„Emmas Glück“ von Sven Taddicken

Schwein gehabt

„Emmas Glück“ von Sven Taddicken

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Schweine bringen zwar Glück, aber nicht immer genug Geld. Dies muss auch Emma, eine junge Schweinezüchterin, lernen, als ihr Hof versteigert zu werden droht. Umso gelegener kommt es ihr, dass eines Nachts unerwarteter Besuch kommt, der neben Glück auch noch Geld bringt. – Eine köstliche, herrlich originelle deutsche Liebestragikomödie.

Von Lukas Hunziker.

Am selben Tag, an dem Emma von der bevorstehenden Versteigerung ihres Hofes erfährt, erhält Autoverkäufer Max eine Krebsdiagnose. Erschüttert, aber entschlossen, glücklich zu sterben, stiehlt er Geld aus der Kasse seines Chefs und Freundes Hans. Als er dabei erwischt wird, flieht er planlos in Hans‘ Jaguar und rast auf der Verfolgungsjagd verzweifelt über eine Abschrankung hinaus. Das Auto überschlägt sich und kommt direkt neben Emmas Hof zu stehen. Diese findet Max und seine Tupperwarebox voll Geld. Im Wissen, dass sie damit ihre Schulden bezahlen und ihren Hof behalten kann, schleppt sie Max ins Haus, versteckt das Geld und zündet den Wagen an, um das Verschwinden des Geldes später erklären zu können. Max, der beim Aufwachen seinen Augen kaum trauen kann, hat aber nicht die Absicht sich der Polizei und Hans zu stellen und bleibt daher vorerst auf dem Hof.

© Studio / Produzent
© Studio / Produzent

Originell, urkomisch und absolut unverkitscht

„Emmas Glück“ lebt vor allem von seinen schrulligen Hauptfiguren. Emma, die totale Chaotin, wohnt nun plötzlich mit Max, einem Ordnungsfanatiker sondergleichen, zusammen. Zu ihrem Entsetzen räumt er ihre Küche auf und flickt ihr Mofa, dessen vibrierender Sattel bisher die Hauptfigur in Emmas Sexualleben war. Langsam beginnt aber doch eine Annäherung zwischen ihnen und Max beginnt den Hof als Sterbeplatz und Emma seinem ursprünglichen Plan, nach Mexiko zu gehen, vorzuziehen. Gespielt wird der sterbende Max von Jürgen Vogel, der sich einmal mehr als einer der talentiertesten jungen deutschen Schauspieler beweist. Emmas Rolle übernahm Jördis Triebel, die mit „Emmas Glück“ ihren ersten Kinofilm drehte und gleich mit dem Förderpreise Deutscher Film 2006 als Beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. Aber auch Regisseur Sven Taddicken darf gerühmt werden; ihm ist mit „Emmas Glück“ ein unkonventioneller, schräger und absolut unkitschiger Liebesfilm gelungen, der Komödie und Drama gekonnt verbindet. Absolut sehenswert.

Ausstattung

In Sachen Extras lässt sich die DVD von „Emmas Glück“ nicht lumpen. Man findet entfallene Szenen in bester Qualität, Interviews mit Regisseur, Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin, Outtakes und Trailer. Das Herzstück des Bonusmaterials ist jedoch der Kurzfilm „Schäfchen zählen“, für den Taddicken mehrfach ausgezeichnet wurde. Der Film erzählt die Geschichte verschiedener witziger Figuren, die in einem Nachtzug zusammentreffen, allen voran eine Schaffnerin, die Zugfahrgäste betäubt und dann mit ihnen schläft. So ist auch allen, die „Emmas Glück“ schon im Kino gesehen haben, geraten, sich die DVD trotzdem zu beschaffen.


Ab dem 09. März 2007 im Handel.

Originaltitel: Emmas Glück (Land 2006)            
Regie: Sven Taddicken
Darsteller: Jürgen Vogel, Jördis TriebelHinnerk Schönemann, Martin Feifel
Dauer: 99 Minuten
Bildformat: 16:9 (anamorph)
Sprachen: Deutsch
Untertitel: –
Audio: Dolby Digital  5.1, Dolby Digital 2.0
Bonusmaterial: Interviews, Deleted Scenes, Audiokommentar, Outtakes, Kurzfilm: „Schäfchen zählen“, Trailer
Vertrieb: Max Music & Vision AG

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Lukas Hunziker

Lukas Hunziker ist Gymnasiallehrer für Deutsch und Englisch. In seinem Garten stehen drei Bäume, in seinem Treppenhaus ein Katzenbaum. Er schreibt seit 2007 für nahaufnahmen.ch.

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