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	<title>nahaufnahmen.ch &#187; Zukunft</title>
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	<description>Das Magazin im Netz</description>
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		<title>Dich erwartet eine ungewisse Zukunft, Nr. 7&#8242;000&#8242;000&#8242;000.</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/02/kommentar-weltbevolkerung-2/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:47:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Vernunft]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbevölkerung]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlstand]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellen Sie sich vor, auf der Erde lebten nur halb so viele Menschen – jeder Zweite wäre kurz mal weg. Vor gerade mal 44 Jahren war es so: damals bewohnten 3,5 Milliarden Menschen den Planeten. Seither hat sich Homo sapiens erfolgreich vermehrt – und vermehrt sich weiter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Das Risiko Mensch</h1>
<h2>Dich erwartet eine ungewisse Zukunft, Nr. 7&#8242;000&#8242;000&#8242;000.</h2>
<p><strong>Stellen Sie sich vor, auf der Erde lebten nur halb so viele Menschen – jeder Zweite wäre kurz mal weg. Vor gerade mal 44 Jahren war es so: damals bewohnten 3,5 Milliarden Menschen den Planeten. Seither hat sich Homo sapiens erfolgreich vermehrt – und vermehrt sich weiter.</strong></p>
<p><strong>Von Martin Geiser</strong></p>
<p>Ich blättere ich einer alten Zeitschrift: Die GEO-Ausgabe vom Januar 1990 widmete ihre Titelstory dem Thema Bevölkerungsexplosion. Was ich da lese, gleicht aufs Haar den Diskussionen von heute: Damit es für alle genug hat, müssen wir die Ressourcen schonen und weniger Energie verbrauchen. Und was heute als Ursache für das ungehemmte Wachstum der Weltbevölkerung gilt, war auch damals schon klar: Armut und fehlende Bildung.</p>
<p>Die Menschheit weiss also schon lang, was zu tun ist. Und es mangelt auch nicht an Ideen, wie das Notwendige umgesetzt werden könnte. Doch tatsächlich angepackt wurde praktisch nichts: Nicht nur, dass die Weltbevölkerung weiter wächst. Auch vergeuden wir in den Industrieländern nach wie vor Energie und Rohstoffe und in den Schwellenländern sogar immer mehr davon. Von der Zerstörung und Verschmutzung der Umwelt, wollen wir gar nicht erst sprechen.</p>
<p>Immerhin wächst die Bevölkerung in den verschwenderischen Staaten nicht mehr all zu stark. Hingegen wollen die Schwellenländer beim Wohlstand aufholen. Auch in Indien und China fordern die Massen (neue) Mobiltelefone, Computer, Autos, Kleider und Schuhe. Und die Produktion dieser Güter braucht Wasser, Energie und Rohstoffe. Und belastet somit unsere Lebensgrundlagen.</p>
<p>Die Verschwendung ist zwar in den Entwicklungsländern kein Thema, aber die vielen zusätzlichen Menschen haben trotzdem Ansprüche. Nahrung und Unterkunft sind das Mindeste. Diese Menschen brauchen zum Beispiel Holz, um ihre Feuer zu unterhalten. Sie brauchen Nahrung, zum Beispiel aus dem Meer. So werden (zumindest regional) die letzten Wälder geplündert, die Meere leer gefischt. Dann spätestens sind die Grenzen des Wachstums erreicht.</p>
<p>Zugegeben, „Experten“ haben schon oft erklärt, die Grenzen des Erträglichen seien bald überschritten. Und doch ist es bis jetzt noch immer halbwegs gut gegangen. Aber das heisst ja nicht, dass wir auch in Zukunft immer glimpflich davon kommen. Es muss ja nicht gleich die Apokalypse sein, aber es werden sehr viele Menschen leiden, verhungern und mangels medizinischer Versorgung sterben. Die nächste humanitäre Katastrophe kommt bestimmt.</p>
<p>Deshalb, im Interesse dieser Menschen, sollten wir handeln. Doch sind wir ansatzweise vernünftig? Ein Blick in die Geschichte des menschlichen Verhaltens lässt ein mulmiges Gefühl zurück.</p>
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		</item>
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		<title>Willkommen, sieben milliardster Mensch!</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:47:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Giannis Mavris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungswachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/02/weltbevolkerung-kommentar-1/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/Ein-Bravo-an-uns-alle-450x337.jpg class=imgtfe hspace=10 align=left width=150  border=0></a>Sieben Milliarden von uns – und es werden noch mehr kommen. Pessimisten und Misanthropen mag das missfallen. Trotzdem sollte mal festgehalten werden: So schlecht haben wir uns bisher gar nicht gemacht.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Kein Grund zur Panik</h1>
<h2>Willkommen, sieben milliardster Mensch!</h2>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-9715" title="Ein Bravo an uns alle" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/Ein-Bravo-an-uns-alle-450x337.jpg" alt="Ein Bravo an uns alle" width="301" height="225" /><span style="font-size: xx-small;">Es hat genug für Alle</span></p>
<p><strong>Sieben Milliarden von uns – und es werden noch mehr kommen. Pessimisten und Misanthropen mag das missfallen. Trotzdem sollte mal festgehalten werden: So schlecht haben wir uns bisher gar nicht gemacht. </strong></p>
<p><strong>Von Giannis Mavris<br />
 </strong></p>
<p>Ein Blick in die meisten Reportagen zum Thema Bevölkerungswachstum  offenbart oftmals einen Pessimismus, der zu einem grossen Teil nicht gerechtfertigt ist. Abgesehen davon ist die ganze Diskussion von einer Das-Boot-ist-voll-Mentalität geprägt, die einerseits oftmals einen gewissen Respekt gegenüber der eigenen Spezies vermissen lässt, andererseits schlicht zu simplifizierend ist.</p>
<p>Denn wie es in ihrer Natur zu sein scheint, machen Katastrophologen einen gravierenden Fehler: Sie ignorieren das menschliche Potential, in Zeiten der Not innovative Lösungen zu scheinbar unlösbaren Problemen zu liefern. In der Vergangenheit wurden immer wieder die Grenzen des Bevölkerungswachstums prognostiziert – sie wurden aber nie erreicht, so dass diese Grenze immer wieder weiter hinausgeschoben wurde.</p>
<p>Ich gebe zu, die momentane Situation ist alles andere als zufriedenstellend: Klimakatastrophen, ökonomische Krisen und politische Orientierungslosigkeit sind nicht gerade die besten Voraussetzungen, um optimistisch in die Zukunft zu schauen. Gleichzeitig sind ebendiese auch hoch interessante Zeiten, die uns in verschiedener Hinsicht zum Umdenken zwingen.</p>
<p>So gesehen, haben wir uns bisher gar nicht mal so schlecht gemacht. Bislang sind wir relativ gut gefahren (mit der Betonung auf relativ!). Die Bevölkerungsexplosion, die so manche für die Zukunft voraussagen, hat eigentlich schon längst stattgefunden. Und sie wurde, global gesehen, relativ gut gemeistert.</p>
<p>Dies soll natürlich nicht als Billigung heutiger Verhältnisse verstanden werden. Noch immer sind zu viele Menschen von Hunger und Armut betroffen – es sind in der Regel aber nicht technische Schwierigkeiten die zu einer solchen Situation führen (beispielsweise die effektive Nahrungsproduktion). Vielmehr sind es strukturelle Probleme, die eine optimale Ausschöpfung der vorhandenen Möglichkeiten verhindern.</p>
<p>Solche Probleme sind aber menschlich bedingt, und dadurch auch lösbar. So sind beispielsweise der Zugang zu technischem Know-how sowie Saatgut für Menschen in Not zwei Massnahmen, deren Umsetzung nicht allzu schwierig wären – und angesichts ihrer Wirkung ist eine Unterlassung geradezu kriminell. Wollen wir als Menschheit weiterhin Bestand haben, wird es in der Zukunft vermehrt gemeinsamer Anstrengungen bedürfen. Der Spielraum dazu besteht aber weiterhin.</p>
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		<title>Einige Fakten zum Bevölkerungswachstum</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:46:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Giannis Mavris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Asien]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungswachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<category><![CDATA[Nahrungsmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Weltbevölkerung]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/02/bevolkerungswachstum/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/587px-World-Population-1800-2100-440x450.png class=imgtfe hspace=10 align=left width=150  border=0></a>Gemäss Schätzungen der UNO überschritten wir Menschen Ende Oktober die 7-Milliarden-Grenze. Der Höhepunkt ist damit allerdings noch nicht erreicht – die nächsten hundert Jahre werden für die Menschheit wegweisend seien.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Es wird enger in der Zukunft</h1>
<h2>Einige Fakten zum Bevölkerungswachstum</h2>
<p style="text-align: center;"><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/World_population"><img class="aligncenter size-medium wp-image-9694" title="Grafik: Entwicklung der Weltbevölkerung 1800 bis 2100" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2011/11/587px-World-Population-1800-2100-440x450.png" alt="Grafik: Entwicklung der Weltbevölkerung 1800 bis 2100" width="299" height="305" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: x-small;">Entwicklung und mögliche Zukunft: Die Weltbevölkerung von 1800 bis 2100</span></p>
<p style="text-align: center;"><span style="font-size: x-small;"><br />
 </span></p>
<p><strong>Gemäss Schätzungen der UNO überschritten wir Menschen Ende Oktober die 7-Milliarden-Grenze. Der Höhepunkt ist damit allerdings noch nicht erreicht – die nächsten hundert Jahre werden für die Menschheit wegweisend seien.</strong></p>
<p><strong>Von Giannis Mavris</strong></p>
<p>Mittlerweile leben sieben Mal mehr Menschen auf der Erde als noch vor 200 Jahren. Die Hauptgründe dafür waren ein beispielloser Anstieg der Lebenserwartung und ein massiver Rückgang der Kindersterblichkeit, besonders in den letzten 70 Jahren. Dies haben wir der verbesserten medizinischen Versorgung und der sogenannten „Grünen Revolution“, also dem Anstieg der Nahrungsproduktion, zu verdanken. Und vorläufig wird das Wachstum weitergehen – selbst wenn von nun an jedes Paar nur zwei Kinder auf die Welt setzen würde, käme es aufgrund des hohen Anteils junger Menschen zu einer Bevölkerungszunahme.</p>
<p>Die Vereinten Nationen prognostizieren letztes Jahr in ihrem Bericht über die Weltbevölkerung, dass sich 2050 rund 9,3 Milliarden Menschen auf dem Planeten befinden werden, bis 2100 sollen es sogar über zehn Milliarden sein. Dies allerdings ist die mittlere Variante. Sie geht davon aus, dass die heutige durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau in den nächsten knapp hundert Jahren weiter fallen wird. Erwartet wird eine weltweite Angleichung an das europäische Modell der kleinen Familien. Bereits geringe Abweichungen in der Anzahl Kinder pro Frau können aber einen erheblichen Einfluss auf die zukünftige Weltbevölkerung haben – die Prognosen sollten also mit Vorsicht genossen werden.</p>
<p><strong>Grosse Unterschiede auf den Kontinenten</strong><br />
 Der europäische Anteil an der gesamten Weltbevölkerung wird dabei weiter abnehmen. Einerseits aufgrund der tiefen Kinderzahl pro Frau in Europa, andererseits aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums in den Entwicklungsländern, besonders in Asien und Afrika.</p>
<p>Im Bericht der Vereinten Nationen wird weiter ein effektiver Bevölkerungsrückgang für Europa erwartet. Dabei wird aber die Migration nicht mitgerechnet, da sie schwer vorherzusehen ist. Eine Bevölkerungsabnahme, wie sie für Europa bis 2100 prognostiziert wird, wäre allerdings kein historisches Novum. Populationsrückgänge sind normale demographische Veränderungen, die immer wieder festgestellt werden konnten.</p>
<p>Voraussichtlich wird Indien im Jahr 2021 China als bevölkerungsreichstes Land ablösen. Die staatliche Ein-Kind-Politik Chinas hat somit ihr Ziel, das explosionsartige Bevölkerungswachstum abzubremsen, erreicht. Die Folgen sind aber neuartige soziale Probleme. Deren Bewältigung wird den heute bevölkerungsreichsten Staat vor grosse Schwierigkeiten stellen. Nebst der Tatsache, dass nun ein Männerüberschuss aufgrund gezielter Abtreibungen vorliegt, kommen zusätzliche demographische Komplikationen wie Überalterung hinzu.</p>
<p>Das grösste Wachstumspotenzial sehen die Vereinten Nationen momentan in Afrika, für das sie in den nächsten vierzig Jahren eine Verdoppelung, bis 2100 sogar eine Verdreifachung seiner Bevölkerung prognostizieren.</p>
<p><strong>Eine Zukunft in den Städten</strong><br />
 Eine wesentliche Folge der Bevölkerungszunahme ist, dass immer mehr Menschen in urbanen Grossräumen leben. Seit 2009 lebt schätzungsweise die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, ein Trend der sich kaum umkehren wird und zur Entstehung weiterer Megastädte führt. Die Zukunft der Menschheit wird sich also im urbanen Raum abspielen.</p>
<p>Mit einem weiteren Anwachsen der Bevölkerung werden nun Fragen bezüglich der Nahrungsproduktion und Energiegewinnung wichtiger. Werden wir es schaffen, für weitere zwei Milliarden Menschen genug zu produzieren? Die Zahl mag zum Verzweifeln hoch klingen. Angesichts der Tatsache, dass mit der globalen Gesamtproduktion teilweise sehr verschwenderisch umgegangen wird, wird einem aber auch bewusst, das es Einsparungseffekte gibt – und die sind grösser als zum Teil gedacht. Besonders was die Produktion und die Vernichtung von Lebensmitteln anbelangt. Der Regisseur Valentin Thurn postuliert in seinem Dokumentarfilm <em>Taste the Waste</em>: „Das Essen, das wir alleine in Europa wegwerfen, würde gleich zwei Mal reichen für alle Hungernden dieser Welt“.</p>
<p><strong>Jahrhundert der Entscheidungen</strong><br />
 Sowohl in demographischer, wie auch in technologischer Hinsicht wird das aktuelle Jahrhundert für die Menschheit von grösster Bedeutung sein. Die Bekämpfung von Armut und Hunger, und damit einhergehend eine effektive Familienplanung, sollte auch in den nachwuchsstarken Staaten zu kleineren Familien führen. Klimatisch bedingte Probleme und Fragen bezüglich einer höheren Nahrungsproduktion werden zumindest mittelfristig zufriedenstellend angegangen werden müssen – denn vorläufig werden wir nicht weniger, sondern immer mehr.</p>
<p><strong>Lesen Sie auch unsere Kommentare zum Thema:</strong></p>
<p><a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/02/weltbevolkerung-kommentar-1/" target="_blank">Kein Grund zur Panik – Willkommen, sieben milliardster Mensch!</a><br />
 <a href="http://www.nahaufnahmen.ch/2011/11/02/kommentar-weltbevolkerung-2" target="_blank">Das Risiko Mensch – Dich erwartet eine ungewisse Zukunft, Nr. 7&#8242;000&#8242;000&#8242;000.</a></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Im Netz</strong></p>
<p><a title="Fakten und Zahlen zur Weltbevölkerung" href="http://www.un.org/esa/population/" target="_blank"> Themarelevante Publikationen der Vereinten Nationen</a></p>
<p><a title="Dokumentarfilm &quot;Taste the Waste&quot; von Valentin Thurn" href="http://www.tastethewaste.com/" target="_blank"> Deutscher Dokumentarfilm zum Thema Lebensmittelvernichtung</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die vergessene Zukunft</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/11/vergessene-zukunft/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/11/vergessene-zukunft/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 22:07:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Archivierung]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Endlager]]></category>
		<category><![CDATA[Hieroglyphen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Langzeitarchivierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilisation]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2010/03/11/vergessene-zukunft/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/Hieroglyphen_Rosetta-Stein-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Unsere Spuren werden in 10'000 Jahren grösstenteils verwischt sein. Teilen wir den Menschen der Zukunft etwas mit über unsere Zivilisation!
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Die vergessene Zukunft</h1>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2772" title="Hieroglyphen auf dem Rosetta-Stein" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/03/Hieroglyphen_Rosetta-Stein.jpg" alt="Hieroglyphen auf dem Rosetta-Stein" width="233" height="223" /></p>
<p><strong>Diese Zivilisation wird untergehen.</strong> Vielleicht nicht gerade morgen, aber die Wahrscheinlichkeit ist recht gross, dass irgendwann einmal eine Katastrophe ihr ein Ende setzen wird. Der Einschlag eines Meteoriten könnte der Grund sein, eine Klimaänderung, eine Krankheit, wer weiss.</p>
<p>Aber darum soll es in diesem Text nicht gehen. Wir wollen uns nicht ausmalen, wie Millionen Menschen sterben und die Welt im Chaos versinkt. Vielmehr werfen wir einen Blick auf den Neuanfang danach – falls es einen gibt. Aber so optimistisch wollen wir heute sein!</p>
<p><strong>In der zivilisationslosen Zukunft</strong> werden die Menschen vielleicht wieder in Höhlen leben und sich von Beeren, Wurzeln und selbst gejagten Tieren ernähren. Sie werden einfache Werkzeuge basteln, Nadeln vielleicht, um Kleider aus Fellen zu nähen. Oder Äxte und Schneidwerkzeuge. Das Wissen und die Kultur der einstigen Zivilisationen werden längst vergessen sein – oder allenfalls noch in weitererzählten Legenden weiterleben. Wollen diese Menschen wieder eine Zivilisation aufbauen, werden sie alles neu erfinden müssen.</p>
<p>Dass sie nichts mehr von uns wissen werden, daran sind nicht zuletzt wir selber schuld. Denn einerseits konservieren wir unser Wissen äusserst lausig: Während Bücher bei guter Lagerung ein paar hundert Jahre lesbar bleiben können, sind digitale Daten das Speichermedium nicht wert, auf dem sie aufgezeichnet sind. Eine handelsübliche CD zum Beispiel hält bestenfalls ein paar Jahrzehnte.</p>
<p>Und andererseits benötigen digitale Daten eine riesige Infrastruktur, um sie überhaupt lesen zu können. Selbst wenn in einer fernen Zukunft einem Menschen eine noch intakte, weil hochwertige DVD in die Hände fallen sollte; was sollte er damit tun? Je nach Stand seiner Kultur wäre die Annahme gerade zu absurd, er würde sich einen Computer basteln und gleich noch den Strom dafür herstellen.</p>
<p>Immerhin, es gibt Menschen, die sich des Problems der kurzen Haltbarkeit von Information angenommen haben: Die Mitarbeiter der Long Now Foundation. Zwei ihrer Projekte sind bereits in Arbeit: Eine neue Ausgabe des Rosetta-Steins und eine mechanische Uhr, die mindestens 10&#8242;000 Jahre laufen soll.</p>
<p><strong>Robust muss sie sein</strong>, diese Uhr, und zukünftige Entdecker sollen ihre Prinzipien begreifen, sie nachbauen oder reparieren können. Ein gewisses technisch-kulturelles Niveau ist dazu allerdings Bedingung, es sollte ungefähr demjenigen der Bronzezeit entsprechen, die in Europa etwa um 2200 vor Christus  begann. Erste Prototypen dieser Uhr wurden bereits gebaut. Einer davon ist Orrery, ein Modell, dass auch die Position der sechs von Auge sichtbaren Planeten anzeigt.</p>
<p>Das Rosetta-Projekt ist benannt nach dem Rosetta-Stein, einer Granitplatte aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus. Auf ihr ist Text in drei Schriften – Altgriechisch, Demotisch und Hieroglyphen – eingemeisselt. Dieses Nebeneinander war bei der Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen sehr hilfreich.</p>
<p>Der neue Rosetta-Stein ist eine Scheibe von etwa acht Zentimetern Durchmesser. Sie soll dem zukünftigen Forscher ein Bild der heutigen Sprachenvielfalt vermitteln. Gefertigt ist sie aus einer widerstandsfähigen Nickellegierung und auf die Oberflächen der beiden Seiten ist ein Text in über 2000 verschiedenen Sprachen geätzt. Auf der Oberseite beginnt er gut von Auge lesbar und wird spiralförmig immer kleiner. Auf der Unterseite finden sich tausende Seiten Text in mikroskopisch kleiner Schrift.</p>
<p><strong>Mehr als der sprichwörtliche Tropfen</strong> auf ihn, sind die Bemühungen um den Stein allerdings nicht. Auch mit Nickelscheiben für alle Gebiete der Wissenschaft gelänge es höchstens, einen Bruchteil unserer Errungenschaften und Erkenntnisse zu sichern, aber immerhin.  Doch weitere derartige Scheiben gibt es (leider) noch nicht, geschweige denn grössere Projekte.</p>
<p>Doch selbst wenn man solche Scheiben überall auf dem Planeten verteilt und hofft, dass diese beständigen Mini-Archive dereinst tatsächlich gefunden werden,  stellt sich die Frage, ob sie je auch entziffert werden können. Dass es sich bei den eingravierten Zeichen um Schrift handelt, ist für den Menschen aus einer andern Welt – und das wird die Zukunft vielleicht sein – keinesfalls offensichtlich.</p>
<p><strong>Wie müssen wir heute Symbole gestalten</strong>, welche die Menschen auch in ferner Zukunft verstehen? Auch für die nuklearen Endlager ist dies eine Herausforderung. Wegen der Gefahr radioaktiver Strahlung sollen hier Symbole die Aussage: „Haltet Euch hiervon fern!“ vermitteln. Die Planer denken über Symbole nach, die schmerzverzerrte Gesichter zeigen oder flüchtende Menschen. Doch wer den Verdacht hegt, dass dies erst recht die Neugier wecken könnte, liegt wohl nicht völlig falsch.</p>
<p>Von Vorteil wäre die Neugier wohl für mögliche Objekte mit dem gespeicherten Wissen unserer Zivilisation. Doch wie sollten diese Objekte aussehen? Raffinierte Bauwerke wie die Pyramiden oder speziell markierte Höhleneingänge?</p>
<p>Klar scheint, dass nicht das ganze Wissen auf einmal zugänglich gemacht werden kann. Menschen auf einem tiefen kulturell-technischen Niveau können nichts mit Quantenphysik anfangen. Die Langzeitarchive sollen – auf raffinierte Weise – ihr Geheimnis und damit das Wissen unserer Epoche Schritt für Schritt preisgeben. Den Zugang erhält nur, wer auch mit den Erkenntnissen umgehen kann.</p>
<p>Vielleicht werden die Menschen der Zukunft diese Botschaften aus der Vergangenheit als göttlich oder ausserirdisch taxieren. Vielleicht werden sie sie eines Tages in ihre Museen stellen, so wie wir es in unseren Tagen mit geheimnisvollen Gegenständen wie der Himmelscheibe von Nebra tun.</p>
<p><strong>Eines ist gewiss:</strong> Dieser Text wird keine 10&#8242;000 Jahre überdauern. Wenn ihn jemand in eine Steinplatte meisseln wollte, wäre das natürlich anders. Interessierte melden sich bitte!</p>
<p><strong>Links:</strong><br />
 Die Organisation, die sich um die 10&#8242;000-Jahre-Uhr und die Rosetta-Scheiben kümmert:<br />
 <a href="http://www.longnow.org" target="_blank">http://www.longnow.org</a></p>
<p>Wie sollen Symbole aussehen, die jeder versteht, sogar Ausserirdische?<br />
 <a href="http://voyager.jpl.nasa.gov/spacecraft/goldenrec.html" target="_blank">http://voyager.jpl.nasa.gov/spacecraft/goldenrec.html</a></p>
<p>Artikel über langlebige Datenspeicher<br />
 <a href="http://swissengineering-stz.ch/pdf/stz0520093327.pdf" target="_blank">http://swissengineering-stz.ch/pdf/stz0520093327.pdf</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Sind wir noch zu retten?</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/12/24/klimawandel/</link>
		<comments>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/12/24/klimawandel/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 22:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[In die Zukunft zu schauen, ist heikel.  Das wissen all jene, die sich mit einer Fehlprognose schon einmal der Lächerlichkeit preisgegeben haben. Die Zukunft ist unberechenbar, weil derart viele und unvorhersehbare Faktoren in den Lauf der Dinge hineinspielen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Sind wir noch zu retten?</h1>
<p><strong>In die Zukunft zu schauen, ist heikel. </strong> Das wissen all jene, die sich mit einer Fehlprognose schon einmal der Lächerlichkeit preisgegeben haben. Die Zukunft ist unberechenbar, weil derart viele und unvorhersehbare Faktoren in den Lauf der Dinge hineinspielen.</p>
<p>Darum kann auch niemand genau sagen, wie sich das Klima der Erde in den nächsten Jahren bis Jahrzehnten entwickeln wird. Eins aber ist klar: Die Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre ist in den letzten Jahrzehnten markant gestiegen. Und dass dies das Klima verändert und die Atmosphäre aufwärmt, ist ebenfalls unbestritten.</p>
<p>Was aber die Folgen in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren sein werden, kann niemand exakt voraussagen. Das Problem ist jedoch: Es steht nichts weniger als die Zukunft der Menschheit auf dem Spiel. Das Leben von Milliarden und unsere Zivilisation. Bei diesem Einsatz sollten wir nicht mit zu viel Risiko spielen.</p>
<p>Immerhin: Das Problem und seine Ursachen haben (nach zwanzig vergeudeten Jahren) endlich die meisten Poltiker erkannt. Nur schleppend geht es jedoch voran, wenn es um konkretes Handeln geht. Auch an der Kopenhagener UNO-Weltklima-Konferenz dachte jeder Staatsvertreter zuerst an die Interessen des eigenen Landes.</p>
<p><strong>Das erinnert stark an die sogenannte „Tragik der Allmende“</strong>: Das gemeinsame Gut – in diesem Fall die Ressourcen des Planeten – wird sorglos genutzt. Dass dieses Gut endlich ist, sieht man erst, wenn es übernutzt wird. Doch ist auch diese Erkenntnis noch kein Grund die Ressourcen zu schonen, denn die Kosten für die Übernutzung trägt die Allgemeinheit. Und für den einzelnen Ausbeuter sind sie geringer als der Ertrag.</p>
<p>Der kanadische Wirtschaftswissenschaftler H. Scott Gordon schrieb 1954 dazu in einem Bericht über Fischerei: „Niemand misst einem Besitz, der allen zur freien Verfügung steht, einen Wert bei, weil jeder, der so tollkühn ist zu warten, bis er an die Reihe kommt, schliesslich feststellt, dass ein anderer seinen Teil bereits weggenommen hat.“</p>
<p><strong>Auch das sogenannte Gefangenendilemma</strong> der Spieltheorie, bei welcher das hypothetische Verhalten zweier Gefangener beobachtet wird, bietet eine ähnliche Erklärung, warum Länderverteter und Bürger zur zögerlich handeln. Jedes Land profitiert auch vom Umweltschutz der andern Staaten. Da die Regierung von A denkt, Umweltschutz bringe vor allem Kosten, will sie selber möglichst wenig investieren. Während die Nachbarn Mittel lockermachen, wäre ihr eigener Nutzen dann um so grösser.<br />
 Doch da auch die Regierungen von B und C so denken, besteht für sie ebenfalls kein Anreiz, Geld für den Umweltschutz auszugeben, im Gegenteil.</p>
<p>Dass es sich beim Klimawandel um ein äusserst komplexes Problem handelt, macht die Sache umso schwieriger. „Der Mensch hat grosse Schwierigkeiten, Wirkungen, die in Zeit oder Raum weit von der Ursache entfernt sind, zu begreifen, zu bedenken und zu beherrschen“, schreiben Ulrich und Johannes Frey in ihrem Buch „Fallstricke“. Der Nicht-Meteorologe sieht nicht sofort ein, wieso das Verbrennen fossiler Brennstoffe seit der Industrialisierung das Klima der Zukunft dramatisch verändert.<br />
 <strong><br />
 Diese Gefahr ist schwierig zu erkennen</strong> weil sie nicht unmittelbar ist. Und weil die Menschen die bisherigen langsamen Veränderungen des Klimas kaum fassen können und sich mittlerweile zum Beispiel an immer kleinere Gletscher oder milde Winter gewöhnt haben. Das Problem erscheint gar nicht mehr so drastisch.</p>
<p>Immerhin aber versuchen Wissenschaftler und sogar Politiker seit einigen Jahren, die komplexen Zusammenhänge unter die Leute zu bringen. Und die Medien haben in den letzten Wochen recht intensiv über die Konferenz in Kopenhagen berichtet. Doch kommt es auch an? Sickert das Wissen ins Bewusstsein und bewirkt es schliesslich eine Änderung des Verhaltens?</p>
<p><strong>Erschwerend ist sicherlich die Tatsache</strong>, dass man eigenes Fehlverhalten zugeben müsste. Dies bereitet vielen Menschen grosse Mühe.Zudem fällt Verzicht schwer. Und der einen oder anderen lieb gewonnenen Gewohnheit müssten wir wohl entsagen. Zum Beispiel weiss jeder, dass Flugreisen dem Klima schaden. Doch warum soll ausgerechnet ich verzichten oder sparen?</p>
<p>Ein weiterer Grund, sich nicht mit dem Klimawandel auseinanderzusetzen: Die möglichen Folgen sind viel zu katastrophal. Die Folge: Viele Menschen verniedlichen oder verdrängen das Problem. Oder glauben sogar an unrealistische technische Lösungen und Wunder. Viele reden sich auch ein, sie würden bereits etwas Substantielles für die Umwelt tun. Zum Beispiel, wenn sie ein einmal im Leben das Licht nicht so lange brennen lassen.</p>
<p><strong>War der Klimagipfel in Kopenhagen die letzte Chance?</strong> Und haben wir sie vertan? Wenn ja, werden wir dies erst erkennen, wenn es zu spät ist. Aber wenn wir trotz der Ergebnisse aus Kopenhagen zu handeln beginnen, können wir das schlimmste vielleicht gerade noch abwenden.</p>
<p><span style="color: #808080;">Link: Klimawandel wegen Gefangenendilemmas (Video)<br />
 </span></p>
<p><a href="http://www.e-politik.de/blog/08022008/Das-Gefangenendilemma-Klimawandel.html" target="_blank">http://www.e-politik.de/blog/08022008/Das-Gefangenendilemma-Klimawandel.html</a></p>
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		<title>Der Zufall ist nicht immer gerecht</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/10/05/der-zufall-ist-nicht-immer-gerecht/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 18:25:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Geiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[lotto]]></category>
		<category><![CDATA[zufall]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/10/05/der-zufall-ist-nicht-immer-gerecht/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/10/Lottomaschine-1_1-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Der Zufall ist unser ständiger Begleiter – auch im Alltag, wenn wir nicht daran denken. Doch unser Gehirn hat Mühe, den Zufall zu erkennen und sieht Muster, wo es keine gibt. Und es gaukelt uns so vor, wir hätten die vollständige Kontrolle über unser Leben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>4, 22, 15, 45, 6, 21*</h1>
<h2>Der Zufall ist nicht immer gerecht</h2>
<p style="text-align: center"> </p>
<div id="attachment_328" class="wp-caption aligncenter" style="width: 481px">
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-328 aligncenter" title="Swisslotto_Lottomaschine" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2009/10/Lottomaschine-1_1.jpg" alt="Die Ziehung der Lottozahlen" width="471" height="382" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><p class="wp-caption-text">Die Ziehung der Lottozahlen</p></div></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<h3><strong>Der Zufall ist unser ständiger Begleiter – auch im Alltag, wenn wir nicht daran denken. Doch unser Gehirn hat Mühe, den Zufall zu erkennen und sieht Muster, wo es keine gibt. Und es gaukelt uns so vor, wir hätten die vollständige Kontrolle über unser Leben.</strong></h3>
<p>Von Martin Geiser.</p>
<p>Bei der Ziehung der Lottozahlen ist alles immer genau gleich. Immer die gleichen Kugeln in der gleichen Maschine. Und dennoch: die Kugeln, die schliesslich am Ende herausfallen, zeigen fast immer eine andere Zahlenkombination. Welche Zahlen, einen oder mehrere Lottospieler zu Millionengewinnern machen, ist trotz den immer gleichen Gesetzen der Physik dem Zufall überlassen.</p>
<p>Der Grund  dafür: Die Kugeln in der Lottomaschine liegen eben doch nicht jedes mal ganz genau gleich. Mal befindet sich Kugel 22 einen hundertstel Millimeter weiter rechts, mal liegt vielleicht ein winziges, nicht sichtbares Staubteilchen auf der Kugel mit der Nummer 15. Bereits winzige Veränderungen der Anfangsbedingungen führen, wenn die Kugeln dann in der Maschine tanzen und die physikalischen Kräfte aufeinander wirken, zu völlig andern Ergebnissen.</p>
<p><strong>Alltäglicher Zufall</strong></p>
<p>Auch wenn das Leben keine Lottomaschine ist – manchmal geht es uns Menschen wie den Kugeln bei der Ziehung der Lottozahlen. Wenn wir zielstrebig einen Weg einschlagen, ist doch dessen exakter Verlauf oft zufällig. Denn er wird, zum Beispiel in einer belebten Stadt, beeinflusst von zahllosen Faktoren, wie anderen Menschen, Ampeln, einem Schaufenster, oder dem Wetter. So kann es kommen, dass wir zufällig einen alten Freund treffen oder Dinge beobachten, die uns auf neue Ideen bringen.</p>
<p>Solche Situationen reihen sich im Leben nahtlos aneinander. Doch bewusst wird uns dies selten. Denn auch dort, wo der Zufall regiert, gaukelt das Gehirn uns Muster vor. „Einer der Hauptgründe, warum wir Zufallsereignisse fehldeuten, ist unser Bedürfnis, Kontrolle auszuüben“, schreibt der Physiker Leonard Mlodinow, Professor für Wahrscheinlichkeitsrechnung am California Institute of Technology in Pasadena. Am grossen Einfluss des Zufalls hat unser Gehirn hart zu beissen.</p>
<p>Und so baut es die Illusion auf, wir hätten alles im Griff. Nach einem erfreulichen Arbeitstag klopfen wir uns lieber innerlich auf die Schulter, als zuzugeben, dass der gelungene Kundenkontakt vielleicht auch nur die Folge vieler kleiner Zufälle war. Der Vorteil: Dies motiviert uns, weiterzumachen, wenn wir erfolgreich waren. Doch diese Illusion hat auch Nachteile.</p>
<p><strong>Das Schnellgericht im Kopf</strong></p>
<p>Ein paar Misserfolge einer Sportmannschaft in Folge und wir schliessen daraus, sie habe diese Saison keine Chance. Aus ein paar schlechten Resultaten eines Tennisspielers schliessen wir, seine Karriere habe den Höhepunkt überschritten. Dabei hatten die Sportler vielleicht bloss Pech. Und weil unser Hirn ein schlechter Statistiker ist, glauben wir, es liege an deren Fähigkeiten.</p>
<p>Die Tatsache, dass wir intuitiv schlecht in Statistik sind, hilft auch beim Aufbau von Vorurteilen. Dazu benötigt unser Gehirn bloss ein paar Begegnungen mit Menschen einer bestimmten Gruppe wie Ärzten, weiblichen Teenagern, oder Schotten, die alle – zufälligerweise – ähnlich verlaufen. Und es kommt noch schlimmer. Weitere Begegnungen oder Berichte von Leuten, die jene Menschen getroffen haben, werden vom Gehirn selektiv verarbeitet. Und zwar so, dass alles, was unser Urteil bestätigt, stärker wirkt, als dasjenige, was uns widerlegen würde.</p>
<p><strong>Erfolg und Zufall</strong></p>
<p>Eine weitere Fehlinterpretation passiert uns, wenn wir den Erfolg von Menschen beurteilen. Wir schätzen Leute als fähiger ein, wenn sie mehr verdienen. Dies zeigte ein Experiment aus den 1960er Jahren von Melvin Lerner, einem amerikanischen Sozialpsychologen. Er gab einem Publikum vor, hinter einem Vorhang lösten zwei als genau gleich qualifiziert beschriebene Männer ein Buchstabenrätsel. In Wahrheit lasen die  Beiden zwei ausgeglichene, von Lerner verfasste Texte vor.</p>
<p>Leider könne er, so behauptete Lerner, nur einen der beiden Männer für seine Mühen entschädigen. Er nannte dem Publikum einen der Männer und befragte es, wer denn seine Arbeit besser gemacht habe. Die Zuhörer waren zu 90% überzeugt, dies wäre der Mann, der für seine Arbeit Geld erhalten hatte.</p>
<p>Auch wer per Zufall reich und berühmt wird, dem trauen wir, zumindest unbewusst, besondere Fähigkeiten zu. Dabei hatte diese Person vielleicht bloss Glück. Nicht jeder der Erfolg hat, ist automatisch talentierter als andere. Leonard Koppett, sagte beispielsweise in den 1980er und 90er Jahren voraus, ob die Aktienkurse in einem Kalenderjahr fallen oder sinken würden. Mit seinen Prognosen war er sehr erfolgreich: in 18 von 19 Jahren lag er richtig.</p>
<p>Er hätte berühmt und reich werden können, doch dann enthüllte der Kolumnist einer amerikanischen Sportzeitung, dass er die Börsenkurse schlicht mit Hilfe der Resultate des Super Bowls errechnet hatte.</p>
<p>Mlodinow zieht daraus den Schluss: „Wir sollten Menschen mehr aufgrund ihrer Fähigkeiten behandeln und nicht aufgrund ihres Erfolges.“</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p>Leonard Mlodinow (2009), Wenn Gott würfelt, oder wie der Zufall unser Leben bestimmt, Rowohlt Verlag Reinbek bei Hamburg.</p>
<p><em>Die amerikanische Originalausgabe erschien 2008 unter dem Titel: The Drunkard&#8217;s Walk, How Randomness Rules our Lives.</em></p>
<p>Cordelia Fine (2007), Wissen Sie, was ihr Gehirn denkt?, Spektrum akademischer Verlag Heidelberg.</p>
<p><em>Die amerikanische Originalausgabe erschien 2006 unter dem Titel: A Mind of Its Own, How Your Brain Distorts and Deceives.</em></p>
<p><em><br />
 </em></p>
<p><strong>Links</strong></p>
<p>Schweizer Zahlenlotto: <a href="http://www.swisslotto.ch/">www.swisslotto.ch</a></p>
<p>Zufälliger Artikel bei Wikipedia: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:Zuf%C3%A4llige_Seite">de.wikipedia.org/wiki/Spezial:Zufällige_Seite</a></p>
<p>* Aus Anlass dieses Artikels hat der Autor mit diesen Zahlen am vergangenen Samstag (3.10.09) Lotto gespielt. Die Zahlenkombination kam aufgrund verschiedener, nicht nachvollziehbarer neurobiochemischer Prozesse in seinem Gehirn zustande. Die Lottomaschine von Swisslotto spuckte jedoch die Kugeln mit den Nummern  44, 30, 36, 20, 11, 15 aus.</p>
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		<title>Georges T. Roos</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/04/01/georges-t-roos/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 22:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandro Portmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/04/01/georges-t-roos/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/chance-krise-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Die momentane Krise wird alle beschäftigen, jeden auf seine Weise. Um die Medienberichte kommt man heute nicht mehr herum. Erdrückende Schlagzeilen dominieren die Medienlandschaft. Wohl lange spielte sich dadurch die Wirtschaftskrise nur in den Köpfen ab, ohne den entscheidenden Bezug zum Portemonnaie. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) prognostiziert jedoch noch für dieses Jahr eine Rezession. Eine düstere Zukunft? Sehen wir doch auch mal die Chancen, welche daraus resultieren könnten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Standortkrise</h1>
<h2>Wir könnten die Krise mit einem gestärkten Rückgrat überstehen</h2>
<h2>
<div id="attachment_2276" class="wp-caption alignleft" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-2276 " title="chance-krise" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/chance-krise.jpg" alt="Mit etwas Glück werden wir die Krise meistern © Gerd Altmann  / pixelio" width="550" height="257" /><p class="wp-caption-text">Mit etwas Glück werden wir die Krise meistern © Gerd Altmann  / pixelio</p></div>
</h2>
<h3><strong>Die momentane 			Krise wird alle beschäftigen, jeden auf seine Weise. Um die Medienberichte kommt 			man heute nicht mehr herum. Erdrückende Schlagzeilen dominieren die 			Medienlandschaft. Wohl lange spielte sich dadurch die Wirtschaftskrise nur in 			den Köpfen ab, ohne den entscheidenden Bezug zum Portemonnaie. Das Staatssekretariat 			für Wirtschaft (SECO) prognostiziert jedoch noch für dieses Jahr eine Rezession. 			Eine düstere Zukunft? Sehen wir doch auch mal die Chancen, welche daraus 			resultieren könnten.</strong></h3>
<p>Die Schweizer Bevölkerung spürte bislang die Folgen der Wirtschaftskrise kaum. Dies wird sich jedoch laut SECO noch in diesem Jahr ändern. Die Bevölkerung braucht trotzdem keine Medienhetze. Die Krise könnte auch zu einem neuen, besser reguliertem Finanzsystem führen.</p>
<h3>Wirtschaftskrise als Verkaufsargument</h3>
<p>Die Rezession wird also kommen. Laut Prognosen des SECO mit einem Wirtschaftsrückgang um die 2,2 Prozent. Schweizerinnen und Schweizer haben in der letzten Zeit viel über die Finanzkrise gelesen. Man wurde, ob man nun wollte oder nicht, mit diesem Thema überschwemmt. Tatsächlich war es unmöglich nicht mit dem Thema Finanzkrise konfrontiert zu werden. Die Krise aber auch zu spüren ist wieder etwas anderes. Bisweilen spielte sie sich bei der Schweizer Bevölkerung hauptsächlich in deren Köpfen ab. Die Medienberichte schürte eine Existenzangst in der Bevölkerung: «Blick» setzt plakativ drei Ausrufezeichen nach der fettgedruckten Schlagzeile &#8211; muss er ja auch, schliesslich lebt die Boulevardzeitung von dieser Angst. Wir müssen uns mit der Wirtschaftslage auseinandersetzen, das ist klar. Jedoch ist es in dem Interesse aller, wenn dies auf konstruktive Weise geschieht.</p>
<h3>Rezession als Chance</h3>
<p>Natürlich traf es einige wirklich hart: Während einige ihren Job verloren, mussten andere einfach zusehen, wie ihre Aktien dahin schrumpften. Aber wie viele spüren die Krise wirklich? Der Luzerner FSP Psychologe Carlos Menti bemerkt bei seinen Patienten noch keine Sorgen im Bezug auf die laufende Krise: «Ich habe zwar Klienten aus verschiedenen beruflichen Bereichen und sozialen Schichten, bei den Beratungsgesprächen ergab sich jedoch noch kein Bezug zur Krise. Ich schätze, dass psychische Probleme infolge vermehrter Sorgen und Ängste aufgrund der Finanzkrise bei uns erst noch kommen werden». Warum aber diese Krise trotzdem eine Chance für die Zukunft sein kann, erklärt der Zukunftsforscher Georges T. Roos im Interview.</p>
<h3>Interview mit Georges T. Roos</h3>
<p style="padding-left: 30px;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #e11480;"><strong><img class="size-full wp-image-2288 alignright" title="georges-roos" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/georges-roos.jpg" alt="georges-roos" width="184" height="251" />Portrait von Georges T. Roos</strong></span><br />
 Georges T. Roos beschäftigt sich seit zehn Jahren mit den strategischen Zukunftsherausforderungen von Unternehmen und Organisationen.<br />
 1997 wurde er Mitglied der Geschäftsleitung des renommierten Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) in Rüschlikon/Zürich. Das GDI gilt europaweit als einer der massgebenden Think Tanks zur Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft.<br />
 2000 gründete Roos sein eigenes Institut ROOS Büro für Kulturelle Innovation. Schwerpunkt ist die strategische Zukunftsberatung von Unternehmungen und Organisationen. Das Institut ist unter anderem für Technologie-, Produktions- und Logistik-Unternehmen, Banken und Versicherungen und für gemeinnützige Organisationen tätig.</span></p>
<p><strong><em>nahaufnahmen:<span> </span><span>Sie bieten Beratungen 			für Firmen an &#8211; wäre das auch für Privatpersonen denkbar?</span></em></strong> <br />
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<p><!--[if gte mso 9]><xml> 72 			1024&#215;768 </xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml> Normal 			0 			21 			false 			false 			false 			DE-CH 			X-NONE 			X-NONE </xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml> </xml><![endif]--> <!--[if gte mso 10]> <mce:style><!  			/* Style Definitions */ 			table.MsoNormalTable 			{mso-style-name:"Normale Tabelle"; 			mso-tstyle-rowband-size:0; 			mso-tstyle-colband-size:0; 			mso-style-noshow:yes; 			mso-style-priority:99; 			mso-style-qformat:yes; 			mso-style-parent:""; 			mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 			mso-para-margin:0cm; 			mso-para-margin-bottom:.0001pt; 			mso-pagination:widow-orphan; 			font-size:11.0pt; 			font-family:"Calibri","sans-serif"; 			mso-ascii-font-family:Calibri; 			mso-ascii-theme-font:minor-latin; 			mso-fareast-font-family:"Times New Roman"; 			mso-fareast-theme-font:minor-fareast; 			mso-hansi-font-family:Calibri; 			mso-hansi-theme-font:minor-latin; 			mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; 			mso-bidi-theme-font:minor-bidi;} 			 --> <!--[endif]--> <strong><em>Haben Sie als Zukunftsforscher die Krise kommen 			sehen?</em></strong><br />
 Die Finanzwelt ist 			nicht mein Gebiet. Es gab aber Stimmen, die sie kommen sahen. Zum Beispiel gab 			es im August 2007 einen Früherkennungsprozess im Auftrag der dänischen 			Regierung, welche die jetzige Krise mit den dazugehörigen Indikatoren ziemlich 			genau vorhersah. Die Frage ist natürlich, ob die Menschen in Boomzeiten bereit 			sind, solche Prognosen auch wahrzunehmen. Oft werden sie in Überflusszeiten 			überhört. Es gab auch einen Astrologen der die Krise angeblich schon vor 12 			Jahre hat kommen sehen, allerdings sehr pauschal und ohne  Aussagen darüber, wie und warum sie kommen 			wird. Aber irgendwann wird immer eine Krise kommen. Die Aussage des Astrologen 			ist also ohne Hintergrund &#8211; eine solche Aussage könnte jeder machen.</p>
<p><strong><em>Kann eine solche Krise auch als Chance gesehen 			werden?</em></strong><br />
 Eine Krise ist immer 			auch eine Chance. Im Bezug auf die heutige Finanzkrise wird sie wahrscheinlich 			zu einer besseren Regulierung des Finanzsystems führen. Und der Wille vieler 			Regierungen, die Konjunktur zu stützen, kann im besten Fall dazu genutzt 			werden, Investitionen zu tätigen, die sowieso bald anstehen würden. Ich denke 			in erster Linie an das Thema Energie und dabei spreche ich nicht nur vom 			Klimawandel. Wir müssen wegkommen von der auf fossilen Brennstoffen beruhenden 			Wirtschaft.  Denn erstens liegen die 			meisten grossen Vorräte in politisch heiklen Regionen. Der Irakkrieg beispielsweise, 			auch ein Krieg um Erdöl, hat die USA bisher über eine halbe Billion Dollar 			gekostet. Und zweitens werden in den nächsten 20 Jahren einige der grössten 			Ölexportländer ihre Ölförderung selber brauchen. Gemäss einem Artikel in der 			Zeitschrift «Futurist» wird der Export-Höhepunkt in den nächsten 25 Jahren 			erreicht sein. Länder wie Saudi Arabien, Russland oder Amerika werden dann die 			Ressourcen gänzlich für den Eigengebrauch brauchen. Erdöl wird drittens knapp, 			weil die aufstrebenden Länder wie China und Indien einen riesigen Energiehunger 			haben werden. Wichtig ist zu wissen, dass der ökologische Umbau der 			Weltwirtschaft auf vermehrte Energieeffizienz und erneuerbare Energien nicht 			etwa das Wachstum bremst, sondern gar befördert: Die Internationale Energieagentur 			IEA in Paris hat in ihrem Szenario beschrieben, was es kostet, wenn wir alle 			bekannten Massnahmen zur Effizienzsteigerung und Förderung erneuerbarer 			Energien umsetzen würden: In den nächsten 25 Jahren sind das 2.6 Billionen 			Dollar. Auf der anderen Seite würden aber die Endverbraucher im selben Zeitraum 			Energiekosten in der Höhe von 6 Billionen Dollar einsparen. Also Geld, das für 			andere Konsum- und Investitionsausgaben zur Verfügung stehen wird.</p>
<p><strong><em>Wie wird der Mensch in Zukunft mit Krisen 			umgehen, wird ihm das erleichtert?</em></strong><br />
 Nein, das wird nicht 			der Fall sein. Es wäre eine Utopie zu denken, dass die Menschheit in Zukunft 			ohne Krisen leben wird. Wir müssen lernen mit Ungewissheit umzugehen. Unser 			Erfahrungsraum deckt sich immer weniger mit dem Zukunftshorizont. Anders 			gesagt: Die Erfolgsrezepte von heute veralten immer schneller und werden zu 			Risiken in der Zukunft.</p>
<p><strong><em>Die Schweiz steht in einem Suizidranking 			relativ hoch oben, wird sich das in Zukunft ändern?</em></strong><br />
 Schwer zu sagen. 			Möglicherweise werden sie kurzfristig zurückgehen, denn gemäss Studien gibt es 			während Krisen weniger Suizide als in Überflusszeiten. Man hat in der Krise 			eine Aufgabe zu bewältigen, welche im Überfluss eher fehlen kann. Überfluss 			führt zu Überdruss.</p>
<p><strong><em>Wo wird sich die Schweiz in zehn, zwanzig 			Jahren positionieren? </em></strong><br />
 Seriöserweise kann ich 			das nicht so sagen. Die Zukunftsforschung arbeitet mit so genannten 			«Megatrends». Aber es gibt immer verschiedene mögliche Zukunftsentwicklungen 			und diese Tatsache macht eine ultimative Aussage zur Zukunft unmöglich. 			Verschiedene Ausprägungen in der Welt müssen bei diesen Forschungen 			miteinbezogen werden. Ich habe über den Wertewandel der Schweiz eine Studie 			gemacht. Ein zentraler Treiber des Wertewandels ist die Wohlstandsentwicklung. 			Je nachdem ergibt sich ein anderes Zukunftsbild. Angenommen die Schweiz würde 			einen markanten Wohlstandsverlust erleiden &#8211; und dazu könnte eine anhaltende 			globale Wirtschaftskrise, ergänzt durch einen Wirtschaftskrieg mit dem 			wichtigsten Partner EU führen &#8211; dann sehen wir tiefe gesellschaftliche 			Konflikte voraus.  Das Verhältnis der 			Generationen könnte ein solcher neuer Konfliktherd werden. Bedenken Sie, dass 			in den nächsten 20 Jahren der Anteil der über 65-Jährigen an der 			Gesamtbevölkerung markant steigen wird. Bald werden die älteren Mitbürger die 			Stimmenmehrheit haben. Wenn sie möchten, können sie in Zukunft ihre Interessen 			gegenüber der jüngeren Bevölkerung leicht durchsetzen.</p>
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		<title>Carlos Menti</title>
		<link>http://www.nahaufnahmen.ch/2009/04/01/carlos-menti/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 22:00:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ivan Schuermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologe]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://www.nahaufnahmen.ch/2009/04/01/carlos-menti/><img src=http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/geldvernichtung-150x150.jpg class=imgtfe hspace=10  vspace=5 align=left width=150  border=0></a>Man hört nichts anderes mehr, als Berichte zur momentanen Lage auf dem Finanzmarkt. Und obwohl es schon fast nervt, haben auch wir uns umgehört. Aber nicht im Bezug zur momentanen Lage der Börse etwa, sondern den Mensch in den Mittelpunkt der Recherchen gesetzt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Harte Zeiten</h1>
<h2>Das Leben ist oft schwer &#8211; leichter wird es in naher Zukunft nicht</h2>
<div id="attachment_2306" class="wp-caption alignleft" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-2306 " title="geldvernichtung" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/geldvernichtung.jpg" alt="© 2008 stormpic / aboutpixel.de" width="550" height="270" /><p class="wp-caption-text">© 2008 stormpic / aboutpixel.de</p></div>
<h3>Man hört nichts anderes mehr, als Berichte zur momentanen Lage auf dem Finanzmarkt. Und obwohl es schon fast nervt, haben auch wir uns umgehört. Aber nicht im Bezug zur momentanen Lage der Börse etwa, sondern den Mensch in den Mittelpunkt der Recherchen gesetzt.</h3>
<p>Viele versuchen sich Tag für Tag durch zu beissen. Nicht gerade einfach ist es, am Morgen aufzustehen und an seinem Arbeitsplatz zu schuften. Die Erziehung bei weitem kein Kinderspiel. Manchmal droht der Kopf zu explodieren. Da ist es schwer die nötige Motivation aufzubringen</p>
<p>Zum Thema Krise haben wir das Gespräch mit dem FSP Psychologen C. Menti und dem Luzerner Zukunftsforscher Georges T. Roos gesucht. Dabei haben wir sehr Interessantes gehört &#8211; über die Gegenwart, die Zukunft aber auch über die Eigenschaften der Menschen selbst in solch turbulenten Tagen. Das Interview mit Georges T. Roos können Sie im ergänzenden Beitrag «Standort Krise» nachlesen.</p>
<h3>Die Krisen im Alltag</h3>
<p>Wenn man die alten Menschen reden hört, dann denkt man fast, es gab eine Zeit die beinahe frei von Sorgen war. Damals als alles noch einfach war. Doch der Alltag in der heutigen Zeit ist leider oft alles andere als einfach. Viele alltägliche Sorgen machen es uns schwer den Irrgarten des Lebens irgendwie zu meistern. Und gerade jetzt mit all diesen neuen globalen Problemen, sehen wir uns mit Aufgaben konfrontiert, die es zu lösen gilt. Dieser Thematik wollte ich mich einmal etwas genauer widmen und habe nebst dem interessanten Interview auch in Zahlen und Fakten Antworten gefunden auf welche Krisen viele von uns eingehen müssen, trotz unserem sonst schon schwer beladenen Rucksack der Alltagssorgen.</p>
<h3>Zahlen und Fakten</h3>
<p>Als erstes fragen wir beim Bundesamt für Statistik (BfS) nach, ob Statistiken auftauchen, die nichts Gutes verheissen. Die ersten Zahlen die direkt ins Auge stechen, sind die deutlich zunehmenden Arbeitslosen im Vergleich zu denselben Monaten im Vorjahr:</p>
<p>Dezember 08/09: +18.9%<br />
 Januar 08/09: +14.8%<br />
 Februar 08/09: +22.1%</p>
<p>Diese Zahlen sind ganz klar ein Zeichen dafür, dass 			viele Menschen sich darüber sorgen müssen, ob sie auch in naher Zukunft eine 			Anstellung haben. Fehlende Konsumbereitschaft wie auch die kleineren 			Haushaltsbudget werden der momentanen Finanzkrise keinen Abbruch erbringen. 			Dazu kommt die Situation in der Familie. Denn gemäss dem BfS sind weit über 60% 			der Frauen mit Kleinkind erwerbstätig.</p>
<p>Zieht man ein Strich unter diese kurz genannten Zahlen, 			ergibt sich Folgendes: Wir können damit rechnen, dass der Druck am Arbeitsplatz 			ansteigt und viele Arbeitgeber von den gewöhnlichen Festanstellungen absehen 			und stattdessen Kurzarbeitsbeschäftigung in Betracht ziehen. Dazu kommt, dass 			viele Haushalte einiges ihrer privaten Zeit aufopfern für eine zweite 			Einnahmequelle. Somit verlieren zum Beispiel Kinder wichtige Bezugszeit zu den 			Eltern, was sich wiederum auf das soziale Verhalten ausprägen kann. Eine immer 			größere Aufgabe wartet und man wird in Zukunft mehr denn je gefordert, um den 			Alltag wieder alltäglich zu machen.</p>
<h3>Interview mit Carlos Menti</h3>
<p style="padding-left: 30px;"><span style="font-size: small;"><span style="color: #e11480;"><strong><img class="alignright size-medium wp-image-2308" title="menti" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/menti-307x450.jpg" alt="menti" width="192" height="281" />Portrait von Carlos Menti</strong></span><br />
 </span>Carlos Menti studierte Psychologie und Psychopathologie des Kindes- und Jugendalters an derUniversität Zürich und absolvierte danach die 4-jährige Weiterbildung zum systemischen Psychotherapeuten am Institut für systemische Entwicklung und Fortbildung (IEF). Er verfügt über mehrjährige Erfahrung als Schulpsychologe, Schulsozialarbeiter sowie systemischer Berater und Coach in eigener Praxis. &#8211; <a title="Praxis von Carlos Menti" href="http://www.psychologie-praxis.ch" target="_blank">www.psychologie-praxis.ch</a></p>
<p><span><em><strong>nahaufnahmen: Bekomme Sie die Finanzkrise im Bezug auf Ihre Klienten zu spüren?</strong><br />
 </em>Menti: Ich habe Klienten aus verschiedenen beruflichen Bereichen 			und sozialen Schichten, wie zum Beispiel Menschen die in einer Bank arbeiten 			oder auch welche, die im freien Markt unternehmerisch tätig sind, jedoch spüre 			ich noch keine Auswirkungen im Bezug auf die Finanzkrise. Klar gibt es 			Menschen, die dadurch vermutlich mehr unter Druck stehen, dies steht jedoch 			nicht im Vordergrund der Beratungen. </span><!--[if gte mso 9]><xml> Normal 			0 			21 			false 			false 			false 			DE-CH 			X-NONE 			X-NONE 			MicrosoftInternetExplorer4 </xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml> </xml><![endif]--> <!--[if gte mso 10]> <mce:style><!  			/* Style Definitions */ 			table.MsoNormalTable 			{mso-style-name:"Normale Tabelle"; 			mso-tstyle-rowband-size:0; 			mso-tstyle-colband-size:0; 			mso-style-noshow:yes; 			mso-style-priority:99; 			mso-style-qformat:yes; 			mso-style-parent:""; 			mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 			mso-para-margin:0cm; 			mso-para-margin-bottom:.0001pt; 			mso-pagination:widow-orphan; 			font-size:11.0pt; 			font-family:"Calibri","sans-serif"; 			mso-ascii-font-family:Calibri; 			mso-ascii-theme-font:minor-latin; 			mso-fareast-font-family:"Times New Roman"; 			mso-fareast-theme-font:minor-fareast; 			mso-hansi-font-family:Calibri; 			mso-hansi-theme-font:minor-latin; 			mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; 			mso-bidi-theme-font:minor-bidi;} 			 --> <!--[endif]--></p>
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 Zurzeit habe ich 			tatsächlich vermehrt Anfragen. Dies führe ich jedoch (noch) nicht auf die 			unmittelbaren Auswirkungen der Finanzkrise zurück, sondern vielmehr auf 			Weiterempfehlungen und den zunehmenden Bekanntheitsgrad.</span></p>
<p><span><strong><em>Wo liegen die Hauptsorgen ihrer 			Klienten?</em></strong><br />
 Oft ist es eine zunehmende Unzufriedenheit mit dem Alltagsleben. So 			arbeiten heute viele Menschen in Berufen oder üben Tätigkeiten aus, mit denen 			sie sich nicht identifizieren können. Es handelt sich oft um Beschäftigungen, 			die ihnen schlicht keine Erfüllung oder zumindest Zufriedenheit bietet. Man 			wird in einen Beruf reinmanövriert, den man eigentlich nie machen wollte. Dies 			beginnt schon bei der Suche nach einem Lehrplatz, wo viele gezwungen sind, 			einen Beruf zu erlernen, der der ihnen wenig zusagt oder entspricht, da es für 			die gewünschte Berufsrichtung keine offenen Lehrstellen mehr gibt. Bei einem 			Coaching ist es dann oftmals nicht ganz einfach die Situation schnell zu 			verändern, da sich ja nicht jeder gleich umschulen kann und somit das primäre 			Problem nicht direkt angegangen werden kann. Für mich hängen diese 			Fragestellungen mit dem Motiv der Selbstverwirklichung und Sinnsuche zusammen. 			Es ist als eine klassische, beinah philosophische Fragestellung von der Art 			„Wer bin ich?&#8221; oder „Wozu sind wir auf dieser Welt?&#8221;</span></p>
<p><span><strong><em>Denken Sie, dass die 			Suizidbereitschaft in naher Zukunft durch die Wirtschaftskrise zunehmen wird?</em></strong><br />
 Dazu kann ich nicht 			viel sagen, weil ich es nicht vorhersehen kann.</span></p>
<p><strong><em>Was würden sie den Menschen raten, 			die aufgrund der Finanzkrise unter Druck stehen?</em></strong><br />
 Um dies zu 			beantworten, muss ich kurz etwas ausholen: Wenn wir von den menschlichen 			Grundmotiven ausgehen, so ist das erste und wichtigste Motiv das Urvertrauen. 			Dieses entsteht aus den erfüllten Geborgenheitsbedürfnissen und äussert sich in 			der Bindung des Kindes an die Eltern. Dieses Gefühl des Sich-angenommen-fühlen 			ohne jegliche Bedingungen bildet einen beträchtlichen Teil der späteren 			Selbstsicherheit. Dies bestimmt in grossem Mass unser späteres Erleben und 			Verhalten. Da wir jedoch in einer Gesellschaft leben, in der wir für fast alles 			eine Versicherung haben und die Menschen sich dadurch in Sicherheit glauben, 			verlieren wir immer mehr den Bezug zum Wesentlichen. Und wenn das Fundament 			sich nicht richtig entwickeln kann, stehen auch die nachfolgenden Motive auf 			wackligen Beinen.<span> </span></p>
<p><span><img class="alignleft size-full wp-image-2309" title="maslow" src="http://www.nahaufnahmen.ch/wp-content/uploads/2010/02/maslow.png" alt="maslow" width="280" height="222" />Auf der abgebildeten 			Motivpyramide erkennt man die entwicklungspsychologisch Begründeten Motive. 			Daraus wird ersichtlich, wie wichtig gerade das erste Motiv ist. Wenn die 			Grundbedürfnisse des Säuglings befriedigt werden, wobei ich nicht nur die 			physischen, sondern insbesondere auch die emotionalen Bedürfnisse meine, so 			entwickelt ein Kind Urvertrauen und bindet sich sicher an die Eltern oder 			Bezugspersonen. So ein Kind entwickelt auch eine natürliche Neugier, braucht 			nicht kompensatorisch viel Aufmerksamkeit und Anerkennung, ist stets bestrebt 			seine Kompetenzen zu erweitern und entwickelt genügend Einfühlungsvermögen, um 			sich in seine Mitmenschen einfühlen zu können und ein Teil der Gemeinschaft zu 			werden. Um auf die Frage zurückzukommen: Ich hoffe, dass es aufgrund der 			äusseren Verunsicherung durch die Finanzkrise zu einem Umdenken kommt. Meinens 			Erachtens ist es eine Chance für eine Umbesinnung auf die Grundfragen und 			-werte des Menschen. So nach dem Motto: „Back to basics&#8221;. Und dabei bilden die 			genannten Motive eine gute Grundlage.</span></p>
<p><span><strong><em>Wie sehen Sie die Tatsache, dass über 			60% der Frauen mit Kleinkindern berufstätig sind und die Kinder fremdbetreut 			werden?</em></strong><br />
 Damit Kinder eine gute 			Bindung und somit ein gutes Urvertrauen bilden können, braucht es Stabilität 			und Kontinuität in den Beziehungen. Dabei muss es nicht zwingend nur die Mutter 			sein, die dieses Bedürfnis zu erfüllen hat. Kinder können schliesslich auch zu 			anderen Bezugspersonen eine Bildung aufbauen. In erster Linie denke ich da an 			den Vater, die Grosseltern, den Geschwistern, eine Tagesmutter oder Person in 			der Kinderkrippe. Bei den beiden letztgenannten kann es ungünstig sein, wenn es 			zu regelmässigen Wechseln kommt, da das Kind dies im schlimmsten Fall als 			Bindungsverlust quittiert. Dies ist dann der Fall, wenn z.B. eine Bezugsperson 			in der Krippe die Stelle wechselt. Mein Rat an die Eltern und insbesondere an 			die Vätern lautet demnach: nehmt euch soviel Zeit wie möglich für eure Kinder! 			Dies ist die beste Investition, die man tätigen kann. </span></p>
<p><span><strong><em>Wie ist der Anteil bei ihren Klienten 			auf das Geschlecht bezogen?</em></strong><br />
 In meiner Praxis habe 			ich ein sehr ausgeglichenes Verhältnis betreffend dem Geschlecht. Ich stelle 			jedoch fest, dass Frauen ein etwas feineres Sensorium dafür haben, wann sie 			sich in psychologischer Beratung begeben sollen als Männer. Das heisst, dass 			sie nicht erst eine Beratungsperson aufsuchen, wenn die Situation bereits 			festgefahren ist. Somit erkennen sie früher Probleme und Sorgen und setzten 			sich damit auch viel mehr auseinander. </span></p>
<p><span><strong><em>Sind Männer also anfälliger für eine 			Suchtproblematik oder eine psychische Störung?</em></strong><br />
 Dies lässt sich so 			nicht verallgemeinern. Vermutlich ist es jedoch so, dass Frauen und Männer 			einen teilweise anderen Umgang mit Belastungen und Konflikten pflegen bzw. 			bevorzugen. So wissen wir heute, dass bei den Depressionen Frauen mit 2/3 die 			Mehrheit bilden. Jedoch sind Männer mehr der Gefahr von Alkoholismus ausgesetzt 			(ebenfalls 2/3). Daraus könnte man schliessen, dass um unterschiedliche 			Reaktionen oder Verarbeitungsarten handelt. Doch dies ist wie bereits gesagt 			eine Vermutung. </span></p>
<p><span><strong><em>Was halten Sie von Hotline &#8211; 			Beratung, sprich Wahrsager und Konsorte für 4.90 die Minute?</em></strong><br />
 Ich will nicht die 			Möglichkeit bestreiten, dass es darunter Menschen mit therapeutischen 			Fähigkeiten gibt, doch ich stehe dieser Art von Beratungen skeptisch gegenüber. </span></p>
<p><span><strong><em>Stellen diese auch eine Gefahr dar?</em></strong><br />
 Ganz klar kann eine 			solche Beratung sehr nach hinten losgehen. Wenn zum Beispiel viel Hoffnung 			gemacht wird, aber dann nichts davon eintritt. Ich persönlich halte nicht viel 			davon.</span></p>
<p><span><strong><em>Wie sehen sie das Verhalten der 			Menschen in Krisenzeiten auf die Zukunft bezogen?</em></strong><br />
 Die Menschheit 			reagiert immer auf die gleiche Weise: In Phasen der Hochkonjuktur wagt man sich 			auf die dünnen Äste. In Krisenzeiten greift man nach dem dicken Stamm zurück. 			Ich persönlich hoffe, dass die Menschen die Auswirkungen der Finanzkrise als 			Chance für eine Umbesinnung auf die Grundwerte packen. </span></p>
<p><span><strong><em>Wenn man davon ausgeht, dass Krisen 			notwendig sind für eine Weiterentwicklung, wird da die Aufgabe eines Psychologen 			nicht überflüssig?</em></strong><br />
 Im Gegenteil. Gerade 			in Krisenzeiten werden Psychologen mehr gebraucht. Sie bieten eine wertvolle 			Stütze. Denn Krisen sind nicht notgedrungen eine Chance, sondern in erster 			Linie eine Gefahr aufgrund des Verlustes an Sicherheit. Auf der Ebene des 			Weltgeschehens kann es schnell zu Aufruhr oder gar Krieg kommen. Auf der 			persönlichen Ebene kann es zu vergleichbaren Erscheinungen kommen. Durch eine 			professionelle Beratung können die ablaufenden Prozesse so unterstützt werden, 			dass eine Krise in eine Chance für den persönlichen Wachstum umgemünzt werden 			kann. Dies ist dann der Fall, wenn zum Beispiel Ressourcen aktiviert oder neue 			Fähigkeiten entdeckt und eingesetzt werden können. Das Ziel dabei bleibt stets, 			auf persönlicher und menschlicher Ebene zu reifen.</span></p>
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