<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Islam</title>
	<atom:link href="http://www.nahaufnahmen.ch/tag/islam/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.nahaufnahmen.ch</link>
	<description>Das Magazin im Netz</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Feb 2012 20:11:45 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.4</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Hamed Abdel-Samad: &#8220;Der Untergang der islamischen Welt&#8221;</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/05/01/der-untergang-der-islamischen-welt/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/05/01/der-untergang-der-islamischen-welt/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 May 2011 16:44:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Der Untergang der islamischen Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Hamed Abdel-Samad]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=8584</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/05/01/der-untergang-der-islamischen-welt/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/05/Untergang-der-islamischen-Welt-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts war geprägt von den Spannungen zwischen dem Westen und der arabischen Welt, die sich in zahlreichen Terroranschlägen und zwei Kriegen entluden. Der ägyptischstämmige Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad sieht darin ein letztes Aufbäumen der untergehenden islamischen Kultur. Seine Prognose ist provokativ und einseitig, aber ebenso faszinierend.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Krebsdiagnose für eine Religion</strong></h1>
<h2>Hamed Abdel-Samad: &#8220;Der Untergang der islamischen Welt&#8221; (Sachbuch)</h2>
<h3><strong>Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts war geprägt von den Spannungen zwischen dem Westen und der arabischen Welt, die sich in zahlreichen Terroranschlägen und zwei Kriegen entluden. Der ägyptischstämmige Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad sieht darin ein letztes Aufbäumen der untergehenden islamischen Kultur. Seine Prognose ist provokativ und einseitig, aber ebenso faszinierend.</strong></h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-8583" title="Untergang der islamischen Welt" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/05/Untergang-der-islamischen-Welt.jpg" alt="Untergang der islamischen Welt" width="200" height="336" />Ich habe bisher wenige Sachbücher gelesen, deren Einleitung mich so erzürnt hat wie jene der vorliegenden &#8220;Prognose&#8221;, wie der Autor sein Buch bezeichnet. Immer hatte ich mich gegen Pauschalurteile gegen den Islam gewehrt und rassistische Kampagnen, wie sie die politische Rechte der Schweiz führt, verurteilt. Islamischer Fundamentalismus, argumentierte ich stets, habe seine Wurzeln nicht in der Religion, sondern sei eine Folge des westlichen Imperialismus, welcher wegen seiner Ölinteressen nicht an einer Demokratisierung muslimischer Länder interessiert sei. Hamed Abdel-Samad, der als Europaskeptiker nach Deutschland kam, sein Weltbild dann aber grundlegend überdachte, schiesst bereits in der Einleitung mit allem, was er hat, nach dem Islam und verkündet dessen Untergang, als sei dieser mathematische Gewissheit.</p>
<p>Ein Grund für den anfänglichen Frust über das Buch war Abdel-Samads Mangel an Sachlichkeit. Ich hatte auf ein Sachbuch gehofft, welches wissenschaftlich fundiert Auskunft über die wirtschaftliche und kulturelle Zukunft des Abendlandes enthält. Stattdessen erzählte mir der Autor Anekdoten aus seinem Privat- und Berufsleben, welche ihn zu seiner Prognose bewegten. Und so was nannte sich Sachbuch. Statt einer Prognose gab es eine Prophezeihung, statt einer sachlichen Abhandlung eine persönliche Abrechnung, statt Fakten Behauptungen. Nach der Einleitung war ich mir sicher: Meine Rezension des Buches würde vernichtend sein.</p>
<p><strong>Ebenso Täter wie Opfer</strong></p>
<p>Diese vorgefertigte Meinung geriet jedoch bald ins Wanken. Die Anekdoten, welche der Autor in den nachfolgenden Kapiteln erzählte, schienen mir zwar immer noch kaum aussagekräftig, begannen mich aber immer mehr zu faszinieren. Obwohl es mir nach wie vor widerstrebte, dass Abdel-Samad den Westen so gut und den Orient so schlecht wegkommen liess, schaffe er es dennoch, mein Bild vom Islam ins Wanken zu bringen. Dass die amerikanische und europäische Wirtschaftspolitik einen wesentlichen Einfluss auf die Radikalisierung des Islams in arabischen Staaten hatte und hat, glaube ich nach wie vor. Doch dass sie ebenso das Resultat der islamischen Ablehnung von Aufklärung und Moderne ist, führte mir das Buch deutlich vor Augen.</p>
<p>Mit Zitaten aus ägyptischen Schulbüchern, einer Schilderung der Reaktionen auf die Mohamedkarikaturen der dänischen Zeitung Jyllands-Posten, mit Anekdoten zum Verhalten arabischer Wissenschaftler an westlichen Kongressen oder dem Schicksal seiner eigenen Nichte, die als Kind beschnitten und zwangsverheiratet wurde, führt der Autor vor Augen, welch ein verzerrtes Welt-, Selbst- und Fremdbild in einem Grossteil der arabischen Welt vorherrscht. Die Integrationsunwilligkeit vieler Muslime führt Abdel-Samad genau auf diese verzerrte Selbstwahrnehmung zurück, in welcher er auch die Wurzeln des Terrorismus sieht. Es sei nicht überraschend, dass der Integrationsdiskurs vor allem im Zusammenhang mit muslimischen Immigranten geführt werde, denn deren Glaubensgrundsätze seien mit dem Konzept der Integration ganz einfach nur schwer vereinbar.</p>
<p><strong>Weiterleben nur ohne Dschihad und Scharia</strong></p>
<p>Für ein Burkaverbot oder andere Initiativen, welche die Glaubensausübung von Muslimen erschweren wollen, werde ich auch nach der Lektüre von Abdel-Samads Prognose nicht stimmen. Dass Kritik am Islam jedoch unabdingbar ist, um diesen mit dem 21. Jahrhundert zu versöhnen, davon kann &#8220;Der Untergang der islamischen Welt&#8221; überzeugen. Nur in der Überwindung von Dschihad und Scharia kann laut Abdel-Samad ein aufgeklärter Islam entstehen, der ohne Spannungen im und mit dem Westen existieren kann.</p>
<p>Ein Kritikpunkt an Hamed Abdel-Samads Buch bleibt dennoch. Während er mit dem Islam hart ins Gericht geht, kommt der Westen bis zum Schluss zu gut weg. Auch unser Weltbild krankt und bedarf dringend der Überarbeitung. Das hartnäckige Widerstreben, sich mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts auseinanderzusetzen, führt auch hierzulande je länger je mehr in den Fundamentalismus. Auch im Westen fürchten sich Wirtschaft und Politik vor dem Neuen und flüchten sich in die scheinbare Einfachheit des Althergebrachten. &#8220;Der Untergang der westlichen Welt&#8221; ist ein Buch, das erst noch zu schreiben ist.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Der Untergang der islamischen Welt<br />
 Autor: Hamed Abdel-Samad<br />
 Verlag: Droemer<br />
 Seiten: 240<br />
 Richtpreis: CHF 32.90</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/05/01/der-untergang-der-islamischen-welt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Crossing Over&#8221; von Wayne Kramer</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/30/crossing-over/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/30/crossing-over/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 09:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf DVD]]></category>
		<category><![CDATA[Ashley Judd]]></category>
		<category><![CDATA[Cliff Curtis]]></category>
		<category><![CDATA[Green Card]]></category>
		<category><![CDATA[Harrison Ford]]></category>
		<category><![CDATA[Immigration]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Jim Sturgess]]></category>
		<category><![CDATA[Ray Liota]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wayne Kramer]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=2052</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/30/crossing-over/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/Crossing-Over-1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Für tausende illegaler Einwanderer ist sie das höchste zu erwerbende Gut in den USA: Die Green Card. Sie gewährt ihnen das Recht, legal in den Staaten zu wohnen und zu arbeiten, und das Ende der dauernden Angst vor Ausschaffung. "Crossing Over" zeigt die bewegenden Geschichten von sechs Immigranten, die um eine Green Card oder die Einbürgerung kämpfen – in für Hollywood ungewohnt kritischen und radikalen Tönen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Vom schwierigen Zugang zum American Dream</h1>
<h2>&#8220;Crossing Over&#8221; von Wayne Kramer</h2>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-2065" title="Crossing Over 1" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/Crossing-Over-1.jpg" alt="Crossing Over 1" width="550" height="365" /></h3>
<h3>Für tausende illegaler Einwanderer ist sie das höchste zu erwerbende Gut in den USA: Die Green Card. Sie gewährt ihnen das Recht, legal in den Staaten zu wohnen und zu arbeiten, und das Ende der dauernden Angst vor Ausschaffung. &#8220;Crossing Over&#8221; zeigt die bewegenden Geschichten von sechs Immigranten, die um eine Green Card oder die Einbürgerung kämpfen – in für Hollywood ungewohnt kritischen und radikalen Tönen.</h3>
<p>Von Lukas Hunziker.</p>
<p>Der Administration Bush kann man wenig Gutes nachsagen, wofür man ihr jedoch dankbar sein muss, sind ihre Auswirkungen auf die Filmindustrie. Selten hat das amerikanische Mainstreamkino so viele kritische Filme hervorgebracht, wie in den letzten drei bis vier Jahren. Beschäftigten sich die meisten dieser  Filme jedoch mit dem aussenpolitischen Engagement der USA, vor allem den Kriegen in Irak und Afghanistan (z.B. &#8220;Jarhead&#8221; und &#8220;In the Valley of Elah&#8221;), so widmet sich &#8220;Crossing Over&#8221; einem brandaktuellen innenpolitischen Thema. Illegale Immigration, vor allem aus Mexiko, aber auch aus diversen anderen Ländern, hat den Rechtsparteien ein neues Wahlkampfthema gegeben: die Eindämmung des Immigrantenflusses. Diesen wird, wie bei uns, vorgeworfen, Arbeitsplätze zu stehlen und die Sozialsystem auszunutzen. &#8220;Crossing Over&#8221; entlarvt die Praxis der Einbürgerung, bzw. der Aufenthaltsbewilligung, als rassistisch, ineffizient und unmenschlich.</p>
<h3>Mitleid für Mexikaner</h3>
<p>Max Brogan (Harrison Ford) ist ein alter Hase der &#8220;Migra&#8221;, der Amerikanischen Fremdenpolizei, deren Hauptaufgabe es ist, illegale Immigranten vor allem aus Mexiko aufzuspüren und zurück über die Grenze zu bringen. Während seine Kollegen heiss auf das Einfangen der Mexikaner sind und sich auf ihre Einsätze freuen, kommt Max je länger je weniger damit zu recht, dass er mit seiner Arbeit Familien auseinander reisst und Hoffnungen auf ein besseres Leben zerstört. Als  ihn bei einer Razzia eine junge Mexikanerin anfleht, sich um ihren Sohn zu kümmern, kann Max sich nicht dazu überwinden, die Vorschriften einzuhalten, und macht sich auf die Suche nach dem Sohn, um ihn zu seiner Mutter zu bringen. Als er zwei Tage später mit dem Kind an der Tür von dessen Elternhaus in Tijuana klingelt, öffnen die Grosseltern &#8211; von der Mutter fehlt jede Spur.</p>
<h3>Keine Sympathie mit Terroristen</h3>
<p>Max&#8217; Partner Hamid ist der Sohn eines reichen arabischen Geschäftsmannes, der seit längerer Zeit in der USA lebt und kurz vor der Einbürgerung steht. Das schwarze Schaf der sonst streng muslimischen Familie ist  Tochter Zahra. In Amerika geboren hat sie keine Beziehung zu den Traditionen ihrer Familie und gibt sich voll und ganz dem freizügigen westlichen Lebensstil hin. Dies wird ihr genauso zum Verhängnis, wie einer anderen jungen Muslimin, Taslima, die im Gegensatz zu Zahra eine starke Beziehung zum Islam hat, und an einem schicksalshaften Tag einen Vortrag über die Motive islamistischer Terroristen hält. Obwohl sie deren Taten verurteilt und lediglich drauf hinweist, dass hinter den Anschlägen vom 11. September 2001 mehr als nur religiöser Fanatismus steckte, ruft sie mit ihrem Vortrag das Departement für innere Sicherheit auf den Plan, das Taslima nach einer brutalen Hausdurchsuchung zur potenziellen Selbstmordattentäterin erklärt. Da ihre Eltern sich illegal in den Staaten aufhalten, droht damit der ganzen Familie die Ausschaffung.</p>
<div id="attachment_2064" class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-2064" title="Crossing Over" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/Crossing-Over-2.jpg" alt="© Ascot Elite" width="550" height="365" /><p class="wp-caption-text">© Ascot Elite</p></div>
<h3>Prostitution für die Greencard</h3>
<p>Zu selben Zeit kämpfen die australische Schauspielerin Claire und der jüdische Musiker Gavin um eine Greencard. Gavin sieht seine Chance in der jüdischen Gemeinde von Los Angeles, und beginnt illegal an einer jüdischen Schule zu arbeiten. In seiner Freizeit macht er sich mit den wichtigsten jüdischen Glaubenstexten und Gebeten vertraut, um sich als Religionslehrer ausgeben zu können, wodurch er sich gute Chancen auf eine Greencard verspricht. Seine Kollegin Claire versucht indessen, sich kleinere Rollen als Schauspielerin zu sichern, um damit eine Aufenthaltsbewilligung zu bekommen. Als Sie eines Morgens das Auto eines Einwanderungsbeamten rammt, stellt dieser sie vor die Wahl: entweder er verpetzt sie oder sie steht ihm für drei Monate als Sexgespielin überall und jederzeit zur Verfügung, und erhält dafür nach Ablauf der Frist eine Greencard. Claires Hoffnungen in ein Leben in den USA sind zu gross, um abzulehnen.</p>
<h3>Das Dilemma der Einbürgerung</h3>
<p>Am Schluss von &#8220;Crossing Over&#8221; ist klar, dass die amerikanische Einbürgerungspolitik verfehlt und erfolglos ist. Bleiben darf, wer gute Freunde oder Geld hat, gehen muss, wer sich dem amerikanischen Gemeindenken nicht willenlos unterwirft oder zu einer unbeliebten Spezies von Einwanderer gehört. Bewegend und aufwühlend sind vor allem die Geschichten der reichen und der armen muslimischen Familie &#8211; Taslima, die eigenständige, kritische Muslimin, muss das Land verlassen, Hamids patriarchaler Vater, der seine Tochter lieber tot als frei sehen möchte, darf bleiben. Eine Szene bleibt besonders in Erinnerung und ist fast so stark wie jene mit der falsch aufgehängten Flagge in &#8220;In the Valley of Elah&#8221;: zu einer kitschigen Popversion der amerikanischen Nationalhymne an der Einbürgerungsfeier  werden Zahra und ihr Liebhaber ermordet. Ein bissiger Kommentar auf den Wert der amerikanischen Staatsbürgerschaft.</p>
<p>&#8220;Crossing Over&#8221; kann sich zwar einige pathetische, optimistische Szenen und Dialoge nicht verkneifen, bleibt jedoch vor allem als kritischer, wenn nicht gar anklagender Film in Erinnerung, und ist als solcher unbedingt zu empfehlen.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Seit dem 18. Dezember im Handel.</p>
<p>Originaltitel: &#8220;Crossing Over&#8221; (USA 2008)<br />
Regie: Wayne Kramer<br />
Darsteller: Harrison Ford, Ashley Judd, Jim Sturgess, Ray Liotta, Cliff Curtis, Summer Bishil<br />
Genre: Thriller, Drama<br />
Dauer: 108 Minuten<br />
Bildformat: 1:2,35<br />
Sprachen: Deutsch, Englisch<br />
Untertitel: Deutsch, Französisch<br />
Bonusmaterial: &#8220;Beim Dreh&#8221;, Interviews, Trailer<br />
CH-Vertrieb: Ascot Elite</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Im Netz</strong><br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=VDJZem3mq2M&amp;feature=fvw" target="_blank">Trailer</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/01/30/crossing-over/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das uns unbekannte Volk</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/12/02/das-uns-unbekannte-volk/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/12/02/das-uns-unbekannte-volk/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 19:51:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joel Krebs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Minarette]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Politik]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Verbot]]></category>
		<category><![CDATA[Volksinitiative]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen.ch/?p=1376</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/12/02/das-uns-unbekannte-volk/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/12/minarettverbot-plakat.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=150  border=0></a>Wut, Empörung und Scham scheinen die vorherrschenden Gefühle der Minarettgegner nach dem letzten Sonntag zu sein. Kaum jemand scheint zu verstehen, wie dieses Resultat zu Stande gekommen ist – und schafft so die Grundlage für die nächste, noch weitergehende Initiative.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Das uns unbekannte Volk</h1>
<h2>Kulturelle Elite und das ungehorsame Volk</h2>
<h2><img class="alignleft" title="Plakat gegen das Minarettverbot" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/12/minarettverbot-plakat.jpg" alt="" width="550" height="244" /></h2>
<p><strong>Wut, Empörung und Scham scheinen die vorherrschenden Gefühle der Minarettgegner nach dem letzten Sonntag zu sein. Kaum jemand scheint zu verstehen, wie dieses Resultat zu Stande gekommen ist – und schafft so die Grundlage für die nächste, noch weitergehende Initiative.</strong></p>
<p>Kaum jemand hat mit dem Resultat gerechnet, da hat sich nicht nur der Politologie des Schweizer Fernsehens stark verrechnet. Nun reibt man sich die Augen und fragt sich, in welcher Schweiz man den Lebe. Manche meinen, dass sie nun auswandern müssten. Andere beleidigen die 57% Ja-Sager schlicht als dummes, fremdenfeindliches Volk – Vergleiche mit dem dritten Reich sind dann nicht mehr fern. Doch diese Trotzreaktion bringt absolut gar nichts – im Gegenteil, sie schadet der Schweiz nur und stärkt schlussendlich jene, die man eigentlich bekämpfen wollte. Dabei haben diese Reaktionen die gleiche Ursache wie das Abstimmungsergebnis in all seiner Deutlichkeit.</p>
<p><strong>Tatenlos und doch voller Zuversicht</strong></p>
<p>Beinahe alle publizierten Meinungen von Politikern Wissenschaftlern und Intellektuellen haben sich klar und deutlich gegen das Verbot ausgesprochen. Selbst christliche Organisationen plädierten für ein Nein. Im Parlament wurde die Initiative deutlich verworfen. Kaum eine Zeitung hat etwas veröffentlicht, dass auch nur ansatzweise die Initiative unterstützt hätte. Gleichzeitig tat man jedoch kaum etwas gegen die Initiative, dass über Interviews und Podiumsdiskussionen hinausging. In Bern sah man kein einziges Plakat gegen die Initiative – obwohl Plakate existiert hätten. Als Gegner der Initiative schien man sich darauf zu verlassen, dass die Mehrheit des Volkes ähnlich dachte, wie die Mehrheit der sozialen Elite. Dass dem nicht so ist, zeigte das Resultat deutlich: Die Elite hat längst nichts mehr mit dem Volk zu tun.</p>
<p><strong>Die Interpretation des Abstimmungsergebnisses</strong></p>
<p>Doch leider scheint man diesen riesigen Spalt zwischen Volk und Elite immer noch nicht zu sehen. Stattdessen wirft man der Schweiz Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz vor – das Abstimmungsergebnis ist damit aber nicht im Ansatz zu erklären. Nur eine Minderheit der 57% wird man dies nämlich wirklich zu Recht vorwerfen können. Die Initianten haben stets von sich aus betont, dass es nicht wirklich um Minarette geht. Der Grund für das Ja war bei den meisten Schweizern schlicht Angst, Befürchtungen oder gar nur Beunruhigung. Anders kann man nicht erklären, weshalb das Ja auch von Teilen der linken Wählerschaft eingelegt wurde. Vor allem der Frauenanteil an Ja-Stimmen war hier überraschend gross.</p>
<p><strong>Verfehlte Ursachenforschung</strong></p>
<p>Hetzerische und polemische Kampagnen der Befürworter und erheblich grössere finanzielle Möglichkeiten seien der Grund für diese Ängste. Eine Irreführung und Aufstachelung des Volkes. Das mag sicherlich mit ein Grund sein, doch wohl nur in geringem Masse. Das Volk wäre für solche Kampagnen nicht empfänglich, wenn es hier keine bewussten oder unbewussten Ängste gäbe. Diese Ängste sind nicht völlig grundlos da. Das es mit der Integration von Muslimen in der Schweiz zu Reibereien und Problem kommt, ist klar und verständlich – wie immer bei Integrationsbemühungen. Hinzu kommen Globalisierungsängste und langwährende Krisen in muslimischen Ländern. Die Leute haben nicht Angst vor dem Islam in Europa, sondern von den Problemen mit dem Islam, die global bestehen. Dies hat auch wenig mit sogenannten Modernisierungsverlierern zu tun, denn ein solch deutliches Votum ist mit dieser Wählerschicht nicht zu erklären.</p>
<p><strong>Isolation der Mehrheit</strong></p>
<p>Die Reaktionen nach der Abstimmung seitens der Initiativgegner zielen nun aber in eine völlig falsche Richtung. Mit Berufung auf internationale Beziehungen und Organisationen will man das Abstimmungsergebnis rückgängig machen. Die Gegenseite wird beleidigt und ausgegrenzt – für Dumm und als nicht demokratiefähig erklärt. Dies zeigt ihre Ratlosigkeit und teilweise Unwilligkeit die zugrundeliegenden Probleme anzugehen. Stattdessen wird die Mehrheit ausgegrenzt – man schämt sich für sie, möchte ihnen am liebsten die Urteilsfähigkeit absprechen. Dies reisst jedoch nur noch weitere Gräben zwischen politischer Klasse und dem eigentlichen Volk auf und isoliert dieses. Die entsprechenden Parteien, namentlich die SVP, schöpft genau aus diesem „Wir, das Volk, gegen die da oben“-Gefühl ihre Wahl- und Abstimmungserfolge. Wird dieses Gefühl durch die nicht Beachtung der Probleme weiter verstärkt, dann werden innerhalb der nächsten Jahre Wahlerfolge der SVP und auch weitere fremdenfeindlichen Abstimmungen wahrscheinlich und auch möglich – obwohl die Minarettinitiative eigentlich keine Frage der Parteizugehörigkeit ist.</p>
<p><strong>Die Schweiz und das Ausland</strong></p>
<p>Die Reaktionen der internationalen Presse und der ausländischen Regierungen sind eigentlich sehr einheitlich: Sie seien sehr überrascht über das Ergebnis. Es schade der Schweiz und ihrer Reputation. Das stimmt sicherlich auf der Ebene der diplomatischen Beziehungen, doch zeigt dies deutlich, dass es im Ausland um die führende Klasse nicht viel anders steht, denn im Volk von Deutschland oder Frankreich hat der Entscheid der Schweiz sehr wohl Rückhalt. In Deutschland zeigen Umfragen, dass das Verbot auch dort angenommen worden wäre und Frankreich diskutiert bereits seit längerem über ein Burka-Verbot. Nur herrscht dort keine direkte Demokratie – welch ein Glück?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/12/02/das-uns-unbekannte-volk/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Verbot des Verbotes gehört verboten</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/10/17/das-verbot-des-verbotes-gehort-verboten/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/10/17/das-verbot-des-verbotes-gehort-verboten/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 15:46:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joel Krebs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Minarette]]></category>
		<category><![CDATA[Schweizer Politik]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Verbot]]></category>
		<category><![CDATA[Volksinitiative]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen-test.ch/?p=913</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/10/17/das-verbot-des-verbotes-gehort-verboten/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/10/schilderwald1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Kaum ein Monat vergeht, ohne dass man als Zeitungsleser nicht von der Forderung eines neuen Verbots hört. Kampfhundeverbot, Raucherverbot, Killerspieleverbot, Verbot von Handys auf Schulhöfen, Verbot der Burka, Verbot von Extremsportarten, Verbot von Export von Kriegsmaterial, Verbot von Alkohol bei Sportanlässen, Verbot von hohen Managerlöhnen, Off-Roader-Verbot und nun kommt ein weiteres Verbot sogar zu Abstimmung: Das Verbot zum Bau von Minaretten. Es versteht sich von selbst, dass das Plakat dazu ebenfalls verboten wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Das Verbot des Verbotes gehört verboten</h1>
<h2>Freiheitliche Gedanken in Zeiten des Verbotswahns</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-921" title="schilderwald" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/10/schilderwald1.jpg" alt="schilderwald" width="550" height="300" /></p>
<h4>Kaum ein Monat vergeht, ohne dass man als Zeitungsleser nicht von der Forderung eines neuen Verbots hört. Kampfhundeverbot, Raucherverbot, Killerspielverbot, Verbot von Handys auf Schulhöfen, Verbot der Burka, Verbot von Extremsportarten, Verbot von Export von Kriegsmaterial, Verbot von Alkohol bei Sportanlässen, Verbot von hohen Managerlöhnen, Off-Roader-Verbot und nun kommt ein weiteres Verbot sogar zu Abstimmung: Das Verbot zum Bau von Minaretten. Es versteht sich von selbst, dass das Plakat dazu ebenfalls verboten wird.</h4>
<p>Mit dem neuen Plakat hat es die SVP mal wieder in die in- und ausländische Presse geschafft. Egal was man von der Partei denkt, das muss man ihr lassen: Provozieren kann sie und es ist davon auszugehen, dass ihr der ganze Medienrummel um das neue Plakat auch wieder mehr hilft als schadet. Ich habe das Plakat noch nirgends gesehen &#8211; ausser auf den verschiedenen Titelblättern, Artikeln in Tageszeitungen und polemischen Kolumnen im Internet. Das ist auch eine Möglichkeit, so spart man hohe Kosten für die Plakatwände. Doch sowohl über den Inhalt, als auch die Form des Plakates möchte gar nichts sagen. Viel mehr beschäftigen sollte uns die Frage, wie viel wir denn überhaupt verbieten wollen, denn mit dem Verbot eines Plakates für ein Verbot nimmt der Wahn des Verbietens unterdessen sehr bizarre Züge an.</p>
<h3>Verbote in jüngster Zeit</h3>
<p>Politiker greifen seit Jahren immer häufiger zum neuen Schlagwort in der Gesellschaft: Verbot. Mit einem Verbot löst man nämlich alle Probleme und das auch noch schnell und unkompliziert. Im Moment beschäftigen sich die Politiker neben dem Minarettverbot mit dem Verbot vom Export von Kriegsmaterial. In Deutschland ist gerade das Gesetz &#8220;Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen&#8221; sehr aktuell, dass bundesweit für Diskussionen sorgt. Dort stellt sich die Frage, wo die Grenze zur Zensur liegt, bzw. die Frage des Missbrauchs solcher Systeme durch den Staat. Weitere immer wieder diskutierte Verbote betreffen zum Beispiel Killerspiele, da sie &#8211; so die Befürworter &#8211; mit ein Grund für Amokläufen unter Jugendlichen sein könnten. Ebenfalls immer wieder in den Schlagzeilen: Ein Rauchverbot in öffentlichen Plätzen und ein Verbot von Kampfhunden</p>
<h3>Die einfachste Möglichkeit</h3>
<p>Man sieht rasch: Keines dieser Verbote ist per se aus der Luft gegriffen. Alle haben zweifelsohne eine meist gute Absicht dahinter und das soll auch nicht in Frage gestellt werden. Alle diese Verbote sind das Resultat einer gesellschaftlichen Debatte um ein Problem. Das Störende daran ist jedoch, dass immer wieder sofort ein Verbot gefordert wird, ohne irgendwelche andere Massnahmen oder Möglichkeiten zu prüfen. Ein wichtiger Grund dafür ist sicherlich die Medienwirksamkeit. Schlussendlich ist es natürlich sehr günstig, möglichst rasch nach dem Aufkommen einer Debatte nach dem Verbot zu greifen. Man landet in den Medien und hat so sicherlich einige Stimmen für die nächste Wiederwahl gesichert. Zudem muss man sich bei einem Verbot nicht allzu viel überlegen. Nach dem Prinzip &#8220;Aus den Augen aus dem Sinn&#8221; kann so ein Problem effizient gelöst werden. Ein Verbot ist natürlich auch einfach zu vermitteln. Sammelt man Unterschriften für eine Verbotsinitative, kann man die Passanten sehr einfach fragen und man erhält eine klare Antwort.</p>
<h3><span id="Gesetz_zur_Erschwerung_des_Zugangs_zu_kinderpornographischen_Inhalten_in_Kommunikationsnetzen">&#8220;</span>Die Verteidiger der Freiheit werden immer nur Geächtete sein, solange eine Horde von Schurken regiert!<span id="Gesetz_zur_Erschwerung_des_Zugangs_zu_kinderpornographischen_Inhalten_in_Kommunikationsnetzen">&#8220;</span></h3>
<p id="firstHeading">Obiges Zitat sagte Maximilien de Robespierre, ein französischer Politiker und Revolutionär im französischen Konvent. Auf keinen Fall soll damit irgendwer als Schurke bezeichnet werden, doch es hilft ein weiteres Problem mit solchen Verboten aufzuzeigen. Wird man gefragt, ob man für die Sperrung von Webseiten mit kinderpornographischem Inhalt sei, wie soll man da denn Antworten? Natürlich ist man gegen Kinderpornographie, doch wenn man nun gegen die Sperrung von solchen Webseiten ist (natürlich ist hier die Rede von oben erwähnten Gesetz in Deutschland), dann wird einem sogleich ein schlechtes Gewissen einzureden. Gerade weil die Motivation hinter diesen Verboten meist durchaus richtig und gut ist, ist es so schwer gegen sie zu argumentieren. Ohne sich selbst ins Abseits zu stellen, kann man kaum gegen solche Verbote argumentieren.</p>
<h3>Wirksamkeit von Verboten</h3>
<p>Doch was ist nun schlimm an solchen Verboten? Natürlich sprechen für die jeweiligen Verbote immer wieder Argumente dafür oder dagegen. So kann man beim Minarettverbot die Frage der Religionsfreiheit gegen eine drohende Islamisierung stellen. Oder sich beim Verbot der Killerspiele fragen, ob sie wirklich zu Amokläufen führen. Beim Raucherverbot kann man wirtschaftliche gegen gesundheitliche Gründe anführen. Grundsätzlich haben alle Verbote zwei Probleme: Meist sind sie nur bedingt wirksam. Der Begriff der Symptombekämpfung ist hierbei ganz passend. Die Sperrung von Webseiten von kinderpornographischen Webseiten wird Kinderpornographie nicht aus der Welt schaffen. Das Verbot von Killerspiele wird Amokläufe nicht verhindern und das Verbot von Handys auf Schulhöfe wird Schüler nicht dazu bringen, dass sie mehr lernen.</p>
<h3>Verbote führen zu einer Entsozialisierung</h3>
<p>Man mag sagen: Okay, die Wirksamkeit ist begrenzt, doch auch wenn sie das Problem nicht aus der Welt schaffen, sie helfen doch das Problem zu bekämpfen. Dann stellt sich aber die Frage des Preises. Ein Verbot ist immer eine Einschränkung der allgemeinen Freiheit. Daran führt nun kein Argument herum. Leider hat der Wert der Freiheit in der Gesellschaft immer mehr an Wert verloren, doch je mehr Regeln und Verbote es gibt, desto befangener bewegt sich der Einzelne in der Gesellschaft. Doch genauso wichtig, wenn auch weniger offensichtlich, ist der Umstand der Entsozialisierung der Gesellschaft durch Verbote. Nichtraucher verbieten Rauchern das Rauchen, Nichthundehalter verbieten Hundehalter ihre Kampfhunde, Erwachsene verbieten Jugendlichen ihre Videospiele und Christen verbieten Muslimen ihre Minarette. Dem sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft ist dies sicherlich nicht förderlich. Je mehr Verbote es gibt, desto asozialer wird die Gesellschaft.</p>
<h3>Dann muss eben das Verbot des Verbotes her</h3>
<p>Das ist die Zwickmühle von jedem freiheitlichen Gedankens, denn wenn das Minarettverbot schlecht ist, müsste man ja auch das Verbot des entsprechendes Plakats verbieten. Diese Schlussfolgerung ist jedoch genauso falsch, denn wenn man schon sagt, dass man nichts verbieten will, dann darf man auch nicht die Diskussion um Verbote verbieten. Ganz zu schweigen von der Beeinträchtigung der Meinungsfreiheit. Nun muss man halt mit diesen Plakaten leben, doch hat man schliesslich eine viel einfachere Möglichkeit, ein Minarettverbot zu verhindern: Man geht am Abstimmungssonntag an die Urne.</p>
<p><span style="font-size: xx-small;">Bildquelle:</span> <span style="font-size: xx-small;">Schilderwald! von Ernst Rose, gefunden auf www.pixelio.de<br />
 </span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/10/17/das-verbot-des-verbotes-gehort-verboten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Über den Plakatextremismus der Schweizer Rechten</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/10/17/uber-den-plakatextrimismus-der-schweizer-rechten/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/10/17/uber-den-plakatextrimismus-der-schweizer-rechten/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 07:12:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Hunziker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Minarette]]></category>
		<category><![CDATA[SVP]]></category>
		<category><![CDATA[Volksinitiative]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nahaufnahmen-test.ch/?p=710</guid>
		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/10/17/uber-den-plakatextrimismus-der-schweizer-rechten/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/10/Der-ewige-Muslime-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Erneut sorgt ein Wahlplakat für rote Köpfe. Für das Minarettverbot in der Schweiz wird geworben, indem man eine ganze Religion auf jene extremistischen Randgruppierungen reduziert, welche der grossen Mehrheit der Muslime weltweit verhasst sind. Verallgemeinerungen dieser Art sind gefährlich und erinnern an Propaganda, von der wir glaubten, wir hätten sie hinter uns.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Der ewige Muslime</h1>
<h2>Über den Plakatextremismus der Schweizer Rechten</h2>
<div id="attachment_715" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-715 " title="Der ewige Muslime" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/10/Der-ewige-Muslime.jpg" alt="Finden Sie den Unterschied..." width="500" height="345" /><p class="wp-caption-text">Finden Sie den Unterschied...</p></div>
<h4><strong>Erneut sorgt ein Wahlplakat für rote Köpfe. Für das Minarettverbot in der Schweiz wird geworben, indem man eine ganze Religion auf jene extremistischen Randgruppierungen reduziert, welche der grossen Mehrheit der Muslime weltweit verhasst sind. Verallgemeinerungen dieser Art sind gefährlich und erinnern an Propaganda, von der wir glaubten, wir hätten sie hinter uns.</strong></h4>
<p>Von Lukas Hunziker</p>
<p>Der Vergleich zwischen einem der bekanntesten antisemitischen Plakate des Nationalsozialismus und jenem, welches die SVP an Schweizer Plakatwänden sehen will, mag gewagt sein. Ganz abwegig hingegen ist er nicht. Denn beiden  liegt die Dämonisierung eines Teils der Bevölkerung zugrunde, den man als anders, als schädlich und als gefährlich betrachtet. Beide Plakate beruhen auf Klischees, auf Vorurteilen, bezeugen, wie verengt die Wahrnehmung jener geworden ist, welche Juden bzw. Muslime anfeinden. Der Jude und die vermumte Muslimin, beide stehen sie für eine Sorte Mensch, die unerwünscht ist, die verdirbt und deren Ausbreitung im Keim erstickt werden muss.</p>
<p>Weder die Juden noch die Muslime tragen Schuld an jener Stigmatisierung, für welche die beiden Plakate grausige Zeitzeugen sind. Beide Bevölkerungsgruppen wurden von anderen zu dem gemacht, was sie in der Propaganda gegen ihresgleichen verkörpern. Das Klischee des geizigen jüdischen Geldleihers gebaren die Christen im Mittelalter. 1236 erliess Kaiser Friedrich II. ein Gesetz, welches Juden so hohe Abgaben auferlegte, dass sie gezwungen waren, jene Wucherpreise zu verlangen, welche ihnen den Vorwurf des Geizes und des Betrugs eintrug. Hätten die Christen die Juden nicht über Jahrhunderte aus handwerklichen Berufen ausgeschlossen und in die Rolle der unbeliebten Geldgeber gedrängt, wäre es vielleicht nie zum Plakat des ewigen Juden gekommen.</p>
<h3><strong>Bomben und Burkas</strong></h3>
<p>Auf den Muslimen, welche von den heuchlerischen Schweizer Christkonservativen als Gefahr für ihr Land betrachtet werden, lastet ein weitaus jüngerer Fluch. Zwar litten auch sie lange unter Diskriminierung und Ausgrenzung europäischer Christen, doch gipfelten diese nie in jenem Rassenhass, welcher Ende des 19. Jahrhunderts über die Juden herein zu brechen begann. Zu verdanken hat der Islam seinen schlechten Ruf vielmehr jenen radikalen Gruppierungen, welche die Terroranschläge der letzten 10 Jahre zu verantworten haben. Sieht man von den Todesopfern ab, sind die wahren Opfer der Anschläge vom 9. September 2001 jene Muslime – zwischen 1,1 und 1,6 Milliarden weltweit – für die Terror nicht mit den Lehren des Islams vereinbar ist.</p>
<p>Nicht nur der islamische Terrorismus – auf dem Plakat der Initiative dargestellt durch die wie Raketen aufgereihten Minarette – hat dem Islam zu seinem Ruf verholfen. Die eine Burka tragende Frau steht für den Vorwurf des Westens, Frauen seien im Islam jegliche Freiheiten und Recht verwehrt und die Verschleierung des Gesichtes zeige ihre Unterwerfung gegenüber dem Mann. Zweifelsohne gibt es weltweit viele Frauen, die sich durch islamische Kleidungsvorschriften in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen. Allerdings ist die auf unserem Plakat abgebildete Burka die deutlich extremste Form der Verschleierung im Islam, und gründet auf einer Auslegung des Koran, welche nur von einer Minderheit getragen wird. Zudem darf nicht vergessen werden, dass viele der Frauen, die eine Burka oder eine andere Art der Kopfbedeckung tragen, diese nicht ablegen würden, selbst wenn sie ihnen nicht mehr vorgeschrieben wäre. Für viele gehört der Schleier ebenso zur Kleidung wie für uns Schuhe, doch für die Akzeptanz anderer Kleidungsgewohnheiten sind die Initianten der schweizerischen Anti-Islam-Initiative zu engstirnig. Dass auch im Christentum und im Judentum Schleier lange zur weiblichen Kleidung gehörten, und das offen getragenes Haar auch in Europa bis vor nicht allzu langer Zeit mit schändlicher Lebensführung in Verbindung gebracht wurde, wird ebenso gerne verdrängt.</p>
<h3><strong>Sekten ja, Weltreligion nein</strong></h3>
<p>Islamische Extremisten, welche die Christen hassen und von ihrem Land und Boden vertreiben möchten – davon dürfte es in der Schweiz sehr, sehr, sehr wenige geben, und der Wunsch, ein Minarett zu bauen, kommt kaum von ihnen. Die Angst jedoch, welche gerade durch Plakate wie jenem der SVP geschürt wird, reicht scheinbar, um eine ganze Religion zum Feind zu erklären und ebenso auf einen einzigen Typen zu reduzieren, wie dies die Nazis mit dem Plakat &#8220;Der ewige Jude&#8221; taten. Christlichen Sekten und radikalen Freikirchen, deren Gedankengut oft viel mittelalterlicher und gemeinschaftsschädigender ist, stehen in der Schweiz Tür und Tor offen. Extremistische Randgruppen innerhalb unserer eigenen Religion geniessen bei uns alle Freiheiten, eine Weltreligion hingegen wollen wir in der Ausübung ihres Glaubens behindern. Zu was für einem Vorbild macht uns das für jene Staaten, welche dasselbe tun? Staaten, die wir gerade deswegen verurteilen.</p>
<p>Die in den 1930er Jahren in Europa lebenden Juden waren keine Gefahr für das damalige Deutschland – sie waren Opfer einer über Jahrhunderte andauernden Diskrimierung, die ihresgleichen sucht. Die Mehrheit der Deutschen liess sich davon kaum beeindrucken und glaubte der nationalsozialistischen Propaganda. Für sie waren die Juden eine Bedrohung, der Grund für alles, was schief lief, und das verlangte nach einer Konsequenz. Wie die politisch stärkste Partei der Schweiz dieselben Mittel verwenden kann wie die damalige politische Führung in Deutschland, obwohl wir seit über 60 Jahren an Schweizer Schulen lernen, dass dies damals zu einem der schwersten Verbrechen gegen die Menschheit geführt hat, entbehrt jeder vernünftigen Erklärung.</p>
<p>Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen den beiden Plakaten. Die deutschen Juden konnten ihrer Stigmatisierung nicht entkommen, indem sie ihrer Religion entsagten und sich eine andere Garderobe zulegten. Sie wurden als Angehörige einer minderwertigen Rasse gesehen, und diese liess sich nicht ablegen. Diesen Unterschied gibt es. Aber es ist der einzige.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/10/17/uber-den-plakatextrimismus-der-schweizer-rechten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

