<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Fotografie</title>
	<atom:link href="http://www.nahaufnahmen.ch/tag/fotografie/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.nahaufnahmen.ch</link>
	<description>Das Magazin im Netz</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Feb 2012 20:11:45 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.4</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Strassenszenen</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/05/16/strassenszenen/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/05/16/strassenszenen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 16 May 2010 13:34:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Catharina Graf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sehen]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Google Street View]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Wolf]]></category>
		<category><![CDATA[Paris Street View]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeitsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Transparent City]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=3681</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/05/16/strassenszenen/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/05/paris_street_view1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Mit "Transparent City" hat sich der deutsche Fotograf Michael Wolf im letzten Jahr an die Grenzen der Privatsphäre gewagt. Mit "Paris Street View" spürt er private Momente auf der Google'schen Weltkarte auf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Michael Wolf: &#8220;Paris Street View&#8221;</h2>
<h2>
<div id="attachment_3686" class="wp-caption alignleft" style="width: 560px"><a href="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/05/paris_street_view.jpg"></a><a href="http://www.photomichaelwolf.com/paris_street_view/"><img class="alignleft size-full wp-image-3690" title="paris_street_view" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/05/paris_street_view1.jpg" alt="paris_street_view" width="550" height="253" /></a><p class="wp-caption-text">Ansicht von &quot;Paris Street View&quot; auf photomichaelwolf.com</p></div>
</h2>
<p><strong>Mit &#8220;Transparent City&#8221; hat sich der Fotograf Michael Wolf an die Grenzen der Privatsphäre gewagt. Mit &#8220;Paris Street View&#8221; spürt er nun private Momente in der virtuellen Google&#8217;schen Welt auf.</strong></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<div id="attachment_3685" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.aperture.org/the-transparent-city.html" target="_blank"><img class=" size-full wp-image-3685" title="transparent-city-1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/05/transparent-city-1.jpg" alt="transparent-city-1" width="200" height="247" /></a><p class="wp-caption-text">Buchcover von &quot;Transparent City&quot;, Aperture, 2008</p></div>
<p>Das Buch &#8220;Transparent City&#8221; führte im Jahr 2008 hinter die Skyline Chicagos zu dem Leben, das sich in den unzähligen Wohnräumen in den Wolkenkratzern der Stadt abspielt. Michael Wolf thematisiert, wie die moderne Architektur die Grenzen zwischen öffentlichen Raum und den eigenen vier Wänden transparent macht. Ausgerüstet mit einem Teleobjektiv zeigt er höchst Privates, das eigentlich für jedermann zu sehen wäre.</p>
<p>Mit einem ähnlichen Prinzip, wenn auch mit einem anderen Ziel, arbeitet &#8220;Paris Street View&#8221;, das sich anstelle des Teleoobjektivs Googles virtuelle Welt, genannt &#8220;Google Street View&#8221; zu nutze macht. Für Google Street View ist seit 2007 ein Flotte von Kamera-Autos unterwegs, die für die Abbildung der Welt in 3-D die Strassen  verschiedener Städte weltweit aufnimmt und diese Bilder zum Zweck der geographischen Orientierung der breiten Öffentlichkeit  zugänglich macht. Eine Praxis, die schnell Schlagzeilen gemacht hat, da damit  gegen den Persönlichkeitsschutz (in Deutschland gilt zusätzlich  das &#8220;Recht am eigenen Bild&#8221;) verstossen werden könnte. Google stellt sich auf den  Standpunkt, dass die Bilder im öffentlichen Raum entstanden seien und  damit der Persönlichkeitsschutz ohnehin nicht gewährleistet sei:  &#8220;Straßenbilder mit Passanten werden zulässigerweise angefertigt und   veröffentlicht, seitdem es die Fotografie gibt und sind heute   allgegenwärtig in Zeitungen, dem Fernsehen und dem Internet&#8221;, so Google auf der eigenen <a href="http://maps.google.com/intl/de/help/maps/streetview/privacy.html" target="_blank">Webseite</a>. Zusätzlich  würden die Persönlichkeitsrechte durch eine besondere Software  geschützt, die laut Google die Gesichter und  Autokennzeichen  unkenntlich machen solle.</p>
<p>Mit dem Projekt &#8220;Paris Street View&#8221;, das als Ausstellung um den Globus tourt, lotet Michael Wolf nun das visuelle Imperium von Google aus. Einen Aufenthalt in Paris nutzte er sinnigerweise, um zuhause zu bleiben und die Stadt auf der Suche nach fotografischen Momenten am Bildschirm zu durchwandern. Und er wurde fündig: Der Vespafahrer, der irgendwem den Stinkefinger zeigt, das Paar, das im   Hauseingang Zärtlichkeiten austauscht, oder die junge Frau, die die Strasse überquert &#8211; das alles ist dargestellt in einer pixeligen, unsauberen Bildsprache, bisweilen unterlegt von den grafischen Steuerzeichen von Google Street View. So wie in &#8220;Transparent City&#8221; die kalten architektonischen Formen zu Lebensräumen werden, findet Michael Wolf in &#8220;Paris Street View&#8221; das menschliche Leben hinter dem  virtuellen &#8220;Mapping&#8221; der Welt &#8211; genau da, wo sich die Grenzen zwischen Privat und Öffentlich in Auflösung befinden.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Links:</strong></p>
<p><a href="http://www.photomichaelwolf.com/intro/index.html" target="_blank">Michael Wolf Photography</a></p>
<p><a href="http://www.photomichaelwolf.com/paris_street_view/" target="_blank">Paris Street View auf Michael Wolf Photography</a></p>
<p><a href="http://www.aperture.org/the-transparent-city.html" target="_blank">Transparent City bei Aperture</a></p>
<p><a href="http://maps.google.com/intl/de/help/maps/streetview/privacy.html" target="_blank">Google Street View zum Thema Persönlichkeitsschutz</a><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/05/16/strassenszenen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wieviel Manipulation ist erlaubt?</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/21/wieviel-manipulation-ist-erlaubt/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/21/wieviel-manipulation-ist-erlaubt/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Mar 2010 16:30:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Catharina Graf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sehen]]></category>
		<category><![CDATA[Bildmanipulation]]></category>
		<category><![CDATA[Disqualifikation]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Fotojournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Manipulation]]></category>
		<category><![CDATA[World Press Photo]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=3040</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/21/wieviel-manipulation-ist-erlaubt/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/disqualified1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>World Press Photo hat einen der diesjährigen Preisträger wegen einer unzulässigen Bildmanipulation disqualifiziert. Damit wird eine der wichtigsten Institutionen des gegenwärtigen Fotojournalismus ihrem Ruf von höchster journalistischer Integrität gerecht. Und zeigt, dass die Diskussion um fotografische Manipulation eine Gratwanderung ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Wieviel Manipulation ist erlaubt?</h1>
<h2>Eine Disqualifikation bei World Press Photo wirft Fragen auf</h2>
<div id="attachment_3077" class="wp-caption alignleft" style="width: 560px"><a href="http://www.worldpressphoto.org/index.php?option=com_photogallery&amp;task=view&amp;id=1741&amp;Itemid=258"><img class="size-full wp-image-3077 " title="disqualified" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/disqualified1.jpg" alt="disqualified" width="550" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Das disqualifizierte Bild wurde von www.worldpressphoto.org entfernt</p></div>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>World Press Photo hat einen der diesjährigen Preisträger wegen einer unzulässigen Bildmanipulation disqualifiziert. Damit wird eine der wichtigsten Institutionen des gegenwärtigen Fotojournalismus ihrem Ruf von höchster journalistischer Integrität gerecht. Und zeigt, dass die Diskussion um fotografische Manipulation eine Gratwanderung ist.</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.worldpressphoto.org/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=1819&amp;Itemid=50&amp;bandwidth=high" target="_blank">World Press Photo verkündete</a> Anfang März, dass der mit dem 3. Preis im Bereich Sport Features ausgezeichnete Beitrag des Ukrainischen Fotografen Stepan Rudik zurückgezogen werden musste. Aus dem nachgelieferten RAW-file des eingereichten Bildes, so World Press Photo, sei ersichtlich geworden, dass der Fotograf ein Element nachträglich aus dem Bild entfernt hatte. Damit verstösst er gegen die Regeln des Wettbewerbs, die da lauten: &#8220;<a href="http://www.worldpressphoto.org/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=1819&amp;Itemid=50&amp;bandwidth=high" target="_blank">Der Inhalt eines Bildes darf nicht verändert werden. Nur die Retusche, die den gängigen akzeptierten Standards des Fotojournalismus entspricht, ist erlaubt</a>&#8220;. Dass Fotografien, die im journalistischen Kontext entstehen, die Wirklichkeit nicht verschleiern dürfen, ist einleuchtend. Besonders in Zeiten der Digitalfotografie, dank der die Bearbeitung von Bildern immer einfacher geworden ist, ist es wichtig, im Umgang mit Manipulationen klare Regeln einzuhalten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Doch der Vergleich zwischen besagtem RAW-file und dem eingereichten Bild, den das <a href="http://www.bjp-online.com/public/showPage.html?page=873606" target="_blank">British Journal of Photography</a> auf Bitte des disqualifizierten Fotografen Stepan Rudik hin veröffentlicht hat, zeigt, dass dies nicht so einfach ist. Die Manipulation, die zur Disqualifikation geführt hatte, besteht in der digitalen Entfernung eines klitzekleinen Details &#8211; der Fussspitze, die sich unschön mit der Hand im Zentrum des Bildes überschneidet &#8211; das den Bildinhalt nicht zentral verändert. Das Bild, das Rudik bei World Press Photo eingereicht hatte, unterscheidet sich vom disqualifierten Bild in vielerlei Hinsicht, der kleinsten davon der entfernten Fussspitze. Der starke Anschnitt, der Verzicht auf Farbe und die veränderten Kontrastverhältnisse vermitteln den Eindruck, der Fotograf habe sich in einer intimen Nähe zu der dargestellten Aktion befunden und verwandelt das banale Bandagieren einer Hand in eine fast schon zärtliche Geste; ein Eindruck, der im Ursprungsbild so nicht entsteht. Verglichen mit diesen legalen Veränderungen am Bild erscheint das Entfernen der Fussspitze verschwindend klein. Der Fotograf hat offensichtlich zahlreiche Veränderungen am RAW-file vorgenommen, die alle der gängigen Praxis entsprechen und nicht zur Disqualifikation führen konnten. Erst das Entfernen eines Elementes aus dem Bild macht aus der akzeptierten Retusche eine Manipulation, die die Glaubwürdigkeit des Bildes in der Augen der World Press Photo in Frage stellt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&#8220;Ich &#8216;entferne&#8217; regelmässig Dinge aus Fotografien indem ich die Kamera nach rechts, links, oben oder unten bewege. Jeder Fotograf, der etwas fotografiert, &#8216;entfernt&#8217; den Rest der Welt aus dem Bild&#8221;, <a href="http://lens.blogs.nytimes.com/2010/03/03/behind-35/#comment-67537 " target="_blank">kommentiert ein Fotograf </a>im lens blog die Disqualifikation und bringt das Problem damit auf den Punkt: Fotografieren bedeutet immer eine Manipulation des Gesehenen, schon nur durch die Transformation des dreidimensionalen Raumes auf eine begrenzte zweidimensionale Fläche &#8211; von all den Möglichkeiten der Veränderung durch Schärfe und Unschärfe, Licht und Schatten, Farbe und Kontrastverhältnissen ganz zu schweigen. Hätte Stepan Rudik die Kamera ein bisschen bewegt, wäre der Fuss nicht  im Bild gewesen. Worin liegt der Unterschied zwischen den &#8216;Manipulationen&#8217; zum Zeitpunkt der Aufnahme und denjenigen, die danach vorgenommen werden?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nun gut, könnte man argumentieren, die Leistung eines Fotografen besteht doch darin, die Kamera im richtigen Moment so zu führen, dass eine nachträgliche Manipulation nicht nötig ist. Ein Fotograf, noch dazu einer, der für seine Arbeit mit einem hochkarätigen Preis ausgezeichnet wird, muss die Augenblicke erkennen und in der angemessenen Form festhalten können. Doch ist es nicht auch eine fotografische Leistung, aus dem Rohmaterial, wie es das RAW-file ist, ein Bild herauszuarbeiten, das zum Betrachter spricht, ihn bannt und ihm eine Realität vermittelt, die er ohne dieses Bild nicht erfahren könnte?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Grenzen zwischen Manipulation und zulässiger Retusche sind in jeder fotografischen Praxis fliessend. World Press Photo ist sich dessen auch bewusst, wie die relativ offene Formulierung &#8216;gängige akzeptierte Standards&#8217; zeigt. Das Löschen eines Elementes aus einem Bild ist eine objektiv feststellbare Veränderung, und dass eine Institution wie World Press Photo klare Grenzen setzen muss, ist nachvollziehbar. Doch sollte man sich im journalistischen Umgang mit Fotografien vielleicht wieder einmal vor Augen halten, dass eine Fotografe immer eine Interpretation der Wirklichkeit ist, und dass die Glaubwürdigkeit der Fotografie eine verführerische Illusion ist &#8211; und schon immer war.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Links</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.worldpressphoto.org" target="_blank">Wold Press Photo</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://www.bjp-online.com/public/showPage.html?page=873606" target="_blank">British Journal of Photography</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://lens.blogs.nytimes.com/2010/03/03/behind-35/" target="_blank">Diskussion zum Thema im lens blog</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/21/wieviel-manipulation-ist-erlaubt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Von CNN zu MMS</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/26/von-cnn-zu-mms/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/26/von-cnn-zu-mms/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 17:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Catharina Graf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sehen]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Geert van Kesteren]]></category>
		<category><![CDATA[Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[mms]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=1896</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/26/von-cnn-zu-mms/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/handycam-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Youtube und MMS statt CNN und Magnum-Fotografie: Das Beispiel Iran zeigt, dass die Medien ihre Rolle im Zeitalter der Berichterstattung 2.0 überdenken müssen. Der niederländische Fotojournalist Geert van Kesteren macht mit seinen Reportagen über den Irak beispielhaft vor, wie sich der Journalismus den stetig wandelnden medialen Technologien anpassen kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Von CNN zu MMS</h1>
<h2>&#8220;Baghdad Calling&#8221; und &#8220;Why, Mister Why?&#8221; von Geert van Kesteren</h2>
<div id="attachment_2366" class="wp-caption alignleft" style="width: 550px"><img class="size-full wp-image-2366 " title="handycam" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/handycam.jpg" alt="handycam" width="540" height="405" /><p class="wp-caption-text">Bild: Ernesto Fonzarelli</p></div>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Youtube und MMS statt CNN und Magnum-Fotografie: Das Beispiel Iran zeigt, dass die Medien ihre Rolle im Zeitalter der Berichterstattung 2.0 überdenken müssen. Der niederländische Fotojournalist Geert van Kesteren macht mit seinen Reportagen über den Irak beispielhaft vor, wie sich der Journalismus den stetig wandelnden medialen Technologien anpassen kann.<br />
 </strong></p>
<p>Mit &#8220;Baghdad Calling&#8221; beweist er, dass qualitativ hochstehender Journalismus mit medial bescheidenen Mitteln möglich ist. Wo Geert van Kesteren mit &#8220;Why, Mister why?&#8221; im Jahr 2004 die Reizüberflutung des Breaking-News Journalismus thematisierte, zeigt er im Jahr 2008 schlichte MMS aus den Telefonen irakischer Flüchtlinge.</p>
<p><strong>&#8220;Baghdad Calling&#8221;, 2008</strong></p>
<div id="attachment_1903" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-1903 " title="boekcoverENG" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/boekcoverENG.jpg" alt="Cover von &quot;Baghdad Calling&quot;, 2008" width="200" height="242" /><p class="wp-caption-text">Cover von &quot;Baghdad Calling&quot;, 2008</p></div>
<p>Mit &#8220;Baghdad Calling&#8221; hat der niederländische Fotojournalist Geert van Kesteren grosse internationale Anerkennung gewonnen, ohne selber eine Kamera in die Hand zu nehmen. Da es für Journalisten in den letzten Jahren immer gefährlicher wurde, sich im Irak zu bewegen, machte van Kesteren mehrere Reportagen über die zahlreichen irakischen Flüchtlingen in Syrien und Jordanien, um damit indirekt den brodelnden Konflikt im Irak dokumentieren zu können. Doch dies stellte den Reporter nicht zufrieden.</p>
<p>Im Interview (2007 mit Brigitte Lardinois) erzählt van Kesteren, dass er über den Inhalt seiner Bilder zunehmend frustriert geworden sei:<em> </em></p>
<p><em>&#8220;Sie zeigen den Alltag der Flüchlinge, aber was gibt uns das? Der Flüchtling mietet eine Wohnung, versucht, einen kleinen Job zu finden, lebt von seinem Ersparten und überlebt, bis das Geld alle ist &#8211; es gibt nämlich keine Unterstützung von aussen. Dieses Leiden ist nicht so fotogen wie beispielsweise die Qual der Flüchtlinge aus dem Kosovo, die schneebedeckte Berge überqueren mussten, verwundet und mittellos. Das Leiden der Irakischen Flüchtlinge ist sehr viel weniger offensichtlich.&#8221;</em></p>
<p>Das alltägliche Leben dieser Flüchtlinge ist das einzige, was ein Fotograf aufnehmen kann, und dieses erweist nicht besonders aussagekräftig; das Leid zwischen Geldsorgen oder der Angst um Familienmitglieder manifestiert sich selten visuell. Wie zeigt ein Fotojournalist das wirkliche, unsichtbare Problem &#8211; die Gewalt des Krieges, die diese Menschen zu Flüchtlingen gemacht hat, die Bilder, die sie in ihren Köpfen tragen?</p>
<p><strong>Leichenschau per MMS</strong><br />
 Das Mobiltelefon ist für viele dieser Irakis die einzige Verbindung in die Heimat, und da ein Telefon heutzutage viel mehr ist, als ein Draht zur Übertragung von Tönen, bietet es eine vornehmlich visuelle Verbindung nach Hause. Das Mobiltelefon wird im besten Fall als  Familienalbum genutzt; im Schlimmsten dazu, die Angehörigen im Ausland über den Tod eines Familienmitglieds zu informieren oder sie gar zu bitten, die Leiche zu identifizieren. Kriminelle und Mörder beweisen ihre Taten per MMS, und offizielle Presseagenturen berichten mit Handybildern über die Ereignisse des Krieges &#8211; das Mobiltelefon wurde für die Zivilbevölkerung des Irak zu einem modernen Äquivalent der Zeitung.</p>
<p>Van Kesteren sammelte Bilder aus diesen Telefonen und präsentiert sie mit &#8220;Baghdad Calling&#8221; als Dokument eines Krieges, der sich der professionellen Bericherstattung zu entziehen sucht. Die Unschärfen und sichtbaren Pixel verleihen den Bildern den Eindruck des Unmittelbaren, der direkten Beteiligung am Geschehen. Die niedrige technische und optische Qualität wirkt stärker und direkter, als es ein professionell bearbeitetes Bild je könnte. Dies sind die Bilder, die Menschen täglich mit sich herumtragen &#8211; auf der SIM-Card.</p>
<p><strong>Why, Mister Why?, 2004</strong></p>
<div id="attachment_1905" class="wp-caption alignleft" style="width: 196px"><img class="size-full wp-image-1905 " title="cover_whymisterwhy" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/cover_whymisterwhy.jpg" alt="Cover von &quot;Why, Mister Why?&quot;, 2004" width="186" height="240" /><p class="wp-caption-text">Cover von &quot;Why, Mister Why?&quot; 2004</p></div>
<p>Rückblende: Im Jahr 2004 präsentierte derselbe van Kesteren der Welt den Irakkrieg unter dem Titel &#8220;Why, Mister Why?&#8221; zweifach: Einmal in traditioneller Buchform und einmal als zeitgemässe Webseite (<a href="http://whymisterwhy.com">whymisterwhy.com</a>).</p>
<p>Van Kesteren katapultierte sich damit in den Olymp der Fotojournalisten: Das Buch war blitzschnell vergriffen und ist schon heute ein begehrtes Sammlerstück. Doch die Webseite bleibt erhalten und steht allen zur Verfügung.</p>
<p>Noch viel stärker als das Buch arbeitet die Webseite <a href="http://whymisterwhy.com">whymisterwhy.com</a> mit der medialen Überinformation. Im Stil der CNN-Nachrichten ziehen am unteren Rand des Blickfelds &#8216;Breaking News&#8217; über Geschehnisse im Irak vorbei; in fetten, roten Lettern schreien den Benutzer Schlagzeilen wie &#8220;WMD Contradictions: Bremmer and Blair at Odds&#8221; oder &#8220;Car Bombs Rock Heart of Baghdad&#8221; an. Mit einem komplexen Navigationssystem gelangt man schliesslich zu dem, was man sucht: den Bildern. Doch selbst diese können nicht in Ruhe betrachtet werden, sondern sie werden in einen ständig wandelnden Kontext gestellt: Einmal neben einer militärisch-genauen Karte, die den geografischen Aufnahmeort im Fadenkreuz zeigt. Ein andermal begleitet von einer herkömmlichen Bildlegende, wie man sie von Nachrichtenagenturen kennt. Und zuletzt neben einem längeren, gut recherchierten Hintergrundbericht, der das Geschehen in einen grösseren gesellschaftlichen und politischen Zusammenhang stellt.</p>
<p><strong>Warum Krieg, warum Medien?</strong><br />
 &#8220;Why, Mister Why?&#8221;, sei die Frage gewesen, die die Bevölkerung dem Fotografen, der als &#8216;embedded journalist&#8217; mit den US-Truppen unterwegs war, immer wieder gestellt habe. Eine Frage, die für van Kesteren mit dem grausamen Fortschreiten dieser ursprünglich als &#8216;Blitzkrieg&#8217; im Namen der Demokratie gerechtfertigten Aktion immer akuter wurde. Aus der Frage nach dem Warum des Krieges wurde für den Fotojournalisten die Frage nach den Grenzen und Möglichkeiten seiner Arbeit.</p>
<p>Die Seite <a href="http://whymisterwhy.com" target="_blank">whymisterwhy.com</a> simuliert die Erfahrung von uns allen, die wir auf zahlreichen medialen Kanälen über Ereignisse wie den Krieg in einem fernen Land informiert werden: Gelangt man erst einmal hinter die Schlagzeilen, die Marktschreier der (Print)-Medien, bietet sich eine vielseitige Darstellung desselben Geschehens &#8211; immer begleitet von den Breaking News des Fernsehbildschirms, dem Bewusstsein, dass das Gezeigte eigentlich schon veraltet ist, die Aufbereitung der Information der Echtzeit hinterher hinkt.  Die gleiche Fotografie erhält auf whymisterwhy.com je nach Kontext, in dem man sie betrachtet, eine andere Bedeutung: Die militärisch anmutende Karte versetzt uns in den Zustand des Offiziers, der sich in diesem Land als Feind bewegt, für den der Krieg in erster Linie eine strategische Herausforderung ist, das zerbombte Auto entweder Erfolg oder Gefahr für diese Strategie darstellt. Die Bildlegende wiederum lässt uns das Ganze mit der Brille des Nachrichtenjournalisten betrachten, der auf minimalem Raum um neutrale Information bemüht ist: Wer, was, wann wo; ein warum wäre schon spekulativ. Die ausführliche Hintergrundinformation wiederum bemüht sich fast ausschliesslich um dieses Warum, um ein Verständnis und eine Begründung des Geschehens. Unter all diesen Perspektiven nun werden die Fotografien betrachtet, die all das konkret Sichtbare eines Ereignisses wiedergeben, ohne Hintergrundinformationen oder Erklärungen bieten zu können: Den Staub der Strasse, die geborstenen Scheiben eines Autos nach einem Anschlag; die Gesten und Gesichter der Menschen, aber auch die Alltäglichkeit dieser Ereignisse, manifestiert zum Beispiel durch den Alltagsverkehr, der auf der Gegenfahrbahn normal weiterläuft.</p>
<p>Ist neutrale journalistische Berichterstattung &#8211; im Zustand des Krieges wie im &#8216;Normalzustand &#8211; möglich? Vielleicht ja. Wenn die verschiedenen Brillen immer wieder aufgesetzt werden, unter denen Menschen ein Ereignis betrachten. Im Jahr 2004 hiess das: professionell aufbereitete und vernetzte Multimedia-Inhalte. Vier Jahre später, als die Web-Version 2.0 in aller Munde war, bedeutete es, die Unmittelbarkeit und persönliche Anziehungskraft des sogenannten &#8216;user-generated content&#8217; professionell zu verarbeiten. Die Folgen des nächsten technologischen Paradigmenwechsels für die Medien werden sich zeigen &#8211; vielleicht wieder an van Kesterens Arbeit.</p>
<p><strong>Links</strong>:</p>
<p><a href="http://whymisterwhy.com">Why, Mister Why?</a><a href="http://www.baghdadcalling.com/"><br />
 Baghdad Calling</a><a href="http://www.geertvankesteren.com/" target="_blank"><br />
 Geert van Kesteren</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/26/von-cnn-zu-mms/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Actio = Reactio</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/26/actio-reactio/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/26/actio-reactio/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 15:04:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Catharina Graf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sehen]]></category>
		<category><![CDATA[Aurora Photos]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Newton]]></category>
		<category><![CDATA[Wechselwirkung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=1928</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/26/actio-reactio/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/aurora.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=150  border=0></a>Die amerikanische Bildagentur Aurora Photos hat sich zu ihrem 15jährigen Bestehen ein besonderes Projekt ausgedacht und beweist das Newton’sche Wechselwirkungsgesetz auf die etwas andere Art. Actio = Reactio, jede Aktion erzeugt gleichzeitig eine gleich große Reaktion, die auf den Verursacher der Aktion zurückwirkt. Aurora Photos hat das Newton’sche Wechselwirkungsgesetz unter dem Titel Action:Reaction kurzerhand zu einem fotografischen Experiment umgenutzt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Actio = Reactio</h1>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<h2 style="margin-bottom: 0cm;">Newton fotografisch umgesetzt</h2>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Die amerikanische Bildagentur Aurora Photos hat sich zu ihrem 15jährigen Bestehen ein besonderes Projekt ausgedacht und beweist das Newton’sche Wechselwirkungsgesetz auf die etwas andere Art.</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong><br />
 </strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong><img class="size-full wp-image-1929 alignleft" title="aurora" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/aurora.jpg" alt="aurora" width="450" height="59" /><br />
 </strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"> </p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Actio = Reactio, jede Aktion erzeugt gleichzeitig eine gleich große Reaktion, die auf den Verursacher der Aktion zurückwirkt. Aurora Photos hat das Newton’sche Wechselwirkungsgesetz unter dem Titel Action:Reaction kurzerhand zu einem fotografischen Experiment umgenutzt.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Anlage des Exerimentes war die Folgende: Aus einem umfangreichen Pool von Fotografen wurde der Name des ersten Teilnehmer per Losentscheid festegelegt. Dieser hatt 48 Stunden Zeit um ein Set von drei Fotografien zu konzipieren, durchzuführen und einzureichen – Thema, Sujet und Stil waren ihm freigestellt. Von diesen drei Fotografien wurde eine durch einen Gastredaktor/in ausgewählt und auf der Webseite online publiziert. Nun wurde der nächste Fotograf ausgelost, der wiederum 48 Stunden Zeit hatte, um 3 Fotografien einzureichen, die in irgendeiner Form mit dem vorangegangenen Bild zu tun hat. Dies wurde solange durchgeführt, bis alle teilnehmenden Fotografen einen Beitrag geleistet haben.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das Ergebnis ist eine eindrückliche Bilderstecke, die mit allen erdenklichen Bildsprachen hantiert und all die Möglichkeiten aufzeigt, wie Bilder auf Bilder wirken. Damit der Betrachter die Wechselwirkungen zwischen den Bildern auch wirklich unter die Lupe nehmen kann, stehen verschiedene Ansichten zur Wahl: Einzelbilder, die aufeinander folgen oder Bildpaare, die die Bilder nebeneinander wirken lassen; eine Übersicht von ca. 15 Bildern neben- und untereinander, oder die Kalenderansicht, die zeigt, wie viel Zeit zwischen Aktion und Reaktion jeweils verstrichen ist.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Action:Reaction ist ein spannendes Seherlebnis, das mit den erzählerischen Möglichkeiten der Fotografie spielt. Zu finden ist das Projekt unter <a href="http://www.aurora15.com" target="_blank">http://www.aurora15.com.</a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Links</strong><br />
 <a href="http://www.aurora15.com" target="_blank">Aurora Photos<br />
 Action:Reaction</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/26/actio-reactio/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

