NIFFF 2010 – Freitag

Auch für Aliens sind Trüffel eine Delikatesse – diese Erkenntnis brachte am Freitag einer der schrägsten und amüsantesten Filme des diesjährigen Festivals. Weniger begeistert war das Publikum von Nicolas Winding Refns “Valhalla Rising”, in welchem Mads Mikkelsen als schweigsamer Krieger eine Gruppe Kreuzritter durch die Hölle führt. Dafür folgte mit “The Disappearance of Alice Creed” anschliessend ein Highlight des diesjährigen Open-Air Programms.

NIFFF 2010 – Sonntag

Ans NIFFF zurückzukehren ist jedes Jahr ein wenig, als würde man einen alten Bekannten besuchen. Mehreren zehntausend Besuchern zum Trotz wirkt das Festival am Neuenburger See immer noch, als werde es von einer elend verschlissenen, aber erzbequemen Couch aus organisiert – die Aura des Improvisierten, des Handgemachten und die Von-Fans-für-Fans-Attitüde bleibt bei allem Wachstum ungebrochen.

“Coco Chanel & Igor Stravinsky” von Jan Kounen

Die Liebesgeschichte zwischen einer Frau, die ein Modeimperium erschafft, und einem Pianisten, der ein Orchesterwerk von revolutionärem Charakter komponiert. Regisseur Jan Kounen inszeniert auf gekonnte, wenn auch etwas langatmige Weise ein Stück Kunstgeschichte, ohne dabei – was angesichts der Modethematik eine naheliegende Gefahr darstellt – in die Gefilde des Kostümepos zu verfallen.

“After the Wedding” von Susanne Bier

Mit dem dänischen Kino verbinden wir immer noch die Handkamera von “Festen” oder “Idioten” und die erbarmungslosen Geschichten über tiefe Familienabgründe. Nachdem “Adams Äpfel” denn Bann brach, führt uns “After the Wedding” nun wieder zurück in dieses Reich des Familiendramas. Allerdings mit Erfolg.

“Adams Äpfel” von Anders Thomas Jensen

Dänisches Kino muss nicht immer Dogma-Kino sei. “Adams Äpfel” bricht mit allem Realismus, den wir von Lars von Triers Handkamerafilmen kennen, und erzählt eine absurde, böse und urkomische Geschichte über einen durchgeknallten Pfarrer, der den Teufel bekämpft.