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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Sabine Huttel</title>
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		<title>Sabine Huttel: &#8220;Slalom&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jun 2011 14:02:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Despont</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Sabine Huttel]]></category>
		<category><![CDATA[Slalom]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/06/12/sabine-huttel-slalom/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/06/slalom-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Sabine Huttel hat sich mit ihrem Erzählband „Slalom“ viel vorgenommen. Und Sie beweist einmal mehr, dass sie eine ganz hervorragende, einfühlsame und sprachmächtige Erzählerin ist. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>Einfühlsame Geschichten über das Anderssein</strong></h1>
<h2>Sabine Huttel: &#8220;Slalom&#8221; (Erzählungen)</h2>
<h3><strong>Sabine Huttel hat sich mit ihrem Erzählband „Slalom“ viel vorgenommen. Und Sie beweist einmal mehr, dass sie eine ganz hervorragende, einfühlsame und sprachmächtige Erzählerin ist. </strong></h3>
<p>Von Sandra Despont.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-8823" title="slalom" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/06/slalom.jpg" alt="slalom" width="200" height="305" />Schon mit ihrem Debütroman „Mein Onkel Hubert“ hat Sabine Huttel eindrucksvoll bewiesen, dass Sie meisterhaft Stimmungen kreieren und ihre Leser mit wenigen Worten mitten in das Leben ihrer Figuren führen kann, dass sie ein Händchen hat für ebenso liebevolle wie humorvolle Darstellungen von durchaus ernsten, wenn nicht gar tabuisierten Themen. Auch „Slalom“ ist atmosphärisch dicht, anrührend und einfühlsam erzählt, ohne jemals gefühlsduselig zu werden. Diesmal hat sich die Autorin die Latte aber gleich in mehrfacher Hinsicht noch höher gelegt als bei ihrem Erstlingsroman.</p>
<h3><strong>In griechischen Familien gibt’s keine Schwuchteln!</strong></h3>
<p>Die erste hohe Latte: Das Thema, um das alle sieben Erzählungen kreisen. Denn egal ob ihre Figuren den Einzug der Schwester in die Nachbarswohnung fürchten, über die richtige Tageszeit für das Verspeisen von Tortilla Chips philosophieren oder am schönsten Tag ihres Lebens bewusstlos geschlagen werden, immer wird ihr Schicksal dadurch verkompliziert, dass sie schwul sind. Manchmal ist die sexuelle Orientierung bloss ein Hintergrundgeräusch, ein Merkmal unter vielen, manchmal ist es bloss eine kleine Irritation im Umfeld, die für Verunsicherung sorgt, manchmal aber schlägt Sabine Huttels Figuren unreflektierter und handfester Schwulenhass entgegen. Sei dies in der gegrölten Bemerkung eines Betrunkenen, in Form klebender Spucke und Fäusten in der Magengrube oder in der Erinnerung an den griechischen Onkel, der zum Thema Perversion erklärte, dass es in griechischen Familien schlicht keine Schwulen gäbe – und wenn doch, so würde er die kurzerhand und eigenhändig an einem Baum aufhängen. Immer wieder werden Sabine Huttels Figuren auf sich selbst zurückgeworfen, immer wieder müssen sie sich als die Andersartigen verteidigen, immer wieder werden sie durch ihr Anderssein mit zusätzlichen Konflikten beladen. Die jungen Erwachsenen in „Slalom“ werden unter erschwerten Umständen gross, stellen sich noch nachhaltiger in Frage als heterosexuelle Altersgenossen und erleben einen noch schmerzhafteren Selbstfindungsprozess. Die Nöte der Pubertät sind hier gleichsam konzentriert und dadurch umso eindringlicher und nachvollziehbarer. Auch für Nicht-Schwule Leserinnen und Leser.</p>
<p>Marktstrategisch mag die Entscheidung, sich einer kleinen Minderheit zu widmen, und dazu noch einer Minderheit, der weder ein Hauch von Exotik noch der Bedrohtheit anhaftet, äusserst ungeschickt erscheinen. Doch es bleibt zu hoffen, dass sich gerade auch heterosexuelle Menschen von Sabine Huttels einfühlsamen, nie ins Klischee abrutschenden Schilderungen ansprechen lassen. Es ist ganz erstaunlich, wie die Autorin mit einer präzisen, schöpferischen, nie grossspurig oder gesucht originell wirkenden Sprache ihre Figuren in ihrer ganzen Verletzlichkeit schildert, ohne sie auf ihre Rolle als potenzielle Opfer homophober Attacken zu reduzieren. Mit grosser Stilsicherheit balanciert Sabine Huttel auch über Abgründe wie die Beschreibung sexueller Regungen oder Banalitäten wie der Chipsverspeisung. Was Feinfühligkeit und ein sicheres Gespür für den richtigen Ton anbelangt, ist auf die Autorin derart Verlass, dass man ihre Werke wohl auch dann noch bedenkenlos kaufen könnte, beschlösse sie eines Tages, fortan ausschliesslich über die Fellqualität verschiedener Rassekatzen zu schreiben.</p>
<h3><strong>Kleine Universen</strong></h3>
<p>Und dann ist „Slalom“ zu allem Übel auch noch ein Erzählungsband. Abgesehen von Meisterinnen des Genres wie Alice Munro ist Erzählungen moderner Autorinnen meist keine allzu gütige Aufnahme beschieden. Doch wer dieser Kurzform nicht ganz abgeneigt ist, sollte sich ruhig einmal an „Slalom“ heranwagen, denn Sabine Huttel verfügt über eine präzise, eindringliche und doch subtile Sprache, die einen mit wenigen Sätzen in eine Geschichte eintauchen und mit den Figuren mitfühlen lässt. Mit wenigen Dialogen, mit der Beschreibung scheinbarer Nebensächlichkeiten, indem sie ihre Figuren über sich selbst und ihr Leben nachdenken lässt, zeichnet die Autorin kleine Universen, die, ohne plump oder fragmentarisch zu wirken, für sich bestehen können. Besonders eindringlich gelingt Sabine Huttel die Annäherung an Figuren, Situation und Handlung etwa in den Coming-out-Geschichten „Schlüsselloch“, „Slalom“ und „Neuland“. In diesen  wird die Spannung zwischen eigenem Gefühl und der Idee der Normalität, zwischen Individuum und einer Gesellschaft, die trotz offizieller Toleranz Homosexualität immer noch als Auffälligkeit betrachtet, besonders deutlich. Die Sympathien liegen eindeutig bei den jungen Menschen, die zuweilen an sich selbst und ihren Neigungen verzweifeln und durch das Verlangen, ihren Begierden nachzugeben und ihr eigenes Leben zu leben, in Situationen geraten, die ohne Kränkung und Verleugnung anderer oder des eigenen Selbst unmöglich einem glücklichen Ende zugeführt werden können.</p>
<p>Die Form der Erzählung ist glücklich gewählt. Sie lässt in „Slalom“ das ganze Spektrum an Unsicherheiten, an Selbstsuche, an Zweifel und Glück eröffnen, ohne dass die einzelnen Geschichten künstlich miteinander in Verbindung gebracht werden müssten. Die Vielseitigkeit macht auch deutlich, dass all diese Schicksale homosexueller Jugendlicher und Männer zwar von einer sexuellen Orientierung geprägt sind, dass aber die Gefühle, die sie empfinden, keineswegs in eine Einheitsschublade für Gefühle Homoxexueller gesteckt werden können. Im Gegenteil: Indem in „Slalom“ Schwule agieren wie ganz gewöhnliche Menschen, die erst durch ihr Umfeld zu etwas Anderem erklärt werden, wird bewusst, wie normal das Schwulsein doch ist, wie klein die Abweichung zwischen hetero- und homosexuell. Die fröhliche Frühlingsbeschwingtheit an den ersten wärmeren Tagen etwa, wenn, wie Huttel schreibt, der Frühling Schultern und Beine der Menschen entblösst und sie den Eisverkäufern in die Arme treibt, wenn Blumen in Form von Sturzbächen auftreten und einem die eigene Haut wieder bewusst wird, diese Frühlingsbeschwingtheit, die Nikos, der Protagonist von „Schlüsselloch“ empfindet, ist so normal, wie Frühlingsgefühle nur sein können.</p>
<h3><strong>Eine Freundin als Bollwerk</strong></h3>
<p>Trotz der eindeutigen Sympathie für die schwulen Protagonisten laufen die Erzählungen nie Gefahr, andere Perspektiven auszublenden oder gar zu verunglimpfen. Eindrücklichstes Beispiel dafür ist die titelgebende, beklemmende und gleichzeitig wunderschöne und hoffnungsfrohe Erzählung „Slalom“. Jonas, ein ambitionierter Schlagzeuger, ist heimlich in Desiderio verliebt. Seine Freundin Gesa dient ihm als Bollwerk gegen neugierige Fragen, als weiblicher Schutzschild gegen Gerüchte um seine Sexualität. Dass man ihn mit ihr Händchen halten sieht, macht ihn über jeden Verdacht erhaben und gibt ihm Freiraum, im Geheimen seinen wahren Neigungen nachzugehen. Doch Gesa ist rühend besorgt um Jonas, der ihr echt am Herzen liegt. Zudem ist sie nicht dumm und merkt, dass mit Jonas etwas nicht stimmt, dass er ihr ausweicht, dass die Treffen mit ihm immer etwas Gezwungenes haben. Die Beschreibung der Auseinandersetzung zwischen Gesa und Jonas ist so glaubhaft und rührend, die gedrückte, spannungsgeladene Stimmung so eindringlich aufs Papier gebracht, dass man mit den beiden in einem Raum zu sein meint und am Schluss weinen möchte über die verfahrene Situation, die Jonas dazu zwingt, weiter sein Versteckspiel auf Kosten Gesas zu treiben.</p>
<p>Auf wenigen Seiten schafft Sabine Huttel es so in all ihren Erzählungen, spannend, bewegend und äusserst differenziert einem Konflikt nachzugehen, Gefühlen nachzuspüren, Leben zu zeichnen. Einer so schwungvollen, sprachlich sensiblen und einfühlsamen Erzählerin hört man gerne zu. Auch wenn Sie Ihre Worte in Erzählungen giesst. Auch wenn Ihr Thema Geschichten mit Schwulen sind. Mit „Slalom“ hat Sabine Huttel bewiesen, dass sie sich selbst nicht nur hohe Latten setzt, sondern diese auch noch äusserst elegant zu überspringen weiss.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Titel: Slalom<br />
 Autor: Sabine Huttel<br />
 Verlag: fhl<br />
 Seiten: 116<br />
 Richtpreis: CHF 18.90</p>
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		<title>&#8220;Mein Onkel Hubert&#8221; von Sabine Huttel</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 14:26:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Despont</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Sabine Huttel]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/02/20/mein-onkel-hubert-von-sabine-huttel/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/meinonkelhubert-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Im Sommer 1960 kommen die Hoffnungen auf eine richtige Familie und die erste Erfahrung von Freundschaft und Liebe für Helmi Schücking zusammen. Sabine Huttels Erstling ist eine leise, bezaubernde Geschichte über das Erwachsenwerden. Ein Drahtseilakt, der einen mit einem wohligen, sehnsüchtigen Gefühl zurücklässt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Perfektes Kleinod</h1>
<h2>&#8220;Mein Onkel Hubert&#8221; von Sabine Huttel</h2>
<p><strong>Im Sommer 1960 kommen die Hoffnungen auf eine richtige Familie und die erste Erfahrung von Freundschaft und Liebe für Helmi Schücking zusammen. Sabine Huttels Erstling ist eine leise, bezaubernde Geschichte über das Erwachsenwerden. Ein Drahtseilakt, der einen mit einem wohligen, sehnsüchtigen Gefühl zurücklässt.</strong></p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-1725" title="meinonkelhubert" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/01/meinonkelhubert.jpg" alt="meinonkelhubert" width="200" height="332" />Es ist nicht einfach, 1960 unehelich zu sein. Helmi Schücking weiss, dass sie leiser sein muss als andere Kinder, unauffälliger, braver. Ihr grösster Wunsch, Klavierspielen zu lernen, liegt in weiter Ferne. Jede kleinste Anschaffung, jeder kleinste Luxus ist für die Mutter, die quasi mit der Nähmaschine verwachsen ist, eine Belastung. Doch im Sommer 1960 scheinen Wunder möglich zu sein.</p>
<p><strong>Ein E zum Glück?</strong><br />
Helmi nimmt ihr Schicksal erst einmal selbst in die Hand. Mutig fragt sie beim lokalen Klavierhändler, wie teuer denn die Reparatur des E käme, das ihr ständig das &#8220;Der Mond ist aufgegangen&#8221;-Geklimper verdirbt. Sie gerät an Hubert Fels, der nicht nur die Taste repariert, sondern ihr ab und zu auch Klavierstunden gibt &#8211; und Gefallen an Helmis Mutter zu finden scheint. Endlich verbringt Helmi einige Tage, in denen sie ein ganz normales Kind sein darf. Endlich darf sie mal (von Onkel Hubert dazu angestiftet) Unfug machen, unbeschwert sein, endlich denkt auch Helmis Mutter nicht immer nur an die vielen Kundinnen, die dann und dann ihre neuen Röcke, Blusen und sonstigen Kleider anprobieren wollen. Vielleicht, ganz vielleicht, und Helmi wagt es kaum zu denken, werden sie, Mama und Onkel Hubert eine Familie?</p>
<p><strong>Ferienlager + Onkel = ?</strong><br />
Durch die Augen einer 12-Jährigen wirft Sabine Huttel in &#8220;Mein Onkel Hubert&#8221; einen präzisen, doch unprätentiösen Blick auf die enge Moral der 60-er Jahre, in der ein uneheliches Kind noch Anstoss erregte und einer Mutter ohne Ehemann mit Misstrauen und Geringschätzung begegenet wurde. Doch glücklicherweise missbraucht Huttel ihre Protagonistin nicht dazu, die 60-er Jahr als lebensfeindliche und rigide Zeit zu verunglimpfen. Denn wie sehr Helmi und ihre Mutter auch unter ihrer Lage leiden &#8211; Lebensglück hängt letztendlich nicht von Äusserlichkeiten, sondern von den Beziehungen zwischen Personen ab. Doch diese sind auch nicht unproblematisch. Die Mutter versorgt Helmi zwar, soweit es ihre finanziellen Verhältnisse erlauben, mit allem, was ein Kind so braucht, doch es fällt ihr schwer, dem Mädchen ihre Liebe zu zeigen. Helmi wiederum ist hin- und hergerissen zwischen der staunenden Verehrung für ihre tatkräftige Mutter und dem Wunsch danach, ein normales Leben zu führen. So aber findet sie sich damit ab, oft alleine zu sein, ihres Makels wegen keine Freunde zu haben. Aber der zum Greifen nahe Traum einer intakten Familie zerbricht ausgerechnet, als das undenkbar Schöne wahr wird: in den Herbstferien darf Helmi mit Onkel Hubert auf eine Chorfreizeit. Doch das Ferienlager macht ihr klar, dass sie sich in Onkel Hubert gründlichst getäuscht hat und einsam ein steigerbares Adjektiv ist. Wer jetzt Alarmglockengebimmel in seinem Kopf hört, hat Recht. Und doch auch nicht.</p>
<p><strong>Auf Augen- und Nasenhöhe einer 12-Jährigen</strong><br />
Mit ihrem ersten Roman schafft Sabine Huttel eine vollendete Geschichte, die einen flugs in die eigene Jugendzeit versetzt. Denn ob eine Frau ein ganzes Haus in Verruf bringen kann, weil sie mehrere Tage das Putzen des Treppenhauses vernachlässigt hat, oder nicht &#8211; gewisse Hoffnungen, Träume und erste Enttäuschungen, gewisse Anforderungen der Gesellschaft und dass sich Individuen daran reiben &#8211; all das ist  zeitunabhängig. So ist &#8220;Mein Onkel Hubert&#8221; in den 60-ern verhaftet und trotzdem allgemeingültig, Helmi könnte ebensogut einer Familie von Sozialhilfebezügern entstammen und auf ihre ersten Techno-Parties gehen; ihre Erfahrungen würden trotzdem nicht an Gültigkeit verlieren und haben uns deshalb auch heute etwas zu sagen. Und wie Huttel ihre Protagonistin sprechen lässt, macht &#8220;Mein Onkel Hubert&#8221; perfekt. Die Autorin begibt sich gekonnt auf die Augenhöhe eines 12-jährigen Mädchens, das mit all seinen Sinnen beschreibt, was es sieht, hört, fühlt, riecht und schmeckt. Man atmet den Parfümduft der Mutter, hört sie &#8220;Hach&#8217;s dir gehütlich&#8221; sagen, sieht das Rot des Lippenstifts, ekelt sich vor der Eiersauce, spürt das Ziehen im Bauch, als Helmi klar wird, dass das nun Liebe ist. Alles in diesem Roman erzählt von Helmi und appelliert zugleich an die Leserinnen und Leser, lässt mitfühlen und ruft Erinnerungen wach. &#8211; Wie war das aber nun mit diesem Onkel Hubert?</p>
<p><strong>Nein, kein Klischee &#8211; ein Kleinod</strong><br />
Man sieht es kommen. Ein Hubert, der Onkel genannt wird und sich mit Mädchen und Mutter befreundet, das kann in einem Roman nicht gutgehen. Umso erfreulicher ist es deshalb, dass Sabine Huttel sämtliche Klischee-Klippen umschifft und ihren Erstling nicht an den sich langsam heranschleichenden Monstrositäten alter Grüselmänner zerschellen lässt. Elegant macht sie das, ohne Helmi der Verachtung preiszugeben, ohne den Roman in allzu seichtes Wasser zu lenken. &#8220;Mein Onkel Hubert&#8221; ist ein Kleinod. Eine zärtlich erzählte Geschichte des Übergangs von der Kindheit zur Jugend, stimmig und dicht, dabei leicht und transparent, ohne Pathos, ohne eine äusserlich einfache, für die Protagonistin aber entscheidende Lebenswende aufzubauschen oder klein zu halten. Ein Buch, in dem man sich verliert und das man mit einer leichten Traurigkeit beiseitelegt. Das perfekte Buch also.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Osburg Verlag<br />
205 Seiten, ca. CHF 32.90</p>
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<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
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