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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Avatar</title>
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	<description>Das Magazin im Netz</description>
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		<title>Wie man einen Film macht, der den Oscar gewinnt</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 14:24:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Avatar]]></category>
		<category><![CDATA[Hurt Locker]]></category>
		<category><![CDATA[Kochrezept]]></category>
		<category><![CDATA[Oscar]]></category>
		<category><![CDATA[Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/09/oscar_2010/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/oscar_poster_2007.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=150  border=0></a>Sie denken jedes Mal, wenn Sie die Oscarverleihung sehen, Sie könnten das auch? Also, einen Film drehen, der ganz sicher eine goldene Statue abstaubt? Und Sie können sicherlich auch eine bewegende Rede halten und dabei ordentlich die Tränchen rausdrücken? Das alles können Sie, aber Sie wissen nicht genau wie? Dann ist dies der Moment ihres Lebens - denn in diesem Artikel wird Ihnen gesagt, was es für einen Oscar gewinnenden Film braucht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Wie man einen Film macht, der den Oscar gewinnt</strong></h1>
<h2>Das Kochrezept zum Erfolg von Alexander Sigrist</h2>
<p><strong> </strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2754" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/oscar_poster_2007.jpg" alt="oscar" width="322" height="143" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sie denken jedes Mal, wenn Sie die Oscarverleihung sehen, Sie könnten das auch? Also, einen Film drehen, der ganz sicher eine goldene Statue abstaubt? Und Sie können sicherlich auch eine bewegende Rede halten und dabei ordentlich die Tränchen rausdrücken? Das alles können Sie, aber Sie wissen nicht genau wie? Dann ist dies der Moment ihres Lebens &#8211; denn in diesem Artikel wird Ihnen gesagt, was es für einen Oscar-gewinnenden Film braucht.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Von Alexander Sigrist</p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Phase A: Die Story</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Story ist an sich nicht so wichtig &#8211; es reicht auch völlig, ein paar rudimentäre Szenen auf einer Serviette zu notieren. Der <strong>Hintergrund </strong>ist viel wichtiger. Am Besten man wählt ein an sich kritisches Szenario. Krieg macht sich immer gut; wenn es gerade einen realen gibt &#8211; umso besser. Dabei muss aber ganz vorsichtig vorgegangen werden: keinesfalls direkt kritisch sein! Keine politischen Machenschaften kritisieren! Viel besser, man nutzt den realen Hintergrund für eine allgemeine, humanitäre <strong>Wischi-Waschi-Botschaft</strong>. &#8220;Krieg ist schlecht!&#8221;, zum Beispiel, ist ein Dauerbrenner!</p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Phase B: Das Drehbuch</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es wird schwieriger: nun muss man die rudimentären Szenen und die Botschaft in einen Zusammenhang bringen. Am Besten man lässt die Szenen einzeln stehen und tut später so, als hätte man einen <strong>unterkühlten, distanzierten Erzählstil</strong> anstreben wollen. Die <strong>Dialoge sollten möglichst nichtssagend</strong> sein &#8211; so zeigt man dem Zuschauer, dass die Charaktere eigentlich gar nichts zum Reden haben und das Maul halten würden, wenn sie nicht für den Film reden müssten. Ganz mutige Naturen können auch eine Adaption schreiben, die haben aber meist nur wenige Chancen auf einen Sieg.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Achtung: NO GO!</strong> Ausufernde Liebeleien sind out! Die Tage von Filmen wie &#8220;Vom Winde verweht&#8221; sind definitiv vorbei! Viel lieber eine im Scheitern begriffene Ehe zeigen. 80% der Akademie-Mitglieder sind geschieden, da finden die das realistischer.<strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Phase C: Die Crew / Die Schauspieler</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Hier sollte besonderes Augenmerk dem/der <strong>RegisseurIn</strong> gelten. Sollten Sie jemand Bekanntes (z.B. die Ex-Frau des Regisseurs des erfolgreichsten Films aller Zeiten) gerade zur Hand haben: super! Das wäre ein <strong>Über-Bingo!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Vielleicht möchten Sie den Oscar für den besten Film mit einem Oscar für den besten Schauspieler kombinieren? Muss nicht unbedingt sein, macht sich aber gut im Lebenslauf. Generell gilt: je älter und <strong>je näher am Tod der Schauspieler</strong>, desto grösser die Chance zu gewinnen. Manchmal hat die Akademie auch Mitleid mit Leuten, die ihr Leben lang in schlechten Komödien gespielt haben &#8211; wenn Sie ein Drama drehen, unbedingt auf so jemanden zurückgreifen!<strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Phase D: Ausführung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es wird noch schwieriger, denn es ist sehr wichtig für das Gelingen, bei der Ausführung das richtige Mass zu finden. Auf keinen Fall zu viel Geld ausgeben &#8211; das erinnert die Akademie zu schnell an die allgemein ignorierte <strong>Hegemonie des Kapitalismus in Hollywood</strong> und könnte sensible Naturen abschrecken. Dasselbe gilt für Spezialeffekte: die sollten nur gemässigt eingesetzt werden &#8211; <strong>Aliens</strong>, egal ob nun krabbenartige oder blaue, sind auf alle Fälle ein ganz schlimmer Fauxpas. Wie gesagt, viel lieber auf Realismus setzen und diesen dann und wann mit ein wenig Hyperrealismus (z.B. überlangen Zeitlupen etc.) optisch interessant machen.<strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Phase E: Vermarktung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auch hier gilt: das richtige Mass ist entscheidend! Wer zu erfolgreich ist, der vertut seine Chancen auf einen Gewinn! Denn wenn ein Film zu erfolgreich ist, dann würde eine Auszeichnung für diesen Film gar die <strong>pseudo-elitäre Grundhaltung der Akademie</strong> untergraben, und das wollen wir ja nicht, oder? Nein, die Akademie ist unser Freund. Viel lieber <strong>an der Kinokasse floppen</strong>, damit hat man schon die halbe Miete.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer noch ganz wild sein möchte, schreibt der Akademie kurz vor der Verleihung eine <strong>Email </strong>und denunziert die Konkurrenten. Das hat die Akademie besonders gern, zeigt es doch, wie sehr man vom eigenen Film überzeugt ist!<strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Phase F: Die Dankesrede</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Sie haben es geschafft! Nicht vergessen: möglichst<strong> viele Namen </strong>nennen, auch wenn kein Schwein weiss, wen sie da eigentlich meinen. Und mindestens dreizehn Mal die Akademie erwähnen. Sie können ihr niemals genug danken!</p>
<p style="text-align: justify;">Weinen ist out, Sie sollten eher mit tränenerstickter Stimme reden, das kommt besser an, ausser Sie gehören zu einer Randgruppe &#8211; dann <strong>sollten Sie heulen</strong>, was das Zeug hält!</p>
<p style="text-align: justify;"><br class="spacer_" /></p>
<p style="text-align: justify;">Sie haben nun alles zusammen, was sie für einen Sieg brauchen. Worauf waren Sie also noch? Raus mit Ihnen, mit einer Kamera, und filmen, filmen, filmen Sie! Wir sehen uns an den nächsten Oscars!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Comeback des Jahres</title>
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		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/09/james-cameron/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 08:12:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexander Sigrist</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Avatar]]></category>
		<category><![CDATA[Call Me Joe]]></category>
		<category><![CDATA[James Cameron]]></category>
		<category><![CDATA[Terminator]]></category>
		<category><![CDATA[The Abyss]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/09/james-cameron/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/Avatar-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Sage und schreibe 12 Jahre hat es gedauert, bis sich Action-Tausendsassa James Cameron mit einem ordentlichen Kinofilm nach "Titanic" zurück meldet. Mit "Avatar" bricht er reihenweise Rekorde und verspricht die Revolution des Kinos eingeläutet zu haben – klar, technisch ist "Avatar" ein atemraubendes Werk. Dennoch wirkt der Film wie ein Best of seines bisherigen Schaffens. Grund genug, "Avatar" im Kontext seiner bisherigen Filme zu beleuchten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Comeback des Jahres</h1>
<h2>&#8220;Avatar&#8221; oder ein Querschnitt durch James Camerons Filmschaffen</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1697" title="Avatar 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/Avatar-1.jpg" alt="Avatar 1" width="550" height="309" /></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sage und schreibe 12 Jahre hat es gedauert, bis sich Action-Tausendsassa James Cameron mit einem ordentlichen Kinofilm nach &#8220;Titanic&#8221; zurück meldet. Mit &#8220;Avatar&#8221; bricht er reihenweise Rekorde und verspricht die Revolution des Kinos eingeläutet zu haben – klar, technisch ist &#8220;Avatar&#8221; ein atemraubendes Werk. Dennoch wirkt der Film wie ein Best of seines bisherigen Schaffens. Grund genug, &#8220;Avatar&#8221; im Kontext seiner bisherigen Filme zu beleuchten.</strong></p>
<p>Von Alexander Sigrist.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Avatar&#8221; steht beinahe schon als Synonym für progressive Technik: Camerons neuster Film ist ein technologisches Wunderwerk, das gekonnt gerenderte Bilder mit gefilmtem Material vermischt. Wie kein zweiter Film erreicht &#8220;Avatar&#8221; eine (fast) perfekte Verschmelzung zwischen Computer-Figuren und richtigen Schauspielern – dieses Streben nach technischer Perfektion lässt sich beinahe im ganzen Cameron&#8217;schen Schaffen ausmachen: ob nun in &#8220;Terminator&#8221;, einer der ersten Filme, der mit einer komplett gerenderten Figur aufwartete, oder &#8220;Terminator 2&#8243;, der mit dem &#8216;morphenden&#8217; T-1000 neue Massstäbe setzte (ein Effekt, der auch heute noch grossartig aussieht). Ob in &#8220;The Abyss&#8221;, mit den animierten Wasser-Aliens oder in &#8220;Titanic&#8221; mit dem digitalen Modell des Kult-Schiffes: die meisten Werke Camerons streben nach technischer Ausgebufftheit, wollen mit den Effekten die Leute verblüffen. Das funktioniert einmal mehr: &#8220;Avatar&#8221; und seine digitale Brillanz blasen den Zuschauer schlichtweg über den Haufen.</p>
<p>Andererseits erreicht Cameron nie die angestrebte Perfektion: seine Filme sind und waren immer an der Spitze der technologischen Machbarkeit, bedeuten jedoch nie eine (versprochene) Revolution. &#8220;Avatar&#8221; ist wie seine Vorgänger eher eine Evolution, eine Weiterentwicklung des Vorhandenen, und kaum ein völliger Umsturz des Gewesenen. Wer Cameron geglaubt hat, er würde ein völlig neues Erlebnis schaffen, wird enttäuscht werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Cameron und die (dünne) Story</strong><br />
Mal Hand aufs Herz: keines von James Cameron Werken kann sich mit einer beflügelten Story brüsten. Okay, &#8220;Terminator 1 und 2&#8243; geben sich alle Mühe, kreieren einen eigenen Geschichtsverlauf - aber die Story-Präsentation ist und bleibt in beiden Teilen geradlinig. Dasselbe gilt für Camerons Vorzeigewerk &#8220;Titanic&#8221; (Lovestory wird zum Untergangfilm) oder &#8220;Aliens&#8221;: Camerons Stories schlagen keine Haken, waten oft durch Klischees und bedienen sich schonungslos bei Vorbildern. Dass auch sein Revolutionswerk &#8220;Avatar&#8221; sich nicht aus diesem Cameron-typischen Dünn-Story-Gerüst befreien kann, erscheint dennoch erschreckend: zehn Jahre lang soll Cameron an seinem Werk gearbeitet haben - und dennoch erinnert &#8220;Avatar&#8221; in ungesundem Mass an &#8220;Der mit dem Wolf tanzt&#8221;, &#8220;Pocahontas&#8221;, &#8220;Matrix&#8221;, &#8220;Starship Troopers&#8221;, &#8220;Aliens&#8221; und dergleichen. Ausserdem bedient er sich ausgiebig bei älteren Science-Fiction Stories der 50er und 60er Jahre (Poul Andersons &#8220;Call Me Joe&#8221; zum Beispiel hatte die Avatar-Idee schon im Jahre 1958).</p>
<div id="attachment_1698" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-1698" title="Avatar 2" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/12/Avatar-21.jpg" alt="© Studio / Produzent" width="550" height="309" /><p class="wp-caption-text">© Studio / Produzent</p></div>
<p style="text-align: justify;">Trotz ihrer Einfachheit haben Camerons Stories jedoch eine gewisse Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann. Das mag an der Vertrautheit liegen, daran, dass Camerons Stories zeigen, was man schon kennt, Dinge eben, mit denen man sich, trotz Science-Fiction- und Action-Übergau, identifizieren kann. Vielleicht liegt es auch daran, dass Cameron ein gutes Händchen für Charaktere und Schauspieler hat: fast immer wachsen einem seine Figuren ans Herz, ja selbst Kampfroboter und blaue, 2 Meter grosse Aliens gewinnen an Tiefe und Glaubwürdigkeit. Camerons Werke, und dazu zählt auch &#8220;Avatar&#8221;, gewinnen selten einen Blumentopf für ihre Story, doch ihre Charaktere bleiben im Gedächtnis und – und genau das macht einen grossen Film aus – im Herzen stecken.</p>
<p><strong>Cameron und Sigourney Weaver</strong><br />
Sigourney hat in &#8220;Aliens&#8221; unter Camerons Regie der bösen Alien-Queen den Hintern versohlt. Natürlich ist sie auch in &#8220;Avatar&#8221; schweinisch cool. Noch Fragen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Cameron und die Moral der Geschichte</strong><br />
Cameron scheint die Welt zu mögen – und scheint sich auch um sie zu sorgen. In &#8220;The Abyss&#8221; reisen Aliens zur Erde, um eine Warnung abzugeben: wenn die Menschen weiterhin ihre Ressourcen im gegenwärtigen Ausmass verbrauchen, werden bald keine Ressourcen mehr vorhanden sein werden. In &#8220;Aliens&#8221; gibt es eine böse Firma, deren Gier nach Mehr zur Xenomorph-Katastrophe führt. &#8220;Avatar&#8221; ist eigentlich ein Best of-Mix der beiden: eine böse Firma strebt nach den Ressourcen auf dem Planeten Pandora, ohne Rücksicht auf Verluste – will heissen: wenn die friedlebende (d.h. hier im Über-Einklang mit der Natur) Rasse der Na&#8217;vi dabei draufgeht, dann ist das nun mal so. Ja, &#8220;Avatar&#8221; ist im Grunde genommen ein Öko-Film, der vor bösen, machtgeilen Konzernen warnt und die Rückkehr des Lebewesens zur Natur propagiert – so eine Moral ist zwar durchaus vertretbar, für einen revolutionären Sci-Fi-Film aber erschreckend untief und ausgekaut.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Cameron und das Monströse</strong><br />
Das Monster gehört fest zu Camerons Film-Kanon – und dies in allen möglichen Formen und Farben: Kampfroboter, H.R. Gigers Alien, Unterwasseraliens (ob computergeneriert wie in &#8220;The Abyss&#8221; oder &#8216;real&#8217; wie im Dokumentarfilm &#8220;Aliens der Meere&#8221;), Camerons Fantasie scheint keine Grenzen zu kennen. Kein Wunder lässt er derselben in &#8220;Avatar&#8221; absolut freien Lauf und zieht alle Register seines Könnens: sein Sci-Fi-Epos glänzt mit einer Vielzahl an Kreaturen und Viechern, und einer Welt, die selbst als lebendig bezeichnet werden könnte. Dieses Monströse, welches in &#8220;Avatar&#8221; von erschreckend bis wunderschön, zerstörerisch bis lebensspendend reicht, ist dann auch die eigentliche Stärke des Films: Cameron erschafft eine komplette Welt, voller Monster und Feen, Zauber und Technik, welche jede und jeden verzaubern muss, der oder die sich darauf einlässt. Hier hat Cameron seinen Höhepunkt erreicht, in dem er alle die Energie seiner früheren Filme bündelt und wo man wahrlich die zehn Jahre Arbeit sieht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Cameron und Überzeit</strong><br />
Blieb &#8220;Terminator&#8221; noch in gewohnten Laufzeit-Rahmen (105min), so überzog Cameron, sobald er den Durchbruch geschafft hatte, ohne Rücksicht auf gängige 120min-Kino-Konventionen: &#8220;Aliens&#8221; je nach Fassung 131-148min, &#8220;Terminator 2&#8243; ebenfalls bis zu 148min, &#8220;True Lies&#8221; 135min, &#8220;Titanic&#8221; 187min – nicht weiter verwunderlich, dass &#8220;Avatar&#8221; mit knapp 160min zu Buche schlägt. Verwunderlich jedoch, dass Camerons Werke trotz ihrer Laufzeit kaum langweilig werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Kurz und knapp: &#8220;Avatar&#8221; ist ein typischer Cameron. Im Guten, wie im Schlechten. James Cameron erfindet weder sich, noch das Rad, noch das Genre, und schon gar nicht den Film neu. Trotzdem schafft er es einen Film vorzulegen, der im Gedächtnis bleibt; einerseits auf Grund seiner visuellen Brillanz, aber doch auch auf Grund seines aufrichtigen Herzens: hinter der technologischen Masturbation lebt nämlich eine magische Welt, die verzaubern kann – wenn man sich nur darauf einlässt.</p>
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