“Little Miss Sunshine” von Jonathan Dayton und Valerie Faris

Auch Loser sind Sonnenscheine

“Little Miss Sunshine” von Jonathan Dayton und Valerie Faris

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Die Gewinner sind die Verlierer und die Verlierer sind die Gewinner. “Little Miss Sunshine” steht ganz unter diesem Motto und ist damit nicht nur eine herzerwärmende Komödie, sondern auch eine bissige Satire auf Amerikas kultische Verehrung der Schönen und Reichen.

Von Lukas Hunziker.

Unerwartet rückt die siebenjährige Olive in den Talentwettbewerb “Little Miss Sunshine” nach, der jährlich in Kalifornien stattfindet. Während sich für sie damit der grosse Kindheitstraum erfüllt, ist der Rest der Familie ratlos. Sie sind nicht nur pleite sondern kümmern sich auch gerade um Onkel Frank, der einen Selbstmordversuch hinter sich hat. Hinzu kommt, dass Olives Bruder Dwayne, der seit seiner Nietzschelektüre das Sprechen verweigert, lieber sterben würde, als mitzukommen. Doch der drogensüchtige Grossvater unterstützt Olive und als diese dem Vater verspricht zu gewinnen, erweicht sich sein Herz und wenig später ist die ganze Familie in einem gelben Bus auf dem Weg nach Westen. Ein Road-Trip der besonderen Art beginnt…

© Studio / Produzent
© Studio / Produzent

Ein kleiner Fisch, aber ein grosser Fang

“Little Miss Sunshine” war die grosse Überraschung bei den Oscar-Nominierungen; unter anderem fand er sich neben Filmen wie “The Departed” oder “Babel” im Kampf um den Award “Best Picture” wieder. Auch wenn er diesen nicht gewann, erreichte die kleine Komödie die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Mit einem für amerikanische Filme eher untypischen Humor und bitterbösen satirischen Seitenhieben zeigt “Little Miss Sunshine” das Amerika der Nicht-Schönen und Nicht-Reichen. Natürlich sind die Verlierer-Figuren stark überzeichnet und werden ein bisschen auf die Schippe genommen, jedoch längst nicht so sehr wie die Schönheitsfanatiker, die Kalifornien bevölkern. Die Perle des Films ist die 11jährige Abigail Breslin, die zu Recht ebenfalls für einen Oscar nominiert wurde. Aber auch Steve Carrell und Alan Arkin, der für seine Darstellung des fixenden und fluchenden Grossvaters den Oscar für die beste Nebenrolle erhielt, überzeugen auf ganzer Linie. Die tollen Darsteller, die Filmmusik und die absurde, überdrehte Story machen “Little Miss Sunshine” zu einer Perle des amerikanischen Independentkinos.

Ausstattung

Leider beglückt uns die DVD gerade mal mit einem Audiokommentar und alternativen Schlussszenen, die allerdings nicht nur wegen der unattraktiven Qualität kaum der Rede wert sind. Schade. Für einen Oscarfilm sollten Interviews und ein ‘Making of’ eigentlich das Mindeste sein.


Seit dem 14. Mai 2007 im Handel.

Originaltitel: Little Miss Sunshine (USA 2006)            
Regie: Jonathan Dayton und Valerie Faris
Darsteller: Abigail Breslin, Greg Kinnear, Toni Collette, Steve Carrell, Paul Dano, Alan Arkin
Genre: Komödie
Dauer: 101 Minuten
Bildformat: 2.35:1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Audio: Dolby Digital 5.1
Bonusmaterial: Audiokommentar von Jonathan Dayton und Valerie Faris, alternative Filmenden
Vertrieb: Fox Home Entertainment

Im Netz
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Offizielle Australische Seite

Lukas Hunziker

Lukas Hunziker ist Gymnasiallehrer für Deutsch und Englisch. In seinem Garten stehen drei Bäume, in seinem Treppenhaus ein Katzenbaum. Er schreibt seit 2007 für nahaufnahmen.ch.

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