerstreben und Unbehagen gegenüber den enthusiastischen Äusserungen ihres Mannes zur Idee des deutschen Reiches bleibt sie stumm. Zurück in Europa spürt sie, dass ein starker politischer Prozess in Gang ist, meidet aber das Thema und alles Politische und konzentriert sich auf ihr kleines Familienglück &#8211; ihre Kreativität scheint blockiert und weggesperrt. Doch als Wien bombardiert wird und Josef als Soldat für Deutschland an die Front geht, ist es mit dem Verdrängen vorüber und eine intensive Identitätssuche beginnt.</p>
<h3><strong>Wissen und wissen wollen</strong></h3>
<p>Einfühlsam und realitätsnah beschreibt Erika Pluhar das Leben Annas, einer von vier Töchtern des Glasmalers Franz Goetzer, die so ganz anders ist als ihre Schwestern und besonderen Wert auf diese Andersartigkeit legt.</p>
<p>Mit viel Feingespür für die psychischen Vorgänge und Entwicklungen beschreibt die Autorin die verschiedenen Phasen im Leben von Anna &#8211; die Suche nach ihrer Position in der Familie als Kind, die Identitätssuche und Kompromisslosigkeit als Jugendliche, Orientierungsprobleme und Melancholie als werdende Mutter, die einschneidenden Kriegserfahrungen und Stärkung ihres Charakters als Familienmutter.</p>
<p>Mit spitzer Feder zeichnet die Autorin ihre Figuren sehr exakt, echt und nachvollziehbar, so dass die Protagonistin vor dem geistigen Auge des Lesenden plastisch entsteht. Mit ihren kurzen, präzisen Sätzen beschreibt die Autorin auf nüchterne Weise die persönliche Entwicklung der jungen Frau. Das Buch, das zuerst mit der Sprache eines Märchens dazu verleiten könnte, abzuheben und eine Heldin zu erschaffen, überzeugt durch seine Realitätsnähe, seine Schlichtheit und seinen Tiefgang. Erika Pluhar kreiert ihrem Heimatland ein Denkmal, in dem sie mit der Kriegsgeschichte ganz ohne Pathos kritisch verfährt und die Position eines aktiven Mitläufers und das ängstliche Wegschauen seiner Frau thematisiert. Damit gibt sie einem Schicksal aus der anonymen Masse der damaligen Mehrheit ein Gesicht.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Im Schatten der Zeit<br />
 Autorin: Erika Pluhar<br />
 Verlag: Residenz <br />
 Seiten: 284<br />
 Richtpreis: CHF 31.40</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Hansjörg Schneider: “Nilpferde unter dem Haus“</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 19:13:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marianne Wirth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Hansjörg Schneider]]></category>
		<category><![CDATA[Nilpferde unter dem Haus]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/05/06/hansjorg-schneider-%e2%80%9cnilpferde-unter-dem-haus%e2%80%9c/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/nilpferdeunterdemhaus-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Über das Leben nach dem Tod (eines geliebten Menschen)
Hansjörg Schneider: “Nilpferde unter dem Haus. Erinnerungen, Träume“ (Aufzeichnungen)
Hansjörg Schneider, der Literaturvater des eigenbrötlerischen Basler Kommissär Hunkeler, denkt in „Nilpferde unter dem Haus“ über sein Leben als Schriftsteller und als Witwer nach. Über einen Zeitraum von zehn Jahren, von Dezember 2000 bis Januar 2011, führt Hansjörg Schneider [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Über das Leben nach dem Tod (eines geliebten Menschen)</strong></h1>
<h2>Hansjörg Schneider: “Nilpferde unter dem Haus. Erinnerungen, Träume“ (Aufzeichnungen)</h2>
<h3>Hansjörg Schneider, der Literaturvater des eigenbrötlerischen Basler Kommissär Hunkeler, denkt in „Nilpferde unter dem Haus“ über sein Leben als Schriftsteller und als Witwer nach. Über einen Zeitraum von zehn Jahren, von Dezember 2000 bis Januar 2011, führt Hansjörg Schneider Tagebuch und notiert nachts, wenn er aufwacht, seine Träume. Daraus ist ein berührendes und sehr persönliches Protokoll des Schriftstellers sowie des alleingelassenen Ehemannes und Bürgers Hansjörg Schneider geworden.</h3>
<p>Von Marianne Wirth.</p>
<h3><strong><img class="alignright size-full wp-image-10980" title="nilpferdeunterdemhaus" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/nilpferdeunterdemhaus.jpg" alt="nilpferdeunterdemhaus" width="200" height="316" />Von Streunenden Katzen und schlafenden Nilpferden</strong></h3>
<p>Hansjörg Schneider beginnt seine Aufzeichnungen mit zwei einschneidenden Erlebnissen: Dem Selbstmord seiner Mutter sowie dem Tod seiner Frau. Ein radikales Festhalten zweier Todesdaten, hinter denen sich zwei Menschen verbergen, die in seinem Leben eine Lücke hinterlassen haben. Eine Lücke, gegen die vielleicht bloss das Schreiben anzutreten vermag. So hält der Autor fest: „Schreiben ist für mich zum Leben geworden.“ Geschrieben hat Hansjörg Schneider allerdings schon früh, seine ersten Theaterstücke hat er an der Bernoullistrasse geschrieben, in einem kleinen Mansardenzimmer in Kleinbasel. Zu Gast kam nachts eine Eule angeflogen und setzte sich jeweils auf das Dachfenster. Tiere tauchen ab und an wieder auf in seinen Erzählungen; von streunenden Katzen ist beispielsweise die Rede, die auch immer nur zu Gast sind und die sich niemals besitzen lassen. Von Ägypten kommen sie her, erklärte ihm seine Mutter einmal, deshalb würden sie sich auch immer ein Sonnenplätzchen zum Schlafen aussuchen. Oder von Nilpferden ist die Rede, die in seinen Träumen auftauchen und die der Autor nicht recht zu deuten vermag.</p>
<p>Seine Kindheit und Jugend verbrachte Schneider in Zofingen; er besuchte die Kantonsschule in Aarau. Als er eines morgens aus der Stunde geholt wurde, wusste er, was passiert war. Seine Mutter hatte sich das Leben genommen. Analytisch beschreibt er die folgende Zeit. Ohne es je explizit zu schreiben, dringt eine tiefe Traurigkeit durch den Text hindurch. Schneider ist ein sehr genauer Schreiber, akribisch notiert er seine Träume und berichtet beispielsweise von den Schwierigkeiten mit seinem autoritären Vater. Manchmal fast mit einer kühlen Distanz. Seine Texte haben eine unheimliche Kraft, vielleicht gerade wegen dieser Spannung. Er selbst berichtet davon, dass zwei Seelen in seiner Brust wohnen, die Seele eines Analytikers und die eines Naiven. Eine Spannung, die der Schriftsteller schon vierzig Jahre lang aushalte, schreibend.</p>
<p><strong> </strong></p>
<h3><strong>Politisches Buch</strong></h3>
<p>Schneider berichtet in seinen Aufzeichnungen über sein Schreiben; er hält fest, wann und wo er schreibt. Er sucht gewohnte Wege auf, die er mit seiner Frau gegangen ist. Mal schreibt er in Todtnauberg, im Elsass und manches Mal berichtet er von durchzechten Nächten in Basel. Obwohl es ein sehr persönliches Buch ist, ist es nicht weniger politisch. Der Schriftsteller erinnert sich an seine Studentenzeit in Basel, an die grossen Professoren (Walter Muschg, Karl Jaspers, Hans Kunz), die ihm eine neue Welt eröffnet haben. Er beschreibt wunderbar die explosive Kraft des Jazz, der ihn unweigerlich in den Bann gezogen hat und dies bis heute tut. Seine besten Professoren seien in der Rio-Bar anzutreffen gewesen. Er hörte den Herren zu, wie sie über Kunst und Literatur stritten; sie liessen den schüchternen Studenten gewähren. Bis heute spürt man Schneiders „Blick von unten“, seine Hunkeler-Krimis lesen sich auch als Milieu- und Sozialstudien.</p>
<p>Der Leser erfährt viel über den Schweizer Literatur- und Theaterbetrieb, wie er sich verändert hat, vielleicht auch bloss, wie sich der Autor verändert hat. Amüsant ist Schneiders Aufteilung in Primäre und Sekundäre. Der Primäre macht eine Erfindung und hält stur daran fest und entwickelt sie weiter. Ein Sekundärer beutet diese Erfindung aus, indem er sie zum Beispiel verreisst. „Ein Sekundärer weiss alles, ein Primärer weiss nichts“. Die Sekundären klagen darüber, dass sie keine Zeit haben, nur Stress, weil es grossen Bedarf gebe an sekundärem Geschwätz. Später hält Schneider fest, dass heutzutage nicht mehr die Leute gefragt sind, die etwas produzieren, sondern diejenigen, die überprüfen, was produziert worden ist. Der Schriftsteller kritisiert Dramaturgen, die kein Wagnis mehr in Kauf nehmen. Schneiders Anschreiben gegen den Kampf innerhalb der Branche wirkt nicht resigniert, im Gegenteil, er will jungen Künstlern Mut zusprechen, sich nicht unterkriegen zu lassen von „den Prüfern“. Da spricht einer aus Erfahrung, der trotz Widerstand weiter gemacht hat, sei es als Schriftsteller oder als zurückgelassener Witwer. Wenn ich als Sekundäre nun sagen darf: Danke, Herr Schneider, für dieses Buch, es ist eine Bereicherung.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Nilpferde unter dem Haus. Erinnerungen, Träume<br />
 Autor: Hansjörg Schneider<br />
 Verlag: Diogenes<br />
 Seiten: 220<br />
 Richtpreis: CHF 36.90</p>
<p><strong> </strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wibke Bruhns: &#8220;Nachrichtenzeit&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 19:08:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Luzia Zollinger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wibke Bruhns]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/05/06/wibke-bruhns-nachrichtenzeit/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/nachrichtenzeit-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Wibke Bruhns lässt die Leser an ihren Erinnerungen teilhaben. Unterhaltsam beschreibt sie Beobachtungen und Fakten sowie persönliche Gefühle an den verschiedenen Arbeitsplätzen, die sie in ihrer journalistischen Karriere erlebt hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Die erste Nachrichtensprecherin Deutschlands</strong></h1>
<h2>Wibke Bruhns: &#8220;Nachrichtenzeit. Meine unfertigen Erinnerungen&#8221; (Biografie)</h2>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Wibke Bruhns lässt die Leser an ihren Erinnerungen teilhaben. Unterhaltsam beschreibt sie Beobachtungen und Fakten sowie persönliche Gefühle an den verschiedenen Arbeitsplätzen, die sie in ihrer journalistischen Karriere erlebt hat.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Von Luzia Zollinger.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10975" title="nachrichtenzeit" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/nachrichtenzeit.jpg" alt="nachrichtenzeit" width="200" height="293" />Wibke Bruhns war die erste Nachrichtensprecherin Deutschlands. Eine Sensation, damals, im Jahre 1971. Empörte Zuschauer meldeten sich, sie solle sich gefälligst um Mann und Kinder kümmern. Doch Bruhns liess sich nicht aus der Ruhe bringen. Denn bis dorthin war es bereits ein langer, steiniger Weg. Vor ihrer journalistischen Karriere hatte sie gejobbt, um Geld zu verdienen. Sie hatte Elbchausee-Villen geputzt, weil sie wissen wollte, &#8220;wie die von innen aussehen&#8221;. &#8220;In einer Fabrik wusch ich Därme für Wurstpellen &#8211; nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Bei Springer lud ich nachts BILD-Zeitungspakete auf den Lastwagen.&#8221; Dies brachte ihr Geld ein. Aber vor allem wurde Bruhns immer neugieriger und wusste: Sie gehörte in den Journalismus.</p>
<h3><strong>Von der Pike auf</strong></h3>
<p>Das journalistische Handwerk lernte Bruhns bei der Bildzeitung, ehe sie später als Redakteurin beim ZDF begann. Dass Bruhns leidenschaftliche Journalistin ist, kommt durch das ganze Buch hindurch zum Tragen. Sie erzählt von ihren Begegnungen in Deutschland, Amerika und Israel und ist sich immer wieder bewusst, dass sie als Journalistin unterwegs ist. Einzelschicksale sollten sie also nicht zu sehr berühren, tun es aber trotzdem. Dies steht Bruhns jedoch nicht im Weg ihrer Karriere. Die Journalistin war nah an den politischen Geschehnissen und einzelnen Persönlichkeiten dran, die die Welt prägten.</p>
<p>Wie es der Titel bereits sagt, hält Bruhns in diesem Buch ihre unfertigen Erinnerungen fest. Beim Lesen hat man den Eindruck, als seien es Notizen ihres Tagebuches. Die Notizen sind aber nicht nur einzelne Stichwörter, sondern abgeschlossene Handlungen. Ein Stück Zeitgeschichte von verschiedenen Orten dieser Welt, an denen Wibke Bruhns als Nachrichtenjournalistin tätig war. Sie traf Günter Grass und Yassir Arafat, den Attentäter von Hebron Adnan Jabar, der ihr jedes kleinste Detail des Attentats verriet, und sie war im Wahlkampf-Komitee von Willy Brandt. In Israel war Bruhns Auslandkorrespondentin für den Stern und erinnert sich insbesondere an den ersten Libanon-Feldzug 1982 sowie an das Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila.</p>
<h3><strong>Hitler – Einfluss im Privaten, Thema im Beruf</strong></h3>
<p>Hautnah erlebte Bruhns auch den Skandal um die vermeintlichen Hitler-Tagebücher. &#8220;Es ging ums Geld, um Gewinn und Verlust für die Unternehmen. Moral war nicht gefragt. Hitler sells.&#8221; Bruhns befand sich in Jerusalem, als ein Kollege der Zeitung Haaretz wissen wollte, was es mit den Hitler-Tagebüchern auf sich habe. &#8220;Die Korrespondentin des &#8216;Stern&#8217; schien die Einzige zu sein, die keine Ahnung hatte&#8221;, hält Bruhns die suspekte Situation fest.</p>
<p>Doch Bruhns erwähnt nicht nur ihre Erfahrungen und Erlebnisse, die sie während des Berufsalltages erlebt hat. Sie blickt ebenfalls auf eine nicht einfache Kindheit zurück. Ihr Vater wurde 1944 nach dem gescheiterten Hitler-Attentat als Verräter hingerichtet und hinterliess eine Frau und fünf Kinder. Die Familie hatte kaum noch Geld, da die Nazis ihr ganzes Vermögen weggenommen hatten.</p>
<p>Wibke Bruhns versteht es, Geschichtliches und Erlebtes miteinander zu verbinden, sodass sich nie Langeweile einschleicht. Der Leser leidet, lacht, staunt und fühlt Bruhns abwechslungsreiches Leben.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Nachrichtenzeit. Meine unfertigen Erinnerungen<br />
 Autorin: Wibke Bruhns<br />
 Verlag: Droemer<br />
 Seiten: 424<br />
 Richtpreis: CHF 34.90</p>
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		<title>Jens Bujar: &#8220;Die Bier-Diät&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 19:04:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ferdinand Laudage</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Bier-Diät]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Bujar]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2012/05/06/jens-bujar-die-bier-diat/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/diebierdiät-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>  Jens Bujar hat mit einem Vorurteil aufgeräumt, eine Wette gewonnen und gleichzeitig noch zehn Kilo verloren. Ein guter Grund für ihn und seine Wettpartnerin und Co-Autorin, die Journalistin Ulrike von Bülow, in "Die Bier-Diät" eine Wahrheit aufzudecken, die viele Männer die Fäuste gen Himmel reissen lässt: Bier macht gar nicht dick!  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Zum Wohlsein!</h1>
<h2>Jens Bujar: &#8220;Die Bier-Diät&#8221; (Erfahrungen/Ratgeber)</h2>
<h3>Jens Bujar hat mit einem Vorurteil aufgeräumt, eine Wette gewonnen und gleichzeitig noch zehn Kilo verloren. Ein guter Grund für ihn und seine Wettpartnerin und Co-Autorin, die Journalistin Ulrike von Bülow, in &#8220;Die Bier-Diät&#8221; eine Wahrheit aufzudecken, die viele Männer die Fäuste gen Himmel reissen lässt: Bier macht gar nicht dick!</h3>
<p>Von Ferdinand Laudage.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-10968" title="diebierdiät" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2012/05/diebierdiät.jpg" alt="diebierdiät" width="200" height="317" />Die Ausgangslage ist verzwickt: Jens Bujar hat für seine Grösse von 185 Zentimetern mit einem Körpergewicht von 96 Kilo definitiv ein paar Pfund zu viel auf den Rippen, wie er selbst findet. Ganzen zehn Kilogramm sagt er den Kampf an. Doch auf sein Lieblingsgetränk, das kühle Blonde, möchte der 39-jährige Buchautor nur ungern verzichten. Es sei alles kein Problem, so seine Bekannte Ulrike von Bülow. Die Journalistin verrät, dass nicht der Gerstensaft selbst der Grund für einen Bierbauch sei, sondern die dazu konsumierten Knabbereien. Das uralte kohlensäurehaltige Kaltgetränk sei eines der kalorienärmsten überhaupt.</p>
<h3>&#8220;Friss die Hälfte &#8211; und trink ein Bier dazu&#8221;</h3>
<p>Jens Bujar stellt sich der Herausforderung mit grosser Freude: Er wettet mit seiner Bekannten, dass er in fünf Monaten zehn Kilo leichter sein werde, ohne dabei auf Bier zu verzichten. Damit fällt der Startschuss zur &#8220;Bier-Diät&#8221;. Der Versuch, sich die Pfunde wegzutrinken, wird auf 221 Seiten äusserst kurzweilig beschrieben. Dabei fungiert der amüsante Erzählband auch zeitweise als Ratgeber. &#8220;Cheers&#8221;, &#8220;Santé&#8221;, &#8220;Skål&#8221;, selbst als Wörterbuch macht sich das Taschenbuch nicht schlecht.</p>
<p>Bujar liefert sich zudem sehr humorvolle E-Mail-Wechsel mit seiner Wettpartnerin, die dem motivierten Bierfreund immer wieder neue Tipps zur Gewichtsreduzierung gibt. Darüber hinaus klärt Jens Bujar den Leser in den einzelnen Kapiteln immer wieder durch Informationsboxen über Vorurteile zum weltweit beliebten Gerstensaft auf. Wichtigste These: Wer die Finger von Chips, Nüssli und Salzstängeli lässt, kann ruhig ein Glas Bier mehr trinken. Nach ebendieser Marschroute lebt der Autor seine Diät &#8211; mit schlussendlichem Erfolg.</p>
<h3>Trotzdem: kein Plädoyer für übertriebenen Bierkonsum</h3>
<p>Bujar selbst gewinnt die Wette aber auch nur, weil er seine Ernährung grundlegend umstellt, wenngleich die Tatsache, nicht auf Bier verzichten zu müssen, auf nahezu jeder Seite thematisiert wird. Dennoch sei angemerkt, dass &#8220;Die Bier-Diät&#8221; absolut kein Plädoyer für einen übermässigen Bierkonsum darstellt. Im Vordergrund steht vielmehr, das altehrwürdige alkoholhaltige Nahrungsmittel, welches sogar schon die alten Ägypter tranken, wieder in ein besseres Licht zu rücken.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Die Bier-Diät <br />
 Autor: Jens Bujar<br />
 Verlag: Ullstein<br />
 Seiten: 221 <br />
 Richtpreis: CHF 12.50</p>
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