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Am Freitag schickt Frankreich einen Trupp Soldaten in die Wüste – wo sie einen der besten und stillsten Horror-Trips des NIFFFs 2010 erleben. Stille gebietet auch der Film “Murderer”, über den man nicht viel sagen darf, ausser: Er ist, einer verschrobenen Logik folgend, der konsequente nächste Schritt für den Hong Kong-Thriller.
Tags: aaron kwok, Algerienkrieg, chow hin yeung roy, Djins, hong kong, Horror, Hugues Martin, infernal affairs, männer-mit-mumm, murderer, NIFFF 2010, Sandra Martin, thriller
Von Alexander Sigrist · Februar 2010

“Tot und Begraben”: in Deutschland jahrelang auf dem Index! Verboten in Norwegen! Verboten in Finnland! Höchste Freigaben in England, den USA, Australien! Ein Splatterfest? Tausende Leichen? Untote? Zombies? Blut? Gallonen an Blut? Ein schockierendes Filmchen aus den Achtzigern? – Keine Panik, alles halb so wild. Aber eigentlich gar nicht mal so schlecht.

Hier wird plötzlich das Handwerk selbst zur Bedrohung, hinter jedem Schnitt oder jedem Kameraschwenk kann plötzlich eine andere Welt hervorbrechen, eine andere Realitätsebene, eine zusätzliche Irritation. Das alles ist im höchsten Grade unheimlich, da unberechenbar, für Mima genauso wie für den Zuschauer, der ebenfalls keine Sicherheit finden kann auf dem vermeintlich festen Boden der erhöhten Übersicht.

45 Jahre nach dieser Aufzeichnung mögen wir uns für mit allen cinematischen Wassern gewaschen halten, alle Irritierungs- und Verfremdungstaktiken mit einem müden Gähnen quittieren, und dennoch: Diese Szene, in der die Worte den Figuren nur asynchron über die Lippen gehen, kommt in ihrer rüden Unmittelbarkeit nichts weniger als schlagartig auf einen zu, im seltsamen Widerspruch stehend zur schweren Langsamkeit des restlichen Filmes.