“Candy” von Neil Armfield

Die bösen Drogen und die Liebe

“Candy” von Neil Armfield

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Liebe und Drogen vertragen sich schlecht. Dies bekommen auch Dan und Candy zu spüren, die eine unheilvolle Dreierbeziehung mit keiner geringeren Droge als Heroin beginnen. Daraus entwickelt sich ein gut gespieltes Drama, das jedoch zu wenig Neues zum populären Genre beiträgt.

Von Lukas Hunziker.

Eigentlich sind Candy und Dan das perfekte Paar; er ist Dichter, sie Malerin, beide jung, hübsch und wahnsinnig verliebt. Doch als Candy Dans zweite Liebe – jene zum Heroin – zu teilen beginnt, geht es mit den beiden bergab. Der Grossteil ihrer ohnehin mageren finanziellen Einkünfte geht für die Sucht drauf, so dass Candy bald nur noch die Prostitution bleibt, um sich und Dan über Wasser zu halten. Dan selbst versucht sich widerwillig auch zu verkaufen, entscheidet sich dann aber, als die Gelegenheit sich bietet, lieber eine kriminelle Laufbahn anzugehen. Und so dreht sich die Spirale abwärts und die Drogen reissen die junge Liebe erbarmungslos mit in den Abgrund.

© Studio / Produzent
© Studio / Produzent

Absehbar und überraschungslos

“Candy” ist ein hervorragend gespieltes, in vielen Szenen berührendes Drogendrama, das als Ganzes jedoch leider allzu wenig Neues zum Genre beiträgt. Die Geschichte ist zwar gut, aber leider auch so absehbar, dass man sich ein Spiel daraus machen kann, die nächste Szene vorauszusagen. Nichts kommt überraschend und dadurch fehlt es dem Film fast gänzlich an Spannung. Zwar vermögen Heath Ledger und vor allem Abbie Cornish (“Somersault”) mit ihrer überzeugenden Darstellung eines an der Sucht scheiternden Liebespaares den Film annähernd zu retten, ebenso wie Geoffrey Rushs Kurzauftritte als Drogen-herstellender Chemieprofessor. Insgesamt ist “Candy” aber leider nicht mehr als noch ein Film darüber, was Drogen für böse Sachen mit Menschen anstellen, und das wissen wir nun mal schon.

Ausstattung

25 Minuten Interviewmaterial enthält die DVD neben einem eher unmotivierten, kurzen Blick hinter die Kulissen. Die Interviewfragen sind die üblichen, weshalb auch die Antworten, zumindest der Darsteller, kaum spannende Hintergrundinformationen zum Film geben. Etwas mehr erfährt man im Interview mit dem Regisseur, der das Drehbuch zusammen mit dem Autor der Buchvorlage, Luke Davies, geschrieben hat und ein erfolgreicher Theaterregisseur ist. Dies verwundert nicht, da im Film offenbar Wert auf gute schauspielerische Leistungen gelegt wurde. Allerdings erklärt es auch ein wenig das Scheitern des Films, da sich Theater- und Literaturdramaturgie nun mal von Filmdramaturgie unterscheiden.


Seit dem 12. April 2007 im Handel.

Originaltitel: Candy (Australien 2006)            
Regie: Neil Armfield
Darsteller: Abbie Cornish, Heath Ledger, Geoffrey Rush, David Argue
Genre: Drogendrama
Dauer: 105 Minuten
Bildformat: 1.78:1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Audio: Dolby Digital 5.1
Bonusmaterial: Interviews, ‘Behind the Scenes’, Fotogalerie
Vertrieb: Warner Home Entertainment

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Offizielle Englische Seite

Lukas Hunziker

Lukas Hunziker ist Gymnasiallehrer für Deutsch und Englisch. In seinem Garten stehen drei Bäume, in seinem Treppenhaus ein Katzenbaum. Er schreibt seit 2007 für nahaufnahmen.ch.

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